Online-Banking für Studentinnen und Studenten 2014

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1 Online-Banking für Studentinnen und Studenten 2014 Wünsche und Anforderungen junger Menschen in Deutschland an Banking-Lösungen im Internet Im Auftrag von: Karlsruher Institut für Technologie, Institut für Unternehmensführung KIT Universität des Landes Baden-Württemberg und nationales Forschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft

2 INHALT 1 Nutzungshäufigkeiten und Verwendungszwecke unterschiedlicher Banking-Methoden Nutzungshäufigkeiten der Banking-Methoden Genutzte Services beim Online- und Mobile-Banking Die wichtigsten Kriterien für Banken und Online-/Mobile-Banking aus Teilnehmersicht Bedeutung einzelner Bankleistungen Bedeutung einzelner Merkmale von Online- und Mobile-Banking Angeboten Die häufigsten Sicherheitsmaßnahmen beim Online-Banking Banking Apps und Mobile Payment Verbreitung und Zufriedenheit mit Banking Apps Nutzungshäufigkeiten von Mobile Payment und genutzte Anbieter Voraussetzungen für eine verbreiterte Nutzung von Mobile Payment Zahlungsbereitschaft Monatliche Zahlungsbereitschaft Zahlungsbereitschaft für Einmalanschaffungen Zahlungsbereitschaft je Transaktion

3 VORBEMERKUNGEN UND ZUSAMMENFASSUNG Mobile-Banking-Lösungen halten zunehmend Einzug in den Alltag. Ungeachtet immer wieder auftretender Fälle von Sicherheitslücken, Datenklau und zunehmender krimineller Aktivität im Bereich des Online-Bankings schreitet die Verbreitung mobiler Lösungen für Banking zunehmend voran. Dabei sorgt das Bekanntwerden von Sicherheitslecks wie Heartbleed zu Beginn des Jahres oder von Fällen millionenfach gehackter E- Mail-Konten dafür, dass die Themen Datenschutz und Sicherheit brandaktuell bleiben. Kaum ein anderes Gebiet macht aus Sicht von privaten Anwendern den Einsatz von Software, die den sicheren Umgang mit Daten garantiert, so erforderlich wie Finanzangelegenheiten. Um die Anforderungen an und die Akzeptanz von neuen Banking- und Sicherheitstechnologien zu überprüfen, gelten gerade Studentinnen und Studenten hierbei oft als technikaffine Richtungsweiser. Oft ist diese junge und technikaffine Zielgruppe Vorreiter in der Nutzung neuer Technik und schneller als der Bundesdurchschnitt von neuen Lösungen zu überzeugen. Zudem steigt seit Jahrzehnten die Zahl der in Deutschland eingeschriebenen Studierenden kontinuierlich, was sie als relevante Kundengruppe zusätzlich in den Fokus rückt. Nicht zuletzt macht sie ihre überdurchschnittliche Einkommenserwartung nicht nur für den Finanzsektor zur hochattraktiven Zielgruppe, die es früh zu binden gilt. Im Auftrag der Fiducia IT AG macht es sich diese Studie daher zur Aufgabe zu ermitteln, welche Anforderungen und Wünsche gerade diese spezielle junge Kundengruppe an ihre Bank und deren Angebote im Bereich Online- Banking, Mobile-Banking und Mobile Payment stellt. In der im Folgenden vorgestellten Umfrage wurden insgesamt 311 Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen und Universitäten zu ihrem Umgang und zu ihren Erwartungen befragt. Das Ergebnis zeichnet ein an vielen Stellen erwartetes Bild von Studierenden. Sie nutzen in hoher Frequenz Online-Banking, vor allem für eher simple Banking-Aufgaben wie das Tätigen von Überweisungen. Komplexere Anliegen wie bspw. eine detaillierte Vermögensverwaltung sind für sie (noch) nicht von Bedeutung. An oberster Stelle ihrer Anforderungsliste stehen erwartungsgemäß die Themen Sicherheit und Datenschutz. Anders als vielleicht zu erwarten war, zeigen sie dafür eine gewisse Zahlungsbereitschaft. Zwar sind nur die wenigsten zu einer festen monatlichen Zahlung bereit (wenn auch nur in geringem Umfang), eine Einmal- Anschaffung bspw. für einen TAN-Generator schließen hingegen nur rund 13 Prozent aus (wenn auch nur in geringem Umfang). Im Bereich Mobile Payment zeigt sich im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt eine leicht weiter verbreitete Nutzung dieser Technik. Rund jeder Fünfte gibt an, Mobile Payment zumindest gelegentlich zu nutzen. Für eine stärkere Verwendungen wird neben der allgegenwärtigen Forderung nach hoher Sicherheit vor allem eine größere Verbreitung und Akzeptanz von Mobile Payment gewünscht. Erst eine flächendeckende Akzeptanz und ein breiteres Angebot machen die Verwendung von Mobile Payment für Studentinnen und Studenten wirklich interessant. Ein Vertrauensvorschuss für die Bereitstellung adäquater Verfahren wird vor allem Banken und Sparkassen entgegengebracht. Allerdings ist auch hier das Potential noch groß: Rund die Hälfte gibt an, den Begriff Mobile Payment gar nicht zu kennen. 3

4 ZENTRALE ERGEBNISSE IM ÜBERBLICK Verbreitung und Nutzungshäufigkeiten 1 2 Online-Banking ist unter Studenten noch weiter verbreitet als im Bundesdurchschnitt: 83 Prozent der Befragten gaben an, Online-Banking zu nutzen, 8 Prozentpunkte mehr als im Bundesdurchschnitt. Über zwei Drittel der Befragten nutzen es zudem mindestens mehrfach monatlich. Bei der Nutzung von Mobile Payment 1 sind Studenten etwas weniger zurückhaltend als der Bundesdurchschnitt: 18 Prozent geben an, Mobile Payment zu nutzen. Anbietervertrauen 3 Größtes Vertrauen für ein sicheres und vermehrt genutztes Mobile Payment Angebot genießen dabei vor allem Banken und Sparkassen. Wichtigste Kriterien für Banken und Online-Angebote 4 5 In den Bereichen Online-Banking und Mobile Payment sind Sicherheit und Datenschutz für Studentinnen und Studenten von größter Bedeutung. Im Bereich Mobile Payment wünschen sich die Befragten neben mehr Sicherheit (44 Prozent) vor allem eine weitere Verbreitung von Mobile Payment (47 Prozent), um dies in Zukunft intensiver zu nutzen. Zahlungsbereitschaft 6 Die Zahlungsbereitschaft für die geforderte Sicherheit ist dabei durchaus gegeben: Zu einer Einmalanschaffung wären über 56 Prozent bereit; lediglich 13 Prozent gaben explizit an, zu keiner Einmalzahlung bereit zu sein. 1 Unter Mobile Payment werden in dieser Studie auch Online-Käufe via Smartphone (z.b. per PayPal) berücksichtigt. 4

5 1 Nutzungshäufigkeiten und Verwendungszwecke unterschiedlicher Banking-Methoden 1.1 Nutzungshäufigkeiten der Banking-Methoden Wie häufig benutzen Sie die folgenden Banking-Methoden? 100% 90% 80% 70% 60% 50% 67% 80% den Service einer Bankfiliale Online Banking Mobile Banking Mobile Payment 40% 30% 20% 10% 0% 0% 17% nie 22% 16% 7% 4% 1% 2% 4% 5% sehr selten (1-2 mal im Jahr) 21% 33% 29% 9% 8% 4% 5% 4% selten (wenige male eher selten (1-2 mal eher oft (mehrfach im Jahr) im Monat) im Monat) 11% 25% 13% 9% 2% 3% 0% 0% oft (mehrmals die Woche) sehr oft (fast täglich) Basis: Alle Teilnehmer 2, N=311 Der klassische Filialgang wird auch oder vielleicht vor allem von jungen Menschen zunehmend durch Online- und Mobile-Banking abgelöst. Allerdings liegt die durchschnittliche Nutzung von Bankfilialen bei den Befragten noch immer in moderatem Maß: 42 Prozent gaben an, die Bankfiliale mindestens mehrfach im Monat aufzusuchen 3. Dennoch ist bei den Befragten eine starke Verbreitung vor allem des Online-Bankings festzustellen: Nur 17 Prozent gaben an, kein Online-Banking zu nutzen. Die restlichen 83 Prozent der Befragten nutzen mindestens gelegentlich Online-Banking-Angebote, wobei die große Mehrheit (insgesamt 71 Prozent der Teilnehmer) dies mindestens mehrfach im Monat tut. Hier zeigt sich die starke Affinität der Studierenden zu Online-Angeboten: In einer vergleichbaren Studie im Bundesdurchschnitt aller Internet-Nutzer gaben nur 75 Prozent aller Teilnehmer an, Online-Banking zu nutzen 4. Weniger verbreitet ist indes das Mobile-Banking Prozent der Befragten gaben an, kein Mobile- Banking zu nutzen. Nur rund 17 Prozent gaben an, Mobile-Banking mindestens mehrfach im Monat zu nutzen, womit die Nutzungsfrequenz von Mobile-Banking eher gering ausfällt. Die Umfrageergebnisse zeigen zudem die für Deutschland typische aktuell noch eher geringe Mobile Payment Verbreitung also das Bezahlen mit dem Smartphone etwa an der Supermarktkasse. Über 80 Prozent der Studenten benutzen nie Mobile Payment Verfahren und mehrmals wöchentlich oder häufiger werden diese von nur einem einzigen Teilnehmer genutzt (<1 Prozent). Umgekehrt nutzen immerhin 2 Prozentsätze korrigiert um 22 Teilnehmer ohne Angaben. 3 Der Besuch der Bankfilialen erfolgt dabei hauptsächlich zur Nutzung von Selbstbedienungsgeräten wie Geldautomaten. 4 Initiative D21 (2014) Online-Banking 2014: Sicherheit zählt. 5 Mobile Banking meint die Erledigung von Bankgeschäften per Handy. 5

6 knapp 20 Prozent der Teilnehmer Mobile Payment, wenn auch nur in geringer Frequenz. Obgleich dieser Wert auf den ersten Blick niedrig erscheinen mag, so zeigt er doch eine erhöhte Mobile Payment Affinität bei den Studenten im Vergleich zum Bundesdurchschnitt. In einer vergleichbaren Studie aus dem Jahre 2013 von Bain & Company gaben nur 13 Prozent der Befragten in Deutschland an, Mobile Payment nutzen 6. Eine Studie von TNS Infratest ergab 2014 einen Anteil von 5 Prozent der Internetnutzer, die angaben, Mobile Payment Angebote zu nutzen Genutzte Services beim Online- und Mobile-Banking Welche Services erledigen Sie per Online- oder Mobile-Banking? Überweisungen 46% 99% Kontostand prüfen 89% 97% Geld anlegen Wertpapier-Depot verwalten 2% 5% 16% 15% Sonstiges Kredit aufnehmen 2% 7% 0% 0% Mobile Banking Online Banking 0% 20% 40% 60% 80% 100% Basis: Online- bzw. Mobile-Banking-Nutzer (Online-Banking N=239; Mobile-Banking N=96) Bei der Frage nach Services, für die die Methoden Online-Banking und Mobile-Banking vorwiegend genutzt werden, fallen vor allem zwei Angebote ins Auge: Das Durchführen von Überweisungen und das reine Prüfen des Kontostandes. Von jenen Befragten, die angaben, Online- bzw. Mobile-Banking zu nutzen, führen 99 Prozent Überweisungen per Online-Banking aus (46 Prozent im Falle von Mobile- Banking). Nahezu alle (99 Prozent) nutzen Online-Banking zum Überprüfen des Kontostandes (89 Prozent bei Mobile-Banking). Technisch anspruchsvollere Services wie Möglichkeiten der Geldanlage (16 Prozent bzw. 5 Prozent), Verwaltung von Wertpapierdepots (15 Prozent bzw. 2 Prozent) oder Kreditaufnahme (jeweils <1 Prozent) werden nur von kleinen Minderheiten per Online- oder Mobile-Banking durchgeführt. Ableitbar ist daraus, dass vor allem ein Bedarf nach einfachen Softwarelösungen besteht, die vor allem diese simpleren Banking-Anwendungen in schneller und sicherer Weise bieten. Komplexere Anwendungen, etwa zur detaillierten Verwaltung von Geldanlagen, scheinen nur in Einzelfällen erforderlich zu sein. 6 Bain & Company (2013) Customer Loyality in Retail Banking: Global Edition Initiative D21 (2014) Online-Banking 2014: Sicherheit zählt. 6

7 2 Die wichtigsten Kriterien für Banken und Online-/Mobile- Banking aus Teilnehmersicht 2.1 Bedeutung einzelner Bankleistungen Wie wichtig sind Ihnen folgende Merkmale bei Ihrer Bank? Legende: Mittelwert Standardabweichung Automaten, an denen es möglich ist kostenlos Geld abzuholen Kostenlose Kontoführung Einfaches Online- und Mobile- Banking Guter Service Gute Angebote zur Geldanlage Anzahl der Filialen Ethisches Handeln Günstige Kredite Social Media Präsenz Basis: Alle Teilnehmer, N=311; Relevanz der Kriterien auf 6-Punkt-Skala von sehr unwichtig (=1) bis sehr wichtig (=6) Die beiden wichtigsten Merkmale einer Bank aus Sicht der Teilnehmer sind die Möglichkeiten, kostenlos an Automaten Geld abzuheben (Ø = 5,8), und die kostenlose Kontoführung (Ø = 5,4). Hier zeigt sich das spezifische Anforderungsprofil, das Studierende an ihre Bank richten: Vor allem häufig genutzte, einfache Services des täglichen Lebens sollten schnell und kostenlos verfügbar sein. Kriterien wie gute Geldanlageangebote und günstige Kreditverfügbarkeit spielen für sie eine (noch) untergeordnete Rolle. Auch die starke Nutzung von Online-Banking-Angeboten spiegelt sich im Anforderungsprofil wider. Im Durchschnitt wurde das Kriterium Einfaches Online- und Mobile-Banking mit wichtig bewertet (Ø = 5,0) und liegt auf Platz 3 der wichtigsten Merkmale einer Bank. Die Anzahl der Filialen ist trotz der im vorherigen Abschnitt erwähnten eher seltenen Nutzung der Studenten für über 65 Prozent mindestens eher wichtig (Ø = 4,1). Als unwichtig wird hingegen die Social Media Präsenz von Banken erachtet (Ø = 1,9). Mit deutlichem Abstand wurde dieses Merkmal als am unwichtigsten eingestuft. Zumindest auf direktem Wege scheint Werbung und Kommunikation via sozialer Netzwerke auch für Studentinnen und Studenten kein ausschlaggebendes Kriterium für die Wahl ihrer Bank zu sein. Inwieweit allerdings indirekte Werbe-Effekte bei Entscheidungen eine Rolle spielen, kann durch das Mittel einer Umfrage nicht evaluiert werden. 7

8 2.2 Bedeutung einzelner Merkmale von Online- und Mobile-Banking Angeboten Wie wichtig sind Ihnen folgende Merkmale beim Online-/Mobile-Banking? Legende: Standardabweichung: Mittelwert Sicherheit Datenschutz Verfügbarkeit rund um die Uhr Schnelligkeit Bequemlichkeit Preis-Leistungsverhältnis Serviceangebot Informationen Produktpalette Basis: Alle Online-Banking-Nutzer, N=239; Relevanz der Kriterien auf 6-Punkt-Skala von sehr unwichtig (=1) bis sehr wichtig (=6) Bei der Frage nach der Beurteilung verschiedener Kriterien des Online- und Mobile-Banking-Angebots zeigt sich erwartungsgemäß, dass die beiden wichtigsten Kriterien die Sicherheit (Ø = 5,8) und den Datenschutz (Ø = 5,5) betreffen. Bei beiden Banking Möglichkeiten gaben über 83 Prozent der Befragten an, dass ihnen Sicherheit sehr wichtig ist (70 Prozent bei Datenschutz). Auch Aspekte wie eine permanente Verfügbarkeit, Schnelligkeit und Bequemlichkeit in der Anwendung sowie ein gutes Preis- Leistungs-Verhältnis werden im Durchschnitt als wichtig bis sehr wichtig empfunden. Als deutlich unwichtiger wird lediglich das Kriterium einer breiten Produktpalette (Ø = 3,5) eingestuft. Dies ist konsistent mit dem zuvor gefundenen Ergebnis der idealen Bankmerkmale. Die Zielgruppe der Studenten ist vor allem an einfachen, täglich verwendeten Banking-Funktionen interessiert. Eine breit gefächerte Funktionalität des Online- oder Mobile-Banking-Angebots ist nicht erforderlich, da die Beurteilung vor allem auf Grundlage weniger flexiblerer Bankdienstleistungen erfolgt. Software, über die auch Kreditaufnahmen und Vermögensverwaltung abgewickelt werden kann, wird erst später in den Fokus rücken. 8

9 2.3 Die häufigsten Sicherheitsmaßnahmen beim Online-Banking Welche TAN-Verfahren nutzen Sie beim Online-Banking? Wie sicher fühlen Sie sich beim Online-Banking? Mobile TAN 47% 0% 0% 3% TAN-Generator TAN-Liste Sonstiges 3% 30% 41% 16% 26% sehr niedrig niedrig eher niedrig eher hoch hoch sehr hoch PhotoTAN/QR-TAN 1% 55% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Basis: Alle Online-Banking-Nutzer, N=239 Bei den verwendeten Sicherheitsverfahren liegen mobiletans mit knapp der Hälfte der Online-Banking- Nutzer (47 Prozent) an vorderster Stelle. Methoden mittels TAN-Generator (wie dem plus Verfahren) liegen knapp dahinter mit 41 Prozent. Die heutzutage als veraltet geltende, weil unsichere Methode mittels klassischer itan-listen liegt noch auf Platz 3 mit immerhin noch 30 Prozent der Online- Banking-Nutzer. Dieser Wert liegt interessanterweise über dem vergleichbaren Bundesdurchschnitt von 20 Prozent in 2012 bzw. 24 Prozent in Hier scheint die zuvor vermutete und an vielen Stellen zu erkennende Technikaffinität der Studentinnen und Studenten nicht sichtbar zu werden: Knapp ein Drittel (und damit mehr als im Bundesschnitt) nutzt noch das veraltete itan-verfahren, dessen Support von vielen Instituten bereits 2012 eingestellt wurde. Das als ähnlich sicher wie das TAN-Generator-Verfahren eingeschätzte, allerdings noch recht neue QR-TAN (PhotoTAN) Verfahren liegt mit 1 Prozent noch an letzter Stelle. Auf die Frage nach dem generellen Sicherheitsempfinden antwortet über die Hälfte der Online-Banking- Anwender, sich sicher zu fühlen. Zudem geben 16 Prozent an, sich sogar sehr sicher zu fühlen, 26 Prozent antworten mit eher sicher. Insgesamt geben nur 3 Prozent an, ihr Sicherheitsempfinden sei eher gering oder niedriger. Diese Aussagen sollten allerdings nicht fehlinterpretiert werden, da hier nur Teilnehmer der Studie eingehen, die auch tatsächlich Online-Banking nutzen. Studentinnen und Studenten, die tatsächlich ernsthafte Sicherheitsbedenken beim Online-Banking haben, werden diesen Service entsprechend auch nicht nutzen und tauchen in dieser Gesamtheit nicht auf. 8 Initiative D21 (2014) Online-Banking 2014:Sicherheit zählt. 9

10 3 Banking Apps und Mobile Payment 3.1 Verbreitung und Zufriedenheit mit Banking Apps Nutzen Sie beim Mobile-Banking eine Banking App? Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Banking App? 43% 9% 48% Ja von meiner Bank Ja von externen Anbietern Nein 2% 6% 2% 17% sehr unzufrieden unzufrieden 45% 28% eher unzufrieden eher zufrieden zufrieden sehr zufrieden Basis: Alle Mobile-Banking-Nutzer, N=95 (links) bzw. alle App-Nutzer, N=54 (rechts) Von den 311 Teilnehmern an der Studie gaben 30,2 Prozent an, Mobile-Banking zu nutzen, wenn auch teilweise nur selten. Von diesen insgesamt 95 Teilnehmern wiederum gaben 57 Prozent an, Banking Applikationen (Apps) zu benutzen. Dabei benutzen sie größtenteils Applikationen ihrer eigenen Bank. Nur 9 Prozent der Mobile-Banking-Nutzer verwenden dabei Apps externer Anbieter. Beachtlich ist außerdem der regelmäßige Gebrauch von Mobile-Banking Apps, falls sich Nutzer einmal dafür entschieden haben. Circa 77 Prozent gaben an, ihre App mindestens mehrfach im Monat zu nutzten. Sogar ca. 25 Prozent der App-Nutzer gaben an, diese fast täglich zu benutzen. Hinzu kommt, dass die Nutzer der Apps größtenteils zufrieden mit ihren Anwendungen sind. Nur 10 Prozent der App-Nutzer gaben als Zufriedenheitswert eher unzufrieden oder schlechter an. Zusammengenommen ergibt sich ein Bild, das die Hürde zu einer weiteren Verbreitung von Banking-Apps weniger bei der Qualität der Anwendungs als vielmehr in der Aufgabe der erstmaligen Animation zur Verwendung dieser Apps zeigt. Teilnehmer der Umfrage, die erst einmal zum Kreis der Nutzer von Banking-Apps zählen, nutzen diese regelmäßig und sind mit dem Angebot auch zufrieden. 10

11 3.2 Nutzungshäufigkeiten von Mobile Payment und genutzte Anbieter Welche Artikel zahlen Sie mobil? Welchen Anbieter nutzen Sie hierfür? Multimedia Inhalte (Apps, Filme, Klingeltöne etc.) Bus- und Bahntickets Sonstiges 16% 43% 77% 30% 27% Öffentliche Verkehrsanbeiter (DB, KVV, ) Apple/iTunes Restaurants und Bars 9% PayPal Kleidung Einkauf im Supermarkt Parkticket 7% 2% 0% 10% 17% 17% Mobilfunkanbieter Sonstige 0% 20% 40% 60% 80% 100% Basis: Alle Mobile Payment Nutzer, N=56 (links) bzw. alle Mobile Payment Nutzer mit Softwareangabe, N=30 (rechts) Die Verbreitung von Mobile Payment steht in Deutschland im internationalen Vergleich noch zurück. Von allen Umfrageteilnehmern geben 20 Prozent an, überhaupt Mobile Payment zu verwenden. Ein Schwerpunkt bei den mit dem Smartphone erworbenen Waren und Dienstleistungen liegt neben Multimedia Inhalten vor allem bei der Bezahlung von Tickets für öffentliche Verkehrsmittel. Materielle Güter wie Kleidung (7 Prozent) oder Supermarkt-Artikel (2 Prozent) werden eher in Ausnahmefällen mobil bezahlt. Dementsprechend fällt auch die Abfrage nach der für Mobile Payment verwendeten Software aus. 27 Prozent der Mobile Payment Nutzer geben an, direkt die Software von öffentlichen Verkehrsanbietern (bspw. der Deutschen Bahn) zu nutzen. Die Angaben zu den weiteren Anbietern verteilen sich auf Pay- Pal, Apple bzw. itunes (jeweils 17 Prozent) und Mobilfunkanbieter (10 Prozent). 11

12 3.3 Voraussetzungen für eine verbreiterte Nutzung von Mobile Payment Mobile Payment sollte angeboten werden von Mobile Payment muss... 52% Banken und Sparkassen... weiter verbreitet sein 47% 32% Einzelhändlern bzw. Dienstleistern... sicherer werden 44% 23% Payment-Anbietern wie PayPal Ich kann mir nicht vorstellen, Mobile Payment zu nutzen 27% 12% Mobilfunkanbietern leichter zu handhaben sein 18% 5% Google Sonstige Aspekte 4% 4% Anderen Anbietern Basis: Alle Teilnehmer, N=311 Zur Frage, welche Kriterien erfüllt sein müssten, damit Mobile Payment genutzt bzw. vermehrt genutzt wird, ergeben sich die folgenden Ergebnisse. Knapp die Hälfte der Befragten gibt an, dass Mobile Payment weiter verbreitet sein müsse, was das am häufigsten genannte Kriterium darstellt. Gerade dieser Aspekt ist auch laut anderen Studien entscheidend für die Diffusion von Mobile Payment. Wie bei vielen neuen (Netzwerk-)Technologien wird die Möglichkeit, mit einem Mobile Payment Service zu zahlen, für den Einzelnen erst interessant, wenn eine gewisse kritische Masse an Kunden und Akzeptanzstellen erreicht ist. Mit steigender Nutzerzahl erhöht sich die Rentabilität einer Akzeptanzstelle für den Handel, wodurch der Anreiz zur Teilnahme für den Handel steigt. Eine Art positiver Spiraleffekt ist die Folge. In Anbetracht dessen könnte der positive Trend, den die Nutzungszahlen von Mobile Payment in den letzten Jahren gemäß einiger Studien aufzeigen, sich selbst stärken und zur flächendeckenden Verbreitung von Mobile Payment führen 9. Abermals spielt das Kriterium der Sicherheit eine entscheidende Rolle. Ähnlich wie beim Wunsch nach stärkerer Verbreitung gibt knapp die Hälfte aller Befragten an, Mobile Payment müsse für eine vermehrte Nutzung sicherer sein. Dieser Wunsch passt erneut zum erwartet hohen Sicherheitsanspruch, allerdings bleibt offen, inwieweit er hier berechtigt ist oder ob es lediglich die Vorbehalte der neuen Technik gegenüber sind, die darin noch (evtl. nicht vorhandene) Sicherheitslücken vermuten. Rund 18 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass Mobile Payment leichter zu handhaben sein müsse. Hier lassen sich Parallelen zu der beim Mobile-Banking als wichtig erachteten Einfachheit und Handhabbarkeit ziehen. Auch das Smartphone als zentrales Medium der beiden Aspekte lässt Schlüsse von einem aufs andere Verfahren zu. Gerade Mobile Wallets kombinieren Möglichkeiten und Eigenschaften des Mobile-Bankings und Mobile Payments, sodass beide Thematiken unmittelbar miteinander verbunden sind. 9 Bain & Company (2013) Customer Loyality in Retail Banking: Global Edition 2013; Initiative D21 (2014) Online-Banking 2014:Sicherheit zählt. 12

13 Rund 27 Prozent der Teilnehmer können sich indes unabhängig von eventuellen Verbesserungen in den genannten Bereichen nicht vorstellen Mobile Payment zu nutzen. Die geringen 4 Prozent, die sich sonstige Aspekte für die verstärkte Mobile Payment Nutzung wünschen, legen nahe, dass mit den oben genannten Kriterien die wichtigsten Kundenwünsche abgedeckt sind. 13

14 4 Zahlungsbereitschaft 4.1 Monatliche Zahlungsbereitschaft Wären Sie bereit, für mehr Sicherheit im Online- bzw. Mobile-Banking monatlich zu bezahlen? 100% 90% 80% Ø Zahlungsbereitschaft 0,43 /Monat Ø Zahlungsbereitschaft 0,92 /Monat 70% 60% 50% 40% 43% 30% 20% 10% 20% 7% 14% 11% 5% 0% Keine Angabe Nein, nur kostenlos Bis 25 Cent im Monat Bis 50 Cent im Monat Bis 2 Euro im Monat 2 Euro und mehr im Monat Basis: Alle Teilnehmer, N=311 Bereits bei der Abfrage der Kriterien, nach denen die Studenten in der Umfrage eine Bank und ihre Services bewerten, zeichnete sich die Preissensitivität in Form der hohen Bedeutung eines guten Preis- Leistungs-Verhältnisses deutlich ab. Das meist knappe Budget zeigt sich auch in der Frage nach der Bereitschaft zu Zahlungen auf Monatsbasis für Online- und Mobile-Banking-Angebote. 43 Prozent geben explizit an, nicht zu monatlichen Zahlungen bereit zu sein und Online-Dienste nur kostenlos verwenden zu wollen. Allerdings gaben etwa ebenso viele (37 Prozent) eine explizit positive Zahlungsbereitschaft an. Dabei reicht die Spanne von geringen Centbeträgen je Monat (7 Prozent) über kleinere Eurobeträge (14 Prozent bzw. 11 Prozent) bis hin zu Beträgen über 2 pro Monat (5 Prozent). Im Mittel ergibt sich unter den Teilnehmern, die hier eine Angabe machten (80 Prozent aller Befragten), eine durchschnittliche Zahlungsbereitschaft von ca. 43 Cent pro Monat. Unter jenen mit positiver Zahlungsbereitschaft ergibt sich ein Durchschnittswert von 92 Cent im Monat. 14

15 4.2 Zahlungsbereitschaft für Einmalanschaffungen Wie viel wären Sie bereit, für eine Einmalanschaffung (z.b. Kartenlesegerät) zu zahlen? 100% 90% 80% 70% 60% Ø Zahlungsbereitschaft = 13,02 Ø Zahlungsbereitschaft = 15,93 50% 40% 30% 20% 10% 0% 31% Keine Angabe: 21% 13% 12% 6% 8% 4% 5% 1% Basis: Alle Teilnehmer, N=311 Zusätzlich zur gezeigten Zahlungsbereitschaft auf Monatsbasis wurde erfragt, ob und in welcher Höhe die Teilnehmer zu einer Zahlung für eine Einmalanschaffung bspw. für ein Kartenlesegerät bereit wären. Hier zeigt sich eine größere Zahlungsbereitschaft: Nur 13 Prozent geben an, gar nicht bereit zu einer einmaligen Aufwendung zu sein. Über die Hälfte der Teilnehmer (56 Prozent) sind zu Einmalzahlungen wenn auch nur in geringen Höhen bereit. So sind bspw. 21 Prozent zu Zahlungen in einer Höhe zwischen 5 und 10 Euro bereit. Insgesamt ergibt sich unter allen, die hier eine Angabe machten (69 Prozent), eine durchschnittliche Zahlungsbereitschaft i.h.v. 13,02. Betrachtet man wiederum nur jene Teilnehmer mit positiver Zahlungsbereitschaft ergibt sich ein Durchschnitt von 15,93. Dies zeigt, dass auch Studenten durchaus bereit sind, monetäre Aufwendungen für verbesserte Sicherheit im Online- und Mobile-Banking auf sich zu nehmen. 15

16 4.3 Zahlungsbereitschaft je Transaktion Wie viel wären Sie bereit, je Transaktion zu zahlen? 100% 90% 80% Ø Zahlungsbereitschaft = 0,08 /TA 70% 60% Ø Zahlungsbereitschaft = 0,17 /TA 50% 40% 30% 40% 33% 20% 10% 0% 13% 6% 4% 4% 1% Basis: Alle Teilnehmer, N=311 Auf die Frage bzgl. der Zahlungsbereitschaft abhängig von der Transaktionsanzahl antworten die Teilnehmer deutlich weniger zahlungsfreudig. Jeder Dritte gibt explizit an, nicht zu transaktionsabhängigen Zahlungen bereit zu sein. Eine explizit positive Zahlungsbereitschaft zeigen zudem lediglich 23 Prozent. 13 Prozent sind bereit, einen Betrag zwischen 0 und 5 Cent je Transaktion zu akzeptieren. Weitere 15 Prozent geben Beträge jenseits der 5 Cent Grenze an und verteilen sich dabei auf die Spannen von 5 bis 10 Cent (6 Prozent), 10 bis 30 Cent (4 Prozent) und 30 bis 50 Cent (4 Prozent). 3 Teilnehmer (<1 Prozent) geben Beträge jenseits der 50 Cent an, der Maximalbetrag liegt dabei bei 1 je Transaktion. Insgesamt ergibt sich eine durchschnittliche Zahlungsbereitschaft all jener, die hier eine Angabe machten (60 Prozent), von 0,08 /Transaktion bzw. von 0,17 /Transaktion bei jenen mit positiver Zahlungsbereitschaft. Insgesamt lässt sich daraus schließen, dass eine gewisse Zahlungsbereitschaft für mehr Sicherheit im Online-Banking bei Studierenden trotz des im Allgemeinen niedrigen verfügbaren Budgets zumindest bei einmalig anfallenden Kosten durchaus gegeben ist. Aus der Perspektive der Banken rechtfertigt dies das bereits übliche Vorgehen, die Kunden zumindest anteilig an den anfallenden Kosten für die Anschaffung von sicherheitsfördernden Geräten wie TAN-Generatoren zu beteiligen. Eine monatliche oder transaktionsabhängige Kostenbeteiligung stieße dagegen auf vergleichsweise geringe Akzeptanz. 16

17 ÜBERSICHT ZU TEILNEHMERN UND METHODIK Erhebungsmethode: Online-Umfragebogen Zeitraum: Fragebogen verfügbar in der Zeit Stichprobengröße der Umfrage: 311 an deutschen Universitäten eingeschriebene Studentinnen und Studenten unterschiedlicher Studienfächer. Besonderer Dank gilt Luca Roman Thun für sein Mitwirken bei der Durchführung der Umfrage. 17

18 Karlsruher Institut für Technologie Institut für Unternehmensführung Kaiserstr. 89 (Geb ) Karlsruhe Lehrstuhl für Unternehmensführung Prof. Dr. Hagen Lindstädt Telefon: +49 (0) Telefax: +49 (0) Sekretariat Anne Vogeley Karlsruhe KIT 2014 Ansprechpartner: Henning Behr

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