IT-Sicherheit weltweit Praxisbeispiel Single Sign-On

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1 IT-Sicherheit weltweit Praxisbeispiel Single Sign-On Sebastian Glandien - Hamburg

2 2 Gründe für Single Sign-On

3 Gründe für Single Sign-On Ausgangslage Der Zugriff auf Applikationen bei Hapag-Lloyd ist durch Passworte geschützt Die User-Verwaltung und -Berechtigung wird zentral vom IT Access and Security Management verwaltet, alle Anträge werden in einer Datenbank gesammelt Die Passworte selbst werden von verschiedenen Systemen verwaltet: Microsoft Active Directory im Windows-Umfeld Host-LDAP / RACF für die selbstentwickelten Kernapplikationen Applikations-spezifisch, wie z.b. für SAP Abhängig von diesen Systemen haben Passworte unterschiedliche Bildungsregeln Komplexität Gültigkeitsdauer Historie Konsequenzen: Passworte werden aufgeschrieben Passworte werden angeglichen Im Monat gibt es durchschnittlich ca. 500 passwortbezogene Service-Requests beim IT Service Desk Ein Single Sign-On (SSO) soll diese Probleme entschärfen 3

4 Gründe für Single Sign-On Was ist Single Sign-On? Single Sign-on [ ] bedeutet, dass ein Benutzer nach einer einmaligen Authentifizierung an einem Arbeitsplatz auf alle Rechner und Dienste [ ] zugreifen kann, ohne sich jedes Mal neu anmelden zu müssen. Quelle: Wikipedia (www.wikipedia.org) Nach einer einmaligen Authentifizierung können Programme ohne weitere Anmeldungen verwendet werden, der Single Sign-On Mechanismus übernimmt die Authentifizierung des Anwenders Passworte werden im Hintergrund verwaltet Der Anwender muss nur noch ein Passwort für die Anmeldung am PC kennen 4

5 Gründe für Single Sign-On Erwarteter Nutzen Kostenreduzierung durch geringere Anzahl passwortbezogener Service-Requests: Reduzierung der Anzahl der aktuell ca. 500 IT-Service Desk Calls pro Monat um 75% Die Wartezeit der Bearbeitungsdauer entfällt Der interne Aufwand für das regelmäßige Wechseln der Kennworte entfällt Reduzierung Akt. Anzahl Dauer Einsparung IT-Service Desk Calls pro Monat 75% 500 Calls Calls Wartezeit pro Call 75% 500 Stk. 20 Min. 125 Std. Entfall Zeit für Passwort-Wechsel 75% 5500 Anwender 5 Min. 344 Std. Verbesserung der Sicherheit, da Passworte nicht mehr notiert werden Verbesserung der Sicherheit, da Passworte für unterschiedliche Systeme nicht mehr künstlich vereinheitlicht werden 5

6 Gründe für Single Sign-On Grundsätzliche Anforderungen an ein Single Sign-On bei Hapag-Lloyd Umsetzung des 80:20-Prinzips: 20% der weltweit verfügbaren Applikationen decken 80% des Arbeitsumfelds ab Non-Standard-Lösungen werden nicht von SSO berücksichtigt Nur das Windows-Passwort soll bekannt sein Revisionssichere Berechtigung für Applikationen Zentrale Datenbank für alle diesbezüglichen Transaktionen Keine User-Verwaltung über das SSO-Tool, alle Informationen werden über Stammdaten-Anlieferungen bereitgestellt Standard 80% Passworte Übertragung und Speicherung erfolgt nur verschlüsselt Anwender hinterlegen ihre Passworte selbst Non-Standard 20% Es finden keine Anpassungen an den Applikationen statt Bereitstellen eines Self-Services für Funktionen, für die heute der IT Service Desk bemüht wird Offline-Nutzung durch Firmen Notebooks muss möglich sein 6

7 7 Das Single Sign-On Projekt

8 Das Single Sign-On Projekt Entwicklung des Fachkonzepts Aufbauend auf dem PoC wurde gemeinsam mit der ism Secu-Sys AG ein Fachkonzept erarbeitet, in dem die Anforderungen von Hapag-Lloyd beschrieben sind Bereitstellen von Applikationen gegliedert nach Passwort-Gruppen Unterschiedliche Nutzungsvarianten für SSO Bereitstellung eines Web-Portals Integration in die Hapag-Lloyd Directory Infrastruktur Einführung von Zwei Faktoren Authentifizierung User Self-Services Betrieb von SSO als Managed Service 8

9 Das Single Sign-On Projekt Integration in die Hapag-Lloyd Directory Infrastruktur Vorgabe für die Einführung von SSO ist, dass keine User-Verwaltung über bi-cube erfolgt. Alle Informationen werden über Stammdaten-Anlieferungen bereitgestellt: Anwenderdaten und attribute werden aus dem Host-LDAP übernommen Hinzufügen bzw. Entfernen von Berechtigungen erfolgt per Webservice direkt aus dem zentralen Tool zur Hapag-Lloyd User-Verwaltung Die Zuordnung der User-IDs in die Hapag-Lloyd Organisationsstruktur erfolgt aus der entsprechenden Datenbank Die Zuordnung der User-IDs zu lokalen IT-Koordinatoren erfolgt anhand einer Datenbank LDAP LDAP/RACF Berechtigungen Organisation ITC AD / Windows SAP 9

10 Das Single Sign-On Projekt Integration in die Hapag-Lloyd Directory Infrastruktur Schnittstellen zu Benutzerverwaltungen: LDAP- bzw. RACF-Schnittstelle zum Ändern des Host-Passworts SAP-Konnektor zum Ändern des SAP-Passworts Direkte Integration für Passwort-Änderungen am Windows-PC Am schlug der Mechanismus zum automatischen Passwortwechsel zu und änderte in Folge einer Kette unglücklicher Umstände alle LDAP- und SAP-Kennworte Ein SSO ist ein sehr mächtiges System, entsprechend wurden Schutzmaßnahmen implementiert LDAP LDAP/RACF Berechtigungen Organisation ITC AD / Windows SAP 10

11 Das Single Sign-On Projekt Bereitstellung eines Web-Portals Ziel des SSO-Projekts ist es, so viele Anwender wie möglich zur Nutzung von Single Sign-On mit automatischem Kennwort-Wechsel zu überzeugen Bedenken bestehen seitens der User ausschließlich bezüglich des Umstands, ungeplant von einem fremden PC auf Hapag-Lloyd Webseiten zugreifen zu müssen und das Passwort nicht zu kennen Aus diesem Grund wird ein Webportal bereitgestellt: Anmeldung erfolgt mittels bekannten Windows-Kennwort Von SSO verwaltete Kennworte können geändert werden 11

12 Das Single Sign-On Projekt Einführung von Zwei-Faktoren Authentifizierung Faktoren bei der Authentifizierung: Etwas wissen: Kenntnis einer Information, zum Beispiel eines Passwortes Etwas haben: Verwendung eines Besitztums, zum Beispiel eines Tokens Etwas sein: Gegenwart des Benutzers selbst, zum Beispiel in Form biometrischer Merkmale Für den Zugriff auf bi-cube Single Sign-On soll ein Token als zweiter Faktor eingesetzt werden: Obligatorisch für die Anmeldung am Webportal Optional für die Anmeldung am PC Die Bereitstellung eines Token erfolgt per Token-Generator auf einem USB-Stick durch Versand über SMS oder via Mobile Token als Smartphone-App Wissen Biometrie Besitz 12

13 Das Single Sign-On Projekt User Self-Services Um die Anzahl passwortbezogener Service-Requests beim IT Service Desk zu reduzieren, wird ein entsprechender User Self-Service angeboten: Für den Fall, dass das aktuelle Windows-Kennwort vergessen wurde kann aus dem Windows Anmelde-Bildschirm der Self Service gestartet werden Die Authentifizierung erfolgt anhand von Sicherheitsabfragen, deren Antworten nur der Anwender kennt (forgot password auf nahezu jeder Website) Ein neues Einmalkenwort wird wahlweise per SMS, per auf ein Hapag-Lloyd Smartphone oder per an den lokalen IT-Koordinator gesendet Für die Anmeldung an Web-Portal steht ein Self-Service zum Anfordern eines Tokens (Zwei-Faktoren Authentifizierung) zur Verfügung Ein Token wird wahlweise per SMS oder per auf ein Hapag-Lloyd Smartphone gesendet Über einen Wizzard können sich Anwender eigene Applikationen für die Nutzung mit dem SSO-Client definieren: Für diese Applikationen ist der Anwender selbst verantwortlich Zusätzliche Motivation der Anwender zur Nutzung von SSO 13

14 Das Single Sign-On Projekt Betrieb von SSO als Managed Service Der Betrieb der SSO Server-Applikation wird von der ism Secu-Sys AG als managed Service durchgeführt Basis-Betrieb der Server und der Infrastruktur durch IBM Ausbildung des IT Service Desk für 1 st Level Support Integration durch ism in die Workflows und Tools für Incident/ Problem/ Change Absicherung der Betriebsleistung durch SLAs Monatliches Service Meeting 14

15 Das Single Sign-On Projekt Weltweiter Roll Out Der Hapag-Lloyd interne Roll Out des SSO-Clients erfolgte per Software-Verteilung: Weltweit 125 Lokationen Insgesamt 6900Clients Zeitraum: April und Mai 2013 Begleitende Maßnahmen: Vorgelagerter Pilottest mit Mitarbeitern der IT und aus dem weltweiten Business Integration der dezentralen IT-Koordinatoren in den Roll Out (Multiplikatoren) Bereitstellen eines elearning im Intranet zur User-Selbstregistrierung Artikel in der Mitarbeiter-Zeitschrift Veröffentlichung der gesamten Dokumentation im Intranet 15

16 16 Single Sign-On in der Praxis

17 Praktische Ergebnisse nach Single Sign-On Einführung Sicherheit Keine unsicheren Kennwörter mehr Zentrale Kontrolle der Passworte durch Single Sign-On Schnelle Nutzerdeakivierung durch Kennwortwechsel 2 Faktorauthentifizierung Kosten Verringerung der Service Desk Calls für Passwortanfragen um ca. 50% Funktionalität Schneller Anwendungszugriff Einfache Kennwortverwaltung Webbasierter User Self-Service für alle Kennwortverwaltungsfunktionen (Reset, Change und Unlock) 17

18 Rollout eines Single Sign-On Single Sign-On erfordert ein individuelles Changemanagement Hürden des Rollouts: Max Mustermann denkt: Mein Passwort gehört mir! Falsche Vorstellungen zum Thema Single Sign-On SSO synchronisiert keine Kennwörter Weltweit differenzierte Akzeptanz und Nutzung der vollständige Funktionsumfang von SSO ist sehr umfangreich Wie rolle ich Single Sign-On aus?: Individuelle Dokumentation (Handbuch, Nutzen, Use-Cases beschreiben) für alle (Service Desk, Nutzer und ITCs) Step-by-Step: Use-Case für Use-Case Lokation für Lokation Service für Service Konzentration auf den Standardnutzer (80/20 Regel) Single Sign-On sollte verpflichtend sein 18

19 19 Ausblick

20 Zentrales Passwortmanagement mit Single Sign-On Vergabe der Kennwörter ausschließlich über Single Sign-On bzw. User Self-Service Anlage neuer Nutzer durch IAM Kennwortwechsel und -zurücksetzen für alle IT-Systeme Hapag-Lloyd Kennwortrichtlinien werden somit restriktiv durchgesetzt einheitlich kontrolliert und können flexibel angepasst werden (zentrale Konfiguration + dezentrale Verteilung) 20

21 Sicherer Anwendungszugriff Verwendung der bi-cube 2-Faktorauthentifizierung zum sicheren Zugriff auf Hapag-Lloyd 2-Faktorauthentifizierung mittels Token: per Token-Generator auf einem USB-Stick durch Versand über SMS oder via Mobile Token als Smartphone-App Integration in das bi-cube Web Portal inkl. webbasiertem Single Sign-On 21

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