Fachweiterbildung Notfallpflege Conditio sine qua non? Kristian Schneider Nürnberg, 10. Dezember 2011

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1 Fachweiterbildung Notfallpflege Conditio sine qua non? Kristian Schneider Nürnberg, 10. Dezember 2011

2 TED-Frage Wie die Notfallmedizin dies schon seit langem tut, sollte Notfallpflege auch eine Anerkennung als Spezialisierung einfordern? Ja, weil die Pflege dann besser wird Ja, weil der Beruf interessanter wird Ja, weil Pflegende dann mehr können und die Ärzte unterstützen Ja, weil Ärzte und Pflegende sich besser verstehen Nein, Pflege ist schon gut genug Nein, da mehr Wissen auch mehr Verantwortung bedeutet Nein, weil dann Pflegenden zu sehr in die Domäne der Ärzte eintauchen 2

3 Conditio sine qua non Die Conditio-sine-qua-non-Formel besagt, dass jeder Vorgang kausal ist und nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfällt; er muss conditio sine qua non sein. 3

4 Braucht es tatsächlich eine Fachweiterbildung? Ja, denn es gibt Besonderheiten in der Notfallpflege Trends und Entwicklungen in der Notfallpflege Beweise 4

5 1. Besonderheiten der Notfallpflege 5

6 Besonderheiten der Notfallpflege Das Spektrum der Notfallpflege Akuter Notfall Erstmanifestation einer chronischen Erkrankung Akuter Notfall im Rahmen einer chronischen Erkrankung Akute Phase einer chronischen Erkrankung Palliative Care Hochstandardisiertes Vorgehen Hohe Flexibilität Unplanbarkeit in Bezug auf Zeitpunkt und Anzahl der Patienteneintritte 6

7 2. Trends und Entwicklungen der Notfallpflege 7

8 Trends und Entwicklungen in der Notfallpflege Zwei Fragestellungen: 1. Welches sind die wichtigsten und zukunftsweisenden Themen? 2. Welche Erwartungen werden an die Notfallpflege gestellt? 8

9 Ergebnisse Patientengruppen/Krankheitsbilder Grade-Skill-Mix auf Notfallstationen Strukturelle Gegebenheiten auf Notfallstationen Katastrophen, neue Bedrohungen durch Krieg und Terror 9

10 Patientengruppen / Krankheitsbilder Betagte Patienten / Pflegenotfälle Chronische Krankheiten Vulnerable Gruppen (Minoritäten, Migranten, nicht- Versicherte (US) Infektionen Kritisch Kranke Angehörige Pat mit psych. Problemen (Substanzgebrauch, Agression/ Gewalt, Intoxikationen) 10

11 Bsp.: Chronisch Kranke und Betagte BMJ 325 (2002) cover Anzahl Treffer Jahr Literatur zu betagten Patienten auf NFS

12 Grade-Skill-Mix auf Notfallstationen Neue Skills (z.b. Triage, Screening, Assessment) Technisierung (NIV) neue Labor-Marker neue Medikamente und Neue Grades (Emergency Nurse Practitioner, Geriatric Emergency Nurse, Clinical Nurse Specialist) 12

13 Strukturelle Gegebenheiten auf Notfallstationen Wartezeiten Personelle Ressourcen Bettenknappheit Räumliche Gestaltung von NFS 13

14 Katastrophen, neue Bedrohungen durch Krieg und Terror Naturkatastrophen und Pandemien 14

15 1. Erwartungen und Themen Die Notfallpflege bietet ihren Patienten eine sichere und patientenzentrierte Betreuung auf höchstem Niveau an. = Best Practice Best Care Evidenz Patientenzentrierung Sicherheit Effizienz, Effektivität, Kostenbewusstsein Interprofessionelle Zusammenarbeit 15

16 2. Erwartungen und Themen Die Notfallpflege ist auf lokale, nationale und internationale Trends vorbereitet. = Practice Developement Veränderung der Notfallpopulation Neue Skills Neue Finanzierung Knappe Ressourcen 16

17 3. Erwartungen und Themen Die Notfallpflege beteiligt sich aktiv an der Weiterentwicklung ihres Berufes = Curriculum Fachweiterbildung Politische Ebene Forschung 17

18 Beweisen 18

19 NDS Notfallpflege Schweiz Evaluation einer Fachweiterbildung in Notfallpflege anhand klinischer kritischer Ereignisse¹ Wahrnehmung eines kritischen Ereignisses Daraus resultierendes Handel ¹Rettke H, Martin J, Langewitz W, Universitätsspital Basel, Pflegepädagogik

20 Beispiel zu Patienten und Angehörige Vorher: sie ist dagestanden und hat geheult. Niemand hat sich ihr widmen können Und ich bin auch nicht fähig gewesen im nachhinein zu ihr zu gehen das ist ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Ich bin selber mit mir beschäftigt gewesen. Nachher: Angehörige spielen insofern eine Rolle, das man bewusster auf sie zugeht. Dass man sie bewusster einbezieht. Wenn man sie informiert, kann das viel differenzierter ablaufen. So dass sie dann sagen: OK, jetzt habe ich es verstanden. 20

21 Beispiel zu Berufspersonen Vorher: Ich habe ein Defizit in den medizinischen Kenntnissen. Das ist auch der Grund weswegen ich jetzt diese Ausbildung mache zuviel Panik die vielleicht nicht nötig wäre. Das weiss ich eben, das ist ein Riesenproblem, wie ich denke. Nachher: Ich traue mir mehr zu. Zusammenhänge sind mir klarer und ich verstehe die Erklärungen Ich kann auch besser argumentieren, auch mit Kolleginnen, auch mit Ärzten. Ich kann besser überzeugen, vernünftiger erklären. 21

22 Beispiel zu Strukturen Vorher: Was mich an die Grenze bringt, ist die momentane Situation Zuviele Patienten in der gleichen Zeit gut zu Betreuen. Wir haben zu wenig techn. Möglichkeiten und zu wenig Personal. Wenn jetzt noch ein Patient kommt, dann fällt es mir schwer Prioritäten zu setzen. Nachher: Ich bin der Meinung, dass wir für die chronisch Kranken eine andere Organisation brauchen, damit wir alle (Anm. Arzt und Pflege) an einem Strick ziehen. 22

23 Resumée Erweiterung der Entscheidungsmöglichkeiten durch Kompetenzsteigerung! - Negative Stressauslöser nehmen in ihren Auswirkungen ab - Verbesserte interprofessionelle Kommunikation und aktive Gestaltung der Zusammenarbeit - Steigerung des fachl. Selbstvertrauens und Handlungssicherheit - Konstruktive Beiträge in der Diskussion führt zu verbesserten Patientenergebnissen - Höhere Berufszufriedenheit 23

24 Vielen Dank! Kristian Schneider 24

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