Grüne Gentechnik Stand der Anwendung, Interessenskonflikte, Probleme und Risiken Dr. Beatrix Tappeser, Öko-Institut e.v.

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Grüne Gentechnik Stand der Anwendung, Interessenskonflikte, Probleme und Risiken Dr. Beatrix Tappeser, Öko-Institut e.v."

Transkript

1 Diskurs Grüne Gentechnik Auftaktveranstaltung 12.Dezember 2001, Berlin Grüne Gentechnik Stand der Anwendung, Interessenskonflikte, Probleme und Risiken Dr. Beatrix Tappeser, Öko-Institut e.v. Diskurs Grüne Gentechnik Originaldokument ohne redaktionelle oder gestalterische Bearbeitung Vollständige Dokumentation und weitere Informationen zum Diskurs Grüne Gentechnik unter: Portal Diskurs

2 Grüne Gentechnik Stand der Anwendung, Interessenskonflikte, Probleme und Risiken Dr. Beatrix Tappeser, Öko-Institut e.v., Januar 2002 Einleitung Die sogenannte grüne Gentechnik ist in der Diskussion in Deutschland und weltweit. Während die Bürgerinnen und Bürger in vielen Ländern im Süden und im Norden mehrheitlich die Nutzung dieser Technologie im Bereich Landwirtschaft und Lebensmittel ablehnen oder mindestens eine Wahlfreiheit einfordern, sind Industrie, Wissenschaft und häufig auch die Politik entschlossen, diese Technik am Markt zu etablieren. Der folgende Beitrag möchte den derzeitigen Stand der Anwendung verdeutlichen und die Hauptlinien der aktuellen Risikodiskussion nachzeichnen. Den Abschluß bildet eine kurze Skizzierung der Interessenskonflikte und Probleme, die sich aus einer Sicherstellung der Wahlfreiheit für die VerbraucherInnen ergeben. Globale Anbauflächen Im Jahr 2001 sind nach Erhebungen von ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-biotech Applications) ca. 52,6 Millionen Hektar weltweit mit transgenen Pflanzen bebaut worden. Trotz der internationalen Diskussionen bedeutet dies nochmals einen Zuwachs von ungefähr 10% im Vergleich zum Jahr Auch 2001 beschränkte sich dieses Wachstum auf vier Pflanzen und im wesentlichen vier Länder. Mit Abstand die grösste Anbaufläche wies im Jahr 2001 herbizidresistentes transgenes Soja auf (Roundup-Ready Soja, 63% oder 33,3 Mio. ha Anbaufläche weltweit, Zunahme 7,5 Mio ha ) gefolgt von Mais ( 9,8 Mio. ha im Jahr 2001, was einer Nettoabnahme von ha im Vergleich zum Jahr 2000 und 1,3 Mio. ha im Vergleich zum Jahr 1999 entspricht), Baumwolle (6,8 Mio. ha, + 1,5 Mio ha) und Raps (4,7 Mio. ha, Nettoabnahme ha im Vergleich zum Jahr 2000 und ha im Vergleich zum Jahr 1999). Andere Pflanzen oder Feldfrüchte spielten im Jahr 2000 und auch 2001 keine Rolle. Nutzung in der Lebensmittelverarbeitung An vielen Stellen hat damit in der Lebensmittelverarbeitung die Gentechnik bereits Einzug gehalten, denn Komponenten von Soja, Mais und Raps aber auch Baumwolle werden an vielen Stellen in der Lebensmittelindustrie genutzt. Darüber hinaus werden eine Reihe von Enzymen, Vitaminen oder auch Aminosäuren, die als Zusatzstoffe, Aromen oder Verarbeitungshilfsstoffe dienen, aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen gewonnen. So wird das Chymosin, das wichtigste Enzym zur Käseherstellung aus dem Kälberlab mittlerweile sowohl bakteriell als auch mithilfe von gentechnisch veränderten Hefezellen hergestellt. Aber auch Amylasen ( = stärkeabbauende Enzyme), Proteasen (= eiweißabbauende Enzyme) oder Lipasen (= fettspaltende Enzyme) werden von gentechnisch veränderten Mikroorganismen produziert und in vielen unterschiedlichen Produktgruppen eingesetzt. Vitamine sind eine weitere Substanzgruppe, die wegen ihrer bekanntermaßen gesundheitsfördernden Wirkungen in Obst und Gemüse gerne in isolierter Form bei der Lebensmittelverarbeitung eingesetzt werden. Die Vitamine A (Beta-Carotin als Vorstufe), C (Ascorbinsäure) und E (Alpha-Tocopherol) werden ebenfalls gentechnisch hergestellt und finden sich dann möglicherweise in ACE- oder

3 Multivitaminsäften, als Farbstoff in der Butter (Beta-Carotin) oder als Konservierungsstoff (Vitamin C) in verarbeiteten Nahungsmitteln wieder. Aminosäuren als Bausteine der Eiweiße werden in unterschiedlichen Produkten und vor allem bei Futtermitteln in isolierter Form genutzt. Für eine Reihe von Aminosäuren ist bekannt, dass sie mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden. Allerdings gibt es nur wenige Informationen darüber, wo die gentechnisch hergestellten Varianten genau eingesetzt werden (www.transgen.de) Eine eher ungewollte Anreicherung mit gentechnisch veränderten Pflanzenteilen liegt teilweise in Honig vor. Importierter Rapshonig aus Kanada wird in sehr vielen Fällen transgenen Rapspollen enthalten, da Kanada eines der Hauptanbaugebiete für herbizidresistenten Raps darstellt. Wirtschaftlichkeit Bei den grossen Anbauerfolgen in den USA sollte davon auszugehen sein, daß sich der Anbau wirtschaftlich nicht nur für die Agroindustrie sondern auch für die Landwirte lohnt. Doch gerade da sind Zweifel angebracht. Die Generaldirektion Landwirtschaft der EU kommt nach einer Analyse der amerikanischen Daten (Ertrag, Pestizidverbrauch etc.) insgesamt zu dem Ergebnis, dass die analysierten Studien kein endgültiges Urteil darüber zulassen, ob sich der Anbau für den Landwirt ökonomisch lohnt ( The studies reviewed do not provide conclusive evidence on the farm-level profitability of GM-crops. DIRECTORATE-GENERAL FOR AGRICULTURE 2000, Executive Summary, page 4). Die Daten, die sich in der Literatur finden lassen, sind insgesamt sehr widersprüchlich und häufig nicht miteinander vergleichbar. Die EU-Studie berichtet über 3 bis 13% geringeren Ertrag bei Roundup Ready-Soja im Vergleich zu konventionellen Sorten. Nach geringfügigen Pestizideinsparungen in den ersten beiden Jahren der Anpflanzung sei seit 1998 wieder ein Anstieg des Herbizidverbrauchs zu registrieren. Unterstützt wird dieser Aussage durch eine kürzlich vorgenommene Auswertung der Pestizidverbrauchsdaten nach einer Statistik des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (BENBROOK 2001). Danach werden geringfügig mehr Kilogramm Pestizide pro Hektar Roundup-Ready Sojabohnen ausgebracht als auf konventionell bepflanzten Feldern und ist insgesamt ein langsamer Anstieg des Verbrauchs festzustellen. Dieser Anstieg beruht so die zusammengefasste Bewertung verschiedener Experten - auf einer Veränderung in der Zusammensetzung der Unkrautflora (weed shift), spät in der Saison auftretenden Unkräutern, die Bekämpfungsmaßnahmen entgehen, und damit zum Aufbau einer Unkrautsamenbank im Boden führen sowie einer wachsenden Unempfindlichkeit einiger Unkrautarten gegenüber Glyphosat. (BENBROOK 2001) Der in gewissem Widerspruch stehende grosse Erfolg der RR-Sojabohnen in den USA und Argentinien wird gleichlautend von der EU-Studie und der zitierten amerikanischen Veröffentlichung darauf zurückgeführt, das durch die HR- Technologie eine deutliche Vereinfachung des Unkrautmanagements ermöglicht wird. Auch der Anbau von HR-Mais führte nicht zu einer Reduktion im Herbizidverbrauch, sondern verursachte im Vergleich in den USA einen ca. 30%igen Anstieg im Herbizidverbrauch pro Hektar. (BENBROOK 2001) BT-Mais hat ebenfalls nicht zu einer Reduktion des Pestizidverbrauchs geführt. In einigen Fällen wurden sogar höhere Mengen Pestizide ausgebracht. Die Angaben zu

4 den Erträgen schwanken zwischen gleich hoch und geringfügig erhöhten Erträgen. (DIRECTORATE-GENERAL FOR AGRICULTURE 2000) Für herbizidresistenten Raps werden Ertragsschwankungen zwischen 15% mehr bis zu 15 % weniger angegeben. Die Angaben zum Herbizidverbrauch sind nicht eindeutig. Nach der EU-Studie kann keine klare Aussage zur Profitabilität des Anbaus von HR-Raps gemacht werden. Allein mit Bt-Baumwolle konnten teilweise deutliche Einsparungen beim Insektizidverbrauch festgestellt werden. Doch auch das Gegenteil wird berichtet. So hat sich in Alabama einer wichtigen Baumwollanbauregion mit 62% transgener Baumwolle auf den Anbauflächen - der Insektizidverbrauch zwischen 1997 und 2000 fast verdoppelt. (BENBROOK 2001) Daraus folgt, daß der propagierte ökonomische 1 und ökologische Nutzen höhere Erträge und geringerer Pestzidverbrauch - sich bisher so nicht realisiert hat. Probleme und Risiken Gesundheitliche Risiken Allergiefragen Echte Allergien werden durch Eiweisse ausgelöst. Da gentechnische Eingriffe in Pflanzen in der Regel dazu führen, dass neue, bisher in dieser Pflanze nicht anzutreffende Proteine gebildet werden, ist sehr schnell in Zusammenhang mit der gesundheitlichen Unbedenklichkeit die Frage nach einem verändertem allergenen Potential dieser pflanzlichen Nahrungsmittel aufgekommen. Bei Eiweißen, die aus bekannten, allergieauslösenden Organismen stammen, gibt es gewisse Testmöglichkeiten. Ganz anders sieht es aus, wenn die Eiweiße bisher nicht zu unserem Nahrungsmittelrepertoire gehörten. Hierzu führte die FDA 1992 aus: "Ein weiterer Punkt ist, inwieweit jedes neue Protein in Nahrungsmitteln das Potential besitzt, allergen auf einen bestimmten Anteil der Bevölkerung zu wirken. Im Moment ist der FDA keine Methode bekannt, die es ermöglicht, vorherzusagen oder festzustellen, inwieweit neue Proteine in Nahrungsmitteln das Potential besitzen, Allergien auszulösen". Zu dem gleichen Ergebnis kam eine Studie des Umweltbundesamtes, die 1995 erschienen ist (BERGSCHMIDT 1995). Auch NESTLE (1996) stellte in einem Kommentar für das New England Journal of Medicine fest, daß es keine zuverlässigen Methoden gibt, das Allergiepotential eines neuen nahrungsmittelfremden Proteins im Vorhinein abzuschätzen. Bei einem 1999 in den Niederlande veranstalteten Workshop kamen die Teilnehmer wiederum zu einem ähnlichen Ergebnis und forderten die Entwicklung neuer, angepasster Testmethoden, vor allem die Entwicklung von entsprechenden Tiermodellen, die es bisher noch nicht gibt (CONSUMENT & BIOTECHNOLOGIE 1999). Einig waren sich die Teilnehmer dieses Workshops auch, dass derzeit eine Reihe von Genen für Proteine in transgene Pflanzen kloniert werden, die als potentielle Allergene betrachtet werden müssen. Dazu gehören Enzyminihibitoren, besonders Trypsininhibitoren Lektine (spezielle Eiweisse mit insektentoxischem und teilweise auch säugetiertoxischem Potential) 1 Diese Aussage bezieht sich auf die Landwirte und die VerbraucherInnen, nicht auf die das Saatgut und die dazugehörigen Betriebsmittel produzierende Industrie

5 Albumine Zu diesem Ergebnis war bereits eine Schweizer Studie aus dem Jahr 1996 gekommen. Die AutorInnen stellten in ihrer Untersuchung fest, dass die für die Schädlingsabwehr in Nutzpflanzen so spannenden Proteaseinhibitoren in ihren Wirtspflanzen häufig mit deren allergenem Potential verknüpft sind. So wie in der Sojapflanze ein Trypsininhibitor als Hauptallergen für Sojaallergiker fungiert, gilt dies auch für Proteaseinhibitoren und weitere insektenabwehrende Inhaltsstoffe aus anderen Nutzpflanzen. Offensichtlich gibt es hier eine Verknüpfung von Funktion und allergenem Potential. (FRANCK-OBERASPACH & KELLER 1996). Die für Allergiker bereits jetzt schwierige Situation kann sich speziell durch die gentechnischen Strategien dadurch weiter verschärfen, daß dieselben Eiweiße gleichzeitig in eine Reihe von wichtigen Nutzpflanzen einkloniert werden. So finden sich Varianten des insektentoxischem Delta-Endotoxin aus Bacillus thuringiensis in Mais, Tomaten, Kartoffeln, einer Reihe von Gemüsepflanzen und transgenen Apfelsorten und werden Enzyminhibitoren in eine ähnliche Vielzahl von unterschiedlichen Nutzpflanzen einkloniert. Sollten empfindliche Menschen auf diese Eiweiße allergisch reagieren, sind Vermeidungsstrategien nur noch schwer zu verwirklichen bzw. ist eine große Palette von pflanzlichen Lebensmitteln für diese Menschen nicht mehr genießbar. Insgesamt lässt sich feststellen, dass - trotz sich verdichtender Risikohinweise und einer weitgehend einheitlichen wissenschaftlichen Einschätzung des allergenen Potentials einer Reihe von Eiweissen und einer fehlenden verlässlichen Methodik der Überprüfung - die Bewertung bzw. die Schlussfolgerungen die daraus gezogen werden, sehr unterschiedlich ausfallen. Ein Verzicht auf die bereits jetzt als problematisch erkannten Eiweisse wird nur von einigen Ärztegruppierungen und kritischen Verbraucherschützern gefordert. Die aktiv an der Entwicklung beteiligten WissenschaftlerInnen möchten in der Regel allenfalls eine Kennzeichnung für diese Pflanzen und deren Produkte einführen. Antibiotikaresistenzmarker Seit den Anfängen der Entwicklung transgener Pflanzen gibt es hitzige Debatten über das Risikopotential von Antibiotikaresistenzgenen. Auch hier gilt, daß einige alte Annahmen und Dogmen aufgeben werden mußten. Ging man am Anfang der Debatte davon aus, daß DNA sowohl im Boden als auch im Magen-Darmtrakt rasch abgebaut wird, ist heute klar, daß im Boden eine überraschend hohe Persistenz zu finden ist und auch im Magen-Darm-Trakt nur ein unvollständiger Abbau stattfindet (für eine umfassende Aufarbeitung der Literatur siehe ECKELKAMP et al. 1998). Auch der lange bezweifelte Transfer von pflanzlicher DNA auf Mikroorganismen konnte mittlerweile im Labor nachgewiesen werden (SMALLA et al. 1997, WACKERNAGEL et al. 1998). Unter Freiland- oder In-Vivo-Bedingungen konnte allerdings bisher noch kein Transfer beobachtet werden. Die Industrie hat ihre Bereitschaft signalisiert, in Zukunft auf therapeutisch relevante Markergene zu verzichten. Die revidierte EU-Freisetzungsrichtlinie (18/2001) fordert einen endgültigen Verzicht auf Antibiotiakaresistenzgene ab dem Jahr 2008, wenn diese schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit oder die Umwelt haben können (EU-Richtlinie 18/2001, Art.4 Abs.2.) Doch hier fängt der Streit und die Bewertungsfrage wieder an. Was heißt genau schädlich und wer legt dies fest. Empirisch beobachten läßt sich bisher Folgendes: Es gibt nur bei einem einzigen Resistenzgen eine relative Einigkeit zur therapeutischen Bedeutung. Dies betrifft das

6 nptiii-gen, das neben Kanamycin und Neomycin auch eine Resistenz gegen Amikacin verleiht und eine Kreuzresistenz zu Vancomycin aufweist. Vancomycin gilt als sogenanntes Rückhalteantibiotikum gegen multiresistente Keime, die durch kein anderes Antibiotikum mehr bekämpft werden können. Eine genauere Analyse des therapeutischen Einsatzes der verschiedenen Antibiotika, die über Resistenzgene in transgenen Pflanzen betroffen sind, verdeutlicht aber, daß in der Praxis den meisten eine wichtige therapeutische Funktion zugesprochen werden muß. Auch das meistgenutzte nptii-gen, das in vielen bereits zugelassenen transgenen Pflanzen vertreten ist und eine Resistenz gegen Kanamycin, Gentamycin und Neomycin sowie eine Reihe anderer Aminoglykosid-Antibiotika vermittelt, ist für einige klinische Anwendungen von grosser Bedeutung. Trotz verschiedener Berichte über steigende Resistenzen gegenüber Aminoglykosid-Antibiotika in Europa spielen diese Medikamente, hauptsächlich in Kombination mit anderen Antibiotika, eine bedeutende Rolle bei der Behandlung schwerer Infektionen mit gramnegativen Bakterien, Staphylokokken und Enterokokken (SCHMITZ et al. 1999). Positions- und Pleiotropieeffekte Die Integration der Fremdgenkonstrukte in die Pflanze erfolgt zufällig. In Abhängigkeit von Ort und Anzahl der integrierten Genkonstrukte können eine Reihe von unerwarteten Wirkungen auftreten. Gene silencing wurde als ein möglicherweise wichtiger Mechanismus der Abwehr u.a. bei viralen Infektionen der Pflanzen erst durch die Herstellung transgener Pflanzen entdeckt. Doch die Abschaltung pflanzeneigener Gene aufgrund von Ähnlichkeiten mit den eingeführten Genkonstrukten ist nur eine mögliche Zusatzwirkung. Die Neueinführung von Eigenschaften kann auch Einfluss auf andere Stoffwechselwege und ihre Metaboliten nehmen. So weisen sowohl die transgene herbizidresistente Sojabohne als auch der BT-Mais eine stärkere Lignifizierung ihrer Zellwände auf (STOTZKY 2001). Das wirft Fragen nach dem Einfluss einer transgenen Veränderung auf die Lebensmittelverträglichkeit und gesundheitliche Unbedenklichkeit auf. Testmethoden, die Unterschiede erfassen und bewertbar machen könnten, stehen erst in den Anfängen ihrer Entwicklung. Ökologische Risiken Unkontrollierte Verbreitung durch Auskreuzung Schon früh wurde in der Risikodiskussion vor allem von Ökologen die Befürchtung geäußert, daß die eigenständige Etablierung und Auskreuzung von transgenen Nutzpflanzen hin zu verwandten (unkrautartigen) Pflanzen ein ökologisches und ackerbauliches Problem darstellen könne. (COLWELL et al. 1985, TIEDJE et al. 1989, ELLSTRAND & HOFFMANN 1990, KAREIVA & PARKER 1994, REGAL 1994) Eine unkontrollierte Verbreitung bestimmter Transgene sollte aus diesem Grunde vermieden werden und z.b. ein Anbau in Regionen, wo verwandte Wildkräuter wachsen, nicht stattfinden. Von befürwortender Seite wurden die Chancen einer Etablierung aber auch einer Auskreuzung und anschließenden Introgression der Transgene in die Wildflora als vernachlässigbar klein dargestellt (siehe u.a. BRILL 1985, BERICHT DER ENQUETEKOMMISSION DES DEUTSCHEN BUNDESTAGES, 1987). Mittlerweile gibt es vielfache Belege, daß Auskreuzung und Etablierung von Transgenen in eine verwandte Wildflora stattfinden wird und die Auskreuzungsdistanzen genauso wie die Auskreuzungsraten deutlich über den

7 Erwartungen liegen. (CHÈVRE et al. 1999, EMBERLIN et al. 1999, INGRAM 2000) Von einer Beschränkung des Anbaus auf Regionen, wo keine nichtkultivierten Verwandten wachsen, ist spätestens seit der ersten kommerziellen Genehmigung allerdings nicht mehr die Rede. Während ursprünglich die vergleichsweise einfach feststellbare Verbreitung des Transgens als Risikoindikator galt, hat sich mittlerweile die Auffassung durchgesetzt, daß die Etablierung an sich kein Risikofaktor sei, sondern erst nachprüfbare, möglichst linear verursachte, (primäre) negative Effekte festgestellt werden müßten, um von einem Risiko reden zu können Da damit sehr komplexe Interaktionen angesprochen sind, die weit davon entfernt sind, ausreichend erforscht zu sein, hat die Verschiebung der Debatte auf die nächst höhere Ebene der Komplexität auch dazu geführt, daß das Vorsorgeprinzip ausgesetzt und der zweifelsfreie wissenschaftliche Nachweis wieder als Maßstab zur Bewertung eines Risikos reetabliert wurde. Solange aber diese Nachweise nicht erbracht werden können (und es darf als sicher angesehen werden, daß dafür große Forschungsprogramme über viele Jahre notwendig wären, die derzeit nicht einmal in Ansätzen finanziert werden), solange können mit dem Hinweis auf fehlende Daten Vorsichtsmaßnahmen außer Acht gelassen werden. Kanadische Erfahrungen und Bewertung In Kanada werden seit einigen Jahren jährlich wachsende Flächen mit herbizidresistentem Raps bebaut. Insofern sind die kanadischen Erfahrungen besonders geeignet, Genfluß von transgenen Rapspflanzen zu überprüfen. DOWNEY (1999) von Agriculture and Agri-Food Kanada faßt die Erfahrungen so zusammen: Genfluß von transgenen Nutzpflanzen auf nicht transgene Nutzpflanzenvarietäten findet statt ein Sammeln von verschiedenen Resistenzgenen kann beim gleichzeitigem Anbau unterschiedlicher Sorten mit unterschiedlichen Transgenen in nicht transgenen Varietäten festgestellt werden und eine Auskreuzung zu den in Kanada vorkommenden Verwandten des Rapses ist nachweisbar. Trotz dieser sehr eindeutigen Ergebnisse sieht Downey darin keine Probleme. Aus seiner Sicht geben die mehrfach resistenten Ausfallrapspflanzen und auch die unkrautartigen Verwandten, die ein oder mehrere Herbizidresistenzgene erworben haben, keinen Grund zur Besorgnis, da all diese Pflanzen weiterhin mit anderen Breitbandherbiziden kontrolliert werden könnten. Besonders erwähnt wird 2,4-D, ein altes Breitbandherbizid, daß unter humantoxikologischen und ökotoxikologischen Gesichtspunkten als sehr viel problematischer eingeschätzt wird als Round Up mit dem Wirkstoff Glyphosat oder Liberty mit dem Wirkstoff Glufosinat. Diese Herbizidresistenzen weisen die transgenen Rapspflanzen auf. Ihre Einführung wurde unter anderem damit begründet, daß diese Herbizide sehr viel umweltfreundlicher seien als die sogenannten alten Herbizide. Nun führt also die Nutzung der transgenen Pflanzen dazu, daß auf längere Sicht wieder verstärkt problematischere Herbizide eingesetzt werden müssen. Damit wird gleichzeitig die ursprüngliche Argumentationslinie, HR-Pflanzen ermöglichten ein vereinfachtes Unkrautmanagement und den Einsatz umweltfreundlicherer Breitbandherbizide ad absurdum geführt. Das weitere Argument, HR-Pflanzen würden helfen, weniger Herbizide einzusetzen, ist bereits durch Zahlen unterschiedlicher Institutionen weitgehend widerlegt. (s.o.).

8 Die dänische Perspektive Auf dem gleichen Symposium hat Rijke B. JORGENSEN vorgetragen, Leiterin einer dänischen Arbeitsgruppe, die wichtige Arbeiten zu Auskreuzung und Genfluß bei Raps durchgeführt haben. Jorgensen kommt zu ähnlichen Ergebnissen wie Downey, doch die Bewertung fällt deutlich anders aus. Für sie sind die vorliegenden Ergebnisse durchaus besorgniserregend und sie sieht die Möglichkeit, daß durch Auskreuzung problematischere Unkräuter geschaffen werden, die die ackerbaulichen Möglichkeiten einschränken oder gefährden. Besonders diskutiert wird dies in Zusammenhang mit einem spezifischen Verwandten von Raps, Brassica rapa oder wilder Kohl. Diese Pflanze ist bereits ein ernstzunehmendes Unkraut beim Anbau von 20 Nutzpflanzenarten in mehr als 50 Ländern (SNOW & JORGENSEN 1999). Transgene insektenresistente Pflanzen Zur Herstellung transgener insektenresistenter Pflanzen werden bisher hauptsächlich einzelne, isolierte Toxingene aus dem Bakterium Bacillus thuringiensis verwandt. In dem Bakterium, das auch als biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel genutzt wird, werden die Toxine in einer Vorläuferform gebildet, die erst im Insektendarm in eine aktive Form überführt werden. Es ist nun nicht möglich, in Pflanzen vollständige Protoxingene zu benutzen, da deren mangelnde Löslichkeit in Pflanzenzellen dem entgegensteht (Die Protoxine sind nur bei einem ph von mehr als 9,5 löslich, eine Pflanzenzelle hat einen ph von ca. 7,6). Aus diesem Grund verwendet man verkürzte Gene, die zu einem bereits weitgehend aktivierten Toxinmolekül führen und in gelöster Form in der Pflanzenzelle vorliegen. Dieses gelöste Toxinmolekül kann aufgrund seiner Größe wahrscheinlich auch ohne weitere Spaltungsschritte direkt durch die sogenannte peritrophische Membran im Insektendarm diffundieren. Resistenzentwicklung ausgelöst durch transgene Bt-Pflanzen Aufgrund der oben skizzierten Unterschiede, die aber selten ausführlich in Genehmigungsunterlagen oder anderen Publikationen diskutiert werden, und dem Umstand, daß in transgenen Pflanzen das Toxin über die ganze Vegetationsperiode gebildet und damit ein hoher Selektionsdruck aufgebaut wird, gehen auch die Genehmigungsbehörden mittlerweile davon aus, daß eine Resistenzentwicklung unvermeidlich ist. (Die Bakteriensporen resp. das kristalline Einweiß werden sehr rasch durch UV-Bestrahlung inaktiviert). Streit gibt es allenfalls darum, wie lange es bis zu einer gravierenden Resistenzentwicklung braucht und inwieweit durch eine Refugienstrategie diese Resistenzentwicklung hinausgezögert werden kann (siehe u.a. MELLON & RISSLER 1998). Dieser auch Resistenzmanagement genannte Ansatz beruht auf der Annahme, daß eine Resistenzentwicklung hinausgezögert werden kann, wenn widerstandsfähig gewordene Schadinsekten sich weiterhin mit empfindlichen Individuen paaren. Dadurch wird die reine Vermehrung und Durchsetzungsfähigkeit der resistenten Insekten vermieden. Dafür muß die Vererbung der Resistenz verleihenden Gene rezessiv erfolgen, was heißt, nur wenn sich zwei resistente Individuen miteinander paaren und beide das Resistenzgen vererben, werden resistente Nachkommen resultieren. Leider hat die praktische Erforschung diese Theorie längst überholt. TABASHNIK und Mitarbeiter (1997) fanden heraus, daß die Resistenzgene teilweise auch dominant vererbt werden. Damit wäre die Einrichtung von Refugien nicht nur unwirksam sondern sogar kontraproduktiv. In diesem Fall wird nämlich die schnelle Verbreitung der Resistenzgene eher gefördert, da die Paarung von unempflindlichen mit empfindlichen Individuen in mindestens 50% der Fälle sofort zu unempfindlichen Individuen führen würde.

9 Doch noch von einer ganz unerwarteten Seite wird die Refugienstrategie infrage gestellt. Liu und Mitarbeiter stellten fest, daß widerstandsfähige Insekten bis zur Entwicklung der Geschlechtsreife deutlich länger brauchen als empfindliche. Damit würde allein durch die Ungleichzeitigkeit der Geschlechtsreife eine Paarung zwischen diesen Gruppen nicht möglich sein (LIU et al. 1999). Die großflächige kommerzielle Nutzung von Bt-Pflanzen wurde trotz allem in den USA nie von offizieller Seite in frage gestellt, obwohl die biologisch wirtschaftenden Landwirte in einer Umfrage Bt als ihr wichtigstes Schädlingsbekämpfungsmittel angeben haben (GENE EXCHANGE 1999). Europa ist in dieser Frage ambivalenter. Wirkungen auf Nichtzielorganismen Ein weiterer vieldiskutierter Risikoaspekt ist die Frage, inwieweit durch insektenresistente Pflanzen auch Nichtzielorganismen wie Nützlinge geschädigt werden können. So wurde erst 1998 bei Laboruntersuchungen mit transgenem Bt- Mais ein schädlicher Effekt auf eine nützliche Insektenart festgestellt, obwohl die ersten Vermarktungsanträge bereits Anfang der neunziger Jahre eingereicht wurden. Florfliegenlarven (Chrysoperla carnea) starben nach der Verfütterung von Maiszünslern, die durch den Genuss von Bt-Mais abgetötet worden waren, mit erhöhter Rate im Vergleich zu den Kontrollen ab. Besonders überraschend war, dass die Florfliegenlarven auch nach Fütterung des afrikanischen Baumwollwurms eingingen, wenn dieser zuvor Bt-Mais gefressen hatte, obwohl der Baumwollwurm selbst durch das Bt-Toxin nicht vergiftet wurde (HILBECK et al., 1998a). In weiteren Versuchen konnten HILBECK et al. (1998b) nachweisen, dass Florfliegenlarven auch bei der direkten Verfütterung von synthetischer Nahrung, die Bt-Toxine enthält, absterben. Bt-Toxine können also direkt toxisch auf Florfliegen wirken. Bei der Ausbringung von klassischen Bt-Sporenpräparaten wurden jedoch bisher nur geringe Auswirkungen von Bt-Toxinen auf Nützlinge gefunden. Ein Grund dafür dürfte darin liegen, dass Bt-Toxine als Vorläuferproteine gebildet und unter UV-Einwirkung relativ schnell inaktiviert werden (s.o.) Dies ändert sich aber, wenn das (aktivierte)toxin über die gesamte Vegetationsperiode in der schützenden Pflanzenhülle gebildet wird und durch die schädigenden UV-Strahlen nicht mehr getroffen wird. Das in Bt-Mais exprimierte Bt-Toxin (CryIAb) ist spezifisch für Lepidopteren (Schmetterlinge). Es wirkt damit nicht nur spezifisch gegen den Maiszünsler, sondern auch gegen weitere Schmetterlingsraupen. Da Maiskulturen nur durch den Maiszünsler befallen werden, wurde lange Zeit angenommen, dass Bt-Mais in der Praxis keine weiteren Schmetterlinge schädigen wird. In der Fachzeitschrift Nature 1999 publizierte Ergebnisse wiesen allerdings darauf hin, dass Bt-Mais auch für Schmetterlinge in der Nähe von Bt-Maisfeldern gefährlich werden könnte. Werden Bt-Toxin-haltige Maispollen durch den Wind auf benachbarte Schwalbenwurzpflanzen ( Milkweed ) geweht, könnten sie für dort lebende Larven des Monarchfalters eine ernsthafte Bedrohung darstellen. Bei den in den USA im Labor durchgeführten Fütterungsexperimenten überlebten nur knapp die Hälfte der Schmetterlingsraupen, wenn die Blätter ihrer Nahrungspflanze von Bt-Maispollen bedeckt waren (LOSEY et al., 1999). Ähnliche Ergebnisse erzielten Forscher der Iowa State University, die für ihre Fütterungsversuche pollenbestäubte Schwalbenwurzblätter in Bt-Maisfeldern gesammelt hatten. In der Natur ist das Schwalbenwurzgewächs die einzige Nahrungsquelle für Raupen des Monarchfalters. Es ist in den USA häufig in der Umgebung von Maisfeldern zu finden. Bt-haltige Maispollen, die durch den Wind verbreitet werden, könnten daher Monarch-Raupen schädigen, die auf Schwalbenwurzgewächsen in der Nachbarschaft von Bt- Maisfeldern fressen. Dieser Befund war insofern überraschend, als bisher angenommen worden war, dass nur Schmetterlingslarven geschädigt werden

10 können, die wie der Maiszünsler direkt an den transgenen Bt-Maispflanzen fressen (HANSEN & OBRYCKI, 1999). Weitere Versuche, die in den letzten Jahren in den USA durchgeführt wurden, bestätigen dieses Risikopotential für eine bestimmte Maissorte (Bt 176), die das Insektentoxin in relativ hohen Konzentrationen im Pollen bildet. (Zangerl et al. 2001). Andere Maissorten sind davon nicht in dem Maße betroffen, da die Giftkonzentration im Pollen sehr viel niedriger ist (Sears et al. 2001). Von Bt-176 abgeleitete Maissorten werden in den USA mittlerweile nicht mehr angebaut. In Europa findet ein Anbau in Spanien und ein Versuchsabbau auch in Deutschland weiterhin statt. PHAM-DELEGUE (1997) fand, dass insektenresistente transgene Pflanzen Nichtzielorganismen schädigen können. So war nach der Fütterung von Bienen mit Zuckerlösungen mit gereinigten Proteinaseinhibitor (PI)- Proteinen die Lebensdauer dieser Bienen verkürzt und deren Lernverhalten beeinträchtigt. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen Malone et al. (2001) BIRCH et al. (1997) fanden eine Schädigung von Lektin-exprimierenden Kartoffeln auf Marienkäfer (Adalia bipunctata). Lektine sind ebenfalls insektentoxische Eiweisse. Die Lektin-Expression bewirkte eine 50 %ige Dezimierung der Blattlauspopulation. Marienkäfer, die sich von den auf Lektin-Kartoffeln überlebenden Blattläusen ernährt hatten, wiesen eine verringerte Fruchtbarkeit auf. Die Lebensdauer von weiblichen Tieren war halb so lang wie die der Kontrolltiere, die Blattläuse von nicht-transgenen Kartoffeln gefressen hatten. Die Ergebnisse von BIRCH et al. (1997) und HILBECK et al. (1998 a, b) sind Hinweise darauf, dass nicht nur mit direkten Auswirkungen von insektenresistenten Pflanzen gerechnet werden muss, sondern auch mit Effekten, die einzelne Glieder der Nahrungskette überspringen. RAPS et al. (1998) stellen fest, dass die Studien von HILBECK et al. (1998 a,b) verdeutlichen, dass durch eine veränderte Ausbringung von Pestiziden Nebeneffekte auftreten können und dass bei transgenen Pflanzen die Umweltsicherheit von Stoffen, auch von altbekannten, neu untersucht werden muss. Doch mit dem Hinweis auf die jahrzehntelange unproblematische Nutzung von Bt-Präparaten werden in der Regel weitere Studien als unbegründet abgewiesen. Patente Beispiel für weitreichende Interessenskonflikte Die gentechnisch verfahrende Industrie besteht darauf, transgene Pflanzen zu patentieren und macht geltend, dies sei nötig, um die hohen Investitionen und Forschungskosten abzusichern. Die Patentierung von Pflanzen und Tieren war bis vor kurzer Zeit nicht möglich. Art. 53b des EPUE (Europäisches Patent-Uebereinkommen) schreibt noch vor, dass "Pflanzensorten oder Tierrassen sowie für im wesentlichen biologische Verfahren zur Züchtung (...)" nicht patentierbar sind. Doch das europäische Patentamt entscheidet häufig anders und beruft sich auf die Biopatentrichtlinie, die von der EU 2000 verabschiedet wurde. Auch das TRIPS-Abkommen (Trade Related Intellectual Property Rights), das 1992 zusammen mit dem WTO-Abkommen verabschiedet wurde, fordert von allen Staaten, die der WTO angehören, entsprechende Patentregimes zu erlassen. Doch auch ohne die Möglichkeit der Patentierung gibt es bei Pflanzen ein sehr wirkungsvolles Schutzsystem: der Sortenschutz, bei dem der Züchter einer neuen Pflanzensorte das ausschliessliche Vermarktungsrecht auf seine neue Sorte erhält. Dieses Schutzsytsem hat bisher gut funktioniert. Das industrielle Patentrecht, das mit der Entwicklung der Gentechnik eingeführt wurde, geht aber viel weiter. Während zum Beispiel der Sortenschutz immer nur auf eine bestimmte Sorte (z.b. die

11 Kartoffelsorte Granola) beschränkt ist, sind Patente auf alles erhältlich. Durch Patente können Monopolrechte auf ganze Pflanzenfamilien, auf alle Pflanzen überhaupt, die ein bestimmtes Merkmal aufweisen, oder auf einzelne Pflanzenteile gewährt werden. Der Sortenschutz erlaubte es den BäuerInnen, aus der Ernte Saatgut für die nächste Aussaat zu nehmen (sog. Landwirte-Vorbehalt), und der Züchter durfte Saatgut anderer Pflanzensorten für seine Züchtungen frei verwenden (sog. Züchter-Vorbehalt). Beides ist unter dem Patentsystem nicht mehr zulässig. BäuerIn und Züchter müssen dann jeweils Lizenzgebühren zahlen. Gerade für Kleinbauern und Subsistenzlandwirte, die für 90% der Nahrungsmittelproduktion weltweit sorgen, ist dies nicht leistbar und beraubt sie einer grundlegenden Möglichkeit ihrer Existenzsicherung Zum Beispiel: Das Patent auf Roundup-Ready Soja Durch das Instrument der Patentierung werden Eigentumsrechte an bisher zum Gemeineigentum gerechneten lebenden Organismen vergeben. Bemerkenswert an Pflanzenpatenten ist die ausserordentliche Breite des Geltungsbereiches. So besitzt die US-Firma Monsanto als Inhaberin des Patentes für die transgene Round-Up- Ready Sojabohne (mit der Nummer EP ) nicht nur ausschliessliche Nutzungsansprüche auf alle transgenen Roundup resistenten Sojapflanzen, sondern überhaupt auf alle gentechnisch veränderten Pflanzen, die eine künstlich herbeigeführte Round-Up-Ready Resistenz enthalten, wie zum Beispiel "Weizen, Reis, Soja, Baumwolle, Zuckerrübe, Raps, Flachs, Sonnenblume, Kartoffel, Tabak, Tomate, Alfalfa, Pappel, Ananas, Apfel und Traube" (claim 28, aus der Patentschrift No EP ). Das Patent, das 15 Jahre gültig ist, erstreckt sich auch auf alle nachfolgenden Generationen. Die durch ein Patent garantierten ausschliesslichen Monopolrechte können für die betroffenen Landwirte direkte Folgen haben. US-Landwirte, die von Monsanto transgenes Saatgut kaufen, müssen erst ein 'Technology Agreement' unterschreiben. Sie verpflichten sich u.a., nur Monsanto-Herbizide anzuwenden und dürfen aus der Ernte kein eigenes Saatgut für das nächste Jahr gewinnen. Monsanto engagierte Privatdetektive der Firma Pinkerton, um die Bauern zu kontrollieren und sicherzustellen, dass nur bei Monsanto gekauftes Saatgut verwendet wird. Landwirte, die beim Gebrauch von eigenem Saatgut erwischt wurden, mussten hohe Bussen bezahlen oder wurden angezeigt. Eine jahrhundertealte Praxis - die Gewinnung von eigenem Saatgut - wird auf diese Weise zu einem kriminellen Akt und einer Subsistenzlandwirtschaft, die darauf angewiesen ist, ihr eigenes Saatgut erzeugen zu können und frei zu tauschen, wird der Boden entzogen. Schutz des ökologischen Anbaus und Wahlfreiheit für die VerbraucherInnen Der ökologische Anbau ist aus eigener Überzeugung und rechtlich verpflichtet, auf den Einsatz von gentechnisch veränderten Betriebsmittel zu verzichten. Ein zunehmender Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft ist aber auch in Deutschland mittelfristig nicht auszuschließen. Im Moment wirkt die Skepsis und offene Ablehnung der VerbraucherInnen im Lebensmittelbereich einem großflächigen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen noch entgegen. Doch bei dem erklärten Ziel der EU, die Gentechnik in allen Bereichen zu fördern, ist wahrscheinlich spätestens mit der Verabschiedung der zwei Verordnungsentwürfe der EU zu neuartigen Lebens- und Futtermitteln sowie zur Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit damit zu rechnen, daß das derzeitige De-facto-Moratorium zur

12 Vermarktung transgener Pflanzen aufgehoben wird. Dann steht einem Saatgutvertrieb rechtlich nichts mehr im Wege und ein Anbau in der Fläche wird nicht mehr auszuschließen sein. Pollenflug und Einkreuzung von gentechnisch veränderten Pollen über weite Entfernungen sind beim landwirtschaftlichen Anbau grundsätzlich zu erwarten. Eine hundertprozentige Reinheit des ökologischen und konventionellen Ernteguts von gentechnisch veränderter Erbinformation bei einem gleichzeitigen Anbau dürfte daher in Zukunft nur schwer zu realisieren sein. Bei dem gleichzeitigen Ziel der Bundesregierung, auf eine Agrarwende hinzuwirken, bis zum Jahr % ökologischen Anbau zu ermöglichen und den Verbraucherschutz bzw. die Wahlfreiheit der VerbraucherInnen zu stärken, müssen daher Schutzmaßnahmen entwickelt und verankert werden. In der Diskussion sind hauptsächlich die Festlegung von Sicherheitsabständen beim Anbau und die Einrichtung von gentechnikfreien Zonen 2. Mit den zitierten Verordnungsentwürfen zu Lebensmitteln und Futtermitteln sowie Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit sollen Zulassungs- und Kennzeichnungsvorschriften erlassen werden, die eine weitgehende Transparenz und damit Entscheidungsfreiheit auf dem Markt ermöglichen. Für die Forderungen nach Sicherheitsabständen und gentechnikfreien Zonen in Schutzgebieten gibt es in Deutschland bzw. in Europa im Augenblick keine Rechtsgrundlage. Nach der derzeitigen Rechtslage ist nicht geklärt, ob zur Vermeidung von Vermögensschäden aufgrund der Einkreuzung transgener Erbinformation in ökologische Kulturen Schutzmaßnahmen zulässig sind. Weder nach der alten bzw. der neuen Freisetzungsrichtlinie noch nach dem deutschen Gentechnikgesetz ist der Staat verpflichtet oder berechtigt, Schutzzonen auszuweisen oder sind die Inverkehrbringer und Verwender von GVP (gentechnisch veränderte Pflanzen) verpflichtet, Einkreuzung von GVO (gentechnisch veränderte Organismen) in andere Anbaukulturen zu verhindern oder zu minimieren. Ohne diesen Schutz wird aber der ökologische Anbau akut gefährdet und auch die Wahlfreiheit der VerbraucherIn stünde nur auf dem Papier. Literatur BENBROOK, C. (2001) Do GM crops mean less pesticide use? Pesticide Outlook, Oktober 2001, p BERGSCHMIDT, H. (1995) A comparative analysis of releases of genetically modified organisms in different EU member states. Project Report Umweltbundesamt, Texte 57, Umweltbundesamt Berlin. BIRCH, A.N.E.; GEOGHEGAN, I.E.; MAJERUS, M.E.N.; HACKET, C. & ALLEN, J. (1997) Interactions between plant resistance genes, pest aphid populations and beneficial aphid predators. In: Annual Report of the Scottish Crop Research Institute, 1996/1997: BRILL, W.J. (1985) Safety concerns and genetic engineering in agriculture. Science, 227: Diese Aussage ist das Ergebnis eines Workshops, den das Öko-Institut im Dezember 2000 im Auftrag des Umweltbundesamtes organisiert hatte. Die Vorarbeiten zu diesem Workshop und die Workshop-Ergebnisse sind in den UBA-Texten 23/01 dokumentiert (Baier, Vogel, Tappeser: Grüne Gentechnik und ökologische Landwirtschaft). Die weitere Bearbeitung der Fragestellung, wie auch rechtlich ein Nebeneinander ermöglicht werden kann, geschieht derzeit in einem Folgeprojekt, das gemeinsam vom Forschungsinstitut für ökologischen Landbau (FIBL) und dem Öko-Institut bearbeitet wird.

13 CHÈVRE, A.M., EBER, F., RENARD, M., DARMENCY, H. (1999) Gene flow from oilseed rape to weeds. In: Lutman P.J.W: Gene flow and Agriculture: Relevance of Transgenic Crops. BCPC Symposium Proceedings No. 72 COLWELL, R.K.; NORSE, E.A.; PIMENTEL, D.; SHARPLES, F.E. & SIMBERLOFF, D. (1985) Genetic Engineering in Agriculture. Science, 229: CONSUMENT & BIOTECHNOLOGIE (ed.) (1999) Genetically modified foods and allergenicity: Safety aspects and consumer information. Report of the Workshop May DIRECTORATE-GENERAL FOR AGRICULTURE (2000) The studies reviewed do not provide conclusive evidence on the farm-level profitability of GM-crops., Executive Summary, page 4. DOWNEY, R.K. (1999) Gene flow and rape the Canadian experience. In: British Crop Protection Council (ed.): Symposium Proceedings no. 72: Gene Flow and Agriculture Relevance for Transgenic Crops. ECKELKAMP, C.; JÄGER, M. & WEBER, B. (1998) Antibiotikaresistenzgene in transgenen Pflanzen, insbesondere Ampicillin-Resistenz in Bt-Mais. Öko-Institut, Freiburg. ELLSTRAND, N.C. & HOFFMANN, C.A. (1990) Hybridization as an Avenue of Escape for Engineered Genes. BioScience, 40: EMBERLIN, J., ADAMS-GROOM, B., TIDMARSH, J. (1999) The dispersal of maize (Zea mays) pollen. A report based on evidence available from publications and internet sites. A report commissioned by the Soil Association: National Pollen Research Unit, University College Worcester, Worcester, UK. ENQUETE-KOMMISSION "CHANCEN UND RISIKEN DER GENTECHNOLOGIE", DEUTSCHER BUNDESTAG (1987) Materialienband I zum Bericht der Enquete-Kommsission "Chancen und Risiken der Gentechnologie" - Drucksache 10/6775. FDA (1992) Statement of policy: foods derived from new plant varieties. Federal Register, 57: FRANCK-OBERASPACH, S.L. & KELLER, B. (1996) Produktsicherheit von krankheits- und schädlingsresistenten Nutzpflanzen: Toxikologie, allergenes Potential, Sekundäreffekte und Markergene. In: Schulte E, Käppeli O (eds.): Gentechnisch veränderte krankheits- und schädlingsresistente Nutzpflanzen. Eine Option für die Landwirtschaft? Band I, Publikation des Schwerpunktprogramms Biotechnologie des Schweizerischen Nationalfonds, Bern. GENE EXCHANGE (1999) Bt is Number One in Organic Survey. April HANSEN, L. & OBRYCKI, J. (1999) Non-target effect of Bt pollen on the Monarch butterfly (Lepidoptera: Danaidae). HILBECK, A.; BAUMGARTNER, M.; FRIED, P.M. & BIGLER, F. (1998a) Effects of transgenic Bacillus thuringiensis-corn-fed prey on mortality and development time of immature Chrysoperia carnea (Neuroptera: Chrysopidae). Environmental Entomology, 27: HILBECK, A.; MOAR, W.J.; PUZTAI-CAREY, M.; FILIPPINI, A. & BIGLER, F. (1998b) Toxivicity of the Bacillus thuringiensis CryIAb Toxin on the predator Chrysoperia carnea (Neuroptera: Chrysopidae) using diet incorporated bioassays. Environmental Entomology, 27: INGRAM, J. (2000) Report on the separation distances required to ensure cross-pollination in below specified limits in non-seed crops of sugar beet, maize and oilseed rape. MAFF Report RG0123. ISAAA "Global Review of Commercialized Transgenic Crops: 2001", James, C. (ed.), Briefs No. 24: Preview. KAREIVA, P.& PARKER, I. (1994) Environmental risks of genetically engineered organisms and key regulatory issues. Independent Report prepared for Greenpeace International. LIU, Y.-B.; TABASHNIK, B.E.; DENNEHY, T.J.; PATIN, A.L. & BARTLETT, A.C. (1999) Development time and resistance to Bt crops. Nature, 400: 519. LOSEY, J.E.; RAYOR, L.S. & CARTER, M.E. (1999) Transgenic pollen harms monarch larvae. Nature, 399:

14 MALONE, L.A.; BURGESS, E.P.J.; GATEHOUSE; H. S.; VOISEY, C.R.; TREGIDA, E.L.; PHILIP, B. A.(2001) Effects of ingestion of a Bacillus thuringiensis toxin and a trypsin inhibitor on honey bee flight activitiy and longevity. Apidologie, 32: MELLON, M. & RISSLER, J. (eds.) (1998) Now or Never - Serious New Plans to Save a Natural Pest Control. Union of Concerned Scientists (UCS). NESTLE, M. (1996) Allergies to transgenic foods - questions of policy. The New England Journal Of Medicine, March: PHAM-DELÈGUE, M.H. (1997): Risk assessment of transgenic oilseed rape on the honeybee. INRA, Laboratoire de neurobiologie comparée des invertèbres: 1 3. RAPS, A.; HILBECK, A.; BIGLER, F.; FRIED, P.M. & MESSMER, M. (1998) Konzept und praktische Lösungsansätze zur anbaubegleitenden Forschung beim Einsatz transgener Kulturarten. Publikation der Fachstelle Biosicherheitsforschung und Abschätzung von Technikfolgen des Schwerpunktprogrammes Biotechnologie des Schweizerischen Nationalfonds, Basel, TA-Projekt Nachhaltige Landwirtschaft, , Band 2/6. REGAL PJ (1994) Scientific principles for ecologically based risk assessment of transgenic organisms. Molecular Ecology, 3: SCHMITZ, F.J.; VERHOEF, J.; FLUIT, A.C. & THE SENTRY PARTICIPIANTS GROUP (1999) Prevalence of Aminoglycoside Resistance in 20 European Universitiy Hospitals Participating in the European SENTRY Antimicrobial Surveillance Programme. European Journal of Microbiology and Infectious Diseases, 18: SEARS MK, HELLMICH RL, STANLEY-HORN DE, OBERHAUSER KS, PLEASANTS JM, MATTILA HR, SIEGFRIED BD, DIVELY GP (2001): Impact of Bt corn pollen on monarch butterfly populations: A risk assessment. PNAS Early Edition: (www.pnas.org/cgi/doi/ /pnas ) SMALLA, K.; WELLINGTON, E. & VAN ELSAS, J.D. (1997) Natural background of bacterial antibiotic resistance genes in the environment. In: Norwegian Biotechnology Advisory Board (ed.): Nordic Seminar on Antibiotic Resistance Marker Genes and Transgenic Plants SNOW, A.A. & JØRGENSEN, R.B. (1999) Fitness costs associated with transgenic glufosinate tolerance introgressed from Brassica napus ssp oleifera (oilseed rape) into weedy Brassica napa. In: British Crop Protection Council (ed.): Symposium Proceedings no. 72: Gene Flow and Agriculture Relevance for Transgenic Crops. STOTZKY, G. (2001) Release, persistance, and biological activity in soil of insecticidal proteins from Bacillus thuringiensis. In: Letourneau, D.K., Burrows, B.E. (eds.): Genetically Engineered Organisms Assessing Environmental and Human Health Effects, p TABASHNIK, B. E.; LIU, Y. B.; MALVAR, T.; HECKEL, D. G.; MASSON, L.; BALLESTER, V.; GRANERO, F.; MÉNSUA, J. L. & FERRÉ, J. (1997) Global variation in the genetic and biochemical basis of diamondback moth resistance to Bt. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, 24: TIEDJE, J.M.; COLWELL, R.K.; GROSSMAN, Y.L.; HODSON, R.E.; LENSKI, R.E.; MACK, R.N. & REGAL, P.J. (1989) The planned introduction of genetically engineered organisms: ecological considerations and recommendations. Ecology, 70: WACKERNAGEL, W.; BLUM, S: & MEIER, P. (1998) DNA-Entlassung aus transgenen Zuckerrüben während der Vegetations- und Überwinterungsphase und horizontaler Gentransfer im Boden. In: Schiemann, J. (Hrsg.): Freisetzungsbegleitende Sicherheitsforschung mit gentechnisch veränderten Pflanzen und Mikroorganismen, Proceedings zum BMBF-Workshop Mai 1998, Band: Biologische Sicherheit, BBA Braunschweig. ZANGERL AR, MCKENNA D, WRAIGHT CL, CARROLL M, FICARELLO P, WARNER R, BERENBAUM MR (2001): Effects of exposure to event 176 Bacillus thuringiensis corn pollen on monarch and black swallowtail caterpillars under field conditions. PNAS Early Edition (www.pnas.org/cgi/doi/ /pnas ).

Lebensmittel und Gentechnik

Lebensmittel und Gentechnik Lebensmittel und Gentechnik Die wichtigsten Fakten www.bmelv.de 1 Gentechnik in Lebensmitteln ist ein sensibles Thema. Nach einer Umfrage im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft

Mehr

Imkerei und Gentechnik. Gefährden gentechnisch veränderte Pflanzen die Bienengesundheit? Stand der Forschung

Imkerei und Gentechnik. Gefährden gentechnisch veränderte Pflanzen die Bienengesundheit? Stand der Forschung Imkerei und Gentechnik Gefährden gentechnisch veränderte Pflanzen die Bienengesundheit? Stand der Forschung Achim Gathmann Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Achim Gathmann

Mehr

Vergleich transgene Pflanzen und traditionelle Züchtung

Vergleich transgene Pflanzen und traditionelle Züchtung Vergleich transgene Pflanzen und traditionelle Züchtung Transgene Pflanzen - Veränderung der genetisch bedingten Merkmale, z.b. größere Früchte, bleiben länger frisch - Ein gewünschtes Merkmal kann exakt

Mehr

Gentechnik in Lebens- und Futtermitteln

Gentechnik in Lebens- und Futtermitteln BfR - Jubiläum FEDERAL INSTITUTE FOR RISK ASSESSMENT Gentechnik in Lebens- und Futtermitteln Dr. Jutta Zagon Produktidentität, Rückverfolgbarkeit und Neuartige Lebensmittel Thielallee 88-92, 14195 Berlin

Mehr

GutAchten. Biodiversität. Gentechnisch veränderter Mais 1507. Schädlingsbekämpfung. Nicht-Zielorganismen. Koexistenz

GutAchten. Biodiversität. Gentechnisch veränderter Mais 1507. Schädlingsbekämpfung. Nicht-Zielorganismen. Koexistenz Seite 1 von 5 GutAchten Gentechnisch veränderter Mais 1507 Schädlingsbekämpfung EU-Recht Schwellenwert Nulltoleranz Grundfreiheiten Nicht-Zielorganismen Koexistenz Biodiversität Berufsfreiheit Seite 2

Mehr

Perspektiven der Grünen Gentechnik: Eine realistische Bestandsaufnahme

Perspektiven der Grünen Gentechnik: Eine realistische Bestandsaufnahme Perspektiven der Grünen Gentechnik: Eine realistische Bestandsaufnahme Dr. Jan van Aken Universität Hamburg Forschungsschwerpunkt Biotechnik, Gesellschaft und Umwelt Forschungsgruppe Medizin/Neurobiologie

Mehr

Gentechnologie eine Risikotechnologie? Volker Lüderitz, Hochschule Magdeburg-Stendal

Gentechnologie eine Risikotechnologie? Volker Lüderitz, Hochschule Magdeburg-Stendal Gentechnologie eine Risikotechnologie? Volker Lüderitz, Hochschule Magdeburg-Stendal Begriffsdefinitionen Biotechnologie: Anwendung von technischen Mittel zur Nutzbarmachung der Natur für den Menschen

Mehr

Grüne Gentechnologie Beispiel: Kartoffel

Grüne Gentechnologie Beispiel: Kartoffel Grüne Gentechnologie Beispiel: Kartoffel Inhalt 1. Gentechnisch veränderte (transgene) Pflanzen und drei Methoden der Herstellung transgener Pflanzen 2. Bedeutung von Antibiotika-Selektionsmarkern bei

Mehr

Gentechnik in der Landwirtschaft 10 Fragen 10 Antworten

Gentechnik in der Landwirtschaft 10 Fragen 10 Antworten Gentechnik in der Landwirtschaft 10 Fragen 10 Antworten Die vielen Anfragen an den BUND NRW zeigen uns: das Interesse am Thema Gentechnik ist e- norm, ebenso aber auch die Verunsicherung darüber, was nun

Mehr

Risiken der Nutzung der sog. Grünen Gentechnologie

Risiken der Nutzung der sog. Grünen Gentechnologie Risiken der Nutzung der sog. Grünen Gentechnologie Inhaltsverzeichnis Transgene Pflanzen - Gentechnologische Methoden Markergene - Antibiotika-Selektionsmarker Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen

Mehr

20 Jahre Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen - Folgen des Anbaus in den USA

20 Jahre Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen - Folgen des Anbaus in den USA 20 Jahre Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen - Folgen des Anbaus in den USA Vor 60 Jahren: DNA entschlüsselt Vor 30 Jahren: Erste gentechnisch veränderte Pflanzen Vor 20 Jahren: Anti-Matsch Tomate

Mehr

Nachweis gentechnisch veränderter Lebensmittel: Ohne Gentechnik oder: Wieviel Gentechnik ist da eigentlich drin? Dr. Lutz Grohmann

Nachweis gentechnisch veränderter Lebensmittel: Ohne Gentechnik oder: Wieviel Gentechnik ist da eigentlich drin? Dr. Lutz Grohmann Nachweis gentechnisch veränderter Lebensmittel: Ohne Gentechnik oder: Wieviel Gentechnik ist da eigentlich drin? Dr. Lutz Grohmann Gliederung 1. Gesetzlicher Rahmen 2. Erbsubstanz und Gentechnik 3. Anwendungen

Mehr

Warum lehnen der BUND und der BN die Grüne Gentechnik ab? Ein Argumentationsleitfaden für die BUND-/BN-Aktion

Warum lehnen der BUND und der BN die Grüne Gentechnik ab? Ein Argumentationsleitfaden für die BUND-/BN-Aktion BN Fachabteilung München und BUND Referat Landnutzung August 2003 Warum lehnen der BUND und der BN die Grüne Gentechnik ab? Ein Argumentationsleitfaden für die BUND-/BN-Aktion Keine Gentechnik auf kommunalen

Mehr

Gentechnik und Lebensmittel: Die wichtigsten Fakten

Gentechnik und Lebensmittel: Die wichtigsten Fakten Gentechnik und Lebensmittel: Die wichtigsten Fakten Fragen und Antworten zum Einsatz von Gentechnik bei Lebensmitteln Dürfen in der Europäischen Union gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden?

Mehr

Gentechnisch verändert?

Gentechnisch verändert? Gentechnisch verändert? So wird gekennzeichnet! VERBRAUCHERSCHUTZ ERNÄHRUNG LANDWIRTSCHAFT Gentechnik in Lebensmitteln gibt es das schon? In Europa und Deutschland wurden bislang kaum gentechnisch veränderte

Mehr

Klarer Fall: Gäbe es bei uns schon gentechnisch verändertes Obst und Gemüse zu kaufen, dann müsste es gekennzeichnet werden - ohne wenn und aber.

Klarer Fall: Gäbe es bei uns schon gentechnisch verändertes Obst und Gemüse zu kaufen, dann müsste es gekennzeichnet werden - ohne wenn und aber. Kompakt 2 Gentechnisch veränderte Lebensmittel: Kennzeichnung Gentechnik, Landwirtschaft, Lebensmittel www.transgen.de Für alle, die Lebensmittel einkaufen, ist es eigentlich eine Selbstverständlichkeit:

Mehr

Umweltgefährdung durch insektenresistente Bt-Pflanzen

Umweltgefährdung durch insektenresistente Bt-Pflanzen Umweltgefährdung durch insektenresistente Bt-Pflanzen Auf 68 Millionen Hektar wurden im Jahr 2003 weltweit gentechnisch manipulierte Feldfrüchte angebaut. Bei 18 Prozent (12 Millionen Hektar) handelte

Mehr

Gentechnologie und Lebensmitteln

Gentechnologie und Lebensmitteln Kurzfassung des Vortrages von Prof. Dr. K.-D. Jany, Karlsruhe Gentechnologie und Lebensmitteln Gegenwärtig vollzieht sich ein technischer Wandel in allen Lebensbereichen in einer bisher nicht da gewesenen

Mehr

Unsere Lebensversicherung, unser Naturkapital was tun Deutschland und die EU für den Erhalt der Artenvielfalt

Unsere Lebensversicherung, unser Naturkapital was tun Deutschland und die EU für den Erhalt der Artenvielfalt Eine Zukunftsaufgabe in guten Händen Unsere Lebensversicherung, unser Naturkapital was tun Deutschland die EU den Erhalt der Artenvielfalt Thomas Graner Bereichsleiter Zentrale Aufgaben Grsatzangelegenheiten

Mehr

2. Gesundheitliche Risiken (Giftstoffe, Allergene, Antibiotikaresistenz)

2. Gesundheitliche Risiken (Giftstoffe, Allergene, Antibiotikaresistenz) 1 Stellungnahme der n-a-h-r-u-n-g-s-k-e-t-t-e Initiative für sichere und gesunde LEBENsmittel - zu gentechnisch veränderten Organismen (GVO) - Dezember 2001 Wegen des Risikos für Gesundheit und Umwelt

Mehr

Auswirkungen des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen auf Umwelt und Gesundheit. Saerbeck, 29. 04. 2014 Martha Mertens

Auswirkungen des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen auf Umwelt und Gesundheit. Saerbeck, 29. 04. 2014 Martha Mertens Auswirkungen des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen auf Umwelt und Gesundheit Saerbeck, 29. 04. 2014 Martha Mertens Gentechnik - nur Fortsetzung der klassischen Züchtung? Klassische Züchtung Kreuzung

Mehr

Wir wissen nicht was wir tun aber wir fangen schon mal an

Wir wissen nicht was wir tun aber wir fangen schon mal an VEREINIGUNG ÖKOLOGISCHER LANDBAU IN HESSEN (VÖL) 16.02.04 Seite 1 von 1 DR. LILIANE SCHMITT, HILGERSHÄUSER STR. 12, 37242 BAD SOODEN-ALLENDORF (OBERRIEDEN) TEL: 0 55 42 / 50 19 19 FAX: 0 55 42 / 50 19

Mehr

SICHERE NAHRUNGSMITTEL: STAATLICHE KONTROLLE DER BIOTECHNOLOGIE IN DER LANDWIRTSCHAFT IN DEN VEREINIGTEN STAATEN

SICHERE NAHRUNGSMITTEL: STAATLICHE KONTROLLE DER BIOTECHNOLOGIE IN DER LANDWIRTSCHAFT IN DEN VEREINIGTEN STAATEN SICHERE NAHRUNGSMITTEL: STAATLICHE KONTROLLE DER BIOTECHNOLOGIE IN DER LANDWIRTSCHAFT IN DEN VEREINIGTEN STAATEN SICHERE NAHRUNGSMITTEL: STAATLICHE KONTROLLE DER BIOTECHNOLOGIE IN DER LANDWIRTSCHAFT IN

Mehr

Hintergrundinformationen: Gentechnik

Hintergrundinformationen: Gentechnik Hintergrundinformationen: Gentechnik 1. Fakten & Aktuelles: Kaum eine Technologie wird in Deutschland so kontrovers diskutiert wie die Gentechnik. Während sie von Wirtschaft und Industrie als Technologie

Mehr

4.3 Zusatzstoffe und Gentechnik

4.3 Zusatzstoffe und Gentechnik 4.3 Zusatzstoffe und Gentechnik 4.3.1 Einleitung In der Öffentlichkeit wird immer wieder behauptet, dass Gentechnik bei Zusatzstoffen eine Rolle spielt. Tatsächlich können verschiedene der in der EU und

Mehr

Thema Gentechnologie. Erwin R. Schmidt Institut für Molekulargenetik Gentechnologische Sicherheitsforschung & Beratung

Thema Gentechnologie. Erwin R. Schmidt Institut für Molekulargenetik Gentechnologische Sicherheitsforschung & Beratung Thema Gentechnologie Erwin R. Schmidt Institut für Molekulargenetik Gentechnologische Sicherheitsforschung & Beratung Die Genklonierung in Bakterien Vektor-DNA Spender-DNA Restriktionsenzym Rekombinante

Mehr

GENETIK UND GENTECHNIK IM ALLTAG

GENETIK UND GENTECHNIK IM ALLTAG Benötigte Arbeitszeit: 10 Minuten GENETIK UND GENTECHNIK IM ALLTAG Konzept: Die Grundlagen der Vererbung und deren Anwendungsmöglichkeiten sollen in Hinblick auf gesellschaftliche und ethische Fragen behandelbar

Mehr

Energie, Klimawandel, Anpassung an den Klimawandel und Normung. Gentechnik als Lösung? Bonn, 19. 01. 2012 Martha Mertens BUND, AK Gentechnik

Energie, Klimawandel, Anpassung an den Klimawandel und Normung. Gentechnik als Lösung? Bonn, 19. 01. 2012 Martha Mertens BUND, AK Gentechnik Energie, Klimawandel, Anpassung an den Klimawandel und Normung Gentechnik als Lösung? Bonn, 19. 01. 2012 Martha Mertens BUND, AK Gentechnik Transgene Energiepflanzen? Sonnleitner, DBV (2006): Bei Rohstofferzeugung

Mehr

Diskursprojekt "Szenario Workshops: Zukünfte der Grünen Gentechnik" Kennzeichnung

Diskursprojekt Szenario Workshops: Zukünfte der Grünen Gentechnik Kennzeichnung Diskursprojekt "Szenario Workshops: Zukünfte der Grünen Gentechnik" Kennzeichnung BASISINFORMATION NR. 14 Diese Basisinformation behandelt die Regelungen zur Kennzeichnung von Agrarprodukten und Lebensmitteln,

Mehr

SICHERE BESTIMMUNG VON GENTECHNISCH VERÄNDERTEN ORGANISMEN GENTECHNIK IN DER WARENKETTE

SICHERE BESTIMMUNG VON GENTECHNISCH VERÄNDERTEN ORGANISMEN GENTECHNIK IN DER WARENKETTE SICHERE BESTIMMUNG VON GENTECHNISCH VERÄNDERTEN ORGANISMEN GENTECHNIK IN DER WARENKETTE SICHERE BESTIMMUNG VON GENTECHNISCH VERÄNDERTEN ORGANISMEN GENTECHNIK IN DER WARENKETTE DIE GENTECHNIK Mittels Gentechnik

Mehr

Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 05.06.2014 abschließend beraten und beschlossen:

Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 05.06.2014 abschließend beraten und beschlossen: Pet 3-17-10-21280-019933 Biotechnologie - Gentechnik Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 05.06.2014 abschließend beraten und beschlossen: Die Petition a) der Bundesregierung dem Bundesministerium

Mehr

Übersicht zum Rechtsrahmen der Grünen Gentechnik*

Übersicht zum Rechtsrahmen der Grünen Gentechnik* Übersicht zum Rechtsrahmen der Grünen Gentechnik* 12. April 2005 Zulassungsverfahren Freisetzung/Inverkehrbringung von GVO Zulassung von GVO-Saatgut Zulassung von GVO-Lebens- und Futtermitteln Umgangsverfahren

Mehr

Biokraftstoffe. Geschichte: Heute ist Rohöl der Ausgangsstoff für: Alternativen:

Biokraftstoffe. Geschichte: Heute ist Rohöl der Ausgangsstoff für: Alternativen: Biokraftstoffe Geschichte: Nikolaus A. Otto verwendet in den 1860er Jahren Ethanol (Spiritus) für seinen Verbrennungsmotor Henry Ford sagt voraus dass Ethanol der Treibstoff der Zukunft sei (1920/30er

Mehr

Wo ist Gentechnik drin?

Wo ist Gentechnik drin? Kompakt 1 Lebensmittel: Wo ist Gentechnik drin? Gentechnik, Landwirtschaft, Lebensmittel www.transgen.de Spielt die Gentechnik bei unseren Lebensmitteln schon eine Rolle? Essen wir bereits Genfood ohne

Mehr

Wer TTIP sät, wird Gentechnik ernten

Wer TTIP sät, wird Gentechnik ernten Wer TTIP sät, wird Gentechnik ernten TTIP und CETA gefährden die Wahlfreiheit der Verbraucher und die Sicherheit von Mensch und Umwelt Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen der Gentechnikregulierung

Mehr

Gesetzliche Grundlagen der Grünen Gentechnik

Gesetzliche Grundlagen der Grünen Gentechnik Gesetzliche Grundlagen der Grünen Gentechnik Die vorliegende Broschüre Gesetzliche Grundlagen der Grünen Gentechnik informiert Sie über die rechtlichen Rahmenbedingungen der Gentechnik in Deutschland und

Mehr

Diskursprojekt "Szenario Workshops: Zukünfte der Grünen Gentechnik" Ökonomische Bedingungen und Wirkungen in der Landwirtschaft

Diskursprojekt Szenario Workshops: Zukünfte der Grünen Gentechnik Ökonomische Bedingungen und Wirkungen in der Landwirtschaft Diskursprojekt "Szenario Workshops: Zukünfte der Grünen Gentechnik" Ökonomische Bedingungen und Wirkungen in der Landwirtschaft BASISINFORMATION NR. 17 Der ökonomische Nutzen stellt ein zentrales Argument

Mehr

Die wichtigsten Argumente auf einen Blick:

Die wichtigsten Argumente auf einen Blick: Die wichtigsten Argumente auf einen Blick: 1. Die Auswirkungen von gentechnisch veränderten Lebensmitteln auf die menschliche Gesundheit sind nicht hinreichend geklärt. 2. Agro-Gentechnik belastet die

Mehr

Biodiversität Posten 1, Erdgeschoss 3 Lehrerinformation

Biodiversität Posten 1, Erdgeschoss 3 Lehrerinformation Lehrerinformation 1/6 Arbeitsauftrag Die SuS erleben am Ausstellungs-Beispiel die Vielfalt in der Natur. Sie erkunden die Ausstellung. Ziel Die SuS kennen Beispiele von und welch wichtige Bedeutung ein

Mehr

Vernehmlassungsantwort zum Entwurf der Futtermittelverordnung

Vernehmlassungsantwort zum Entwurf der Futtermittelverordnung Vernehmlassungsantwort zum Entwurf der Futtermittelverordnung Murbacherstrasse 34 Postfach 205 4013 Basel Grundsätzliches Der Basler Appell gegen Gentechnologie setzt sich schon seit langem ein gegen die

Mehr

vom 1. März 2011 816.113 Gegenstand und Zweck

vom 1. März 2011 816.113 Gegenstand und Zweck 816.113 Liechtensteinisches Landesgesetzblatt Jahrgang 2011 Nr. 89 ausgegeben am 10. März 2011 Verordnung vom 1. März 2011 über Koexistenzmassnahmen beim Anbau gene- tisch veränderter Pflanzen sowie beim

Mehr

Grüne Gentechnik - Ein Beitrag zur Entlastung der Umwelt?

Grüne Gentechnik - Ein Beitrag zur Entlastung der Umwelt? Grüne Gentechnik - Ein Beitrag zur Entlastung der Umwelt? Darum geht s Die Landwirtschaft liefert uns Nahrung, ohne die wir nicht überleben könnten. Doch zugleich hat sie einen großen Einfluss auf die

Mehr

Die mysteriöse Tierseuche

Die mysteriöse Tierseuche Die mysteriöse Tierseuche Die Botulismus-Infektion hat innerhalb weniger Jahre in Deutschland weit über tausend Rinder das Leben gekostet. Auch Menschen und andere Haustiere sind schon daran erkrankt.

Mehr

Risikoabschätzung bei gentechnisch veränderten Pflanzen Wissenschaftliche und politische herausforderungen

Risikoabschätzung bei gentechnisch veränderten Pflanzen Wissenschaftliche und politische herausforderungen Risikoabschätzung bei gentechnisch veränderten Pflanzen Wissenschaftliche und politische herausforderungen Veranstaltungsreihe des BFW 1. Dezember 2008 Dr. Helmut Gaugitsch 1. Dezember 2008 Folie 1 Inhaltsübersicht

Mehr

Was bedeutet das neue Gentechnikgesetz für den Imker?

Was bedeutet das neue Gentechnikgesetz für den Imker? Was bedeutet das neue Gentechnikgesetz für den Imker? 35. Weissacher Imkertag Thomas Würfel, MLR Stuttgart 1 Relevante Rechtsvorschriften: Europäische Freisetzungsrichtlinie (Richtlinie 2001/18/EG) Verordnung

Mehr

MANIFEST. zur Grünen Gentechnik und zur anstehenden Novellierung des Gentechnikgesetzes. I. Einleitung

MANIFEST. zur Grünen Gentechnik und zur anstehenden Novellierung des Gentechnikgesetzes. I. Einleitung MANIFEST zur Grünen Gentechnik und zur anstehenden Novellierung des Gentechnikgesetzes I. Einleitung In der Bundesrepublik Deutschland wird derzeit eine Überarbeitung des Gentechnikgesetzes diskutiert.

Mehr

Biomasseproduktion als Türöffner für gentechnisch veränderte Pflanzen?

Biomasseproduktion als Türöffner für gentechnisch veränderte Pflanzen? Biomasseproduktion als Türöffner für gentechnisch veränderte Pflanzen? Oder: Werden gv-pflanzen überschätzt? Biomasse/ Nachwachsende Rohstoffe Drei Beispiel-Pflanzen gv-mais produziert ein Insektizid gv-mais

Mehr

Monitoring der Umweltwirkungen gentechnisch veränderter Organismen (GVO) eine Querschnittsaufgabe. Dr. Wiebke Züghart

Monitoring der Umweltwirkungen gentechnisch veränderter Organismen (GVO) eine Querschnittsaufgabe. Dr. Wiebke Züghart Monitoring der Umweltwirkungen gentechnisch veränderter Organismen (GVO) eine Querschnittsaufgabe Dr. Wiebke Züghart Gliederung Zielstellung des GVO-Monitorings Stand der Umsetzung - Monitoringpläne und

Mehr

Vernehmlassungsantwort zum Entwurf der Lebensmittelverordnung

Vernehmlassungsantwort zum Entwurf der Lebensmittelverordnung Vernehmlassungsantwort zum Entwurf der Lebensmittelverordnung Murbacherstrasse 34 Postfach 205 4013 Basel Grundsätzliches Der Basler Appell gegen Gentechnologie setzt sich schon seit langem ein gegen die

Mehr

Gliederung. Einleitung Klassische Züchtungsmethoden. Abschließende Bemerkungen

Gliederung. Einleitung Klassische Züchtungsmethoden. Abschließende Bemerkungen Genveränderte Nahrungsmittel Gliederung I II III IV Einleitung Klassische Züchtungsmethoden Gentechnik Abschließende Bemerkungen II Klassische Züchtungsmethoden 1.) Auslesezüchtung A Blumenkohl D Broccoli

Mehr

Ohne Gentechnik Siegel Verbrauchertäuschung oder mehr Wahlfreiheit?

Ohne Gentechnik Siegel Verbrauchertäuschung oder mehr Wahlfreiheit? Ohne Gentechnik Siegel Verbrauchertäuschung oder mehr Wahlfreiheit? Alexander Hissting Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.v. (VLOG) 9. Januar 2012 Fulda Inhalt Sinn der Ohne Gentechnik Kennzeichnung

Mehr

VERSTEHEN UND VERARBEITEN EINES LESETEXTES

VERSTEHEN UND VERARBEITEN EINES LESETEXTES VERSTEHEN UND VERARBEITEN EINES LESETEXTES Die moderne Biotechnik 1 2 3 4 5 6 Unter Biotechnik versteht man eine Disziplin, die biologische Vorgänge wie z.b. die Gärung technisch nutzbar macht, um ein

Mehr

Die Risiken der Agro-Gentechnik im ökologischen Landbau und in der Lebensmittelerzeugung. Bad Düben, 04. 03. 2010 Martha Mertens

Die Risiken der Agro-Gentechnik im ökologischen Landbau und in der Lebensmittelerzeugung. Bad Düben, 04. 03. 2010 Martha Mertens Die Risiken der Agro-Gentechnik im ökologischen Landbau und in der Lebensmittelerzeugung Bad Düben, 04. 03. 2010 Martha Mertens Grüne Gentechnik nur Fortsetzung der klassischen Züchtung? Transfer fremder

Mehr

Gentechnikfreie Futtermittel. Ein Erfolgsrezept für die Zukunft

Gentechnikfreie Futtermittel. Ein Erfolgsrezept für die Zukunft Gentechnikfreie Futtermittel Ein Erfolgsrezept für die Zukunft Raiffeisen Kraftfutterwerk GmbH 1963 gegründet Kehl am Rhein, Baden-Württemberg 110 Mitarbeiter Herstellung von Mischfuttermittel - ausschließlich

Mehr

GVO-Kennzeichnung tierischer Lebensmittel: Transparenz oder Täuschung?

GVO-Kennzeichnung tierischer Lebensmittel: Transparenz oder Täuschung? GVO-Kennzeichnung tierischer Lebensmittel: Transparenz oder Täuschung? Parlamentarischer Abend des Grain Club am 13. November 2007 in Berlin Dr. Claudia Döring Deutscher Raiffeisenverband e. V., Berlin

Mehr

Produktionsgrundlagen in der landwirtschaftlichen Produktion mit Bezug zu GVO

Produktionsgrundlagen in der landwirtschaftlichen Produktion mit Bezug zu GVO Produktionsgrundlagen in der landwirtschaftlichen Produktion mit Bezug zu GVO Leopold Girsch Giselher Grabenweger, Veronika Kolar, Martina Meißl, Alexandra Ribarits Bereich Landwirtschaft Blick über die

Mehr

natürlich für uns macht glücklich.

natürlich für uns macht glücklich. natürlich für uns macht glücklich. Guten Tag! Wir dürfen uns kurz vorstellen: Zum Glück gibt es: natürlich für uns ist eine über 300 Produkte umfassende Biomarke, die schlichtweg Sie, die Natur und unsere

Mehr

Patente im Fokus der Forschung. Patentgesetzrevision - Überblick und zentrale Punkte. Konrad Becker European Patent Attorney Basel BECKERPATENT

Patente im Fokus der Forschung. Patentgesetzrevision - Überblick und zentrale Punkte. Konrad Becker European Patent Attorney Basel BECKERPATENT Patente im Fokus der Forschung Patentgesetzrevision - Überblick und zentrale Punkte Konrad Becker European Patent Attorney Basel GenSuisse 2006 1 Patentierbarkeit Forschungsresultate können patentierbar

Mehr

Verbraucherinformation Tierfutter und Gentechnik

Verbraucherinformation Tierfutter und Gentechnik Verbraucherinformation Tierfutter und Gentechnik Die gegen unser Unternehmen stellvertretend für die ganze Branche geführte Greenpeace -Kampagne ist wissenschaftlich klar widerlegt und stellt damit einen

Mehr

Un avenir pour tous, naturellement Eine Zukunft für alle, natürlich. Ort des Vortrages 1

Un avenir pour tous, naturellement Eine Zukunft für alle, natürlich. Ort des Vortrages 1 Afuturefor for all, naturally Un avenir pour tous, naturellement Eine Zukunft für alle, natürlich Ort des Vortrages 1 Kurswechsel Landwirtschaft Stefanie Keller, Project Officer, Biovision 31. Januar,

Mehr

PCR Eine Methode zum Nachweis gentechnisch veränderter Organismen (GVO)

PCR Eine Methode zum Nachweis gentechnisch veränderter Organismen (GVO) Nr.: V-011 PCR Eine Methode zum Nachweis gentechnisch veränderter Organismen (GVO) Egert, Michael, Dr. (LUFA Nord-West Institut für Futtermittel, Oldenburg); Einleitung Die Gentechnik eröffnet für die

Mehr

Studienrichtung. Bio und Umwelttechnologie an der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen

Studienrichtung. Bio und Umwelttechnologie an der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen Studienrichtung Bio und Umwelttechnologie an der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen Viele Bio und Umwelttechnologien sind in den letzten Jahren so weit erforscht und entwickelt worden, dass sie in die

Mehr

VDI-Kompetenzfeld Biotechnologie

VDI-Kompetenzfeld Biotechnologie VDI-Kompetenzfeld Die europäische Richtlinie über die absichtliche Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen in die Umwelt (2001/18/EG) sowie deren Umsetzung in das deutsche Gentechnikrecht fordern

Mehr

DBB. Deutscher Bauernbund e.v. Christlich konservativ - heimatverbunden. Standpunkte des Deutschen Bauernbundes zur Grünen Gentechnik

DBB. Deutscher Bauernbund e.v. Christlich konservativ - heimatverbunden. Standpunkte des Deutschen Bauernbundes zur Grünen Gentechnik DBB Deutscher Bauernbund e.v. Christlich konservativ - heimatverbunden Standpunkte des Deutschen Bauernbundes zur Grünen Gentechnik Probleme des GVO- Anbaues (Übersicht) wirtschaftliche rechtliche ethisch-

Mehr

Untersuchungen zur Auskreuzung von Herbizidresistenzgenen beim großflächigen Anbau von Rapspflanzen mit unterschiedlichen Herbizidresistenzen

Untersuchungen zur Auskreuzung von Herbizidresistenzgenen beim großflächigen Anbau von Rapspflanzen mit unterschiedlichen Herbizidresistenzen BMBF-Statusseminar, Braunschweig 1999 21 Untersuchungen zur Auskreuzung von Herbizidresistenzgenen beim großflächigen Anbau von Rapspflanzen mit unterschiedlichen Herbizidresistenzen Antje Dietz-Pfeilstetter

Mehr

Casualty Risk Consulting Informationen für Versicherer 21 Gentechnisch veränderte Pflanzen

Casualty Risk Consulting Informationen für Versicherer 21 Gentechnisch veränderte Pflanzen Casualty Risk Consulting Informationen für Versicherer 21 Gentechnisch veränderte Pflanzen Inhalt 1 Übersicht 1 1.1 Begriffe 1 1.2 Mögliche Anwendungsgebiete der Grünen Gentechnik 2 1.3 Verbreitung 5 2

Mehr

Pressekonferenz. zu: Gefährden Biopatente den Erhalt der Artenvielfalt? am 7. Juli 2010 in Berlin. Es gilt das gesprochene Wort!

Pressekonferenz. zu: Gefährden Biopatente den Erhalt der Artenvielfalt? am 7. Juli 2010 in Berlin. Es gilt das gesprochene Wort! Pressekonferenz zu: Gefährden Biopatente den Erhalt der Artenvielfalt? am 7. Juli 2010 in Berlin Es gilt das gesprochene Wort! Gerd Sonnleitner Präsident des Deutschen Bauernverbandes 2 Meine Damen und

Mehr

Gentechnologie in Landwirtschaft und Lebensmittel

Gentechnologie in Landwirtschaft und Lebensmittel Gentechnologie in Landwirtschaft und Lebensmittel Wozu wird Gentechnik in der Landwirtschaft eingesetzt? Gentechnisch veränderte Pflanzen Gentechnisch veränderte Tiere Gentechnisch veränderte Mikroorganismen

Mehr

Wo ist Gentechnik drin?

Wo ist Gentechnik drin? transgen Kompakt 1 Lebensmittel: Wo ist Gentechnik drin? Pflanzen Landwirtschaft Lebensmittel www.transgen.de Spielt die Gentechnik bei unseren Lebensmitteln eine Rolle? Essen wir Genfood ohne es zu wissen?

Mehr

Transgen oder Nicht Transgen: Biotechnologie bei Pflanzen

Transgen oder Nicht Transgen: Biotechnologie bei Pflanzen Transgen oder Nicht Transgen: Biotechnologie bei Pflanzen 10.000 Jahre Domestikation von Pflanzengenen Petra Bauer, Molekulare Pflanzenbiologie und Botanik http://www.uni-saarland.de/fak8/botanik/ Ernährung

Mehr

Kopiervorlagen und Arbeitsblätter. 1. Pro und Contra Gentechnik. 2. Meinungsumfrage zum Einsatz der Gentechnologie

Kopiervorlagen und Arbeitsblätter. 1. Pro und Contra Gentechnik. 2. Meinungsumfrage zum Einsatz der Gentechnologie Kopiervorlagen und Arbeitsblätter 1. Pro und Contra Gentechnik 2. Meinungsumfrage zum Einsatz der Gentechnologie 3. Schritte der ethischen Urteilsbildung nach Tödt 4. Das Modell von Tödt 5. Internetrecherche:

Mehr

ESSEN OHNE. Tipps und Rezepte für den Alltag von Umweltstadträtin Ulli Sima. www.natuerlich.wien.at. Die Broschüre Essen ohne Gentechnik

ESSEN OHNE. Tipps und Rezepte für den Alltag von Umweltstadträtin Ulli Sima. www.natuerlich.wien.at. Die Broschüre Essen ohne Gentechnik www.natuerlich.wien.at Tipps und Rezepte für den Alltag von Umweltstadträtin Ulli Sima ESSEN OHNE GENTECHNIK Die Broschüre Essen ohne Gentechnik gibt einen guten Überblick über die aktuelle Entwicklung

Mehr

I. Naturwissenschaftliche Aspekte der Gentechnik in der Lebensmittelproduktion... 13 Klaus-Dieter Jany

I. Naturwissenschaftliche Aspekte der Gentechnik in der Lebensmittelproduktion... 13 Klaus-Dieter Jany Vorwort............................... 11 I. Naturwissenschaftliche Aspekte der Gentechnik in der Lebensmittelproduktion............... 13 Klaus-Dieter Jany 1. Einleitung........................... 13

Mehr

Die Grüne Gentechnik Ein Überblick

Die Grüne Gentechnik Ein Überblick Die Grüne Gentechnik Ein Überblick Kontaktanschrift: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Hauptsitz Braunschweig Bundesallee 50 Gebäude 247 38116 Braunschweig 3. überarbeitete Auflage

Mehr

In Deutschland sind seit kurzem drei Sorten Bt-Mais für den Anbau zugelassen, nachdem bereits in den Vorjahren

In Deutschland sind seit kurzem drei Sorten Bt-Mais für den Anbau zugelassen, nachdem bereits in den Vorjahren Biologische Sicherheitsforschung mit Bt-Mais Resistenzentwicklung beim Maiszünsler und Nebenwirkungen auf Nichtzielorganismen werden untersucht Gustav-Adolf Langenbruch und Sherif A. Hassan (Darmstadt),

Mehr

Pflanzenbiotechnologie

Pflanzenbiotechnologie Pflanzenbiotechnologie 1. Nicht molekular basierte Methoden = klassische Züchtungsforschung - beruft sich auf Spontanmutationen und Kreuzung von Eigenschaften = Austausch des gesamten Allels (= Genoms)

Mehr

Fette, Sojalebensmittel und Herzgesundheit Was sagt die Wissenschaft?

Fette, Sojalebensmittel und Herzgesundheit Was sagt die Wissenschaft? Fette, Sojalebensmittel und Herzgesundheit Was sagt die Wissenschaft? Thesenpapier des wissenschaftlichen Beirats der ENSA Einführung Es ist seit vielen Jahren wissenschaftlich anerkannt, dass die Ernährung

Mehr

Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie. Chancen für Menschen und Umwelt

Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie. Chancen für Menschen und Umwelt Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie Grüne Biotechnologie Chancen für Menschen und Umwelt Die Bio- und Gentechnologie hat schon seit langem Einzug in die Landwirtschaft gehalten. Dennoch steht

Mehr

Wahlprüfsteine 2014 des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter BDM e.v. zu den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen am 31.08.

Wahlprüfsteine 2014 des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter BDM e.v. zu den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen am 31.08. Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.v. BDM-Landesvorstand Sachsen Herr Steffen Kleindienst Steintor 2a 19243 Wittenburg Nur per E-Mail an: j.fritz@bdm-verband.de Dresden, 21.07.2014 Wahlprüfsteine

Mehr

Nahrungsmittel und Gentechnik

Nahrungsmittel und Gentechnik Nahrungsmittel und Gentechnik Inhaltsverzeichnis 1. Unterteilung d. Lebensmittel 2. Kennzeichnung v. Lebensmitteln 3. Starterkulturen 4. Nicht kennzeichnungspflichtige Enzyme 5. Antimatsch-Tomate 6. Käseherstellung

Mehr

Essen für den Klimaschutz

Essen für den Klimaschutz Was hat das Essen mit dem Klimaschutz zu tun? Der Anteil der Ernährung am Gesamtausstoß von Treibhausgasen in Deutschland beträgt etwa 20 % und teilt sich wie folgt auf:* Verarbeitung (Industrie/Handwerk)

Mehr

PRODUKT - INFORMATION

PRODUKT - INFORMATION PRODUKT INFORMATION Beschreibung/ Anwendung Methode / Dosierung Äusserliche Eigenschaften Mehrzweckbrotverbesserer Bestandteile 0.30.5% auf Mehlanteil Trockenmasse 95% Pulverförmig Nicht staubend Kalziumkarbonat

Mehr

FiBLDOSSIER. Biolandbau und Gentechnik. 1. Auflage. No. 3 Februar 2003. In Zusammenarbeit mit

FiBLDOSSIER. Biolandbau und Gentechnik. 1. Auflage. No. 3 Februar 2003. In Zusammenarbeit mit No. 3 Februar 2003 1. Auflage FiBLDOSSIER Biolandbau und Gentechnik In Zusammenarbeit mit bio inspecta Inhaltsverzeichnis Einleitung Was ist Gentechnik? 2 GVO-Anbauflächen, Ziele und Anwendungen von GVO

Mehr

gebildet in Kristallstruktur, die sich nur bei bestimmtem ph-wert

gebildet in Kristallstruktur, die sich nur bei bestimmtem ph-wert Anbau von genveränderten Pflanzen Auswirkungen auf Biene und Umwelt Peter Maske, Schwarzach Juni, 2011 Toxin im genveränderten Saatgut im Vergleich zum natürlichen Toxin GVO-Saatgut (Baumwolle, Soja, Mais)

Mehr

Botschaften. In Bezug auf die Koexistenz gentechnikfreier und die Gentechnik nutzender Landwirtschaftsformen

Botschaften. In Bezug auf die Koexistenz gentechnikfreier und die Gentechnik nutzender Landwirtschaftsformen 815 12 Gentechnik Botschaften Die Diskussion über die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen hat gezeigt, dass die größten Risiken weniger die menschliche Gesundheit betreffen, sondern vielmehr in der

Mehr

Antibiotikaresistenz

Antibiotikaresistenz Unter versteht man die Eigenschaft von Mikroorganismen, die Wirkung antibiotisch aktiver Substanzen abschwächen oder gänzlich aufheben zu können. Grundsätzlich kann es in allen Bereichen, in denen Antibiotika

Mehr

Kennzeichnung von gentechnisch (un-)veränderten Lebens- und Futtermitteln

Kennzeichnung von gentechnisch (un-)veränderten Lebens- und Futtermitteln Märkte IEM-Information Kennzeichnung von gentechnisch (un-)veränderten Lebensund Futtermitteln Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte Menzinger Str. 54,

Mehr

12. Wahlperiode 28. 08. 97. Kennzeichnung des Inverkehrbringens von gentechnisch veränderten

12. Wahlperiode 28. 08. 97. Kennzeichnung des Inverkehrbringens von gentechnisch veränderten Landtag von Baden-Württemberg Drucksache 12 / 1911 12. Wahlperiode 28. 08. 97 Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und Stellungnahme des Ministeriums Ländlicher Raum Kennzeichnung des Inverkehrbringens

Mehr

Gentechnisch veränderte Pflanzen Eine Betrachtung aus kirchlicher Sicht

Gentechnisch veränderte Pflanzen Eine Betrachtung aus kirchlicher Sicht akz nte Texte - Materialien - Impulse Gentechnisch veränderte Pflanzen Eine Betrachtung aus kirchlicher Sicht Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen 19 1 2 Gentechnisch

Mehr

Gentechnisch veränderte Organismen und Futtermittel - Sicherheitsfragen und gesetzliche Rahmenbedingungen -

Gentechnisch veränderte Organismen und Futtermittel - Sicherheitsfragen und gesetzliche Rahmenbedingungen - Gentechnisch veränderte Organismen und Futtermittel - Sicherheitsfragen und gesetzliche Rahmenbedingungen - Dr. Hans-Jörg Buhk Robert Koch Institut, Zentrum Gentechnologie, Nordufer 20, 13353 Berlin Regelungen

Mehr

Gentechnisch Veränderte Organismen (GVO) in der Wertschöpfungskette der Ernährungswirtschaft in der EU und den USA 1

Gentechnisch Veränderte Organismen (GVO) in der Wertschöpfungskette der Ernährungswirtschaft in der EU und den USA 1 Gentechnisch Veränderte Organismen (GVO) in der Wertschöpfungskette der Ernährungswirtschaft in der EU und den USA 1 Genetically Modified Organisms (GMO) in the food supply chain in the EU and USA Rainer

Mehr

GVO-Erzeugnisse bei Lebensmitteln: Übersicht über die Kontrollen der Kantonalen Vollzugsbehörden im Jahr 2011

GVO-Erzeugnisse bei Lebensmitteln: Übersicht über die Kontrollen der Kantonalen Vollzugsbehörden im Jahr 2011 Eidgenössisches Departement des Innern EDI Bundesamt für Gesundheit BAG Direktionsbereich Verbraucherschutz Bern, Juni 2012 GVOErzeugnisse bei Lebensmitteln: Übersicht über die Kontrollen der Kantonalen

Mehr

Verordnung des EDI über gentechnisch veränderte Lebensmittel

Verordnung des EDI über gentechnisch veränderte Lebensmittel Verordnung des EDI über gentechnisch veränderte Lebensmittel (VGVL) 817.022.51 vom 23. November 2005 (Stand am 27. Dezember 2005) Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI), gestützt auf die Artikel

Mehr

Exposé Das Interessanteste über Lebens- und Nahrungsmittel

Exposé Das Interessanteste über Lebens- und Nahrungsmittel Exposé Das Interessanteste über Lebens- und Nahrungsmittel Themenauswahl: Regionale und saisonale Lebensmittel warum macht das Sinn? Wieso eigentlich besser Bio-Obst und Gemüse? Was macht Zucker mit uns?

Mehr

Interpretation des Verbotes der Anwendung von Gentechnik in der Erzeugung und bei der Verarbeitung von biologischen Lebensmitteln

Interpretation des Verbotes der Anwendung von Gentechnik in der Erzeugung und bei der Verarbeitung von biologischen Lebensmitteln Interpretation des Verbotes der Anwendung von Gentechnik in der Erzeugung und bei der Verarbeitung von biologischen Lebensmitteln 1. Hintergrund Die Anwendung der Gentechnik in Öko-Lebensmitteln ist gesetzlich

Mehr

E.H.S. Hausmann, K. Mac, L. Ellerbroek

E.H.S. Hausmann, K. Mac, L. Ellerbroek Ein Bericht über eine gelungene Zusammenarbeit des Genlabors an der Emil- Fischer-Schule mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung, Fachgruppe 42: Lebensmittelhygiene und Sicherheitskonzepte in Berlin

Mehr

Grundideen der Gentechnik

Grundideen der Gentechnik Grundideen der Gentechnik Die Gentechnik kombiniert Biotechnik und Züchtung. Wie in der Züchtung wird die Erbinformation eines Lebewesen verändert. Dabei nutzte man in den Anfängen der Gentechnik vor allem

Mehr

Bt-Mais wirkt auch am Ziel vorbei

Bt-Mais wirkt auch am Ziel vorbei Gen-ethischer Informationsdienst (GID) 177 August/September 2006 Bt-Mais wirkt auch am Ziel vorbei Insektenresistenter Bt-Mais ist die einzige gentechnisch veränderte Pflanze, die in Deutschland kommerziell

Mehr

1971: Manipulation eines Viren-Genoms mit Restriktionsenzymen. 1973: Erstes gentechnisch verändertes Bakterium - Geburt der "Gentechnik"

1971: Manipulation eines Viren-Genoms mit Restriktionsenzymen. 1973: Erstes gentechnisch verändertes Bakterium - Geburt der Gentechnik Geschichte der Gentechnik Ein kleiner Überblick: 1970-1983 1/28 1966: Entschlüsselung des genetischen Codes 1970: Entdeckung der Restriktionsenzyme in Bakterien. 1971: Manipulation eines Viren-Genoms mit

Mehr

Zur Kennzeichnung des Einsatzes von gentechnisch veränderten Organismen in der Lebensmittelproduktion

Zur Kennzeichnung des Einsatzes von gentechnisch veränderten Organismen in der Lebensmittelproduktion Deutscher Bundestag Drucksache 17/1931 17. Wahlperiode 07. 06. 2010 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Elvira Drobinski-Weiß, Dr. Wilhelm Priesmeier, Ulrich Kelber, weiterer

Mehr