Vergleich künstlerischer, religiöser und gesellschaftlicher Motive in Goethes Prometheus und Ganymed

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1 Germanistik Susanne Fass Vergleich künstlerischer, religiöser und gesellschaftlicher Motive in Goethes Prometheus und Ganymed Examensarbeit

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3 Universität Mannheim Wissenschaftliche Arbeit im Fach Deutsch: Vergleich künstlerischer, religiöser und gesellschaftlicher Motive in Goethes Prometheus und Ganymed Von: Susanne Fass Germanistik/Politikwissenschaft LA 9. Semester

4 Inhaltsangabe 1.. Einleitung Sturm und Drang Entstehung des Sturm und Drangs Der Begriff des Genies Die Begriffe der Natur und des Schöpfers Religion im 18. Jahrhundert Entstehung Entstehung der Prometheus-Ode Entstehung der Ganymed-Ode Stoffgeschichte Die Griechische Mythologie Das Mittelalter und die Renaissance Das 18. Jahrhundert Umwandlungen durch Goethe Vergleich der Prometheus-Ode und der Ganymed-Ode Der künstlerische Aspekt Direkte Ebene Indirekte Ebene Der religiöse Aspekt Direkte Ebene Indirekte Ebene Der gesellschaftliche Aspekt Direkte Ebene Indirekte Ebene Zusammenfassung Literaturangabe...56

5 1. Einleitung Die beiden Gedichte Goethes, die Prometheus-Ode und die Ganymed-Ode, beschäftigen sich größtenteils mit den gleichen drei Aspekten, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. In diesen beiden Gedichten Goethes Prometheus und Ganymed herrschen vor allem drei Themen vor. Diese handeln von künstlerischen, religiösen und gesellschaftlichen Motiven. Das erste Kapitel meiner Arbeit beschäftigt sich mit dem Sturm und Drang. Zentrale Begriffe und Einstellungen in dieser Zeit werden erläutert. Danach werde ich auf die Entstehungsgeschichte der beiden Gedichte eingehen. Darauf folgt die Stoffgeschichte mit der Darlegung des ursprünglichen griechischen Mythos der beiden Hauptfiguren und ihres wandelnden Symbolcharakters durch das Mittelalter, die Renaissance und das 18. Jahrhundert hinweg. Schließlich gehe ich dann auf die Umwandlung des Mythos durch Goethe ein. Im Hauptteil analysiere ich Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Gedichte. Dabei stelle ich das jeweilige Thema sowohl in seiner direkten Bedeutung als auch in seiner indirekten Bedeutung heraus. Direkt sind die Motive, welche im Gedicht unverkennbar vom Autor angesprochen werden. Indirekt sind diejenigen, die über das direkt Gesagte hinaus gehen, die sich aber durch den Inhalt des Gedichtes interpretieren lassen. Die Ursache dieses Vorgehens liegt in der unterschiedlichen Ausprägung der direkten und der indirekten Ebenen. Manche Aspekte werden in dem einen Gedicht stärker direkt angesprochen als indirekt oder umgekehrt. Jeder der drei genannten Aspekte steht jedoch in enger Verbindung mit den beiden anderen. Klare Abgrenzungen zwischen diesen lassen sich daher nicht vornehmen. Unterschiede sind in den beiden Gedichten in dem Grad der Intensität des direkt oder indirekt Angesprochenen erkennbar. Manchmal wird eine Thematik in einem der Gedichte auch gar nicht angesprochen, dafür aber in dem anderen. Man kann also sagen, dass sich die beiden Gedichte gegenseitig ergänzen. Erst wenn man beide Gedichte gemeinsam analysiert, erhält man eine umfassende Betrachtungsweise des jeweiligen Aspekts. 1

6 2. Sturm und Drang 2.1 Entstehung des Sturm und Drangs Die Zeit des Sturm und Drangs beschränkt sich, sofern man den Begriff eng fasst, auf den Zeitraum der 1770er Jahre. Auch der beteiligte Personenkreis zählt nur einige wenige Mitglieder. Jakob Michael Reinhold Lenz, Maximilian Klinger, Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller waren die Hauptpersonen. Fasst man den Begriff jedoch weiter, so ergibt sich eine Zeitspanne, die sich etwa über 30 Jahre erstreckt. Als Beginn der Sturm-und-Drang-Periode kann man die Begegnung Goethes mit Herder in Straßburg im September 1770 festsetzen, da zu dieser Zeit Goethe unter der Belehrung Herders eine entscheidende Entwicklung erfuhr. Diese Phase dauerte etwa ein halbes Jahr. Im April 1771 verließ Herder Straßburg. Die nächste Bekanntschaft machte Goethe kurz danach mit Lenz. Und auch der Aktuar Josef Daniel Salzmann ist für den Autor von großer Bedeutung. Bei ihm traf man sich zum Gedankenaustausch sowie zum Vortragen der eigenen Werke. Im August 1771 verließ dann auch Goethe Straßburg. Seine nächste literarische Tätigkeit begann er bei den Frankfurter Gelehrten Anzeigen. Johann Heinrich Merck, er gehörte in Darmstadt dem Kreis der Empfindsamen um die Landgräfin von Hessen an, hatte die Zeitschrift 1772 übernommen. Als Mitarbeiter konnte dieser neben Goethe u.a. auch Johann Georg Schlosser und Herder gewinnen. Die Zeitschrift stand zu dieser Zeit damit entscheidend unter dem Einfluss des Sturm und Drangs sowie unter der Genieästhetik. In diesem Rezensionsorgan konnte man sowohl die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen als auch literarischen Überzeugungen der Beteiligten erfahren. Während die wissenschaftlichen Beiträge eine aufklärerische Wirkung hatten, waren die literarischen meist polemischer Natur. In keiner anderen Zeitschrift meldete sich die neue Generation mit dem ihr eigenen Stil so zu Wort wie in dieser. Viele Beiträge können keinem genauen Autor zugeordnet werden, da es sich oft um Gemeinschaftsarbeiten handelte. Weil sich die Schrift gegen den Feudalismus und den orthodoxen Glauben aussprach, kam sie jedoch schnell in Konflikt mit der Frankfurter Geistlichkeit. Ende 1772 mussten die Arbeiten aufgrund derer Maßnahmen eingestellt werden. Nach Einstellung der genannten Arbeiten gingen die beteiligten Schriftsteller jeweils ihren eigenen Weg. Die meisten von ihnen brachten nun selbständig Werke im Sinne des Sturm und Drangs heraus. Goethe schrieb u.a. den Aufsatz Von der deutschen Baukunst, der sich mit dem Straßburger Münster und dessen Erbauer Erwin von Steinbach befasst. Auch hierbei handelt es sich um die Beschreibung eines Genies und dessen Schöpfung. 2

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