FUSSBALL IST ZUKUNFT Konzeption des DFB-Fußballentwicklungsplans

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1 FUSSBALL IST ZUKUNFT Konzeption des DFB-Fußballentwicklungsplans

2 FUSSBALL IST ZUKUNFT Konzeption des DFB-Fußballentwicklungsplans OKTOBER 2007

3 FUSSBALL IST ZUKUNFT Liebe Delegierte des DFB-Bundestags 2007! Infolge des DFB-Bundestages 2004 wurde eine Kommission Verbandsstruktur unter Leitung von Herrn Dr. Hans-Georg Moldenhauer gebildet und beauftragt, die Organisationsstruktur der DFB-Mitgliedsverbände zu überprüfen. Dr. Theo Zwanziger DFB-Präsident Vor allem musste geklärt werden, inwieweit diese der Anforderung entspricht, ein zukunftsfähiges und kundenorientiertes Fußballangebot im Amateursportbereich zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang galt es auch, die finanzielle Absicherung dieser Aufgabe zu betrachten. In ihrem Zwischenbericht zum außerordentlichen DFB-Bundestag am 8. September 2006 hat die Kommission vorgeschlagen, unter Anerkennung der Selbst - ständigkeit und der politischen und sportpolitischen Verflechtungen der fünf Regional- und 21 Landesverbände, auf Diskussionen über die Anzahl der Verbände zu verzichten. Stattdessen sollten bis zum nächsten DFB-Bundestag im Oktober 2007 Maßnahmen zur Verbesserung der Zusammenarbeit genauso entwickelt werden wie zur Steigerung der Effizienz (zweckmäßiger Mitteleinsatz) und Effektivität (Qualität der Zielerreichung) innerhalb dieser Strukturen. Der außerordentliche Bundestag hat diesen Vorschlag angenommen und die Kommission, in ergänzter Zusammensetzung, mit der Umsetzung beauftragt. Mit dieser Broschüre und der beigefügten CD-Rom, die eine Dokumentation der im Auftrag des DFB durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchungen enthält, legt die Kommission ihre Ergebnisse vor. Für ihre intensive und konstruktive Mitarbeit möchte ich den Mitgliedern der Kommission, die sich aus DFB-Mitarbeitern, Vertretern der Regional- und Landes verbände und der DFL sowie den Beratern der Führungsakademie des DOSB zusammengesetzt hat, meine Anerkennung und meinen Dank aussprechen, den ich stellvertretend für alle an den Vorsitzenden Herrn Dr. Hans- Georg Moldenhauer richte. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir auf breiter Basis an der Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen arbeiten würden. Ihr

4 GRUSSWORTE Mit unseren Verbänden und Vereinen die Zukunft gestalten! Dr. Hans-Georg Moldenhauer DFB-Vizepräsident und Vorsitzender der Kommission Verbandsstruktur Veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen (Demografie, Schule und Beruf, Freizeit) bedeuten eine Herausforderung für den gesamten Fußballsport in Deutschland. Zur Bewältigung der sich daraus ergebenden Reformaufgaben sind gezielte und konkrete Maßnahmen zur Zukunftssicherung des organisierten Fußballs erforderlich. Die Kommission Verbandsstruktur hat aufbauend auf ihren Zwischenbericht zum außerordentlichen DFB-Bundestag 2006 einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Analyse der Verbandsstruktur zur Organisation und Erledigung der Kern- und Zukunftsaufgaben gelegt und sich dazu wissenschaftlicher Untersuchungen bedient (siehe: CD-Rom Dokumentation wissenschaftliche Untersuchungen). Verbandsstruktur bezeichnet dabei die interne Struktur in einem Landesverband hin zu seinen Vereinen, also besonders die Zusammenarbeit mit und die Zahl der Unterorganisationen (Kreise/Bezirke). Mit dieser Broschüre wird durch die Kommission Verbandsstruktur erstmals für den DFB eine Gesamtübersicht seiner aktuellen und zukünftigen Aufgabenfelder, Schwerpunkte und Maßnahmen (Programme/Projekte), subsumiert unter fünf Leitzielen, vorgelegt. Zentrales Feld der Fußball-Entwicklung im DFB ist der Amateurbereich, der mit seiner Wettbewerbspyramide die Basis des DFB-Vereinsfußballs darstellt. Als Strategie zur Absicherung der Wettbewerbspyramide wird die Erschließung neuer Zielgruppen (Frauen/Mädchen, Ältere, Migranten) und die Sicherung des Zugangs zum Fußballsport durch Breitenfußball in der Schule vorgeschlagen. Zur organisatorischen Absicherung der Umsetzung der Aufgabenfelder wird ein Fußballentwicklungsplan befürwortet. Fußball-Entwicklung ist ein ständiger, kontinuierlicher Prozess. Verbesserung auf allen Ebenen und in allen Bereichen ist eine permanente Aufgabe. Ich bin der festen Überzeugung, dass mit der Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen die exponierte Stellung und Bedeutung des Fußballs in Deutschland auch in Zukunft gesichert und insbesondere die Menschen weiterhin für Fußball gewonnen werden können. Fußball ist und hat Zukunft! Ihr

5 FUSSBALL IST ZUKUNFT INHALT EINLEITUNG Faszination Fußball 02 Demografische Trends 04 Veränderte Gesellschaft 06 Veränderte Sportmotive veränderter Markt 08 Analysen und Erkenntnisse 10 Ergebnisse und Konsequenzen - 12 der Fußball-Entwicklungsplan Die Leitziele des DFB 14 Die Aufgabenfelder des DFB im Überblick 16 Struktur des Fußball-Entwicklungsplans 18 LEITZIEL 2 50 Sportlich und wirtschaftlich erfolgreicher Berufsfußball 2.1 Bundesliga/2. Bundesliga Männer DFB-Pokal /4. Liga Männer Schiedsrichter im Berufsfußball 56 LEITZIEL 1 22 Erfolgreiche und imagefördernde Nationalund Auswahlmannschaften 1.1 A- und U21-Nationalteams Männer DFB-Elitekonzeption Junioren 26 DFB-Ausbildungskonzeption Junioren-Nationalmannschaften Altersgerechte Spielfeldgrößen/Wettbewerbe Stützpunktsystem Talentförderprogramm Leistungszentren Eliteschulen des Fußballs/Sportbetonte Schulen Optimierung der Traineraus- und -weiterbidung 1.3 A- und U23-Nationalteams Frauen DFB-Elitekonzeption Juniorinnen 44 Juniorinnen-Nationalmannschaften Talentsichtung und -förderung Juniorinnen LEITZIEL 3 60 Zukunftsfähiger Amateur-/Jugend- Vereinsfußball 3.1 Wettbewerbsangebote im Spielbetreib 62 Männer Neue Angebotsformen Junioren Variationen des Spielbetriebs Junioren Kleinfeldfußball bei D-Junioren B- und A-Junioren-Bundesliga Frauen Optimierung der höchsten Spielklassen Ältere Neue Angebortsformen 3.2 Schulfußball Breitenfußball Schiedsrichter im Breitenfußball Entwicklung Frauen- und Mädchenfußball Freizeit- und Breitensport Kommerzielle Fußball-Angebote Sportgerichtsbarkeit Amateure 83

6 LEITZIEL 4 86 Leistungsfähige Organisationsebenen als Dienstleister der Fußballvereine 4.1 Beratung zur Organisationsentwicklung 88 der Verbände 4.2 Systematische Vereinsberatung 90 Zukunftsmodelle für Vereine DFB-Qualifizierungsoffensive DFB-Mobil DFB-Online-Akademie Aktion Ehrenamt 4.3 Erhaltung und Ausbau von 100 Sportschulen 4.4 Erhaltung und Ausbau von 102 Sportstätten LEITZIEL Aktive Wahrnehmung gesellschaftlicher und sozialer Verantwortung 5.1 Integration Humanitäre Aktivitäten des DFB Fußballkultur 113 AUSBLICK 114 IMPRESSUM 116 KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

7 02 FUSSBALL IST ZUKUNFT Faszination Fußball Der Fußball fasziniert alle Bevölkerungsgruppen egal ob jung oder alt, ob männlich oder weiblich, ob Fan oder aktiver Spieler. Die Liebe zum runden Leder verbindet und schafft viele soziale Chancen! Samstagnachmittag in Deutschland. In fast jedem Ort rennen auf dem Sportplatz Kinder und Jugendliche dem runden Leder hinterher, kämpfen mit großer Begeisterung und höchstem Einsatz um den Ball. Gleichzeitig strömen Zigtausende von Zuschauern in die Bundesligastadien. Die höchste deutsche Spielklasse bommt wie nie zuvor, der DFB-Pokal ist populärer denn je. Wer nicht vor Ort beim Spiel seiner Mannschaft sein kann, der fiebert am Radio oder per Liveübertragung mit... Diese Begeisterung allerorten zeigt: Fußball ist in unserem Land eindeutig der Volkssport Nummer eins. Millionen Fußballfans identifizieren sich mit diesem Spiel. Über 40 Millionen Menschen in Deutschland sind fußballinteressiert! STÄRKEN DER DFB-VEREINE Potenzial Noch nie waren so viele Menschen in Fußballvereinen (über )! Kinder Fußball ist die Einstiegssportart Nummer 1 (bei Jungen über 50%)! Mädchen Im Mädchenfußball sind Zuwachsraten von jährlch 20% zu registrieren! Punktspiele sind attraktiv Spielerinnen/Spieler wollen zuallererst um Punkte spielen! Hier haben die DFB-Vereine flächendeckende Angebote!

8 03 Der gesellschaftliche Stellenwert des Fußballs hat durch die WM 2006 eine neue Dimension erreicht. Diese Popularität ist eine große Verpflichtung, die sozialen Chancen, die unser geliebter Fußball bietet, konsequent und engagiert zu ergreifen! Dr. Theo Zwanziger DFB-Präsident 2006 waren im Deutschen Fußball-Bund fast 6,5 Millionen Vereinsmitglieder organisiert. Etwa Mannschaften spielen in allen Leistungs- und Altersklassen um Tore und Punkte. Die WM 2006 dokumentierte wie nie zuvor diese Fußballbegeisterung der Menschen: Deutschland hatte das große Glück, sich der ganzen Welt vier Wochen lang als gastfreundliches, weltoffenes, tolerantes, modernes und fröhliches Land präsentieren zu dürfen. Der Sommer 2006 wird unvergessen bleiben: Spannende Spiele mit einem mitreißenden WM-Auftritt unserer Nationalmannschaft, Emotionen pur, Jubel und Euphorie vor allem aber eine phantastische Stimmung und ein mitreißendes, ausgelassenes und fried - liches Fest aller Nationen. Diese Weltmeisterschaft bietet eine optimale Startposition, mit Elan und Begeisterung Programme und Projekte zur Sicherung einer positiven Zukunft der Verbände und Vereine anzupacken. Gleichzeitig ist die große Popularität des Fußballs auch eine große Verpflichtung für alle, die Chancen dieses Spiels (z.b. zur Gesundheitsförderung oder sozialen Integration) zu ergreifen! CHANCEN FÜR DIE DFB-VEREINE FIFA WM 2006 Boom für den Vereinsfußball Enormes Potenzial Vereinsungebundene Fußballspieler (ca ) Position als Einstiegssport Nummer 1 Mitglieder binden ist leichter als Mitglieder zu gewinnen Potenzial finanzkräftiger Zielgruppen z. B. ältere Fußballer Fußball spricht wie keine andere Sportart alle sozialen Gruppen gleichermaßen an! KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

9 04 FUSSBALL IST ZUKUNFT Neue Herausforderungen: Demografische Trends Der Vereinsfußball kann auf einem großen Potenzial aufbauen. Für die Zukunft deuten sich jedoch gewisse Risiken an, denen die Vereine nur durch neue und erweiterte Angebote begegnen können! Der Auftritt unserer Nationalmannschaft als Weltmeister der Herzen und die Vorbildfunktion eines Miro, Poldi oder Schweini hat in den Vereinen einen einmaligen Boom ausgelöst. Bundesweit waren bei den Jüngsten Zuwachsraten von etwa 20 Prozent festzustellen. Auch die aktuelle Mitglieder-Statistik weist eine positive Bilanz auf. Diese positive aktuelle Situation darf jedoch nicht den Blick auf ein Problem verschließen, das in nächster Zeit zwangsläufig auch den Fußball in breiter Front treffen wird: die negative demografische Entwicklung in Deutschland! Aufgrund der stets sinkenden Geburtenrate werden immer weniger potenzielle Fußballerinnen und Fußballer geboren. Die Verschiebung der Bevölkerungspyramide hin zu älteren Menschen ist ein weiteres Problemfeld, denn gerade die Jungen und Männer bis 35 Jahren bilden bisher die Grundlage des traditionellen Wettbewerbsfußballs mit seinen Kreis- und Staffeleinteilungen. In den neuen Bundesländern verschärft zudem die Abwanderung der jüngeren Generation die zukünftige Situation der Sportvereine. Besonders hier ist das Szenario einer Verödung der Fußballlandschaft eine durchaus realistische Vorstellung! DEMOGRAFISCHE ENTWICKLUNG IN DEUTSCHLAND BIS , ,9 81,1 80, ,8 77, , , ,2 BEVÖLKERUNG IN MIO

10 05 Die komplexen Herausforderungen der Zukunft sind alleine durch traditionelle Vereinsmodelle und -strukturen nicht zu meistern! Der DFB wird in enger Kooperation mit seinen Landesverbänden die Vereine auf diesem Weg mit vielen Service-Dienstleistungen begleiten! Dr. Theo Zwanziger DFB-Präsident Bereits jetzt treten in einigen Regionen Deutschlands Probleme im geregelten Spielbetrieb auf. Diese aktuellen Probleme in einigen Teilen der Republik werden mit zeitlicher Verzögerung in Zukunft viele andere Regionen erreichen. Ein funktionierender Spielbetrieb ist und bleibt jedoch das Fundament des organisierten Fußballs. Eine zentrale Zukunftsaufgabe der Verbände und Kreise ist es deshalb, durch flexible Anpassungen der Organisation von Spiel- und Meisterschaftsrunden regionsspezifische Lösungen parat zu haben, die Jungen und Mädchen, Jung und Alt regelmäßige Punktspiele garantiert. Gleichzeitig muss eine weitere Strategie zur Zukunfssicherung unserer Vereine durch Verbände und Kreise mit aller Konsequenz, viel Engagement und neuen Ideen in die Praxis umgesetzt werden: Neue Zielgruppen wie etwa Mädchen, Freizeitfußballer oder Männer nach Ende des aktiven Wettbwerbsfußballs durch attraktive (Fußball-)Angebote neu oder länger an einen Fußballverein binden! DEMOGRAFISCHE ALTERUNG IN DEUTSCHLAND 1871 BIS 2030 ANTEIL IN ALTERSGRUPPEN IN % 20 BIS 60 JAHRE UNTER 20 JAHRE ÜBER 60 JAHRE KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

11 06 FUSSBALL IST ZUKUNFT Neue Herausforderungen: Veränderte Gesellschaft Nicht nur die demografische Entwicklung ist zukünftig eine große Herausforderung für unseren Vereinsfußball. Zukunftsorientierte Vereinskonzepte müssen weitere Einflussfaktoren wie die veränderte Bewegungs- und Spielwelt der Kinder berücksichtigen! Die freie Bewegungs- und Spielwelt der Kinder hat sich extrem verändert. Früher waren für Kinder die Straße, der Wald, Wiesen und Bolzplätze zentrale Orte der Freizeit. Das Klettern auf Bäume, das Springen über Gräben und Hecken oder die vielen variantenreichen Fang-, Versteck-, Abenteuer- und Ballspiele (unter anderem auch der viel zitierte Straßenfußball) förderten Mut, Kreativität, Spielwitz und vor allem die Geschicklichkeit der Jüngsten. Heutzutage sind für viele Kinder die eigenen vier Wände der bevorzugte Spielplatz. Statt aktiver Bewegung wird nun vorrangig konsumiert. Untersuchungen belegen, dass Kinder heute in der Freizeit bis zu 30 Stunden pro Woche vor dem TV-Gerät oder Computer sitzen. Die Folgen sind fatal: Viel zu viele Kinder weisen bereits Übergewicht, psychosomatische Beschwerden, Rückenprobleme oder gravierende Koordinationsprobleme auf. Auf diese Situation müssen sich Verbände und Vereine mit einer veränderten und speziellen Philosophie des Kinderfußballs einstellen. BEWEGUNGSARME UMWELT HEUTIGER KINDER UND JUGENDLICHER DAVON: SPORT/ INTENSIVE BEWEGUNG MINUTEN BEWEGEN 1 STUNDE STEHEN 1 STUNDE SITZEN 9 STUNDEN LIEGEN 9 STUNDEN

12 07 Vereine müssen die Lebenswelt, vor allem aber auch die Interessen und Wünsche heutiger Kinder und Jugendlicher kennen, um eine zeitgemäße Jugendarbeit danach ausrichten zu können! Dr. Hans-Georg Moldenhauer DFB-Vizepräsident Ziele, Methoden und Inhalte dieses altersgemäßen Fußballspielens der Kinder sind dabei ganz andere wie bei den Erwachsenen. Wer Ein- und Vorstellungen aus dem Fußball der Älteren auf das Spielen der Kinder kopiert, ist komplett auf dem falschen Weg! Aber auch Jugendliche wachsen heute in einer veränderten Welt auf und haben andere Vorstellungen und Interessen als jene Generation, deren Vertreter heute als Vereinstrainer, Jugendleiter, Schiedsrichter usw. zu einem großen Teil bestimmen, wie jüngere Spielerinnen und Spieler Fußballspielen im Verein erleben. Eine starre Jugendarbeit nach dem Motto Das haben wir schon immer so gemacht! Dabei bleibt es! ist deshalb über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt. Viele Vereinsaustritte gerade in höheren Altersklassen verdeutlichen, wie wichtig es für Vereine und Jugendtrainer ist, sich über Einstellungen, Interessen und Bedürfnisse der jüngeren Generation klar zu werden. Also: Wie sind Jugendliche heutzutage? Was wollen sie, woran haben die Spaß? Welche speziellen Wünsche verbinden sie mit Fußball und Sport im Verein? LERN- UND SPORTORT STRASSE IN DEN 50ER UND 60ER-JAHREN Im Lernort Straße entwickelten Kinder in eigener Regie Spiel- und Umgangsformen miteinander: Versteck- und Geschicklichkeitsspiele in Straßennischen Ballspiele auf Bürgersteigen und Straßen Teppichstangen dienten als Klettergeräte oder Tore Lange Schulwege wurden zu Fuß oder per Rad absolviert Öffentliche Spielplätze mit vielseitigen Bewegungsmöglichkeiten im Sand Geländespiele, Ballspiele, Abenteuerspiele in der direkten Umgebung KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

13 08 FUSSBALL IST ZUKUNFT Neue Herausforderungen: Veränderte Sportmotive Veränderter Markt Der traditionelle, primär auf Leistung und sportliche Erfolge ausgerichtete Vereinssport ist auch heutzutage noch attraktiv, aber nur noch ein Sportmodell unter vielen. Darauf müssen sich Fußballvereine einstellen! Sport ist in unserer Gesellschaft so präsent wie nie zuvor. Olympische Spiele und Weltmeisterschafen der Männer und Frauen vereinen einen Großteil unserer Nation vor dem TV-Gerät. Sportlichkeit und ein gesundheitsorientierter Lebensstil haben sich in der Gegenwart fest etabliert. Das schließt natürlich Sportaktivitäten selbst ein. Zu viele Menschen leben zwar immer noch sportabstinent, ein immer größerer Teil treibt jedoch Sport. Durchschnittlich sind es 50 bis 60 Prozent der Erwachsenen zwischen 15 und 75 Jahren, die regelmäßig FUSSBALL AUSSERHALB DES VEREINS FUSSBALLVEREIN OHNE ORGANISATION ORGANISIERT OHNE VEREIN SCHUL- UND UNISPORT

14 09 Unsere Vereine können sich selbstbewusst neuen Herausforderungen stellen: Nur im Verein finden sportinteressierte Menschen auch eine soziale Heimat. Nur hier finden sie finanzierbare und verlässliche Sportangebote über kurzfristige sportliche Modetrends hinaus! Dr. Hans-Georg Moldenhauer DFB-Vizepräsident mindestens 1x pro Woche sportlich aktiv sind. Der Anteil der sportaktiven Erwachsenen in unserer Bevölkerung war noch nie so hoch. Dieser Trend zu einer sportlichen Massenbewegung ist nur möglich, weil sich die Motive und Einstellungen zum Sport drastisch verändert und ausdifferenziert haben. Parallel dazu erweitert sich das Sportangebot stetig, so dass jeder Mensch genau die Sportaktivität findet, die seine Interessen und Bedürfnisse abdeckt. Dabei ist der traditionelle, primär auf Leistung und sportliche Erfolge ausgerichtete Vereinssport nur noch ein Sportmodell unter vielen. Die meisten neuen Sportler haben somit ganz eigene Vorstellungen vom Sport: Sporttreiben wird heute von vielen als Freizeitaktivität bewertet, die der Gesundheit dient (also Ausgleich und Fitness fördert), Spaß bietet, Spontaneität zulässt, Sozialkontakte ermöglicht und Eigen-initiative fördert. Leistung und Wettbewerbe rangieren weiter hinten in der Bedeutungsskala, wobei dieses traditionelle Sportmodell vor allem für junge Sportlerinnen und Sportler weiterhin höchst attraktiv ist. Diese veränderten Sportmotive bringen gleichzeitig neue oder anders gewichtete Organisationsformen der Sportaktivitäten hervor. DER FUSSBALL-MARKT IM ÜBERBLICK Nur 20 Prozent der sportaktiven Erwachsenen sind primär im Sportverein aktiv. Im Fußball gibt es inzwischen viele Alternativen, losgelöst vom Fußballverein zu kicken! Einige Organisationsformen bedeuten dabei ein Risiko für das Wettbewerbsmonopol der Verbände! Betriebssport Freizeitformen WACHSTUMSPOTENZIAL Freizeitligen Soccer-Hallen Camps Unter dem Dach des DFB organisierter Fußball. Kernpunkt Wettbewerbssystem WACHSTUMSPOTENZIAL Weitere Angebote KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

15 10 FUSSBALL IST ZUKUNFT Analysen und Erkenntnisse Die flächendeckende Sicherung des organisierten Spielbetriebs durch flexible und regionsspezifische Spielklassensysteme, Angebote für neue Zielgruppen (z.b. Mädchenfußball) oder die stärkere Ausrichtung an aktuellen Bedürfnissen der sportbegeisterten Menschen (z.b. Aufwertung des Gesundheitsmotivs) sind Kernpunkte innovativer und zukunftsorientierter Verbands- und Vereinsstrategien! Die kurze Skizzierung der Herausforderungen, denen sich Fußballvereine heutzutage stellen müssen, macht eines klar: Um eine Anpassung traditioneller Strukturen, Konzepte und Programme kommen die Vereine nicht umhin. Bei diesem zugegeben nicht immer leichten Anpassungsprozess dürfen die Fußballvereine nicht alleine gelassen werden. Der DFB hat in enger Kooperation mit seinen Landesverbänden vor allem die Aufgabe, diesen Prozess systematisch zu begleiten und in konkrete Strategien für zukunftsorientierte Vereinskonzepte und -modelle zu übertragen. Diese strategischen Leitlinien sind primär Orientierungspunkte für alle Ebenen dieses Prozesses. Für die konkrete Arbeit an der Basis ist es jedoch wichtig, dass diese Konzepte zur Zukunftssicherung als praktische Service-, Beratungs- und sonstige Dienstleitungshilfen bei den Vereinsmitarbeitern und -gremien ankommen. DER VEREIN STEHT IM MITTELPUNKT!

16 11 Unsere Vereine kommen um die Korrektur traditioneller Strukturen, Konzepte und Programme nicht umhin. Diese zukunftssichernden Vereinsreformen gelingen nur mit qualifizierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern! Dr. Hans-Georg Moldenhauer DFB-Vizepräsident Auf Vorschlag von DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger hat der DFB-Bundestag 2004 eine Kommission Verbandsstruktur damit beauftragt, diesen Reformprozess einer Zukunftssicherung des organisierten Fußballs systematisch einzuleiten, zu begleiten und in ein konkretes Führungs- und Steuerungsinstrument für die DFB-Organisation (Fußball-Entwicklungsplan) einfließen zu lassen. Erster Schritt dieses Prozesses von einer Strategiedebatte bis zu ersten Pilot- Projekten eines konkreten Vereinsberatungssystems war eine differenzierte Analyse der aktuellen Situation der Fußballvereine, die u.a. umfasste: Amateurfußballkongress 2003 in Barsinghausen Jugendfachtagung 2005 in Fulda Verbandsanalysen (Prof. Emrich 2005/2006, Dr. Väth 2007) Vereinsanalysen (Prof. Gabler 2005/2006, Prof. Wopp 2006) Diverse Marktanalysen Kernpunkte der Analysen und Strategiediskussionen Auf demografische Trends rechtzeitig einstellen! Der organisierte Wettbewerbsfußball ist weiter attraktiv und muss Kern der Vereinskonzepte bleiben! Neue Zielgruppen erschließen, d.h. neue Aufgaben für die Vereine! Den Dienstleistungs- und Servicegedanken für die Vereine viel stärker verankern! STRATEGIEN NACH INNEN UND AUSSEN AUSSEN INNEN INNEN AUSSEN Fußball bleibt (Volks-) Sportart Nummer 1 Der DFB bleibt größter Spitzensportverband Verbessern der Kooperationen zwischen der DFB-Zentrale/DFB/RV/LV Bezirke und Kreise Fördern des partnerschaftlichen Umgangs Erreichen gemeinsamer Ziele Erhöhung der Effizienz durch Bündelung von Ressourcen, Übersichtlichkeit und Struktur Steigern der Mitarbeiterzufriedenheit in Haupt- und Ehrenamt Identifikation mit der Marke DFB Es gibt ein flächendeckendes DFB-Fußballangebot für jeden mit vergleichbarer Qualität Die Mitgliederzahl wird wenigstens gehalten KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

17 12 FUSSBALL IST ZUKUNFT Ergebnisse und Konsequenzen der Fußball-Entwicklungsplan Das systematische und koordinierte Planen und Gestalten sportlicher Zukunftsmodelle und Projekte setzt eine klare Aufgabenverteilung zwischen den nationalen (DFB), regionalen (Landesverbände) und lokalen (Kreis) Ebenen voraus. Der Fußball-Entwicklungsplan ist das Steuerungsinstrument dieses komplexen Prozesses! Die detaillierten Analysen inklusive der Zukunftsszenarien haben verdeutlicht, dass auf den DFB, seine Landesverbände und deren Bezirke/Kreise zwei große Aufgabenkomplexe zukommen: 1. Aufgabe: Modernisierung und Anpassung des Wettbewerbsfußballs in allen Spiel- und Altersklassen als Kernaufgabe 2. Aufgabe: Erweiterung der Angebotspalette der Fußballvereine, um neue Zielgruppen zu erschließen bzw. Vereinsmitglieder länger zu binden Dieses Aufgabenspektrum umfasst unzweifelhaft neue Herausforderungen für alle Ebenen des deutschen Fußballs. Sie lassen sich nur durch eine möglichst effiziente Aufgaben- und Rollenverteilung in der Organisationsstruktur von DFB, seinen regionalen (Regional- und Landesverbände) sowie lokalen Ebenen (Kreise) meistern. SCHRITTE DES FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLANS SCHRITT 1 SCHRITT 2 LEITZIELE AUFGABEN- FELDER Differenzierte Verbands- und Vereinsanalysen sowie intensive Kongress-Debatten sind die Basis für die Festlegung von 5 zukunftsorientierten DFB-Leitzielen. Unter diese 5 Leitziele werden alle Aufgabenfelder zusammengefasst, die der Zukunftssicherung des organisierten Fußballs in Deutschland dienen.

18 13 Fußball-Entwicklung ist ein kontinuierlicher Prozess. Optimierungen und Anpassungen auf allen Ebenen unseres Fußballs sind eine permanente Aufgabe. Klare Leitziele und Aufgabenzuteilungen sind unverzichtbare Orientierungshilfen bei diesem komplexen Veränderungsprozess! Dr. Theo Zwanziger DFB-Präsident Ziel ist eine eindeutige Abstimmung zwischen den Organisationsebenen (Wer macht was?) inklusive einer Steigerung der Effizienz (zweckmäßiger Mitteleinsatz) und Effektivität (Qualität der Zielerreichung) innerhalb dieser Strukturen. Erster Schritt auf diesem Weg in eine systematische Zukunftsgestaltung der Verbände und Vereine ist die Fixierung von 5 Leitzielen, die ein eindeutiges Orientierungsraster für die Eingruppierung der vielen Zukunftsaufgaben bilden. Alle neuen Aufgabenfelder inklusive der Programme/Projekte sind dann in einem zweiten Schritt neben klassischen Kernaufgaben unter den 5 Leitzielen in einer Übersicht (Seiten 16/17) strukturiert zusammengefasst. Spätestens diese Übersicht unterstreicht, dass eine realistische und effiziente Umsetzung dieses Komplexes an Aufgaben, Programmen und Projekten die Festlegung von Prioritäten sowie ein geplantes und gesteuertes Vorgehen benötigt. Genau das ist die Funktion des Fußball-Entwicklungsplans! Ein systematisches Vorgehen bei der Reform von Strukturen, Inhalten und Konzeptionen zur Zukunftssicherung der Verbände und Vereine umfasst Definition von Leitzielen Definition von Aufgaben und Aufgabenverteilung Festlegung von Programmen und Projekten Erstellung eines Fußball-Entwicklungsplans als Umsetzungsrahmen SCHRITT 3 SCHRITT 4 PROGRAMME/ PROJEKTE FUSSBALL- ENTWICKLUNGSPLAN Jedes Aufgabenfeld umfasst konkrete Programme und Projekte, die bei der zukunfts - orientierten Aus- und Umgestaltung der Vereinspraxis helfen. Der Fußball-Entwicklungsplan ist ein Steuerungsinstrument, um diesen komplexen Prozess der Verbands- und Vereinsreform systematisch zu gestalten. KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

19 14 FUSSBALL IST ZUKUNFT Die Leitziele des DFB Auf Basis der in der DFB-Satzung festgelegten 3-Säulen-Theorie (Elitefußball, Breitenfußball und Soziale Verantwortung) hat die Kommission Verbandsstruktur fünf Leitziele formuliert, die darauf ausgerichtet sind, dass die DFB-Fußballorganisation die komplexen Herausforderungen der Zukunft meistert! ELITEFUSSBALL BREITENFUSSBALL SOZIALE VERANTWORTUNG Leitziele als Orientierungspunkt für die Aufgabe des DFB und seiner Landesverbände Der DFB hat ein breites Aufgabenspektrum zu erfüllen, das weit über die dominierenden Aushängeschilder Nationalmannschaft und Bundesliga hinausreicht. Zentrale Aufgaben sind in seiner Satzung fixiert. Neben Länderspielen mit seinen Nationalmannschaften von der U15 bis zum A-Team der Männer und Frauen, einem breitgefächerten sozialem Engagement und der speziellen Förderung des Frauenfußballs ist dort an erster Stelle formuliert: Zweck und Aufgabe des DFB ist insbesondere, den Fußballsport und seine Entwicklung, vor allem in seinem Jugendbereich, zu fördern und durch fußballspezifische sowie überfachliche Qualifizierung zu sichern... Dieses satzungsmäßig verankerte Aufgabenspektrum deckt sich dabei zu einem großen Teil mit Erwartungen, die Vereinsfußballer an den Dachverband stellen, wie eine Marktstudie des DFB belegt.

20 15 Eine fundierte Modernisierung und Anpassung unserer Fußballorganisation ist nötig, um auch in Zukunft die Bedürfnisse aller sport- und fußballbegeisterten Menschen zu treffen und unsere Vereine zukunftssicher aufzustellen. Die fünf Leitziele geben bei diesem Prozess Orientierung! Horst R. Schmidt DFB-Generalsekretär ÜBERSICHT LEITZIELE 1 Erfolgreiche und imagefördernde National- und Auswahlmannschaften 2 Sportlich und wirtschaftlich erfolgreicher Berufsfußball 3 Zukunftsfähiger Amateur-/Jugend-Vereinsfußball 4 Leistungsfähige Organisationsebenen als Dienstleister der Fußballvereine 5 Aktive Wahrnehmung gesellschaftlicher und sozialer Verantwortung Angesichts der sozialen und im (Fußball-)Sport selbst begründeten Herausforderungen der heutigen Zeit kann diese satzungsmäßig verankerte Verpflichtung zur Förderung und Sicherung des Fußballsports dabei nicht weiter nur über traditionelle Vereinsmodelle und -strukturen erreicht werden. Deshalb ist es die Pflicht des DFB, in enger Kooperation mit seinen Landesverbänden die erforderlichen Reformprozesse zu initiieren und zu gestalten. Das gelingt nur, wenn er eine offensive Dienstleistungs- und Beratungsfunktion für alle Ebenen bis hinunter an die Vereinsbasis übernimmt und durch konkrete Programme und Projekte in die Praxis umsetzt. Fünf DFB-Leitziele bieten dabei ein klares Strukturierungsraster, in das sich alle zukünftigen Aufgabenfelder zur Modernisierung und Anpassung der Fußballorganisation eingruppieren lassen. Die folgende Doppelseite bietet eine Übersicht über das große Aufgabenspektrum, mit dem die fünf Leitziele erreicht werden sollen. KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

21 16 FUSSBALL IST ZUKUNFT Die Aufgabenfelder des DFB im Überblick LEITZIEL 1 LEITZIEL 2 LEITZIEL 3 Erfolgreiche und imagefördernde National- und Auswahlmannschaften BEGRÜNDUNG Die Nationalmannschaften/Auswahl - mannschaften sind das Aushängeschild des deutschen Fußballs. Die A-Nationalmannnschaft bildet die wirtschaftliche Grundlage des DFB AUFGABENFELDER 1.1 A- und U21- Nationalmannschaften Männer 1.2 DFB-Elitekonzeption Junioren Sportlich und wirtschaftlich erfolgreicher Berufsfußball Der Berufs-Vereinsfußball als Spitze der im DFB organisierten Spielklassenpyramide steht im Blickpunkt der Öffentlichkeit und dient als Motivation der Basis 2.1 Bundesliga und 2. Bundesliga Männer Zuständigkeit und Alleinverantwortung: DFL 2.2 DFB-Pokal Männer in enger Zusammenarbeit mit der DFL Zukunftsfähiger Amateur-/ Jugend-Vereinsfußball Die im DFB organisierten Vereine sind die Basis für die Entwicklung des Fußballs und die Stärke/Größe des DFB 3.1 Wettbewerbsangebote im Spielbetrein Männer Junioren Frauen Mädchen Ältere 3.2 Schulfußball (Breitenfußball) 1.3 A- und U23- Nationalmannschaften Frauen Liga und 4. Liga Männer in enger Zusammenarbeit mit der DFL 3.3 Schiedsrichter (Amateure) 1.4 DFB-Elitekonzeption Juniorinnen 2.4 Schiedsrichter (Berufsfußball) 3.4 Entwicklung Mädchen-/ Frauenfußball 2.5 Sportgerichtsbarkeit (Berufsfußball) 3.5 Freizeit- und Breitensport 3.6 Kommerzielle Fußballangebote 3.7 Sportgerichtsbarkeit (Amateure)

22 17 Das Erreichen der Leitziele setzt klare Aufgabenverteilungen inklusive nötiger Programme und Projekte voraus. Für die nationale Ebene sind hierzu auf Basis der fünf Leitziele 23 Aufgabenfelder festgelegt. Neben klassischen Kernaufgaben sind dabei neue, für die zukünftige Fußballentwicklung unverzichtbare Entwicklungsaufgaben aufgelistet! LEITZIEL 4 LEITZIEL 5 Leistungsfähige Organisationsebenen als Dienstleister der Fußballvereine Aktive Wahrnehmung gesellschaftlicher und sozialer Verantwortung Der DFB will seinen Vereinen als Dienstleister zur Seite stehen Der DFB hat aufgrund seiner Größe und seines Selbstverständnisses eine soziale und gesellschaftliche Verantwortung 4.1 Beratung zur Organisations - entwicklung der Verbände 4.2 Systematische Vereinsberatung 4.3 Erhaltung und Ausbau der Sportschulen 5.1 Gesellschaftliche Verantwortung Nutzung der Fußballpotenziale für die Gesellschaft in den Bereichen Integration/Gewaltprävention/ Antirassismus/Toleranz Antidoping 4.4 Erhaltung und Ausbau der Sportstätten 5.2 Soziale Verantwortung Soziale/Humanitäre Projekte Entwicklungshilfe 5.3 Fußballkultur KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

23 18 FUSSBALL IST ZUKUNFT Struktur des Fußball-Entwicklungsplans 1 Übersicht über Aufgabenfelder 2 Steuerungssystem für die Aufgabenfelder 3 Qualitätssicherung in den Aufgabenfeldern 4 Aufgabenverteilung zwischen DFB, LV und deren lokalen Ebenen 5 Sicherung von Projekten in den regionalen Ebenen Der Fußball-Entwicklungsplan ist das Steuerungsinstrument für das systematische und koordinierte Planen und Gestalten sportlicher Zukunftsmodelle und Projekte. Er sichert eine klare Aufgabenverteilung zwischen den nationalen (DFB), regionalen (Landesverbände) und lokalen (Kreis) Ebenen. Die Komplexität der in der Übersicht (Seiten 16/17) zusammengefassten Auf - gabenfelder sowie die dazu vorgeschlagenen Programme und Projekte macht deutlich, dass in Zukunft Prioritäten festgelegt sowie finanzielle/personelle Ressourcen gezielt eingesetzt werden müssen. Nötig ist, bei allen Programmen und Projekten vorab das jeweilige Ziel klar zu definieren: Was soll zur Sicherung der Zukunft der Vereine tatsächlich (messbar) erreicht werden und was sind lediglich Teilschritte auf dem Weg dorthin? Der Fußball-Entwicklungsplan ist zunächst das Steuerungsinstrument für das DFB-Präsidium auf nationaler Ebene. Er fixiert auf dieser Ebene Zuständig keiten, Termine und Budgets für die verschiedenen Aufgabenfelder des Fußballsports.

24 19 Verbesserungen und Anpassungen auf allen Ebenen unseres Fußballs sind eine permanente Aufgabe, um die Zukunft unserer Fußballvereine zu sichern. Klare Leitziele und Aufgabenteilungen erleichtern allen Personen, die bei diesem komplexen Veränderungsprozess mitarbeiten, die Orientierung! Dr. Theo Zwanziger DFB-Präsident KERN- UND ZUKUNFTSAUFGABEN ZUKUNFTSAUFGABEN IMAGE/PR/KOMMUNIKATION MÄDCHENFUSSBALL ELITEFÖRDERUNG RECHTSPRECHUNG KERNAUFGABEN SPIELBETRIEB/ WETTBEWERBE SCHULFUSSBALL VEREINSBERATUNG INTEGRATION/ SOZIALE VERANTWORTUNG TALENTFÖRDERUNG GEWALTPRÄVENTION TRAINER- AUSBILDUNG MODERNE SPORTSTÄTTEN SCHIEDSRICHTER FUSSBALL FÜR ÄLTERE QUALIFIZIERUNG PERSONAL- ENTWICKLUNG IM EHRENAMT Effektive Organisationsstrukturen als Basis des Reformprozesses Gleichzeitig muss der Fußball-Entwicklungsplan vor allem für neue Aufgabenfelder eine effektive Organisationsstruktur für Programme und Projekte einschließen. Denn die koordinierte Zusammenarbeit aller Ebenen des deutschen Fußballs, also zwischen DFB (nationale Ebene), Regional- und Landesverbänden (regionale Ebene) und Kreisen/Bezirken (lokale Ebene) ist unverzichtbar, sollen die Reformen und Angebotserweiterungen bis in die Praxis der Vereinsbasis hineinwirken. Dabei müssen die jeweiligen Rollen (Wer soll Was machen?) unter Beachtung der jeweiligen Ressourcen (Wer kann was machen?) im Konsens geprüft und festgelegt werden. Die intensive Beteiligung der regionalen und lokalen Ebenen an diesem Prozess ist bei allen Programmen und Projekten, die bis in die Clubs hineineinwirken und primär durch die Fußballkreise (lokale Ebene) umgesetzt werden sollen, unerlässlich. Nur diese Integration schafft die nötige Akzeptanz und vor allem die Identifikation mit den nötigen Zukunftsreformen! Der DFB hat bei diesen Anpassungs- und Reformprozessen im Amateurfußball vor allem eine inhaltliche Leitfunktion auf Basis differenzierter Verbands- und Vereinsanalysen. In der konkreten Realisierungsphase initiiert, organisiert, steuert und unterstützt der Dachverband sachlich und/oder materiell die Gesamtentwicklung mithilfe der verschiedenen Organisationsebenen. KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

25 20 FUSSBALL IST ZUKUNFT

26 21 NATIONAL- UND AUSWAHLMANNSCHAFTEN

27 22 FUSSBALL IST ZUKUNFT LEITZIEL 1 Erfolgreiche und imagefördernde National- und Auswahlmannschaften Kein Zweifel, die Teams des DFB mit der Nationalmannschaft an der Spitze sind das nationale und internationale Aushängeschild des deutschen Fußballs. Eine Spitzenposition im Weltfußball inklusive einer attraktiven und offensiv ausgerichteten Spielkonzeption hat positiven Einfluss auf alle anderen Ebenen unseres Fußballs. Auf seine Nationalmannschaften kann sich der DFB momentan verlassen. Das Team der Männer hat nach dem unvergleichlichen Sommermärchen der Weltmeisterschaft 2006 auch unter dem neuen Bundestrainer Joachim Löw eine eindrucksvolle Erfolgsbilanz hingelegt. Selten zuvor wurde so souverän die Finalrunde einer Europameisterschaft erreicht. Und der erneute WM-Triumph unserer Frauen-Nationalmannschaft ist noch in allerbester, frischer Erinnerung. Die positiven Impulse und Vorbildfunktion beider Teams bis hinein in die Vereine ist nicht hoch genug zu bewerten. Gerade der Mädchen- und Frauenfußball kann dabei in neue Dimensionen vorstoßen.

28 23 In erster Linie wird der Deutsche Fußball-Bund an seiner sportlichen Leistungsstärke gemessen. Die sportliche Eliteförderung ist deshalb eine Kernaufgabe und hat höchste Priorität. Zumal große Erfolge im Hochleistungsbereich die Realisierung von Zielen und Projekten im sozialen Bereich sowie im Breitenfußball enorm erleichtern! A- und U21-Auswahlmannschaften - Männer ZENTRALE ZIELE Vordere Platzierungen und Titelgewinne bei EM, WM und Olympia Attraktives, offensives Spiel auf Basis einer einheitlichen DFB-Spielphilosophie Optimale Strukturen der Leistungsoptimierung für Team und Spieler Vorbild- und Identifikationsfunktion für alle Ebenen des deutschen Fußballs ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE Erarbeitung einer prägnanten Spielauffassung für Offensive und Defensive Auf- und Ausbau eines leistungsoptimierenden Umfeldes DFB-Elitekonzeption - Junioren ZENTRALE ZIELE Einheitliche Spiel- und Trainingsauffassung für alle Trainer im deutschen Fußball Optimale individuelle Förderung der besten Perspektivspieler Deutschlands Vordere Platzierungen und Titelgewinne bei Welt- und Europameisterschaften Enge Verflechtung aller Talentförderbereiche (DFB, LV, Stützpunkte, Vereine) ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE Erarbeitung einer DFB-Ausbildungskonzeption als sportliches Leitbild Aufbau effizienter Strukturen der Talentförderung A- und U23-Auswahlmannschaften - Frauen ZENTRALE ZIELE Sicherung der Spitzenposition im Weltfußball Ein attraktives, offensives Spiel auf Basis einer einheitlichen Spielphilosophie Permanente Optimierung der Strukturen zur Leistungsoptimierung Impulsgeber, Türöffner sowie Vorbild- und Identifikationsfunktion des A-Teams ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE Erarbeitung einer prägnanten Spielauffassung für Offensive und Defensive Auf- und Ausbau eines leistungsoptimierenden Umfeldes DFB-Elitekonzeption - Juniorinnen ZENTRALE ZIELE Optimale individuelle Förderung der besten Perspektivspielerinnen Konstante Spitzenposition mit allen U-Mannschaften auf internationaler Ebene Ein attraktives, offensives Spiel aller U-Mannschaften Optimale Strukturen der Leistungsoptimierung rund um alle Mannschaften ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE Erarbeitung einer DFB-Ausbildungskonzeption als sportliches Leitbild Aufbau effizienter Strukturen der Talentförderung im Mädchen- und Frauenfußball AUFGABE 1.1 AUFGABE 1.2 AUFGABE 1.3 AUFGABE 1.4 KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

29 24 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 1.1 A- und U21-Nationalmannschaften - Männer Wir müssen weiter an der individuellen Qualität eines jeden Spielers arbeiten. Wir können nur Fortschritte erzielen, wenn sich jeder einzelne Spieler nochmals verbessert! Joachim Löw Bundestrainer A- UND U21-NATIONALMANNSCHAFTEN MÄNNER ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Vordere Platzierungen und Titelgewinne bei EM, WM und Olympia 2. Ein attraktives, offensives Spiel auf Basis einer einheitlichen DFB-Spielphilosophie 3. Aufbau optimaler Strukturen der Leistungsoptimierung rund um die Mannschaft 4. Kontinuierliche Integration spielstarker Perspektivspieler in einen erweiterten Kader 5. Vorbild- und Identifikationsfunktion für alle Ebenen des deutschen Fußballs Leitfunktion in Training und Spiel AKTUELLE SITUATION Erfolgsbilanz nach der Weltmeisterschaft 2006 Der mitreißende WM-Auftritt unserer Nationalmannschaft bei der WM 2006 wird unvergessen bleiben. Mit attraktivem Offensivfußball und bestmöglichem Einsatz eroberte das Team den dritten Platz und die Sympathien von Millionen Fans. Unsere Nationalmannschaft wurde zum Weltmeister der Herzen. Womit kaum einer rechnen konnte: Diese Euphorie um unsere Nationalmannschaft ist bis heute nicht abgeebbt. Eine beeindruckende sportliche Bilanz unter dem neuen Bundestrainer Joachim Löw sorgte mit dafür, dass sich mit der A-Mannschaft weiter Millionen von Menschen identifizieren: Von 14 Spielen nach der WM 2006 wurden 12 siegreich beendet, das Team machte die Qualifikation REALISIERTE PROJEKTE zur EM 2008 bereits frühzeitig perfekt, so dass die sportlichen und organisatorischen Vorbereitungen bereits konzentriert anlaufen können. Was aber viel wichtiger als Erfolgsstatistiken ist: Der sportliche Weg des Sommermärchens wurde unter Bundestrainer Joachim Löw, Teammanager Oliver Bierhoff und dem perfekt eingespielten Organisations- und Funktionsteam weiter beschritten, in vielen Punkten sogar erweitert und optimiert. Alleine die Tordifferenz aller Länderspiele nach der WM liefert ein beeindruckendes Bild von der auf Offensive, Attraktivität und Dominanz ausgerichteten Taktik. 44 : 8 Treffer ist die Ausbeute der Nationalmannschaft und das 13:0 gegen San Marino ist dabei der zweithöchste Erarbeitung einer prägnanten, einheitlichen Spielauffassung für Offensive und Defensive Erarbeitung eines auf die Spielphilosophie abgestimmten Trainingskonzepts Aufbau einer kontinuierlichen Leistungsdiagnostik Ausweitung des Funktionsteams um die Mannschaft: Individualisierung der Prozesse in allen Leistungsbereichen Aufbau eines Systems der systematischen Gegner-Analyse inklusive einer differenzierten Video-Auswertung Systematische Auswertung von Trends im internationalen Top-Fußball Impulse für ein optimiertes Selbstmanagement der Spieler

30 25 LEISTUNGSOPTIMIERUNG DURCH Stetige Orientierung an der Spielphilosophie Aktive Einbindung der Mannschaft Schaffen einer Mannschaftsidentität Intensive Kommunikation Informationsangebot zur Leistungsoptimierung Ein optimales leistungssportliches Umfeld Perfekte organisatorische Abläufe rund um das Team Auswärtssieg einer deutschen Nationalmannschaft überhaupt. Sportliche Impulse nach der WM 2006 Gleichzeitig wurde nach der WM ein Verjüngungsprozess mit spielstarken Nachrückern wie Jansen, Hitzlsperger oder Gomez eingeleitet. Die Integration klappte reibungslos, da die neuen Spieler die Spielphilosophie verinnerlicht haben und sich in ein funktionierendes Team mit einstudierten Automatismen einbinden konnten. Thomas Hitzlsperger hat sich nach der WM mit überzeugenden Auftritten nach vorne gespielt. WEITERE OPTIMIERUNGSANSÄTZE Weitere Perfektionierung der Spielphilosophie, z.b. Passtempo und -präzision Ausbau des Scouting-Systems Aus- und Aufbau einer aussagekräftigen Datenbank Sportliche Konstanz auf höchstem Niveau Optimierte Trainingssteuerung in enger Kooperation mit der Bundesliga Qualitätsverbesserungen jedes Spielers durch eine individuelle sportliche Begleitung Perfektionierung einer teamübergreifenden Spiel- und Trainingsphilosophie für alle DFB-Mannschaften ab der U15 KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

31 26 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFBABE 1.2 DFB-Ausbildungskonzeption Um bei unseren Jüngsten die lebenslange Begeisterung am Fußball zu sichern und eine optimale Talentförderung zu erreichen, müssen wir alle unser Denken präzisieren: die individuelle, systematische und langfristige Ausbildung unserer Talente ist unverzichtbar! Matthias Sammer DFB-Sportdirektor ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Sportliche Orientierung für alle Trainer im deutschen Fußball 2. Überblick über einen systematischen Aufbau der Fußballleistung vom Anfänger bis zum Profi 3. Integration aktueller sportwissenschaftlicher und pädagogischer Prinzipien 4. Gegenseitige Akzeptanz aller Ebenen unseres Fußballs 5. Orientierungsbasis für ausdifferenzierte und detaillierte Informationen zu allen Ausbildungsstufen AUSBILDUNGSSTUFEN DFB-ELITEKONZEPTION JUNIOREN Hochleistungstraining - Stabilisierung Hochleistungstraining - Perfektionierung Belastungsgerechtes Übergangstraining Beginnendes Spezialisierungstraining Fußballspezifisches Grundlagentraining Technisch-spielerische Vielseitigkeitsschulung Umfassende Bewegungsschulung Hinweis: Die Übergänge von Stufe zu Stufe sind je nach aktuellem Entwicklungsstand fließend und geschlechtsspezifisch! SPITZEN- SPIELER PERSPEKTIV- SPIELER A-JUNIOREN U18/U19 B-JUNIOREN U16/U17 C-JUNIOREN U14/U15 D-JUNIOREN U12/U13 E-JUNIOREN U10/U11 F-JUNIOREN U8/U9 BAMBINI UND JÜNGER U7 AB 30 JAHRE JAHRE 19/20-17/18 JAHRE JAHRE JAHRE 7-10 JAHRE 3-6 JAHRE

32 27 Die neue Ausbildungskonzeption des DFB bietet jedem Trainer im deutschen Fußball eine hilfreiche sportliche Orientierung. Je nach Spiel- und Altersklasse bekommen Trainer (aber auch Vereinsmitarbeiter, Eltern, Fußballunterrichtende an Schulen) einen ersten Überblick über 1. Ausbildungsziele und -schwerpunkte, die exakt auf das aktuelle Können der Spielerinnen/Spieler ausgerichtet sind. 2. Spezielle Inhaltsbausteine für ein altersgemäßes und attraktives Training, das fördert und fordert. 3. Ideale Wettspielformate, die die sportliche Förderung auf der jeweiligen Ausbildungsstufe optimal ergänzen. 4. Leitlinien für Trainer, die einen motivierenden und lernfördernden Vereinsfußball auf der jeweiligen Ausbildungsstufe garantieren. Die DFB-Ausbildungskonzeption berücksichtigt dabei sportwissenschaftliche und pädagogische Prinzipien. Die Ausbildungsstrukturen im deutschen Fußball mit verschiedenen Instanzen der Talentförderung auf jeder Ausbildungsebene sind dabei auf die klar definierten Stufen eines systematischen Aufbaus fußballerischer Leistungen abgestimmt. Somit ergänzen sich Ausbildungsziele-/inhalte sowie Ausbildungsstrukturen optimal! AUSBILDUNGSSTRUKTUREN A-Nationalmannschaft 7 Internationale Vereinswettbewerbe Bundesliga, 2./3. Liga 6 Lizenzvereine Nationalmannschaften U19 U20 U21 Höchster Amateurbereich 5 Leistungszentren/ Eliteschulen des Fußballs Juniorennationalmannschaften U15 U16 U17 U18 Talentförderung der LV und Vereine 4 Leistungszentren DFB- Talentförderprogramm Vereins- Jugendfußball 3 Vielseitige Sportaktivitäten und Fußballspielen in Verein und Schule Bewegen und vielseitiges Spielen in Verein, Kindergarten und Schule 2 1 Hinweis: Übersicht der zentralen Talentförderinstanzen auf der jeweiligen Stufe KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

33 28 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 1.2 Ganzheitliche Eliteförderung Juniorennationalmannschaft Individuelle Klasse unserer Perspektivspieler muss sich auch darin ausdrücken, als Team unter Druck internationaler Wettbewerbe anderen leistungsstarken Fußballnationen technisch-taktisch, physisch und psychisch überlegen zu sein! Matthias Sammer DFB-Sportdirektor ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Vordere Platzierungen und Titelgewinne bei Welt- und Europameisterschaften 2. Optimale individuelle Förderung der besten Perspektivspieler Deutschlands in Kooperation mit Vereinen und LV 3. Ein attraktives, offensives Spiel auf Basis einer einheitlichen DFB-Spielphilosophie 4. Aufbau optimaler Strukturen der Leistungsoptimierung rund um die Mannschaften 5. Sportliche Leitfunktion für alle anderen Bereiche und Instanzen der Talentförderung AKTUELLE SITUATION DFB-ELITEKONZEPTION JUNIOREN

34 29 EINFLUSSFAKTOREN UND ELEMENTE DER SPIELPHILOSOPHIE Prognose Trends Typische Stärken SPIELPHILOSOPHIE FÜR DFB-TEAMS Spielsystem U15 bis U17 Mit dem Ball Spielprinzipien U18 bis A-Team Gegen den Ball Sportliches Leitbild der DFB-Teams Sportliches Leitbild aller Junioren-Nationalteams ist in Zukunft eine effiziente Verbindung von 1. individueller und primär perspektivisch ausgerichteter Förderung der Spitzentalente und 2. Mannschaftserfolgen das umfasst im Hinblick auf das berechtigte Anspruchsdenken im deutschen Fußball durchaus ambitionierte sportliche Ziele wie Titel bei Welt- und Europameisterschaften! Individuelle Klasse unserer Spitzentalente (als primäres Ausbildungsziel) muss sich auch darin ausdrücken, als Team unter Druck internationaler Wettbewerbe anderen leistungsstarken Fußballnationen technisch-taktisch, physisch und psychisch überlegen zu sein. Einige internationale Wettbewerbe in jüngster Zeit dokumentierten nach wie vor Defizite hinsichtlich der absoluten Sieger-Mentalität bei einigen DFB-Teams und Perspektivspielern. Von der spielerischen Klasse durchaus überlegen, wurden letztlich die sportlichen Ziele nicht erreicht. Diese psychisch-mentale Komponente ist deshalb in Zukunft ein ganz zentraler Ausbildungsschwerpunkt! Die U17 hatte bei der WM in Korea viele Gelegenheiten zum Jubeln: der 3. Platz war das Resultat eines überzeugenden sportlichen Auftritts. Kernelemente der DFB-Eliteförderung Auf erwartete Spitzenleistungen im internationalen Top- Fußball müssen die Perspektivspieler mit einem höchstprofessionellen Umfeld vorbereitet werden. Hier hat der DFB nicht nur bei der Nationalmannschaft, sondern bereits bei seinen Junioren-Nationalmannschaften eine Leitfunktion für Vereine und Landesverbände. Diese Optimierung der Trainings- und Spielsteuerung im Zuge einer ganzheitlichen, individualisierten DFB-Eliteförderung umfasst dabei verschiedene Punkte wie z.b. Spielphilosophie für alle DFB-Teams Intensive Leistungsdiagnostik Sportmedizinische Betreuung Individuelles Fitnesstraining Psychologische Begleitung Video-Analyse Optimierte Selbststeuerung der Spieler Trotz dieser Individualisierung des Trainingsprozesses bleiben die DFB-Trainer jedoch die zentrale Steuerungsinstanz für alle sportlichen Abläufe rund um Mannschaft und Spieler! Sie haben nach wie vor die unangetastete Chefrolle beim Prozess der Leistungssteuerung und -förderung der Nationalspieler! KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

35 30 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 1.2 Unser Ziel ist es, das leistungsfördernde Umfeld permanent zu optimieren und teamübergreifende Qualitätsstandards festzulegen. Erfolge im internationalen Junioren-Spitzenfußball sind nicht anders zu erreichen! Wolfgang Niersbach DFB-Direktor UMFASSENDES TRAININGSMODELL FÜR DEN HEUTIGEN SPITZENFUSSBALL Individuelle Gesundheitssicherung Video-Teachment für Team und Spieler Positionsorientiertes Spezialtraining Optimiertes Selbst - management der Spieler TAKTIK KONDITION OPTIMIERUNG FUSSBALLERISCHER QUALITÄTEN TECHNIK PERSÖNLICHKEIT Psychologische Begleitung Intensive Leistungsdiagnostik Sportmedizinische Betreuung Individuelles Fitnesstraining DFB-ELITEKONZEPTION JUNIOREN REALISIERTE PROJEKTE Aufbau eines DFB-Elite-Kompetenzteams Jeder Leistungsbereich (Fitness, Physiotherapie, Sportmedizin, -psychologie Leistungsdiagnostik, Torhüter- Training) wird dabei inhaltlich-fachlich von einem Top- Experten geleitet. Mit Klaus Eder, Dr. Hans-Dieter Hermann, Dr. Tim Meyer, Dr. Müller-Wohlfahrt, Dr. Josef Schmitt oder Andreas Köpke sind hier direkte personelle und damit inhaltliche Verbindungslinien zur Nationalmannschaft hergestellt. Eine einheitliche sportliche Ausrichtung ist damit garantiert. Konkret verbinden sich mit dem DFB-Elite-Kompetenzteam diese Ziele und Funktionen: 1. Das Experten-Gremium hat eine zentrale Beratungsfunktion bei der konzeptionellen Ausgestaltung der DFB-Eliteförderung. 2. Das Experten-Gremium leitet und koordiniert im jeweiligen Leistungsbereich ein Team von ausgesuchten Spezialisten. 3. Die Experten binden sich intensiv in die Traineraus-, -fort- und -weiterbildung des DFB ein, um eine einheitliche sportlich-fachliche Ausrichtung in allen Bereichen des deutschen Leistungsfußballs (z.b. Verbände, Lizenzvereine) herzustellen. Erfolge im internationalen Juniorenfußball sind nur als Produkt systematischer Förderung möglich! Erarbeitung einer prägnanten, einheitlichen und teamübergreifenden Spielphilosophie Aufbau einer kontinuierlichen Leistungsdiagnostik Individualisierung leistungsfördernder Prozesse in allen Bereichen Teamübergreifendes Konzept eines systematischen Fitnesstrainings für Spieler und Mannschaft Psychologische Begleitung und Beratung aller DFB-Teams Teamübergreifendes Konzept einer speziellen Förderung der Torhüter Personelle Erweiterung des medizinisch-physiotherapeutischen Stabes bei jeder Mannschaft

36 31 Zukünftige Spielerpersönlichkeiten müssen sich aktiv mit dem Fußball, dem Training, dem Team und vor allem der eigenen Leistung auseinandersetzen. Wir erwarten permanente Eigenmotivation und ein hohes Maß an Selbstkritik! Matthias Sammer DFB-Sportdirektor FÖRDERUNG VON SPITZENTALENTEN Talentförderung der Landesverbände Leistungszentren der Lizenzvereine SPORTLICHE KOORDINATION Talentförderung des DFB Eliteschulen des Fußballs Spielphilosophie für alle DFB-Teams Mit der Erarbeitung einer DFB-Spielphilosophie für alle DFB-Teams von der U15 bis zur Nationalmannschaft sind verbindliche Qualitätskriterien formuliert, an der sich in Zukunft das sportliche Auftreten jeder DFB-Mannschaft messen lassen muss. Die Formulierung verbindlicher Prinzipien einer einheitlichen Spielauffassung erleichtert teamübergreifende Prozesse einer perspektivisch angelegten Förderung von Spielern (orientiert an detaillierten Anforderungsprofilen einer Position) und Automatismen in einem festgelegten Spielkonzept. WEITERE OPTIMIERUNGSANSÄTZE Permanente Optimierungen der Manschaftsleistungen auf Basis der DFB-Spielphilosophie Erarbeitung eines teamübergreifenden Trainingskonzepts auf Basis der DFB-Spielphilosophie Aus- und Aufbau einer aussagekräftigen Datenbank Standardisierte Abläufe in der Trainings- und Spielauswertung/-dokumentation Optimierte Trainingssteuerung in enger Kooperation mit Vereinen (Leitungszentren) und Landesverbänden Weitere Optimierung in Prozessen der Persönlichkeitsförderung wie z.b. Siegeswille, Selbstkritik, Konzentration Ausbau einer intensiven Kommunikation mit Vereins- und Verbandstrainern der Nationalspieler KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

37 32 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 1.2 Altersgerechte Spielfeldgrößen und Wettbewerbe ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Freude am Fußballspielen für jedes Kind 2. Bundesweiter Kleinfeldfußball auch für D-Junioren 3. Konkrete Umsetzungshilfen für Verbände und Vereine DFB-ELITEKONZEPTION JUNIOREN AKTUELLE SITUATION Wettspielphilosophie für den Kinderfußball Kinder erleben die Faszination des Fußballspielens nur dann, wenn die Wettspiele genau auf sie abgestimmt sind. Je nach Alter lassen sich dazu die Anforderungen des 11 gegen 11 von der Altersklasse der Bambini bis zu den C-Junioren/-Juniorinnen reduzieren durch eine Verkleinerung der Mannschaften durch eine Verkleinerung der Spielfelder durch eine Vereinfachung der Spielregeln In diesen kleinen Fußballspielen auf Tore spielen Kinder so, wie sie es sich wünschen und zu diesem Zeitpunkt können! Das 11 gegen 11 aus dem Erwachsenenfußball ist somit alles andere als kindgemäß und verhindert das fuß ballerische Dazulernen der Jüngsten, vor allem aber eine stabile und langfristige Motivation für das Fußballspielen im Verein! Spielsysteme, Taktiken oder die ausschließliche Fokussierung auf das Spielresultat wie im Profifußball haben im Kinderfußball nichts zu suchen. Wer so ein Denken in den Kinderfußball einbringt, der fördert nicht, sondern schadet nur! Das Ziel: 9 gegen 9 im D-Juniorenbereich Nach einem langen Umdenkungsprozess wurde in zwischen ein erstes Ziel erreicht: Die E-Junioren spielen inzwischen komplett auf verkleinerten Spielfeldern, die F-Junioren und Bambinis sogar mit weiter reduzierten Mannschaftsgrößen. Der nächste, konsequente Schritt, der ein kindge - mäßes Wettspielsystem komplettieren würde, ist die bundesweite Verpflichtung auf ein 9 gegen 9 im D-Juniorenbereich. WETTSPIELE IM KINDERFUSSBALL Spielerlebnisse für jeden sind viel wichtiger als Spielresultate! Leitlinie: je nach Alter die Spielfelder und Mannschaftsgrößen verkleinern! Teamgrößen, Spielfelder und Fußbälle wachsen mit den Kindern mit! Tabellen sind zweitrangig in unteren Altersklassen ganz darauf verzichten! Jedes Kind darf mitspielen und bekommt genügend Spielanteile! Zu Beginn nur einfache Grundregeln des Mit- und Gegeneinanderspielens vorgeben! Jedes Kind darf jede Spielposition kennenlernen auch die Torhüterposition! Anfeuern und ermutigen positive Aktionen hervorheben! Geduld zeigen kein Zeit- und Leistungsdruck! Die Eltern über die spezielle Philosophie der Wettspiele im Kinderfußball informieren!

38 33 Stützpunktsystem Talentförderprogramm des DFB und seiner Landesverbände ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Aufbau eines engmaschigen Sichtungssystems für talentierte Mädchen und Jungen 2. Individuelle Förderung möglichst vieler Talente im besten Lernalter 3. Sportliche Qualitätsverbesserungen eines großen Kreises an Talenten als Basis der Spitzenförderung 4. Parallele Optimierung des Vereinstrainings der Talente durch Vereinstrainer-Fortbildungen 5. Enge Verflechtung aller Talentförderbereiche von Landesverband, Stützpunkt und Verein AKTUELLE SITUATION Mit dem DFB-Talentförderprogramm sind in allen Teilen Deutschlands 387 einheitliche und flächendeckende Stützpunkte eingerichtet, die 29 Stützpunktkoordinatoren organisatorisch und sportfachlich vor Ort leiten. 3 Honorartrainer pro Stützpunkt sichten und fördern die talentierten Spielerinnen und Spieler der Region. ZIELE DES PROJEKTS IM DETAIL Qualitätskontrolle des Stützpunktsystems Erfolgskontrolle und Qualitätssicherung sind bei einem Großprojekt wie dem DFB-Talentförderprogramm ein komplexer Prozess. Für diese permanente Kontrolle gilt es, konkrete Qualitätskriterien und -ziele zu formulieren, die dann die Basis für breit angelegte quantitative und qualitative Auswertungen sind. Dabei bilden die 10 Ziele, die in der sportlichen Grundkonzeption vor Start des Talentförderprogramms fixiert wurden, ein verbindliches Überprüfungsraster. Der Einleitungstext in diese 10 Ziele formuliert nochmals kurz und prägnant das sportliche Leitziel des Stützpunktsystems: Das perspektivische Ziel des DFB-Talentförderprogramms lässt sich leicht ausmachen: Das Projekt soll das Potenzial an zukünftigen Spitzenspielern spürbar vergrößern. Von diesen Anstrengungen profitieren nicht nur die DFB-Teams bis hin zur A-Nationalmannschaft, sondern letztlich alle Vereine im Profi- und höherklassigen Amateurfußball. Je größer der Kreis an kreativen, spielstarken Fußballern ist, umso erfolgreicher und attraktiver werden wir auf allen Ebenen des deutschen Fußballs sein! Intensives und regelmäßiges Sichten aller Talente einer Region Flächendeckendes Fördern von talentierten Spielerinnen und Spielern Individuelle Förderung der Talente als Ergänzung zum Vereinstraining Förderung der Talente nach einer einheitlichen und zeitgemäßen Methodik Heranbilden technisch versierter und taktisch geschulter Spielerinnen und Spieler Organisation von Fortbildungen für Vereins- Juniorentrainer vor Ort Kurze Wege zwischen dem DFB, den Landesverbänden und den Vereinen Neue Motivation für alle, die an der Talentförderung mitwirken Neue Anreize und Motivation für alle talentierten jungen Fußballerinnen/Fußballer Schnelleres Vermitteln neuer Trends in Training und Spiel KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

39 34 AUFGABE 1.2 FUSSBALL IST ZUKUNFT Das Talentförderprogramm hat sich als Element der Nachwuchsförderung etabliert. Nur ein dichtes Netz von Stützpunkten in ganz Deutschland kann ein flächendeckendes Ausbildungssystem sicherstellen. Dr. Hans-Dieter Drewitz Vorsitzender des DFB-Jugendausschusses und Karriereverläufe der Stützpunkt-Spielerinnen und -Spieler Aufschluss. Regelmäßige Datenbank-Abfragen liefern hier ein aufschlussreiches und objektives Bild von der Effizienz des Talentförderprogramms. Denn diese Datenbank erfasst nicht nur alle Stützpunkte und Honorartrainer, sondern vor allem die sportlichen Karriere- (z.b. Vereinswechsel zu Leistungszentren) und Leistungsverläufe (z.b. alle Test-Resultate der sportwissenschaftlichen Begleitung in Koorperation mit der Deutschen Sporthochschule Köln). In den letzten Monaten wurde dieser permanente Auswertungsprozess durch intensive Auswertungstreffen mit allen Landesverbänden (u.a. Präsidenten, Jugendausschuss-Vorsitzende, Verbandstrainer) ergänzt, um weitere Optimierungsprozesse auf eine möglichst breite Informationsbasis zu stellen. Diese Expertenurteile fließen in die Reform des Projektes ein. DFB-ELITEKONZEPTION JUNIOREN Mit Blick auf die großen Investionen in das Talentförderprogramm des DFB und seiner Landesverbände muss die Kontrolle über die Qualität der Sichtungs- und Trainingsarbeit in allen Stützpunkten sichergestellt sein. Eine zentrale Funktion übernimmt hierbei vor allem der jeweilige DFB-Stützpunktkoordinator vor Ort. Ebenso wichtig ist jedoch eine Effizienzüberprüfung des kompletten Projekts auf Basis quantitativer Analysen. Hier geben in erster Linie die fußballerischen Leistungs- Die individuelle Förderung der Talente ist eine Kernaufgabe des Talentförderprogramms. DATEN UND FAKTEN ZUM BISHERIGEN TALENTFÖRDERPROGRAMM Alle Expertengremien waren sich dabei einig, es bei der Grundstruktur eines flächendeckenden Stützpunktsystems als Kernelement einer intensiven, möglichst viele Talente erfassenden Sichtung und Förderung im deutschen Fußball zu belassen. Rund gesichtete Spielerinnen und Spieler pro Saison Flächendeckendes Netz an Stützpunkten: kurze Anreisewege zum Stützpunkttraining, intensives Sichten Trainieren im Trainer-Team: individuelle Förderung der Talente durch Gruppen- und Einzeltraining Größere Leistungsdichte in Vergleichsspielen auf Verbandsebene und bei DFB-Sichtungsturnieren Bis zu Vereinstrainer bei jedem der bisher 9 DFB-Info-Abende

40 35 Das Stützpunktsystem des DFB und seiner Landesverbände ergänzt vor allem in unteren Altersklassen optimal die sonstige Struktur der Talentförderung im deutschen Fußball und ist deshalb besonders wirkungsvoll! Jörg Daniel Sportlicher Leiter des DFB-Talentförderprogramms 1. Konzentration auf die Talentiertesten Die individuelle Förderung der Talente ist das sportliche Leitmotiv des Projekts. Eine konsequente Verkleinerung der Trainingsgruppen auf Basis objektiver Daten sportmotorischer Tests und höherer sportlicher Bewertungsmaßstäbe durch die Trainer soll in Zukunft die sportliche Qualität der Gruppen und damit die Lernumgebung für INTEGRATIONSFUNKTION DES PROJEKTS BISHERIGE ORGANISATIONSSTRUKTUR DFB LANDES- VERBÄNDE DFB KOORDINATOREN LV DFB-TALENTFÖRDERPROGRAMM DFB-STÜTZPUNKTE KREISE VEREIN VEREINE jedes einzelne Talent positiv beeinflussen. Das Projekt bekommt eine klarere leistungssportliche Ausrichtung. Konkret ist es das Ziel, die im Talentförderprogramm geförderten Spielerinnen und Spieler von auf zu reduzieren. Die Verkleinerung der Talentegruppen ermöglicht je nach Stützpunkt/Region gleichzeitig Reduzierungen der Honorartrainer. 2. Flexiblere Organisationsstruktur Die zukünftige Organisationsstruktur des Projekts soll eine flexiblere Anpassung an die spezifische Situation des jeweiligen Landesverbandes inklusive seiner verbandsinternen Talentförderkonzeptionen ermöglichen. Dabei sind demografische Trends einzukalkulieren, die in Zukunft von Region zu Region ganz verschieden verlaufen werden. Das bestimmt erheblich die regionalen Strukturen des vereinsorganisierten Fußballs und damit die Quantität und Qualität des leistungsorientierten Juniorenfußballs. Die zukünftige Stützpunkstruktur muss sich dieser Tendenz flexibel anpassen. Konkrete Parameter dieser flexibleren Organisationsstruktur und Projektsteuerung werden derzeit erarbeitet! REFORM DES TALENTFÖRDERPROGRAMMS Konzentration auf die Förderung der talentiertesten Spielerinnen und Spieler (ursprünglich ) Individuelle Förderung der Altersstufen bis einschließlich U15 Reduzierung und flexiblerer Einsatz der Honorartrainer Flexiblere Organisationsstrukturen mit stärkerer Berücksichtigung regionsspezifischer Gegebenheiten Sportliche Leitfunktion des DFB Anpassung des sportlichen Konzepts an die neue DFB-Ausbildungskonzeption Ausbau von Schulkooperationen KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

41 36 AUFGABE 1.2 FUSSBALL IST ZUKUNFT Leistungszentren als regionale Talentförderzentren ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Weitere Qualitätsverbesserungen der Leistungszentren bei der Förderung der Spitzentalente 2. Ausweitung der LZ-Struktur: verpflichtende Einrichtung von Leistungszentren für Vereine der 3. Liga 3. Engere strukturelle/sportliche Verflechtung mit anderen Projekten/Instanzen der Talentförderung 4. Ausbau der sportlichen Leitfunktion des DFB AKTUELLE SITUATION DFB-ELITEKONZEPTION JUNIOREN Leistungszentren als regionale Talentzentren Unbestritten haben sich die infrastrukturellen und sportlichen Qualitätsstandards der Lizenzvereine seit Beginn in der Saison 02/03 kontinuierlich verbessert. Die Leistungszentren haben als sportliche Anlauf - station für regionale Spitzentalente eine zentrale Funktion im DFB-Talentfördersystem. Die Qualitätssteigerungen deutscher Perspektivspieler sind u.a. ein Resultat einer intensiven sportlichen Förderung in diesen Talentförderzentren. Vom Aufbau eines differenzierten Zertifizierungssystems verspricht sich die Kommission Nachwuchszentren einen weiteren Qualitätssprung! Alle sportlich-konzeptionellen und administrativen Details werden mittels eines differenzierten Punkteschlüssels bewertet. Dieses Kategoriensystem bietet jedem Leistungszentrum hilfreiche Orientierung beim permanenten Optimierungsprozess! REALISIERTE PROJEKTE Einrichtung der Kommission Nachwuchszentren als funktionierendes Kooperationsgremium von DFL und DFB Aufbau einer Fort- und Weiterbildungsstruktur für Leiter und Trainer der LZ unter Leitung des DFB GEPLANTE OPTIMIERUNGEN TALENTFÖRDERUNG IM DEUTSCHEN FUSSBALL LEISTUNGSZENTREN UND ELITESCHULEN DES FUSSBALLS + LANDESVERBÄNDE DFB- TALENTFÖRDERPROGRAMM Aufbau eines verpflichtenden Zertifizierungssystems für Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga Objektive Klassifizierung der Leistungszentren durch differenzierte Qualitätskriterien Verteilung des UEFA-CL-Sockels als finanzielles Anreizsystem Verpflichtende Einrichtung von Leistungszentren für Vereine der neuen 3. Liga DFB-TEAMS JUGENDFUSSBALL IN DEN VEREINEN

42 37 Qualitätssicherung der Eliteschulen des Fußballs" und Sportbetonten Schulen ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Optimales sportliches und schulisches Umfeld für ambitionierte Talente 2. Möglichkeiten einer optimalen Koordination schulischer und sportlicher Anforderungen 3. Zusätzliche Trainingseinheiten für Spitzentalente am Vormittag 4. Qualitätssicherung der Schulkooperationen der Leistungszentren durch ein Zertifizierungsystem 5. Sportliche Leitfunktion des DFB AKTUELLE SITUATION ELITESCHULEN DES FUSSBALLS SCHULE OPTIMALE TALENTFÖRDERUNG VEREIN VERBAND Optimales Umfeld für Talente Spitzentalente im Fußball sind einer permanenten Doppelbelastung ausgesetzt. Sie müssen sportliche Anforderungen wie häufiges Training oder zeitinten - sive Wettspielreisen und Trainingslager mit der schulischen Ausbildung koordinieren. Diese Aufgabe können sie nur durch umfangreiche Hilfen meistern, die Verband, Verein und Schule in enger Kooperation zusammen bereitstellen. Einerseits betreibt der DFB seit dem Schuljahr 1996/97 ein Projekt in den Verbänden des NOFV. Ziel war es, Talente in den neuen Bundesländern über die existierenden Sportbetonten Schulen, den früheren Kinder- und Jugendsportschulen (KJS) dezentral zu fördern. Ein weiteres Projekt ist die Zertifizierung von Eliteschulen des Fußballs für ein funktionierendes Netzwerk von Schule, Leistungszentrum und Verband. REALISIERTE PROJEKTE Projekt Sportbetonte Schulen mit derzeit 38 Honorartrainern an 15 Schulen und 700 regionalen Talenten Konzept Eliteschulen des Fußballs in direkter Verbindung mit dem Konzept Leistungszentren Erarbeitung eines Zertifizierungssystems für Eliteschulen des Fußballs als Instrument der Qualitätssicherung Auszeichnung von bisher 7 Verbundsystemen von Leistungsfußball und Schule als Eliteschulen des Fußballs GEPLANTE OPTIMIERUNGEN Zertifizierung weiterer Eliteschulen des Fußballs Aufbau eines flächendeckenden Netzes an Eliteschulen des Fußballs Erarbeitung detaillierter sportlicher Leitfäden auf Basis der DFB-Ausbildungskonzeption Engere sportliche und strukturelle Verbindung mit anderen Projekten/Ebenen der Talentförderung KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

43 38 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 1.2 Optimierung der Traineraus- und -weiterbildung Die Einflussfaktoren auf heutige Trainer im Berufsfußball sind komplexer als je zuvor. Trainer müssen unter extremem Druck permanent neue Situationen kompetent und flexibel lösen. Auf diese Anforderungen müssen sie mit einem zeitgemäßen Ausbildungskonzept vorbereitet werden! Erich Rutemöller DFB-Chefausbilder ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Aktualisierung/Optimierung eines systematisch aufeinander aufbauenden Systems der Trainer-Ausbildung 2. Etablierung der Fußball-Lehrer-Ausbildung als Marke in seiner Leitfunktion für das Ausbildungssystem 3. Anpassung der Ausbildungsinhalte und -methoden an Anforderungsprofile des modernen Spitzenfußballs 4. Enge personelle und sportlich-fachliche Verknüpfung mit dem nationalen/internationalen Top-Fußball 5. Neue Positionierung der Hennes-Weisweiler-Akademie als Zentrum der Aus- und Weiterbildung von Spitzentrainern AKTUELLE SITUATION DFB-ELITEKONZEPTION JUNIOREN Die neue Ausbildungskonzeption des DFB unterstreicht nochmals die Schlüsselfunktion des Trainers bei allen Prozessen der sportlichen Förderung von Spielerinnen und Spielern sowie beim Aufbau spielstarker, funktionierender und erfolgreicher Teams egal, in welcher Spiel- und Altersklasse sich ein Trainer nun konkret bewegt. Alle strukturellen und konzeptionellen Initiativen einer weiteren Leistungsoptimierung im Fußball müssen somit immer eine Anpassung und Aktualisierung der Trainer-Qualitäten mitberücksichtigen, wenn durch- Die deutsche Spitzentrainer-Ausbildung kann auf eine lange Tradition mit renommierten Ausbildungsleitern zurückblicken. REALISIERTE PROGRAMME/PROJEKTE Aufbau eines komplexen, aufeinander abgestimmten Trainer-Ausbildungssystems (C-, B-, A-Lizenz, FLL) Ausweitung des zeitlichen Umfangs der FL-Ausbildung bis zur Dauer einer Saison Orientierungspunkt für Gewichtung der Ausbildungsschwerpunkte: Kompetenzen einer Trainer-Persönlichkeit Ausweitung der Praxisanteile in der Ausbildung: Simulieren konkreter Trainingssituationen im Saisonverlauf Qualitätssteigerung des Dozentenstabes durch Aufbau eines Referentenpools, Einbindung internationaler Experten Interdisziplinäres, modernes Lernen mit Integration multimedialer Möglichkeiten (z.b. E-Learning) Strikte Berücksichtigung der Zulassungskriterien

44 40 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 1.3 A- und U23-Nationalmannschaften Frauen Jeder Titel, den wir holen, löst einen Boom aus. Wir dürfen uns aber nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen, sondern müssen Qualität und Quantität weiter steigern. Wenn wir jetzt auch noch die WM 2011 nach Deutschland holen, ist kein Ende abzusehen! Silvia Neid Bundestrainerin A- UND U23-NATIONALMANNSCHAFTEN - FRAUEN ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Sicherung der Spitzenposition im Weltfußball: möglichst Titelgewinne bei EM, WM und Olympia 2. Ein attraktives, offensives Spiel auf Basis einer einheitlichen DFB-Spielphilosophie 3. Permanente Optimierung der Strukturen zur Leistungsoptimierung rund um die Mannschaft 4. Kontinuierliche Integration spielstarker Perspektivspielerinnen in einen erweiterten Kader 5. Impulsgeber, Türöffner sowie Vorbild- und Identifikationsfunktion für den Mädchen- und Frauenfußball AKTUELLE SITUATION

45 41 KARRIERE-PLANUNG IM FRAUEN-SPITZENBEREICH UEFA-CUP SPITZENVEREINE FRAUEN-NATIONALMANNSCHAFT U23 U20 JUNIORINNENTEAMS U19 U17 U16 U15 U U U LEISTUNGSZENTREN MIT ELITESCHULEN VEREINSFUSSBALL, SCHULFUSSBALL-ZENTREN UND STÜTZPUNKT-TRAINING FUSSBALL IN VEREINEN UND SCHULEN SPITZENTALENT-FÖRDERUNG DER LANDESVERBÄNDE Frauen-Nationalmannschaft als Impulsgeber Kein Gegentor, erstmals eine Titelverteidigung bei einer Weltmeisterschaft und ein begeisternder Empfang durch eine Rekordkulisse auf dem Frankfurter Römer es gibt einige Superlative, die die deutschen Fußballfrauen rund um die Frauen-WM in China aufgestellt haben. Das Team setzte sich mit einem läuferisch aufwendigen und kompakten Spiel gegen technisch und spielerisch enorm starke Brasilianerinnen durch. Dabei ist der erneute WM-Titel der Mannschaft von Silvia Neid der vorläufige Schlusspunkt einer einzigartigen Erfolgsgeschichte. Der Gewinn der Weltmeisterschaft 2004, sechs EM-Titel und zwei Bronze-Medaillen bei Olympischen Spielen sind die sportlichen Glanzlichter einer relativ kurzen Länderspiel-Geschichte von nur 25 Jahren. Diese Titelsammlung ist ein beeindruckender Beweis für eine rasante Aufwärtstendenz, die der Frauenfußball in Deutschland nach wie vor nimmt. Seit dem ersten Erfolg, dem umjubelten Titelgewinn bei der Europameisterschaft 1989, spielt unsere Frauen-Nationalmannschaft mit einer unglaublichen Konstanz stets in der Weltspitze mit. Diese Erfolge sind dabei der immens wichtige Impulsgeber für den ganzen Mädchen- und Frauenfußball. Auch aus sportlicher Sicht weist der Frauenfußball imposante und kontinuierliche Qualitätsverbesserungen auf. Im technisch-taktischen, aber auch im athletischen Bereich stellen Experten enorme Leistungssteigerungen fest. Diese höheren Leistungspotenziale signalisieren gleichzeitig auch höhere Anforderungsprofile für die Zukunft, um wie bisher konstant in der Weltspitze mitspielen zu können. Der 11:0-Auftaktsieg gegen Argentinien darf nicht darüber hinwegtäuschen: Auch im Frauenfußball ist die Weltspitze enger zusammengerückt! Mit anderen Worten: An die Spitze zu kommen, ist äußerst schwierig. Sich dort zu etablieren, ist jedoch noch schwerer. Der deutsche Frauenfußball hat sich weltweit Respekt und Anerkennung erarbeitet. Doch die vielen Titel und Auszeichnungen sind nicht von Dauer. Konzepte der Spitzenförderung Es müssen Projekte und Konzepte erarbeitet werden, mit denen der deutsche Frauenfußball die derzeitige Spitzenposition im Weltfußball auf Dauer sichern kann. Vor diesem Hintergrund bewilligte das DFB-Präsidium zwei Millionen Euro für die Spitzenförderung. Das Geld soll primär in die Schnittstellen zwischen der Frauen- Nationalmannschaft und der Bundesliga fließen. KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

46 42 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 1.3 Wir haben momentan das große Glück, dass der Frauenfußball gleich von zwei Seiten voranschreitet: von oben und von unten. Die Förderung durch den Verband und der wachsende Zuspruch von der Basis verstärken sich gegenseitig! Hannelore Ratzeburg Vorsitzende des DFB-Ausschusses für Frauenfußball A- UND U23-NATIONALMANNSCHAFTEN - FRAUEN Eine Kommission Frauen-Spitzenfußball erarbeitete Vorschläge für einen effizienten Einsatz der Fördergelder. Diesem Gremium unter Leitung von Engelbert Nelle gehörten des Weiteren Hannelore Ratzeburg, die Vorsitzende des DFB-Ausschusses für Frauenfußball, die DFB-Frauenfußball-Abteilungsleiterin Heike Ullrich sowie die DFB-Trainerinnen Silvia Neid, Maren Meinert und Tina Theune-Meyer an. Dabei wurden fünf Bereiche für weitere Optimierungsmöglichkeiten definiert: 1. Bereich: Intensivierung der individuellen Betreuung der Spielerinnen der sieben Nationalmannschaften (U15, U16, U17, U19, U20, U23 und Frauen) 2. Bereich: Optimierung der Qualität der Trainerinnen und Trainer, die im Frauen-Spitzenbereich arbeiten 3. Bereich: Ausbau des Trainingsangebotes in den Vereinen der Frauen-Bundesliga und 2. Frauen-Bundesliga 4. Bereich: Intensivere Nutzung der Infrastruktur des DOSB (Olympia-Stützpunkte), z.b. im Bereich der aktiven Regeneration, des Aufbautrainings, der Physiotherapie oder bei Beratungsangeboten für Spitzensportlerinnen und -sportler 5. Bereich: Intensivierung der Vernetzung mit bereits existierenden DFB-Aktivitäten im Bereich der Spitzenförderung wie z.b. in der Eliteförderung oder der Traineraus- und -fortbildung. Realisierte Einzelprojekte Verschiedene Einzelpunkte dieses sportlichen Konzepts wurden bereits weiter forciert bzw. realisiert. OPTIMIERUNGSANSÄTZE IM FRAUEN-SPITZENBEREICH BEWERBUNG FRAUEN-WM 2011 DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger zur Bewerbung des DFB um die Ausrichtung der Frauen-Weltmeisterschaft 2011: Nach der fantastischen WM der Männer und dem Sommermärchen 2006 ist es unser großes Ziel, ein ebenso beeindruckendes Turnier der Frauen für die Fans aus allen Kontinenten anzubieten. Deutschland ist ein Land des Frauenfußballs Eine Frauen-WM im eigenen Land ist eine weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer stabilen Perspektive für alle Felder im Mädchen- und Frauenfußball. Individuell ausgerichtete Trainingspläne für Nationalspielerinnen (vor allem im Athletikbereich) Intensivierung des Trainings der Nationalspielerinnen in den Vereinen der Frauen-Bundesliga/2. Frauen-Bundesliga Integration ist das System des DOSB (z.b. leistungssportliche Infrastruktur der Olympia-Stützpunkte) Systematischer Aufbau einer Trainerfort- und -weiterbildung für die Trainer der Nationalspielerinnen

47 43 KERNPUNKTE DER SPITZENFÖRDERUNG Individuelles Fördertraining Berufliche Karriereplanung Pädagogische Hilfestellungen Sportmedizinische Begleitung Psychologische Beratung Optimiertes Vereinstraining Abgestimmte Belastungsdosierung So stellte Dr. Norbert Stein (Sportwissenschaftler der Deutschen Sporthochschule Köln) als Konditionstrainer der Frauen-Nationalmannschaft auf der Basis diverser Leistungstests im Vorfeld der WM individuelle Trainingsprogramme für jede Nationalspielerin auf. Auch die Kooperation mit den 36 Spitzenvereinen der Frauen-Bundesliga und 2. Bundesliga ist als zentrales Instrument der Förderung ambitionierter Spielerinnen weiter auszubauen und sportlich-inhaltlich intensiver zu steuern und zu begleiten. Die Zusammenarbeit mit diesen Top-Vereinen im Frauenfußball soll in Zukunt professionalisiert werden. Ziel ist es letztlich, dass die Spielerinnen im Verein ein vergleichbares leistungssportliches Umfeld sowie vergleichbare spiel- und trainingskonzeptionelle Prinzipien wie bei der Nationalmannschaft antreffen. Der Deutsche Fußball-Bund stellt für die kommenden zwei Jahre einen Sonderetat bereit, um auf dem Weg zu diesem zugegeben ambitionierten Ziel voranzukommen. So soll ein Leistungssystem mit Bonus-Honorierungen für Vereine eingerichtet werden, die eine qualitiative tägliche Trainingsarbeit sowie zusätzliches Individualtraining mit Nationalspielerinnen nachweisen. Zudem sollen in Zukunft der Aufbau systematischer Talentförderstrukturen und -konzepte der Vereine mittels eines finanziellen Anreizsystems forciert werden. Die 2. Frauen-Bundesliga übernimmt hierbei als Talentförder-Liga eine spezielle Ausbildungsfunktion für Perspektiv-Spielerinnnen! KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

48 44 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 1.4 Juniorinnen-Nationalmannschaften (U15, U16, U17, U19, U20, U23) Unser erklärtes Ziel ist es, in allen Altersklassen unsere vordere Position in der Weltspitze zu behaupten. Das gelingt nur, wenn wir immer einen Schritt schneller und besser sportliche Optimierungen umsetzen als die Konkurrenz! Tina Theune-Meyer Sportliche Leitung Mädchen- und Frauenfußball DFB-ELITEKONZEPTION JUNIORINNEN ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Konstante Spitzenposition mit allen U-Mannschaften auf internationaler Ebene 2. Optimale individuelle Förderung der besten Perspektivspielerinnen in Kooperation mit Vereinen/Verbänden 3. Ein attraktives, offensives Spiel auf Basis einer einheitlichen DFB-Spielphilosophie 4. Aufbau optimaler Strukturen der Leistungsoptimierung rund um alle Mannschaften 5. Aufbau von Eliteschulen des Fußballs für Frauen und Mädchen AKTUELLE SITUATION BEREITS GESTARTETE UND GEPLANTE OPTIMIERUNGEN UND PROJEKTE Bessere individuelle Begleitung/Beratung der Spielerinnen: sportliche und schulisch-berufliche Karriere Permanente Optimierungen der Mannschaftsleistungen auf Basis der DFB-Spielphilosophie Erarbeitung eines teamübergreifenden Trainingskonzepts auf Basis der DFB-Spielphilosophie Optimierte Trainingssteuerung in enger Kooperation mit Vereinen (Leistungszentren) und Landesverbänden Ausbau einer intensiven Kommunikation mit Vereins- und Verbandstrainern der Nationalspielerinnen Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation von ausgesuchten Teilgebieten der Spitzentalentförderung Aufbau eines Netzes von Talentförderzentren (Eliteschulen des Fußballs)

49 45 KARRIERE-PLANUNG FÜR JUNIORINNEN UEFA-CUP SPITZENVEREINE FRAUEN-NATIONALMANNSCHAFT U23 U20 JUNIORINNENTEAMS U19 U17 U16 U15 U U U LEISTUNGSZENTREN MIT ELITESCHULEN VEREINSFUSSBALL, SCHULFUSSBALL-ZENTREN UND STÜTZPUNKT-TRAINING FUSSBALL IN VEREINEN UND SCHULEN SPITZENTALENT-FÖRDERUNG DER LANDESVERBÄNDE Der Unterbau der Nationalmannschaft Die Juniorinnen-Nationalmannschaften von der U15 bis zur U23 (Perspektivkader) bilden als erweiterte Spitze den unmittelbaren Unterbau der Frauen-Nationalmannschaft. Qualitätsverbesserungen in der individuellen Förderung der Perspektivspielerinnen sind dabei quasi eine Daueraufgabe, um die Spitzenposition des deutschen Frauenfußballs auch unter einer verschärften Wettbewerbssituation im Weltfußball konstant sichern zu können. Wenn finanziell und personell vertretbar, werden dabei leistungsoptimierende Projekte aus dem Bereich der Frauen-Nationalmannschaft auch für die Juniorinnen- Nationalteams realisiert. So sollen die Spielerinnen von der U17 bis zur A-Mannschaft mit Trainingsgeräten ausgestattet werden, die ein individuelles Zusatztraining im Fitnessbereich auf Basis exakt vorgegebener Programme an extra eingerichteten Stützpunkten oder im Vereinstraining ermöglichen. Einheitliche Spiel- und Trainingsphilosophie Je nach Saisonverlauf werden in den jeweiligen Altersstufen 18 bis 30 Spielerinnen zu diversen Trainingslagern eingeladen. Auf Basis einer teamübergreifenden Spiel- und Ausbildungsphilosophie sind dabei je nach Stufe klar definierte individual-, gruppen- oder mannschaftstaktische Schwerpunkte vorgegeben. Dabei werden diese perspektivisch ausgerichteten Schwerpunkte vor internationalen Turnieren und Wettbewerben flexibel um aktuelle teamspezifische Inhalte ergänzt, um eine perfekt funktionierende Mannschaft präsentieren zu können. Eine medizinische und physiotherapeutische Versorgung mit dem nötigen Qualitätsstandard ist bei allen Juniorinnen-Nationalmannschaften sichergestellt. Aufbau von bis zu 12 Eliteschulen des Fußballs Eliteschule des Fußballs ist ein Zertifikat, das für ein funktionierendes Netzwerk von Schule, Leistungszentrum und Verband vergeben wird. Der Aufbau eines flächendeckenden Netzes dieser Verbundsysteme soll in Zukunft garantieren, dass möglichst alle Spitzentalente auf umfassende Hilfen und Serviceleistungen zugreifen können, um parallel eine sportliche wie auch schulischberufliche Karriere schaffen zu können. So umfasst dieser Katalog zusätzliche im Vormittagsunterricht integrierte Trainingseinheiten, Hausaufgabenbetreuung oder zeitlich flexibel Klausurtermine. Im Mädchen-/Frauenfußball haben primär die Landesverbände die Leitungsfunktion dieser Eliteschulen. KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

50 46 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 1.4 Talentsichtung und -förderung Juniorinnen Vom Stützpunktsystem des Talentförderprogramms profitieren auch unsere Mädchen. Das Sichtungssystem ist engmaschiger, talentierte Mädchen bekommen zusätzlich zum Vereinstraining eine individuelle Förderung! Tina Theune-Meyer Sportliche Leitung Mädchen- und Frauenfußball DFB-ELITEKONZEPTION-JUNIORINNEN ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Aufbau eines engmaschigen Sichtungssystems für talentierte Mädchen 2. Individuelle Förderung möglichst vieler talentierter Mädchen im besten Lernalter 3. Sportliche Qualitätsverbesserungen eines großen Kreises an Talenten als Basis der Spitzenförderung 4. Parallele Optimierung des Vereinstrainings der Mädchen 5. Enge Verflechtung aller Talentförderbereiche von Landesverband, Stützpunkt und Verein AKTUELLE SITUATION Ziel des DFB-Mädchenfußballprogramms sind positive Impulse für Qualität und Quantität der Vereinsangebote für fußballinteressierte Mädchen. Von dieser breiteren Basis an fußballspielenden Mädchen profitiert zukünftig auch die Förderung der talentiertesten jungen Spielerinnen. Die erste Stufe eines systematisch aufgebauten Fördersystems im Mädchenbereich ist dabei gekoppelt mit dem Talentförderprogramm, in das talentierte Mädchen der Region gleichberechtigt mit Junioren integriert werden können. Das enge Netz an DFB-Stützpunkten ermöglicht auch im Mädchenbereich eine neue Qualität einer flächendeckenden Sichtung. Gleichzeitig garantiert das Stützpunkttraining zusätzliche Trainingseinheiten! REALISIERTE PROJEKTE UND WEITERE OPTIMIERUNGSMÖGLICHKEITEN Integration talentierter Mädchen in regionale Stützpunkte des Talentförderprogramms Intensive Sichtung talentierter Mädchen durch Honorartrainer des Talentförderprogramms Fortbildungen der Vereinstrainer/Vereinstrainerinnen über die Info-Abende der Stützpunkte Zusätzliche Förderung talentierter Mädchen in regionalen Talentförderzentren der Landesverbände Intensive Vorbereitung auf die DFB-Sichtungslager Sportliche Leitfunktion vieler Landesverbände beim Aufbau von Eliteschulen des Fußballs für Mädchen/Frauen

51 47 KARRIERE-PLANUNG FÜR JUNIORINNEN UEFA-CUP SPITZENVEREINE FRAUEN-NATIONALMANNSCHAFT U23 U20 JUNIORINNENTEAMS U19 U17 U16 U15 U U U LEISTUNGSZENTREN MIT ELITESCHULEN VEREINSFUSSBALL, SCHULFUSSBALL-ZENTREN UND STÜTZPUNKT-TRAINING FUSSBALL IN VEREINEN UND SCHULEN SPITZENTALENT-FÖRDERUNG DER LANDESVERBÄNDE Ausbildungsprinzipien des Talentförderprogramms Die sportlichen Leitlinien und Ausbildungsprinzipien für talentierte Mädchen sind dabei identisch mit denen für die Jungen: Individuell trainieren! Im Detail trainieren! Schwerpunkte trainieren! Persönlichkeiten trainieren! Technikorientiert trainieren! Mit Spielen und Üben trainieren! Mit Motivation und Spaß trainieren! Förderung durch die Landesverbände Auf dieser ersten Stufe setzt die spezielle Förderung der Verbände für einen engeren Kreis an Talenten auf: Die Landeskader werden ab dem U13-Alter (teilweise in eigenen Talent-Förderzentren) über U13-, U15- und U17- Wettbwerbe auf regionaler Ebene gefördert. Der pyramidenförmige Aufbau setzt sich über die DFB- Länderpokal-Turniere in Duisburg-Wedau für die Altersstufen der U15, U17 und U20 fort. Diese Talentschauen des deutschen Mädchen- und Frauenfußballs bilden die sportliche Basis zur Bildung der Nationalteams sowie zur aktuellen Formüberprüfung der besten Talente aus allen 21 Verbänden. Die Verbände haben zudem als regionales Leistungszentrum die Leitungsfunktion beim Aufbau von Eliteschulen für Frauen und Mädchen. KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

52 48 FUSSBALL IST ZUKUNFT BERUFSFUSSBALL

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54 50 FUSSBALL IST ZUKUNFT LEITZIEL 2 Sportlich und wirtschaftlich erfolgreicher Berufsfußball Die Identifikation mit meinem Verein ist das Hauptmerkmal der Faszination der Bundesliga und des DFB-Pokals. Sie übertrifft bei weitem die Zuneigung zu einem einzelnen Akteur. Stars kommen und gehen, der Verein bleibt. Ein Fan ist Löwe oder Roter Teufel, Fan von Borussia oder Bayern. Bewundert werden Stars, geliebt wird der Verein. Mit Toren, Triumphen und Meisterschaften, mit Tränen und Abstiegen, mit sozialem Engagement, aber auch mit Affären ist die Bundesliga seit dem Startschuss am 24. August 1963 stets ein Tagesthema. Dank dieses Phänomens neben der Nationalmannschaft und dem DFB-Pokal ist der Fußball in seiner Popularität immer die unumstrittene Nummer eins und die größte Freizeitbewegung im deutschen Sport geblieben. Zukünftige Aufgabe ist es, sich dieser Tradition bewusst zu sein, jedoch gleich - zeitig durch neue Impulse diese Attraktivität weiter zu steigern!

55 51 Begünstigt durch die für die WM 2006 in Deutschland errichtete neue Stadien-Landschaft mit hohem Komfort und verbesserter Infrastruktur peilt die Bundesliga im Zuschauerschnitt sogar die er- Traummarke an. Ein klareres Indiz für die Popularität und Faszination der höchsten Spielklasse kann es nicht geben. Bundesliga 2. Bundesliga ZIELE/SCHWERPUNKTE Stabilisierung und Ausweitung der Popularitätswerte der Bundesliga Gezielte Markenpflege Verbindung sportlicher Werte mit einer zeitgemäßen Präsentation Stabilisierung und Verbesserung der wirtschaftlichen Situation ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE Umsatzsteigerung bei der Vermarktung der Medienrechte Kommunikationskonzept für die Marke Bundesliga DFB-Pokal-Männer ZIELE/SCHWERPUNKTE Optimale Positionierung des DFB-Vereinspokals als Premium-Produkt Ausweitung/Intensivierung vorhandener Vermarktungsmöglichkeiten Erschließung neuer Vermarktungsmöglichkeiten ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE Anpassung des Wettbewerbsformats an die Spielklassen-Strukturreform Kommunikationskonzept für die Marke DFB-Pokal AUFGABE 2.1 AUFGABE /4. Liga-Männer ZIELE/SCHWERPUNKTE Verschlankung der Wettbewerbspyramide im Berufsfußball Höhere sportliche und wirtschaftliche Attraktivität für die Vereine Neue Regionalliga als Übergangsspielklasse zwischen Amateur- und Berufsfußball AUFGABE 2.3 Schiedsrichter im Berufsfußball ZIELE/SCHWERPUNKTE Förderung zukünftiger Spitzenschiedsrichter Ausbildung von Schiedsrichter-Coaches Aus- und Weiterbildung der Spitzenschiedsrichter Umsetzung der Schiedsrichter-Konvention der UEFA ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE Regelmäßige Lehrgänge mit den Spitzenschiedsrichtern Weiterbildung der Schiedsrichter-Coaches AUFGABE 2.4 KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

56 52 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 2.1 Bundesliga 2. Bundesliga Männer Die Verbindung von Tradition und Vision bleibt das zentrale Erfolgsrezept der Bundesliga. Auf diesem Weg werden wir weiter arbeiten mit dem Ziel, die Liga noch attraktiver zu machen! Dr. Reinhard Rauball Präsident des Ligaverbandes BUNDESLIGA 2. BUNDESLIGA MÄNNER ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Stabilisierung und Ausweitung der Popularitätswerte der Bundesliga auf Basis strategischer Orientierung 2. Gezielte Markenpflege 3. Effiziente Verbindung sportlicher Werte mit einer zeitgemäßen Präsentation 4. Stabilisierung wirtschaftlich gesunder Strukturen der Vereine und Kapitalgesellschaften 5. Intensivere Auslandsvermarktung auf Basis einer gezielten internationalen Markenbildung AKTUELLE SITUATION Wirtschaftlich erfolgreich, mit weiter steigenden Popularitätswerten und spannend wie kaum eine andere Liga in Europa. Nicht nur der neue Rekordertrag von 1,52 Milliarden Euro schreibt die Entwicklung der vergangenen Jahre fort: Die Bundesliga ist eine Wachs tumsbranche, die mit professionellem Manage ment die ökonomischen Grundlagen für einen span nen den Wett bewerb sichert und für Fans, Sponsoren und Medien partner ein hoch attraktives Produkt garantiert. Die WM im eigenen Land hat dem Thema Fußball im Jahr 2006 zweifelsohne zusätzliche Impulse verliehen. Das Erfolgsmodell Bundesliga funktioniert indes auch ohne die Schubkraft eines derartigen Jahrhundertevents. STRATEGIEN UND REALISIERTE/GEPLANTE PROJEKTE Neues Corporate Design Selbst produziertes Bundesliga-Programm zur Stärkung der Marke Bundesliga Gründung einer seperaten DFL-Gesellschaft zur internationalen Vermarktung Umsatzsteigerung bei der Vermarktung der Medienrechte Seit Gründung der Bundesliga 1963 sorgt vor allem ein Umstand für eine unvergleichliche Markenstabilität: Der Profifußball ist auf der einen Seite regionales Sport - ereignis mit 36 Vereinen und Kapitalgesellschaften, die über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind. Auf der anderen Seite ist die Bundesliga aber auch nationales TV-Event, das deutschlandweit für hohe Einschalt - quoten sorgt. Gerade in Zeiten fragmentierter Ziel - gruppen ist dies sicherlich ein nicht zu unterschätzender Wert. Die Liga ruht sich jedoch keineswegs auf diesen Erfolgen aus. Im Gegenteil: Zum weiteren Markenaufbau unter - nehmen die Clubs, zusammen mit der DFL, zahlreiche strategische Initiativen und Projekte.

57 53 DIE MEISTEN ZUSCHAUER IN EUROPA 2005/2006 Die Bundesliga eilt von Zuschauerrekord zu Zuschauerrekord mittlerweile nimmt sie in der Zuschauerstatistik der europäischen Top-Ligen eine Spitzenposition ein BUNDESLIGA PREMIER LEAGUE SERIE A PRIMERA DIVISION LIGUE 1 Ein bedeutender Gradmesser für die Popularität der Bundesliga sind nicht nur Imagewerte und Umfrage - ergebnisse. Ein wesentlicher Indikator ist darüber hinaus die Anzahl jener Fans, die Woche für Woche den Weg ins Stadion finden. Der fünfte Zuschauerrekord in Folge spricht in dieser Hinsicht eine klare Sprache: 15,4 Millionen Zuschauer strömten in der Saison 2005/ 06 in die Stadien der beiden obersten deutschen Spiel - klassen. Christian Seifert Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung Eine weltweit einzigartige Infrastruktur an modernen Stadien bietet der Bundesliga ideale Vermarktungsmöglichkeiten. ZUSCHAUERTREND DER BUNDESLIGA Zuschauer pro Spielserie KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

58 54 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 2.2 DFB-Pokal Männer ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Optimale Positionierung des DFB-Vereinspokals als Premium-Produkt am Fußballmarkt 2. Ausweitung/Intensivierung vorhandener Vermarktungsmöglichkeiten 3. Erschließung neuer Vermarktungsmöglichkeiten AKTUELLE SITUATION DFB-POKAL MÄNNER Die Popularität des DFB-Pokals ist trotz oder gerade wegen seiner mittlerweile über 70-jährigen Historie ungebrochen. Ausverkaufte Stadien selbst bei vielen Erstrunden- Begegnungen, hohe Einschaltquoten bei Live-Übertragungen im TV und eine unvergleichliche Stimmung rund um das Finale in Berlin: Für Profi- und Amateurklubs ist der Wettbewerb ebenso wie für die Fans ein echter Renner. Seit 1985 ist die Geschichte des DFB-Pokals dabei auch eine Geschichte des Berliner Olympiastadions. Seither findet das Pokal-Finale stets im deutschen Wembley statt. Gerade die typische Konstellation Fußballerischer David gegen Goliath macht den Reiz des DFB-Pokals aus. Fast in jeder Saison schafften es die Kleinen, gegen etablierte Klubs für eine Sensation zu sorgen. Auch wenn sich am Ende in den Siegerlisten des DFB- Pokals fast nur Vereine aus dem Oberhaus finden: Gerade die vielen Überraschungscoups vermeint - licher Außenseiter begründen den Mythos des DFB- Pokals! Bei Reformen des Wettbewerbsmodells ist dieses spezielle Attraktivitätsmerkmal zu bedenken! Der aktuelle DFB-Pokalsieger, der 1. FC Nürnberg. Lange musste der Traditionsverein auf diese Erweiterung der Titelsammlung warten. GEPLANTE PROJEKTE/EINGELEITETE OPTIMIERUNGEN Anpassung des Wettbewerbsformats an die Spielklassen-Strukturreform für die 3. und 4. Liga (DFB-/DFL-Kommission) Verbesserung der Pokal-Corporate-Identity, z.b. Ärmellogo DFB-Pokal, einheitlicher Spielball

59 55 AUFGABE 3./4. Liga - Männer 2.3 ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Verschlankung der Wettbewerbspyramide im Berufsfußball 2. Konsequenz: Höhere sportliche und wirtschaftliche Attraktivität für die Vereine 3. Neue Regionalliga als Übergangs-Spielklasse zwischen Amateur- und Berufsfußball AKTUELLE SITUATION SPIELKLASSEN-STRUKTUR AB SAISON 08/09 Ab der Saison 2008/2009 wird der deutsche Fußball wieder ein etwas verändertes Gesicht haben. Dann startet eine neue, eingleisige 3. Liga mit 20 Mann schaften! Die Regionalliga in der heutigen Form ist hingegen Geschichte. Diese Spielklassen-Strukturreform basiert auf einer detaillierten Analyse der aktuellen Wettbewerbsstruk tur unter Einbindung verschiedener Vereinsvertreter. Der Außerordentliche Bundestag im September 2006 hat der Grundstruktur der Reform bereits zuge stimmt. Mit der Spielklassen-Strukturreform soll die Wettbewerbspyramide im Bereich Berufsfußball verschlankt und damit eine höhere sport - liche und wirtschaftliche Attraktivität erreicht werden! 3. LIGA AUFSTEIGER 1-3 Für die 3. Liga wurde dabei als Kompromiss zwischen den Interessen der Amateur- und Profivereine eine 16+4-Lösung vereinbart: Danach werden in die neue Liga zunächst maximal 4 zweite Mannschaften von Lizenzklubs aufgenommen (jedoch mit strikten Einsatz - begrenzungen für ältere Profis). Für die dritte Liga qualifizieren sich die Teams, die in der aktuellen Saison die Plätze 1 bis 10 in den beiden Regionalligen belegen. Unter der 3. Liga wird es eine dreiteilige Regionalliga als vierthöchste Spielklasse geben. Unter Leitung der Regionalverbände sind je 18 Teams in den Staffeln Nord, West und Süd am Ball. Auch diese Spielklassen werden einerseits durch viele Traditionsvereine, an - dererseits durch einige spielstarke Perspektivteams der Lizenzvereine eine beachtliche sportliche Qualität haben. Dieser Ausscheidungswettbewerb ab der Saison 2007/08 setzt sich dabei in den Landesverbänden bis in die unteren Spielklassen fort. Ziel ist es, mittelfristig alle Wettbewerbsklassen regionsspezifisch zu straffen und zu verschlanken! REGIONALLIGA NORD/ NORDOST ABSTIEGSPLÄTZE REGIONAL- VERBAND NORD/ NORDOST ABSTIEGSPLÄTZE WEST/ SÜDWEST ABSTIEGSPLÄTZE X WEST/ SÜDWEST AUFSTEIGER SÜD ABSTIEGSPLÄTZE AUFSTEIGER SÜD 3./4. LIGA - MÄNNER KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

60 56 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 2.4 Schiedsrichter im Berufsfußball Nach wie vor ist unser oberstes Ziel, eine möglichst einheitliche Regelaus - legung zu erreichen und unabhängig vom bereits erreichten hohen Qualitäts - standard der deutschen Spitzenschiedsrichter einen ständigen Prozess der Verbesserung zu begleiten! ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Talentförderung (verantwortlich Lutz Michael Fröhlich) 2. Ausbildung von Schiedsrichter-Coaches (verantwortlich Eugen Strigel) 3. Aus- und Weiterbildung der Spitzenschiedsrichter (verantwortlich Eugen Strigel) 4. PR und Kommunikation (verantwortlich Volker Roth) 5. Umsetzung der UEFA-Schiedsrichter-Konvention (verantwortlich Volker Roth) AKTUELLE SITUATION Volker Roth Vorsitzender des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses SCHIEDSRICHTER BERUFSFUSSBALL Zur Sicherung und Steigerung der Qualität im Schiedsrichterbereich sind Optimierungen aktueller Projekte nach neuesten Erkenntnissen und Ergeb nissen wissenschaftlicher Untersuchungen unerläss lich. Die Spitzenschiedsrichter stellen dabei an sich selbst höchste Ansprüche und sind auf stete Verbesse rungen aus. Ein spezieller Ansatz im Profifußball ist darüber hinaus die Verbesserung der Regelkenntnisse anderer Ziel - gruppen und Multiplikatoren im Profifußball wie etwa der Trainer, der Profis oder der Medienver treter. Das Ziel dieser Initiative ist klar: ein besseres Ver ständnis für die spezielle Situation der Schieds richter und deren Entscheidungen. REALISIERTE PROGRAMME/PROJEKTE Regelmäßige Lehrgänge mit den Spitzenschiedsrichtern Weiterbildung der Schiedsrichter-Coaches Wissenschaftliche Untersuchungen in Kooperation mit Universitäten Schulungen für Journalisten, Bundesligaspieler und Profitrainer im Regelbereich Die Spitzenschiedsrichter des DFB in der aktuellen Saison 2007/2008.

61 58 FUSSBALL IST ZUKUNFT

62 59 AMATEUR- UND JUGEND- VEREINSFUSSBALL

63 60 FUSSBALL IST ZUKUNFT LEITZIEL 3 Zukunftsfähiger Amateur- und Jugend- Vereinsfußball Millionen von Amateurfußballern spielen Woche für Woche von der Kreis- bis zur Oberliga in Meisterschaftsrunden um Punkte. Dieser Wettbewerbsfußball übt seit jeher einen einzigartigen Reiz auf alle Fußballerinnen und Fußballer aus! Alle Zukunftsstrategien des DFB und seiner Landesverbände müssen zunächst darauf ausgerichtet sein, organisierte Pflichtspielrunden für alle Spiel- und Altersklassen zu garantieren. Dabei muss jeder egal ob männlich oder weiblich, ob jung oder alt, ob in einer Stadt oder ländlichen Region eine passende Spielgelegenheit in einer Mannschaft finden. Dabei unterscheiden sich in der großen Welt des Amateurfußballs je nach Spielklasse sportliche Ziele und Einstellungen gravierend. Dennoch muss jeder vom ambitionierten Oberligaspieler bis zum Kreisligakicker in einen passenden Spielbetrieb integriert sein! AUFGABE 3.1 AUFGABE 3.2 Männer, Junioren, Frauen, Ältere - Neue Angebotsformen ZIELE/SCHWERPUNKTE Zukunftssicherung des Vereinsfußballs Bindung aktiver Fußballerinnen und Fußballer/Gewinnung neuer Zielgruppen ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE Kundenorientiertes Wettbewerbssystem an der Vereinsbasis Aufbau einer zeitgemäßen Spielklassenstruktur Schulfußball Breitenfußball ZIELE/SCHWERPUNKTE Gewinnung vieler Mädchen und Jungen für das Fußballspielen Fußballspielen als Mittel der Gesundheits-/Bewegungsförderung sowie Integration ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE Schulfußball-Offensive des DFB Ausweitung und Qualitätsverbesserung des Fußball-Unterrichts an Schulen

64 61 Flächendeckende Pflichtspielrunden in ganz Deutschland machen den DFB, seine Landesverbände, Kreise und Vereine einzigartig. Nur hier finden alle fußballbegeisterten Männer und Frauen, Jungen und Mädchen je nach Können und Leistungsmotivation eine passende Spielgelegenheit. Schiedsrichter Amateure ZIELE/SCHWERPUNKTE Bindung aktiver Schiedsrichter und Gewinnung neuer Schiedsrichter Qualitätssteigerung und Förderung junger Schiedsrichter-Talente ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE Einheitliches Ausbildungskonzept für Schiedsrichter Orientierung an der UEFA-Schiedsrichter-Konvention Entwicklung Mädchen- und Frauenfußball ZIELE/SCHWERPUNKTE Zukunftssicherung des Mädchen- und Frauenfußballs Sportliche und organisatorische Verbesserungen auf allen Ebenen ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE DFB-Mädchenfußballprogramm Flexible Spielangebote für alle Alters- und Leistungsgruppen im Frauenfußball Freizeit- und Breitensport ZIELE/SCHWERPUNKTE Attraktivitätssteigerung der Fußballvereine durch Abrundung der Angebote Bindung und Gewinnung von Vereinsmitgliedern ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE Freizeitfußball Fußball-Varianten Fußball für Ältere Fußballübergreifende Angebote im Verein Kommerzielle Fußballangebote ZIELE/SCHWERPUNKTE Qualitätskontrolle und -sicherung existierender Fußballschulen Aufbau eines flächendeckenden Netzes an Fußballschulen durch Landesverbände ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE Schaffung einheitlicher Qualitätskriterien für Fußballschulen Knowhow-Transfer und Kooperationen der LV beim Aufbau von Fußballschulen Sportgerichtsbarkeit Amateure ZIELE/SCHWERPUNKTE Kontroll- und Orientierungsfunktion der Sportgerichtsbarkeit Überarbeitung der DFB-Ordnungen ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE Einheitliches Qualifizierungs- und Schulungssystem Stärkere Integration moderner Informationssysteme AUFGABE 3.3 AUFGABE 3.4 AUFGABE 3.5 AUFGABE 3.6 AUFGABE 3.7 KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

65 62 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 3.1 Männer - Neue Angebotsformen Wir haben mit unserer Kicker-Gruppe einen festen Termin Montagabends wer Lust hat, der kommt. Gelegentlich organisieren wir per zusätzliche Treffs oder wir machen bei einem Freizeit-Turnier mit. Zuschauer haben freien Eintritt Rentner mit Hut und Zivis zahlen die Hälfte! Stefan Berg Freizeitfußballer aus Bergisch-Gladbach WETTBEWERBSANGEBOTE IM SPIELBETRIEB ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Zukunftssicherung des Vereinsfußballs trotz negativer demografischer Trends 2. Aufbau einer zeitgemäßen Spielklassenstruktur: Konzentration auf lokal verkleinerte Spielgruppen 3. Spieler-(= kunden-)orientierte Wettbewerbssysteme an der Vereinsbasis 4. Bindung abwanderungswilliger bzw. einstiegsbereiter Spieler 5. Vereinfachte Spielerregistrierungen an der Vereinsbasis AKTUELLE SITUATION Tausende von Amateurfußballern spielen Woche für Woche von der Ober- bis zur Kreisliga um Punkte. Diese Spielklassen repräsentieren dabei gegensätzliche Fußballwelten. Dabei sind die Spieler unterer Kreis - ligen klar freizeitorientiert, was die Zusammenstellung eines kompletten Kaders nicht einfacher macht. Zwar spielen sie mit Herzenslust um Punkte und möchten möglichst jedes Spiel gewinnen. Kollidieren Spiel- oder Trainingszeiten jedoch mit beruflichen, privaten oder sonstigen Terminen, so bleiben Spiel oder Training oft nur zweiter Sieger. Darüber hinaus wollen Fußballspieler unterer Amateur - klassen vor allem vom täglichen Berufsstress abschalten, etwas für die eigene Fitness und Gesundheit tun, MITGLIEDERSTATISTIK GEPLANTE/TEILWEISE REALISIERTE PROGRAMME/PROJEKTE VERGLEICH DFB-MITGLIEDER 2000 BIS 2006 MANNSCHAFTEN SENIOREN 2000: : MITGLIEDER SENIOREN 2000: : VEREINE 2000: : Vereinfachung der Statuten/Abschaffung von Fußballverhinderungs-Vorschriften Flexiblere Bestimmungen für die Bildung von Spielgemeinschaften Flexibilisierung der Mannschaftsstärke im Spielbetrieb Intensive Schulung der Spielleiter: Dienstleistungsorientierung, zielgruppenspezifische Wettbewerbsformen Knowhow-Transfer bezüglich alternativer Wettbewerbsformen Spielerorientierte Spielklassen, z.b. kleinere Teams, verkürzte Spielzeiten, flexiblere Spielplangestaltung Prüfung von Kooperationsmöglichkeiten mit Freizeitligen/Soccer-Hallen VERLUST VERLUST VERLUST -892

66 63 locker miteinander reden und vor allem mit viel Spaß einfach nur Fußball spielen. Ein regelmäßiger Konflikt zwischen Verpflichtungen gegenüber der Mannschaft und anderen Interessen ist damit vorprogrammiert. Deshalb sind speziell für Spieler unterer Spielklassen Freizeit- und Hobbyligen eine echte Alternative. Auch hier können sie im Team gegen andere Fußball spielen, konkrete Verpflichtungen wie im traditionellen Ver - eins fußball existieren jedoch nicht. Denn Freizeit - mannschaften organisieren sich je nach aktueller Situation viel spontaner und flexibler zum Wettspiel! Punktspiele und Meisterschaften sind nach wie vor der wichtigste Bindungsfaktor an organisierte Fußballvereine. SCHWERPUNKTE SPIELERORIENTIERTE SPIELKLASSEN NEUE ANGEBOTSFORMEN DURCH... SPIELLEITER- AUSBILDUNG VEREINFACHUNG DER STATUTEN KOOPERATIONEN Negative demografische Trends gerade bei Jugend - lichen und Männern bis 35 Jahren als Kerngruppe des organisierten Vereinsfußballs sowie regionale Zu- und Abwanderungsströme machen speziell an der Grenze zwischen Freizeit- und Wettbewerbsfußball neue Ange - botsformen erforderlich! Die Vereins- und Mannschaftsstatistik des Senioren - fußballs signalisiert bereits akute Risiken für einige Fußballvereine. Deshalb ist es unverzichtbar, durch eine flexiblere Organisation des Wettbewerbssystems viele Freizeitfußballer, die ansonsten außerhalb des DFB-Systems Fußball spielen würden, für einen Ver bleib im Verein zu motivieren oder Freizeit kicker von einem Vereinsbeitritt zu überzeugen. MÖGLICHKEITEN VON DFB.NET Modernes Liga-Verwaltungssystem Vereinfachung zur Organisation flexibler Spielsysteme Optimierung der Kommunikation verschiedener Instanzen Elektronisches Postfach-System für Vereine Vereinfachung des Passwesens Online-Vereinsverwaltung: Hilfen für Vereinsmitarbeiter Optimierung des Vereinsmanagements KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

67 64 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 3.1 Junioren - Variationen des Spielbetriebs Die demografische Entwicklung wird unser Land in vielen Regionen stark ver - ändern. Um den Fußball dort zu sichern, müssen Vereine, Kreise und Verbände offen für Veränderungen bei der Organisation des Spielbetriebs sein. Nur so können wir allen Kindern auch in Zukunft faszinierende Wettspiele bieten! Dr. Hans-Dieter Drewitz Vorsitzender des DFB-Jugendausschusses WETTBEWERBSANGEBOTE IM SPIELBETRIEB ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Sicherung eines attraktiven Wettspielsystems für junge Spielerinnen und Spielern in allen Regionen Deutschlands 2. Attraktive Wettspiele als primärer Bindungsfaktor an Fußballvereine 3. Sicherung der jüngeren Spielerinnen-/Spielergeneration als Potenzial der Vereinszukunft AKTUELLE SITUATION LÖSUNGSMÖGLICHKEITEN FÜR VERBÄNDE UND VEREINE AKTIVITÄTEN DER VERBÄNDE RAHMENBEDINGUNGEN FÜR DEN SPIELBETRIEB SCHAFFEN Flexible Mannschaftsgrößen Gemischter Spielbetrieb Integration von Schulmannschaften Zweitspielrecht für Mädchen Verbandsübergreifenden Staffeln Überprüfung von Festspielregelungen Übergang von Junioren zu Senioren DEMOGRAFISCHE ENTWICKLUNG REAKTION AUF SINKENDE BEVÖLKERUNGSZAHLEN AKTIVITÄTEN DER VEREINE FLEXIBLES HANDELN ZUR BILDUNG VON MANNSCHAFTEN Bildung von eigenen Jugendvereinen Gastspielerlaubnis Gemischte Mannschaften Bildung von Jugendspielgemeinschaften

68 65 Der Auftritt unserer Nationalmannschaft bei der WM 2006 als Weltmeister der Herzen hat in unseren Ver - einen einen einzigartigen Boom ausgelöst. Bundesweit waren bei den Jüngsten Zuwachsraten von etwa 20 Prozent festzustellen. Diese aktuelle Situation ist äußerst erfreulich, darf aber nicht den Blick auf ein Problem verstellen, das über kurz oder lang mit Vehemenz auf die Vereinsbasis zukommt. Exakte statistische Analysen und Prognosen überzeu - gen jeden Skeptiker: Negative Bevölkerungs trends in einze lnen Regionen Deutschlands bedeuten eine große Herausforderung für die flächendeckende Organisation des Wettbewerbssystems. Dabei melden sich Mädchen und Jungen vor allem im Fußballverein an, um sich regelmäßig mit Teams anderer Clubs zu messen. Sie wollen um Punkte spielen, Erfolge feiern und Pokale gewinnen. Der Wettbewerbsfußball ist auch für diese Zielgruppe jüngerer Spielerinnen und Spieler der größte Bindungs - faktor an einen Verein! Kernaufgabe der Verbände ist es deshalb, einen funktionierendes Wettbewerbssystem für die Vereine zu organisieren. Jeder Junge, jedes Mädchen soll eine unkomplizierte Spielmöglichkeit (u.a. kurze An reisewege!) in einem regelmäßigen Wettbe - werbs ablauf bekommen. Zwei Treffen des DFB mit allen Kreisjugendobleuten Deutschlands unter dem Motto Jugendfußball fit für die Zukunft Anfang 2007 sowie eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des DFB und der LV haben dabei viele Ideen und Vorschläge für eine flexible Organisation von Spielrunden auch bei sinkenden Geburtenraten ergeben. Die Kreise haben damit ein praktikables Instrumenta - rium an der Hand, um jederzeit auf Anforderun gen von heute und morgen reagieren zu können! MÖGLICHKEITEN ZUR SICHERUNG EINES FLÄCHENDECKENDEN SPIELBETRIEBS Spielrunden mit Mannschaften unterschiedlicher Spielstärke (Norweger Modell) Reduzierte Mannschaften auch bei den C- bis A-Junioren Spielmöglichkeiten von A-Junioren bzw. B-Juniorinnen im Seniorenfußball (falls keine andere Spielmöglichkeit existiert) KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

69 66 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 3.1 Junioren Kleinfeldfußball bei D-Junioren ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Ideales ausbildungsförderndes Wettspielformat für D-Junioren 2. Zwischenstufe für eine dosierte, lernfördernde Hinleitung vom 7 gegen 7 zum 11 gegen Sportliche Orientierung an der neuen DFB-Ausbildungskonzeption AKTUELLE SITUATION WETTBEWERBSANGEBOTE IM SPIELBETRIEB Wettspiele altersgerecht gestalten! Wettspiele erfüllen auf allen Ausbildungsstufen eine wertvolle Funktion falls sie dem altersspezifischen Können der Spielerinnen und Spieler angepasst sind. Denn Kinder lernen vor allem im und durch das Spiel. Nicht altersgemäße Spielfeld- und Teamgrößen ver - hindern dagegen diesen Lernprozess, denn das Spiel 1. ist für die Kinder nicht überschaubar, 2. überfordert durch zu große Laufstrecken, 3. ist wegen weniger Ballkontakte, Spielaktionen und Torschusssituationen wenig motivierend. Das Spiel 7 gegen 7 auf verkleinertem Spielfeld ist aus diesem Grund das verbindliche Pflichtspiel für alle F- und E-Juniorenmannschaften. Ein weiterer Schritt zu einem idealen Wettspielsystem im Junioren- und Juniorinnenfußball ist ein 9 gegen 9 in einem 70 x 50 Meter großen Feld für D-Junioren, um durch eine weitere Zwischenstufe eine noch dosiertere und damit lerneffizientere Überleitung vom 7 gegen 7 im Kinderfußball zum großen Spiel 11 gegen 11 im C-Juniorenbereich zu erreichen. In der neuen DFB-Ausbildungskonzeption ist dieser systematische Aufbau der Wettspielformate inklusive des 9 gegen 9 für D-Junioren als sportlich optimales Ausbildungskonzept vorgegeben. Ziel muss nun die Realisierung im Junioren-Spielbetrieb sein! WEITERE OPTIMIERUNGEN Bundesweiter Kleinfeldfußball auch für D-Junioren PR-Kampagne für den Kleinfeldfußball Inhaltlicher Schwerpunkt der Trainer-Ausbildung Schwerpunkt der DFB-Kurzschulungen SPORTLICHE LEITLINIEN Spielfeld 90x70 8-gegen-8/9-gegen-9 Schrittweise das taktische ABC für jeden Spieler, Gruppen und das Team erweitern! Individuelle Aktionen fordern und fördern! Bei Positionswechseln vor allem hinter - einander spielende Kinder tauschen lassen! Beim Aus-/Einwechseln genügend Spielanteile aller Kinder sicherstellen! Nur wenige Informationen und in einer altersgemäßen Sprache geben! REALISIERTE PROJEKTE Bundesweiter Kleinfeldfußball bis zur E-Jugend Inhalt der DFB-Ausbildungskonzeption Sensibilisierung der Verbands- und Vereinsgremien Sportwissenschaftliche Untersuchungen

70 67 B- und A-Junioren-Bundesliga ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Schaffung einer Eliteklasse auf Bundesebene für B-Junioren 2. Förderung einer individuellen professionellen Einstellung der Perspektivspieler 3. Positive Impulse für die Öffentlichkeitswirkung des Juniorenfußballs 4. Leistungssportliches Umfeld für die Talentförderung von Trainern und Schiedsrichtern 5. Verkürzung der sportlichen Distanz von internationalen Wettbewerben zum nationalen Juniorenfußball AKTUELLE SITUATION Bei der Premiere der A-Junioren-Bundesliga zur Saison 2003/2004 waren u.a. Lukas Podolski mit der A-Jugend des 1. FC Köln, Marcell Jansen (mit Borussia Mönchengladbach) oder Mario Gomez (mit dem VfB Stuttgart) dabei. Der Erfolgsweg dieses Quartetts beweist die herausragende sportliche Funktion dieser Eliteklasse für junge Spieler: Heute sind die damaligen Top-Talente und Perspektivspieler in der großen Bundes liga zuhause, spielen in der Champions League und weisen bereits eine beeindruckende Länderspielbilanz auf. Die Liste an Spielern aus dieser Startsaison, die sich inzwischen im Profifußball etabliert haben, ist weitaus länger. Eine eindrucksvolle Erfolgsstatistik, die belegt, dass die Idee einer dreistaffeligen Elite-Spielklasse für A-Junioren funktioniert: Durch eine klare Leistungskonzentration sollen sich die Spieler Woche für Woche in hochintensiven Spielen mit gleichstarken Gegnern messen. Nur diese schweren Spiele bringen die Perspektivspieler sportlich weiter und bereiten sie auf die extremen Anforderungen des Profifußballs vor. Die sportliche Bewertung der A-Junioren-Bundesliga fällt so positiv aus, dass ab der Saison 2007/08 bereits die erste Serie der neuen B-Junioren-Bundes liga angelaufen ist, ebenfalls in drei Staffeln mit jeweils 14 Mannschaften. WEITERE OPTIMIERUNGEN Systematische organisatorische Auswertung Systematische sportliche Auswertung Intensive Kommunikation mit Vereinstrainern Orientierung an der DFB-Spielphilosophie SPORTLICHE LEITLINIEN Die Junioren-Bundesliga hat vor allem eine Ausbildungsfunktion für die Top-Talente! Mannschaftlicher Erfolg und individuelle Förderung müssen sich ergänzen! Eine klare, moderne, offensiv ausgerichtete Spielphilosophie muss zu erkennen sein! Kreativität, Improvisationsvermögen, aber auch die nötige mentale Stabilität fordern! Eine klare leistungssportliche Einstellung einfordern! REALISIERTE PROJEKTE Sportliche Leitfunktion des DFB Installierung eines Spielbeobachter-Stabes Zentrale Terminkoordination durch den DFB PR-Initiativen für die höchste Junioren-Spielklasse KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

71 68 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 3.1 Frauen Optimierung der höchsten Spielklassen Nur mit einer klaren sportlichen und infrastrukturellen Optimierung der höchsten Frauen-Spielklassen schaffen wir eine stabile Basis für weitere Niveausteigerungen unserer Top-Spielerinnen! Tina Theune-Meyer Sportliche Leitung Mädchen- und Frauenfußball WETTBEWERBSANGEBOTE IM SPIELBETRIEB ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Regelmäßige Spielpraxis der Spitzen-Spielerinnen auf Top-Niveau 2. Systematische Optimierung der Trainingsqualität auf Vereinsebene 3. Intensive Kommunikation mit Vereinstrainerinnen/Vereinstrainern 4. Systematischer Aufbau einer Marke Frauen-Bundesliga 5. Systematische Marktanalysen als Basis weiterer Innovationsprozesse AKTUELLE SITUATION PHILOSOPHIE DES FRAUEN-SPITZENFUSSBALLS INDIVIDUALITÄT/TYPEN SPIELMACHERQUALITÄTEN BALLEROBERUNGSSTRATEGIEN INITIATIVE POSITIVES SPIEL MENTALE STÄRKE TEAMGEIST

72 69 Die Spielklassen-Struktur hat sich kontinuierlich der Leistungsstruktur im Frauenfußball angepasst. Immer höheren Anforderungen auf nationaler und internatio - naler Ebene wurde durch eine Leistungskon zentration der besten Frauen-Teams Deutschlands begegnet wurde zunächst eine zweigleisige Bundesliga ein - gerichtet, 1998 dann eine eingleisige. In der Saison 2004/05 wurde mit der Installierung der zweigleisigen 2. Bundesliga der nötige Unterbau für diese Elite-Spiel - klasse geschaffen, in der gerade die Perspektivspiele - rinnen eine adäquate Spielumgebung auf hohem Leis - tungsniveau vorfinden sollen. Neben den Punktspielen in den beiden höchsten Spiel - klassen übt der DFB-Pokal gerade im Frauenfußball eine große Faszination auf die Spielerinnen und Fans aus. Als Vorspiel vor dem Pokalfinale in Berlin garantiert er eine für den Frauenbereich einmalige Rekordkulisse hinzu kommt die Live-Übertragung für ein Millionen-Publikum. Organisatorische Qualitätssteigerungen Die Spielklassenstruktur im deutschen Frauen-Fußball einschließlich weiterer Leistungsklassen mit Regionalund Oberligen genießt weltweite Anerkennung. Dennoch bieten sich in vielen Bereichen noch große Potenziale für qualitative Verbesserungen. So ist der Aufbau der Frauen-Bundesliga zu einer in der Öffentlichkeit etablierten Marke noch längst nicht abge - schlossen. Infrastruktur, Organisation, Qualität der Stadien und Eventcharakter rund um die Bundesliga- Spieltage bieten noch viele Optimierungsmöglichkeiten. EINHEITLICHE SPORTLICHE VISIONEN FÜR ALLE NATIONALTEAMS TALENTFÖRDERUNG SPIELPHILOSOPHIE FRAUEN-BUNDESLIGA TRAINER-AUSBILDUNG Die Attraktivität für VIPs, Medien, Sponsoren, aber vor allem für die Zuschauer muss mittels einer PR-Strategie auf Basis differenzierter Marktanalysen gesteigert werden. Regelmäßige Workshops mit allen Vereinen helfen bei der Realisierung strategischer Leitlinien. Sportliche Qualitätssteigerungen Parallel zu dieser Umfeldoptimierung und zum Aufbau einer Marke Frauen-Bundesliga muss das sportliche Niveau kontinuierlich angehoben werden. Ziel ist eine sportlich attraktive, hochwertige und regel - mäßige Wettspielpraxis inklusive einer darauf abge - stimmten Trainingspraxis für und durch unsere Spitzen - athletinnen. Die Konzeption zur Spitzenförderung im Frauenfußball umfasst viele Ideen und Vorschläge für eine Niveau-Anhebung der Eliteklassen (vgl. Seiten 40 bis 45)! GEPLANTE PROGRAMME/PROJEKTE Erarbeitung organisatorischer und infrastruktureller Qualitätsstandards für Bundesliga-Vereine Regelmäßige Vereinsworkshops regelmäßige Manager-Fortbildungen Systematische Markt-Analysen, wissenschaftliche Untersuchungen Integration der Frauen-Bundesliga in den DFB-TV-Vertrag Regelmäßige Informationstreffen von Vereinstrainern, Verbandstrainern und DFB-Trainern Trainer-Fortbildungen Optimierte Vermarktung des DFB-Pokalfinales als Premium-Produkt des Wettbewerbes Regelmäßige Überprüfung und Anpassung des Pokal-Modus KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

73 70 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 3.1 Ältere neue Angebotsformen für eine immer wichtigere Zielgruppe Mir macht das regelmäßige Spielen in unserer AH-Mannschaft immer noch großen Spaß! Dabei ist es mir eigentlich egal, ob wir mit 11 oder weniger Spielern auflaufen würden! Der Ball muss nur ins Tor! Reiner Grube AH-Fußballer/Münster WETTBEWERBSANGEBOTE IM SPIELBETRIEB ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Längere Bindung älterer Mitglieder an die Fußballvereine 2. Wettbewerbsvarianten und -modelle für ältere Vereinsspieler 3. Fußballvarianten als Mittel der Gesundheitssicherung im Verein ANTEILE ÄLTERER FUSSBALLER AN DER BEVÖLKERUNG JÄHRIGE SPIELER JÄHRIGE SPIELER JÄHRIGE SPIELER 60-JÄHRIGE UND ÄLTERE SPIELER ,9 HÄUFIG 14, ,9 14, ,4 17, ,8 17, ,4 17, ,5 11,1 2,8 11,9 2,8 13,5 3,3 14,2 3,4 13,3 0,8 4,8 1,3 5,2 1,5 7,3 1,5 6,6 2,1 7,9 0,1 1,1 0,2 0,9 0,2 1,5 0,4 2,2 0,5 2,6 AB UND ZU

74 71 FUSSBALL-SPIELE UND -TRAINING MIT ÄLTEREN Flexible Anpassung der Team- und Feldgrößen Flexible Ein- und Auswechselmöglichkeiten Sensible Belastungsdosierung in Training /Spiel Keine Leistungsüberforderung! Umfassendes, vielseitiges Aufwärmen Regelmäßige Impulse für Muskelkraft/Koordination Motivierende Balance-Übungen: Prävention von Stürzen Alternative Fußball-Modelle für Ältere Einheitlicher Tenor demografischer Studien, sportlicher Belastungstests und Umfragen nach Sportmotiven: Die Deutschen werden im Bevölkerungsdurchschnitt nicht nur immer älter, sondern auch immer fitter. Die sport liche Aktivität der Bevölkerung nimmt ab 40 Jahren kontinuierlich zu. Vor allem die Sportmotive der heute 35- bis 45- Jähri gen, die weitaus sportaktiver altern als noch eine Gene ration zuvor, sind inhaltlich und organisatorisch eine große Herausforderung für zukunftsorientierte Fußball vereine. Bereits heute sind in Relation die höchsten Zuwachsraten an aktiven Vereinsspielern in den Altersgruppen der über 40-Jährigen zu registrieren. So spielten 2002 über doppelt so viele über 50- Jährige noch aktiv in einer AH-Mannschaft als noch Neuere Statistiken des Instituts Allensbach unterstreichen diesen Trend. Bei der Frage Spielen Sie häufig oder gelegentlich Fuß ball? sind gegenüber 1992 enorme Steigerungen fest zustellen: 30- bis 39-Jährige: 48% 40- bis 49-Jährige: 74% 50- bis 59-Jährige: 114% 60-Jährige und Ältere: 48% Trotz dieser prozentualen Zuwachsraten in jeder ein zelnen Altersgruppe existiert jedoch eine starke Alters differenzierung. Gerade deshalb müssen durch ein ange passtes Regelwerk (z.b. generelles Verbot von Tacklings, fliegende Wechsel) auch älteren Fußballern gesundheits fördernde Wettspiele ermöglicht werden. Konsequenz: Das Modell des gleichen Spiels in jedem Alter ist zu überdenken, um als Fußballverband/-verein auch diese Altersgruppe länger zu binden! GEPLANTE PROJEKTE Anpassung des AH-Spielbetriebs (neben traditionellen Wettbewerben alternative Modelle für ältere Fußballer) Installierung eines AH-Beauftragten in jedem Fußballkreis Programm Fußball für Ältere AH Ü40-Meisterschaft in jedem Kreis Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft Ü40 KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

75 72 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 3.2 Schulfußball Breitenfußball Von einer verbesserten Qualität und Quantität sportlicher Aktivitäten inklusive des Fußballunterrichts in unseren Schulen profitieren der Sport, die Sportvereine, unsere Gesellschaft und natürlich in erster Linie die Kinder selbst! Dr. Hans-Dieter Drewitz Vorsitzender des DFB-Jugendausschusses SCHULFUSSBALL BREITENFUSSBALL ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Gewinnung möglichst vieler Mädchen und Jungen für das Fußballspielen 2. Gesundheitsförderung und Motivation für lebenslanges Bewegen 3. Impulse für eine ganzheitliche Persönlichkeitsförderung der Kinder und Jugendlichen 4. Positive Effekte für das soziale Lernen 5. Fußball als wichtiges Integrationsinstrument in den Schulen AKTUELLE SITUATION QUALIFIZIERUNG Dezentrale Angebote für Primarstufen-Kräfte Praxishilfen orientiert an der Schulrealität Informationsbroschüren Weiterer Service per Schulfußball-Online SCHULE VEREIN Etablierung bundesweiter schulinterner Turniere Flächendeckende Fußballangebote im außerunterrichtlichen Schulsport Zertifizierung vorbildlicher Kooperationen

76 73 ARBEITSSCHWERPUNKTE SCHULFUSSBALL (BREITE) ARBEITSSCHWERPUNKTE PR- und Öffentlichkeitsarbeit Wettbewerbe Qualifizierung und Fußball im Sportunterricht Kooperationen von Schule Verein Integration Fußball als Mittel der Persönlichkeitsförderung Fußball dominiert die Lebenswelt der Kinder, die aller - meisten sind begeistert von diesem Spiel. Fußball macht Spaß! Dabei wirkt der Fußball positiv auf eine ganzheitliche Persönlichkeitsförderung der Kinder ein: 1. Der Fußball fördert mit vielseitigen konditionellen und koordinativen Bewegungsanforderungen die Gesund heitsausbildung besonders im Kindesalter. 2. Die einfache Spielaufgabe erleichtert es auch Ungeübten relativ schnell, Erfolgserlebnisse zu sam meln. 3. Das Verarbeiten von Sieg oder Niederlage ist für jeden Einzelnen, aber auch in der Gruppe enorm wichtig. 4. Gruppenprozesse rund um das Spiel (z.b. Fair Play, konstruktive Konfliktlösungen) fördern das soziale Lernen der Kinder und Jugendlichen. 5. Fußball hat ein großes Integrationspotenzial. Er er - reicht und fasziniert Jungen und Mädchen verschie dens - ter ethnischer und sozialer Herkunft gleicher maßen. Ziele der Schulfußball-Initiative Fußball bestimmt klar das außerschulische Sportan - gebot in Deutschland. Über 50 Prozent der sportinteres - sierten Jungen melden sich zunächst im Fußballverein an. Auch für Mädchen werden Fußballvereine immer beliebter. Der DFB begreift es jedoch als seine Verpflichtung, über die Vereine hinaus die vielen positiven Impulse des Fuß balls durch seine Schulfußball-Offensive noch stärker in dem Sportunterricht zu verankern. Denn die Förderung des Fußballs an der Schule eignet sich nicht nur als Mittel einer motivierenden Gesundheits - förderung, son dern auch in besonderem Maße dazu, soziale Werte zu erlernen sowie Fair Play und Toleranz zu erleben. WETTBEWERBE Systematische Optimierung der Schulwettbewerbe im Bereich Fußball Etablierung einer bundesweit einheitlichen Hallen - fußball-turnierserie SONSTIGE INITIATIVEN Starter-Pakete mit einer Grundausstattung Fußball DFB + McDonald s Fußball-Abzeichen (Neukonzeption) Bau von 1000 Mini-Spielfeldern Installierung eines Kreis-Schulfußballbeauftragten KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

77 74 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 3.3 Schiedsrichter im Amateurfußball Für jedes Spiel im Amateur- und Jugendfußball muss ein geprüfter neutraler Schiedsrichter vorhanden sein. Außerdem muss die Qualität an der Basis bei Schiedsrichtern und Lehrwarten bundesweit auf ein einheitliches und anspruchsvolles Niveau gebracht werden! Eugen Strigel DFB-Lehrstab ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Schiedsrichter-Gewinnung (verantwortlich Wilfried Heitmann) 2. Talentförderung von der LV-Ebene bis Junioren-BL nach einheitlichem Konzept (verantwortlich Lutz Michael Fröhlich) 3. Einheitliche Ausbildung in den Landesverbänden (verantwortlich Eugen Strigel) 4. Qualifizierung der Lehrwarte der Landesverbände durch einheitliche DFB-Lehrgänge (verantwortlich Eugen Strigel) 5. Umsetzung der UEFA Schiedsrichter-Konvention (verantwortlich Volker Roth) AKTUELLE SITUATION SCHIEDSRICHTER AMATEURE Gewinnung und Qualifizierung der Schiedsrichter Zur Sicherstellung der flächendeckenden Spielleitung von sämtlichen Amateurspielen durch geprüfte neutrale Schiedsrichter ist es unerlässlich, weiterhin Ini - tiativen zur Gewinnung von zusätzlichen Schieds - richtern zu ergreifen. Bisher haben die Landesverbände die Aus- und Fortbildungen im Schiedsrichter-Bereich eigenständig durchgeführt. Zur Unterstützung einer bundesweit einheitlichen Ausbildungsauffassung und einer Ver besserung des Qualitätsniveaus verständigten sich die Vertreter aus dem Schiedsrichter-Bereich der Landes verbände mit dem DFB darauf, einheitliche Aus- und Weiterbildungsangebote für Schiedsrichter-Lehrwarte zu entwickeln und durchzuführen. Auch in Zukunft muss ein geprüfter, neutraler Schiedsrichter jedes Spiel im Amateur- und Jugendfußball leiten! REALISIERTE PROJEKTE Lehrgänge für Lehrer und Durchführung von Projektwochen an Schulen Einberufung einer AG Qualifizierung der Lehrwarte sowie Durchführung eines Pilot-Lehrgangs zur Lehrwarte-Ausbildung Unterzeichnung der UEFA-Schiedsrichter-Konvention Durchführung bundesweit einheitlicher Lehrgänge für die Lehrwarte der Fußballkreise (ab Dezember 2007)

78 75 FÖRDERUNG VON SCHIEDSRICHTERN SCHIEDSRICHTER- GEWINNUNG TALENT- FÖRDERUNG ZUKUNFTSSICHERUNG SCHIEDSRICHTER QUALIFIZIERTE LEHRWARTE EINHEITLICHE AUSBILDUNG Ziele der UEFA-Schiedsrichter-Konvention Die gleichen Schwerpunkte formuliert auch die UEFA- Konvention, die eine Qualitätsverbesserung der Leis tun - gen von Spielleitern auf allen Ebenen des Fußballs in den UEFA-Mitgliedsverbänden zum Ziel hat. Zu diesem Zweck hat die UEFA ein Reglement für die Vereinheitlichung der Ausbildung und Organisation von Schiedsrichtern auf der Ebene der nationalen Fußball- Verbände eingeführt. Ein effizientes und einheitliches Schiedsrichterwesen in ganz Europa unter Federfüh - rung der UEFA soll dazu beitragen, die Ausbildung von Spielleitern zu verbessern und das Niveau der Schieds - richter-ausbilder fortlaufend zu steigern. Qualität als auch Organisation des Schiedsrichter-Be reichs im DFB weisen seit jeher einen hohen Standard auf. Dennoch gibt es nichts, was nicht verbessert werden könnte. Ausbildungsstrukturen an der Basis Die Ausbildung von Schiedsrichtern an der Basis soll in einem Nationalverband einheitlich und pyramidenförmig aufgebaut sein. Der Schiedsrichter-Bereich im DFB kommt dieser wichtigen For derung immer näher trotz der Größe des DFB-Gebiets mit seinen vielen Fußballkreisen. Schon seit einigen Jahren werden regelmäßig Lehrbriefe heraus - gegeben. Statt eines jährlichen Treffens mit den Lehrwarten der Verbände finden inzwischen zwei Veranstaltungen statt. Die in den DFB-Lehrgängen genutzten DVDs werden regelmäßig an alle Landesverbände verteilt. Weitere Ziele 1. Erstellen eines Gesamtplans für die Ausbildung auf lokaler und regionaler Ebene 2. Schnelle Integration von neuen Schiedsrichtern und verstärkte Anreize zum Bleiben 3. Sicherstellen einer einheitlichen Regelauslegung 4. Praktische Hilfen zur Leistungsverbesserung der Schiedsrichter 5. Frühes Entdecken von Schiedsrichter-Talenten Aufgrund der föderalen Struktur der Bundesrepublik Deutschland sind die Landesverbände des DFB für die Gewinnung, Ausbildung und Bindung der Schiedsrichter zuständig. So fällt auch die Talentsichtung und -förde- rung in deren Verantwortungsbereich. Dennoch ist durch die Ausweitung der Zuständigkeiten des DFB über die Lizenzligen hinaus (Regionalligen, Junioren- und Frauen-Bundesligen, demnächst 3. Liga) der DFB-Schiedsrichter-Ausschuss und Lehrstab inten siver denn je mit lokalen und regionalen Ebenen ver bunden. Dadurch ist eine durchgehende Kommuni kation von der lokalen über die regionale bis zur nationalen Ebene gegeben! KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

79 76 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 3.4 Entwicklung Mädchen- und Frauenfußball Wir freuen uns, dass der Mädchenfußball in den Vereinen und insbesondere in den Köpfen der Menschen angekommen ist, diese schnelle Entwicklung genommen hat und weiterhin nimmt! Gisela Gattringer Vorsitzende des DFB-Mädchenfußballausschusses ENTWICKLUNG MÄDCHEN- UND FRAUENFUSSBALL ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Attraktive Spielangebote im Verein für fußballbegeisterte Mädchen 2. Zukunftssicherung des Mädchen- und Frauenfußballs 3. Qualitätsverbesserungen fußballspielender Mädchen als Basis des Spitzensports 4. Zukunftssicherung des Verbandes durch Gewinnung/Aktivierung der weiblichen Hälfte der Bevölkerung 5. Flexibilisierung und Ausweitung des Vereinsfußballs für Frauen vom Freizeit- bis Leistungsfußball AKTUELLE SITUATION SCHWERPUNKTE UND EBENEN ENTWICKLUNG MÄDCHENFUSSBALL VEREIN MITGLIEDER- GEWINNUNG PR/KOMMUNIKATION SOZIALE INSTITUTIONEN VERBAND SPIELBETRIEB AUFBAUEN VON NETZWERKEN SCHULE

80 77 STRATEGISCHE LEITLINEN Aufbau von Netzwerken des Mädchenfußballs PR- und Kommunikationskonzept Vorbildfunktion Frauen-Nationalmannschaft Qualifizierungsoffensive für Trainer Qualifizierungsoffensive für Verbandsmitarbeiter Qualifizierungsoffensive für Vereinsmitarbeiter Motivierendes sportliches Ausbildungskonzept Der Mädchenfußball erlebt einen phänomenalen Auf - schwung. Weist die DFB-Statistik für das Jahr 2000 nur Teams aus, so sind es 2007 bereits Mannschaften ein Anstieg von fast 100 Prozent! Damit ist der Mädchenfußball der am schnellsten und prozentual am meisten wachsende Mitgliederbereich innerhalb der Fußballfamilie. Im Januar 2005 startete das Mädchenfußball-Pro - gramm, um für das große Potenzial fußballbegeisterter Mädchen systematisch das Angebot an organisierten Spielgelegenheiten im Verein auszuweiten. Dahinter steckte die Strategie, im Hinblick auf die zu erwartende demografische Entwicklung den Anteil der Fußball spielenden Mädchen zu erhöhen! Um diese Ver einsstrukturen aufzubauen, wurden seither die Kreis mädchen-referentinnen als regionale Anlauf - stellen in allen Fußballkreisen informiert und geschult. Ziel ist es, sie als kompetente Experten und Kontak t - personen vor Ort auszubilden, die dann zusammen mit Vereinsmitarbeitern attraktive Angebote für fußball - interessierte Mädchen realisieren. Bei diesen Kreismädchen-Referentinnen laufen somit alle Fäden des Projekts zusammen. Die Kommunikation mit den Vereinen ist der wichtigste Weg zum Erfolg des Mädchenfußball-Programms. Wichtigste Zielgruppe waren in der Pilotphase des Pro - jekts vor allem die Klubs, die bis dato keine Mädchen - fußballmannschaften hatten. ZENTRALE BAUSTEINE DES DFB-MÄDCHENFUSSBALL-PROGRAMMS Multiplikatoren-Veranstaltungen in einzelnen LV mit den Netzwerken der Fußballkreise Informationen, Argumentationshilfen und Anwendungsmaterialien für die Multiplikatoren des Mädchenfußballs Qualifizierungsangebote für Multiplikatoren auf Ebene der Landesverbände Umfassendes Kommunikationskonzept, u.a. Produktion und Verteilung von Werbematerialien Vernetzung mit der Struktur des Ehrenamtes auf verschiedenen Verbandsebenen Aufbau der Internet-Plattform als modernes Informations- und Kommunikationsmittel Lobbyarbeit auf verschiedenen Ebenen inner- und außerhalb des Fußballs KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

81 78 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 3.4 Durch das Mädchenfußball-Programm bekommt hoffentlich bald jedes fußball - begeisterte Mädchen die Chance, fast direkt um die Ecke in einer Vereins - mannschaft zu spielen! Tina Theune-Meyer Sportliche Leitung Mädchen- und Frauenfußball ENTWICKLUNG MÄDCHEN- UND FRAUENFUSSBALL Parallel zur Bildung neuer Mädchen-Teams war das Pro - jekt von vornherein darauf angelegt, Schritt für Schritt eine stabile Struktur des Mädchenfußballs zu schaffen. Die Kernaufgaben sind dabei vor allem der Aufbau neuer Netzwerke sowie die Gewinnung bzw. Qualifizierung engagierter Mitarbeiter! Für die Vereine müssen in kürzester Zeit angemessene Trainer/innen und Betreuer/innen gefunden werden. Auch die Schulfußball-Offensive verspricht weitere Im - pulse für den Mädchenfußball. Die hier eingeleiteten bzw. geplanten Projekte, wie das Angebot für eine inten - sive Lehrer/-innen-Ausbildung sowie die verstärkte Lobbyarbeit für koedukativen Unterricht, werden sich positiv auswirken. Flexibler Spielbetrieb an der Basis Der Spielbetrieb im Bereich des Mädchenfußballs hat sich in den vergangenen Jahren enorm ausgeweitet. Die Zahl der B-Juniorinnen-Staffeln mit 11er-Mannschaften ist deutlich gewachsen und in den jungen Jahrgängen wird das Angebot in Regionen mit hoher Bevölke - rungsdichte immer größer. Beginnend bei den Bambini gibt es hier Angebote für alle Altersklassen bis hin zum 11er-Spielbetrieb der B- Junio rinnen. Stabile Perspektiven des Frauenfußballs Nicht nur in jüngeren Altersklassen begeistern sich die Mädchen für das wettbewerbsorientierte Fußballspielen im Verein. Gleichzeitig wird der Fußball auch bei Frauen immer populärer. Der Anteil weiblicher Fans unter den Stadionbesuchern nimmt nicht erst seit der WM 2006 kontinuierlich zu. Andererseits wirken sich die Zuwachsraten bei den Jün - ge ren perspektivisch positiv auf die Statistiken aktiv spielender Frauen aus. Dennoch ist diese große Ziel - gruppe sport- und fußballbegeisterter Mädchen und Frauen ein Potenzial, das mit Blick auf eine langfristige Bindung an die Fußballvereine noch lange nicht ausge - schöpft ist! Dabei muss diese Bindung an einen Verein nicht nur die Funktion als aktive Spielerin sein, sondern kann auch das Engagement in welcher Vereinsfunktion auch immer bedeuten. Die relativ große Quote an Vereinsaustritten gerade beim Übertritt vom Mädchen- zum Frauenbereich und bei Frauen-Mannschaften selbst signalisiert: Soll in Zukunft der organisierte Fußball für Frauen noch attrak - tiver werden, kommen die Verbände und Vereine um eine konsequente Flexibilisierung und Ausweitung tradi - tioneller Wettbewerbsmodelle nicht herum. Zwar spielen viele Frauen nach Herzenslust um Punkte, doch bei einem engen und vor allem starren Spiel kalen -

82 79 Nicht jede fußballbegeisterte Frau kann oder will regelmäßig und leistungsorientiert trainieren und spielen. Auch diese Freizeitkickerinnen sollten in unseren Vereinen eine Heimat finden! Silvia Neid Bundestrainerin FÖRDERUNG DES FRAUENFUSSBALLS MITARBEITERINNEN- QUALIFIZIERUNG FEXIBLER SPIELBETRIEB SPORTLICHE KOORDINATION ANGEBOTE IM FREIZEITBEREICH FUSSBALL FÜR ÄLTERE der sind häufige Terminkollisionen vorprogrammiert. Ein regelmäßiger Konflikt zwischen Verpflichtungen gegenüber der Mannschaft und anderen Interessen ist unver - meidbar. Viele Vereine haben deshalb große Probleme, Woche für Woche 11er-Mannschaften für die offiziellen Wettspiele aufzubieten. Außerdem sind für Frauen, die primär freizeitorientiert Fußball spielen, Motive wie Fitness und Gesundheit wichtig. Der Vereinsfußball muss diese Interessen berücksichtigen und vielseitig abdecken.! Kreative Ideen sowie eine gewisse Experimentier freude mit neuen, flexiblen und für verschiedene Spiel stärken maßgeschneiderten Spielangeboten im Verein sind also gefragt, soll der Boom im Mädchenfußball gleichzeitig eine stabile Perspektive für den Frauen fußball bedeuten! Dann lassen sich auch so ambitionierte Ziele erreichen, wie in den nächsten 10 Jahren die Zahl der organisierten Frauen-Teams um jährlich 10 Prozent zu steigern! PROJEKTE IM FRAUENFUSSBALL Flexibilisierung des Spielbetriebs insbesondere in der Schnittstelle Juniorinnen und Frauen Flexible Spielangebote für alle Alters- und Leistungsgruppen (variable Teamgrößen und Spielrunden) Fußball für ältere Fußballerinnen ab 30 Jahren Spaß-Angebote im Freizeitbereich für nicht leistungsorientiert spielende Teams KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

83 80 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 3.5 Freizeit- und Breitensport Freizeit- und Breitensport schadet keinesfalls den Fußballvereinen ganz im Gegenteil: Er stützt sie. Denn der Freizeit- und Breitensport rundet das Angebot im Verein ab, er erreicht beide Geschlechter und alle Altersgruppen! Willi Hink DFB-Direktor ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Attraktivitätssteigerung der Fußballvereine durch eine Abrundung/Erweiterung des Angebotes 2. Bindung und Gewinnung von Vereinsmitgliedern, z.b. Frauen und Ältere 3. Stärkere Berücksichtigung des Gesundheitsmotivs bei allen Vereinsangeboten AKTUELLE SITUATION FREIZEIT- UND BREITENSPORT FUSSBALL FÜR ÄLTERE Flächendeckender Liga-Spielbetrieb für ältere Fuß - baller und Fußballerinnen Offene Spielangebote für Ältere Organisations- und Personalstruktur auf allen Ebenen FREIZEITFUSSBALL Analyse: Konzepte der LV + des Freien Markts Aufbau von Strukturen in den LV und Kreisen Kooperationen mit kommerziellen Anbietern Ausbau von Fußball-Varianten, z.b. Futsal

84 81 STRATEGIE IM FREIZEIT- UND BREITENSPORT ANALYSE Freizeitfußballmarkt Strukturen/Angebote LV KONZEPT Inhaltliches Konzept FIT IM FUSSBALLVEREIN Effiziente Organisations - strukturen LV Kreis Verein Alle aktuellen Umfragen zu Motiven und Interessen sportaktiver Menschen signalisieren klare Trends: Sport - liche Aktivitäten sollen vor allem die eigene Fitness und Gesundheit fördern, soziale Kontakte erleichtern und Ausgleich zum tagtäglichen Stress sein. Daher favori - sieren viele Sportler solche Aktivitäten, die Spaß an Spiel und Bewegung garantieren, aber nicht zu regel - mäßigem, systematischem Training verpflichten. Fußballvereine dürfen und müssen wegen dieser Trends nicht plötzlich alles umkrempeln und sich neu erfinden. Leistungs- und altersgemäße Angebote für ein wett - bewerbsorientiertes Fußballspielen in offiziellen Punkt - spielen und ein interessantes Training, das darauf vorbe - reitet, geben auch heute noch unseren Fußballvereinen ein unverwechselbares Profil. Je nach (Alters-)Struktur des Vereins sowie Interessen - schwerpunkten aktiver und passiver Mitglieder sollte jedoch rechtzeitig die Möglichkeit erweiterter Vereins - angebote ins Auge gefasst werden. FUSSBALLÜBERGREIFENDE ANGEBOTE Umsetzungsleitfaden für die Landesverbände Projekte: Fußball-Funpark, Familien-Sporttag Informationsbroschüren für Vereinsmitarbeiter Kommunikation von Best-Practice-Beispielen Chancen für innovative Fußballvereine Fußballvereine kommen künftig nicht umhin, attraktive Fußballangebote um weitere sportliche und außerspor t - liche Aktivitäten für alle Altersklassen zu ergänzen. Diese müssen Spaß an der Bewegung, soziale Kontakte und vor allem Gesundheitsförderung bieten! Was die freizeitsportlichen Zusatzangebote betrifft, kann das einerseits attraktive Variationen des Fußballs selbst umfassen, andererseits sind gerade für Ältere oder Frauen Sport- und Bewegungsaktivitäten fernab vom Fußball denkbar. Klar ist: Für solch eine erweiterte Angebotspalette müssen einerseits die infrastrukturellen (z.b. multifunk - tionale Sportanlagen), vor allem aber die personellen Möglichkeiten existieren. Interessierte und engagierte Vereinsmitarbeiter müssen auf solche neuen Aufgabenfelder (z.b. Übungsleiter im Freizeit- und Breitensport) mit einer innovativen, aber auch komplexeren Vereinsarbeit vorbereitet werden! QUALIFIZIERUNG Multiplikatoren-Schulung in den Verbänden/Kreisen Kurzschulungs-Module zu Schwerpunkten des F+B Einheitliche F+B-Fachübungsleiter-Ausbildung KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

85 82 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 3.6 Kommerzielle Fußballangebote ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Bundesweites Angebot an Fußball-Ferienschulen durch die Landesverbände 2. Wissenstransfer zwischen den Landesverbänden bezüglich des Aufbaus von Fußball-Ferienschulen 3. Praktische Hilfen für Vereine beim Aufbau eigener Angebote 4. Installieren eines Qualitätssicherungsystems für kommerzielle Anbieter KOMMERZIELLE FUSSBALLANGEBOTE AKTUELLE SITUATION Fußball-Ferienschulen als attraktive Alternative Fußball-Ferienschulen sind bei Kindern und Jugend - lichen äußerst beliebt. Interessierte Jungen oder Mädchen und deren Eltern können sich in den Oster-, Herbst- oder Sommerferien aus einer großen Palette an Anbietern das Richtige heraussuchen. Doch was ist das sportlich und pädagogisch Richtige, vor allem angesichts nicht unerheblicher Kosten? Eltern sind häufig recht unsicher, ob die Hochglanz- Broschüren und modernen Internet-Auftritte kom - merzieller Anbieter in der Praxis das bieten, was sie versprechen. Der DFB und seine Landesverbände sollten deshalb fußballbegeisterten Kindern bzw. deren Eltern attrak - tive Alternativen an Fußball-Ferienschulen von hoch - wertiger sportlicher und pädagogischer Qualität anbieten. Wöchentliche Fußballschulen Neben ferienbezogenen Fußballschulen existiert das Modell periodischer, wöchentlicher Angebote, das kommerzielle Anbieter häufig auch als Ergänzung zum Vereinstraining anbieten. Solange diese Fußball - schulen nicht das organisierte Spielen im Verein er - setzen wollen, ist diese individuelle Förderung vor allem für Mädchen zu begrüßen. Aber auch hier muss eine Qualitätssicherung garantiert sein! GEPLANTE PROJEKTE Einheitliche Qualitätskriterien für Fußballschulen/Feriencamps der Landesverbände Einheitliche Qualitätskriterien für Fußballschulen/Feriencamps privater Anbieter Einbinden privater Fußballschulen in Verbandstrukturen FUSSBALLSCHULEN-QUALITÄTSKRITERIEN Gepflegter Natur- und/oder Kunstrasen; einwandfreie sanitäre Anlagen/Kabinen Altersgerechte Bälle höchsten Qualitätsstandards und altersgerechte Tore Altersgerechte Einrichtungen zur Freizeitgestaltung Gruppengrößen von maximal 10 Spielern/ Spielerinnen je qualifiziertem Trainer Altersgerechte sportliche Inhalte, orientiert an der DFB-Ausbildungsphilosophie

86 83 AUFGABE Sportgerichtsbarkeit Amateure 3.7 ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Kontroll- und Orientierungsfunktion der Sportgerichtsbarkeit für Vereine und Verbände 2. Anwendung der Rechtsmöglichkeiten zur Zukunftssicherung des Spiels, der Mitglieder, der Verbände/Vereine 3. Weiterqualifizierung im Bereich der Sportgerichtsbarkeit AKTUELLE SITUATION Aufgaben der Sportgerichtsbarkeit Die staatliche Rechtsprechung sichert vom Grundsatz her die Vereins- und Verbandsautonomie. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Vereine und Verbände mittels Satzungen und Ordnungen den Spielbetrieb, das Zusammenleben der Mitglieder und die Rechte und Verpflichtungen eigenständig regeln können. Die staatliche Rechtsprechung zum Sport ist auch die Basis für die Rechtsprechung im Sport. Der DFB und seine Mitgliedsverbände haben diese gesetzlichen Grundlagen genutzt, um eine beispiel hafte Selbstverwal tung sicherzustellen. In Satzun gen und Ordnungen werden die erforder - lichen Grenzen gezogen, auf denen die Entscheidun - gen der Vereine und Verbände basieren. In der Sat - zung wie auch in der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB finden sich die Grundlagen für die Sport - gerichtsbarkeit, also die Rechtsprechung durch den Sport selbst. Auch in Zukunft ist es Aufgabe der Sportgerichtsbar - keit, durch die Möglichkeiten des Rechts die nötige Kontroll- und Orientierungsfunktion auszufüllen. Gleichzeitig muss die Umsetzung des Rechts immer die beste Perspektive für das Fußball spiel selbst wie für die Vereine im Auge haben. GEPLANTE PROJEKTE Darstellung der Sportgerichtsbarkeit bei den Mitgliedsverbänden des DFB Überarbeitung der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB Festschreibung der Sportgerichtsbarkeit als unabhängige Institution Gewinnung von Migranten für Kreisspruchkammern SPORTGERICHTSBARKEIT AMATEURE KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

87 84 FUSSBALL IST ZUKUNFT ORGANISATIONSEBENEN

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89 86 FUSSBALL IST ZUKUNFT LEITZIEL 4 Leistungsfähige Organisationsebenen als Dienstleister der Fußballvereine Sportvereine dürfen angesichts der komplexen Zukunftsaufgaben nicht allein gelassen werden. Zu diesem Zweck müssen die Verbände künf tig eine umfassendere Beratungsund Dienstleistungsfunktion ausüben. Das bedeutet jedoch Herausforderungen für die Verbände selbst, die sie nur durch Optimierung interner Strukturen meistern können! Auf den DFB, seine Mitgliedsverbände und deren Kreise (gegebenenfalls Bezirke) kommen neben der Daueraufgabe einer stetigen Anpassung und Modernisierung der Fußball-Wettbewerbe als Kerngeschäft neue Au gabenfelder zu. Das betrifft vor allem den Amateur- und Breiten fußball. Die Komplexität dieser neuen Aufgabenfelder erfordert eine abgestimmte und effektive Planung und Umsetzung der nötigen Schritte, um mit den vorhandenen Ressourcen bestmögliche Ergebnisse zu er zielen. Primäres Ziel ist es, die Alleinstellung des DFB am Fußballmarkt in Deutschland mit seinem flächendeckenden Wettbewerbsangebot durch ergänzende, moderne Wettbewerbsangebote zu behaupten, die Qualität dieser Angebote zu sichern und so die Menschen an die Fußballvereine zu binden. Konkurrenten sind dabei sowohl kommerzielle Fußballhallen als auch Anbieter von Fußballschulen und Freizeit - fußballangeboten im lokalen Bereich, aber natürlich auch alle anderen Arten von sportlichen oder nichtsportlichen Freizeitaktivitäten. Nur eine effektive Organisation der verbandsinternen Strukturen ermöglicht eine Erledigung der vielen Aufgaben. Gleichzeitig ist zur För derung und Unterstützung der Fußballvereine und deren Mitglieder eine klare Ausrichtung der Verbände als Dienstleister erforderlich!

90 87 Komplexe Verbandsaufgaben einschließlich der Sicherung eines zukunfts- und kundenorientierten Fußballangebots im Amateursportbereich erfordern auf regionaler Ebene eine sinnvolle Struktur der internen Organisation und Abläufe. Beratung zur Organisationsentwicklung der Verbände ZIELE/SCHWERPUNKTE Veränderung/Anpassung der Verwaltungsstruktur (vor allem Bezirks-/Kreisebene) Steigerung der Effizienz und Effektivität innerhalb dieser Strukturen Reform der sportpolitischen Beteiligung (verbesserte Mitwirkung der Vereine) ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE Strukturreformen einschließlich notwendiger Satzungsänderungen Optimierung der Verwaltungsabläufe Berücksichtigung moderner Kommunikationsmöglichkeiten AUFGABE 4.1 Systematische Vereinsberatung ZIELE/SCHWERPUNKTE Steigerung der Effizienz und Effektivität der Verbandsstrukturen Sensibilisierung der Vereine für aktuelle und zukünftige Herausforderungen Systematische Begleitung der Anpassungsprozesse der Vereine Dienstleister- und Servicefunktion der Verbände für die Vereine ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE Qualitative Aus- und Fortbildung von Trainern im Amateur- und Jugendbereich Zukunftsorientierte Bildungsarbeit für alle überfachlichen Funktionsträger Ausbau einer praxisorientierten Vereinsberatung DFB-Mobil und DFB-Online-Akademie Aktion Ehrenamt AUFGABE 4.2 Sicherung und Ausbau von Sportschulen und Sportstätten ZIELE/SCHWERPUNKTE Durchführung einer einheitlichen Wirtschaftlichkeitsanalyse der Sportschulen Entwicklung einer Einzelmarke DFB-Sportschule Fortsetzung der Weiterbildungsangebote für Sportschulleiter Sicherstellung der Sportstättenförderung der öffentlichen Hand ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE Flächendeckende Initiativen zur Kostensenkung beim Sportschul-Betrieb Flächendeckende Initiativen zur Umsatzsteigerung der Sportschulen 1000-Mini-Spielfelder-Projekt Ausbau der Qualifizierungsangebote für Sportplatzpfleger AUFGABE 4.3 KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

91 88 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 4.1 Beratung zur Organisationsentwicklung der Verbände Viele Landesverbände prüfen momentan die Möglichkeiten, interne Strukturen und Abläufe zu optimieren, um Ressourcen für neue Zukunftsaufgaben freizu - machen. Neben dieser Arbeit an der Verbandsstruktur ist jedoch immer auch Überzeugungsarbeit auf der Vereinsebene zu leisten! Willi Hink DFB-Direktor ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Veränderung/Anpassung der Verwaltungsstruktur, vor allem auf Bezirks- und Kreisebene 2. Steigerung der Effizienz (zweckmäßiger Mitteleinsatz) und Effektivität (Qualität der Zielerreichung) in dieser Struktur 3. Reform der sportpolitischen Beteiligung (Verbessern der Mitwirkungsmöglichkeiten der Vereine) ORGANISATIONSBERATUNG VERBÄNDE AKTUELLE SITUATION

92 89 ZUKÜNFTIGE AUFGABENSCHWERPUNKTE DER VERBÄNDE DFB LANDESVERBÄNDE/ KREISE Service-Dienstleister für Vereine Effiziente Erledigung der Kernaufgaben Begleitung der Veränderungsprozesse in den Vereinen Diskussionen über die Situation der Vereine oder die bestmögliche Organisation des Wettbewerbsfußballs sind nicht neu. Die Verbände haben sich also auch in der Vergangenheit in regelmäßigen Abständen mit Strukturdiskussionen beschäftigt, entweder über die verbands - interne Spielklassenpyramide, neue inhaltliche Pro - gramme oder die Verwaltungsstruktur. Wie zahlreiche Analysen und Prognosen belegen, wird sich die Situation des Vereinsfußballs in Zukunft vermut - lich schneller und intensiver verändern. Derzeit prü fen daher viele Verbände ihre Möglichkeiten, die interne Struktur zu optimieren. Dadurch sollen u.a. Ressourcen freigesetzt werden, die zur Erledigung von neuen Auf - gaben genutzt werden können. Dabei liegt es nahe, sich Anregungen aus den Verbänden zu holen, die erst kürzlich Reformdiskussionen geführt und Ergebnisse daraus umgesetzt haben. So gibt es Verbände, in denen Fußball-Kreise mehrere politische Kreise ohne erkennbare Nachteile auch nicht bezüglich der lokalen Sportförderung umfassen. Viele Verbände haben sich überlegt, für die Größe der Fußballkreise Bezugsgrößen festzulegen, z.b. die Anzahl der Vereine mit ersten Mannschaften. Hier sollte jeweils im Verband geprüft werden, ob z.b. eine Mindestgröße von 100 Vereinen in Frage kommt. Eine Selbständigkeit der Unterorganisationen von Landesverbänden ist nicht zweckmäßig, u.a. wegen möglicher negativer Auswirkungen in der Rechnungslegung (Risiko von Gemeinnützigkeitsfehlern). Um die besonders bei Reformprojekten notwendige Führung und durchgreifende Steuerung durch den Landes - verband sicher zu stellen ist es unerlässlich, dass die Landesverbände die volle Zuständigkeit für alle Belange der Fußball-Organisation im jeweiligen Zuständigkeits - bereich haben. Bezirke/Kreise müssen daher unselb - ständig sein, wobei eigene Kassen und zweckgebundene Spenden bzw. zweckgebundenes Sponsoring aber mög - lich sein sollen (für derartige Kassen muss jedoch die Transparenz und Rechenschaftspflicht gegenüber dem Landesverband gegeben sein). Auch im Interesse unmittelbarer Mitwirkungsmöglich - keiten der Vereine sollte, wo organisatorisch vertretbar, auf weitere Zwischenebenen (Bezirke) neben den Krei - sen verzichtet werden. Jede zusätzliche Ebene zwischen Verein und Verband reduziert die Mitwirkungsmöglich - keiten der Vereine, verhindert Vereinsversammlungen auf Landesverbandsebene und erfordert ein Delegier - tensystem. Um schon in der Periode 2008 bis 2010 Reformen in den Verbänden unterstützen zu können, prüft der DFB, ein Beratungsangebot zur verbandsinternen Organisations - entwicklung aufzubauen. KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

93 90 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 4.2 Zukunftsmodelle für Fußballvereine Unsere Vereine können sich selbstbewusst neuen Herausforderungen stellen: Nur im Sportverein finden sportinteressierte Menschen eine soziale Heimat. Nur hier finden sie finanzierbare und verlässliche Sportangebote über kurzfristige sportliche Modetrends hinaus! Dr. Hans-Georg Moldenhauer DFB-Vizepräsident ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Sensibilisierung der Vereine für aktuelle und zukünftige Herausforderungen 2. Motivation für die Einleitung nötiger, aber schrittweiser Veränderungsprozesse 3. Systematische Begleitung dieser Anpassungsprozesse durch Beratung und Information 4. Aufbau neuer Angebotsformen in Fußballvereinen (rund um die Kernkompetenz Wettbewerbsfußball) 5. Öffnung für neue Zielgruppen (z.b. Frauen, Migranten) INTERESSEN DER VEREINSMITGLIEDER (BEISPIEL FUSSBALL) - MEISTERSCHAFTEN SIND NICHT ALLES! SYSTEMATISCHE VEREINSBERATUNG SPASS 70 GESELLIGKEIT/GEMEINSCHAFT 60 KÖRPERLICHE FITNESS 53 VEREINSLEBEN 44 FÖRDERUNG DER GESUNDHEIT 39 AUSGLEICH VON BEWEGUNGSMANGEL 39 AUSGLEICH ZUR ARBEIT 37 WETTKÄMPFE 34 LEISTUNG ERBRINGEN/MESSEN 33 STRESSABAU/ENTSPANNUNG 31 FIGURBEWUSSTSEIN 25 EHRENAMTLICHES ENGAGEMENT 17 NIEDRIGER MITGLIEDSBEITRAG 7 PRÄVENTION 5 ÄRZTLICHE EMPFEHLUNG 4 REHABILITATION 2 1 SPIELEN ANGABEN IN %

94 91 EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE ZUKUNFT DER VEREINE Fußball spielen wird immer beliebter! Demografischer Wandel Veränderungen der Sportmotive Aktuelle und zukünftige Situation des Fußballs und der Fußballvereine Größere sportliche Aktivität der Älteren Aufwertung des Gesundheitssports Konkurrenz anderer Sportanbieter Neue Sportmotive in der heutigen Zeit Der Siegeszug des Sports zu einer Massenbewegung unserer Zeit ist nur möglich, weil die meisten neuen Sportlerinnen und Sportler gegenüber traditionellen, vor allem an Leistung und Wettbewerb interessierten Vereinssportlern mit Sportaktivitäten etwas ganz ande res verbinden. Sport ist vor allem ein probates Mittel zur Gesund - heits sicherung. Sport ermöglicht darüber hinaus soziale Kontakte in einer rundum anonymeren Gesellschaft, Sport ermöglicht Aktivitäten in einer bewegungsfeind lichen Umwelt, Sport ermöglicht Spaß als Ausgleich zum Ernst des Arbeitslebens. Kurzum: Sport bedeutet Lebensfreude, Lebensgenuss und Lebensqualität. Neue Organisationsformen des Sports Diese veränderten Sportmotive bringen gleichzeitig neue oder anders gewichtete Organisationsformen des Sports hervor. Nur etwa 20 Prozent der sportaktiven Erwachsenen sind primär im Sportverein aktiv, etwa 10 Prozent dagegen bei anderen Sportanbietern wie Volks hochschulen, Betrieben oder kommerziellen Studios. Der größte Teil (über 50 Prozent) nimmt überhaupt keine Organisation in Anspruch, sondern treibt Sport im ungebundenen privaten Bereich. Sportvereine sind weiter höchst attraktiv! Der freizeit- und gesundheitsorientierte Sport läuft zwar zum großen Teil außerhalb traditioneller Strukturen vor handener Sportvereine und anlagen ab. Dennoch haben gerade die Vereine die Expansion des modernen Sports in die Lebenswelt der Menschen mitbegleitet. Von 1950 bis heute hat sich die Zahl an Vereinsmit gliedern im DOSB von 3 Millionen auf über 27 Millionen Mitglieder explosionsartig ausgeweitet. Jeder Sportverein knüpft dabei in seinen gewachsenen demokratischen Strukturen ein Netzwerk zwischen den Generationen und unterschiedlichen sozialen Gruppen. In dieser Hinsicht ist der organisierte Sport nicht nur größter Gesundheitsförderer in unserer Gesellschaft, sondern ein unverzichtbarer Stabilisator unseres Sozial systems. Der organisierte Sport ist das dichteste Vertriebsnetz für Sport und Bewegungsangebote in Deutschland. Nur im Sportverein finden sportinteressierte Menschen eine soziale Heimat, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Nationalität oder sozialer Klasse. Nur hier finden sie finanzierbare und verlässliche Sportangebote über kurzfristige und oberflächliche sportliche Mode trends hinaus. KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

95 92 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 4.2 Der Fußball verdankt seine herausragende Stellung nicht zuletzt seiner Faszination bei Kindern und Jugendlichen. Millionen spielen Wochenende für Wochenende aktiv im Verein oder in der Schule. Dr. Hans-Dieter Drewitz Vorsitzender des DFB-Jugendausschusses Nur die Sportvereine bieten die personelle (engagierte Vereinsmitarbeiter, Übungsleiter, Trainer ), infrastruk - turelle (Sportanlagen) und organisatorische Basis, um einen noch größeren Kreis an Menschen zu erreichen und zu regelmäßigen Sportaktivitäten zu animieren. Neue Herausforderungen für die Fußballvereine Gerade der Vereinsfußball im DFB kann auf einem bewusst: Für die Zukunft deuten sich nicht unerhebliche Risiken für den DFB-Vereinsfußball an, deren erste Aus - wirkungen viele Clubs bereits jetzt zu spüren beginnen. Sie werden demnächst aber noch drastischer die Vereinssituation bestimmen. Deshalb kommen Fußballvereine um die Korrektur oder sogar radikale Anpassung traditioneller Strukturen, Konzepte und Programme nicht umhin. SCHWERPUNKTE EINER VEREINSOFFENSIVE MITARBEITER ANGEBOTE SYSTEMATISCHE VEREINSBERATUNG Qualifizierung Trainer/Betreuer Mitarbeiter Gewinnung/Bildung von Menschen für das Ehrenamt Zeitgemäße Vereinsstrukturen großen Potenzial aufbauen. Nie zuvor waren so viele Menschen Mitglied in einem Fußballverein. Dennoch wäre es fatal, angesichts dieser vordergründig komfor - tablen Situation die Hände in den Schoß zu legen und bei der zukünftigen Vereinsarbeit ausschließlich auf alten Strukturen, Angeboten und Abläufen nach dem Motto Das haben wir immer so gemacht, dabei bleibt es! zu beharren. Das würde über kurz oder lang die Substanz auch momentan noch gesunder Vereine angreifen. Denn die Übersicht über verschiedene Risikofelder für Fußballvereine auf den Seiten 4 bis 9 macht eindeutig Kindgerechte Fußballangebote Förderung des Mädchenund Frauenfußballs Angebote für Ältere und Freizeitsportler Förderung neuer Fußballangebote Kooperation Schule Vereine So sind beispielsweise das Gesundheitsmotiv, der Sport als Gelegenheit für soziale Kontakte oder der Spaß an Spiel und Bewegung anstelle systematischen Trainings künftig durch die Fußballvereine besser abzudecken, z.b. durch offene Fußballangebote. Gleichzeitig bieten 10 Millionen vereinsungebundene Freizeit-Fußballer ein enormes Potenzial, um diese Ziel - gruppe mit attraktiven Angeboten für den organisierten Vereinsfußball zu gewinnen. Und vor allem Mädchen lassen sich leicht für den Fußball im Verein motivieren.

96 93 Die Bevölkerung unseres Landes wird weniger, älter, weiblicher, internationaler und in etlichen Bevölkerungsschichten ärmer. Das hat natürlich auch Folgen für unsere Vereine, auf die sie reagieren sollten! Dr. Theo Zwanziger DFB-Präsident Nötige Anpassungsprozesse der Vereine Je vorzeitiger sich Fußballvereine auf diese Situation einstellen und nötige Anpassungsprozesse einleiten, desto besser! 1. Leitlinie: Möglichst alle Vereinsmitglieder einbinden, um Identifikation zu schaffen und zu fördern! 2. Leitlinie: Keinen kurzfristigen Trends nachrennen, aber auf Basis der Vereinsanalyse offen für neue Ideen, Aktionen und Angebote sein! 3. Leitlinie: Typische Stärken des eigenen Vereins bewusst herausstellen und damit ein unverwechselbares Profil gewinnen! DER ORGANISIERTE WETTBEWERBSFUSSBALL BLEIBT DER KERN DER VEREINE! Attraktive Fußball- Varianten (Futsal, Beach-Soccer, Street-Soccer) Andere Sportaktivitäten (Schwerpunkt: Ausgleich und Gesundheit) Traditioneller Fußball als Herzstück der Vereine Meisterschaftsspiele in Spielklassen Regelmäßiges Training Leistungsorientierung je nach Spielklasse Offene Fußball- Angebote (z.b. Fußball-Treffs für konkrete Altersgruppen) Kommunikation/ Geselligkeit (z.b attraktives Vereinsheim, Feste, Reisen) Hierzu ist zunächst ein Problembewusstsein bei den Ver - einen zu schaffen. Schlimmstenfalls existiert z.b. durch negative Mitgliedertrends bereits ein aktueller Problemdruck. Weitaus chancenreicher ist jedoch eine voraus - schauende Analyse der Vereinssituation. Diese Informationsbasis macht es möglich, rechtzeitig innovative Vereinskonzepte abzuleiten und Schritt für Schritt durch kompetente Mitarbeiter in eine neue oder erweiterte Vereinspraxis zu übertragen. Beim Feilen an einer zukunftsorientierten Philosophie für Fußballvereine helfen als Orientierungshilfe einige Leitlinien, die jeder Klub bei seiner Neuausrichtung beherzigen muss: Dieses Profil eines Fußballvereins umfasst in jedem Fall leistungs- und altersgemäße Angebote für ein wett - bewerbsorientiertes Fußballspielen in offiziellen Punkt - spielen und ein interessantes Training, das darauf vor - bereitet. Um diesen Mittelpunkt herum lassen sich dann attraktive und bunte Vereinsangebote gestalten! Diese müssen Bewegung, Gesundheitsförderung, soziale Kontakte, Spaß und Abwechslung bieten. Bei dieser Aufgabe sollten die Vereine alle vorhandenen Potenziale berücksichtigen, erkennen, aktivieren und optimal ausschöpfen! KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

97 94 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 4.2 DFB-Qualifizierungsoffensive Menschen bei fußballspezifischen und überfachlichen Qualifizierungs - angeboten des DFB und seiner Landesverbände in den letzten 3 Jahren diese beeindruckende Zahl zeigt: Die Aus-, Fort- und Weiterbildung im organisierten Fußball kommt an der Vereinsbasis an! Dr. Hans-Georg Moldenhauer DFB-Vizepräsident ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Qualitative Aus- und Fortbildung von Trainern im Amateur- und Jugendbereich 2. Zukunftsorientierte Bildungsarbeit für alle überfachlichen Funktionsträger im organisierten Fußball 3. Ausbau zielgruppengerechter Weiterbildungsangebote für verbandliche Ausbilder/Multiplikatoren 4. Ausbau einer praxisorientierten Vereins-/Verbandsberatung AKTUELLE SITUATION SYSTEMATISCHE VEREINSBERATUNG U.A. GEPLANTE PROJEKTE Zukunftsorientierte Umsetzung der DFB-Ausbildungsordnung Bedarfsgerechter Ausbau der DFB-Kurzschulungsreihe Ausarbeitung weiterer fußballspezifischer und überfachlicher Lehr-/Lernmaterialien Initiierung und Durchführung von Pilotprojekten Im Dialog und in enger Abstimmung mit den Regional- und Landesverbänden hat der Deutsche Fußball-Bund im Jahr 2003 seine Qualifizierungsoffensive ins Leben gerufen. Angetreten mit dem Auftrag, die Zukunftssiche rung der Fußball-Vereine und Verbände zu fördern und den DFB als eine Service-Einrichtung für die Aus-, Fort- und Weiterbildung zu etablieren, hat sich die DFB-Quali - fizierungsoffensive in den vergangenen fünf Jahren zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Insbesondere die Inhaltsbausteine der Qualifizierungsoffensive Aus - bildungsordnung, Qualifizierungs ebenen, Qualitäts - sicherung, moderne Methoden und Weiterbildung tragen zur positiven Resonanz auf Vereins- und Verbandsebene bei. Satzungsgemäße Grundlage hierfür ist die 2002 verabschiedete Ausbildungsordnung. Diese Ausbil dungs - ordnung des DFB und seiner Landesverbände erfüllt

98 95 63 BAUSTEINE DER QUALIFIZIERUNGSOFFENSIVE DFB-AUSBILDUNGS- ORDNUNG QUALIFIZIERUNGSEBENEN QUALITÄTSSICHERUNG WEITERBILDUNG/ MODERNE LERNFORMEN alle Anforderungen an eine zeitgemäße Bildungs arbeit im Fußballsport und berücksichtigt ein breites Spektrum an Ausbildungsangeboten. Neben dem traditionellen Trainer-Ausbildungssystem deckt die Ausbildungspalette auch Veränderungen im sozialen Kontext sowie freizeit- und breitensportlich orientierte Einstellungen und Motive im Sport ( Lebens - langer Sport, Sport für alle ) ab. Qualitätskriterien der Ausbildung Das reformierte Ausbildungssystem im Fußball orientiert sich inhaltlich, methodisch und organisatorisch an fol genden Leitlinien und Qualitätskriterien, um möglichst viele Interessierte für eine konkrete Funktion im Verein zu interessieren, zu motivieren und zu qualifizieren: Klarer Aufbau und transparente Strukturen: Jeder Interessent muss leicht das Passende für sich finden! Praxistipps für das konkrete Einsatzfeld im Verein: Alle Informationen müssen direkt weiterhelfen! Leichter Einstieg in eine qualitativ hochwertige Aus - bildung: Die Ausbildung kommt zum Trainer und zum Vereinsmitarbeiter! Ausbildung soll Freude bereiten und ein Erlebnis sein: Moderne Methoden der Erwachsenenbildung garan tieren größtmögliche Attraktivität und Lernerfolge! Leistungsbilanz der DFB-Qualifizierungsoffensive 1. In den letzten drei Jahren konnten über Menschen mit fußballspezifischen und überfachlichen Inhalten bundesweit qualifiziert werden. 2. Seit Start der Kurzschulungen (2004) haben sich über Trainer/Betreuer (vorwiegend aus dem Kinderfußball!) in rund Lehrgängen mit 800 dezentral arbeitenden Referenten weiterqualifiziert. 3. Seit Einführung der Lizenzvorstufen (2003) hat sich die jährliche Teilnehmerzahl an diesen Lehrgängen ver - doppelt: von 1091 (2003) auf 2009 (2006). 4. Durch die aktive Werbung bei den Kurzschulungen für eine weitere Ausbildung sowie die modulare Aufteilung der Fachübungsleiters C (= Breitenfußball) hat sich die Teilnehmerzahl in den vergangenen Jahren um 20 Prozent auf derzeit über Menschen im Jahr gesteigert. 5. Durch die Intensivierung der Jungtrainerförderung des DFB (junge Menschen im Alter zwischen 15 und 22 Jahren) sind seit 2004 in 40 Lehrgängen über Teilnehmer geschult und ausgebildet worden. 6. Seit 2004 veranstaltete der DFB in Ergänzung der jährlichen Arbeitstagungen über 20 Weiterbildungs - veranstaltungen für rund 250 Multiplikatoren der RV/LV mit dem Ziel der Qualitätssteigerung in der Bildungsarbeit. KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

99 96 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 4.2 DFB-Mobil ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Konkrete Information und gezielte Vereinsberatung 2. Praxishilfen für die Vereine vor Ort 3. Motivation der Vereinsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter 4. Zukunft gestalten: DFB, Landesverbände und Vereine gemeinsam am Ball 5. Die Marke DFB erlebbar machen AKTUELLE SITUATION Das DFB-Mobil kommt zum Verein! Der DFB-Präsident formuliert klar das Ziel dieses Projektes: Wir wollen den großen Bedarf seitens unserer Vereine an Hilfe, an Information und an Qualifizierung erfüllen und zwar direkt vor Ort! SYSTEMATISCHE VEREINSBERATUNG Wissenstransfer und Kompetenzstärkung soll also nicht nur über das Internet oder im Lizenz-Lehrgang, sondern im direkten Kontakt mit den Vereinen erfolgen. Zur Zeit touren in der Pilot phase bis unters Dach mit Informationsmaterialien und Trainingshilfen vollgepackte DFB-Mobile von Mercedes- Benz durch die sechs beteiligten Landesverbände. Ablauf einer Vereinsberatung vor Ort Bei einem Vereinsbesuch erhalten die Vereinsmit - arbeiterinnen und -mitarbeiter per Demonstrationstraining konkrete Hilfen für die Trainingspraxis: Wie kann ein Junioren-Training attraktiv, altersgerecht und mit Hilfe einfacher Organisationsformen ablaufen? Angesichts des Booms im Kinderfußball sind die Vereinstrainer dankbar für inhaltliche und organisatorische Tipps. in Diskussionen Anregungen und konkrete Hilfen für eine zeitgemäße Vereinsarbeit/ organisation. in Kurzvorträgen und der Vorstellung von bestpractice-beispielen u. a. Ideen zu Themen wie Auf - bau einer Mädchenmannschaft, erfolgreiche Quali - fizierung und Gewinnung von Mitarbeitern oder Kooperationen zwischen Schulen/Vereinen. Informationen über weitere Beratungs- und Aus - bildungsmöglichkeiten des jeweiligen Fußball- Kreises, des Landesverbandes und des Deutschen Fußball-Bundes Der DFB und seine Landesverbände kommen mithilfe der DFB-Mobile zum Verein! Niederschwelliges Service-Angebot zur Vereinsberatung Veranstaltung direkt auf dem Vereinsgelände kurze Wege, geringer zeitlicher Aufwand! Zielgruppe: Interessierte aus allen Vereins - bereichen (Trainer, Betreuer, Funktionäre) Lockerer und praxisorientierter Ablauf (Eventcharakter) Infotainment! Zwei Blöcke: Trainingsdemonstration und Vereinsabend Dauer: pro Block jeweils maximal 90 Minuten GEPLANTE PROJEKTE Abschluss der Evaluation durch Uni Osnabrück (11/07) Abschluss der Pilotphase (12/2007) Umsetzung in allen 21 Landesverbänden (ab 01/08) Ausweitung auf Schulbesuche

100 97 DFB-Online-Akademie ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit auf Vereinsebene 2. Unterstützung der ehren- und hauptamtlichen Arbeit auf Verbandsebene 3. Bereitstellung zielgruppenspezifischer und bedarfsgerechter Informationen, Beratung und Qualifizierung 4. Verknüpfung von bestehenden Angeboten und Arbeitsbereichen im organisierten Fußball AKTUELLE SITUATION Information und Beratung per Mausklick Internetbasierte Informations- und Beratungs - ange bote bieten heutzutage neue Chancen, die große Nachfrage an systematischer Vereinsberatung im organisierten Fußball auf direktem Weg zu den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abzu decken. Der systematische Aufbau eines qualitativ hoch - wertigen Online-Systems in Verknüpfung mit weiteren DFB-Projekten (z.b. DFB-Mobil) bietet ideale Möglichkeiten, die ehrenamtliche Arbeit in Fußballvereinen zu unterstützen. So finden hier z.b. Vereinsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter differenzierte und praxisorientierte Informationen zu vielen Aufgabenfeldern, auf die sie in der täglichen Vereinsarbeit treffen! Der DFB spricht dabei alle Zielgruppen aus dem großen Spektrum des Vereinsfußballs an. Das Info- Portal per Internet richtet sich zum Teil auch an diejenigen, die über traditionelle Ausbildungen nicht erreicht werden. Die praxisorientiert und multi medial aufbereiteten Grundinformationen sind ein weiterer Schritt zur besseren Qualität der Trainings- und Vereinsarbeit in allen Bereichen unseres Fußballs. Mit diesem zukunftsorientierten Internet-Projekt präsentieren sich der DFB und die Landesverbände als moderne Servicepartner der Vereine. Zusammengefasst ergibt sich die Chance, einen umfassenden Internet-Service für eine zeitge - mäße, attraktive, aktuelle und zielgruppenspezi - fische Information, Beratung und Qualifizierung bundes weit einzurichten. ANGEBOTE DER DFB-ONLINE AKADEMIE VEREINS- BERATUNG-ONLINE E-LEARNING Fußballspezifische und überfachliche Ver - einsberatung Online für die Vereinsführung Praxistipps für Vereinstrainerinnen und -trainer aller Altersklassen Einblicke in die Praxis verschiedener Talentförderbereiche Praxistipps für Fußballunterrichtende an Schulen Aktuelle Meldungen aus dem Arbeitsbereich Qualifizierung des DFB und seiner LV E-Learning in der Trainer-Ausbildung für den Amateur-/Breitenfußball (1. Lizenzstufe) Zielgruppengerechte Aufbereitung wissen - schaftlicher Erkenntnisse für die Praxis GEPLANTE PROJEKTE SCHULFUSSBALL TRAINING-ONLINE INFO-MATERIALIEN- ONLINE Einstieg in die Vereinsberatung Online Ausbau des DFB-Online-Angebots Training Online Bereitstellung von Info-/Lernmaterialien per Internet Aufbau eines Angebots Schulfußball Online KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

101 98 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 4.2 Aktion Ehrenamt ZIELE/SCHWERPUNKTE Ohne Ehrenamtliche geht in vielen Vereinen nichts. Mein erster Verein, die Essener SG 99/06 ist ein typisches Beispiel dafür. Vom Waschen der Trikots über die Platzpflege bis hin zum Transport der Kinder überall setzen sich Menschen ohne Bezahlung und ohne auf die Uhr zu schauen dafür ein, dass der Fußball-Nachwuchs in den Vereinen gut betreut wird. Das verdient Anerkennung! Oliver Bierhoff Teammanager 1. Gewinnung von neuen Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen 2. Anerkennung und Motivation für das Ehrenamt 3. Qualifizierung der ehrenamtlich tätigen Menschen 4. Mitwirkung an der Verbesserung der Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement 5. Zeitgemäße Außendarstellung des Ehrenamts/Imageverbesserung AKTUELLE SITUATION SYSTEMATISCHE VEREINSBERATUNG

102 99 BAUSTEINE/TÄTIGKEITSFELDER DER AKTION EHRENAMT MITARBEITER- GEWINNUNG ANERKENNUNG/ MOTIVATION QUALIFIZIERUNG KOOPERATIONEN Junges Ehrenamt Ehrenamt + Beruf Ausscheiden aus dem Berufsleben Mädchen/Frauen im Ehrenamt EA + Integration DFB-Ehrenamtspreis Sonderehrungen auf Kreisebene Dankeschön- Veranstaltungen in den LV Schulungen für Ehrenamtsbeauftragte in Kreisen und Vereinen Erstellung von Lehrmaterialien Treffpunkt EA in allen Kreisen Schulfußball Frauen- und Mädchenfußball Qualifizierungsoffensive des DFB Dialog mit verbandsexternen Experten RAHMENBEDINGUNGEN: LANDESVERBANDSSATZUNGEN/DFB-ONLINE-AKADEMIE Der direkte Weg an die Vereinsbasis Mit der Aktion Ehrenamt hat der Deutsche Fußball- Bund neue Wege der Verbandsarbeit beschritten. Das Besondere dabei: der direkte Dialog mit der Vereinsbasis. Möglich wird dies durch ein im Verbandssport einzigartiges Netzwerk von Ehrenamtsbeauftragten, das von den Vereinen über die Kreise und Bezirke bis in die Landesverbände und zum DFB reicht. Heute gibt es in über Fußballvereinen einen Vereinsehrenamtsbeauftragten, der neue Mitarbeiter für seinen Klub gewinnt, den Verein bei Ehrungen unter - stützt und als Bindeglied zum Verband fungiert. Bundesweit suchen rund 350 Kreisehrenamtsbeauf - tragte den Kontakt zu den Vereinen, organisieren den DFB-Ehrenamtspreis und Ehrungen. Die 21 Landesehrenamtsbeauftragten letztlich bieten Schulungen an, organisieren Dankeschön-Lehrgänge, informieren über neue Entwicklungen und schaffen Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch. Die DFB-Kommission Ehrenamt entwickelt und koordi - niert die einzelnen Projekte, die dann von den Kreisen und Landesverbänden umgesetzt werden. Das Ziel der Kommission ist es, die Fußballvereine für die zukünftigen Aufgaben rund um das Thema Ehrenamt zu sensibilisieren und für die Vereinspraxis geeignete Hilfen anzubieten. Die DFB-Aktion Ehrenamt vertritt die Auffassung, dass ehrenamtliches Engagement keine Selbstaufopferung darstellen soll, sondern einen großen Nutzen für die Persönlichkeitsentwicklung der ehrenamtlich Tätigen bringen und Sinn stiften kann. Die Ehrenamtlichen erleben, dass durch eigenes Handeln etwas bewegt wird und finden eine interessante Abwechslung zum (Berufs-) Alltag. Sie lernen neue Menschen kennen, arbeiten im Team und profitieren von Weiterbildungen. GEPLANTE PROGRAMME/PROJEKTE Einstieg in den Bereich Mitarbeiterentwicklung Schaffung eines Anerkennungs- und Motivationspreises speziell für junge Ehrenamtliche Ausbildung der Weiterbildungsangebote für Ehrenamtsbeauftragte Entwicklung neuer Kommunikations- und Werbemittel KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

103 100 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 4.3 Erhaltung und Ausbau von Sportschulen Eine erweiterte Wirtschaftlichkeitsanalyse in Verbindung mit einer Beratung sowie die Entwicklung einer Einzelmarke DFB-Sportschule soll zur weiteren Stärkung und qualitativen Steigerung der sportlichen Infrastruktur beitragen! Dr. Theo Zwanziger DFB-Präsident ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Durchführung einer einheitlichen Wirtschaftlichkeitsanalyse für alle Sportschulen 2. Entwicklung einer Einzelmarke DFB-Sportschule 3. Fortsetzung der Weiterbildungsangebote für Sportschulleiter 4. Neuberufung der AG Sportschulen als Sachverständigenkommission AKTUELLE SITUATION OPTIMIERUNG DER SPORTSCHULEN Hochwertige Sportanlagen und -einrichtungen für den Breiten- und Spitzenfußball sind ein unverzichtbares Qualitätskriterium moderner Sportschulen

104 101 ANFORDERUNGEN AN ZEITGEMÄSSE SPORTSCHULEN Qualitativ hochwertige Sportanlagen Anlagen für den Breiten- und Spitzenfußball Schulungsräume nach modernsten Standards Führung nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen Flexibles Reagieren auf das jeweilige Marktumfeld PR- und Vermarktungskonzept Klare Profilbildung Die Sportschulen sind und bleiben das Herzstück der fußballerischen Aus-, Fort- und Weiterbildung in den Landesverbänden. Bundesweit stehen dem Deutschen Fußball-Bund, seinen Regional- und Landesverbänden Betten in 27 Einrichtungen (5 Sporthotels und 22 Sportschulen) zur Verfügung. Zur Aufrechterhaltung des erreichten qualitativen Standards sind in den nächsten Jahren weitere hohe Investitionen notwendig. Gleichzeitig stellen die unterschiedlichen Betriebs - ergebnisse der Sportschulen für jeden Landesverbands- Etat eine große Herausforderung dar. Es ist daher unab - dingbar, die Einrichtungen noch stärker als bisher nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu führen. Grundlage hierfür muss zunächst eine adäquate Analyse der Kosten- und Ertragsstruktur (Wirtschaftlichkeits - analyse) jeder Sportschule sein. Hier ist zudem die Frage einer künftigen Trägerschaft zu prüfen. Ein gemeinsames Vermarktungskonzept mit der Ent - wicklung einer Einzelmarke DFB-Sportschule unter der strahlkräftigen Dachmarke DFB kann dazu bei - tragen, wünschenswerte Synergieeffekte zu erzielen und insbesondere die Auslastung der Sportschulen durch die Akquise neuer Zielgruppen zu verbessern. Dabei gilt es zu beachten, dass sich die Sportschulen im jeweiligen Leistungsangebot voneinander unterschei - den und unterschiedliche Personengruppen ansprechen können. Je nach Lage der Schule kommen neben den klassischen Teilnehmern an einem LV-Lehrgang ver - stärkt Vereine (Trainingslager) sowie als weitere Ziel - gruppen Unternehmen (Tagungen) und fußballfremde Gäste (Wellnessangebote) in Betracht. GEPLANTE PROJEKTE SPORTSCHULEN Flächendeckende Umsetzung von Maßnahmen zur Kostensenkung Flächendeckende Umsetzung von Maßnahmen zur Umsatzsteigerung Präsentation der unterschiedlichen Leistungsangebote aller Sportschulen Kooperatives Vermarktungskonzept (u.a. Internetplattform) KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

105 102 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 4.4 Erhaltung und Ausbau von Sportstätten Gepflegte Sportanlagen sind die Basis für zeitgemäße Angebote unserer Vereine, die auch neuen Zielgruppen motivierende Möglichkeiten für das Fußballspielen im Verein bieten möchten! Willi Hink DFB-Direktor ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Sicherstellung der Sportstättenförderung der öffentlichen Hand und des Baus moderner Großspielfelder 2. Ausbau der Qualifizierungsangebote für Sportplatzpfleger 3. Sicherung des Know-hows im Bereich Sportplatzbau und -erhaltung 4. Bau von 1000 Mini-Spielfeldern bis Ende Herausgabe der 4., komplett überarbeiteten Ausgabe der Broschüre Sportplatzbau und -erhaltung AKTUELLE SITUATION OPTIMIERUNG DER SPORTSTÄTTEN Das nötige Investitionsvolumen zur Sanierung und Modernisierung der Sportstätten ist bundesweit enorm hoch.

106 103 ZIELE DES 1000-MINISPIELFELDER-PROJEKTS Freie Spielgelegenheiten für Kinder und Jugendliche Spielumfeld für motivierenden Fußball-Unterricht Impulse für Kooperationen Schule Verein Aufwertung von Schulen in sozialen Brennpunkten Integration von Kindern mit Migrationshintergrund Flächendeckende Verteilung von Musterplätzen Werbung für die Faszination Fußball Gut gepflegte, moderne Sportstätten sind eine wichtige Voraussetzung für ein attraktives Vereinsangebot. Der Sanierungsbedarf der Sportstätten steigt jedoch auf - grund fehlender kommunaler Investitionen stetig an. Gleichzeitig werden die Vereine von den Kommunen immer stärker in die Verantwortung für die Sportplatz - pflege einbezogen. Ziele des 1000-Minispielfelder-Projekt Mit dem Bau von 1000 Minispielfeldern bis Ende 2008 versucht der DFB vor allem an Schulen, Fußball-Spiel - möglichkeiten zu schaffen. Konkret zielt das Projekt darauf, infrastrukturelle Mög - lichkeiten zu bieten und Impulse zu geben für 1. die Förderung von Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen 2. die Förderung der besseren Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. Gleichzeitig soll die flächendeckende Verteilung von Musterplätzen mit modernem Kunstrasenbelag auch bundesweit Beispiele für zeitgemäße Fußballanlagen geben. Der DFB will (und kann) damit nicht in eine Sport - stättenförderung einsteigen. Dies ist und bleibt Aufgabe der öffentlichen Hand. Die Mini-Spielfelder, die flächen - deckend in jedem Kreis gebaut werden sollen, zeigen jedoch lokalen Verantwortungsträgern, wie eine zum Sport animierende Anlage heute beschaffen sein sollte. Weitere Initiativen des DFB Immer mehr Menschen wollen immer länger Fußball spielen. Damit sie es können, müssen nicht nur moderne neue Spielfelder gebaut, sondern die vorhandenen etwa Plätze angemessen gepflegt werden, damit sie in einem auffordernden und die Gesundheit der Spiele - rinnen/spieler nicht gefährdenden Zustand sind. Deshalb hat der DFB zusammen mit zwei in Deutschland führenden Fortbildungsinstituten für Rasenpfleger eine Kooperation vereinbart und bietet gemeinsam mit die - sen Partnern Fortbildungskurse für Sportplatzpfleger an. Im Zuge einer Partnerschaft mit dem DFB plant die Bundesagentur für Arbeit, ein Programm zur Fortbildung von z.b. arbeitslosen Landschaftsgärtnern zu lizenzierten Sportplatzpflegern aufzulegen. Für alle Mitarbeiter, sei es in Kommunen oder Vereinen, die für Sportplatzpflege zuständig sind, wird der DFB im Jahre 2008 seine Broschüre Sportplatzbau- und erhaltung komplett überarbeitet neu herausgeben. In der Broschüre finden sich detaillierte Hinweise zur Planung, zum Bau und zur Pflege von Rasenspielfeldern, Kunstrasenspielfeldern und Spielfeldern mit anderen Belägen, z.b. Asche. KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

107 104 FUSSBALL IST ZUKUNFT

108 105 GESELLSCHAFTLICHE UND SOZIALE VERANTWORTUNG

109 106 FUSSBALL IST ZUKUNFT LEITZIEL 5 Gesellschaftliche und soziale Verantwortung Das soziale Engagement ist im Deutschen Fußball-Bund als dritte Säule der Verbandsarbeit neben dem Leistungs- und Breitensport fest etabliert. Dahinter steckt das Wissen um die soziale Verantwortung eines Verbandes, der mit seinen heute über 6,5 Millionen Mitgliedern eine wichtige Kraft in unserer Gesellschaft darstellt In Zeiten, da die Schlagzeilen von den Millionenbeträgen des Spitzen - sports, von lukrativen TV-Verträgen und neuen Transfer-Rekorden beherrscht werden, setzen verschiedene soziale Initiativen des DFB einen bewussten Gegenpol. Sie beweisen häufig abseits der Öffentlichkeit die integrative und humanitäre Kraft des Fußball. Hunderttausende von Spielerinnen und Spielern sowie ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bilden eine Gemeinschaft, die über soziale Grenzen hinaus Menschen verbindet und die auch jenseits des Fußballs hilft, Not zu lindern. Hier ist die Basis des Fußballs, hier sind die Menschen, die unseren Sport erst möglich machen, ohne tagtäglich auf den Titelseiten zu stehen. Soziales Handeln ist nie Handeln des Verbandes allein, es ist vor allem das Engagement jedes Einzelnen. Fußball ist als Teil unserer Gesell - schaft untrennbar mit deren Entwicklung verknüpft, damit aber auch mit ihren aktuellen Fehlentwicklungen, Gegensätzen und Konflikten konfrontiert. Die sozialen Bemühungen des DFB sind deshalb nicht außerhalb gesamtgesellschaftlicher Prozesse zu verstehen.

110 107 Die sozialen Aktivitäten des DFB haben eine lange Tradition und markieren seit jeher einen besonderen Schwerpunkt der Verbandsarbeit. Da sie sich immer in einem gesellschaftlichen Kontext mit speziellen Problemen und Konflikten bewegen, müssen sie je nach Bedarf konkrete Schwerpunkte setzen. Integration durch Fußball ZIELE/SCHWERPUNKTE Förderung von Solidarität, Toleranz und interkulturellem Austausch Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund Kooperationen von Schulen und Vereinen zur Förderung von Integration Qualifizierung von Mitarbeitern in Vereinen und Verbänden ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE DFB-Mercedes-Integrationspreis Interkulturelle Schulungen von Personal in Verbänden und Vereinen Benennung einer Integrationsbeauftragten des DFB Gründung einer Task Force gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus Ausschreibung des Julius-Hirsch-Preises Ausbau von Netzwerken zur Förderung der Integration AUFGABE 5.1 Humanitäre Aktivitäten des DFB ZIELE/SCHWERPUNKTE Aktive Ausgestaltung der sozialen und humanitären Verantwortung des DFB Weiterer Ausbau des gesellschaftlichen Engagements des DFB Hohe Qualität und Nachhaltigkeit aller sozialen Programme und Projekte AUFGABE ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE 5.2 DFB-Stiftung Egidius Braun DFB-Stiftung Sepp Herberger Fußballkultur ZIELE/SCHWERPUNKTE Förderung von Kunst- und Kulturprojekten im Zusammenhang mit Fußball Förderung von übergreifenden fußballhistorischen Projekten AUFGABE ZENTRALE PROGRAMME UND PROJEKTE 5.3 Gründung der DFB-Kulturstiftung Projekt Nationales Fußballmuseum KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

111 108 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 5.1 Integration Im Sport existieren keine Grenzen, nirgendwo anders gelingt es, so viele Menschen aus unterschiedlichen Milieus und Schichten zusammenzubringen. Doch nur durch den Einsatz aller gesellschaftlichen Gruppen kann Integration letztlich geleistet werden! Dr. Theo Zwanziger DFB-Präsident ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Förderung von Solidarität, Toleranz und interkulturellem Austausch durch den Fußball 2. Integration von Kindern und Jugendlichen insbesondere Mädchen mit Migrationshintergrund durch Fußball 3. Gewinnung von Menschen mit Migrationshintergrund für die Vereins- und Verbandsarbeit 4. Kooperationen von Schulen und Vereinen mit dem Ziel der Integration durch Fußball 5. Qualifizierung von Mitarbeitern in Vereinen und Verbänden zum Schwerpunkt Integration AKTUELLE SITUATION AKZEPTANZ DIALOGBEREITSCHAFT SOZIALE VERANTWORTUNG GEMEINSCHAFT MITEINANDER KOMMUNIKATION VERSTÄNDNIS RÜCKSICHT RESPEKT TEAMGEIST OFFENHEIT

112 109 Multikulturelle Gesellschaft Deutschland Über 85 Millionen Menschen leben mittlerweile in Deutschland, davon sind etwa ein Fünftel Menschen mit Migrationshintergrund, d.h. zugewanderte, in Deutsch - land geborene oder eingebürgerte Ausländer, dazu Spätaus siedler und Kinder mit mindestens einem Elternteil, auf das eines dieser Merkmale zutrifft. Deutschland ist also unzweifelhaft eine multikulturelle Gesellschaft, wie die Weltmeisterschaft 2006 eindrucks - voll dokumentierte. Die Deutschen präsentierten sich nicht nur als weltoffenes Volk, sondern die ausländ - ischen Mitbürger lebten Integration, indem z.b. die in Gelebte, normale Integration im Kinderfußball Deutsch land beheimateten Türken auf Fan-Festen, in den Straßen und Lokalen die Nationalmannschaft des Gast gebers mit schwarz-rot-goldenen Fahnen an - feuerten. Diese enge Bindung unterstreicht auch eine im Frühjahr verabredete Kooperation mit dem Türkischen FV zur Förderung der Integration hier lebender türkisch - stämmiger Menschen in die DFB-Fußball-Organisation. Die Integrationskraft des Fußballs Der Sport ist auch in deutschen Fußballklubs ein zentraler Integrationsfaktor das ebenso freundschaft liche wie faire Miteinander in vielen der rund DFB-Vereinen ist vorbildlich für die komplikationslose Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund. Dennoch ist dieses Integrationspotenzial des Fußballs noch lange nicht ausgeschöpft, außerdem ist auch der Fußball keine Idylle, die ganz frei von allen Konfliktund Problemfeldern zwischen deutschen und aus - ländischen Mitbürgern ist. Konsequente Integrationsarbeit, die auf Toleranz und ver trauensvolles Miteinander setzt, ist also nicht unbegrün det eine zentrale Zukunftsaufgabe des DFB, der er sich mit vielen Initiativen und Integrations - projekten zuwendet. Integration durch den Sport und Gewaltprävention sind dabei Bereiche, die einander ergänzen und in der Zusammenarbeit mit Schulen enorm wichtig sind. Außerdem werden Integrationsprojekte an sozialen Brennpunkten, die soziale Integration von Mädchen mit Migrationshintergrund durch Fußball, interkultu relle Schulungen von Personal in Verbänden und Ver einen, der Aufbau von Kommunikationsnetzen sowie Experten - runden vorangetrieben. Nicht zuletzt soll ein neu geschaffener Integrations preis für Impulse und Motivation sorgen. REALISIERTE PROJEKTE UND WEITERE OPTIMIERUNGSMÖGLICHKEITEN Benennung einer Integrationsbeauftragten des DFB/beabsichtigte Berufung von Beauftragten der LV Gründung einer Task Force gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus DFB-Mercedes-Benz-Integrationspreis/Ausschreibung des Julius-Hirsch-Preises Aufbau von Kooperationen politischer, sozialer und verbandsinterner Instanzen (Netzwerke Integration ) KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

113 110 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 5.2 Humanitäre Aktivitäten des DFB Wir wollen die über die WM 2006 erreichte gesellschaftliche Bedeutung sichern und, wenn möglich, weiter ausbauen. Dies setzt ein klares Bekenntnis zu einem werteorientierten Fußball voraus! Dr. Theo Zwanziger DFB-Präsident AKTUELLE SITUATION SEPP-HERBERGER-STIFTUNG STIFTUNGSSCHWERPUNKTE Behindertensport Strafvollzugsanstalten Sozialwerk Schulen und Hochschulen SOZIALE VERANTWORTUNG Entwicklungshilfe Das soziale Engagement des DFB hat sich neben dem Leistungs- und Breitenfußball längst als dritte Säule der Verbandsarbeit etabliert. Bereits seit 1955 mit der Gründung des DFB-Sozialwerkes engagiert sich der Verband mit geregelten finanziellen Zuwendungen im humanitären und sozialen Bereich. Insbesondere Egidius Braun ( Schatzmeister und Präsident des DFB) hat in hohem Maße dieses Bewusstsein für die soziale Funktion des 6,5 Millionen Menschen umfassenden Verbandes gestärkt. Sepp-Herberger-Stiftung Mit Gründung der Sepp-Herberger-Stiftung 1976 wurde jedoch ein ganz neues Kapitel im sozialen Engagement Publikationen des DFB aufgeschlagen. Ziel war es, die ureigenen Möglichkeiten des Fußballs selbst, sein enorm großes menschenverbindendes Potenzial gezielt im sozialen Sinne zu verwenden. Der Fußball sollte gerade Randgruppen der Erfolgs - gesellschaft wie körperlich und geistig Behinderten beim Weg aus der Isolation, aber auch Strafgefangenen bei der Resozialisierung helfen. Weitere Felder der Sepp-Herberger-Stiftung sind die sportliche Entwicklungshilfe bei der Trainer-Ausbildung oder bei Projekten von Schulen und Vereinen im Aus - land. Schließlich umfasst die Palette an Aktionen noch die spezielle Förderung des Fußballs an Schulen und Hochschulen im Inland.

114 111 ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Aktive Ausgestaltung der sozialen und humanitären Verantwortung des DFB 2. Weiterer Ausbau des gesellschaftlichen Engagements des DFB 3. Hohe Qualität und Nachhaltigkeit aller sozialen Programme und Projekte EGIDIUS-BRAUN-STIFTUNG STIFTUNGSSCHWERPUNKTE Mexiko-Hilfe Förder- und Unter - stützungs programme Kinder in Not Eigenprojekte DFB-Stiftung Egidius-Braun Neben der Sepp-Herberger-Stiftung bündelt der DFB in der DFB-Stiftung Egidius Braun seine vielen Aktivitäten und Initiativen im Dienst der guten Sache. Dies umfasst unter anderem die Aktion Kinder in Not mit humanitären Einzelzuwendungen in Osteuropa für krebskranke Kinder und Kinderheime in Bulgarien. In der Mexiko-Hilfe sind ganz verschiedene Projekte zusammengefasst wie die Unterhaltung des Waisen hauses Casa de Cuna, des Mutter-Kind-Heimes der Vicentinas oder die Förderung des Straßenkinderpro jektes in Queretaro. Darüber hinaus fallen unter das Dach der Stiftung auch direkte Zuwendungen bei aktuellen Unglücksfällen und Katastrophen sowie zielgerichtete finanzielle Hilfen für soziale Organisationen im In- und Ausland. Die Förderung von kleineren Privat-Institutionen soll dabei in Zukunft weiter intensiviert werden. KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

115 112 FUSSBALL IST ZUKUNFT AUFGABE 5.2 Der Fußball in unserem Land hat die Kraft und Popularität, Menschen aller Schichten und Altersklassen zu erreichen. Damit hat der DFB die Verpflichtung, aktiv integrative und humanitäre Programme und Projekte voranzutreiben! Karl Schmidt DFB-Vizepräsident Die schnelle Hilfe für Notleidende, völkerverbindende Aktionen mit dem Ausland, die Integration von Rand - gruppen sowie die Förderung der Strukturen des Fuß - balls besonders in der Arbeit mit Jugendlichen diese Schwerpunkte haben sich seit Jahren als Eckpfeiler der sozialpolitischen Arbeit des DFB herausgebildet. Dabei ist der DFB jederzeit darauf bedacht, spontan SOZIALE VERANTWORTUNG und unbürokratisch auf spezielle Notsituationen, aber auch soziale Herausforderungen und Veränderungen zu reagieren und sich in Kooperation und Abstimmung mit anderen Gruppen und Institutionen zu engagieren, um zu helfen, wo und so gut er kann. Neben einer stetigen Analyse und Optimierung der DFB-Stiftungen, um die wichtigen, zentral gesteuerten Mittelzuweisungen und sozialen Projekte weiter zu optimieren, ist in Zukunft auch ein anderes Feld des GEPLANTE PROJEKTE/WEITERE OPTIMIERUNGSMÖGLICHKEITEN sozialen Engagements von zentraler Bedeutung: Es wird vor allem darauf ankommen, die soziale Arbeit der vielen DFB-Vereine konstruktiv und mit konkreten Servicehilfen zu begleiten: Wie viel soziale Arbeit kann der einzelne Sportverein überhaupt leisten? Wie kann soziales Engagement in Zukunft noch stärker gefördert werden? Wo liegen andererseits die Grenzen der Belastbarkeit? Wie kann angesichts finanzieller Einschnitte die Zusammen arbeit von Verband, Verein und öffentlichen Trägern möglichst effizient gestaltet werden, um auch in Zukunft den sozialen Herausforderungen der Gesell - schaft gewachsen zu sein? Diesen Fragen werden sich der DFB und seine Landesverbände stellen. Denn eines ist klar: Die soziale Ver - pflichtung des Fußballs nimmt in Zukunft weiter zu! Egidius-Braun-Stiftung: zukünftig intensivere Förderung von kleineren Privat-Institutionen Sepp-Herberger-Stiftung: stärkere Konzentration auf gesellschaftliche Aufgaben rund um den Fußballsport Erweitertes Kommunikationskonzept, z.b. Überarbeitung der Internet-Rubrik auf

116 113 AUFGABE Fußballkultur 5.3 ZIELE/SCHWERPUNKTE 1. Förderung von Kunst- und Kulturprojekten im Zusammenhang mit Fußball 2. Förderung von fußballübergreifenden fußballhistorischen Projekten (z.b Studien, Ausstellungen) 3. Gründung der DFB-Kulturstiftung 4. Einrichtung und Betrieb eines Nationalen Fußballmuseums AKTUELLE SITUATION Neben der herausragenden sportlichen Bedeutung bot die Weltmeisterschaft 2006 eine ideale Plattform zur positiven Präsentation der kulturellen Vielfalt Deutsch lands und der vielen Verknüpfungen mit dem Fußball. Über 3,5 Millionen Besucher der Projekte des Kunst- und Kulturprogramms zur WM zeigen das stark gewachsene Interesse an der Fußballkultur. Es ist ein wichtiges Anliegen des DFB, auch künftig die kulturelle und gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Fußballsports zu fördern. Zu diesem Zweck gründete der DFB 2007 die Kultur - stiftung des Deutschen Fußball-Bundes mit Sitz in Frankfurt am Main. Die Stiftung soll Kunst, Kultur und Wissenschaft för - dern sowie zur Völkerverständigung im Zusammen - hang mit dem Fußballsport beitragen. Verwirklicht werden soll dies durch die Trägerschaft oder Durch - führung von fußballbezogenen Kunst- und Kultur - projekten, insbesondere durch Ausstellungen, Auf - führungen und vergleichbare Veranstaltungen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Förderung von Studien, Projekten und Initiativen, die sich mit der Geschichte des Fußballs in Deutschland befassen. Dazu gehört auch die Errichtung eines Fußball-Museums. GEPLANTE PROJEKTE Konzeptionell strukturierter und organisatorisch konzentrierter Aufbau des Kunst- und Kulturbereichs im DFB Projekt Nationales Fußballmuseum Themen des Fußballs waren seit jeher von so großer gesellschaftlicher Bedeutung, dass sich nicht nur der Kicker damit beschäftigte... FUSSBALLKULTUR KONZEPTION DFB-FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPLAN 2007

117 114 AUSBLICK Die im ersten Teil dieser Broschüre skizzierte Veränderung der Rahmenbedingungen erfordert besonders für den Amateurbereich eine grundlegende Neuorientierung. Bisher hat sich der Amateurbereich vor allem von der Basis her entwickelt. Dagegen wird jetzt für als besonders wichtig erachtete Aufgabenfelder erstmals der Versuch einer systematisch gesteuerten Entwicklung vorgeschlagen. Dies betrifft besonders den eher freizeitorientierten Fußball und den Übergang davon zum organisierten Wettbewerbsfußball, der auch in Zukunft das Rückgrat des Vereinsfußballs bilden wird. Mit der vorgeschlagenen Strategie einher geht die Betonung der gemeinsamen Verantwortung von Bundesverband, Mitgliedsverbänden und Kreisen für gewollte Veränderungen in diesem Bereich und die noch stärkere Ausrichtung aller Organisationsebenen als Dienstleister für die Vereine und die Menschen in den Vereinen. Veränderung bedeutet Mut und Risikobereitschaft auf der einen und erfordert Überzeugungsarbeit auf der anderen Seite. Nicht immer sind die Vorteile von angestrebten Reformen für alle auf den ersten Blick offensichtlich. Mit dieser Broschüre soll für alle Mitarbeiter im DFB, von der Bundes- bis zur Kreis - ebene, eine Orientierung und Begründung für mögliche und geplante Aktivitäten in den jeweiligen Bereichen gegeben und die Verantwortlichen motiviert werden, sich an diesen Veränderungsprozessen aktiv zu beteiligen. Um für alle Interessierten die größtmögliche Transparenz über Hintergründe und Motive zu erreichen, werden gleichzeitig mit dieser Broschüre alle Dokumente, die die Basis der Arbeit der Kommission Verbandsstruktur gebildet haben, wissenschaftliche Berichte und Umfrageergebnisse, auf einer CD-Rom veröffentlicht. Hier findet sich auch der Zwischenbericht der Kommission zum außerordentlichen Bundestag 2006, dessen Inhalte und Empfehlungen weiterhin gelten. Ziel ist es, mit der Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen, die exponierte Stellung und Bedeutung des Fußballs in Deutschland auch in Zukunft zu sichern und insbesondere die Menschen weiterhin für den Fußballsport zu gewinnen. Die vielen Einzelziele in den einzelnen Aufgabenfeldern machen es jedem Mitarbeiter der großen DFB-Fußball-Organisation leicht, für sich Ziele zu finden, für die es sich auch in Zukunft lohnt, Zeit und Arbeit zu investieren. Die Fußballerinnen und Fußballer und Deutschland, und die, die es werden wollen, werden es uns danken.

118 115

119 116 IMPRESSUM FUSSBALL IST ZUKUNFT Konzeption des DFB-Fußballentwicklungsplans OKTOBER 2007 IMPRESSUM HERAUSGEBER: Deutscher Fußball-Bund VERANTWORTLICH: Dr. Hans-Georg Moldenhauer, Willi Hink REDAKTION: Norbert Vieth MITARBEIT: Willi Hink, Wolfgang Möbius, Matthias Eiles GESTALTUNG UND PRODUKTION: Philippka-Sportverlag (Thorsten Krybus, Janet Rittig) DRUCK: Grafische Betriebe E. Holterdorf FOTOS: Bongarts/Getty Images, Philippka-Sportverlag (Axel Heimken)

120 FUSSBALL IST ZUKUNFT Konzeption des DFB-Fußballentwicklungsplans Mit unseren Verbänden und Vereinen die Zukunft gestalten! Unser Fußball bietet aktuell so viele Glücks - momente wie selten zuvor in seiner langen Geschichte: Die Männer-Nationalmannschaft setzt das Sommer märchen der WM 2006 mit einer eindrucksvollen Erfolgs bilanz weiter fort, der erneute Weltmeisterschafts-Triumph unserer Frauen ist noch in aller bester, frischer Erinnerung. Diese Erfolge unserer sportlichen Aushängeschilder lösen einen Boom bei unseren Jüngsten aus. Mädchen und Jungen strömen in unsere Vereine. Das alles bietet eine große Chance, mit Elan, Be geisterung und neuen Ideen gemeinsam Programme und Projekte für eine positive Zukunft unseres Fußballs anzupacken. Ihr Dr. Theo Zwanziger DFB-Präsident DEUTSCHER FUSSBALL-BUND OTTO-FLECK-SCHNEISE FRANKFURT/MAIN WEITERE INFORMATIONEN UNTER:

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