Die 5 Prinzipien des Circling Version 1.0

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1 Die 5 Prinzipien des Circling Version 1.0 Wofür sind die Prinzipien da? Prinzipien sind Dynamiken und Gesetzmäßigkeiten aus denen Anderes entspringen kann Wenn wir Circling als eine Art Weltraumabenteuer betrachtet dann stellen diese Prinzipien unser Raumschiff dar. Je mehr wir diese Prinzipien verkörpern, um so besser ist unser Raumschiff. Und je besser unser Raumschiff ist, um so weiter können wir in unbekannte Galaxien vorstoßen und an die Grenze gehen. Und dort noch mehr Transformation und Verbindung erleben. Diese Prinzipien sind keine strikten Regeln. Mir fallen eine Hand voll Circles ein in denen es die liebevollste Option war ein Prinzip zu brechen. Vielmehr geht es darum sie zu verkörpern und zu leben. Die 5 Prinzipien: 1 Commitment zur Beziehung 2 Übernimm Verantwortung für deine Erfahrung 3 Vertraue deiner präsenten Erfahrung 4 Bleib auf dem Level der Empfindung 5 Sei mit dem Anderen in seiner Welt Quellen: Circling Europe, John Tompson, Sean Wilkinson Circling Deutschland, Lucas Forstmeyer The Circling Handbook, Marc Beneteau

2 1 Commitment zur Beziehung Die Personen mit denen ich gerade im Kontakt bin, sind in diesem Moment die wichtigsten Personen für mich. Im Alltag passiert es häufig das ich mich Menschen oder Situationen langweilen, mir Angst machen, zu Intensiv sind oder mich wütend machen. Häufig gehe ich solchen Gefühlen aus dem Weg, schaue aufs Handy oder werde apathisch und müde. Circling ist die Einladung, sich auf das Abenteuer einzulassen, genau mit diesen Themen in Kontakt zu gehen und sie anzusprechen. Gerade wenn schwierigere Situationen aufkommen, ist dieses Prinzip gefragt. Wie in der Meditation, bleibe ich präsent im Kontakt, auch wenn schwierige Gefühle auftauchen. Dieses Prinzip heißt nicht, das ich dich nicht aus dem Raum gehen lasse oder du keine Pause vom Circlen machen darfst. Es heißt auch nicht das wir immer nett zueinander sein müssen. Es heißt schlicht das wir uns die Dinge anschauen, die sonst Verbindung verhindern. Ein wichtiger Schlüssel ist zu unterscheiden, ob ich authentisch aus dem Kontakt gehen will, oder ob ich einen Kontakt vermeide, der mich gerade herausfordert. Dieses Prinzip heißt auch das wir in Gruppen darauf achten, das jeder Involviert und verbunden ist. Niemand wird zurück gelassen. Das heißt nicht das jeder die ganze Zeit aktiv sein muss. Es gibt Circles in denen Menschen die ganze Zeit nicht reden und trotzdem ein präsenter und wichtiger Teil der Gruppe sind. Es heißt schlicht dass wir darauf achten, dass alle mit im Boot sind. Häufig geben gerade die Leute die sich sonst sehr zurückhalten dem Circle mit ihrer Perspektive die richtige Würze. Durch dieses Prinzip ehren wir das wir alle eins sind.

3 2 Übernimm Verantwortung für deine Erfahrung Niemand außer mir selbst dafür verantwortlich ist was ich gerade fühle, denke und tue. Es passierte häufig, das ich wütend werde weil mich jemand beleidigt, mir etwas nicht geben will, mich langweilt oder sich unpassend verhält. Dann rege ich mich auf, bin der Meinung dass der Andere sich ändern soll oder stelle Überlegungen an, woher dieses schlechte Verhalten kommt. Circling hat mir gezeigt, wie kraftvoll es ist selbst 100 prozentig Verantwortung für das was ich fühle, denke oder tue zu übernehmen. Bewertung und Verurteilungen über das Verhalten der anderen trennen mich von meiner eigenen Erfahrung und Kraft. Interpretationen, Projektionen, Theorien sind immer diskutierbar, Erfahrungen nicht. Verantwortung für seine Erfahrung zu übernehmen, heißt auch sich verletzbar zu machen. Doch dadurch entsteht eine Atmosphäre von Intimität und Integrität, in der wir uns wieder als Brüder und Schwestern vertrauen lernen. Für mich sind es Gänsehaut-Momente, wenn jemand im anfängt, für seine Erfahrung Verantwortung zu übernehmen. Für diejenigen ist das meistens nicht leicht und mit Trauer, Wut, oder Scham verbunden. Aber von Außen wirkt es wie ein heroischer Akt, der niemanden kalt lässt und die ganze Gruppe berührt. Im englischen Circling bezeichnet man diesen Prozess als ownen. Schlüssel dafür ist die Unterscheidung zwischen Interpretation und Beobachtung. Beobachtungen ist alles was ich mit meinen 5 Sinnen wahrnehmen kann. Interpretationen sind die Geschichten die ich mir dazu erzähle. Eine Interpretation kann diskutiert werde, eine Beobachtung nicht. Dabei dürfen Interpretationen durchaus Teil eines Circles sein. Im Circling lernen wir sie zu ownen indem wir sie als solche labeln. Auch wenn ich eine Geschichte über die Vergangenheit erzähle, weshalb ich gerade etwas fühle, kann es passieren, das ich Verantwortung abgebe und den gegenwärtigen Augenblick verlasse. Durch dieses Prinzip ehren wir das wir als Individuum ganz sind.

4 3 Vertraue deiner präsenten Erfahrung Ich kommuniziere meine Erfahrung im Moment der Erfahrung. Viele Gespräche drehen sich darum wie wir jene Person, Situation, jenes Gespräch empfunden haben. Dann trauere ich häufig ein wenig um die Lebendigkeit, die es gebracht hätte wenn diese Gefühle/Gedanken/Impulse in der Situation um Ausdruck gekommen währen. Im Circling stelle ich die Einladung, damit da zu sein, was gerade bei dir ist, egal ob ich es gerade als falsch oder richtig empfunden wird. Häufig tauchen in uns Gefühle/ Impulse/Gedanken die wir normalerweise nicht aussprechen: Das langweilt mich, Ich werde gerade geil auf dich, Ich glaube dir das nicht um ein paar Beispiele zu geben. Ich bin ein großer Fan der Achterbahnfahrt die es bedeutet gerade da solche Sachen auszusprechen gehen. Durch Anwenden dieses Prinzip verlassen wir den sicheren Hafen von Konzepten und springen in das lebendige Abenteuer des Augenblicks. Ich finde Circling immer dann am spannendsten, wenn ich nicht weiß was als Nächstes kommt. Wenn ich etwas bemerke, das sich auszusprechen wie ein Sprung von der Klippe anfühlt, dann ist das der Ruf des Abenteuers. Durch dieses Prinzip ehren wir das der Augenblick perfekt ist.

5 4 Bleib auf dem Level der Empfindung Ich bin präsent mit meinem Körper bin. Wenn bei mir Gefühle auftauchen die herausfordernd sind habe ich häufig die Tendenz erklären zu wollen, woher es kommt. Ich bin traurig, wütend, schäme mich weil. Ich will das es Sinn macht. Häufig sind Interpretation eine Strategie um mich zu beruhigen. Das ist das Geschenk von Gedanken. Mit ihnen kann ich mit meiner Aufmerksamkeit hingehen, wo ich will. Auch aus dem Kontakt, meinem Körper und dem Moment. Nur häufig, schneide ich mich dadurch von der vollen Erfahrung meiner Gefühle und aus dem Augenblick ab. Unser Körper ist unser stärkstes Tool um im hier und jetzt zu bleiben Je mehr ich Verbunden und im Augenblick bin, um so mehr kann ich meinen Körper spüren. Der Bezug auf den Körper befreit Circling von Hirnwichsereien und emotionalen Schauspielen. Wenn wir mit unserem Körper präsent sind machen wir einen Schritt weg von mentalen Konzepten, hin zu gelebter Erfahrung. Unser Körper ist das Werkzeug womit wir die Welt verändern können, und sie am direktesten Erfahren. Dieses Prinzip heißt nicht das wir nur noch über Körperempfindungen reden. Es heißt das wir mit unserer Aufmerksamkeit und dem was wir sagen in Verbindung zu unserem Körper bleiben. Ein wichtiger Schlüssel ist Langsamkeit und Schweigen. Das Einhalten dieses Prinzips bringt uns aus der Unendlichkeit der Möglichkeiten, was wir gerade erfahren können auf den Punkt der gegenwärtigen Erfahrung. Das Geschenk dieses Prinzips ist die Integrität zu sagen was ich denke und fühle. Und zu tun was ich sage. Durch dieses Prinzip ehren wir, das wir Wesen aus Fleisch und Blut sind.

6 5 Sei mit dem Anderen in seiner Welt Ich nehme den anderen ganz an wie er ist und versuche nicht ihn zu ändern. Im Circling vermeiden wir Ratschläge. Häufig verursachen Ratschläge die nicht auf einer Verbindung erfolgen das Menschen sich nicht gesehen fühlen und zerstören so Verbindung. Durch dieses Prinzip schaffen wir einen gemeinsamen Raum von Akzeptanz und Liebe. Im Circling versuchen wir nicht einander zu ändern, oder zu therapieren. Klar das kann manchmal sehr herausfordernd sein. Gerade wenn ich denke, dass der andere mentalisiert, projiziert, nicht im Augenblick ist oder Etwas ausweicht. Durch Einhalten dieses Prinzip kann ich lernen dem anderen Raum geben sich zu verändern und kultiviere meine Fähigkeit zu lieben. Ich Verzichte, auf Konzepte, die die Illusion fördern den anderen ganz durchschaut zu haben und lenke meine Aufmerksamkeit auf die Erfahrung meines gegenüber. Wir lernen den anderen als göttliches Mysterium zu sehen, das nie voll verstanden und in ständiger Veränderung ist. Es ist ein Ansatz der radikalen Neugierde. Wie genau fühlt es sich für den anderen an, traurig zu sein? Wie ist es für ihn diese Geschichte zu erzählen? Dieses Prinzip symbolisiert für mich einen wichtigen Unterschied von Circling zu Therapie und Coaching. Auch wenn Circling heilen und starke Veränderungen verursachen kann, so ist das nicht das Ziel. Circling schaut und umarmt einfach das, was gerade da ist. Ich finde dieses Video von Brene Brown zeigt den Unterschied sehr gut: https://www.youtube.com/watch?v=1evwgu369jw Ein Schlüssel bei diesem Prinzip war für mich zu ownen wenn ich jemanden ändern möchte, indem ich ausspreche, das ich ihn ändern möchte. Durch dieses Prinzip ehren wir das der andere ganz und heil ist.

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