Option Analysis of Plattform Decisions. Raeed Mayrhofer

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1 Option Analysis of Plattform Decisions Raeed Mayrhofer Softwareplattform ist ein Bündel von Funktionen, das das Ausführen von Applikationen ermöglicht bildet gemeinsam mit Hardware und Know-how die IT-Infrastruktur generiert Wert nicht direkt sondern indirekt durch wertgenerierende Applikationen ist umso flexibler, je weiter das mögliche Portfolio an Applikationen Herausforderung bei der Bewertung Der Wert der Applikationen ändert sich über die Zeit Entwicklungs- und Implementierungskosten sind meist Sunk Costs Die Implementierung muss bestmöglich getimed werden 1

2 Standard -Investitionsrechnung mittels Discounted Cash Flow Die abgezinsten Rückflüsse aus einer IT-Investition werden der Investitionssumme gegenübergestellt Ergibt sich ein positiver Nettobarwert, ist die Investition zu tätigen Im gegenteiligen Fall ist die Investition nicht zu tätigen Entspricht der Nettobarwert 0, wird zumindest der interne Zinssatz erwirtschaftet Probleme der Bewertung von IT-Investitionen mittels Nettobarwert Rückflüsse, Zeitreihen und Zinssatz lassen sich nur schwer bestimmen Manager denken intuitiv auch in Möglichkeiten (=Optionen) Softwareplattformen bieten Flexibilität bzgl. Implementierungszeitpunkt, Modifizierung oder Abbruch von Applikationen Bedeutung von Optionen in der IT-Investitionsbewertung Optionen sind Handlungsspielräume! Die Option, ein Produkt bei erfolgreichem Verlauf einer Testverkaufsphase auf dem generellen Markt zu verkaufen = Call-Option Der Verlust ist auf die Höhe der Anfangsinvestition begrenzt Der Gewinn aus der Anfangsinvestition ist theoretisch unbegrenzt Die Option einer Strategieänderung bei ungünstiger Marktentwicklung. Ein Investitionsprojekt kann ggf. abgebrochen und ein bestimmter Liquidationserlös erzielt werden = Put-Option Reduktion des Verlustpotentials bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Gewinnpotentials 2

3 Exkurs: Optionen Arten amerikanische europäische Kaufoption (Call) Käufer hat das Recht, einen bestimmten Finanztitel zu einem festgelegten Preis (Ausübungspreis) während einer bestimmten Frist oder zu einem bestimmten Zeitpunkt zu kaufen. Verkaufsoption (Put) Käufer hat das Recht, einen bestimmten Finanztitel zu einem festgelegten Preis (Ausübungspreis) während einer bestimmten Frist oder zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verkaufen. Ausübung Profit des Käufers einer Option Beispiel: Marktpreis: 100 Ausübungspreis: 120 Preis der Option: 10 Steigt der Preis des Finanztitels über den Ausübungspreis, wird der Käufer seine Option ausüben. Differenz zwischen Marktpreis und Ausübungspreis minus der Kosten der Option. Die Option wird nicht ausgeübt, da der Finanztitel am Markt billiger ist. Die Option verfällt, ihr Preis von 10 ist somit Verlust. Fällt der Preis des Finanztitels unter den Ausübungspreis, verkauft der Käufer seine Finanztitel. Differenz zwischen Ausübungspreis und Marktpreis minus der Kosten der Option. Durch Ausüben wird ein höherer Erlös als auf dem Markt erzielt. Die Kosten der Option schmälern den Gewinn jedoch auf 10. Berücksichtigung von Optionen in der IT-Investitionsbewertung Das Discounted Cash Flow Schema muss also um die Optionen erweitert werden. Wert einer Softwareplattform = Nettobarwert des fixen Applikationsportfolio + Wert der Optionen auch andere Applikationen zu implementieren Wert der Optionen auch andere Applikationen zu implementieren Wert einer zusätzlichen Anwendung über die Zeit? Wert der Implementierungsoption? 3

4 Wert einer zusätzlichen Anwendung über die Zeit P t =N t. b P t.vorteile durch Applikationen zum Zeitpunkt t N t Häufigkeit der Anwendung zum Zeitpunkt t b..vorteile (Einsparung) durch Applikation bei einer Anwendung Unter Sicherheit über die Entwicklung von P t, könnte man zum Zeitpunkt t=0 V t als Summe aller Pt mit t>t diskontiert mit dem risikolosen Zinssatz i bestimmen. V t..barwert aller zukünftig erwarteten Vorteile T..Zeitpunkt der Implementierungsentscheidung Wert einer zusätzlichen Anwendung über die Zeit Jedoch in der Realität Unsicherheit über die Entwicklung von P t! Daher folgende zusätzliche Parameter erforderlich: u risikobehafteter Zinssatz a mittlerer Wachstumsfaktor (aus Best- und Worst Case Scenario) N...Häufigkeit der Anwendung zu Beginn Bei unendlicher Lebensdauer des Projektes, ergibt sich folgende Formel: V = (N.b) / (u-a) BW = V - I BW.Nettobarwert der Investition V Barwert der Rückflüsse I..Kosten der Investition (TCO) 4

5 Beispiel: Wert einer zusätzlichen Anwendung über die Zeit Applikation mit Kosten zum Zeitpunkt 0 von 1000 GE (I). Zu Beginn wenden wir diese 50 mal an (N) und erzielen jedes Mal Vorteile von 3 GE (b). Im optimistischen Szenario gehen wir davon aus, dass N sich jährlich um 70% erhöht, im pessimistischen Fall um 30% sinkt. Das mittlere Wachstum beträgt also 20% (a). Der risikolose Zinssatz (r) liege bei 5%, der risikobehaftete bei 35% (u). Barwert: V = (50.3) / (35% - 20%) = 1000 Nettobarwert: = 0 Beispiel: Wert der Implementierungsoption Entscheidungsbaum - Warteoption Zeit % % % 168 Investition 5% 952 5

6 Beispiel: Wert der Implementierungsoption Berechnung des Nettobarwerts BW 1 zum Implementierungszeitpunkt T =1 BW 1 = [V 1 N 0. b / (1+u) I / (1+r)] W Ausdruck V1 N0. b / (1+u) I / (1+r) W Erklärung des Vorgehens (optimistischer Barwert in der Periode der Implementierung - bisher entgangene Vorteile in abgezinst mit Zinssatz u - Barwert der Investitionssumme in to x Wahrscheinlichkeit des optimistischen Szenarios Wert / 1, / 1,05 0,5 Wert der Warteoption = BW 1 BW 0 = 318 Black-Scholes-Modell BS = V 0 N(d1) Ie -rt N(d2) Alternativer Bewertungszugang der von arbitragefreien Finanzmärkten ausgeht Es muss kein risikobehafteter Zinssatz bestimmt werden Auch eine subjektive Einschätzung der Wahrscheinlichkeiten der zukünftigen Werte (Szenarios) geht nicht ein Preis der Option bestimmt sich daher als diskontierter Erwartungswert der Auszahlungen in T der Erwartungswert ist bezüglich der Lognormalverteilung zu bilden Wobei N(. ) die Standardnormalverteilung und 6

7 Fallstudie: Plattformentscheidung SAP R/2 vs. R/3 Bewertung eines Plattformwechsel bei einem europäischen Automobilzulieferanten 1. Schritt: Kosten-Nutzen Analyse mit bestehenden Anwendungen Kosten der Investition Hardware (Server, Desktops) Einschulung (Mitarbeiter) TCO (Adaption, Lizenzen, Wartung) Kosten TOTAL Nutzen der Investition Einsparung bei Serverwartung Einsparung im Betrieb der Server Erhöhte Produktivität der Anwender Nutzen Total Net Present Value (Nettobarwert) Fallstudie: Plattformentscheidung SAP R/2 vs. R/3 2. Schritt: Identifizieren neuer möglicher Anwendungen EDI-basierte Beschaffung EDI-basierte Verrechnung Workflow für Verkauf Verwaltung technischer Dokumente WWW-basiertes E-Commerce System 7

8 Fallstudie: Plattformentscheidung SAP R/2 vs. R/3 3. Schritt: Ermitteln der Parameter zur Optionsbewertung dieser Anwendungen Was gewinnt das Unternehmen bei einem Einsatz der Anwendung? b Wie viele Aufgaben können heute damit unterstützt werden? N 0 Um wie viel steigt deren Anzahl bis Jahresende? α Wie hoch ist die Varianz dieses Anstieges? σ Wann kann die Anwendung frühestens Implementiert werden? T Wie hoch sind die TCO? I 4.Schritt: Bewerten der Optionen nach den vorgestellten Modellen Danke für das Interesse! 8

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