Die Geschichte des Französischunterrichts in Deutschland

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1 Ludwig Maximilians Universität InstitutfürRomanischePhilologie Dozentin:PDDr.Schaefer Priess Referentinnen:AnnaWeinfurtner,EvaHellwagner,NinaGobleder Datum:25.Januar2010 DieGeschichtedesFranzösischunterrichtsin Deutschland 1.Entwicklungvon1500bis Jahrhundert o 1521erstesLehrbuch o 1550Gallicaelinguaeinstitutio o 1588GrammaticaGallicabrevis,facilisetdilucida,partim Germanice,partimLatineconscripta o erstebelegeüberbildungsreisenundprivatlehreranhöfen o FranzösischalsSprachefürDiplomatieundHandel wichtigfür jungeadlige o Ritterakademien o FranzösischunterrichtaußerhalbderadligenKreise(z.B.Köln: bürgerlich kaufmännischgeprägtesinteresse) o FranzösischunterrichtanwenigenUniversitäten zunehmendepraxisorientierungderlehrbücherundgrammatiken 17.Jahrhundert o 1605UniversitätMarburgerhältersteProfessurfürFranzösisch unditalienisch o NachfragefürschulischenUnterrichtsteigt o UnterrichtnachVorbilddesLateinunterrichts(Grammatik Übersetzungsmethode) o AntikeKlassikerwerdenerstmaliginfranzösischerÜbersetzung gelesen FranzösischwirdallmählichalsBildungsträgergesehen 1

2 18.Jahrhundert o FranzösischverbreitetsichanhöherenSchulen o langueuniverselle o DasNeueTestamentwirdaufFranzösischgelesen,auch französischezeitungenwerdenindeutschlandgelesen o FranzösischanfastjedemGymnasium,Lateindennoch vorherrschend o Sprachmeister anfastallenuniversitäten EndedesJahrhundertsUmwandlunginProfessuren o 1806FranzösischwirdPflichtfachinBaden o 1808FranzösischwirdPflichtfachinBayern o Verwaltungs,Schul &UniversitätsspracheistDeutsch o 1814RückschlagfürdieStellungdesFranzösischen SonderfallRheinland o 1798dortigeUniversitätenwerdenaufgehobenunddie écoles centrales gemacht o 1802ReformdesUnterrichtswesens o FranzösischwirdoberhalbderElementarschuleüberallals Unterrichtssprachedurchgesetzt FranzösischunerlässlichfürgesellschaftlichenAufstieg 2.DieEntwicklungdesFranzösischunterrichtsinDeutschland von DiefranzösischeSprachehatnochzuBeginndes19.Jahrhundertseine universellegeltungindendeutschenschulen: [ ]MehrereAkademienundgelehrteGesellschaftenhabensichfürihre MemoiresderfranzösischenSprachebedient.Alleöffentlicheund PrivatschulenbisaufdieunterstenVolksschulenherab,habeninihren UnterrichtsplandiefranzösischeSpracheaufgenommen,undinden meistenfamilien,selbstdesniedernbürgerstandes,findetman PrivatlehrerfürdiefranzösischeSprache.InkeinemLandewerdenso vielegrammairenunddictionaire,französischelesebücherund Anweisungen,dieSpracheschnellundfertigzuerlernen,geschriebenund gedruckt,alsindeutschland.[ ](Heinsius,1814) 2

3 FranzösischamGymnasium: o abdem19.jh.französischwenigstensalswahlfachvertreten o 1814:NiederlageFrankreichs RückschlagfürdieStellungdes Französischenandt.Schulen o Preußenistzunächstamkonsequentesten Generalgouverneur desrheinlandesuntersagtjeglichenfranzösischunterrichtinden bisdahinzufrankreichgehörigengebieten o 1816:AusschlussvomöffentlichenUnterrichtindenmeisten GymnasienPreußens o anderedeutscheländerreagierenwenigerextrem o PreußenziehtEntschlussspäterzurück Französischwirdab 1825wiederBestandteildesUnterrichts,zunächstnurals Wahlfach o Am24.Oktober1831wirdesdurcheineVerfügungvonNeuem obligatorisch: imjuli1832erhältdasfachfranzösischbürgerrechtin Sachsen Altenburg 1838inOldenburg 1846inSachsen o FranzösischabMittedes19.Jh.anfastallenGymnasienWahlfach odersogarpflichtfach o FranzösischhataberweiterhinnichtAnsehenundWertigkeitdes LateinundGriechischen inministerialverfügungvon1837wird der untergeordnetezweckdesfranzösischunterrichtsbetont o dennochkeinebedrohungderstellungdesfranzösischendurch anderelebendesprache o 1900ändertsichdieSituation:Englischdrängtsichimmermehr andieerstestelle o seit1923istinbayernenglischerstemodernefremdsprache andereländerschließensichimlaufederzwanzigerjahrean o 1931:EntschlussdespreußischenMinisteriumsdasFranzösische wiedereinheitlichalserstelebendefremdsprachezuetablieren o NationalsozialistensetzenEntschlussaus Erst und HauptfremdsprachewirdwiederEnglischmitLateinalszweiter Fremdsprache FranzösischanRealschulen o anderesituationanrealschulen:realschulenhabenv.a. 3

4 VorbereitungaufdaspraktischeLebenzumZiel o LateinstehtzwaranersterStelle,aberdasFranzösischehat nahezugleichebedeutung o ErlerneneinerweiterenFremdspracheistPflicht meistenglisch oderitalienisch o imlaufedes19.jh.gewinntdasrealschulwesenanbedeutung o Preußen:1859Einführungder: RealschulenersterOrdnung mitlateinundzweineueren Fremdsprachen RealschulenzweiterOrdnung ohnelatein,mitzwei neuerenfremdsprachenundmitbesonderer BerücksichtigungderNaturwissenschaften o imlaufedes19.jh.erreichtdasfranzösischeanden weiterführendenschulenseinenhöhepunkt FranzösischstehtanersterStellederunterrichteten lebendensprachenvordemenglischen o inden1920erjahren:französischtrittimmermehr zugunstendesenglischenzurück o ab1937:dasfranzösischewirdanden weiterführendenschulenzumtypischenwahlfach keinpflichtfachmehr FranzösischandenUniversitäten: o zwischen tiefgreifenderWandel o vielealteuniversitätenwerdenaufgehoben(z.b.1798:bonn,köln, Mainz,Trier),verlagert(z.B.1800:Ingolstadt>Landshut> München)undesfolgenNeugründungen(z.B.1810Berlin) o entscheidendfürdenwandelistdasneuekonzeptdervon WilhelmvonHumboldtneueingerichtetenUniversitätBerlin Universitätensollten StättenuniversellerBildungundreiner WissenschaftohneRücksichtaufpraktischeVerwendbarkeitsein 1 diealtensprachenspielendaherwichtigererolle o BeschäftigungmiteinerromanischenEinzelspracheundihrer Literaturgiltdamalsalsunwissenschaftlich o bis1867keinefestefachstruktur o BerlinmisstdemFachRomanistikandenUniversitätenzunächst keinebedeutungbei o Provinzuniversitäten HalleundBonn werdenfürweitere Entwicklungwichtig 1 Kramer,Johannes(1992):DasFranzösischeinDeutschland,Stuttgart,140. 4

5 o 1823entstehtdasModellderenglisch französischen Doppelprofessur RomanistikundAnglistikwerdenineiner Professurgebündelt;entsprichtdemWunschderMinisteriennach AusbildungvonLehrernfürdieneuerenSprachen o nachundnachentstehenallerdingsanfastallendeutschen UniversitätenreinromanistischeLehrstühle o 1833wirdLudwigGottfriedBlancinHallezumordentlichen ProfessorderromanischenSprachenundihrerLiteratur ernannt erstespeziellromanistischeprofessurderneuerenepoche o Endedes19.Jh.herrschteinunausgeglichenesVerhältniszw. universitärerromanistikundschulischemfranzösischunterricht (auchheutenoch) mehrals90%derromanistikstudenten werdenfranzösischlehrer o dennochwillmandiefranzösischlehrerausbildungnichtvöllig vomfachromanistiktrennen o Weiterentwicklungim20.Jh. wederdererstenochder ZweiteWeltkrieghabengroßenEinflussaufdieEntwicklung 3. Entwicklungab1945: Quefairedel Allemagne? 2 In jeder Besatzungszone schulische Bevorzugung der Sprache der jeweiligenbesatzungsmacht Frage nach einer Umerziehung der Deutschen ( rééducation, Entnazifizierung): le problème allemand, Dauerkrankheit der deutschenseele 3 Quitientlajeunessetientl avenir : Screening (Durchleuchtung) 4 sowie Motiv der Völkerverständigung (Michel:211) Zwischen 1945 und 1955 Expansionspolitik der Franzosen hinsichtlich ihrersprache EnergischerEingriffindiedeutschenLehrplänederfranzösischenZone. 2 ( ). 3 ebda. 4 ( ). 5

6 Französische Lektoren und Assistenten wurden in Schulen und Universitäten eingesetzt, auch in Berlin. Außerdem Gründung von Kulturinstituten und Studienzentren, Übersetzer und Dolmetscherschulen sowie Wiederbegründung von Volkshochschulen. Betonung, dass die Lehrmethoden keinerlei Propaganda enthalten durften. Erstes Rundschreiben 1945: Le français devenant première langue étrangère dans tous les établissements secondaires, une heure quotidienneseraconsacréàcetteétude (auscuer:58) Anweisungen,jeglichenBezugaufdienationalsozialistischeIdeologieaus denlehrplänenzuentfernen Selbstbewusstsein der französischen Besetzer: die französische Kultur übe inmitten eines Deutschlands, in dem ein intellektuelles und psychologisches Chaos herrschte, eine starke Attraktion aus; die französische Sprache sei der Englischen auch wenn sie deutschlandweit mehr unterrichtet wurde durch ihr Prestige überlegen.(cuer:62/63) StationenderSchulpolitikunddeutsch französischerabkommen GründungderBRD1949,Besatzungsstatut:keineBesatzungsbehördehat mehrdasrecht,sichindeutschekulturelleundreligiöseangelegenheiten einzumischen. Plädoyer für die gleichberechtigte Wahl zwischen EnglischundFranzösisch. Grundsatz der Kulturhoheit der Länder, doch durch Besatzungsmächte war erste Weichenstellung bereits erfolgt (Saternus, S.4) starke Variation der Auswahl und Abfolge der modernen und klassischen Fremdsprachen Französisch wird in der öffentlichen Meinung immer mehr vom Englischenverdrängt:EnglischseidieSprachedesHandelssowiedieder internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft. Wenn Französisch gut für die Allgemeinbildung sei, dann sei Englisch die porte de l univers ; Außerdem: La vie dans le monde entier est conditionnée par la culture angloaméricaine (auscuer:74). Deutsch FranzösischesKulturabkommen1954: DieHohenVertragsschließendenTeiletragen[ ]Sorgedafür,daßin allenuniversitätenundhöherenlehranstaltenihresgebietesunterricht inderspracheundliteraturdesanderenteilesveranstaltetunddaßden SchülerndieseSprachealsersteoderzweiteobligatorischelebende SprachezurWahlgestelltwird. (auscuer:79) Düsseldorfer Abkommen 1955: Vereinheitlichung der Sprachenfolge: an neusprachlichen und mathematisch naturwissenschaftlichen Gymnasien erste Fremdsprache Englisch (außer an altsprachlichen Gymnasien: FS1 Latein), ab der 7.Klasse Latein oder Französisch. àreduktion des Französischunterrichts, v.a. in den früheren französischen Besatzungszonen. Elysée Vertrag 1963: Verpflichtung zu dem Bemühen, Maßnahmen zu ergreifen,umdiezahlderdeutschenschüler,diefranzösischlernen,und die Zahl der französischen Schüler, die Deutsch lernen, zu erhöhen. 6

7 (Saternus:51) HamburgerAbkommen1964:BedeutungdesEnglischenweitergestärkt: In fast allen Bundesländern erste (und einzige) FS in der Hauptschule, ebenfalls an der Realschule, an der jedoch Französisch als Wahlfach gelerntwerdenkann.(saternus:11) EntwicklungaufeineQuasi MonopolstellungdesEnglischen (Christ,vgl. Saternus:13) Bonner Vereinbarung 1972: Gymnasiale Oberstufenreform: Vorrangstellung des Englischen gefolgt von Französisch und Latein. Schwächung des Französischen durch die Möglichkeit der Abwahl einer Fremdsprache. Ausblick ZurWahlderFremdsprache: Begabungs underfolgsorientierung, Inhaltsinteresse, Studien und Berufsverwertung und Anstrengungsvermeidung (nacheiner Untersuchungvon1982,Saternus:78).UmnaturwissenschaftlicheFächer zuumgehen,wirdoftenglischgewählt,nichtabersohäufigfranzösisch. WeiterhinspieltbeiderWahlderFremdsprachederGebrauchswertals KommunikationsmitteleineRolle(nichtsosehrfürdenBeruf,sondern v.a.fürfreizeitundreisen.) Französisch hat keine unverzichtbare Rolle mehr im Fremdsprachenunterricht BedrängungdurchLatein(Latinum) QuantitativeAbnahme,aberqualitativerAusbau:Bemühungenvorallem im Grenzgebiet: zweisprachige Schulen, z.b.: die öffentliche deutschfranzösische Grundschule in Freiburg ist die erste binationale Einrichtung, die durch eine gemeinsame Initiative der Agence pour l Enseignement à l Etranger und des Ministeriums für Kultus und Sport Baden Württemberg 1992 gegründet wurde (Michel: 26.). Darüber hinaus:abibac(seit1994),delfunddalf Diskussion:RelevanzdesFranzösischenin/fürEuropa? 7

8 Bibliographie: Bornemann,Richard( ):DerFranzunterricht,Hannover:HermannSchroedel VerlagKG. Cuer,Georges(1987): DerFranzösischunterrichtunddiefranzösischeSprachenpolitik indeutschlandnach1945,in:franzknipping(hrsg.),frankreichskulturpolitikin Deutschland: ,Tübingen:Attempto Verlag, Kramer,Johannes(1992):DasFranzösischeinDeutschland,Stuttgart:FranzSteiner Verlag, Krauskopf,Jürgen(1985):DasDeutschland undfrankreichbildinschulbüchern, Tübingen. Michel,Andreas(2006):DieDidaktikdesFranzösischen,SpanischenundItalienischenin Deutschlandeinstundheute,Hamburg. Saternus,Meike(1987):DieEntwicklungdesFranzösischunterrichtsimdeutschen Schulsystemnach1945,Bochum. Schmidt,Bernhard(1931):DerfranzösischeUnterrichtundseineStellunginder Pädagogikdes17.Jahrhunderts.Oserwied:ZidfeldtVerlag. Spillner,Bernd(1997): DergefälligeSouffleur.FranzösischeSpracheund französischersprachenunterrichtimrheinland,in:spillner,bernd(hrsg.), FranzösischeSpracheinDeutschlandimZeitalterderFranzösischenRevolution,Frankfurt ammain:europäischerverlagderwissenschaft, Plum,Jacqueline:FranzösischeKulturpolitikinDeutschland DasBeispiel derjugendbewegungenundprivatenorganisationen wesel.de/index.php?id=1303( ),schroeder,horst: 1945:nachdemKrieg. 8

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