Beschäftigte, Löhne und Arbeitslosigkeit in einer modernen Ökonomie

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1 Beschäftigte, Löhne und Arbeitslosigkeit in einer modernen Ökonomie MB

2 Fünf wichtige Trends auf dem Arbeitsmarkt Wichtige Trends auf Arbeitsmärkten Trends bei Reallöhnen Im 20. Jahrhundert haben alle Industrieländer ein substantielles Wachstum bei den Reallöhnen erfahren Das Wachstum der Reallöhne ist seit den frühen 1970er Jahren zurück gegangen In den letzten Jahrzehnten ergab sich eine wachsende Ungleichheit bei der Reallohnentwicklung, insbesondere in den USA Slide 2

3 Fünf wichtige Trends auf dem Arbeitsmarkt Trends in Beschäftigung und Arbeitslosigkeit Die Beschäftigungszahlen sind in den USA seit den 1960er Jahre stärker angestiegen als in Europa In den letzten beiden Jahrzehnten liegt in Europa eine anhaltend höhere Arbeitslosigkeit vor als in den USA Schlussfolgerung: Viele Beschäftigte konnten an der positiven ökonomischen Entwicklung nicht teilhaben Slide 3

4 Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt Löhne und die Nachfrage nach Arbeit Determinanten der Nachfrage nach Arbeit Produktivität der Beschäftigten Preis des von den Beschäftigten produzierten Gutes Beispiel Ein Unternehmen produziert Computer Preis eines Computers: 3000 Nachfrage nach Arbeit Slide 4

5 Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt Anzahl an Produzierte Computer Grenzprodukt Wertgrenzprodukt Beschäftigte pro Jahr ( 3000 pro Computer) Abnehmendes Grenzprodukt: Wenn Kapital und andere Faktoren konstant gehalten werden, erhöht jede zusätzliche Einheit Arbeit die produzierte Menge in einem geringerem Ausmaß Wertgrenzprodukt: Produkt aus Preis und Grenzprodukt Slide 5

6 Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt Anzahl an Produzierte Computer Grenzprodukt Wertgrenzprodukt Beschäftigte pro Jahr ( 3000 pro Computer) Eine zusätzliche Person wird dann eingestellt, wenn das Wertgrenzprodukt größer ist als der Lohn: Somit werden z.b. 3 Personen bei einem Lohn von und 5 Personen bei einem Lohn von eingestellt, d.h. bei niedrigeren Löhnen wird mehr Arbeit nachgefragt Slide 6

7 Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt Lohn Je niedriger der Lohn (der nominal oder real gemessen werden kann), desto größer die Nachfrage nach Arbeit Arbeitsnachfrage Beschäftigung Slide 7

8 Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt Determinanten von Veränderungen in der Arbeitsnachfrage über das Wertgrenzprodukt Relativer Preis des produzierten Gutes im Unternehmen Arbeitsproduktivität der Beschäftigten Beispiel: Produktion von Computer Slide 8

9 Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt Anzahl an Prod. Computer Grenz- Wertgrenzprodukt Wertgrenzprodukt Beschäftigte pro Jahr produkt ( 3000 pro Computer) ( 5000 pro Computer) Bei einem Preis von 3000 pro Computer werden 3 Personen bei Reallöhnen von und 5 Personen bei eingestellt Bei einem Preis von 5000 pro Computer werden 7 Personen bei Reallöhnen von und 8 Personen bei eingestellt Slide 9

10 Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt Reallohn Ein Anstieg des relativen Preises des von den Beschäftigten produzierten Gutes führt zu einer höheren Nachfrage nach Arbeit: Die Nachfragekurve verschiebt sich nach rechts Arbeitsnachfrage (nach relativer Preiserhöhung) Arbeitsnachfrage (vor relativer Preiserhöhung) Beschäftigung Slide 10

11 Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt Anzahl an Produzierte Computer Grenzprodukt Wertgrenzprodukt Beschäftigte pro Jahr ( 3000 pro Computer) Annahme: Erhöhung der Arbeitsproduktivität um 50% bei einem Preis von 3000 pro Computer Bei Reallöhnen von werden 6 Personen und bei Reallöhnen von werden 7 Personen eingestellt Slide 11

12 Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt Reallohn Ein Anstieg in der Arbeitsproduktivität erhöht das Wertgrenzprodukt, so dass Unternehmen unabhängig vom Lohn mehr Personen einstellen: Die Nachfragekurve verschiebt sich nach rechts Arbeitsnachfrage (nach Produktivitätsanstieg) Arbeitsnachfrage (vor Produktivitätsanstieg) Beschäftigung Slide 12

13 Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt Das Angebot an Arbeit Die Angebotskurve hat eine positive Steigung Im Allgemeinen gilt: Je höher der Reallohn, desto mehr Menschen möchten arbeiten Slide 13

14 Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt Reallohn Arbeitsangebot Beschäftigung Slide 14

15 Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt Makroökonomische Determinanten von Veränderungen im Arbeitsangebot Umfang der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter, z.b. beeinflusst durch heimische Geburtenrate, Immigration und Emigration, Renteneintrittsalter Anteil der arbeitssuchenden Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, z.b. beeinflusst durch sozialen Wandel Slide 15

16 Erklärungen für Trends bei Reallöhnen und Beschäftigung Economic Naturalist Starker Anstieg der Reallöhne in den Industrieländern durch starken Anstieg der Arbeitsproduktivität Einflussfaktoren des Wachstums in der Arbeitsproduktivität Technologischer Fortschritt Anstieg des Kapitalstocks Slide 16

17 Erklärungen für Trends bei Reallöhnen und Beschäftigung Reallohn S w w D D N N Beschäftigung Slide 17

18 Erklärungen für Trends bei Reallöhnen und Beschäftigung Jährliche Wachstumsraten (in %) von Produktivität und Realeinkommen in den USA Produktivität Realeinkommen Ein geringeres Produktivitätswachstum verringert die Steigerung der Nachfrage nach Arbeit und das Wachstum der Reallöhne Slide 18

19 Erklärungen für Trends bei Reallöhnen und Beschäftigung Economic Naturalist: Vergrößerung der Lohnungleichheiten zwischen qualifizierteren und unqualifizierteren Beschäftigten Globalisierung: Rückgang der Arbeitsnachfrage in Importbranchen (z.b. Textilindustrie), Zunahme der Arbeitsnachfrage in Exportbranche (z.b. Softwareindustrie) Technologischer Wandel begünstigt vor allem hoch qualifizierte Beschäftigte und erhöht damit die entsprechende Arbeitsnachfrage überproportional Slide 19

20 Arbeitslosigkeit Formen der Arbeitslosigkeit Friktionale Arbeitslosigkeit: Kurzfristige Arbeitslosigkeit während der Suche nach Beschäftigung Strukturelle Arbeitslosigkeit: Langfristige und chronische Arbeitslosigkeit, die auch bei normalem ökonomischen Wachstum existiert Zyklische (konjunkturelle ) Arbeitslosigkeit: Zusätzliche Arbeitslosigkeit, die während einer Rezession entsteht Slide 20

21 Arbeitslosigkeit Charakteristika von friktionaler Arbeitslosigkeit Ist lediglich kurzfristig Kann zu einer besseren Übereinstimmung zwischen Beschäftigten und Arbeit führen Ist in einer dynamischen Ökonomie notwendig Slide 21

22 Arbeitslosigkeit Strukturelle Arbeitslosigkeit Gründe Mangelnde Qualifikation, sprachliche Barrieren, Diskriminierung Langfristiges Ungleichgewicht zwischen Qualifizierung der Beschäftigten und verfügbaren Beschäftigungen Strukturelle Eigenschaften des Arbeitsmarktes (z.b. Mindestlöhne) Slide 22

23 Arbeitslosigkeit Kosten (vgl. auch Kapitel 18) Ökonomische Kosten, da weniger produziert wird als potentiell möglich Psychologische Kosten Soziale Kosten als Folge von ökonomischen und psychologischen Kosten Arbeitslose können sich nicht wie Erwerbstätige bei ihrer Beschäftigung weiter qualifizieren Slide 23

24 Arbeitslosigkeit Gründe für höhere Arbeitslosenquoten (z.b in Westeuropa gegenüber den USA) Mindestlöhne, Einfluss von Gewerkschaften Arbeitslosengeld Vermindert die Kosten der Arbeitslosigkeit Aber problematische Anreizeffekte für Arbeitslose in Bezug auf die Intensität und Länge der Arbeitssuche Regulierungen wie z.b. Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen Können die Kosten für Unternehmen erhöhen und die Arbeitsproduktivität vermindern Dadurch kann die Arbeitsnachfrage sinken Slide 24

25 Arbeitslosigkeit Arbeitslosenquoten in westeuropäischen Ländern von 1980 bis 2001 Slide 25

26 End of Chapter MB

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