Man kann zwei Zielkonflikte bei einer Geldanlage unterscheiden:

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1 Fallstudie Geldanlage ,00 über 4 Jahre für das Fach Informationstechnologie 9. Jahrgangsstufe Grundlagen Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen Das Magische Dreieck: Geldanlagen stehen in einem Verbindungsgeflecht (funktionaler Abhängigkeiten aus den drei Anlagezielen Ertrag (Rendite), Verfügbarkeit (Laufzeit, Liquidität) und Sicherheit. Mit dem magischen Dreieck lässt sich dieser Zusammenhang darstellen. Ertrag Börse Sparstrumpf Verfügbarkeit Sicherheit Große Bank RLFB Niederbayern 1 von 11 IT 9 - Projektarbeit

2 Man kann zwei Zielkonflikte bei einer Geldanlage unterscheiden: Ertrag Verfügbarkeit Je kürzer die Laufzeit einer Geldanlage ist, desto geringer ist der zu erzielende Ertrag Ertrag Sicherheit Will man überdurchschnittliche Erträge erzielen, so muss man auch bereit sein ein erhöhtes Risiko einzugehen und damit Abstriche bei der Sicherheit der Geldanlage machen. So lassen sich zum Beispiel die drei Geldanlageformen: Aktie, Festgeld und Sparbrief in etwa wie untern abgebildet in das magische Dreieck einordnen. Aktie Verfügbarkeit Ertrag Sicherheit Sparbrief Festgeld Die Zinsrechnung Die Zinsrechnung die mit dem sogenannten Nominalzinssatz. Bei dieser Art der Zinsrechnung werden keine weiteren Erträge bzw. Aufwendungen berücksichtigt. Die effektive Verzinsung Um verschiedene Geldanlagen (z. B.: Aktien, Festgeld, Sparbrief, miteinander vergleichen zu können, benötigt man eine Größe, die auch alle anfallenden Gebühren (z. B.: Depotgebühr, Spesen,... ) und somit die unterschiedlichsten Konditionen bei einer Geldanlage berücksichtigt. Diese Größe ist die effektive Verzinsung (p eff ). Sie gibt die tatsächliche Verzinsung einer Geldanlage in Prozent bezogen auf einen bestimmten Zeitraum (in der Regel 1 Jahr) an. Zur Berechnung der effektiven Verzinsung benötigt man die Differenz zwischen Erträgen und Aufwendungen, den sogenannten Gesamterfolg. Außerdem das tatsächlich eingesetzte Kapital und die Laufzeit (Anlagedauer). Effektive Verzinsung: Gesamterfolg x Kapital x Laufzeit RLFB Niederbayern 2 von 11 IT 9 - Projektarbeit

3 Formen der Geldanlage Aktien Unter Aktien versteht man Urkunden, durch die einem Inhaber ein bestimmter Anteil des Gesamtvermögens einer Aktiengesellschaft verbrieft wird. Als Aktionär ist man Teilhaber einer Aktiengesellschaft und damit berechtigt am jährlichen Gewinn beteiligt zu werden. Den Gewinnanteil bezeichnet man als Dividende pro Aktie. Die Höhe der Dividende richtet sich nach der Ertragslage des Unternehmens. Die Versammlung aller Aktionäre (Hauptversammlung) bestimmt wie hoch die Dividendenausschüttung (Gewinnausschüttung) ist. Normalerweise wird jährlich am ersten Werktag nach der Hauptversammlung die Dividende ausbezahlt. Die Aktien werden in der Regel von Banken verwaltet und verwahrt. Für diese Tätigkeiten fallen dann Depotgebühren an. Für den Handel von Aktien ist der Stückkurs von zentraler Bedeutung. Unter dem Stückkurs versteht man den an der Börse amtlich von einem Kursmakler festgelegten Marktpreis einer Aktie. Der Kurswert errechnet sich aus der Stückzahl multipliziert mit dem Stückkurs. Beim Handel (Kauf oder Verkauf) mit Aktien entstehen für den Einzelnen noch Spesen. Diese Spesen setzen sich aus der Provision (Gebühr für die Bank) und der Courtage (Gebühr für den Börsenmakler) zusammen. Die Spesen betragen im Durchschnitt 1 % vom Kurswert. Aktien können jederzeit gekauft bzw. wieder verkauft werden. Festgeld Unter dem Begriff Festgeld versteht man eine befristete Einlage, deren Rückzahlungstermin vorher genau festgelegt wird, z. B.: 30 Tage, 90 Tage, usw. Es wird eine Kündigungsfrist festgelegt. Wird nicht fristgerecht gekündigt, dann werden die Einlagen einschließlich der Zinsen zu den Konditionen der Bank wieder fest angelegt. Diese Anlageform wird deshalb Festgeld genannt, da man vor dem vereinbarten Termin nicht an sein Geld gelangen kann. Wird das Festgeld nach Ablauf des Termins nicht gekündigt, so wird die Einlage inklusive der Zinsen neu angelegt. Dies ergibt dann den Zinseszinseffekt, womit insgesamt eine höhere Verzinsung erreicht wird. Lässt man sich die Zinsen nicht ausbezahlen, sondern legt sie mit an, so nennt man das thesaurieren. Sparbrief Sparbriefe sind Wertpapiere, die von Sparkassen und Banken herausgegeben werden. Sie müssen üblicherweise am Ende der Laufzeit nicht gekündigt werden. Es gibt Sparbriefe bei denen die Zinsen jährlich ausbezahlt werden oder dem Kapital zu fließen. Für Sparbriefe gibt es oftmals eine Staffelung des Zinssatzes. Diese Zinsstaffel ist von der Dauer der Laufzeit abhängig. Werden die Zinsen nicht jährlich ausbezahlt, so werden sie am Jahresende dein Kapital zugeschlagen. Während der Laufzeit des Sparbriefes kann man normalerweise nicht an seine Einlage gelangen. Als Grundlage für das nachfolgende Kapitel soll von einer Fallstudie ausgegangen werden, bei der ein Kapital von ,00 zur Verfügung steht. Es soll so angelegt werden, dass es nach vier Jahren für die Anschaffung eines Neuwagens verwendet werden kann. Es sollen die nachfolgend beschriebenen Geldanlagen mit diesen Vorgaben verglichen werden. RLFB Niederbayern 3 von 11 IT 9 - Projektarbeit

4 Ausgesuchte Geldanlagemöglichkeiten Aktien Bavarian Air Aktie Stückkurs beim Kauf am : 9,60 Dividende 1999: 0,56 Dividende 2000: 0,60 Dividende 2001: 0,00 Dividende 2002: 0,60 Stückkurs beim Verkauf am : 9,07 Spesen bei Kauf/Verkauf 1 % des Kurswertes Depotgebühr pro Jahr: 17,50 E Stückzahl Die mögliche Stückzahl die bei einem bestimmten Kapital gekauft werden kann, errechnet sich aus dem vorhanden Kapital und dem Kaufwert pro Stück. Stückzahl = Kapital Kaufwert pro Stück Kaufwert pro Stück = Stückkurs + 1 % Spesen Kaufwert pro Stück = 9,60 + 9,60 x 0,01 Kaufwert pro Stück = 9,70 Stückzahl = Stückzahl = ,00 9,70 Bei der Berechnung der Stückzahl darf nicht gerundet werden. Das Ergebnis für die Stückzahl wäre unter Berücksichtigung auf zwei Stellen nach dem Komma 2061,86. Würde hier gerundet, dann ergäbe sich Dieser Wert darf aber nicht verwendet werden. Der Kaufwert dient zur Feststellung wie viele Aktien gekauft werden können. Kauf der Aktien Banklastschrift = Kurswert + Spesen Kurswert = Stückkurs x Stückzahl Kurswert = 9,60 x 2061 Kurswert = ,60 Spesen = 1 % x Kurswert Spesen = ,60 x 0,01 Spesen = 197,86 Banklastschrift = , ,86 Banklastschrift = ,46 RLFB Niederbayern 4 von 11 IT 9 - Projektarbeit

5 Verkauf der Aktien Banklastschrift = Kurswert Spesen Kurswert = Stückkurs x Stückzahl Kurswert = 9,07 x 2061 Kurswert = ,27 Spesen = 1 % x Kurswert Spesen = ,27 x 0,01 Spesen = 186,93 Banklastschrift = ,27-186,93 Banklastschrift = ,34 Kursgewinn/-verlust der Aktien Kursgewinn/-verlust = Bankgutschrift - Banklastschrift Bankgutschrift = ,34 Banklastschrift = ,46 Kursgewinn/-verlust = , ,46 Kursgewinn/-verlust = ,12 Gesamterfolg Gesamterfolg = Kursgewinn/-verlust + Dividendenerträge - Depotgebühren Kursgewinn/-verlust = ,12 Dividendenerträge = Stückzahl x Summe der Stückdividenden Dividendenerträge = 2061 x (0,56 + 0,60 + 0,00 + 0,60 ) Dividendenerträge = 3.627,36 Depotgebühren = Depotgebühr pro Jahr x Anzahl der Jahre Depotgebühren = 17,50 x 4 Depotgebühren = 70,00 Gesamterfolg = , ,36-70,00 Gesamterfolg = 2.080,24 Effektive Verzinsung (Rendite) Gesamterfolg x Kapital x Laufzeit Als Kapital wird die Banklastschrift eingesetzt. Gesamterfolg x Banklastschrift x Laufzeit 2.080,24 x ,46 x 4 x 365 peff = 2,60 % RLFB Niederbayern 5 von 11 IT 9 - Projektarbeit

6 Festgeld ohne Wiederanlage der Zinsen Festgeld 90-Power Kapital: ,00 Zinssatz: 3,3 % für 90 Tage Mit Zinsausschüttung Gebühr: keine Anzahl der Anlagemöglichkeit in 4 Jahren Anzahl der Anlagemöglichkeit = Anzahl der Anlagemöglichkeit = Zeitraum (Tage) Anlagedauer 4 x Anzahl der Anlagemöglichkeit = 16 Berechnung der Zinsen für eine Anlage ,00 x 3,3 % x ,74 Gesamterfolg Gesamterfolg = Anzahl der Anlagemöglichkeiten x Zinsen Gesamterfolg = 16 x 162,74 Gesamterfolg = 2.603,84 Effektive Verzinsung (Rendite) Gesamterfolg x Kapital x Laufzeit 2.603,84 x ,00 x16 x 90 3,30 % Wenn keine weiteren Erträge bzw. Aufwendungen berücksichtigt werden müssen, entspricht der Nominalzinssatz dem effektiven Zinssatz. RLFB Niederbayern 6 von 11 IT 9 - Projektarbeit

7 Festgeld mit Wiederanlage der Zinsen Festgeld Turbo-90-Power Kapital: ,00 E Zinssatz: 3,3 % für 90 Tage Zinsen werden thesauriert Gebühr: keine Berechnung der Zinsen und des neuen Kapitals für die Wiederanlage der Zinsen 90 Tage: Neues Kapital = Kapital + Zinsen , 00 x 3,3% x ,74 Neues Kapital = , ,74 Neues Kapital = , Tage: Neues Kapital = Kapital + Zinsen ,74 x 3,3% x ,06 Neues Kapital = , ,06 Neues Kapital = , 80 RLFB Niederbayern 7 von 11 IT 9 - Projektarbeit

8 270 Tage: Neues Kapital = Kapital + Zinsen ,80 x 3,3% x ,40 Neues Kapital = , ,40 Neues Kapital = , Tage: Neues Kapital = Kapital + Zinsen ,15 x 3,3% x ,78 Neues Kapital = , ,78 Neues Kapital = ,93 Gesamterfolg Gesamterfolg = Neues Kapital nach 1440 Tagen - Anfangskapital Gesamterfolg = , , 00 Gesamterfolg = 2.768,93 Effektive Verzinsung (Rendite) Gesamterfolg x Anfangskapital x Laufzeit 2.768,93 x ,00 x 16 x 90 3,51 % RLFB Niederbayern 8 von 11 IT 9 - Projektarbeit

9 Sparbrief Sparbrief MegaMoney Kapital: ,00 Zinsstaffel: 1. Jahr: 2,25 % 2. Jahr: 2,50 % 3. Jahr: 2,70 % 4. Jahr: 3,00 % Zinsen werden thesauriert Depotgebühr: 1 vom Depotwert am Jahresende Zinsberechnung Jahr 1 Neues Kapital = Kapital + Erfolg im Jahr 1 Erfolg im Jahr 1 = Zinsen - Depotgebühr Kapital + Zinsen ,00 x 2,25 % x , , ,00 20,45 Erfolg im Jahr 1 = 450,00-20,45 Erfolg im Jahr 1 = 429,55 Neues Kapital = , ,55 Neues Kapital = ,55 RLFB Niederbayern 9 von 11 IT 9 - Projektarbeit

10 Zinsberechnung Jahr 2 Neues Kapital = Kapital + Erfolg im Jahr 2 Erfolg im Jahr 2 = Zinsen - Depotgebühr Kapital + Zinsen ,29 x 2,50 % x , , ,74 20,94 Erfolg im Jahr 2 = 510,74-20,94 Erfolg im Jahr 2 = 489,80 Neues Kapital = , ,80 Neues Kapital = ,35 Zinsberechnung Jahr 3 Neues Kapital = Kapital + Erfolg im Jahr 3 Erfolg im Jahr 3 = Zinsen - Depotgebühr Kapital + Zinsen ,35 x 2,7 % x , , ,82 21,48 Erfolg im Jahr 3 = 564,82-21,48 Erfolg im Jahr 3 = 543,34 Neues Kapital = , ,34 Neues Kapital = ,69 RLFB Niederbayern 10 von 11 IT 9 - Projektarbeit

11 Zinsberechnung Jahr 4 Neues Kapital = Kapital + Erfolg im Jahr 4 Erfolg im Jahr 4 = Zinsen - Depotgebühr Kapital + Zinsen ,69 x 3,00 % x , , ,88 22,11 Erfolg im Jahr 4 = 643,88-22,11 Erfolg im Jahr 4 = 621,77 Neues Kapital = , ,77 Neues Kapital = ,46 Gesamterfolg Gesamterfolg = Depotwert Ende Jahr 4 - Anfangskapital Gesamterfolg = , , 00 Gesamterfolg = 2.084,46 Effektive Verzinsung (Rendite) Gesamterfolg x Anfangskapital x Laufzeit 2.084,46 x ,00-4 x 365 2,60 % RLFB Niederbayern 11 von 11 IT 9 - Projektarbeit

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