Bernd Weirauch

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1 Mail-Adresse Empfänger/in Adresse Empfänger/in An alle Schulleiterinnen und Schulleiter der Hauptschulen, Grund- und Hauptschulen, Realschulen, Realschulen plus, Grund- und Realschulen plus, Integrierten Gesamtschulen, Integrierten Gesamtschulen und Realschulen plus und Gymnasien in Rheinland-Pfalz Mittlere Bleiche Mainz Telefon Telefax Mein Aktenzeichen 941 B /33 Bitte immer angeben! Ihr Schreiben vom Ansprechpartner/-in / Bernd Weirauch Telefon / Fax Umsetzung der Übergreifenden Schulordnung Sehr geehrte Damen und Herren, nach dem Inkrafttreten der neuen Übergreifenden Schulordnung am und nach der Veröffentlichung des Kompendiums Realschule plus am (vgl. Homepage der Realschule plus: realschuleplus.rlp.de) sind auf Schulleitungsdienstbesprechungen, aber auch in direkten Anfragen an das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur von Ihnen noch offene Fragen angesprochen worden. Die nachfolgenden Hinweise sollen diese Fragen bei der Anwendung und Umsetzung der neuen Übergreifenden Schulordnung auch in solchen Fällen, die im Kompendium Realschule plus nicht aufgegriffen sind, klären. Die einzelnen Hinweise betreffen die Schularten der Sekundarstufe I in unterschiedlichem Maße; ich empfehle die Hinweise deshalb Ihrer sorgfältigen Lektüre und bitte Sie, die für Ihre Schulart geltenden Hinweise in Ihren Kollegien bekannt zu geben. Die Gymnasien sind lediglich von den Hinweisen unter Nr. IV betroffen. Die neue, für die Realschulen plus, Integrierten Gesamtschulen und Gymnasien geltende Übergreifende Schulordnung wird in den Hinweisen mit ÜSchO n. F. abgekürzt, die alte Übergreifende Schulordnung, die für die Hauptschulen und Realschulen gilt, mit ÜSchO a. F..

2 I. Versetzungsbestimmungen für Hauptschulen und Realschulen 1. Ausgleichsrelevanz des Fachs Naturwissenschaften Gem. 65 Abs. 3 Satz 3 i. V. m. 20 Abs. 3 ÜSchO n. F. kann am Ende der Klassenstufe 6 der Realschulen plus die Note der Fächer Deutsch und Mathematik auch mit der Note im Fach Naturwissenschaften ausgeglichen werden. Diese Regelung gilt, obwohl in der Übergangsregelung des 109 ÜSchO n. F. ein entsprechender Hinweis fehlt, auch für die Klassenstufen 6 der noch bestehenden Hauptschulen und Realschulen. 2. Versetzungsregelung für die Hauptschulen Die Versetzungsbedingungen für die abschlussbezogenen Klassen im Bildungsgang zur Erlangung der Berufsreife an Realschulen plus ( 65 Abs. 3 ÜSchO n. F.) weichen geringfügig von den Versetzungsbedingungen für die Hauptschulen gem. 60 ÜSchO a. F. ab. Um die Schülerinnen und Schüler der noch bestehenden Hauptschulen nicht gegenüber den Schülerinnen und Schülern der Realschulen plus in diesem Bildungsgang zu benachteiligen, gilt für die Versetzungsentscheidung an den noch bestehenden Hauptschulen nicht 60 ÜSchO a. F., sondern 65 Abs. 3 und 5 ÜSchO n. F. Die sehr weit gefasste generelle Übergangsregelung des 109 ÜSchO n. F. enthält zwar hier keinen konkreten Hinweis, ist aber nach Sinn und Zweck der Regelung so auszulegen, dass die Schülerinnen und Schüler der bestehenden Hauptschulen und Realschulen nicht gegenüber den Schülerinnen und Schülern der Realschulen plus benachteiligt werden sollen. II. Regelungen für als abschlussbezogene Klassen einer Realschule plus oder einer organisatorisch verbundenen Integrierten Gesamtschule und Realschule plus auslaufende Klassen vormaliger Haupt- und Realschulen sowie für die Klassen vormaliger Regionaler Schulen und Dualer Oberschulen 1. Fächerkanon der Klassenstufen 6 10 Abweichend von der Anlage zu 64 Abs. 2 ÜSchO n. F. gilt für die als abschlussbezogene Klassen im Bildungsgang zur Erlangung der Berufsreife an 2

3 einer Realschule plus auslaufenden Klassen vormaliger Hauptschulen der Fächerkanon der bisherigen Hauptschule, für als abschlussbezogene Klassen im Bildungsgang zur Erlangung des qualifizierten Sekundarabschlusses I an Realschulen plus auslaufende Klassen vormaliger Realschulen der Fächerkanon der bisherigen Realschule und für die Klassen vormaliger Regionaler Schulen und Dualer Oberschulen deren Fächerkanon (vgl. Anlage zu 59 Abs. 2 Satz 3 ÜSchO a. F. und Anlage zu 2 Abs. 1 RGSVO). Dies betrifft insbesondere den Wahlpflichtbereich, soweit nicht bereits von der Regelung, die neue Wahlpflichtfachstruktur im Vorgriff zu übernehmen, Gebrauch gemacht wurde. 2. Klassenstufe 6 Im Errichtungsjahr einer Realschule plus sind die Klassenstufen 6 vormaliger Haupt- und Realschulen, die in diese Realschulen plus überführt wurden, abschlussbezogene Klassen im jeweiligen Bildungsgang. Deshalb sind an diesen Schulen im Errichtungsjahr und in dieser Klassenstufe nicht die Regelungen für die Orientierungsstufe, sondern die Umstufungs- und Versetzungsregelungen der ÜSchO n. F. für abschlussbezogene Klassen anzuwenden. Da die Schülerinnen und Schüler bereits eingestuft, sind findet am Ende der Klassenstufe 6 keine (Erst-) Einstufung, sondern ggf. eine Umstufung gem. 25 Abs. 3 und 4 ÜSchO n.f. statt. Ist eine Umstufung innerhalb einer Realschule plus nicht möglich, weil diese Realschule plus eigenständig aus einer vormaligen Hauptschule oder Realschule entstanden ist und deshalb in den auslaufenden Klassen nur aus einem Bildungsgang besteht, soll im Interesse der Schülerinnen und Schüler wie folgt verfahren werden: Ist eine Umstufung in eine abschlussbezogene Klasse der oberen Leistungsebene angezeigt, sollte mit den Schülerinnen und Schülern und deren Eltern ein Wechsel auf eine andere Schule, die diese Leistungsebene anbietet, besprochen werden. Liegen die Voraussetzungen für eine Umstufung in eine abschlussbezogene Klasse der unteren Leistungsebene vor ( 25 Abs. 4 ÜSchO n. F.), sollen die Schülerinnen und Schüler diese Klassenstufe wiederholen. Ein Wechsel auf eine andere Schule, die die untere Leistungsebene anbietet, ist nur 3

4 in Absprache mit den Schülerinnen und Schülern und deren Eltern möglich. Eine Querversetzung gem. 19 Abs. 4 Satz 2 ÜSchO a. F. findet nicht statt. 3. Umstufungen in den Klassenstufen 7-9 In den auslaufenden Klassen vormaliger Hauptschulen und Realschulen an Realschulen plus erfolgen Versetzungen und Umstufungen nach den Regelungen der ÜSchO n. F. Sind Umstufungen nicht möglich, weil nur eine Leistungsebene angeboten wird, gelten die oben unter Nr. 2. beschriebenen Grundsätze. Querversetzungen nach den Bestimmungen des 23 ÜSchO a. F. sind auch hier nicht möglich. Erfüllt eine Schülerin oder ein Schüler einer abschlussbezogenen Klasse der oberen Leistungsebene an einer solchen Realschule plus trotz aller individuellen Fördermaßnahmen mehrfach die Versetzungsbedingungen des 65 Abs. 4 und 5 ÜSchO n. F. nicht und ist hierdurch der Erwerb eines Schulabschlusses an dieser Schule gefährdet, ist mit den Eltern unter Hinweis hierauf ein Beratungsgespräch mit dem Ziel eines Schulwechsels an eine Schule mit dem Bildungsgang zur Erlangung der Berufsreife zu führen. 3. Freiwilliges 10. Schuljahr Das freiwillige 10. Schuljahr, dessen Weiterführung gem. 109 Abs. 3 Nr. 2 ÜSchO n. F. an Realschulen plus bis zum endgültigen Auslaufen der vormaligen Hauptschulklassen möglich ist, gilt als abschlussbezogene Klasse zur Erlangung des qualifizierten Sekundarabschlusses I. Auch die Zeugnisse der Klassenstufe 10 werden als Zeugnisse einer abschlussbezogenen Klasse zur Erlangung des qualifizierten Sekundarabschlusses I einer Realschule plus ausgestellt; sie enthalten keine Hinweise auf das freiwillige 10.Schuljahr. Nach dem Besuch der Klassenstufe 9 (Vorlaufklasse) erhalten die Schülerinnen und Schüler gem. 67 Abs. 1 und 2 ÜSchO a. F. analog ein Abschlusszeugnis der Realschule plus. III. Versetzung in der Integrierten Gesamtschule Die neue Übergreifende Schulordnung gleicht die Bedingungen für die Versetzung von der Klassenstufe 9 in Klassenstufe 10 an Realschulen plus und Integrierten Gesamtschulen einander an. In 67 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ÜSchO n. F. ist jetzt eine sog. Belegverpflichtung normiert. Die Integrierten Gesamtschulen 4

5 sollten darauf achten, spätestens zum 2. Schulhalbjahr der Klassenstufe 9 die erforderlichen Umstufungen vorzunehmen, damit Schülerinnen und Schüler, bei denen aufgrund des Leistungsstandes eine Versetzung in die Klassenstufe 10 zu erwarten ist, diese Belegverpflichtung erfüllen können. Bei der in 67 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 ÜSchO n. F. festgelegten Versetzungsbedingung ist darauf zu achten, dass ein Ausgleich nur in einem der Fächer Deutsch, 1. Fremdsprache und Mathematik möglich ist. IV. Wechsel in die gymnasiale Oberstufe 1. Übergangsberechtigung Für alle Schülerinnen und Schüler von Realschulen plus, also auch für die Schülerinnen und Schüler auslaufender abschlussbezogener Klassen vormaliger Haupt- und Realschulen, und für Schülerinnen und Schülern von Integrierten Gesamtschulen gilt für den Übergang in die gymnasiale Oberstufe 30 ÜSchO n. F. (Übergangsberechtigung). Da das Vorliegen der Berechtigungsvoraussetzungen im Halbjahreszeugnis der Klassenstufe 10 nicht vermerkt wird, erhalten die Schülerinnen und Schüler zusammen mit dem Halbjahreszeugnis ein Begleitschreiben der Schule, in dem das Vorliegen der Berechtigungsvoraussetzungen für die aufnehmenden Schulen in folgender Weise bescheinigt wird: Die Schülerin/Der Schüler.hat mit dem Halbjahreszeugnis vom die Notenbedingungen erfüllt, die am Schuljahresende für eine Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe vorausgesetzt werden, und kann sich an einer Schule mit gymnasialer Oberstufe vorläufig anmelden. Damit ist noch keine Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe erteilt. Die Anmeldung kann nur unter Vorlage dieses Begleitschreibens im Original erfolgen. Damit wird das Anmeldeverfahren an den aufnehmenden Schulen erleichtert und Doppelanmeldungen werden vermieden. In den Abschlusszeugnissen der Realschule plus ist die Übergangsberechtigung entsprechend den Zeugnismustern im Kompendium Realschule plus zu vermerken, Gleiches gilt für die Integrierten Gesamtschulen. Eine endgültige Anmeldung an den Schulen mit gymnasialer Oberstufe kann erst unter Vorlage der Abschlusszeugnisse mit diesem Vermerk erfolgen. Die Abschlusszeugnisse sind innerhalb des Zeitfensters des 58 Abs. 6 ÜSchO n. F. so rechzeitig auszugeben, dass eine 5

6 Teilnahme an der Prüfung gem. 30 Abs. 4 ÜSchO n. F. und eine Anmeldung hierzu möglich ist. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion wird für die Prüfungen in Abstimmung mit den Schulen Terminvorgaben machen. Für die noch bestehenden Hauptschulen und Realschulen bleibt es gem. 109 Abs. 1 ÜSchO n.f. bei der bisherigen Empfehlungspraxis gem. 25 ÜSchO a.f. 2. Prüfung an den aufnehmenden Schulen Zur Verfahrensvereinfachung an den aufnehmenden Schulen findet für die Schülerinnen und Schüler aus Hauptschulen und Realschulen kein separates Prüfungsverfahren gem. 25 Abs. 4 ÜSchO a. F. an den ersten beiden Unterrichtstagen nach den Pfingstfeiertagen statt. Vielmehr nehmen diese Schülerinnen und Schüler an dem Prüfungsverfahren teil, das für die Schülerinnen und Schüler der Realschulen plus und Integrierten Gesamtschulen gem. 30 Abs. 5 Satz 4 ÜSchO n.f. innerhalb der letzten 5 Unterrichtstage vor Beginn der Sommerferien stattfindet. Die abgebenden Hauptschulen und Realschulen informieren die Schülerinnen und Schüler und deren Eltern hierüber. V. Zeugnisformulare 1. Organisatorisch verbundene Integrierte Gesamtschulen und Realschulen plus Die Zeugnismuster im Kompendium Realschule plus berücksichtigen nicht die spezifischen Erfordernisse der organisatorisch verbundenen Integrierten Gesamtschulen und Realschulen plus. Die Zeugnisse müssen die vollständige amtliche Schulbezeichnung Integrierte Gesamtschule und Realschule plus Schulsitzgemeinde enthalten; in der Schulbezeichnung ist ein Hinweis auf die kooperative Form der Realschule plus entbehrlich, da die mit Integrierten Gesamtschule organisatorisch verbundenen Realschulen plus immer in kooperativer Form geführt werden. Zugleich muss aber auch deutlich werden, ob die Schülerinnen und Schüler eine Klasse der Integrierten Gesamtschule oder der Realschule plus besucht haben. Es wird vorgeschlagen, dies in der Zeugnisüberschrift wie in den nachfolgenden Beispielen - hier für die Halbjahreszeugnisse - zu verdeutlichen: 6

7 HALBJAHRESZEUGNIS der Integrierten Gesamtschule oder HALBJAHRESZEUGNIS der Realschule plus In den Zeugnissen der Realschule plus ist dann wie in den Zeugnismustern des Kompendiums Realschule plus auf die jeweilige Leistungsebene hinzuweisen. 2. Wahlpflichtfach Wird das Wahlpflichtfach an Realschulen plus oder Integrierten Gesamtschulen in der Klassenstufe 6 als Orientierungsangebot durchgeführt, ist dies im Zeugnis entweder als Klammerzusatz (Orientierungsangebot in den Fächern ) oder in der Bemerkungszeile zu vermerken. Die Benotung erfolgt nach der im Kompendium Realschule plus dargelegten Weise mit einer Zeugnisnote. Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag Karl-Heinz Held 7

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