Ausgabe 09/2015 September / Oktober 2015

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1 Das "große Warten" auf Leitzinserhöhungen Die Geldpolitik ist ein wichtiger Einflussfaktor an den Devisenmärkten. So hat sich vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Wege der Geldpolitik in den USA und Euroland der Euro-US-Dollar Wechselkurs von 1,39 EUR-USD im Mai 2014 bis auf 1,04 EUR- USD im März 2015 abgeschwächt. In diesem Jahr dürften allerdings noch sehr wenige Zentralbanken getrennte Leitzinswege gehen. Unter Berücksichtigung der G7-Staaten (Deutschland, Italien, Frankreich, Japan, Großbritannien, USA, Kanada), Australien, Schweden, Dänemark, Norwegen sowie der Schweiz sollte 2015 ausschließlich die US-Notenbank die Leitzinswende vollziehen. EUR-Kurse im Vergleich zum (in %) EUR - SEK EUR - JPY EUR - CHF EUR - NOK EUR - USD EUR - GBP EUR - AUD Dementsprechend rechnen wir für die Währungen dieser Länder gegenüber dem US-Dollar mit einem deutlich belastenden Impuls. Die Stärke dieses negativen Impulses hängt wesentlich von der Quellen: Bloomberg, DekaBank; Stand: weiteren geldpolitischen Entwicklung in diesen Ländern ab. Weniger stark ausgeprägt dürften die Belastungen für das britische Pfund, den kanadischen Dollar und den australischen Dollar sein. Denn für die Notenbanken dieser Länder rechnen wir bis zum Sommer 2016 mit der Zinswende. Zu den Währungen, die besonders stark getroffen werden, dürften der Euro und der japanische Yen zählen. Denn für die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of Japan (BoJ) gehen wir erst ab Mitte 2018 (BoJ) bzw. Ende 2018 (EZB) von Leitzinserhöhungen aus. Dies bedeutet für den Euro, dass er gegenüber dem US-Dollar noch die Parität erreichen sollte. Inhalt Seite Das "große Warten" auf Leitzinserhöhungen 1 EUR-USD 2 EUR-JPY 3 EUR-GBP 4 EUR-CHF 5 EUR-SEK und EUR-NOK 6 EUR-AUD und EUR-CAD 7 Prognoserevisionen 1

2 EUR-USD Euro-Dollar-Wechselkurs Im Fokus: Der Euro zeigte sich gegenüber dem US-Dollar im August vorübergehend von seiner starken Seite. Am 24. August kletterte er bis auf einen Stand von 1,17 EUR-USD. Dies war der höchste Wert seit Mitte Januar. Der Euro profitierte dabei von den starken Aktienmarktturbulenzen in China. Mittlerweile liegt er wieder auf dem Stand von Ende Juli bei 1,11 EUR-USD. Der Euro geriet durch Nachrichten aus den USA und Euroland unter Druck. In den USA ist die Arbeitslosenquote auf den niedrigsten Stand seit April 2008 gefallen und das Wachstum wurde für das zweite Quartal nach oben revidiert. Beides ließ die Erwartungen für eine bevorstehende Leitzinswende ansteigen. Die EZB-Führung hingegen diskutiert die Ausweitung des Anleiheankaufprogramms und hat damit den Euro belastet. Zinsdifferenz 2-j. Anleihen (Basispunkte) Charttechnik: EUR-USD hat in den vergangenen Wochen mit Dynamik die wichtige Widerstandsmarke von 1,1460 übersprungen und in der Spitze die 1,1700er Marke leicht überschritten. Dieser rasante Anstieg konnte jedoch nicht mit Wochenschlusskursen bestätigt werden und in der Folge fiel der EUR-USD zurück in das charttechnische Niemandsland. Außerhalb der Eckpunkte 1,0800/1,1450 sollte sich die jeweilig eingeschlagene Richtung dynamisieren. Perspektiven: Für den Euro erwarten wir mit Blick auf die fundamentalen Faktoren bis Ende 2016 eine Abwertung gegenüber dem US-Dollar. Wir rechnen mit einem zunehmenden Zinsvorsprung von US-Treasuries gegenüber deutschen Bundesanleihen. Zudem sind die Wachstumsaussichten für die US-Wirtschaft günstiger als für Euroland. Grundsätzlich stützend für den Euro ist aber die von uns prognostizierte Verfestigung des moderaten Aufschwungs in Euroland, der auch einige der südeuropäischen Sorgenkinder mit einschließt. In den USA hat die Notenbank letztes Jahr das Anleihekaufprogramm beendet. Die Leitzinswende dürfte im Herbst 2015 erfolgen, während die Europäische Zentralbank vor Ende 2018 keine Leitzinserhöhung vornehmen wird. Entsprechend stellt die Geldpolitik für eine längere Zeit eine spürbare Belastung für den Euro dar. * Bundesanleihen minus Treasuries Euro-Dollar-Charttechnik Quelle: DekaBank Widerstände 1,1250 1,1290 1,1330 1,1460 Unterstützungen 1,1125 1,1090 1,0960 1,0800 Prognose DekaBank in 3 Mon. in 6 Mon. in 12 Mon. Wechselkurs EUR-USD 1,12 1,08 1,06 1,02 Forwards 1,12 1,12 1,13 Hedge-Ertrag* (%) -0,2-0,3-0,9 Zinsdiff. 2J (Basispunkte) Zinsdiff. 10J (Basispunkte) EZB Leitzins (%) 0,05 0,05 0,05 0,05 Fed Leitzins (%) 0,25 0,25 0,50 1,25 Konjunkturdaten P 2016P EWU Bruttoinlandsprodukt (% ggü Vorj.) 0,9 1,5 1,4 USA Bruttoinlandsprodukt (% ggü. Vorj.) 2,4 2,5 2,6 EWU Inflation (% ggü. Vorjahr) USA Inflation (% ggü. Vorjahr) 1,6 0,2 2,4 Quellen: Bloomberg, EZB, Eurostat, Federal Reserve, BEA, BLS, Prognose DekaBank 2

3 EUR-JPY Euro-Yen-Wechselkurs Im Fokus: Der Euro konnte gegenüber dem japanischen Yen seit Anfang August zunächst leicht zulegen und erreichte die Marke von 138 EUR-JPY. Bis Mitte September hatte er aber seine Wertsteigerung wieder abgegeben, sodass im Monatsvergleich der Euro als Verlierer gegenüber dem japanischen Yen dasteht. Der Grund dafür waren allerdings weniger die japanischen Daten. Denn die japanische Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal um 0,4 % und die Inflationsrate wurde mit 0,2 % für den Juli gemeldet. Beides deutet auf ein Festhalten der Bank of Japan an der sehr lockeren Geldpolitik hin. Die wesentliche Belastung für den Euro ging von der EZB aus. Auf der Pressekonferenz zum Zinsentscheid am 3. September wurde deutlich, dass der EZB-Rat offen für eine Ausweitung des Anleiheankaufprogramms ist. Zinsdifferenz 2-j. Anleihen (Basispunkte) Charttechnik: EUR-JPY unverändert im volatilen Seitwärtshandel: Zuerst bis 139,00 hochgelaufen, um danach wieder auf 132,23 zu fallen. Aktuell mit Kursen um 135,00 weiterhin in der Range zwischen 141,06 und 133,00. Insofern wird erstmal eine Fortdauer des sprunghaften Range-Handels unterstellt. Perspektiven: 2015 wird ein schwieriges Jahr für den japanischen Yen. Die Konjunkturaussichten für die japanische Volkswirtschaft sind sehr verhalten. Zudem ist eine nachhaltige Verbesserung der Wachstumsperspektiven nach wie vor nicht in Sicht, auch nicht mit einem neuerlichen Konjunkturpaket. Denn Premierminister Abe zögert weiter, mit echten Strukturreformen den zentralen dritten Bereich seiner Abenomics in Angriff zu nehmen. Die Notenbank ist mit ihrer expansiven Geldpolitik mittlerweile ein wesentlicher Anker der Volkswirtschaft. Je länger Japan die Strukturreformen und die Schuldenkonsolidierung hinausschiebt, desto größer wird die Abhängigkeit von der lockeren Geldpolitik, und desto schwerer wird der Ausstieg aus diesem monetären Umfeld. Für eine nachhaltige Gesundung der japanischen Volkswirtschaft ist neben den Strukturreformen eine Normalisierung der Geldpolitik unerlässlich. * Bundesanleihen minus japanische Staatsanleihen Euro-Yen-Charttechnik Quelle: DekaBank Widerstände 136,70 139,00 140,80 141,06 Unterstützungen 135,00 134,30 135,30 133,10 Prognosen DekaBank in 3 Mon. in 6 Mon. in 12 Mon. EUR-JPY Forwards Hedge-Ertrag* (%) 0,0 0,0 0,1 Zinsdiff. 2J (Basispunkte) Zinsdiff. 10J (Basispunkte) EZB Leitzins (%) 0,05 0,05 0,05 0,05 BoJ Leitzins (%) 0,10 0,10 0,10 0,10 Konjunkturdaten P 2016P EWU Bruttoinlandsprodukt (% ggü. Vorj.) 0,9 1,5 1,4 Japan Bruttoinlandsprodukt (% ggü. Vorj.) -0,1 0,5 1,0 Japan Inflation (% ggü. Vorj.) 2,8 1,0 1,5 Quellen: Bloomberg, EZB, Eurostat, Bank of Japan, Economic and Social Research Institute Japan, Ministry of Internal Affairs and Communications, Prognose DekaBank 3

4 EUR-GBP Euro-Pfund-Wechselkurs Im Fokus: Der Aufwertungsdruck auf das Pfund hat etwas nachgelassen, nachdem die August-Projektionen der Bank of England (BoE) die Leitzinswende in UK nicht mehr in diesem Jahr, sondern in Q erwarten ließen. Die BoE wartet noch mehr Daten zur Bestätigung ab, dass der binnenwirtschaftliche Preisauftrieb die Inflationsrate wieder zum Zielwert von 2 % bringen kann trotz des inflationsdämpfenden Effektes eines starken Pfund (schwache importierte Inflation). Die Auswirkungen der jüngst diskutierten Wachstumsverlangsamung in China auf UK hat BoE-Gouverneur Carney als begrenzt eingeschätzt. Er erwartet, dass die Entscheidungsgrundlage für die Leitzinswende zum Jahreswechsel hin klarer werde. Mit der Leitzinswende sollte EUR-GBP auf 3-6-Monatssicht abwärts tendieren. Zinsdifferenz 2-j. Anleihen (Basispunkte) Charttechnik: EUR-GBP konnte den Widerstand bei 0,7400 testen, ohne jedoch das Niveau zu bestätigen. Aktuell zeigt sich auch dieses Währungspaar etwas abgeschwächt innerhalb der Range-Punkte 0,7485 0,6935. Im Falle von Wochenschlusskursen unterhalb der 0,7200-0,7250er Zone ist ein erneuter Test in südliche Richtung nicht ausgeschlossen. Perspektiven: Nach seinem Aufwertungstrend seit Mitte 2013 liegt das Pfund mittlerweile leicht unter seinem fundamental gerechtfertigten Niveau von 0,74 EUR-GBP. Gestützt wurde diese starke Aufwertung von dem dynamischen Wachstumspfad der britischen Wirtschaft, der verglichen mit Euroland deutlich stärker war und es immer noch ist. Nun dominieren die Leitzinswende der BoE (Q1 2016), die deutlich früher als in Euroland (Ende 2018) erwartet wird, sowie das EU- Referendum in UK (voraussichtlich in 2016) die EUR-GBP-Entwicklung. Mit langsam steigenden Leitzinsen der BoE sollte das Pfund gegenüber dem Euro weiter aufwerten. Dieser Trend dürfte dann allerdings von dem näher rückenden EU-Referendum ausgebremst werden. Schließlich sollte sich mit fortschreitender Erholung in Euroland und dem Ende des Anleihekaufprogramms der EZB im Herbst 2016 der Euro wieder stärker gegenüber dem Pfund behaupten. * Bundesanleihen minus Gilts Euro-Pfund-Charttechnik Quelle: DekaBank Widerstände 0,7300 0,7385 0,7485 0,7600 Unterstützungen 0,7200 0,7125 0,7015 0,6935 Prognosen DekaBank in 3 Mon. in 6 Mon. in 12 Mon. EUR-GBP 0,73 0,70 0,68 0,72 Forwards 0,73 0,73 0,74 Hedge-Ertrag* (%) -0,2-0,4-1,0 Zinsdiff. 2J (Basispunkte) Zinsdiff. 10J (Basispunkte) EZB Leitzins (%) 0,05 0,05 0,05 0,05 BoE Leitzins (%) 0,50 0,50 0,75 1,00 Konjunkturdaten P 2016P EWU Bruttoinlandsprodukt (% ggü. Vorj.) 0,9 1,5 1,4 UK Bruttoinlandsprodukt (% ggü. Vorj.) 3,0 2,7 2,4 UK Inflation (% ggü. Vorj.) 1,5 0,2 1,2 Quellen: Bloomberg, EZB, Eurostat, Bank of England, UK ONS, Prognose DekaBank 4

5 EUR-CHF Euro-Franken-Wechselkurs Im Fokus: Seit Mitte Juli hat der Franken gegenüber dem Euro um 5 % abgewertet. Im Juli war es die Erleichterung nach der Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland, die den EUR-CHF-Kurs beflügelt hat. Anschließend haben dann gute Wirtschaftsdaten aus Euroland, wie das solide Wirtschaftswachstum in Q2/2015 sowie stabile Stimmungsindikatoren als Signal für eine anhaltende Wachstumsdynamik, den Euro gestützt. Beides zusammengenommen, die gesunkene Nachfrage nach sicheren Häfen außerhalb des Euro sowie das wieder wachsende Vertrauen in den Euro dank guter Konjunkturdaten, baut nun erwartungsgemäß die Überbewertung des Franken langsam ab. Charttechnik: Mit Wochenschlusskurs am bei 1,0837 hat EUR-CHF erstmals die seit Januar 2015 intakte Handelsrange (1,0200 1,0800) überschritten. Aufgrund dessen konnte sich der Euro weiter festigen und näherte sich der Marke von 1,1000. Nachhaltige Kurse darüber könnten die Handelsrange auf 1,1000 1,1500 verschieben. Zinsdifferenz 2-j. Anleihen (Basispunkte) Perspektiven: Im Vorfeld der Anleihekäufe der EZB ist die Nachfrage nach sicheren Anlagen in Schweizer Franken spürbar angestiegen, was eine drastische Reaktion der Schweizerischen Nationalbank (SNB) nach sich zog. Am 15. Januar 2015 gab sie ihren Mindestkurs von 1,20 EUR-CHF überraschend auf. Nun wird das Sicherheitsparken in der Schweiz durch Negativzinsen teurer (Zielband für den 3- Monats-LIBOR bei -1,25 % bis -0,25 %) und unattraktiver gemacht. Unattraktiver wird es auch durch die Verschlechterung der schweizerischen Konjunkturperspektiven. Denn der starke Franken schadet den Exporten und verstärkt die Deflation. Somit sollte der Druck auf den Franken im Prognosezeitraum nachlassen, wenngleich er noch überbewertet bleiben dürfte. Die SNB wird zum Schutz der heimischen Wirtschaft noch länger mit Negativzinsen und Devisenmarktinterventionen einem zu starken Franken vorbeugen müssen. Voraussetzung für einen nachhaltig schwächeren Franken bleibt die wirtschaftliche Erholung in Euroland. * Bundesanleihen minus schweizerische Staatsanleihen Euro-Franken-Charttechnik Quelle: DekaBank Widerstände 1,100 1,1280 1,133 1,150 Unterstützungen 1,080 1,0635 1,040 1,020 Prognose DekaBank in 3 Mon. in 6 Mon. in 12 Mon. Wechselkurs EUR-CHF 1,09 1,10 1,11 1,12 Forwards 1,09 1,09 1,09 Hedge-Ertrag* (%) 0,2 0,4 0,8 Zinsdiff. 2J (Basispunkte) Zinsdiff. 10J (Basispunkte) EZB Leitzins (%) 0,05 0,05 0,05 0,05 SNB Leitzins (%) -0,75-0,75-0,75-0,75 Konjunkturdaten P 2016P EWU BIP (% ggü. Vorj.) 0,9 1,5 1,4 Schweiz BIP (% ggü. Vorj.) 1,9 1,0 1,0 Schweiz Inflation (% ggü. Vorj.) 0,0-1,0-0,4 Quellen: Bloomberg, EZB, Eurostat, SNB, Bundesamt für Statistik Schweiz, Prognose DekaBank 5

6 EUR-SEK und EUR-NOK Euro-Kronen (SEK)-Wechselkurs EUR-SEK Sowohl die Riksbank als auch die EZB bleiben ähnlich expansiv im Kampf gegen zu niedrige Inflation. Die EZB dürfte ihren Leitzins von 0,05 % nicht vor Ende 2018 erhöhen und hat jüngst über eine Ausweitung ihres Wertpapierkaufprogramms diskutiert. Die Riksbank hat sogar einen negativen Leitzins von -0,35 %, den sie noch mindestens bis Herbst 2016 beibehalten will, und kauft ebenfalls Staatsanleihen. Zudem strebt die Riksbank eine schwache Krone an, die zum Inflationsanstieg zum Zielwert von 2 % durch steigende Exporte und importierte Inflation beitragen soll. Insofern wird die Riksbank die aktuelle SEK-Schwäche bei Bedarf mit weiteren expansiven Maßnahmen unterstützen. Auf 12-Monatssicht dürfte sich EUR-SEK daher eher über 9,20 bewegen. Danach sollten wieder höhere Leitzinsen in Schweden als in Euroland, basierend auf Schwedens höheren Wachstums- und Inflationserwartungen, die Krone stärken. Euro-Kronen (NOK)-Wechselkurs EUR-NOK Als Rohstoffwährung bleibt die Norwegische Krone an die Entwicklung des Ölpreises gebunden und leidet derzeit unter dem anhaltend niedrigen Ölpreis (Brent seit August um 50 USD). Dabei bleibt der Ölpreisausblick gedämpft (Brent bei 65 USD gegen Ende 2016), was sowohl das globale Überangebot als auch eine schwächere Nachfrage widerspiegelt. Norwegens Konjunktursorgen ausgehend von der geschwächten Ölindustrie bleiben also zunächst bestehen. So hält sich die Norges Bank die Option offen, im September ihren Leitzins von 1 % auf 0,75 % zu senken. Dies würde die Krone nochmals schwächen. Mittelfristig allerdings, mit einem langsamen Anstieg des Ölpreises und basierend auf höherem Inflationsniveau Norwegens verglichen mit dem in Euroland, dürfte die Geldpolitik der Norges Bank viel restriktiver als die der EZB bleiben. Das spricht für eine Aufwertung der Krone gegenüber dem Euro (sinkender EUR-NOK-Kurs). Prognose DekaBank in 3 Mon. in 6 Mon. in 12 Mon. Prognose DekaBank in 3 Mon. in 6 Mon. in 12 Mon. Wechselkurs EUR-SEK 9,40 9,40 9,30 9,20 Wechselkurs EUR-NOK 9,19 9,10 8,90 8,70 Forwards 9,39 9,38 9,37 Forwards 9,23 9,25 9,30 Hedge-Ertrag* (%) 0,1 0,2 0,3 Hedge-Ertrag* (%) -0,3-0,5-1,0 Zinsdiff. Bunds zu schwed. Anleihen in 3 Mon. in 6 Mon. in 12 Mon. Zinsdiff. Bunds zu norw. Anleihen in 3 Mon. in 6 Mon. in 12 Mon. 2 Jahre (Basispunkte) Jahre (Basispunkte) Jahre (Basispunkte) Jahre (Basispunkte) Leitzins EZB (%) 0,05 0,05 0,05 0,05 Leitzins EZB (%) 0,05 0,05 0,05 0,05 Leitzins Riksbank (%) -0,35-0,35-0,35-0,20 Leitzins Norges Bank (%) 1,00 1,00 1,00 1,00 Konjunkturdaten P 2016P Konjunkturdaten P 2016P EWU BIP (% ggü. Vorj.) 0,9 1,5 1,4 EWU BIP (% ggü. Vorj.) 0,9 1,5 1,4 Schweden BIP (% ggü. Vorj.) 2,4 2,8 3,0 Norwegen BIP (% ggü. Vorj.) 2,3 1,2 1,5 Schweden Inflation (% ggü. Vorj.) 0,2 0,7 2,1 Norwegen Inflation (% ggü. Vorj.) 2,0 2,0 2,2 Quellen: Bloomberg, EZB, Eurostat, Riksbank, Statistics Sweden, Norges Bank, Statistics Norway, Prognose DekaBank 6

7 EUR-AUD und EUR-CAD Euro-Dollar (AUD)-Wechselkurs EUR-AUD Der Euro konnte gegenüber dem australischen Dollar erstmals seit Januar 2010 wieder die Marke von 1,60 EUR-AUD durchbrechen und bis auf 1,66 EUR-AUD zulegen. Seit Jahresbeginn hat er 9 % gegenüber dem australischen Dollar aufgewertet. Die Aussagen der Europäischen Zentralbank über eine mögliche Ausweitung des Anleiheankaufprogramms haben dem Euro zumindest gegenüber der australischen Währung nicht geschadet. Der australische Dollar leidet unter der Schwäche der australischen Wirtschaft. Im zweiten Quartal enttäuschte Australien mit einem Wachstum von 0,2 % im Vergleich zum Vorquartal. Die australische Notenbank hat Anfang September den Leitzins auf dem historischen Tief von 2,00 % belassen. Die Notwendigkeit zu Zinssenkungen sieht sie nicht, ist aber bereit auch kurzfristig zu reagieren, sollten z.b. die Rohstoffpreise erneut stark nachgeben. Euro-Dollar (CAD)-Wechselkurs EUR-CAD Der Euro setzte gegenüber dem kanadischen Dollar im August zu einem Höhenflug an und kletterte in der zweiten Augusthälfte bis auf 1,556 EUR-CAD. Damit blieb er nur knapp unter dem Höchstwert der vergangenen fünf Jahre von 1,558 EUR-CAD. Bis Mitte September hatte der Euro allerdings wieder etwas nachgegeben. Dies ist vor allem auf die Europäische Zentralbank zurückzuführen. Die EZB hat Anfang September angedeutet, dass das Anleiheankaufprogramm ausgeweitet werden könnte. Die Wirtschaftsdaten aus Kanada waren aber schlecht genug, um den Euro im Monatsvergleich gegenüber dem kanadischen Dollar aufwerten zu lassen. Insbesondere die Rückkehr der Rezession im zweiten Quartal in Kanada belastet die kanadische Währung. Prognose DekaBank in 3 Mon. in 6 Mon. in 12 Mon. Prognose DekaBank in 3 Mon. in 6 Mon. in 12 Mon. Wechselkurs EUR-AUD 1,59 1,59 1,56 1,42 Wechselkurs EUR-CAD 1,48 1,45 1,41 1,30 Forwards 1,60 1,61 1,63 Forwards 1,48 1,48 1,49 Hedge-Ertrag* (%) -0,6-1,2-2,5 Hedge-Ertrag* (%) -0,4-0,8-1,7 Zinsdiff. Bunds zu austral. Anleihen in 3 Mon. in 6 Mon. in 12 Mon. Zinsdiff. Bunds zu kanad. Anleihen in 3 Mon. in 6 Mon. in 12 Mon. 2 Jahre (Basispunkte) Jahre (Basispunkte) Jahre (Basispunkte) Jahre (Basispunkte) EZB Leitzins (%) 0,05 0,05 0,05 0,05 EZB Leitzins (%) 0,05 0,05 0,05 0,05 RBA Leitzins (%) 2,00 2,00 2,00 2,25 BoC Leitzins (%) 0,50 0,50 0,50 1,00 Konjunkturdaten P 2016P Konjunkturdaten P 2016P EWU BIP (% ggü. Vorj.) 0,9 1,5 1,4 EWU BIP (% ggü. Vorj.) 0,9 1,5 1,4 Australien BIP (% ggü. Vorj.) 2,7 2,3 2,5 Kanada BIP (% ggü. Vorj.) 2,4 1,2 2,3 Australien Inflation (% ggü. Vorj.) 2,5 1,8 2,5 Kanada Inflation (% ggü. Vorj.) 1,9 1,1 1,9 Quellen: Bloomberg, EZB, Eurostat, Reserve Bank of Australia, Australian Bureau of Statistics, Bank of Canada, Statistics Canada, Prognose DekaBank 7

8 Wechselkurseinschätzungen im Überblick EUR-USD EUR-JPY EUR-GBP EUR-CHF EUR-SEK EUR-NOK EUR-DKK EUR-CAD EUR-AUD Stand am Prognosen (fett, obere Zeile) und Terminkurse (untere Zeile) Monate 6 Monate 12 Monate 24 Monate 1,12 135,3 0,73 1,09 9,40 9,20 1,48 1,59 1,08 133,9 0,70 1,10 9,40 9,10 1,45 1,59 1,06 133,6 0,68 1,11 9,30 8,90 1,41 1,56 1,02 132,6 0,72 1,12 9,20 8,70 1,30 1,42 1,05 140,0 0,75 1,16 8,90 8,20 1,28 1,40 1,12 135,3 0,73 1,09 9,40 9,20 1,48 1,60 1,12 135,3 0,73 1,09 9,39 9,23 7,45 1,48 1,61 1,13 135,2 0,74 1,09 9,38 9,28 7,45 1,49 1,63 1,15 134,8 0,75 1,08 9,39 9,38 7,44 1,51 1,67 USD-JPY GBP-USD USD-CHF USD-SEK USD-NOK USD-CAD AUD-USD 120,9 1,54 0,98 8,40 8,23 1,32 0,71 124,0 126,0 130,0 138,0 120,7 120,4 119,8 117,6 1,54 1,56 1,42 1,40 1,54 1,54 1,54 1,54 1,02 1,05 1,10 1,10 0,97 0,97 0,96 0,94 8,70 8,77 9,02 8,48 8,38 8,36 8,31 8,19 8,43 8,40 8,53 7,81 8,21 8,22 8,22 8,19 1,34 1,33 1,27 1,22 1,32 1,32 1,32 1,32 0,68 0,68 0,72 0,75 0,70 0,70 0,69 0,69 Quellen: Bloomberg, DekaBank, Prognose DekaBank 8

9 Autoren Dr. Marina Lütje: Tel.: (0 69) (GBP, CHF, NOK, SEK) Dr. Christian Melzer: Tel.: (0 69) (USD, JPY, AUD, CAD) Michael Neumann: Tel.: (0 69) (Charttechnik) Ingrid Schad: Tel.: (0 69) (Charttechnik) Chefvolkswirt: Dr. Ulrich Kater Tel.: (0 69) Disclaimer Diese Darstellungen inklusive Einschätzungen wurden von der DekaBank nur zum Zwecke der Information des jeweiligen Empfängers erstellt. Die Informationen stellen weder ein Angebot, eine Einladung zur Zeichnung oder zum Erwerb von Finanzinstrumenten noch eine Empfehlung zum Erwerb dar. Die Informationen oder Dokumente sind nicht als Grundlage für irgendeine vertragliche oder anderweitige Verpflichtung gedacht, noch ersetzen sie eine (Rechts- und / oder Steuer-)Beratung; auch die Übersendung dieser stellt keine derartige beschriebene Beratung dar. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert und zusammengestellt. Die hier abgegebenen Einschätzungen wurden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen und stammen oder beruhen (teilweise) aus bzw. auf von als vertrauenswürdig erachteten aber von uns nicht überprüfbaren, allgemein zugänglichen Quellen. Eine Haftung für die Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit der gemachten Angaben und Einschätzungen, einschließlich der rechtlichen Ausführungen, ist ausgeschlossen. Die enthaltenen Meinungsaussagen geben die aktuellen Einschätzungen der DekaBank zum Zeitpunkt der Erstellung wieder, die sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern können. Jeder Empfänger sollte eine eigene unabhängige Beurteilung, eine eigene Einschätzung und Entscheidung vornehmen. Insbesondere wird jeder Empfänger aufgefordert, eine unabhängige Prüfung vorzunehmen und/oder sich unabhängig fachlich beraten zu lassen und seine eigenen Schlussfolgerungen im Hinblick auf wirtschaftliche Vorteile und Risiken unter Berücksichtigung der rechtlichen, regulatorischen, finanziellen, steuerlichen und bilanziellen Aspekte zu ziehen. Sollten Kurse/Preise genannt sein, sind diese freibleibend und dienen nicht als Indikation handelbarer Kurse/Preise. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Diese Information inklusive Einschätzungen dürfen weder in Auszügen noch als Ganzes ohne schriftliche Genehmigung durch die DekaBank vervielfältigt oder an andere Personen weitergegeben werden. Impressum: https://www.deka.de/decontent/footer/impressum.jsp DekaBank,, Mainzer Landstr. 16, Frankfurt, Tel.: (0 69) , Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert und zusammengestellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit kann aber nicht übernommen werden. Redaktionsschluss:

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