Selbstüberprüfung und Verhalten im Verdachtsfall Viren, Trojaner, Rootkits und andere Schadsoftware

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1 Selbstüberprüfung und Verhalten im Verdachtsfall Viren, Trojaner, Rootkits und andere Schadsoftware Hessen IT Workshopreihe Wiesbaden, Christian Schülke

2 Agenda Grundlagen Gefährdung/Bedrohung Verbreitung System Schutzmechanismen Einsatz Virenscanner (praktisch) Falschmeldungen und Verdachtsmomente Tools (Demo) System säubern Spezialitäten Zusammenfassung 2

3 Grundlagen/Bedrohungen Spam Trojaner Phishing Keylogger Bots Rootkits 3

4 Grundlagen/Bedrohungen Virus Ein Virus ist ein Programm, das selbstständig andere Dateien infiziert, indem es sich in diese einnistet. Viren verbreiten sich immer über solche "Wirte". Das ursprüngliche Programm kann weiterhin funktionieren; oft hängen Viren ihren Programmcode nur an Dateien an. Viren in diesem klassischen Sinn sind heutzutage eher selten. Makro-Virus Diese spezielle Form eines Virus bedient sich Makrosprachen, die viele Programme in Dateien interpretieren. Am häufigsten treten Makro-Viren in Microsoft-Office-Dateien (Excel-Tabellen, Word-Dokumente) auf. Liest Office ein infiziertes Dokument ein, so führt es den virulenten Makro-Code aus und infiziert damit möglicherweise weitere Dateien. 4

5 Grundlagen/Bedrohungen Wurm Ein Wurm wird durch seine besondere Verbreitungsmethode charakterisiert. Im Unterschied zu Viren benötigen Würmer keinen Wirt; es sind eigenständige Programme mit Routinen, um sich auf andere Rechner zu kopieren. Der am häufigsten genutzte Verbreitungsweg ist Die Würmer verschicken sich als (meist direkt ausführbaren) Dateianhang an mehr oder weniger zufällig ausgewählte Mail-Adressen. Spezielle Würmer nutzen aber auch Fehler in Netzwerk-Funktionen ihrer Opfer, um diese direkt zu befallen. So inifizierte der Wurm Blaster/Lovsan Windows-Rechner über deren RPC-Dienst. 5

6 Grundlagen/Bedrohungen Trojanisches Pferd Bei einem Trojanischen Pferd handelt es sich um Software, die vorgibt, etwas Nützliches zu tun, aber tatsächlich das System kompromittiert und es beispielsweise mit einer Hintertür versieht. Über die kann der Urheber den kompromttierten Rechner dann nach Belieben fernsteuern und zum Beispiel für DDoS-Angriffe auf Server oder als Spam-Schleuder missbrauchen. Die Abkürzung Trojaner ist eigentlich falsch, schließlich waren die Einwohner Trojas die Opfer des griechischen Tricks mit dem hölzernen Pferd. Trotzdem hat sie sich aufgrund ihrer Kürze im allgemeinen Sprachgebrauch durchgesetzt. 6

7 Grundlagen/Bedrohungen Rootkits Ein Rootkit dient dazu, die Anwesenheit von Hintertüren und Schadprogrammen zu verbergen. Dazu manipuliert es das System derart, dass es bestimmte Dateien, Prozesse oder Netzwerk- Aktivitäten nicht mehr anzeigt. Traurige Berühmtheit hat ein Rootkit von Sony BMG erlangt, das Audio-CDs dieser Firma auf dem Rechner installierte, um einen Kopierschutz zu tarnen. Andere Programme konnten diese Tarnkappe dann ebenfalls nutzen. 7

8 Grundlagen/Bedrohungen Hoax Immer wieder rollen auch richtige Wellen von so genannten Hoaxes durchs Netz. Das sind "Scherz-Mails" mit Warnungen vor angeblichen Viren. Die Faustregel zur Erkennung von Hoaxes ist einfach: Virenwarnungen, die unaufgefordert eintreffen, sind nicht ernst zu nehmen. Solange Sie also keinen Newsletter eines Antivirus- Unternehmens abonniert haben, sind solche Warnungen meist falsch. Ein weiteres Indiz für Hoaxes ist die Aufforderung, die Mail an "alle Freunde und Bekannte" weiterzuschicken. Gerade wenn große, bekannte Firmen wie Microsoft oder AOL angeblich vor solchen Schädlingen warnen, weist das auf einen Hoax hin: Solche Unternehmen verschicken grundsätzlich keine Viren-Warnungen. 8

9 Grundlagen/Verbreitung Anhang Web Download direkt (Schädling z.b. als Script auf der Webseite) Web download indirekt (iframes, mpack) Kostenlose Dreingabe bei Tools aus dem Netz Hersteller CD s (Bsp.: Sony Audio CD) Nutzung ungeprüfter Medien/Platten/USB-Sticks Handouts bei Vorträgen oder Veranstaltungen ;-) Offsite gefangen, onsite verteilt 9

10 Grundlagen/System Wie hängt sich ein Schädling ins System? Warum ist er so schädlich? Warum ist er so schwer zufinden? Moderne Schädlinge nutzen raffinierte Techniken Mehrstufige Komponenten Aktuelle Versionen und Programmteile werden bei Bedarf nachgeladen Permanent veränderter Code 10

11 Grundlagen/System Was macht denn ein Virus gefährliches? Nach außen Verbreiten/dDos/Netzlast Geheimnisse verraten System als Relay promoten Nach innen Daten löschen/manipulieren Anfragen (z.b. DNS) manipulieren Systemzustände falsch anzeigen Sich unsichtbar machen 11

12 Grundlagen/Schutzmechanismen Firewall Virenscanner Application Level Gateway, Content filter Blacklisting Reputationslisten Rechtekonzeptauf PC 12

13 Zusätzlicher Schutz Nutzung durchdenken Saubere Quellen verwenden Einsatzgebiete des PC überdenken Für Downloads/surfen eigene VM verwenden Kritische Daten/Applikationen auf besonders geschützten Systemen Keine unnötigen Spielereien auf Produktivsystemen 13

14 Anwenden eines Scanners Praktischer Einsatz am Beispiel Knoppicillin Grundlegend Aktuelle Software und Updates Verschiedene Tools Im Betrieb Live scan von Daten und Programmen Hilft nur vor bereits bekannten und erfassten Mustern/Programmen Offline Clean boot Sämtliche Files scannen 14

15 Virus gefunden! Und nun? Wie reinige ich ein System? Isolieren Scannen Analysieren Passende Säuberung wählen Scannen Verbreitung verhindern Partner informieren 15

16 Kein Virus gefunden!??? Wie kann ich sicher sein, daß wirklich kein Schädling drauf ist? Medien offline scannen Regelmäßig Aktuelle Versionen Verschiedene Tools Systemverhalten/Datenverkehr beobachten 16

17 False positives/negatives Fälschlicherweise Virus gemeldet Beispiel: Google Startseite meldet Virusbefall Virus nicht gefunden Was passiert denn dann? Verbreitet sich, entfaltet sich, sendet Daten unbemerkt Offline scannen 17

18 Verdachtsmomente Auf Anomalien achten PC verhält sich anders Programme langsamer Menüs verändert Netzlast Festplattenaktivität Netzwerk Verkehrsanalyse Ungewohnte Kommunikation Viele unterschiedliche Ziele Unbekannte Ziele Kommunikation, ohne eigenes Zutun 18

19 Tools für die Erkennung Virenscanner Netzwerksniffer (z.b. Ethereal) Systemsniffer Offene Prozesse Offenen Dateien Registry Geöffnete Kommunikation und Ports Anforderungen an die Offline Scan Station Muß absolut sicher vor Schädlingsbefall sein Keine Verbindung zu anderen PCs / Netzwerk Nur zum Scannen verwenden 19

20 Externe Tools und Scanner Heise tools Testnachrichten versenden Browser Einstellungen prüfen Offene Kommunikationsports prüfen Online Scanner Verzeichnis 20

21 Im Zweifelsfall Strom aus System isolieren Analyse 21

22 Spezialitäten - Fangen und spielen Honeypot Sammelstelle für Schädlinge Sandbox Spielwiese für Schädlinge zu Analysezwecken 22

23 Spezialitäten - Bundestrojaner? Sonderstellung einer offiziellen Komponente Wie könnte sich dieser verbreiten? Wie könnte er sich ins System einnisten? Und wie könnte ich mich vor einem solchen Instruments schützen? Je genauer ich mein System kenne und überwache, und je weniger Kommunikation ich betreibe, um so einfacher kann ich einem Angriff begegnen bzw ihn erkennen. 23

24 Zusammenfassung Aktuelle Scanner Regelmäßig offline scannen Unterschiedlichen Tools verwenden Nutzung einschränken System und Kommunikation beobachten Nur sichere Quellen/Websites verwenden Technische Lösungen zum Schutz gibt es viele, aber wir als Benutzer können und müssen durch überlegte Nutzung massiv zur Sicherheit beitragen! 24

25 Fragen???? 25

26 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 2007 Christian Schülke, Langen und Heise Verlag, Hannover 26

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