Die im letzten Jahr nach Magdeburg und Freiburg zugewanderten Personen kommen aus folgenden Bundesländern bzw. aus dem Ausland: Ausland 7%

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1 Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Befragung, liebe Gäste! An dieser Stelle wollen wir Ihnen zum zweiten Mal aktuelle Ergebnisse aus unserer Studie präsentieren. Der Schwerpunkt liegt dieses Mal auf Befunden für die Gruppe der Zugewanderten, die zum Zeitpunkt der Befragung nicht länger als 14 Monate in Magdeburg oder Freiburg gelebt haben. Nach Hochrechnung unserer Stichprobe stellen die rund 6% der Bevölkerung Magdeburgs und 9% der Bevölkerung Freiburgs im Alter von 18 bis 50 Jahren. Lage der Herkunftsorte Zunächst einmal ist es von Interesse, woher die Zugewanderten kommen. Ein Vergleich der Lage dieser Orte in den einzelnen Bundesländern gibt Hinweise zur regionalen und überregionalen Anziehungskraft der Städte Freiburg und Magdeburg. Den weitaus größten Anteil stellen jeweils die Zugewanderten aus den entsprechenden Bundesländern, in denen die beiden Städte liegen. Beträchtliche Anteile stellen außerdem die aus den angrenzenden Bundesländern. So kommen beispielsweise 12% der Neubürger Magdeburgs aus Niedersachsen. Der Anteil der Zuzüge aus dem Ausland ist insgesamt verhältnismäßig gering. Allerdings ist der Anteil der aus dem Ausland in Freiburg gut doppelt so hoch wie in Magdeburg. Die im letzten Jahr nach Magdeburg und Freiburg zugewanderten Personen kommen aus folgenden Bundesländern bzw. aus dem Ausland: Magdeburg Freiburg übrige Bundesländer 11% Ausland 3% Baden- Württemberg 5% Berlin 4% Brandenburg 9% übrige Bundesländer 19% Baden- Württemberg 48% Mecklenburg- Vorpommern 5% Ausland 7% Sachsen- Anhalt 43% Nordrhein- Westfalen 5% Sachsen 4% Niedersachsen 12% Nordrhein- Westfalen 9% Hessen 5% Berlin 4% Bayern 7% 1

2 Erstmals Zuwandernde oder Rückkehrer? Wir wollten auch von den Befragten wissen, ob sie früher schon einmal in Magdeburg bzw. Freiburg gewohnt haben, also in die betreffende Stadt zurückgekehrt sind. In Magdeburg beträgt der Anteil der Rückkehrer an den befragten n 13%, in Freiburg ist er mit 19% etwas höher. Größe der Herkunftsorte Die Neubürger Magdeburgs kommen durchschnittlich aus kleineren Orten als die Neubürger Freiburgs. In Magdeburg kommen 9% der aus sehr kleinen Orten mit weniger als Einwohnern, in Freiburg trifft dies nur auf 3% der zu. Außerdem ist der Anteil von Zugewanderten aus Städten mit über Einwohnern in Magdeburg geringer (9%) als in Freiburg (17%). Entfernung der Herkunftsorte Auch bei den Entfernungen zum Herkunftsort zeigen sich Unterschiede zwischen den beiden Städten. In Magdeburg beträgt die durchschnittliche Entfernung 283 km, in Freiburg liegt sie bei 478 km. Freiburg hat somit insgesamt einen größeren Einzugskreis als Magdeburg. Die folgende Grafik zeigt, dass der Anteil der Zugewanderten, die aus Orten in über 300 km Entfernung kommen, in Freiburg deutlich höher ist als in Magdeburg, während in Magdeburg deutlich mehr Zugewanderte aus einem Ort in 50 bis 150 km Entfernung kommen als in Freiburg. Entfernungen der Herkunftsorte der Zugewanderten mehr als 300 km 150 bis 300 km 50 bis 150 km unter 50 km Magdeburg Freiburg Anteil der Befragten in Prozent 2

3 Weiterer Wohnsitz Auch beim Vergleich der Neubürger Magdeburgs und Freiburgs mit denjenigen Personen, die schon länger in der jeweiligen Stadt leben, zeigen sich einige Unterschiede. 29% der Zugewanderten in Magdeburg haben einen weiteren Wohnsitz, während dieser Anteil bei den länger Ansässigen mit 16% nur etwa halb so hoch ist. Für Freiburg zeigt sich dieselbe Tendenz. Hier haben sogar 48% der Zugewanderten noch einen weiteren Wohnsitz, im Vergleich zu 22% der Personen, die schon länger in Freiburg wohnen. Anteile der Zugewanderten mit einzigem oder weiterem Wohnsitz Freiburg einziger Wohnsitz 52% weiterer Wohnsitz 48% Magdeburg einziger Wohnsitz 71% weiterer Wohnsitz 29% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Anteile der Die höheren Anteile an Zweitwohnsitzen bei den kürzlich Zugezogenen sind vermutlich darauf zurückzuführen, dass viele von ihnen die Verbindung zum Herkunftsort aufrechterhalten wollen. Bei genauerer Betrachtung der weiteren Wohnsitze der zeigt sich denn auch, dass der Ort des weiteren Wohnsitzes zu einem hohen Anteil der Herkunftsort ist. Dies gilt für 22% der Neubürger Magdeburgs und für 28% der Neubürger Freiburgs. 3

4 Demographische und sozialstrukturelle Merkmale In den Medien wird oft darauf hingewiesen, dass es vor allem junge Menschen sind, die räumlich besonders mobil sind. Dies zeigt sich auch in unserer Stichprobe, die sich auf Personen zwischen 18 und 50 Jahren beschränkte. Die von uns befragten Neubürger Magdeburgs und Freiburgs sind durchschnittlich rund 26,5 Jahre alt, während die länger ansässigen Befragten in Magdeburg durchschnittlich rund 7 Jahre und in Freiburg rund 6 Jahre älter sind. Im Folgenden wird die Gruppe der (Personen, die in den letzten 14 Monaten zugezogen sind) mit den n (Personen, die schon länger als 14 Monate in Magdeburg bzw. Freiburg wohnen) verglichen. Zwischen den beiden Städten wird nicht unterschieden, wenn die Verteilungen der betrachteten Merkmale in Magdeburg und Freiburg sehr ähnlich sind. Die folgende Grafik zeigt, dass die zu einem höheren Anteil ledig und zu einem geringeren Anteil verheiratet sind im Vergleich zu den n. Dies hängt vor allem mit dem geringeren durchschnittlichen Alter der zusammen. Familienstand der Befragten 61% 31% 8% 84% 12% 4% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Anteil der Befragten ledig verheiratet geschieden, verwitwet 4

5 Der Familienstand hängt auch mit der Form der Haushalte zusammen, in denen die Befragten leben. leben im Vergleich zu den n zu einem höheren Anteil allein oder in Wohngemeinschaften, sie wohnen seltener zusammen mit Kindern und leben deutlich seltener im Elternhaus. Form der Haushalte von Zugewanderten und n Im Elternhaus Paar ohne Kinder Mit Kindern Wohngemeinschaft Alleine Anteil der Befragten in Prozent Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die zu einem hohen Anteil junge Menschen in Ausbildung sind. Dies bestätigt sich bei einem Blick auf die momentane Beschäftigung der Befragten. Es zeigt sich, dass in beiden Städten die Hälfte der Studierende sind. Momentane Beschäftigung von Zugewanderten und n voll berufstätig Studium Sonstiges Anteile der Befragten in Prozent 5

6 Das durchschnittliche momentane Einkommen vermittelt einen ersten Eindruck vom sozioökonomischen Status der berufstätigen im Vergleich zu den n. In Magdeburg können die befragten vollzeit beschäftigten nach eigenen Angaben im Durchschnitt über ein monatliches Nettoeinkommen von verfügen, während es bei den n durchschnittlich sind. Auch in Freiburg haben die kürzlich zugewanderten höhere Einkommen als die n. Hier sind es durchschnittlich zu Somit verdienen die zugewanderten und vollzeit beschäftigten Befragten in beiden Städten durchschnittlich rund 26% (Magdeburg) bzw. 33% (Freiburg) mehr als die länger am Ort Ansässigen. Dies ist ein Indiz dafür, dass die Zugewanderten im Mittel höhere berufliche Positionen besetzen. Der Zugang zu beruflichen Positionen hängt in hohem Maße mit dem Bildungsniveau zusammen. Vergleicht man die Schulbildung der mit derjenigen der n so zeigt sich, dass die in beiden Städten zu einem größeren Anteil hohe Bildungsabschlüsse aufweisen als die Ortsanässigen. Schulbildung der und n Freiburg Magdeburg 4% 12% 6% 4% 8% 8% 18% 43% 84% 88% 74% 51% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Anteil der Befragten geringe Schulbildung mittlere Schulbildung hohe Schulbildung Die Schulabschlüsse wurden wie folgt zusammengefasst: Hohe Schulbildung: Erweiterte Oberschule mit Abschluss 12. Klasse, Abitur oder Fachhochschulreife Mittlere Schulbildung: Polytechn. Oberschule mit Abschluss 10. Klasse, Mittlere Reife bzw. Realschulabschluss Geringe Schulbildung: Polytechnische Oberschule mit Abschluss 8. oder 9. Klasse, Volks- oder Hauptschulabschluss, Schule ohne Abschluss verlassen (Anteile <1%). 6

7 Die vorstehende Grafik zeigt, dass jeweils über 80% der Neubürger Magdeburgs und Freiburgs in unserer Stichprobe über den Abschluss der EOS 12. Klasse, das Abitur oder die Fachhochschulreife verfügen. Nur sehr wenige haben lediglich eine geringe Schulbildung vorzuweisen. Die Grafik zeigt auch, dass es zwischen den durchschnittlich jüngeren n in Magdeburg und Freiburg nur geringe Unterschiede in der Verteilung der Bildungsabschlüsse gibt, während sich in den Schulabschlüssen der länger Ansässigen die unterschiedlichen Bildungssysteme der ehemaligen DDR und BRD widerspiegeln. So sind in Magdeburg die mittleren Bildungsabschlüsse unter den 18- bis 50-Jährigen sehr viel weiter verbreitet als in Freiburg, während in Freiburg mehr Personen eine hohe, aber auch etwas mehr Personen eine geringe Schulbildung aufweisen. Bei der beruflichen Stellung der vollzeit beschäftigten Befragten zeigen sich zwischen Magdeburg und Freiburg ebenfalls Unterschiede. Der Anteil der Arbeiter ist unter den länger ansässigen Befragten in Magdeburg mit 14% gut doppelt so hoch wie in Freiburg mit 6%. Dafür sind die Anteile der Selbständigen und Freien Mitarbeiter mit 11% in Magdeburg geringer als in Freiburg mit 16%. Bei den anderen Berufsgruppen sind die Unterschiede nicht so groß. Berufliche Stellung der und n Freiburg Magdeburg 7% 14% 3% 6% 72% 67% 77% 68% 13% 8% 8% 11% 11% 9% 10% 16% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Anteil der Befragten Arbeiter Angestellte Beamte, Richter, Berufssoldat Selbständig, freie Mitarbeit 7

8 In der unterschiedlichen Verteilung der beruflichen Stellung der Befragten in Magdeburg und Freiburg, wie sie in vorstehender Grafik zum Ausdruck kommt, spiegeln sich vermutlich Unterschiede in der Beschäftigungsstruktur zwischen den beiden Städten. Diese Unterschiede zeigen sich auch bei den kürzlich Zugewanderten. Bemerkenswert ist allerdings, dass die vollzeit beschäftigten Neubürger in beiden Städten zu geringeren Anteilen als Arbeiter und zu höheren Anteilen als Angestellte, in Magdeburg auch als Beamte, tätig sind als die n. Wie geht es weiter? Es gibt weiterhin viele spannende Fragen, denen wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Universität Bremen in den kommenden Monaten anhand der Angaben der Befragten nachgehen werden. Wir halten Sie auf dem Laufenden! Anfang des Jahres 2007 werden wir nochmals Kontakt mit denjenigen Befragten aufnehmen, die uns ihre Einwilligung zu einer Folgebefragung gegeben haben. Im Mai/Juni 2007 wird die Folgebefragung durchgeführt, welche etwa 10 Minuten dauern wird. Dann ist die Befragung abgeschlossen. Nach wie vor sind wir auf Ihre Mithilfe zum Gelingen dieses Forschungsprojektes angewiesen. Deshalb wollen wir insbesondere die Befragten mit Wegzugsplänen nochmals darum bitten, uns im Falle eines Umzuges Ihre neue Telefonnummer mitzuteilen. Herzlichen Dank! Kontakt Stefanie Kley Universität Bremen, EMPAS Celsiusstraße, FVG-Mitte Bremen Tel.: Angélique Leven-Schukat Sozialwiss. Umfragezentrum SUZ Tonhallenstraße Duisburg Tel.:

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