VQZ Bonn. Neues SCC-Regelwerk (Version 2011) in Kraft!

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1 Neues -Regelwerk (Version 2011) in Kraft! VQZ Bonn Im Laufe des Jahres ist eine neue Version des -Regelwerkes, die Version 2011, veröffentlicht und in Kraft gesetzt worden. Mit der neuen Version ist eine neue Zertifizierungsvariante ( P ) eingeführt worden, einige Anforderungen sind hinzugekommen und einige wenige weggefallen. Zusätzlich sind Anforderungen, die zuvor in separaten Kapiteln aufgeführt waren, zusammengefasst worden. Mit diesem Informationsblatt geben wir Ihnen die wesentlichen Änderungen und mögliche Auswirkungen auf Ihr Zertifikat bzw. Ihre Zertifizierungsmöglichkeiten bekannt. Was ist grundsätzlich zu beachten? Seit dem werden die Akkreditierungen der Zertifizierungsstellen von der Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) durchgeführt. Die DGMK fungiert als Normensetzer. Ihr obliegt die Betreuung der normativen -Dokumente und des SGU-Prüfungsfragenkataloges. Aktuell wurde das -Regelwerk sowie der SGU-Prüfungsfragenkatalog in der Version 2011 veröffentlicht. Das revidierte -Regelwerk wurde nicht als Gesamtregelwerk veröffentlicht vielmehr wurde eine Aufspaltung in Akkreditierungsvorgaben der DAkkS und normative Dokumente der DGMK vorgenommen. Das -Regelwerk Version 2011 enthält u. a. die - und SCP-Checklisten. In diesen Checklisten sind die Anforderungen an ein SGU-Managementsystem zur Erlangung einer Zertifizierung nach bzw. SCP festgelegt. Erläuterungen zu speziellen Anforderungen sind in weiteren normativen Dokumenten beschrieben. Die Zertifizierungsstelle des VQZ Bonn, die ihre /SCP-Akkreditierung bei der GA-A/DAR hält, wird bereits seit 2010 von der DAkkS überwacht. In der ersten Hälfte des Jahres 2012 wird die Zertifizierungsstelle eine Akkreditierung für /SCP bei der DAkkS beantragen, so dass mit der erwarteten Erteilung der Akkreditierung die Regelungen des -Regelwerkes in der Version 2011 und die bei der DAkkS festgelegten Akkreditierungs- und Zertifizierungsanforderungen auch für Ihre Zertifizierung verbindlich werden. Was ist bei der Zertifizierung zu beachten? Mit Inkrafttreten des neuen -Regelwerkes gelten folgende Regelungen: Bis Ende 2011 können Erst- und Rezertifizierungen sowohl nach den alten Checklisten (Dokument 003/Dokument 023, Version 2006) als auch nach den neuen Checklisten (Dokument 003/Dokument 023, Version 2011) durchgeführt werden. (Entscheidend ist der letzte Audittag!, nicht das Ausstellungsdatum des Zertifikates) Ab sind nur noch die neuen Checklisten gültig. Ebenso gelten die in den DAkkS-Dokumenten festgelegten Regelungen zur Durchführung der Zertifizierung und weiteren Zertifizierungsanforderungen. Für alle gemäß alten Checklisten (Dokument 003/Dokument 023, Version 2006) durchgeführten Zertifizierungen erfolgen auch die beiden Überwachungsaudits auf alter Basis. Informationsblatt -Regelwerk 2011, Stand: , Seite 1

2 Die Rezertifizierung erfolgt dann in jedem Fall nach den neuen Checklisten (Dokument 003/Dokument 023, Version 2011) auf der Basis der DAkkS Regelungen. Welche wichtigen Änderungen gibt es? Im -Dokument 008 sind in Form von Gegenüberstellungen die wichtigsten Änderungen der alten -Checkliste (Dokument 003, Version 2006) zur neuen - Checkliste (Dokument 003, Version 2011) und alte SCP-Checkliste (Dokument 023, Version 2006) zur neuen SCP-Checkliste (Dokument 023, Version 2011) übersichtlich dargestellt worden. Nach dem Erwerb des neuen Regelwerkes lohnt es sich also, mit diesem Dokument einzusteigen, wenn man die Änderungen im Detail nachlesen möchte. Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Änderungen vor. Neues zu den Zertifikaten und Zertifizierungsmöglichkeiten Das Zertifizierungssystem wird wie bisher in zwei Industriebereiche (Scopes) unterteilt. Neu ist das Zertifikat nach P. Scope I Kontraktoren/produzierendes Gewerbe o * = eingeschränktes Zertifikat o ** = uneingeschränktes Zertifikat o P = uneingeschränktes Zertifikat für die Petrochemie Scope II Personaldienstleister o SCP = Zertifikat für Personaldienstleister Obwohl die Anforderungen des -Regelwerkes unabhängig von den jeweiligen Prozessen/Geltungsbereichen festgelegt wurden und auch die Auditierung branchenunabhängig durchgeführt wird, wird in den /SCP-Zertifikaten nach Version 2011 der Geltungsbereich, also die Tätigkeitsfelder des jeweiligen Unternehmens, mit aufgeführt. Für wen ist * möglich und richtig? Dieses eingeschränkte Zertifikat beurteilt die SGU-Managementaktivitäten direkt am Arbeitsplatz. Es ist für kleine Unternehmen mit durchschnittlich 35 Beschäftigten pro Kalenderjahr (einschließlich Auszubildende, Praktikanten und überlassene Leiharbeitnehmer) im gesamten Unternehmen bestimmt, die keine Subunternehmen (Werkvertrag) für technische Dienstleistungen einsetzen. Die mit einem in der -Checkliste (siehe Dokument 003) gekennzeichneten 27 Pflichtfragen müssen zu 100 % erfüllt sein. Informationsblatt -Regelwerk 2011, Stand: , Seite 2

3 Für wen ist ** möglich und richtig? Neben den unter ** genannten Beurteilungskriterien wird hier zusätzlich die Erfüllung spezifischer Anforderungen in der petrochemischen Industrie erwartet. Es ist für Unternehmen mit durchschnittlich mehr als 35 Beschäftigten pro Kalenderjahr (einschließlich Auszubildende, Praktikanten und überlassene Leiharbeitnehmer) im gesamten Unternehmen bestimmt. Die mit einem in der -Checkliste (siehe Dokument 003) gekennzeichneten 40 Pflichtfragen müssen zu 100 % erfüllt sein. b) Ergänzungsfragen Neben den Pflichtfragen sind Ergänzungsfragen (gekennzeichnet mit ) zu beantworten. Es müssen mindestens 5 der möglichen 9 Ergänzungsfragen positiv beantwortet werden. Für wen ist P möglich und richtig? Dieses uneingeschränkte Zertifikat beurteilt die SGU-Managementaktivitäten sowohl direkt am Arbeitsplatz, als auch das SGU-Managementsystem des Unternehmens. Unternehmen mit bis zu 35 Beschäftigten, die Subunternehmen (Werkvertrag) für technische Dienstleistungen einsetzen, benötigen das **- oder P -Zertifikat. Die mit einem in der -Checkliste (siehe Dokument 003) gekennzeichneten 44 Pflichtfragen müssen zu 100 % erfüllt sein. b) Ergänzungsfragen Neben den Pflichtfragen sind Ergänzungsfragen (gekennzeichnet mit ) zu beantworten. Es müssen mindestens 3 der möglichen 5 Ergänzungsfragen positiv beantwortet werden. Für wen ist SCP möglich und richtig? Die SCP-Zertifizierung können ausschließlich Personaldienstleister erlangen, die ein SGU-Managementsystem implementiert haben. Die mit einem in der SCP-Checkliste (siehe Dokument 023) gekennzeichneten 29 Pflichtfragen müssen zu 100 % erfüllt sein. b) Ergänzungsfragen Neben den Pflichtfragen sind Ergänzungsfragen (gekennzeichnet mit ) zu beantworten. Es müssen mindestens 3 der möglichen 6 Ergänzungsfragen positiv beantwortet werden. Informationsblatt -Regelwerk 2011, Stand: , Seite 3

4 Hat sich an den Zertifizierungsvoraussetzungen etwas geändert? Zertifizierungsfähig sind Unternehmen (juristische Personen, Personengesellschaften, Einzelunternehmer mit Beschäftigten, aber keine Personen). Unter bestimmten Voraussetzungen sind Niederlassungen von Unternehmen sowie organisatorische Einheiten zertifizierungsfähig. Hat das Unternehmen/die juristische Person/die Einheit mehr als 35 Beschäftigte, ist grundsätzlich nach ** oder P zu zertifizieren, auch wenn nur Niederlassungen oder organisatorische Einheiten dieses Unternehmens mit weniger oder genau 35 Beschäftigten zertifiziert werden wollen. Wenn es der Auftraggeber nicht anders fordert, benötigen Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten kein /SCP-Zertifikat, sofern sie keine Subunternehmer einsetzen. Auch Unternehmen, die nicht in Deutschland ansässig sind, können sich für bzw. SCP zertifizieren lassen. Basis sind aber das deutsche -Regelwerk und die Dokumente der DAkkS. Was hat sich an den Anforderungen genau geändert? Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über alle Änderungen an der und der SCP-Checkliste 1. Schauen Sie sich zu den mit Neu gekennzeichneten Anforderungen gezielt die jeweilige Checkliste des neuen -Regelwerkes an und stellen Sie Ihren Handlungsbedarf in einem internen Audit fest. Fragen der -Checkliste Version 2006 Jährl. Beurteilung Führungskräfte nach SGU-Kriterien Fragen der -Checkliste Version 2011 Neu 1.6 -Compliance-Audits und -Bewertung Neu 1.7 SGU-Unternehmensziele und -maßnahmen Jährl. Beurteilung Führungskräfte nach SGU-Kriterien Neu 2.3 LMRA SGU-Aktionsplan Management Review und SGU- Aktionsplan Sicherheitspass 3.7 Entfällt Schulungsplanung und Qualifikationsüberwachung Neu 3.8 Unterweisung spezieller SGU- Vorgaben des Auftraggebers Fachliche Qualifikation der Beschäftigten Sonderaktionen zu SGU Stärkung SGU-Bewusstsein Maßnahmen zum Umweltschutz/ Umweltschutz u. Umgang mit Abfällen 6.1/ Umweltschutz und Umgang mit Abfällen 1 Verkürzte Darstellung. Verbindlich ist das Dokument 008 des -Regelwerkes mit einer vergleichenden Darstellung der beiden Versionen und die jeweiligen Festlegungen in den /SCP-Checklisten. Informationsblatt -Regelwerk 2011, Stand: , Seite 4

5 Fragen der -Checkliste Version 2006 Vorbereitung auf Notfälle/ Bereitstellung Notfallmittel / Fragen der -Checkliste Version Vorbereitung auf Notfälle, Bereitstellung Notfallmittel Neu 11.2 Bewertung Subunternehmer Neu 12.3 Unfalluntersuchungsmethoden Neu 12.6 Unfallhäufigkeitsquote unter Schwellenwert Fragen der SCP-Checkliste Version 2006 SCP 2006 SCP 2011 Fragen der SCP-Checkliste Version 2011 Neu 1.6 SCP-Compliance-Audits und -Bewertung Neu 1.7 SGU-Unternehmensziele und -maßnahmen Managementreview Managementreview und Aktionsplan Jährl. Beurteilung Führungskräfte nach SGU-Kriterien Jährl. SGU-Beurteilung der Führungskräfte und Disponenten Neu 2.3 LMRA SGU-Aktionsplan Management Review und Aktionsplan SGU-Prüfung Führungskräfte SGU-Prüfung Führungskräfte und Disponenten Sicherheitspass 3.7 Entfällt Schulungsplanung und Qualifikationsüberwachung ASA/ Sitzungen mit SGU-Themen Fachliche Qualifikation der Leiharbeitnehmer 4.1/ SGU-Besprechungen, ASA Neu 4.2 Stärkung SGU-Bewusstsein Neu 7.3 Unfalluntersuchungsmethoden Was verbirgt sich hinter den neuen Anforderungen der -Checkliste? -Compliance-Audits und -Bewertung Zur Sicherstellung der fortdauernden Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit des SGU-Managementsystems zur Erfüllung der -Anforderungen soll die oberste Leitung die SGU-Leistungen im Hinblick auf die Einhaltung der -Anforderungen auf der Basis von internen Audits und einer Managementbewertung bewerten. Informationsblatt -Regelwerk 2011, Stand: , Seite 5

6 SGU-Unternehmensziele und -maßnahmen Zur Vermeidung von Unfällen bzw. Reduzierung der Unfallhäufigkeit im Unternehmen sollen entsprechende Unternehmensziele formuliert, entsprechende Maßnahmen ergriffen und deren Wirksamkeit geprüft werden. LMRA Eine LMRA (Last Minute Risk Analysis) soll nach einem festgelegten Verfahren systematisch und konsequent durchgeführt werden, d. h. die Beschäftigten prüfen unmittelbar vor Arbeitsbeginn auf Baustellen, bei Montageeinsätzen etc., ob alle Gefährdungen erkannt und geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen wurden. Unterweisung spezieller SGU-Vorgaben des Auftraggebers Das Unternehmen hat über ein Verfahren und entsprechende Durchführungsaufzeichnungen sicherzustellen, dass die Beschäftigten über die speziellen SGU- Anforderungen eines Auftraggebers rechtzeitig vor Arbeitsbeginn informiert sind. Bewertung Subunternehmer Das Unternehmen muss sicherstellen, dass eingesetzte Subunternehmen systematisch bewertet und unter Berücksichtigung ihrer SGU-Leistungen beauftragt werden. Unfalluntersuchungsmethoden Das Unternehmen muss sicherstellen, dass Methoden zur Unfalluntersuchung angewendet werden, die die Ermittlung aller möglichen Unfallursachen gewährleistet. Unfallhäufigkeitsquote unter Schwellenwert Nur Unternehmen mit einer Unfallhäufigkeit, die unter den in Dokument 006 festgelegten -Schwellenwerten liegt, können -zertifiziert werden. Den Nachweis, dass alle Unfälle erfasst und die Schwellenwerte nicht überschritten werden, muss jetzt das Unternehmen selbst erbringen. Was verbirgt sich hinter den (von unterschiedlichen) neuen Anforderungen der SCP-Checkliste? LMRA Eine LMRA (Last Minute Risk Analysis) soll nach einem festgelegten Verfahren systematisch und konsequent durchgeführt werden, d. h. die Leiharbeitnehmer prüfen unmittelbar vor Arbeitsbeginn, ob alle Gefährdungen erkannt und geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen wurden. Stärkung SGU-Bewusstsein Der Personaldienstleister muss ein Programm zur Stärkung des SGU-Bewusstseins und Verbesserung des SGU-Verhaltens einführen. Informationsblatt -Regelwerk 2011, Stand: , Seite 6

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