Clonen von Windows 7 / 8 mittels F(ree) O(pen) G(host)

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1 Clonen von Windows 7 / 8 mittels F(ree) O(pen) G(host) Ein Handbuch von Michael Konz Geschwister-Scholl-Realschule Nürnberg 2013

2 Inhaltsverzeichnis 1. Sinn und Zweck Einsatzmöglichkeiten Alternativen Vorzüge des FOG Servers Einsatzszenario Voraussetzungen Netzwerk Installation Serverbetriebssystem Installation des FOG Servers Netzwerkeinrichtung Installation von FOG Nutzung Registrierung von PCs Problembehebung beim PXE-Boot Erzeugen von Images Windows Windows Vorbereiten des Masterimages Erstellen eines Images Einspielen eines Images auf einem Computer Einspielen eines Images auf mehreren Computern Vorüberlegungen und Voraussetzungen Einstellungen auf dem FOG Server Starten des Multicast Prozesses Sonstige nützliche Funktionen Aufnahme in ein Active Directory Sinn und Zweck Erforderliche Einstellungen Voraussetzungen Verteilung von Snapins Sinn und Zweck Vorbereitungen am Server Erstellung eines Snapins... 24

3 4.2.4 Verteilen von Snapins Bereitstellung von Druckern Vorüberlegungen Installation lokaler Drucker (derzeit nur Win XP) Installation bekannter Drucker Installation von Druckern, welche eigene Treiber erfordern Zuordnen von Druckern Abschluss der Druckerinstallation Druckerinstallation unter Windows FOG FOG Setup Anlegen eines neuen Windows 8 Images Anlegen neuer Computer... 33

4 1. Sinn und Zweck 1.1 Einsatzmöglichkeiten Systembetreuer von Schulnetzwerken sehen sich oft mit der Aufgabe konfrontiert, Rechner gemäß dem schulischen Anforderungsprofil einzurichten bzw. die ursprüngliche Konfiguration wiederherzustellen. Dies ist in der Regel kein Problem, solange es sich dabei um einen einzelnen Computer handelt, kann jedoch mit steigender Rechnerzahl zu einer sehr zeitaufwendigen Aufgabe werden. So ist es in der Regel aus Zeitgründen nicht möglich, jeden Rechner manuell zu installieren. Hierzu gibt es Image-Programme, deren Aufgabe es ist, ein Abbild eines Computers zu erstellen, welches in sehr kurzer Zeit auf anderen Computern wiederhergestellt werden kann. 1.2 Alternativen Der FOG (Free Open Ghost) Server ist nicht das einzige frei verfügbare Image-Programm. So bieten beispielsweise die Programme CloneZilla und Image X ebenfalls die Funktionalität an, Abbilder von Rechnern zu erstellen, welche auf anderen Rechnern wiederhergestellt werden können. Hierbei wird jeweils ein Datenträger erstellt, von welchem der Zielrechner gestartet werden kann. Anschließend wird das eigentliche Clone-Programm geladen, welches das Image von einem lokal angeschlossenen oder aber einem Netzlaufwerk auf die lokale Festplatte einspielt. Anschließend kann der Rechner neu gestartet werden und hat exakt die Konfiguration des Musterrechners, auf welchem das Image erstellt wurde. 1.3 Vorzüge des FOG Servers Anders als bei den unter 1.2 vorgestellten Lösungen ist es beim FOG Server nicht mehr erforderlich, jeden Rechner manuell von einem Bootmedium aus zu starten. Vielmehr können die Zielrechner über das Netzwerk (sofern die Zielrechner WOL-fähig sind) automatisch aufgeweckt werden. Wenn die Bootsequenz der Rechner so eingestellt ist, dass zunächst von der Netzwerkkarte aus gebootet wird, wird beim Systemstart überprüft, ob ein Clone Auftrag vorliegt. Ist das der Fall, wird dieser vollautomatisch abgearbeitet. Andernfalls startet das lokal installierte System. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass eine beliebige Anzahl an Rechnern von einer zentralen Stelle aus mit wenigen Mausklicks geclont werden kann und eine Turnschuh-freie Administration ermöglicht wird. Dies kann auch zeitgesteuert erfolgen. So ist es möglich, einen Computerraum beispielsweise vollautomatisch am Ende einer Schulwoche noch zu clonen. Zusätzlich ermöglicht der FOG Server einige weitere Dienste wie beispielsweise die automatische Installation von Druckern, das Nachverteilen von Software und die vollautomatische Aufnahme in eine bestehende Domänenstruktur, welche im weiteren Verlauf dieses Skriptes noch im Einzelnen besprochen werden sollen. 1

5 1.4 Einsatzszenario Die Akademie Dillingen stellt im Skript Windows-Systemsicherung mit WinPE und ImageX (http://alp.dillingen.de/schulnetz/materialien/winpe.pdf) Lösungen vor, wie Windows 7 mittels USB Stick geclont werden kann. Dieses Verfahren ist für eine überschaubare Anzahl an Rechnern, welche gelegentlich geclont werden, vorzuziehen, da die Installation und Konfiguration des FOG-Servers relativ zeitintensiv sind und sich für wenige Rechner, welche selten geclont werden, nicht rentieren. Diese Einschätzung verändert sich dann, wenn entweder die Anzahl der zu clonenden Rechner stark wächst und es daher sehr zeitintensiv wird, jeden Rechner manuell von einem entsprechenden Bootmedium zu starten, oder aber sehr häufig geclont werden soll und zusätzlich die unter 1.5 und 1.6 beschriebenen technischen Voraussetzungen erfüllt werden können. 1.5 Voraussetzungen Der FOG Server stellt keine besonderen Anforderungen an die Hardware. Jedoch erfolgt die Imageerstellung und -verteilung komplett über das Netzwerk. Entsprechend sollte dieses möglichst performant sein, da der Imageprozess sonst bei großen Images viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Demzufolge müssen im Server eine ausreichend schnelle Netzwerkkarte und eine Festplatte, welche die von der Netzwerkkarte übertragenen Daten verarbeiten kann, installiert werden. Hierbei ist zu beachten, dass der Festplattendurchsatz erheblich sinken kann, wenn mehrere verschiedene Images zeitglich verarbeitet werden müssen. Der FOG Server kann auf ein Linux Betriebssystem installiert werden. Hier werden Ubuntu und Fedora empfohlen. Jedoch sind auch Debian und CentOS möglich. 1.6 Netzwerk Um die Clientcomputer clonen zu können, muss auf diesen zunächst über das Netzwerk ein eigenes Betriebssystem gestartet werden (PXE Boot). Damit die Rechner dieses vom FOG Server abrufen können, müssen sie bereits vor dem Start eines Betriebssystems eine IP- Adresse haben. Da auf dieser Ebene noch keine festen IP Adressen eingestellt werden können, muss im Netzwerk ein DHCP Server vorhanden sein. Hierbei muss beachtet werden, dass innerhalb eines Netzwerks jeweils nur ein DHCP Server bestehen darf. Entsprechend fragt der FOG Server während des Setups ab, ob er als DHCP Server fungieren soll. 2

6 Während des Setups des FOG Servers werden einige Netzwerkeinstellungen abgefragt. Sofern der FOG Server, wie in der obigen Abbildung dargestellt, selbst als DHCP Server verwendet wird, werden die entsprechenden DHCP Optionen während des Setups automatisch gesetzt. Häufig sollen FOG Server jedoch nachträglich in Netze mit bereits bestehenden DHCP Servern integriert werden. 3

7 Hier müssen auf dem bestehenden DHCP Server zusätzliche Einstellungen getroffen werden. Sofern es sich um einen Windows Server handelt, müssen die DHCP Optionen 66 und 67 gesetzt werden. Hierbei muss als Option 66 (Hostname des Startservers) die IP Adresse des FOG Servers angegeben werden, wohingegen als Option 67 (Name der Startdatei) die Datei pxelinux.0 übergeben werden muss. Auf einem Linux Server muss als next-server die IP des FOG Servers und als filename erneut pxelinux.0 übergeben werden. Hierbei ist zu beachten, dass der filename in der Konfigurationsdatei in Anführungszeichen stehen muss. Da es in der Regel keinen Sinn macht einen FOG Server zu betreiben, um wenige Rechner zu clonen, wird dieser meist so eingesetzt, dass viele Rechner mit dem identischen Image versehen werden sollen. Dies würde zu erheblicher Netzwerklast und einer starken Belastung der Serverplatten führen, wenn das Image für jeden Rechner einzeln verschickt werden müsste. 4

8 Um dieses Problem zu umgehen, kann der FOG Server ein Image per Multicast gleichzeitig an viele Computer verschicken. Dies führt dazu, dass das Image nur einmal von den Serverplatten gelesen und nur einmal über die Netzwerkkarte des Servers übertragen werden muss. Hierbei verhalten sich die Switche verschiedener Hersteller jedoch unterschiedlich. So haben die zur Erstellung dieses Skripts verwendeten HP Procurve Switche beispielsweise in den Werkseinstellungen keinen Multicastverkehr zugelassen. Um dies zu ermöglichen, musste in der Konfiguration des Switches zunächst das Internet Group Management Protocol (IGMP) aktiviert werden. Sofern sich der FOG Server in einem anderen Subnetz befindet als die Clients, muss der verwendete Router die Multicast-Pakete richtig weiterleiten. Dies ist nicht bei allen Geräten möglich. Wenn eine Firewall zwischen den Netzen eingerichtet ist, müssen einige Ports freigegeben werden (TCP: 20-22, 80, 111, 443, 2049, sowie UDP: 69, 111, ). Da Schulen ihre Netzwerke in der Regel in mehrere Teilnetze aufteilen, welche durch bestimmte Zugriffsregeln voneinander getrennt sind, kann es erforderlich werden, Rechner zu clonen, welche sich nicht im gleichen Netzwerk befinden, wie der FOG Server. Um dies zu ermöglichen ist ein Router erforderlich. Hierbei gestaltet es sich jedoch schwierig mehrere Rechner innerhalb eines Netzes, in welchem kein FOG Server steht, gleichzeitig mittels Multicast zu versorgen. Eine kostenfreie Alternative zu den teuren Routern und Switchen, welche das Routen des Multicastverkehrs ermöglichen, bietet das kostenlose PFSense. 5

9 2. Installation 2.1 Serverbetriebssystem Um einen möglichst ressourcenschonenden und performanten Betrieb zu gewährleisten, wurde bei der Erstellung dieses Skritps ein Ubuntu Server Betriebssystem in Version LTS verwendet. Während der Installation sollte die geführte Partitionierung der vollständigen Festplatte gewählt werden. Bei manueller Partitionierung sollte die /-Partition möglichst groß gewählt werden, da FOG die Images in /images ablegt. Zur Vereinfachung der weiteren Installation empfiehlt es sich, während der Linuxinstallation den SSH Serverdienst mit zu installieren. 6

10 2.2 Installation des FOG Servers Netzwerkeinrichtung Vor der Installation des FOG Servers sollte im zugrundeliegenden Betriebssystem eine statische IP-Adresse vergeben werden. Unter Ubuntu muss hierzu die Datei /etc/network/interfaces konfiguriert werden. Hierbei müssen die folgenden Eintragungen konfiguriert werden: Wert: address netmask gateway dns-nameservers Bedeutung: Statische IP Adresse des Servers Subnetzmaske des Servers IP Adresse des Gateways IP Adresse des DNS Servers Eine Änderung der IP Adresse ist nach der Installation des FOG Servers mit großem Aufwand verbunden, weshalb hier eine IP Adresse verwendet werden sollte, welche dauerhaft die Adresse des Servers bleiben kann. Nach Abschluss der IP Konfiguration muss die Netzwerkschnittstelle des Servers neu gestartet werden, um die gewählten Einstellungen zu übernehmen Installation von FOG Vorbereitung Das FOG Paket ist auf der Webseite des FOG Projekts (www.fogproject.org) als tar.gz Datei erhältlich. Diese kann wahlweise mittels wget direkt vom Ubuntu-Server aus heruntergeladen oder aber nach dem Download von einem Windows PC aus auf diesen übertragen werden. Anschließend muss die Datei auf dem Server entpackt werden, wobei ein neuer Ordner namens fog_versionsnummer entsteht Durchführung der Installation Nachdem das Archiv erfolgreich entpackt wurde, findet sich im neu entstandenen Ordner ein Unterordner bin, in welchem die Datei installfog.sh liegt. Um dem Installationsskript die erforderlichen Rechte zu geben, muss diese mit Superuser Rechten ausgeführt werden. Anschließend erfragt das Skript noch folgende Einstellungen ab: 7

11 Frage: Bedeutung: Empfohlene Antwort: What type of installation would you like to do? Der FOG Server kann entweder als alleinstehende Anwendung (normale Installation) oder als Storage Node zur Erweiterung eines bestehenden FOG Servers installiert werden. N (normale Installation). What is the IP Address to be used by this FOG Server? Would you like to setup a router address for the DHCP Server? Would you like to setup a DNS address for the DHCP Server and client Boot Image? Would you like to change the default network interface from eth0? Would you like to use the FOG Server for DHCP Service? This version of FOG has internationalization support, would you like to install the additional language packs? Festlegung der IP Adresse des FOG Servers. Der FOG Server kann als DHCP Server fungieren. Falls dieser DHCP Server die DHCP Clients automatisch mit einem Gateway konfigurieren soll, muss dieses hier eingegeben werden. Sofern der DNS Eintrag der DHCP Clients automatisch vom DHCP Server konfiguriert werden soll, muss hier angegeben werden, welche IP Adresse der DHCP Server den Clients zuteilen soll. Der FOG Server lauscht auf einer Netzwerkkarte des Linuxservers. Da diese jedoch mehrere Netzwerkkarten haben können, muss hier angegeben werden, auf welcher Netzwerkkarte der FOG Server lauschen soll. Der FOG Server kann als DHCP Server fungieren. Sofern es innerhalb des Netzwerks bereits einen bestehenden DHCP Server gibt, darf dies jedoch nicht eingeschaltet werden. Stattdessen müssen im externen DHCP Server die DHCP Optionen 66 (next server) und 67 (bootfile-name) konfiguriert werden. Die FOG Oberfläche liegt in verschiedenen Sprachen vor, hier kann entschieden werden, ob diese installiert werden sollen. Hier muss die IP Adresse angegeben werden, welche dem Linuxserver als statische IP zugewiesen wurde. IP Adresse des lokalen Gateways. IP Adresse des DNS Servers, welcher für das lokale Netzwerk zuständig ist. Name der Netzwerkkarte, auf welcher der FOG Server lauschen soll. Ja, sofern es im Netzwerk noch keinen DHCP Server gibt, andernfalls nein. Da es noch keine deutsche Version der Oberfläche gibt, kann hier mit nein geantwortet werden. 8

12 Nachdem das Installationsskript alle erforderlichen Informationen abgefragt hat, fasst es diese nochmals zusammen und erfragt, ob die Installation gestartet werden soll. Die anschließend ablaufende Setup-Routine wird von der Aufforderung, ein MySQL Passwort festzulegen unterbrochen. Dies kann theoretisch leer bleiben, sollte jedoch aus Sicherheitsgründen gesetzt werden Anpassungen Nach Abschluss der Installation sind noch folgende Veränderungen in Konfigurationsdateien erforderlich (die Zeilenangaben können je nach Version der jeweiligen Pakete variieren): Datei: Eintragung: Bedeutung: /var/www/fog/commons/config.php Zeile 53: MYSQL PASS- WORD Hier muss das MySQL Password, welches während der FOG Installation gewählt wurde, in die leeren Hochkommata einge- /opt/fog/service/etc/config.php Zeile 7: UDPSENDER MAXWAIT setzt werden. Hier kann in Sekunden angegeben werden, nach welcher Zeit der FOG Server einen Multicast an mehrere Rechner automatisch startet, auch falls sich nicht alle Rechner bereits gemeldet haben. Erfolgt 9

13 /opt/fog/service/etc/config.php Zeile 12: MYSOL PASS- WORD /etc/php5/apache2/php.ini Zeile 458: memory_limit /etc/php5/apache2/php.ini Zeile 728: post_max_size /etc/php5/apache2/php.ini Zeile 879: upload_max_ filesize hier keine Eintragung, startet der Multicast erst, wenn alle Rechner der Zielgruppe bereit sind. Hier muss das MySQL Password, welches während der FOG Installation gewählt wurde, in die leeren Hochkommata eingesetzt werden. Hier kann die maximale Paketgröße von Snapins angegeben werden, welche mit dem FOG Server verteilt werden können. Die derzeitige Höchstgrenze beträgt 1900 MB. Hier kann die maximale Paketgröße von Snapins angegeben werden, welche mit dem FOG Server verteilt werden können. Die derzeitige Höchstgrenze beträgt 1900 MB. Hier kann die maximale Paketgröße von Snapins angegeben werden, welche mit dem FOG Server verteilt werden können. Die derzeitige Höchstgrenze beträgt 1900 MB. Nach der Anpassung der Konfigurationsdateien muss der Apache Webserver neu gestartet werden, um die Konfigurationsveränderungen zu übernehmen. 10

14 3. Nutzung 3.1 Registrierung von PCs Sobald alle Nacharbeiten beendet worden sind, kann der FOG Server über den Webbrowser über die Adresse angesprochen werden. Beim ersten Aufruf muss die Datenbank noch fertig geschrieben werden, was der Benutzer durch einen Klick auf Install / Upgrade bestätigen muss. Anschließend erscheint eine Anmeldemaske, auf welcher man sich mit dem Benutzernamen fog und dem Passwort password anmelden kann. Um Rechner mit FOG clonen zu können, müssen diese am Server angemeldet sein. Die einfachste Möglichkeit das zu erledigen ist es, die Rechner auf PXE Boot einzustellen und anschließend zu starten. Während des Startvorgangs erscheint dann ein Startmenü, in welchem man den Eintrag Perform Full Host Registration and Inventory auswählen kann. Anschließend wird ein kleines Betriebssystem über das Netzwerk gestartet, welches einige Informationen über den zu registrierenden Computer erfragt. Hierbei ist es ausreichend, einen Computernamen anzugeben. Alle anderen Fragen können durch Drücken der Eingabetaste unbeantwortet bleiben. Nach der erfolgreichen Registrierung des Rechners erscheint dieser in der Oberfläche des FOG Servers unter dem Menüpunkt Host Management. Bevor ein Computer über den FOG Server geclont werden kann, muss ihm zunächst ein Image zugewiesen werden. 11

15 3.2 Problembehebung beim PXE-Boot Falls auf dem Client kein Text zu sehen ist, ist ein neuerer Kernel für den Netzwerkstart erforderlich. Dieser kann im Web- Interface unter FOG Configuration (ein Fragezeichen-Symbol) per Mausklick heruntergeladen und installiert werden. Auf einigen PCs ist außerdem noch ein Kernel-Parameter für die korrekte Grafikdarstellung erforderlich. Dieser Parameter wird ebenfalls im Bereich FOG Configuration, Untermenü FOG Settings, Variable FOG_KERNEL_ARGS eingestellt. Bewährt hat sich vga=788 nomodeset : 12

16 3.3 Erzeugen von Images Windows 7 Beim Anlegen des Images ist es wichtig zu wissen, wie Windows 7 installiert wurde. Die Standardinstallation legt während der Installation eine 100 MB große Bootpartition und eine Datenpartition an, welche den Rest der Festplatte belegt. Entsprechend kann am FOG Server folgender Image Type vorgegeben werden: Image Type: Single Partition (NTFS Only, Resizable) Diese Einstellung bringt den Vorteil mit sich, dass die Größe der Datenpartition während des Clonens verändert werden kann. Entsprechend ist es möglich, ein Image auf ein Zielsystem aufzuspielen, welches eine kleinere Festplatte als das Quellsystem hat, auf welchem das Image erstellt wurde. Damit der FOG Server trotz der Auswahl von Single Partition sowohl Bootpartition als auch Datenpartition clont, muss ihm beim Zuteilen des Images zu einem Computer mitgegeben werden, dass es sich um einen Windows 7 Computer handelt. 13

17 3.3.2 Windows 8 Da der Aufbau der Bootpartition von Windows 8 geändert wurde, muss hier unter FOG 0.32 noch Multiple Partition Image - Single Disk (not resizeable) gewählt werden, da die geclonten Computer sonst nicht starten. Dies bedeutet jedoch, dass die Zielfestplatten mindestens die Größe der Quellfestplatte haben müssen. Dieses Problem wurde in FOG 0.33 behoben. Hier kann als Operating System Windows 8 gewählt werden. Da es sich bei Version 0.33 derzeit (Stand März 2013) jedoch noch um eine unfertige Betaversion handelt, ist eine entsprechende Installationsanleitung in Kapitel 6 dieses Skripts zu finden. Zum Clonen von Windows 8 muss unter FOG 0.32 im Hostmanagement noch der OS Type Windows 7 gewählt werden. Wie im Anhang ersichtlich wird, ist ab Version 0.33 hier Windows 8 verfügbar, was dazu führt, dass wieder Images mit der Einstellung Single Partition (NTFS Only, Resizable) verwendet werden können. 3.4 Vorbereiten des Masterimages Um den Cloning-Vorgang möglichst schnell durchführen zu können, sollte das Image möglichst klein sein. Entsprechend empfiehlt es sich, einen frisch installierten Computer zu nutzen, auf welchem lediglich die benötigten Programme installiert sind. Bei der Erstellung des Images müssen folgende Details beachtet werden: 14

18 1. Um nachträgliche Änderungen (z.b. Namensänderungen bzw. Aufnahme in ein Active Directory) an den geclonten Rechnern automatisch vornehmen zu können, müssen diese mit dem FOG Server kommunizieren können. Hierzu muss das FOG Tool installiert sein. Dieses lässt sich von herunterladen. Während der Installation muss ausgewählt werden, welche Services genutzt werden sollen und auf welcher IP-Adresse der FOG Server erreicht werden kann. 2. Sofern die Hardware der Zielrechner nicht exakt mit der Hardware des Quellrechners übereinstimmt, muss Windows 7 nach dem Clonen ein Mini-Setup ausführen. Hierzu muss Windows vor dem Clonen in den Auditmodus gebracht werden, wie im Skript beschrieben ist. Da Windows 7 jedoch nicht beliebig oft in den Auditmodus versetzt werden kann, empfiehlt es sich, den Quellrechner auf einer virtuellen Maschine zu installieren und diese mit Bordmitteln vor der ersten Versiegelung zu sichern. In der aktuellen Version unterstützt FOG jedoch weder die VMWare - noch die Virtual PC -Festplattencontroller, weshalb sich die Virtual Box als Plattform am besten eignet. 3.5 Erstellen eines Images Um den Upload eines Images auf den Server zu starten, muss dieser im Taskmanagement ausgewählt und anschließend auf Upload gedrückt werden. 15

19 Anschließend erfragt der Server noch, ob der Auftrag einmalig sofort, einmalig zu einer bestimmten Uhrzeit oder in festen Intervallen durchgeführt werden soll. Hierbei kann angegeben werden, dass der Rechner nach Abarbeitung des Auftrags automatisch heruntergefahren wird. Sofern der jeweilige Rechner W(ake)O(n)L(an) fähig ist, wird dieser nach dem Absenden des Auftrags automatisch gestartet. Hierbei wird ein kleines Betriebssystem über das Netzwerk geladen, auf Grundlage dessen das eigentliche Cloning Programm abläuft. 3.6 Einspielen eines Images auf einem Computer Um ein Image einspielen zu können, muss der Zielrechner zunächst, wie unter 3.1 beschrieben, am Server registriert und mit einem Image assoziiert werden. Anschließend kann im Task Management der Befehl Deploy (FOG 0.33: Download ) abgesetzt werden, welcher wie auch der Upload zu einer bestimmten Uhrzeit, in regelmäßigen Intervallen oder aber sofort durchgeführt werden kann. Um keine Fehlermeldung zu erhalten, dass der Computername bereits im Netzwerk existiert, wurde in der unattend.xml ein zufälliger Computername (*) vergeben. Da es jedoch besonders innerhalb einer Domäne häufig interessant ist zu wissen, welcher Name zu welchem Rechner gehört, startet das FOG Tool den Rechner automatisch neu, sobald der Anmeldebildschirm erstmals geladen wurde. Nach dem Neustart hat der Rechner dann den 16

20 Computernamen, welcher bei der Registrierung des Clients in der FOG Datenbank angegeben wurde. 3.7 Einspielen eines Images auf mehreren Computern Vorüberlegungen und Voraussetzungen In seinen Standardeinstellungen kann der FOG Server bis zu zehn Aufträge parallel abarbeiten. Dies führt jedoch sowohl auf den Serverfestplatten als auch im Netzwerk zu erheblich erhöhtem Datendurchsatz und somit zu einer langsameren Übertragung des Images. Da die Computer innerhalb eines Computerraumes jedoch in der Regel mit identischer Software bestückt sein sollen, kann man ein Image mittels Multicast an mehrere Rechner gleichzeitig übertragen. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass das Image nur einmal von der Serverplatte gelesen und auch nur einmal von der Netzwerkkarte des Servers verschickt werden muss. Um einen Multicast durchführen zu können, muss dieser von den verwendeten Netzwerkkomponenten unterstützt werden. Je nach verbauter Hardware kann es dabei erforderlich werden, die Konfiguration einiger Netzwerkkomponenten etwas zu überarbeiten. So musste beispielsweise bei den zur Erstellung dieses Skripts verwendeten HP Procurve Switches zunächst das Internet Group Management Protocol aktiviert werden Einstellungen auf dem FOG Server Um mehrere Computer gleichzeitig mit einem Image versorgen zu können, müssen diese auf dem FOG Server zu einer Gruppe zusammengefasst werden. 17

21 Dies lässt sich im FOG Server erledigen, indem man die gewünschten Rechner im Host Management auswählt und im Feld Create new group einen entsprechenden Gruppennamen vergibt. Anschließend können für diese Rechner über das Group Management gemeinsame Einstellungen, wie beispielsweise die Zuordnung von Images, das Hinzufügen von Druckern, die Aufnahme in ein Active Directory oder das Verteilen von Software Snapins, getroffen werden Starten des Multicast Prozesses Sobald alle erforderlichen Einstellungen für die Gruppe über das Group Management getroffen wurden, kann das Image über das Task Management verteilt werden. Hierzu muss auf den Button List All Groups geklickt werden. Anschließend bietet der Server die Optionen Deploy und Multicast an. Der Button Deploy löst dabei aus, dass das Image an alle Mitglieder der Gruppe als Singlecast verteilt wird. Sofern die Gruppe aus mehr als zehn Mitgliedern besteht, werden die ersten zehn Mitglieder sofort versorgt, während weitere Mitglieder auf freie Slots warten und starten, sobald ein Slot frei geworden ist. Der Multicast Button hingegen führt dazu, dass alle Mitglieder der Gruppe parallel mit dem Image versorgt werden. Hierbei passt sich die Geschwindigkeit automatisch an das langsamste Gruppenmitglied an. 18

22 Versuche haben gezeigt, dass selbst baugleiche Rechner, welche mittels Wake on Lan zeitgleich gestartet wurden, unterschiedlich schnell booten. Dies kompensiert der FOG Server, indem er mit der Imageverteilung wartet, bis sich alle Mitglieder der Gruppe bereit melden. Da es jedoch aus verschiedensten Gründen vorkommen kann, dass ein Rechner nicht startet (Kabel von Schülern gezogen, ), sollte in der Datei /opt/fog/service/etc/config.php die Variable UDPSENDER_MAXWAIT gesetzt sein, welche in Sekunden angibt, nach welcher Wartezeit der Imageprozess für alle bereiten Rechner unabhängig davon startet, ob sich alle Gruppenmitglieder bereit gemeldet haben. 19

23 4. Sonstige nützliche Funktionen 4.1 Aufnahme in ein Active Directory Sinn und Zweck In der Regel wird ein Schulnetzwerk von vielen verschiedenen Benutzern verwendet. Dabei kommt es häufig vor, dass die verschiedenen Benutzer verschiedene Sicherheitsberechtigungen haben. So müssen beispielsweise Schulleiter auf Verwaltungsdaten zugreifen, welche normale Lehrer aus Datenschutzgründen nicht zu Gesicht bekommen dürfen. An Schulen, an welchen jeder Lehrer eine persönliche adresse hat, wäre es wünschenswert, beim Öffnen des clients die eigenen s und Termine sehen zu können. Da schulische Computer häufig von verschiedenen Kollegen genutzt werden und ein Kollege keinen fest zugeteilten Computer hat, kann es wünschenswert sein, dass getroffene Einstellungen automatisch übernommen werden und man beispielsweise unabhängig davon, an welchem Computer man sich anmeldet, immer denselben Desktop vorfindet. Eine Möglichkeit, um diese Anforderungen umzusetzen, stellt eine Domäne mit eigenem Domaincontroller, wie beispielsweise einem Windows 2008 Server, dar. Damit sich die Benutzer eines Computers an einer Domäne anmelden können, muss dieser zunächst als Maschine am Domaincontroller angemeldet werden. Da hierbei rechnerspezifische Daten abgelegt werden, kann man nicht einfach den Masterrechner an der Domäne anmelden und diesen anschließend clonen. 20

24 Sofern viele Rechner gleichzeitig geclont werden, kann es jedoch sehr zeitaufwendig werden, diese nach dem Clone Prozess einzeln von Hand an der Domäne anzumelden. Um das zu vermeiden, kann dies automatisch vom FOG Server erledigt werden Erforderliche Einstellungen Damit die automatische Domänenaufnahme verfügbar ist, muss das FOG Tool (siehe Kapitel 3.2) vor der Erstellung des Images auf dem Masterrechner, welcher während des Clonens kein Mitglied der Domäne sein darf, installiert werden. Um dem FOG Server mitzuteilen, dass ein Computer an der Domäne angemeldet werden soll, muss man den entsprechenden Rechner im Host Management aussuchen und dann auf den Button Active Directory klicken. Für eine erfolgreiche Domänenaufnahme müssen dabei folgende Einstellungen getroffen werden: Einstellung: Domain name: Domain username: Domain Password: Wert: Vollständiger Name der Domain inkl. Endung. Domainname ohne Endung und Benutzername eines zur Aufnahme berechtigten Benutzers. Beide Informationen werden durch Backslash getrennt ohne Leerzeichen angegeben. Verschlüsseltes Passwort des zur Aufnahme verwendeten Benutzeraccounts. 21

25 Da die FOG Oberfläche gegebenenfalls auch von Nutzern bedient werden soll, welche innerhalb der Domäne keine administrativen Rechte haben, muss das Passwort verschlüsselt angegeben werden, um es vor allzu neugierigen Usern zu schützen. Diese Verschlüsselung lässt sich mit dem mitgelieferten FOGCrypt Tool bewältigen. Dieses lässt sich im entpackten FOG Verzeichnis unter dem Unterordner /fog_0.32/fog Service/src/FOGCrypt/FOGCrypt/bin/Debug finden. Zur Erstellung des verschlüsselten Passworts muss der komplette Inhalt dieses Ordners in einen lokalen Ordner kopiert werden. Dies lässt sich am einfachsten mittels eines SSH Clients bewältigen. Anschließend wird das verschlüsselte Passwort auf einem Windows Computer in der Eingabeaufforderung erstellt, indem man in das Verzeichnis wechselt, in welchem die FOGCrypt.exe abgelegt wurde und anschließend den Befehl Fogcrypt.exe Administratorpasswort > Ausgabedatei.txt eingibt. Das verschlüsselte Passwort findet sich dann in einer neu entstandenen Textdatei, aus welcher es herauskopiert werden kann. 22

26 Nachdem diese Einstellungen auf dem Server fertiggestellt wurden, wird das Betriebssystem unmittelbar nach dem nächsten Start in die Domäne aufgenommen und dabei automatisch neu gestartet Voraussetzungen Der Administrator sollte sich frühzeitig überlegen, ob ein Rechner später Mitglied einer Domäne werden soll, da es dann wenig Sinn macht, einen lokalen Benutzer automatisch anzumelden. Entsprechend muss in diesem Fall die Datei unattend.xml angepasst werden, so dass keine automatische lokale Anmeldung erfolgt. Ob die Aufnahme in die Domäne erfolgreich verlaufen ist, lässt sich in der Systemsteuerung am vollständigen Computernamen erkennen. 4.2 Verteilung von Snapins Sinn und Zweck Ein häufig an Systembetreuer herangetragenes Anliegen ist es, schnell eine bestimmte Software zu installieren, welche für den Unterricht in einem bestimmten Fach benötigt wird. Eine Möglichkeit, diesem Wunsch nachzukommen, besteht darin, die Software auf dem Masterrechner zu installieren, das Image neu auf den Server hochzuladen und anschließend wieder an die Clients zu verteilen. Dies macht jedoch nur dann Sinn, wenn die Software dauerhaft auf allen Computern installiert werden soll. Handelt es sich jedoch um eine Software, welche nur gelegentlich auf bestimmten Rechnergruppen benötigt wird, ist es einfacher, diese als Snapin automatisiert nachinstallieren zu lassen. 23

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