Ausbildungsumfrage Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim

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1 Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim

2 Herausgeber Industrie- und Handelskammer Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim Neuer Graben Osnabrück Internet: Ihr Ansprechpartner Sonja Splittstößer Tel Titelbild Robert Kneschke, Fotolia.de Daten IHK-Onlineumfrage zur Aus- und Weiterbildung Osnabrück, Mai 2013 Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher und schriftlicher Genehmigung der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim

3 Besserung in Sicht? Weniger Probleme, Ausbildungsplätze zu besetzen Der Anteil der Unternehmen, die im vergangenen Jahr nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen konnten, ist leicht zurückgegangen. Knapp ein Fünftel der antwortenden Unternehmen konnte nicht alle Plätze besetzen. Damit liegt der Anteil der Unternehmen mit Besetzungsproblemen noch leicht über den Werten von 2011 und Ob der Rückgang ein dauerhafter Trend ist, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. In Niedersachsen konnte bei diesem Wert kein Rückgang festgestellt werden, sondern ein leichter Anstieg. Inzwischen kann etwas mehr als ein Fünftel der Unternehmen nicht alle Plätze besetzen. Seit 2006 hat sich dieser Anteil in Niedersachsen fast verdoppelt. Abb. 1: Besetzungsprobleme bei Ausbildungsplätzen 1

4 Gründe für unbesetzte Ausbildungsplätze Warum konnten diese 18 % der Unternehmen nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen? Als häufigste Gründe nennen diese Unternehmen keine oder keine geeigneten Bewerbungen. Abb. 2: Gründe für unbesetzte Ausbildungsplätze Wegen rückläufiger Bewerberzahlen erkennen 63 % der antwortenden Unternehmen Handlungsbedarf. Die drei häufigsten Reaktionen: Rund die Hälfte dieser Unternehmen will Praktikumsplätze anbieten. Jeweils ein gutes Drittel will das eigene Ausbildungsmarketing verbessern und mit Schulen kooperieren. 2

5 Gewinnung von Auszubildenden Es wird immer wichtiger, Jugendliche schon früh für eine Ausbildung im eigenen Unternehmen zu gewinnen. Ein bedeutender Baustein dazu ist die Bereitstellung von Praktikumsplätzen. Dass Unternehmen damit auf dem richtigen Weg sind, zeigte eine NIHK-Schülerumfrage. In dieser gaben die Jugendlichen an, dass ein Praktikum für sie das wichtigste Mittel zur Ausbildungsplatzsuche sei. 48 % der antwortenden Unternehmen, die auf rückläufige Bewerberzahlen reagieren wollen, bieten Praktikumsplätze an. Knapp ein Fünftel der Unternehmen, die Praktikumsplätze anbieten, wollen ihr Angebot 2013 ausweiten. Abb. 3: Angebot von Praktikumsplätzen Zur Rekrutierung von Azubis melden knapp zwei Drittel der antwortenden Unternehmen offene Ausbildungsplätze immer der Agentur für Arbeit, ein weiteres knappes Fünftel tut dies zumindest hin und wieder. Außerdem schalten die Unternehmen klassische Stellenanzeigen in Zeitungen. Zudem machen viele Unternehmen direkt in Schulen und auf Ausbildungsmessen Werbung für ihre Ausbildungsplätze. Auch das Internet ist ein wichtiges Medium zur Auszubildenden-Suche. Hier stellen die Unternehmen vor allem Stellenanzeigen auf der eigenen Homepage ein. 3

6 Bildungs- und Personalplanungen Der Großteil der antwortenden Unternehmen will die bisherige Zahl an Ausbildungsplätzen beibehalten. Einige wollen sogar mehr ausbilden als Allerdings ist der Anteil der Unternehmen, die weniger ausbilden wollen als im Vorjahr, auf knapp ein Viertel gestiegen. In Niedersachsen wollen nur 19 % der Unternehmen weniger ausbilden als im Vorjahr. Abb. 4: Ausbildungsplanungen 2013 Bieten Sie im Jahr 2013 mehr oder weniger Ausbildungsplätze an als im Jahr 2012? 16% 24% mehr weniger gleich bleibend 61% 4

7 Ausbildungshemmnisse Rund 38 % der antwortenden Unternehmen geben an, dass sich Ausbildungshemmnisse auf ihren Betrieb auswirken. Von diesen benennen gut zwei Drittel die mangelnde Ausbildungsreife der Jugendlichen als Ausbildungshemmnis. Auch unklare Berufsvorstellungen stellen für knapp die Hälfte der Unternehmen ein Hemmnis dar. Die mangelnde Ausbildungsreife macht sich besonders bei der Disziplin, dem mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen sowie den elementaren Rechenfertigkeiten der Jugendlichen bemerkbar. Auffallend ist, dass die regionalen Unternehmen die Ausbildungsreife der Jugendlichen positiver bewerten als die niedersächsischen Betriebe. In Niedersachsen sehen 7 % der antwortenden Unternehmen keine Mängel in der Ausbildungsreife, in der Region liegt der Wert bei 14 %. Auch bei Belastbarkeit, Leistungsbereitschaft und Motivation sowie Interesse und Aufgeschlossenheit stellen weniger Unternehmen aus der Region Mängel fest als Unternehmen in Niedersachsen. Abb. 5: Mängel in der Ausbildungsreife Viele der antwortenden Unternehmen belassen es nicht bei der Klage über mangelnde Ausbildungsreife. Sie ergreifen verschiedene Maßnahmen, um auch diese Bewerber ausbilden zu können. So bieten 60 % dieser Unternehmen Nachhilfe an, 40 % nutzen die ausbildungsbegleitenden Hilfen der Agentur für Arbeit und knapp ein Fünftel bietet Einstiegsqualifizierungen an. 5

8 Weiterbildung In Niedersachsen und in der Region wollen fast alle der antwortenden Unternehmen künftig mehr Weiterbildung anbieten oder ihr bisheriges Engagement beibehalten. Nur 3 % dieser Unternehmen werden aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung voraussichtlich weniger weiterbilden. Weiterbildung bleibt auch weiterhin die häufigste Reaktion auf das altersbedingte Ausscheiden vieler Mitarbeiter. Auffällig ist, dass sowohl in der Region als auch in Niedersachsen weniger Unternehmen als 2012 planen, die benötigten Fachkräfte durch Aus- und Weiterbildung zu gewinnen. Abb. 6: Reaktion auf das altersbedingte Ausscheiden vieler Mitarbeiter Anerkennungsgesetz Um berufliche Qualifikationen, die im Ausland erworben wurden, anerkennen und bescheinigen zu können, trat vor einem Jahr das Anerkennungsgesetz (Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz) in Kraft. Allerdings kennen in der Region wie auch in Niedersachsen gut drei Viertel der antwortenden Unternehmen dieses Gesetz noch nicht. Eine Bescheinigung, die einen Vergleich zwischen einem ausländischen und einem deutschen Berufsabschluss zieht, fände rund die Hälfte der Unternehmen unserer Region sehr oder bedingt hilfreich, um ausländische Fachkräfte zu rekrutieren. 6

9 Was ist zu tun? Um auch künftig den Fachkräftebedarf der Wirtschaft decken zu können, fordert die IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim in Einklang mit dem Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertag: Ausbildungsreife und Berufsorientierung verbessern: Seit Jahren benennt die Wirtschaft mangelnde Ausbildungsreife und Berufsorientierung als Haupt- Ausbildungshemmnisse. Die frühzeitige Vorbereitung auf das Berufsleben hat eine hohe Bedeutung. Die Unternehmen tragen dazu bei, indem sie z. B. Praktikumsplätze anbieten und mit Schulen kooperieren. Übergangssystem verringern: Duale Ausbildung muss Vorfahrt vor schulischen oder außerbetrieblichen Angeboten haben. Die Entscheidung für eine betriebliche Ausbildung lohnt sich und bietet Karrierechancen. Das zeigen die hohen Übernahmequoten nach dem Ausbildungsabschluss und das hohe Weiterbildungsangebot der Wirtschaft. Beruflich Qualifizierte mit Ausbildungsabschluss können auch ein Hochschulstudium aufnehmen. Standortnahe Beschulung sichern: In der dualen Ausbildung braucht die Wirtschaft einen gut aufgestellten Partner Berufsschule. Durch demografiebedingt sinkende Schülerzahlen droht eine Ausdünnung des Berufsschulangebots, besonders in der Fläche. Bereits heute können nicht mehr an allen Berufsschulstandorten im IHK-Bezirk alle Berufe beschult werden. Damit dadurch keine Ausbildungsplätze verloren gehen, müssen Schulen in Flächenregionen besonders unterstützt werden. Durchlässigkeit verbessern: Um den künftigen Fachkräftebedarf zu decken und die Attraktivität beruflicher Bildung zu steigern, muss die Hochschule sich noch mehr für beruflich Qualifizierte öffnen. Anrechnungsverfahren für im Beruf erworbene Kompetenzen müssen vereinfacht und ausgeweitet werden. Studienangebote müssen verstärkt am Bedarf ausgerichtet werden, z. B. durch berufsbegleitende Angebote. 7

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