Bleib aufrecht Psychologische Risiko- und Schutzfaktoren bei Rückenschmerz. Mag. Helene Mallinger

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2 Bleib aufrecht Psychologische Risiko- und Schutzfaktoren bei Rückenschmerz Mag. Helene Mallinger

3 Inhalt Warum schmerzpsychologische Therapie? Wann schmerzpsychologische Therapie? Ziele einer schmerzpsychologische Therapie Methoden der schmerzpsychologische Therapie

4 Störungsverständnis vieler PatientInnen Der Schmerz wird als Gefahr und als Fremdkörper gesehen, der mit allen Mitteln bekämpft und ausgetrieben werden muss Die PatientInnen reiben sich auf im Versuch, den Schmerz irgendwie in den Griff zu bekommen Aus dem ursprünglichen Leiden durch den Schmerz entsteht erneutes, zusätzliches Leiden aufgrund misslungener Kontrollversuche (unzählige Arztbesuche, Enttäuschungen, Ablehnung von IV-Anträgen etc.)

5 Konsequenz In vielen Fällen von chronischen Schmerzen ist der Versuch der absoluten Kontrolle über den Schmerz häufig nicht die Lösung, sondern das Problem: Energielosigkeit, Unruhe, Verzweiflung, Angst Vermeidungsverhalten, Rückzug Hadern mit der Realität, nicht akzeptieren können Verlust des Kontakts mit dem Hier und Jetzt Werteverlust/-krise, Identitätsverlust/-krise

6 Warum schmerzpsychologische Therapie? somatisch psychogen Was löst den Schmerz aus? Welche Faktoren beeinflussen das Schmerzerleben?

7 Warum schmerzpsychologische Therapie? Biologische Faktoren Psychologische Faktoren Soziale Faktoren Schmerzerleben Ursache Verlauf Folgen Entstehung Aufrechterhaltung

8 Warum schmerzpsychologische Therapie? psychosoziale Probleme Traumata Überforderungssituationen Leistungsdenken Schmerzerleben Ursache Entstehung

9 Risikoverhaltensweisen Streng dich an! Sei stark! Beeil dich! Leistungsdenken Sei perfekt! Mach s recht! 9

10 Risiko- und Schutzverhalten Antreiber Erlaubnis Ich darf stark sein und zugleich Bedürfnisse haben! Sei stark! Ich darf meinen Gefühlen trauen und mich von Ihnen leiten lassen! Ich brauche niemanden zu beeindrucken, um gemocht zu werden! 10

11 Risiko- und Schutzverhalten Antreiber Erlaubnis Ich brauche nicht für andere zu denken und Verantwortung übernehmen! Streng dich an! Ich darf mich über das Erreichte freuen und mich ausruhen! Ich darf mir helfen lassen! 11

12 Risiko- und Schutzverhalten Antreiber Erlaubnis Ich darf mir Zeit nehmen und es auf meine Art tun! Beeil dich! Ich darf mich ienlassen und genießen! Ich brauche anderen nicht vorauszueilen, um beachtet zu werden! 12

13 Risiko- und Schutzverhalten Antreiber Erlaubnis Ich darf mich wichtig nehmen und herausfinden, was ich selbst will! Mach s recht! Ich darf nachdenken, bevor ich es auf meine Art tue! Ich habe das Recht auf eine eigene Meinung! 13

14 Risiko- und Schutzverhalten Antreiber Erlaubnis Ich darf Fehler machen, ohne mich unzulänglich zu fühlen und kann daraus lernen! Sei perfekt! Ich darf meinen eigenen Stil entwickeln! Ich darf die Zusammenarbeit mit anderen genießen! 14

15 Risikoverhaltensweisen für die Chronifizierung Vermeidungsverhalten bei sozialen und körperlichen Aktivitäten Durchhaltestrategien im Sinne von Überforderung trotz stärkster Schmerzen nichtverbales Ausdrucksverhalten Signalisieren von Schmerzen durch Mimik, Gestik, Körperhaltung, Stimmlage, Betonung Ablenkung im Sinne des Ignorierens

16 Wann schmerzpsychologische Therapie? erkennbare Risikofaktoren persönliche oder zwischenmenschliche Konflikte, welche mit der Schmerzsymptomatik einhergehen Depressionen und Ängste ausgeprägte Inaktivität und sozialer Rückzug Medikamentenmissbrauch und abhängigkeit

17 Wenn Schmerz chronisch wird, Beruf Freunde Schmerz Hobby Schlaf Familie Urlaub

18 nimmt er immer mehr Raum im Leben ein. Schmerz

19 Ziel: Den Einfluss des Schmerzes verringern Schlaf Familie Schmerz Beruf Hobby

20 und den Schmerz aus dem Mittelpunkt des Lebens rücken Beruf Freunde Schmerz Hobby Schlaf Familie Urlaub

21 Psychologische Methoden zur Schmerzbehandlung Kognitive Verhaltenstherapie Hypnotherapie Biofeedback

22 Kognitive Verhaltenstherapie Erarbeiten eines individuellen Erklärungsmodells Entspannungsverfahren

23 Individuelles Erklärungsmodell Welche Faktoren spielen bei der Entwicklung meiner Schmerzen eine Rolle? KÖRPERLICH PSYCHISCH SOZIAL Schmerzbedingte (oder sonstige) Veränderungen: Worunter leide ich jetzt? KÖRPERLICH PSYCHISCH SOZIAL Was kann ich verändern, um meine Situation zu verbessern? KÖRPERLICH PSYCHISCH - SOZIAL

24 Entspannungsverfahren Senkung des Erregungsniveaus Schmerzhemmende Wirkung Durchbrechen des Teufelskreises aus Schmerz und Anspannung Ziel: Selbständige Anwendung in Belastungssituationen Systematisches und ausdauerndes Üben nötig

25 Hypnotherapie Tiefenentspannung Suggestionen werden leichter angenommen und können für Heilungsprozesse genutzt werden

26 Biofeedback Messung von Körpersignalen wie: Muskelspannung Durchblutung Atmung Systematische Rückmeldung der Körpersignale Erlernen der willentlichen Beeinflussung

27 Danke für Ihre Aufmerksamkeit! Mag. Helene Mallinger Klinische und Gesundheitspsychologin Psychoonkologin, Psychologische Schmerztherapeutin Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz Institut für Klinische und Gesundheitspsychologie Seilerstätte Linz Praxis Römerstraße 80a 4600 Wels

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