Wenn Angehörige in der Betreuung und Pflege mitbestimmen. März 2015 Dr. phil. Bettina Ugolini

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1 Wenn Angehörige in der Betreuung und Pflege mitbestimmen

2 Die Angehörigen: keine homogene Gruppe grosse Unterschiede im Alter Unterschiede im Verwandtschaftsgrad Unterschiede in der Betroffenheit Unterschiede in der Beziehungsqualität

3 Bedeutung der Angehörigen für die Institution Sie sind neben den BewohnerInnen die wichtigste Informationsquelle für die Institution Sie sind ganz häufig bereits ExpertInnen in der Pflege und Betreuung und damit eine grosse Ressource für die Institution Sie tragen das Bild und den Ruf der Institution in die Öffentlichkeit

4 Bedeutung der Angehörigen für die Bewohner Sie sind das Bindeglied zwischen eingeschränkter Lebenswelt Heim und der früheren Welt draussen Sie bedeuten emotionale Sicherheit durch die Kontinuität der Beziehung Sie sind eine Brücke zur Vergangenheit Sie ermöglichen das Erleben von Vertrautheit und Verstanden werden

5 Situation der Angehörigen Angehörige erleben viele belastende Momente wenn Pflegebedürftigkeit eintritt Angehörige stehen vor einigen Herausforderungen rund um den Heimeintritt Angehörige müssen sich an das Leben im Heim gewöhnen Angehörige spielen eine besondere Rolle für die Bewohner Angehörige bringen viel Belastendes mit Angehörige haben unterschiedliche Motive für ihr Kommen

6 Konfliktquellen zwischen Angehörigen und professionell Pflegenden Familiales und professionelles Versorgungs-System folgen einer anderen Logik Alter, Geschlecht und Bildung Unklarheiten in der Aufgabenteilung und Verantwortlichkeit Unzufriedenheit mit der Qualität und der Angemessenheit der Pflege Mangelnde Information

7 Folgen mangelnder Integration Missverständnisse auf beiden Seiten Konkurrenzgedanken Vorurteile Fühlen sich als Störfaktor Gefühle von Bedeutungslosigkeit keine Kontrolle haben Nicht gehört werden Grenzen erfahren im Teilen von Pflege mit den Professionellen Sich ausgeschlossen fühlen; Gefühle von Machtlosigkeit In konstanter Angst (Beängstigung; Verunsicherung) zu leben

8 Mögliche Wünsche & Erwartungen von Angehörigen Das subjektive Erleben bestimmt die Erwartungen mit Offene Information auch über negative Veränderungen Soziale und emotionale Unterstützung Freundlichkeit, Verständnis und Gesprächsbereitschaft Sie möchten spüren, dass Fachkräfte ihnen zur Seite stehen wollen

9 Kurzfristige Hilfestellungen für Angehörige Übernahme der Pflege Nachträgliche Anerkennung der geleisteten Pflegetätigkeit Verständnis und Bestätigung für die Entscheidung zum Heimeintritt Aufklärung über geistige, psychische und physische Veränderungen der Bew. Verständnisvolle und einfühlsame Gespräche über die Änderungen in der Beziehung zwischen Bew. und Angehörigen

10 Langfristige Entlastung der Angehörigen Angehörigenarbeit als eine Form der Beziehungsarbeit, die beiden Beziehungspartnern ein gewisses Engagement abverlangt es sollte mit allen zur Verfügung stehenden Ressourcen ein Umfeld geschaffen werden, in dem Beziehungserlebnisse für Angehörige, Bewohner und MA möglich sind

11 Von der Schnittstelle zum Dialog Bewohner/-in Institution Angehörige

12 Nebeneinander statt miteinander Berührungspunkte zufällig Informationsmanagement nicht definiert Erwartungen gegenseitig nicht geklärt Zuständigkeiten nicht definiert Unklare Aufgabenteilung Angehörigenintegration nicht zielorientiert Ungeklärte Situationen werden nicht gelöst

13 Dialog im Dreieck Institution Angehörige Bewohnerin Gemeinsame Ziele Erwartungen sind geklärt Integration Angehörige ist definiert Koordinierte Betreuung ist sichergestellt Angepasstes Informationsmanagement

14 Voraussetzungen Institution anerkennt die Angehörigen als zentrale Partner Institution ist bereit, für die Angehörigenarbeit die notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen Institution ist willig und fähig einen Kultur-wandel einzugehen Institution lebt eine nachhaltige und ganzheitliche Qualitätskultur keine Feuerwehrübungen Angehörige bringen sich ein

15 Eine ganzheitliche Angehörigenarbeit leben heisst: Sich in Frage stellen lassen können Offen sein für Neues Lösungen gemeinsam aushandeln Gegenseitige Bedürfnisse ernst nehmen Gegenseitiger Respekt und Toleranz

16 Wie Institutionen der Alterspflege wertschätzend mit Wünschen, Anliegen und Beschwerden von Angehörigen umgehen können- ein Leitfaden

17 Voraussetzung für ein Beschwerdemanagement Kulturelle Vorrausetzungen Leitbild Fehlerkultur Information und Reflexion Strukturelle Voraussetzungen Vernetzung des Beschwerdemanagements mit anderen Organisationsprozessen

18 Prozess Beschwerde stimulierung Beschwerdeannahme Beschwerdebeantwortung Bewohner Wert - schätzung Angehörig e Mit arbeitende Beschwerde- bearbeitung

19 Ich wünsche Ihnen ganz viel positive Erfahrungen und den Mut die Dinge anzugehen! Verstandene Angehörige werden zu verständnisvollen Angehörigen Danke für Ihre Interesse

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