Katharineum zu Lübeck. Abschied von der Industriekultur. denkmal aktiv 2015/2016 (XIX.3) Projektbericht

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1 Katharineum zu Lübeck Abschied von der Industriekultur denkmal aktiv 2015/2016 (XIX.3) Projektbericht In diesem Schuljahr begann die Arbeit des Lübecker Verbundes mit dem Besuch des Tages des offenen Denkmals in Lübeck am Hier wurde ein Altstadthaus in der Engelsgrube 74 besichtigt und ein Vortrag zu den Sanierungsmaßnahmen gehört. Weiterhin wurde die zu der Zeit sanierte Drehbrücke besichtigt und die Ausstellung der Jugendbauhütte besucht so bekamen die Schüler einen ersten Einblick in die Thematik Denkmalpflege. Foto: K. Markmann, Lena und Alexandra üben sich im Lehmbau Foto: K. Markmann, Lübecker Verbund am Tag des offenen Denkmals in Lübeck Das Ausprobieren historischer Arbeitstechniken bereitet den Schülern besonders viel Freude und steigert die Motivation, sich der Denkmalpflege zu öffnen enorm. Neben dem Lehmbau konnten Einblicke in das Handwerk des Stuckateurs, des Bleiverglasens, des Drechselns, des Bootsbauens und des Restaurierens verschiedener Holzoberflächen gewonnen werden. Nach dem Besuch der Ausstellung der Jugendbauhütte in Lübeck, erwogen einige Schüler diese Art des Freiwilligen Sozialen Jahres als anzustrebende Alternative nach dem Abitur. Am wurde die Klasse von dem Architekten und Geschäftsführer, Volker Schmidt, der Firma Gollan auf dem Betriebsgelände in Lübeck empfangen. Nach der Besichtigung und 1

2 Erläuterung der Gollanhallen erhielten die Schüler einen Einblick in die Entwicklung der Industrielandschaft auf der Roddenkoppel und erführen Näheres über das Neunutzungskonzept der alten Fabrikhallen durch die Firma Gollan, welche die verfallenen und vernachlässigten Gebäude vorsichtig sanierten, um einen Ort der Kunst und Kultur in Lübeck zu schaffen. Vorsichtig erkundeten die Schüler das Gelände mit dem Fotoapparat. Ein weiterer Fachtag führte die Klasse in das Stadtarchiv der Hansestadt Lübeck und in die dazugehörige Restauratorenwerkstatt. Auf beeindruckende Weise berichtete die Leiterin des Lübecker Stadtarchives, Frau Letz, über die wertvollen Bestände. Mit großem Interesse schauten sich die Schüler das Zeugnis von Thomas Mann, einem ehemaligen Katharinäer, an oder forschten zu ihren eigenen Wohnhäusern. In der Restauratorenwerkstatt bekamen die Schüler Einblicke in die Arbeit Foto: K. Markmann, Schüler in der großen Werkhalle Foto: K. Markmann, Schüler im Stadtarchiv der Hansestadt Lübeck eines Restaurators, besonders im Bereich der Restauration von Büchern. Erstaunt erkannten die Schüler den enormen Vorteil von Papier gegenüber der neuen Speichermedien in Bezug auf die lange Haltbarkeit. Foto: K. Markmann, Schüler in der Geschichtswerkstatt Herrenwyk Weiter auf den Spuren der Industriekultur führte uns unsere Arbeit nach Herrenwyk in das dort ansässige Industriemuseum. Das Industriemuseum beschäftigt sich mit einem sehr wichtigen Zeitabschnitt der Lübecker Geschichte. Jahrhunderte lang hatte die Stadt hauptsächlich vom Handel gelebt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die Industrialisierung, die sich im 20. Jahrhundert zum Motor des Lübecker Wirtschaftslebens entwickelte. Der Ortsteil Herrenwyk entwickelte sich im 20. Jh. vom kleinen Fischer- und Bauerndorf zum Industrievorort Lübecks nahm das Hochofenwerk seinen Betrieb auf. Die Schüler erkundeten die Ausstellung unter der Anleitung und Führung des damaligen Leiters der Geschichtswerkstatt Herrn Dr. Muth. 2

3 Auch in diesem Jahr beschäftigten sich die Schüler mit den Möglichkeiten der energetischen Sanierung von Altbauten. Hierfür empfingen uns Maria und Erik Marr in ihren beiden Altstadthäusern, die sie eigenständig sanierten. Herr Marr zeigte den Schülern die lehmverputzten Wände und eine Fülle von neuen Dämmmaterialien. Die Schüler waren begeistert, mit wie viel Liebe und Engagement Foto: K. Markmann, Schüler im Haus von Erik Marr diese beiden Häuser saniert wurden. Interessiert stellten sie Fragen zu den sichtbaren unterschiedlichen Bauphasen der Häuser, den verwendeten Materialien, Kosten und dem Zeitaufwand. Ein großer gemeinsamer Projekttag im Lübecker Verbund bildete den Abschluss der theoretischen Auseinandersetzung mit der Industriekultur in Lübeck und der energetischen Sanierung von Altbauten. Die Klassen der Hanse-Schule, der List-Schule und des Katharineums trafen sich in den Industriehallen der Firma Gollan, um den Zauber der Industriearchitektur auf künstlerischbildnerische Art und Weise einzufangen. Die Schüler des Katharineums stellten hierbei die Experten dar und bekamen gemischte Schülergruppen der Hanse- und List-Schule an die Seite, um diesen bei der künstlerischen Ideenfindung und Umsetzung behilflich zu sein. Foto: K. Markmann, Schüler bei der gemeinsamen Ideenfindung Die Schüler fanden anregende Orte in den ehemaligen Industriehallen, so dass viele sehr unterschiedliche Arbeiten entstanden. 3

4 4 Fotos: K. Markmann, Schüler des Lübecker Verbundes bei der Arbeit Beispiele von Arbeitsergebnissen, die auch während der gemeinsamen Präsentation des Verbundes in der Hanseschule gezeigt wurden. 4

5 Trolle Gelland, Katharineum zu Lübeck, Acryl auf Holz 5

6 Gemeinschaftsarbeit Lübecker Verbund, Collage aus Bleistiftzeichnungen und Fotos 6

7 Gemeinschaftsarbeit Lübecker Verbund, Linolschnitt 7

8 Rochus Marr, Katharineum zu Lübeck, Graffiti auf Holz Lehrerfoto (K. Markmann) zur Anregung auf der Suche nach dem besonderen Motiv 8

9 Diese Arbeiten wurden, wie oben schon erwähnt auf einem gemeinsamen Tag der Präsentation einem breiten Publikum gezeigt. Eingeladen waren die Firma Gollan, Vertreter der Lübecker Bürgerschaft, die Ministerin für Justiz, Kultur und Europa, Frau Anke Spoorendonk sowie Frau Dr. Braun und Herr Koch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die lokale Presse, die Lübecker Nachrichten, berichteten ebenfalls von diesem großen schulübergreifenden Projekt als gelungene Arbeit. Foto: Wiebke Hartmann, Hanseschule Lübeck Lübecker Verbund, in der Mitte Frau Ministerin Anke Spoorendonk 9

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