MS Active Directory Services & MS Group Policy Object. ITTK A09 Laßnig-Walder Karl Surtmann Klaus

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1 MS Active Directory Services & MS Group Policy Object ITTK A09 Laßnig-Walder Karl Surtmann Klaus

2 Inhaltsverzeichnis Was ist MS Active Directory? Aufbau Struktur DC, GC, Replikation, FSMO Hauptkomponenten LDAP Kerberos DNS Group Policy Object Zusatzinfos

3 Was ist Active Directory? Eingeführt unter Windows 2000 Bestandteil von WS 2000/2003 & 2008 Zentraler Verzeichnisdienst Verwaltet Objekte (Drucker, Rechner, User, Freigaben usw.) AD ermöglicht ein Netzwerk (Domäne) zu organisieren, bereitzustellen und zu überwachen

4 Was ist Active Directory? Leichte Suche von einzelnen Objekten (zu jedem Objekt - mehrere Attribute) Man spricht auch von einem Namespace (Bsp. Telefonbuch: Name wird durch eine Nummer aufgelöst) Gespeichert werden die Informationen auf eigene Server Domain-Controller (DC)

5 Vergleich zu Windows NT Objekte wurden in mehrere Verzeichnisse aufgeteilt Domäne Mailboxen RemoteAccess Datenbanken und andere Applikationen Im AD werden sämtliche Objekte miteinander verlinkt!!

6 Aufbau - Struktur

7 Aufbau - Struktur Struktur (Baum, tree) Ein Baum von Domänen Automatische Vertrauensstellung Gemeinsamer Namensraum

8 Aufbau - Struktur Domäne Ein Baum aus OU s und Objekten Abgeschlossenes Verzeichnis von Objekten der Domäne Ein Domänenname

9 Aufbau - Struktur Organisationseinheit (OU, organizational unit) Untercontainer einer Domäne Kann OU, Objekt (Benutzer, Computer, ) enthalten Benutzer, Gruppe, Computer (Objekt) Nicht unterteilbar, kleinste Einheit Steht für eine Netzwerkressource

10 Aufbau - Struktur

11 Aufbau - Struktur Organisationseinheit Benutzer

12 Aufbau - Struktur Gesamtstruktur (Wald, forest) AD besteht immer aus 1 Gesamtstruktur Gesamtstruktur ist Liste von Strukturen Keine gemeinsame Wurzel Häufig gleich der Struktur

13 Aufbau - Struktur Domänencontroller (DC) Server zur zentralen Authentifizierung und Autorisierung Es können und sollen mehrere DC betrieben werden (Ausfallsicherheit) Änderungen werden auf andere DC s repliziert Ausfall ist unerheblich, da keine Informationen verloren gehen

14 Aufbau - Struktur Globaler Katalog (GC) Schnellere Suche in einem großen Netzwerk abwickeln (Suchmaschine) Nur relevante Objektattribute für Abfragen werden gespeichert Index um Objekte zu den DC s zuzuordnen Gesamtstruktur: Standorte der einzelnen DC Erster DC wird automatisch globaler Katalogserver

15 Aufbau - Struktur Replikation Ziel: aktuellen Datenbestand auf alle DC Netzwerkbelastung gering zu halten Standortinterne / standortübergreifend Sicherheitsrelevante Daten werden sofort repliziert Repliziert wird in max. 5 min

16 Aufbau - Struktur Flexible Single Master Operations (FSMO) Betriebsmaster-Funktionen Spezielle Aufgaben auf dem DC Können auf versch. DC s verteilt werden FSMO umfasst folgende Rollen: Domain Naming Master Schema Master RID Master PDC-Emulator Domain Infrastructure Master

17 Aufbau - Struktur Domain Naming Master Verwaltung des Domain-Namen der Gesamtstruktur verantwortlich Domain hinzufügen Domain löschen Domain umbenennen

18 Aufbau - Struktur Schema Master Das Schema definiert die Klassen-Schablone für Objekte Wenn weiter Attribute zu einem Objekt hinzugefügt werden sollen Bsp.: Exchange Server Homeserver Postfachname für jeden Benutzer

19 Aufbau - Struktur RID Master (Relative ID) Vergabe von eindeutigen ID s auf allen DC in der Domain Fortlaufende Nummer beginnt bei 1000 Zusammenstellung: SID = Domain-SID (alle Objekte id Domain gleich) + RID (eindeutig)

20 Aufbau - Struktur PDC (Primary Domain Controller) Emulator Emuliert einen PDC NT4-Workstations im Netz Windows Server 2003 kennt das Konzept des PDC nicht mehr

21 Aufbau - Struktur Domain Infrastructure Master Bei Änderungen eines Objektes (abhängig zu einem anderen Objekt) müssen diese übertragen werden Sollte nie auf einem GC laufen, da Inkonsistenzen auftreten können Domainübergreifend

22 LDAP (Lightweight Directory Access Protocol) AD setzt auf LDAPv3 Standard auf Protokoll zum Datenaustausch und zum Abrufen von Informationen Port 389 und 636 (SSL Verschlüsselung) wird zur Verbindung zum DC verwendet Definiert 4 Modelle zur Planung und Implementierung

23 LDAP (Lightweight Directory Access Protocol) Definierte Modelle Funktionsmodell Informationsmodell Benennungsmodell Sicherheitsmodell

24 LDAP (Lightweight Directory Access Protocol) Funktionsmodell: Beschreibt die Operationen die auf die Daten ausgeübt werden können: Hinzufügen Löschen Modifizieren Vergleichen Suchen

25 LDAP (Lightweight Directory Access Protocol) Informationsmodell Objektklassen legen fest, welche Attribute und Merkmale ein Objekt bilden Strukturelle Objektklasse Stellt in realer Welt existierendes Objekt dar Z.B. Person Zusätzliche Objektklasse Erweitert strukt. Objektklasse Hat keine eigenständige Bedeutung

26 LDAP (Lightweight Directory Access Protocol) Benennungsmodell Beschreibt wie auf Einträge verwiesen werden kann Einträge sind in einer hierarchischen Baumstruktur angeordnet (Directory Information Tree) Jeder Knoten in dieser Struktur ist ein Eintrag Auf Eintrag kann verwiesen werden: Definierte Name DN (Distinguished Name) Realtiv definierte Name RDN

27 LDAP (Lightweight Directory Access Protocol)

28 LDAP (Lightweight Directory Access Protocol) Sicherheitsmodell Methoden zur Authentifizierung gegenüber dem Verzeichnis NTLM (NT Lan Manager) Kerberos v5 SSL (Secure Socket Layer) Methoden für Autorisierung der Zugriffssteuerung des Clients auf das Verzeichnis SID (Security Identifier) GUID (Global Unique Identifier)

29 Kerberos Schützt Zugang zu kritischen Resourcen im Netzwerk wie File-, Drucker-, Anwendungs- Server Dritte Instanz neben Client und Server Basiert auf dem Konzept des Trust Benutzer vertrauen auf den Sicherheitsmechanismus Server vertrauen Kerberos

30 Kerberos Grundsätzliche Regeln: Benutzer identifiziert sich genau einmal zu Beginn der Arbeitssitzung Benutzername und Kennwort Kennwörter niemals als Klartext über Netzwerk geschickt Als Verschlüsselung von Informationen verwendet Jeder Dienst besitzt ein Kennwort Nur dem KAS (Kerberos Authentication Server) sind Kennwörter bekannt

31 Kerberos Konzept KDS (Kerberos Distribution Service) besteht aus 3 Elementen: KAS Zuständig für die Authentifizierung TGS (Ticket Granting Server) Stellt Tickets für den Zugriff auf Dienste aus Kerberos-Datenbank enthält die Kennwörter in verschlüsselter Form KDS wird als Funktion des AD am DC bereitgestellt Kerberos-Datenbank ist voll ins AD integriert

32 Kerberos Ablauf

33 Kerberos Ablauf 1 Benutzer meldet sich an und gibt seinen Namen ein Wird nicht verschlüsselt über das Netzwerk zum KAS gesendet (enthält Username, Zeitstempel, Angeforderte Lebensdauer und Namen des TGS) Antwort vom KAS besteht aus 2 Teilen: TGT (Ticket Granting Ticket) TGS Session Key (Zufallszahl), Name des TGS und Lebensdauer des Tickets

34 Kerberos Ablauf 1

35 Kerberos Ablauf 2 Der Client gibt richtiges Kennwort ein, welches verschlüsselt im Cache abgelegt wird Damit kann die Antwort vom KAS entschlüsselt werden Client hat nun das verschlüsselte TGT und den Session Key

36 Kerberos Ablauf 3 Zugriff auf einen Dienst im Netzwerk: Client schickt Nachricht an den TGS TGS kann mit den Informationen die Integrität überprüfen

37 Kerberos Ablauf 4 Sind Bedingungen erfüllt: TGS holt Schlüssel für den angeforderten Dienst aus der Kerberos-Datenbank Erzeugt neuen Session Key und verschlüsseltes Ticket für den Dienst Beides wird mit dem Session Key verschlüsselt und an den Client geschickt

38 Kerberos Ablauf 5 Client erhält ein Ticket für den Zugriff auf den Dienst Erzeugt neue Authentifizierung welche mit dem neuen Sessionkey verschlüsselt wird Beides wird an den Server geschickt Server entschlüsselt mit seinem Schlüssel das Ticket Enthält den Sessionkey und kann somit die Authentifizierung überprüfen

39 DNS (Domain Name Service) Für AD zwingend erforderlich Spezielle SRV- Records werden benötigt verschiedenen Serverdienste: Kerberos, LDAP, PDC, Sie enthalten: Priorität Gewichtung Portnummer DNS Namen des Hosts dynamische Aktualisierung Viel zu hoher administrativer Aufwand bei statischen DNS

40 DNS (Domain Name Service) DNS Informationen werden in speziellen Verzeichnispartitionen (Application Directory Partitions) abgelegt Seit Windows Server 2003 Informationen werden nur noch auf DC repliziert die auch DNS Server sind

41 DNS (Domain Name Service) Zusätzliche Subdomänen werden in der AD-Domäne benötigt: _msdcs: DC Informationen _sites: Daten zu den AD Standorten _tcp: Serverdienste, welche über TCP erreichbar sind _udp: Serverdienste, welche über UDP erreichbar sind _kerberos _ldap

42 Group Policy Object Auf Deutsch Gruppenrichtlinien Richtlinien in der AD Domäne werden gesetzt Benutzer od. Benutzergruppen Computer od. Computergruppen Definition einer Richtlinie Rechte Eigenschaften im System Sicherheitseinstellungen Profileigenschaften

43 Group Policy Object Konsole im AD Active Directory Benutzer und Computer Gruppenrichtlinien können mit verschiedenen Objekten verknüpft werden: Site (Standort) Domain (Domäne) OU (Organisationseinheit) Local

44 Group Policy Object Verarbeitungsreihenfolge Jede spätere Verarbeitung überschreibt die vorher verarbeitende Richtlinie

45 Group Policy Object Systemrichtlinien (NT) nur auf Domänen- Ebene Einstellungen werden permanent in der Registry gespeichert Galt als unsicher: Benutzer konnte Registry bearbeiten Gruppenrichtlinien Site, Domäne, OU, Local Richtlinien können beliebig entfernt und hinzugefügt werden Sicher, weil Benutzer (ohne Admin-Rechte) die Schlüssel in der Registry nicht bearbeiten kann

46 Group Policy Object Folgende Schlüssel in der Registry unter HKLM und HKCU: Software Policies Software Policies Windows CurrentVersion Policies Nur Administrator od. Benutzer mit lokalen Admin-Rechten!!

47 Zusatzinfos Pro Domäne können bis zu 10 Mio. Objekte gespeichert werden Die AD-Datenbank wurde auf die Speicherung von 40 Mio. Objekten getestet Konstante Anmeldeleistung für einen LDAP-Client für 1 Mio. Objekte (Windows Server 2000)

48 Danke für Eure Aufmerksamkeit

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