Guter Kontakt ist möglich - Richtig reden mit dementen Menschen Düren

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1 Guter Kontakt ist möglich - Richtig reden mit dementen Menschen Düren Friederike Leuthe

2 Demenz ist eine schwere Erkrankung des Gehirns dabei sterben Gehirnzellen ab die Erkrankung schreitet fort und führt zum Tod Friederike Leuthe

3 Die Demenz schädigt neben vielem anderen schon sehr früh die Fähigkeit komplexe Sprache zu entschlüsseln und zu verstehen die Fähigkeit Sprache zu bilden Friederike Leuthe

4 Verständigung: zwei Prozesse Gedanke Bild im Kopf Verstehen = Sprachverständnis Sprechen = Sprachproduktion, Wortfindung Gesprochenes Wort Friederike Leuthe

5 Warum sprechen wir miteinander? Wir geben Informationen weiter. Wir geben Anweisungen, Befehle. Wir tauschen uns aus. Dabei zeigen wir etwas von unserer Persönlichkeit und erfahren etwas von der Persönlichkeit des anderen. Wir verständigen uns und begründen Missverständnisse Friederike Leuthe

6 Mein letzter Urlaub war wundervoll Friederike Leuthe

7 Friederike Leuthe

8 Friederike Leuthe

9 Wie verständigen wir uns? Mimik Gestik Tonlage, Sprechtempo Körperhaltung "Meinen Lieblingsstuhl habe (Nähe-Distanz- ich von Zuwendung- meiner Oma geschenkt Abwendung) bekommen." Position im Raum Selbstausdruck Musik, Kunst, Sprache Objekte Wissen, Erfahrungen, Erinnerungen, damit verbundene Gefühle Friederike Leuthe

10 con -takt Takt Guter Kontakt ist möglich lat. mit lat. tangere - berühren ist in der Musik das Muster, die Struktur für die zeitliche Abfolge wenn wir in Berührung kommen und unsere verbalen und nonverbalen Interaktionen aufeinander abstimmen Friederike Leuthe

11 Exkurs: Das Grundbedürfnis Sinnfindung Grundsätzlich gilt: Jeder Mensch will dem was er erlebt, erfährt, wahrnimmt einen Sinn geben. Dazu setzt er seine Wahrnehmungssinne und seine im Langzeitgedächtnis gespeicherten Erfahrungen ein. Zentrale sinnstiftende Aspekte für alle Menschen sind: sich sicher und geborgen fühlen sich betätigen können und dürfen seine eigene Identität erfahren die Nähe mindestens eines anderen Menschen erleben sich einer Gruppe zugehörig fühlen Wenn wir keinen Sinn mehr finden geraten wir in Lebensgefahr Friederike Leuthe

12 ein Extratip vorweg: Sprache ist implizites Wissen, dh. sie ist unserer Wahrnehmung nur bedingt zugänglich. Beginnen Sie mit einem Aspekt Ihrer Sprechweise beobachten Sie was mit Ihnen selbst und dem anderen geschieht. tun Sie dies mindestens drei Wochen lang. Friederike Leuthe

13 Tip 1 Sprechen Sie den dementen Menschen bewusst mit dem Namen an nutzen Sie die 3A- Regel Ansehen - Atmen Na, wollen Sie jetzt aufstehen? Ansprechen und sich selbst vorstellen Guten Morgen, Herr Mayer, ich bin Schwester Anna. Herr Mayer wollen Sie jetzt aufstehen? Friederike Leuthe

14 Tip 2 Sprechen Sie von Ich und Sie oder Du Frau Müller, wir essen. Frau Müller, ich bin Frau Müller, ich bringe das Mittagessen. Mögen Sie jetzt die Suppe essen? Darf ich Ihnen helfen? Friederike Leuthe

15 Tip 3 Sprechen Sie in einfachen Sätzen Fallen Sie nicht hin! Frau Abend, schauen Sie hier ist die Stufe. Heben Sie jetzt den rechten Fuß. Und jetzt Frau Abend halten Sie sich hier am Geländer fest. Friederike Leuthe

16 Tip 4 Machen Sie Ihre Sprache farb-, form- und bildreich Es gibt Essen! Herr Riedmüller, jetzt gibt es Abendessen. Heute gibt es frisches Brot. Und dazu gibt es Leberwurst, Lyoner, Speck, Roter und Weisser Pressack, Zwiebelringe, Tomate und Dillgurken. Mögen Sie das Herr Riedmüller? Und, Herr Riedmüller, mögen Sie ein Bier dazu? Friederike Leuthe

17 Tip 4 Machen Sie Ihre Sprache farb-, form- und bildreich Friederike Leuthe

18 Tip 5 Nutzen Sie Worte mit Signalcharakter Würden Sie bitte etwas trinken! Frau Lang, hier ist das Glas mit Saft. Bitte, Frau Lang, trinken Sie jetzt. Friederike Leuthe

19 Tip 6 Führen Sie mit gezielten Fragen zum Ja Herr Sauer, möchten Sie jetzt zu Bett gehen? Nein Herr Sauer, hier ist es wirklich gemütlich wollen Sie noch etwas hier sitzen bleiben? Ja Friederike Leuthe

20 Tip 7 Nennen Sie die Dinge beim Namen " Wollen Sie das hören?" "Herr Müller, hier ist eine CD mit klassischer Musik. Ich lese Ihnen vor was drauf ist:. Herr Müller, wollen Sie diese Musik jetzt hören??" Friederike Leuthe

21 Tip 8 Sprechen Sie im Aktiv "Sie werden heute gebadet" Frau Mayer, ich bin Ich werde Sie heute baden. oder Hallo Frau Mayer, ich bin. Frau Mayer, Sie werden heute baden und ich helfe Ihnen dabei." Friederike Leuthe

22 Tip 9 Lassen Sie Trauma weckende Worte weg Zerbrechen Sie sich da mal nicht den Kopf. Mensch, das ist ja eine Bombenstimmung hier. Mann, hier hat wohl ne Bombe eingeschlagen. Ich glaube gleich gibt s ne Explosion. Mann, ich bin fast verhungert. Ich krieg die Krise. Da hab ich doch nen Vorschlag. Friederike Leuthe

23 Tip 10 Sprechen Sie mit Sterbenden Mit der Ansprache signalisieren Sie : Hier ist ein Mensch. Sie sind nicht allen Friederike Leuthe

24 Friederike Leuthe Richig sprechen mit dementen Menschen Ernst Reinhardt Verlag München, 2009 ISBN Kontakt: Friederike Leuthe

25 Danke für Ihre Aufmerksamkeit Friederike Leuthe

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