Die Arbeitsmarktakteure der Westpfalz für eine demografie-sensible Arbeitsmarktpolitik. M ä r z Gemeinsame Erklärung

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1 Die Arbeitsmarktakteure der Westpfalz für eine demografie-sensible Arbeitsmarktpolitik M ä r z Gemeinsame Erklärung

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4 Ausgangslage Das Schrumpfen und Altern der Erwerbsbevölkerung wird den Arbeitsmarkt künftig tiefgreifend verändern. Der Bezirk der für die Westpfalz zuständigen Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens weist einen Bevölkerungsrückgang von 5,4% innerhalb der letzten zehn Jahre auf. In dieser Zeit ist die Bevölkerung um über Menschen zurückgegangen. Diese Tendenz wird sich weiter fortsetzen. In der Region sind über Erwerbspersonen ab 50 Jahren beschäftigt. Diese werden im Laufe der nächsten 15 Jahre den Arbeitsmarkt verlassen. Gleichzeitig werden die Schulabsolventenzahlen in den nächsten acht Jahren voraussichtlich um bis zu 16 Prozent sinken. Vor dem Hintergrund dieser demografischen Entwicklung ist es eine Herausforderung für die gesamte Arbeitsmarktregion, den Ersatzbedarf an qualifizierten Erwerbspersonen sicherzustellen und zu decken. Ziele Die Unterzeichner dieser Erklärung sind sich einig, dass der demografische Wandel in der Arbeitswelt ein rechtzeitiges Handeln erforderlich macht. Nach Auswertung der relevanten Struktur- und Arbeitsmarktdaten in der Region aus dem Arbeitsmarktmonitor der Bundesagentur für Arbeit ergeben sich folgende Handlungsfelder: 1. Arbeitskräftenachwuchs bestmöglich erschließen Im Hinblick auf die rückläufigen Schulabsolventenzahlen ist es wichtig, dass alle jungen Menschen die Möglichkeit eines Schulabschlusses mit erfolgreichem zügigem Übergang in den Ausbildungsmarkt oder Studiengang erhalten. Eine rechtzeitige Berufsorientierung ist hierbei ebenso wichtig wie die Unterstützung der Ausbildungsreife. Die duale Ausbildung stellt das Herzstück der zukünftigen Fachkräftesicherung dar. 2. Übergang zwischen Ausbildung und Beruf sicherstellen Jugendliche haben nach abgeschlossener Ausbildung häufig Probleme, nahtlos auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Bei jungen Arbeitskräften, die bei der Wahl ihres Wohn- und Arbeitsortes relativ mobil sind, kann daraus die Bereitschaft entstehen, die Region zu verlassen. Für die Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs ist es von entscheidendem Interesse, den Übergang zwischen Ausbildung und Beruf friktionsfrei zu gestalten.

5 3. Ältere Arbeitnehmer stärker am Arbeitsmarkt beteiligen und möglichst lange am Arbeitsmarkt halten Ältere Menschen stellen einen immer größeren Anteil an der Erwerbsbevölkerung. Gleichzeitig sind gut ein Drittel aller arbeitslosen Männer und Frauen 50 Jahre und älter. Die Nutzung ihres Potenzials wird zunehmend wichtiger. Eine altersangemessene Arbeitsgestaltung und ein Bewusstseinswandel auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sind hier von besonderer Bedeutung. 4. Arbeitskräftepotenzial von Frauen und ihre Qualifikationen besser nutzen Frauen stellen ebenfalls ein beachtliches und zum Teil gut qualifiziertes Arbeitskräftepotenzial dar. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Kaiserslautern- Pirmasens beträgt die Beschäftigungsquote der Frauen 47,4 Prozent. Verbesserte Bedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie das Sicherstellen bedarfsgerechter Betreuungsangebote für Kinder und familienfreundliche Gestaltung von Arbeitszeiten sind hierbei wichtige Faktoren. 5. Für den Personenkreis der Langzeitarbeitslosen verstärkt Qualifizierungsanstrengungen unternehmen und die Akzeptanz bei Arbeitgebern fördern Langzeitarbeitslosigkeit geht häufig mit schwierigen sozialen Verhältnissen und schlechter Bildungslage einher. Diese Problematik konzentriert sich vor allem in den Städten, wo der Anteil hilfebedürftiger Personen in der Grundsicherung (SGB II) deutlich höher ist als in den Landkreisen. Die Nachfrage nach gering Qualifizierten wird zukünftig weiter zurückgehen. Umso wichtiger ist eine marktorientierte Qualifizierung. 6. Hochqualifizierte Fachkräfte für die Region gewinnen und halten Prognosen zeigen, dass der Bedarf an Akademikern weiter steigen wird. Die Entwicklung in der Region weist einen kontinuierlichen Anstieg von höher qualifizierten Arbeitskräften auf, der sich überwiegend in den Städten mit wachsenden jungen Branchen (z.b. IT, Forschung und Entwicklung) konzentriert. Zum einen gilt es, hochqualifizierte Fachkräfte für die Region zu gewinnen, zum anderen müssen die an den lokalen Hochschulstandorten qualifizierten Fachkräfte in der Westpfalz gehalten werden.

6 Maßnahmen Die unterzeichnenden Arbeitsmarktakteure nehmen die aufgezeigten Ziele als wichtige Bausteine zur Sicherung der Beschäftigung in der Arbeitsmarktregion an und verpflichten sich, die genannten Themen und Zielsetzungen in ihren Gremien zu kommunizieren und weiterzuverfolgen. Es bedarf jedoch weiterer Maßnahmen wie beispielweise der Intensivierung der Netzwerkarbeit in der Region, der Kommunikation von bestehenden Projekten und best-practice- Beispielen, der Initiierung von Kooperationen und Projekten zur Erreichung einzelner aufgeführter Ziele, der Beratung und Unterstützung der Unternehmen, insbesondere der Personalverantwortlichen, zur demografie-bewussten Personalpolitik sowie der gezielten Information und Aufklärung von Arbeitnehmern und Arbeitsuchenden.

7 Kooperationspartner Nachfolgend aufgeführte Kooperationspartner (Einrichtungen / Institutionen / Personen) stimmen mit ihrer Unterschrift den in der Erklärung genannten Themen und Zielsetzungen zu und sind mithin bereit, diese zu kommunizieren und weiterzuverfolgen. Hans-Joachim Omlor Dr. Hanno Scherer und Michael Detjen Dr. Klaus Weichel Dr. Bernhard Matheis Kurt Pirmann Winfried Werner Paul Junker Dr. Winfried Hirschberger Hans Jörg Duppré Klaus Theato Günter Andes Gerd Ebel Peter Schmidt Erich Königstein Michael Schaum Ralf Hellrich Helmut Knieriemen Walter Scherer und Dr. Philip Pongratz Hartwig Wolf Thomas Weyrich Anne Kraft Prof. Dr. Helmut J. Schmidt Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens Alternierende Vorsitzende des Verwaltungsausschusses der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens Oberbürgermeister der Stadt Kaiserslautern Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens Oberbürgermeister der Stadt Zweibrücken Landrat des Donnersbergkreises Landrat des Landkreises Kaiserslautern Landrat des Landkreises Kusel Landrat des Landkreises Südwestpfalz und Kommunales Jobcenter Landkreis Südwestpfalz Jobcenter Donnersbergkreis Jobcenter Stadt Kaiserslautern Jobcenter Stadt Pirmasens Jobcenter Landkreis Kaiserslautern Jobcenter Landkreis Kusel IHK Pfalz, Dienstleistungszentrum Kaiserslautern Handwerkskammer der Pfalz Kreishandwerkerschaft Westpfalz Wirtschaftsförderungsgesellschaft Stadt und Landkreis Kaiserslautern Kreisverwaltung Donnersbergkreis Kreisverwaltung Kusel, Wirtschaftsservicebüro Wirtschaftsförderung Stadt Zweibrücken Technische Universität Kaiserslautern

8 Prof. Dr. Konrad Wolf Dr. Gerhard Braun Elvira Tölkes Cordula Barsnick und Wolfgang Schneider Dr. Hanno Scherer Peter Förster Michael Detjen Sigrid Meier Françoise Fuchs und Dr. Ludger Müller Prof. Dr. Ralph Wiegland Stefan Kuntz Gustav Herzog Anita Schäfer Alexander Ulrich Margit Conrad Alexander Fuhr Andreas Hartenfels Jochen Hartloff Simone Huth-Haage Marcus Klein Marlies Kohnle-Gros Ruth Leppla Margit Mohr Thomas Wansch Thomas Werner Fachhochschule Kaiserslautern Karl Otto Braun GmbH & Co. KG, Wolfstein Adam Opel AG, Werk Kaiserslautern BorgWarner Turbo Systems GmbH, Kirchheimbolanden Einzelhandelsverband Rheinhessen-Pfalz Westpfalz-Klinikum GmbH, Kaiserslautern DGB Region Westpfalz und IG Metall Kaiserslautern Ver.di Westpfalz ZiRKL Kaiserslautern Business + Innovation Center Kaiserslautern GmbH Vorstandsvorsitzender, 1. FC Kaiserslautern Mitglied des Deutschen Bundestages Mitglied des Deutschen Bundestages Mitglied des Deutschen Bundestages Kaiserslautern, im März 2013

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