SIEMENS SIMATIC S5. Standardtreiber für CP 544. Integrierter Offener Treiber. Kurzinformation. Stand 7/95 OTK.DOC

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1 SIEMENS SIMATIC S5 Standardtreiber für CP 544 Stand 7/95 OTK.DOC

2 1. Allgemeines Der Integrierte Offene Treiber des Kommunikationsprozessors CP544 ermöglicht es Fremdgeräte mit einfachen Übertragungsprozeduren an SIMATIC S5-Geräte der U- Reihe (115U, 135U, 155U) anzuschließen. Die Übertragung erfolgt asynchron, vollduplex und wird an einer V24 (RS232C)-, TTY-, oder RS422/RS485(nur als 4-Drahtverbindung)-Schnittstelle betrieben. V24.Meldeund Steuerleitungen können nicht verwendet werden. Ein Halbduplex-Betrieb wird vom Treiber nicht unterstützt. Wenn der Koppelpartner nicht gleichzeitig senden und empfangen kann, muß dies durch eine übergeordnete Logik im STEP5-Programm (z. B. Master-Slave-Betrieb) gesichert werden. Mit dem offenen Treiber können Daten mit beliebigem Aufbau (alle abdruckbaren ASCII-Zeichen ebenso wie alle anderen Zeichen von 00 bis FFH) gesendet und empfangen werden. Die Übertragung erfolgt in beiden Richtungen ohne (Software-)Handshake. Eine Flußkontrolle mit XON-XOFF-Protokoll oder RTS/CTS-Betrieb ist parametrierbar. Sicherungsmechanismen wie z.b. laufende Telegrammnummer, Längenangabe innerhalb des Telegramms oder Prüfsummenbildung müssen im S5-Programm erfolgen und als Sendedaten an den CP übergeben werden, bzw. beim Empfang eines Telegramms im S5-Programm überprüft werden. Der Aufbau der Telegramme wird dadurch offengehalten, daß der S5-Anwender das komplette Sendetelegramm mit allen Steuerzeichen (einschließlich notwendiger Startund Endezeichen) an den CP übergibt. Über den Modus kann das Endekriterium eines Telegramms parametriert werden. Es ist nur im Modus 2 über den Eintrag der Endekennungen im Sendefach möglich aus wortorganisierten Bereichen eine ungerade Anzahl von Bytes zu senden. 1

3 Technische Daten: -kein Blockprüfzeichen, kein Softwarehandshake (keine Quittungen) -TTY; V24; RS422/RS485 (4-Draht) -max. Sendelänge aus DB: 4096 Byte -max. Empfangslänge 4096 Byte -keine Blockung -Pufferung bei schnell hintereinander kommenden Telegrammen -byteweises Senden nur im Modus 2 Endekennungen Parametrierbar sind: -Baudrate von 300 Bd bis zu Bd (bei vollduplex 38400Bd,TTY bis 9600Bd, V24 bis 19200Bd) -Zeichenrahmen -Empfangsfach DB oder DX, Datenwort, CPU-Nr, Länge, Koordinierungsmerker -Modus 1 - feste Nutzdatenlänge (Telegrammendekriterium: Ablauf ZVZ) -Modus 2 - variable Nutzdatenlänge (Telegrammendekriterium: Endekennung(en)) -Modus 3 - feste Nutzdatenlänge, unsymetrisch (Telegrammendekri.: feste Länge) -Modus 4 - Druckerausgabe (kein Empfang) -Vollduplex-Betrieb -Halbduplex-Betrieb wird nicht unterstützt -Master-Slave-Betrieb wird nicht unterstützt -kein RS485-Betrieb für 2-Drahtverbindungen -kein Echo, keine STX-Freihaltezeit -kein Ignorieren von Schmierzeichen -Flußkontrolle mit XON/XOFF-Protokoll oder RTS/CTS -BREAK-Auswertung im Anzeigenwort nicht abschaltbar -ohne BREAK-Ausgabe -Zeichenverzugszeit: 10 Millisekunden bis 655,35 Sekunden im 10 ms Raster -ohne V24-Begleitsignale (Hardwarehandshake) 2

4 1.1 Hard- und Softwarevoraussetzungen Der Treiber ist auf dem CP 544 mit der MLFB 6ES UA11 und dem CP544B mit der MLFB 6ES UB11integriert. Die Baugruppen können ohne Speichermodule betrieben werden. Die beiden seriellen Schnittstellen des CP544 können unabhängig voneinander mit unterschiedlichen Protokollen mit den Medienmodulen V24 / TTY / RS422/485 eingesetzt werden. CP 544 Geräteschnittstellen Flash-EPROM- Speichermodul V24 / TTY / RS422 / RS485 SIEMENS PG740 S5-DOS Program m iergerät Sondertreiberdiskette 3

5 1.2 Senden Die zu sendenden Daten werden durch Anstoß der Hantierungsfunktion "SEND- DIREKT" von der CPU an den CP übergeben. Es sind außer DB und DX auch andere Quelltypen erlaubt. Die Länge des Auftrags (Parameter "QLAE") geben Sie entsprechend Ihren Erfordernissen an. Die max. Sendelänge aus einem DB beträgt 2048 Worte (4096 Byte). Die Quelltypen und die dazu gehörende erlaubte Quelllänge sind in der Auftragstabelle Daten senden mit dem offenen Treiber des CP544-Handbuchs aufgeführt. Den von der CPU an den CP übergebenen Sendedaten werden seitens des CP keine speziellen Start- oder Endezeichen angefügt. 1.3 Empfangen Ein Telegramm kann mit jedem beliebigen Zeichen beginnen. Das Ende des empfangenen Datenstrings erkennt der CP anhand des parametrierten Endekriteriums. Nach Erkennen des Endekriteriums wird das komplette Telegramm an die CPU übergeben. Die Daten werden mit Hilfe des FB RECEIVE-ALL in das Empfangsfach eingetragen. Das Empfangsfach (DB oder DX) für alle empfangenen Telegramme muß bereits bei der Parametrierung festgelegt werden. Die minimale Telegrammlänge beträgt 1 Byte; die maximale Länge eines empfangenen Telegramms inclusive Steuerzeichen max Byte. Der CP kann mehrere kleine Telegramme, die sehr schnell hintereinander eintreffen, puffern. Telegrammende bei Empfangstelegrammen: Das Kriterium zum Erkennen des Endes eines Empfangstelegramms kann über den Modus parametriert werden (siehe Pkt. 2.3): - Endekriterium: feste Nutzdatenlänge (Ablauf Zeichenverzugszeit) - Endekriterium: variable Nutzdatenlänge (Endekennung(en)) - Endekriterium: feste Nutzdatenlänge, unsymetrisch (Telegrammlänge) 4

6 AG SENDEN Koppelpartner CPU CP FB SEND Puffer FB SEND-ALL DBx Koppelpartner EMPFANG AG CP CPU Puffer FB RECEIVE-ALL EMPFDB Länge

7 2. Treiber parametrieren Die komplette Parametrierung erfolgt mit COMPP. 2.1 Parametrierung des Empfangsfachs Das Empfangsfach liegt in einem Datenbaustein (DB) oder erweiterten Datenbaustein (DX). Es enthält die empfangenen Daten sowie im ersten Wort die Längenangabe (Angabe in Byte) der empfangenen Daten. Durch Angabe eines Koordinierungsmerkers können Sie verhindern, daß übertragene Daten, die noch nicht bearbeitet wurden, frühzeitig überschrieben werden. Bevor der CP Daten an die CPU übergibt, wird der Koordinierungsmerker geprüft. Ist er gesetzt, wird das auf dem CP vorhandene Telegramm verworfen. Alle Empfangstelegramme werden in dieses Empfangsfach beginnend von vorne eingetragen, alte Daten werden dabei überschrieben. 2.2 Prozedurparameter Die Prozedurparameter werden über den statischen Parametersatz mit COMPP parametriert. Die Baudrate ist die Geschwindigkeit der Datenübertragung in Bit pro Sekunde (Baud). Einstellbare Werte in Baud: 300, 600, 1200, 2400, 4800, 9600, 19200, 38400, Die Summenbaudrate des CP544 beträgt Baud bei Halbduplexbetrieb, die Summenbaudrate halbiert sich auf Baud bei Vollduplexbetrieb. Bei Verwendung der TTY-Schnittstelle ist zu beachten, daß die Baudrate nicht größer 9600 Baud sein darf. Die maximale Übertragungsrate bei der V.24-Schnittstelle beträgt Baud. 6

8 Asynchroner Zeichenrahmen: Ruhe Startbit Datenbits optional Paritätsbit Stoppbit Zeichenrahmen Zeichenrahmen Für den Zeichenrahmen gelten folgende Vereinbarungen: - Es gibt immer ein Startbit (logisch 0) - Es kann zwischen 6, 7 und 8 Datenbits gewählt werden - Es kann ohne, mit gerader oder mit ungerader Parität gearbeitet werden. Dabei wird die Anzahl der Einsen eines Zeichens auf gerade oder ungerade Anzahl ergänzt; bzw. es wird kein Paritätsbit übertragen. - Es kann zwischen 1 oder 2 Stoppbits (logisch 1) gewählt werden. 2.3 Modus Der Parameter Modus bestimmt das Kriterium zum Erkennen des Endes eines Telegramms. Modus 1 - feste Nutzdatenlänge Empfangsendekriterium: Ablauf der Zeichenverzugszeit Das Telegramm hat weder eine feste Länge noch definierte Endezeichen, das Ende eines Telegramms ist durch eine Pause auf der Leitung (Ablauf der Zeichenverzugszeit) festgelegt. Modus 2 - variable Nutzdatenlänge Senden: Die parametrierten Endekennungen müssen im Sendebereich eingetragen werden. Es kann auch aus wortorganisierten Bereichen eine ungerade Byteanzahl gesendet werden. Empfangsendekriterium: Endekennungen Am Ende des Telegramms stehen 1 oder 2 definierte Endekennungen. Diese Kennung darf in den Nutzdaten nicht vorkommen (z.b. Endezeichen ETX oder CR, LF bei Übertragung im ASCII-Format). 7

9 Modus 3 - feste Nutzdatenlänge, unsymetrisch Empfangsendekriterium: feste Telegrammlänge Die Länge des Empfangstelegramms ist immer gleich. Modus 4 - Druckerausgabe Senden: Die Endekennungen müssen im Sendebereich eingetragen sein. Die Druckaufbereitung erfolgt entsprechend der folgenden Parameter: Wartezeit nach Senden von CR,LF,FF (bis 2550 ms) Zeilen pro Seite Linker Rand Platzhalter für Seitennummer Anzahl Kopf-/Fußzeilen Zeilenabschluß CR, LF oder CR LF Es gibt keinen Empfang! Die Codetransparenz der Prozedur hängt von der Wahl des parametrierten Endekriteriums ab: - mit ein oder zwei Endezeichen nicht codetransparent - Endekriterium: ZVZ oder feste Länge codetransparent Codetransparent bedeutet, daß in den Nutzdaten alle beliebigen Zeichenkombinationen (Werte von 00 bis FF) vorkommen dürfen, ohne daß das Endekriterium erkannt wird. Hinweis: Bei Verwendung von 2 Endezeichen kann durch Verdopplung des ersten Endezeichens in den Nutzdaten (STEP5-Programm!) Codetransparenz erzielt werden. Wenn mit einem oder zwei Endezeichen gearbeitet wird, ist die Übertragung nicht codetransparent und es muß ausgeschlossen werden, daß das (oder die) Endezeichen in den Nutzdaten vorkommen. Um dies zu vermeiden, kann man z. B. die Nutzdaten ASCII-codiert übertragen (Wandlung im STEP5-Programm mit Standard-FB möglich!). 2.4 mit/ohne XON/XOFF-Protokoll Empfängt der CP das Zeichen <XOFF>, erfolgt eine Unterbrechung der Übertragung. Aus hardwaremäßigen Gründen können nach Empfang des Zeichens <XOFF> noch bis zu zwei Zeichen ausgegeben werden. Nach dem Empfang von <XON> wird die Übertragung fortgestetzt. 8

10 2.5 mit/ohne Flußkontrolle RTS/CTS Bei Verwendung der Flußkontrolle RTS/CTS müssen die Signale RTS und CTS verdrahtet werden. 2.6 Zeichenverzugszeit Sie können die Zeichenverzugszeit im 10 ms-raster von 10 Millisekunden bis 655,35 Sekunden parametrieren. Die Zeichenverzugszeit ist die Zeit, die zwischen dem Empfang zweier Zeichen max. verstreichen darf. Der Eingang der Zeichen innerhalb eines Telegramms wird mit der parametrierten Zeichenverzugszeit überwacht. Wenn Endekennzeichen parametriert wurden und diese Zeit abläuft, bricht der CP die Kommunikation mit Fehler ab sein! Im Modus 1 feste Nutzdatenlänge bewirkt der Ablauf dieser Zeit die Übergabe der empfangenen Daten an die CPU, die ZVZ muß sicher zwischen zwei Telegrammen ablaufen! 3. Beispiele: Da der Sondertreiber ein offenes Protokoll hat, kann die Übertragung sehr unterschiedlich aussehen. Hier wird nur ein mögliches Beispiel (Modus 2) gezeigt. Ausgabetelegramm: DB DL DR CP 02H 30H 02H 30H 31H 32H 31H Datenstring 32H 03H FFH 03H Empfangstelegramm: Koppelpartner DBxx DL DR 00H 06H 41H 05H 41H 05H 43H Datenstring 44H 43H 44H 03H 03H 00H 9

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