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1 Märkte, Rendite und Risiko: Wo geht die Reise hin? Prof. Dr. Niklas Wagner DekaBank-Stiftungslehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Finanzcontrolling Passau, 18. Juni 2007

2 Übersicht I. Märkte und Vermögensanlage II. Märkte auf langfristige Sicht: Rendite und Risiko III. Märkte auf kürzere Sicht: Rendite und Risiko IV. Ausblick 2

3 I. Märkte und Vermögensanlage 3

4 Kapitalmärkte Kapitalmärkte spielen eine volkswirtschaftlich wichtige Rolle bei Sparen und Investition Investition: Verwendung von Vermögensgegenständen zum Zweck der Produktion von Gütern und Dienstleistungen Sparen: Vermögensanlage durch private und institutionelle Anleger 4

5 Kapitalmärkte Kapitalmärkte spielen eine volkswirtschaftlich wichtige Rolle bei Sparen und Investition Investition: Verwendung von Vermögensgegenständen zum Zweck der Produktion von Gütern und Dienstleistungen Sparen: Vermögensanlage durch private und institutionelle Anleger 5

6 Vermögensanlage Traditionelle, liquide Anlageklassen: Liquidität Renten Aktien Weitere Anlageklassen ( alternative Investments ), wie z.b.: Immobilien Rohstoffe Beteiligungen (n. börsennotiert, Private Equity ) Derivate (z.t. Bestandteil von Hedge-Fonds ) 6

7 Vermögensanlage in Deutschland Eine wichtige Form der Veranlagung: Fonds Daten für Deutschland: BVI, Bundesverband Investment und Asset Management e.v. Investment 2007 Daten, Fakten, Entwicklungen, Stand Ultimo 2006: Publikumsfonds (über 3000): 616,7 Mrd. Euro (Geldmarktfonds 77,1 Mrd. Euro, Rentenfonds 146,9 Mrd. Euro, Aktienfonds 190,5 Mrd. Euro) Spezialfonds: 669,5 Mrd. Euro 7

8 Mittelaufkommen in Deutschland Quelle: Deutsche Bundesbank Kapitalmarktstatistik Mai 2007; Absatz von inländischen Investmentzertifikaten (Mittelaufkommen), monatlich von Januar 1970 bis März 2007, Mio. 8

9 Mittelaufkommen in Deutschland Quelle: Deutsche Bundesbank Kapitalmarktstatistik Mai 2007; Absatz von inländischen Investmentzertifikaten (Mittelaufkommen), monatlich von Januar 1970 bis März 2007, Mio. 9

10 II. Märkte auf langfristige Sicht 10

11 Langfristige Sicht Blick in die U.S.A. längste Kapitalmarkthistorie Zeitraum: 1900 bis Ende 2003 Quelle: Ibbotson und Sinquefield: Stocks, Bonds, Bills, and Inflation, Ibbotson Associates Inc., Chicago 11

12 Langfristige Wertenwicklung $100,000 $10,000 Common Stock US Govt Bonds T-Bills 15,578 Dollars $1,000 $ $10 $ Start of Year 12

13 Langfristige Wertenwicklung: real $1, $100 Equities Bonds Bills $10 $1 13 Dollars Start of Year

14 Langfristiges Risiko: jährl. Renditen 80% 60% 40% 20% 0% -20% % -60% 14

15 Langfristiges Risiko: Anlageklassen durchschn. Standard- Zeitraum: 1926 bis 2002 Jahresrendite % Abweichung % Verteilung Aktien großer Unternehmen Aktien kleiner Unternehmen Industrieanleihen Staatsanleihen Geldmarktpapiere Inflation

16 Langfristige Sicht 18% 16% Aktien kleiner Unternehmen Mittelwert Jahresrendite 14% 12% 10% 8% 6% 4% Schatzwechsel Staatsanleihen Aktien großer Unternehmen 2% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% Standardabweichung Jahresrendite 16

17 Langfristige Sicht 18% 16% Aktien kleiner Unternehmen Mittelwert Jahresrendite 14% 12% 10% 8% 6% 4% Schatzwechsel Staatsanleihen Aktien großer Unternehmen 2% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% Standardabweichung Jahresrendite 17

18 III. Märkte auf kürzere Sicht 18

19 Kürzere Sicht Vertrauen ist gut, Controlling ist besser Blick nach Deutschland DAX bzw. CDAX Universum Wertentwicklung Investmentstile ( Styles ) Quelle: Wilshire Navigator Risiko mehrere Risikokomponenten Quellen: Thomson Financial/Datastream, Lipper Analytical Services 19

20 Kurzfristigere Wertenwicklung Style -Faktoren bedingen insbesondere die kürzerfristige Wertenwicklung Zeitraum April 2002 bis Februar 2007 Idee: Zerlege den Index (hier den CDAX) in Aktiengruppen mit vordefinierten Eigenschaften, verfolge dann die Wertentwicklung dieser Subgruppen, Auswahlkriterien sind z.b.: Größe, Size, ( groß versus klein ) Bewertung, Value versus Growth Wertentwicklung, Momentum, ( stark versus schwach ) 20

21 Kurzfristigere Wertenwicklung CDAX SIZE CDAX Top MCAP Daily (Total Return) CDAX CDAX Bottom MCAP Daily (Total Return) CDAX SMB Daily (Total Return) /03/2002 to /04/ /03/2003 to 20/03/ /03/2004 to 09/03/ /02/2005 to 23/02/ /02/2006 to 09/02/ //2007 to 26//

22 Kurzfristigere Wertenwicklung CDAX VALUE / GROWTH CDAX Value Index Daily (Total Return) CDAX CDAX Growth Index Daily (Total Return) CDAX HML-GMV Daily (Total Return) /03/2002 to /04/ /03/2003 to 20/03/ /03/2004 to 09/03/ /02/2005 to 23/02/ /02/2006 to 09/02/ //2007 to 26//

23 Kurzfristigere Wertenwicklung CDAX MOMENTUM CDAX 6M Top Momentum Daily (Total Return) CDAX CDAX 3M Top Momentum Daily (Total Return) /03/2002 to /04/ /03/2003 to 20/03/ /03/2004 to 09/03/ /02/2005 to 23/02/ /02/2006 to 09/02/ //2007 to 26//

24 Risiko auf kürzere Sicht Markowitz -Risko: Schwankungen Markowitz -Risiko: Korrelationen Risiko i.e.s.: extreme Verluste Risiko der rein transaktionsbedingten Preisänderung ( Market Impact ): Liquidität 24

25 Markowitz -Risiko: Schwankungen Volatilität des DAX 1995 bis 2006 DAX (indexiert) Täglicher Stand des DAX (indexiert per = 100), 2. Januar 1995 bis 30. Dezember

26 Markowitz -Risiko: Schwankungen Volatilität des DAX 1995 bis DAX (indexiert) Quelle: Tägliche, bedingte Standardabweichung der Renditen des DAX geschätzt durch ein GARCH(1,1)- Modell, Basis: 3036 Tagesrenditen; Skalierung 0, entspricht z.b. einer Volatilität von 15,81% p.a. 26

27 Markowitz -Risiko: Korrelationen Korrelationen: Beispiel Deutschland versus U.S.A. Rolling 5-Y Correlation of DAX and S&P 500 in US$

28 Markowitz -Risiko: Korrelationen Korrelationen: Beispiel Deutschland versus U.S.A. Rolling 5-Y Correlation of DAX and S&P 500 in US$

29 Risiko: Extreme Verluste Negative Renditen des DAX 1995 bis 2006 Quelle: Negative DAX-Renditen (oben blau), sowie für die jeweils letzten 250 Börsentage (Zeitraum von etwa einem Börsenjahr) die beste der schlechtesten 25 vorangehenden Renditen (oben grün), auf Basis eines Pareto-Modells erfolgt damit die Berechnung des Tail Indexes (unten grün) 29

30 Risiko: Extreme Verluste Negative Renditen des DAX 1995 bis 2006 Quelle: Auf Basis der beiden vorangehenden Abbildungen erfolgt die Berechnung des unteren 1%-Quantils der empirischen Verteilung der DAX-Renditen für die jeweils vorangehenden 250 Börsentage (unten rot); 30

31 Risiko: Liquidität Amihud -Illiquidität für den DAX 1995 bis /24/2006 1/2/1995 4/18/1995 8/2/ /16/1995 3/4/1996 6/18/ /2/1996 1/17/1997 5/5/1997 8/19/ /3/1997 3/20/1998 7/6/ /20/1998 2/4/1999 5/21/1999 9/6/ /21/1999 4/5/2000 7/20/ /3/2000 2/20/20 6/6/20 9/20/20 1/7/2002 4/23/2002 8/7/ /21/2002 3/10/2003 6/24/ /8/2003 1/23/2004 5/10/2004 8/24/ /8/2004 3/24/2005 7/8/ /24/2005 2/7/2006 9/7/ /22/2006 DAX (indexiert) Illiquidität

32 Risiko: Liquidität Amihud -Illiquidität für den DAX 1995 bis /24/2006 1/2/1995 4/18/1995 8/2/ /16/1995 3/4/1996 6/18/ /2/1996 1/17/1997 5/5/1997 8/19/ /3/1997 3/20/1998 7/6/ /20/1998 2/4/1999 5/21/1999 9/6/ /21/1999 4/5/2000 7/20/ /3/2000 2/20/20 6/6/20 9/20/20 1/7/2002 4/23/2002 8/7/ /21/2002 3/10/2003 6/24/ /8/2003 1/23/2004 5/10/2004 8/24/ /8/2004 3/24/2005 7/8/ /24/2005 2/7/2006 9/7/ /22/2006 DAX (indexiert) Illiquidität L

33 Risiko: Liquidität Amihud -Illiquidität für den DAX 1995 bis /24/2006 1/2/1995 4/18/1995 8/2/ /16/1995 3/4/1996 6/18/ /2/1996 1/17/1997 5/5/1997 8/19/ /3/1997 3/20/1998 7/6/ /20/1998 2/4/1999 5/21/1999 9/6/ /21/1999 4/5/2000 7/20/ /3/2000 2/20/20 6/6/20 9/20/20 1/7/2002 4/23/2002 8/7/ /21/2002 3/10/2003 6/24/ /8/2003 1/23/2004 5/10/2004 8/24/ /8/2004 3/24/2005 7/8/ /24/2005 2/7/2006 9/7/ /22/2006 DAX (indexiert) Illiquidität L

34 Risiko: Liquidität Amihud -Illiquidität für den DAX 1995 bis /24/2006 1/2/1995 4/18/1995 8/2/ /16/1995 3/4/1996 6/18/ /2/1996 1/17/1997 5/5/1997 8/19/ /3/1997 3/20/1998 7/6/ /20/1998 2/4/1999 5/21/1999 9/6/ /21/1999 4/5/2000 7/20/ /3/2000 2/20/20 6/6/20 9/20/20 1/7/2002 4/23/2002 8/7/ /21/2002 3/10/2003 6/24/ /8/2003 1/23/2004 5/10/2004 8/24/ /8/2004 3/24/2005 7/8/ /24/2005 2/7/2006 9/7/ /22/2006 DAX (indexiert) Illiquidität Ereignisse: Asienkrise, Russlandkrise, 11. September Trendwende L

35 IV. Ausblick 35

36 Langfristig versus kurzfristig Langfristig: Vertrauen in eine funktionierende Weltwirtschaft, effiziente und liquide Märkte Kurzfristig: laufender, gradueller Wandel sowie strukturelle Brüche zusätzlich laufende Veränderungen des Marktumfeldes und der Rahmenbedingungen 36

37 Langfristig versus kurzfristig Langfristig: Vertrauen in eine funktionierende Weltwirtschaft, effiziente und liquide Märkte Kurzfristig: laufender, gradueller Wandel sowie strukturelle Brüche zusätzlich laufende Veränderungen des Marktumfeldes und der Rahmenbedingungen Finanzcontrolling 37

38 Herausforderungen Timing und Stabilität von Style -Faktoren Optimale Diversifikation bei veränderlichen Korrelationen, bessere Kontrolle des Risikos extremer Verluste ( Erdbeben-Seismograph ) Qualität von Asset Management-Dienstleistungen (u.a. Perfomance, Rating, Produkt-Komplexität, Transparenz/MIFID, Zertifikate vs. Fonds) Bedeutung von Alternative Investments, d.h. wo überwiegen Diversifikationspotentiale die Nachteile geringerer Liquidität? Messung von Liquidität und von Liquiditätsprämien 38

39 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Die Universität t Passau und die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften danken der DekaBank für die großzügige gige Stiftung. 39

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