Sommer Klimabulletin Sommer MeteoSchweiz. Warmer Sommer. Von nass bis trocken. 09. September 2016

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1 Sommer 2016 MeteoSchweiz Klimabulletin Sommer September 2016 Die Sommertemperatur 2016 lag im Mittel über die ganze Schweiz 0.7 Grad über der Norm Die landesweite Niederschlagsmenge stieg leicht über die Norm. Unterdurchschnittliche sommerliche Regenmengen erhielten vor allem das Wallis und Teile der Alpensüdseite. Die Sonnenscheindauer bewegte sich in den meisten Gebieten im Bereich der Norm. Warmer Sommer Der Sommer 2016 lag in den meisten Gebieten der Schweiz 0.4 bis 0.9 Grad über der Norm Im Unterengadin, in den Bündner Südtälern und im Südtessin bewegte sich die Sommertemperatur im Bereich der Norm. Der Juni lag im landesweiten Mittel 0.2 Grad, der Juli 0.9 Grad und der August 1.1 Grad über der Norm Der Juni brachte auf der Alpennordseite nur 3 bis 8 Sommertage mit 25 Grad oder höher. Auf der Alpensüdseite waren es 12 bis 16 Sommertage. Im Juli registrierte die Alpennordseite verbreitet 18 bis 22, die Alpensüdseite 26 bis 28 Sommertage. Im August lag die Anzahl Sommertage auf der Alpennordseite zwischen 14 und 19. In der Region Genf und im Wallis waren es 23 und auf der Alpensüdseite 26 bis 28 Sommertage. Markant war das heisse Augustende. Auf der Alpennordseite stieg die Tagesmaximum-Temperatur ab dem 25. August verbreitet auf 30 Grad und mehr. Für die Periode vom 25. bis 31. August gab es Rekordwerte. In Genf erreichte die Temperatur am 27. August 33.5 Grad, in Basel 33.8 Grad. In Genf ist dies der deutlich höchste Wert für Ende August seit Messbeginn Basel zeigte am 28. August 1992 mit 33.7 Grad ein ähnlich hohes Tagesmaximum. Von nass bis trocken Der sommerliche Niederschlag zeigte innerhalb der Schweiz grosse Unterschiede. Gebiete mit häufiger oder kräftiger Gewittertätigkeit erhielten 130 bis 140 Prozent der normalen Sommermenge, so zum Beispiel die Regionen Schaffhausen, Zürich und das Südtessin. Im Wallis hingegen fielen regional nur gerade 50 Prozent der Norm Eidgenössisches Departement des Innern EDI Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz

2 MeteoSchweiz Klimabulletin Sommer Der Juni-Niederschlag lag in vielen Gebieten der Schweiz weit über dem Durchschnitt. Ab Monatsmitte führten Starkniederschläge vielerorts zu Hangrutschen und Überschwemmungen. Von den Starkniederschlägen besonders betroffen waren das Tessin, Nord- und Mittelbünden, das Oberengadin sowie der zentrale und östliche Alpennordhang. Im Juli brachte die regional unterschiedliche Gewitteraktivität sehr unterschiedliche Niederschlagsmengen. Lokal fielen über 150 Prozent der Norm, während die Mengen gebietsweise auch unter 50 Prozent der Norm blieben. Erneut führten Wasser- und Schlammassen als Folge heftiger Gewitter an verschiedenen Orten zu Schäden an Gebäuden, Strassen und Bahnlinien. Im August blieben die Niederschlagsmengen in vielen Gebieten deutlich unterdurchschnittlich. In der Westschweiz, im Wallis und im Tessin fiel lokal nicht einmal ein Drittel der normalen Augustsummen. Sommer-Sonne im Normbereich Die sommerliche Sonnenscheindauer erreichte in den meisten Gebieten der Schweiz normale oder etwas überdurchschnittliche Werte. Am meisten Sommersonne genossen das Mittel- und Südtessin, das zentrale Wallis sowie die Genfersee-Region mit 750 bis 790 Stundenstunden. Der Juni war verbreitet trüb mit einer Sonnenscheindauer zwischen 60 und 85 Prozent der Norm Auf der Alpensüdseite erreichte sie 80 bis 100 Prozent der Norm. Der Säntis registrierte mit nur 87 Sonnenstunden eine Rekord-Sonnenarmut für den Monat Juni. An einigen weiteren Messstandorten auf der Alpennordseite war es der fünft- oder sechst-sonnenärmste Juni in den seit 1959 homogen verfügbaren Messreihen. Der Juli zeigte eine normale bis leicht überdurchschnittliche Sonnenscheindauer. Im August stieg die Sonnenscheindauer dank des sehr sonnigen Monatsendes verbreitet auf 110 bis 125 Prozent der Norm. Saisonwerte (Sommer 2016) an ausgewählten MeteoSchweiz-Messstationen im Vergleich zur Norm Norm Langjähriger Durchschnitt Abw. Abweichung der Temperatur zur Norm % Prozent im Verhältnis zu Norm (Norm = 100%)

3 MeteoSchweiz Klimabulletin Sommer Der Sommer 2016 im Vergleich zur Norm Gemäss Vorgabe der Welt-Meteorologie-Organisation (WMO) verwendet MeteoSchweiz für die Darstellung der langjährigen Klimaentwicklung nach wie vor die Norm Abweichung der Saisontemperatur in der Schweiz vom langjährigen Durchschnitt (Norm ). Zu warme Saisontemperaturen sind rot, zu kalte blau angegeben. Die schwarze Kurve zeigt den Temperaturverlauf gemittelt über 20 Jahre. Langjähriger Verlauf der Saisontemperatur (links) und des Saisonniederschlags (rechts) in der Nordschweiz (oben) und in der Südschweiz (unten). Dargestellt ist die saisonale Abweichung vom langjährigen Durchschnitt (Norm ). Zu warme Saisontemperaturen sind rot, zu kalte blau angegeben. Zu nasse Verhältnisse sind grün, zu trockene braun angegeben. Die schwarze Kurve zeigt den jeweiligen Verlauf gemittelt über 20 Jahre.

4 MeteoSchweiz Klimabulletin Sommer Die Pollensaison Sommer 2016 Gräser Hauptblüte erst Ende Juni Die ersten Gräserpollen wurden im Tessin schon im März gemessen, drei bis vier Wochen früher als im Mittel der Periode , wobei die Konzentrationen bis Mitte April schwach blieben. Der Anstieg auf starke Belastungen fand im Tessin am 20. April fast 2 Wochen früher statt als im Mittel. An den meisten Stationen der Alpennordseite traten die ersten Gräserpollen Ende April, Anfang Mai regelmässig auf, ungefähr zu einem normalen Termin. Kühles und regnerisches Wetter im Mai und Juni führte dazu, dass der Gräserpollenflug auf der Alpennordseite in diesen Monaten deutlich schwächer war als sonst. Das Ansteigen auf starke Belastungen fand an mehreren Stationen der Alpennordseite sehr spät, erst nach dem 20. Mai statt. Die längste Folge von starker und sehr starker Belastung fand vom 20. Juni bis zum 11. Juli statt. Einige Stationen zeigten erst während dieser Periode das Maximum des Gräserpollenflugs, ungefähr einen Monat später als normal. Starke Pollenbelastungen wurden bis im Juli oder sogar August gemessen, an den meisten Stationen länger als im Mittel. Von der Intensität her lag die Gräserpollensaison an vielen Stationen im Bereich des Mittels. Deutlich stärker war sie in Buchs und Luzern mit 49 bzw. 40 Tagen mit starkem Pollenflug, 10 bzw. 7 Tage mehr als im Mittel. Auch die beiden Tessiner Stationen Locarno und Lugano wiesen eine sehr lange und intensive Gräserpollensaison auf. In Lugano wurden 26 Tage mit starkem Pollenflug gemessen, 16 Tage mehr als im Mittel. Damit setzte sich die Intensivierung der Gräserpollensaison, die seit wenigen Jahren im Tessin beobachtet wird, auch in diesem Jahr fort. Verlauf der Gräserpollensaison in Zürich (links oben), Lugano (links unten), Genève (rechts oben) und La Chaux-de- Fonds (links unten). Das aktuelle Jahr ist mit schwarzen Balken dargestellt. Die blaue Kurve entspricht dem 20-jährigen Mittel von Die Achsen der Pollenkonzentration wurden in der Höhe auf 400 Pollen/m 3 beschränkt, damit auch die für Allergiker wichtigen tiefen Werte sichtbar sind.

5 MeteoSchweiz Klimabulletin Sommer MeteoSchweiz, 09. September 2016 Das Klimabulletin darf unter Quellenangabe MeteoSchweiz ohne Einschränkungen weiterverwendet werden. Zitierung MeteoSchweiz 2016: Klimabulletin Sommer Zürich. MeteoSchweiz Operation Center 1 CH-8058 Zürich-Flughafen MeteoSvizzera Via ai Monti 146 CH-6605 Locarno Monti MétéoSuisse 7bis, av. de la Paix CH-1211 Genève 2 MétéoSuisse Chemin de l Aérologie CH-1530 Payerne T T T T

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