Regionaler Aktionsplan

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1 Landratsamt Karlsruhe Regionaler Aktionsplan Gleichstellung von Frauen und Männern Büro des Landrats Gleichstellungsbeauftragte

2 Inhalt: Regionaler Aktionsplan Gleichstellung von Frauen und Männern A. Handlungsfelder: Verwaltungsintern Personal und Organisation B. Handlungsfelder: Verwaltungsextern Partizipation Bildung und Erziehung Erwerbsarbeit Sicherheit und Gewaltfreiheit

3 Vorwort des Landrats zum Regionalen Aktionsplan Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ist seit über 60 Jahren in Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetztes verankert. Wie stellt sich die Gleichberechtigung im Landratsamt Karlsruhe dar? Im Leitbild ist festgelegt, dass Frauen und Männer gleiche Chancen in Ausbildung und Beruf und beim Zugang zu Führungspositionen haben, ebenso wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützt. Auch die Gleichstellung von Frauen und Männern ist bei uns ein wichtiges und immer wieder aktuelles Thema. Die Richtlinien zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern beim Landratsamt Karlsruhe (Frauenförderplan) vom wurden im Jahr 2009/2010 aktualisiert und fortgeschrieben. Am traten die neuen Richtlinien zur Chancengleichheit von Frauen und Männern im Landratsamt Karlsruhe als erstes Modul des Chancengleichheitsplans in Kraft. Zusammen mit dem regionalen Aktionsplan ist der Chancengleichheitsplan in seiner Gänze nunmehr aufgestellt. Während die Richtlinien zur Chancengleichheit von Frauen und Männern im Landratsamt Karlsruhe ausschließlich das verwaltungsinterne Aufgabenfeld abdecken, sind die Handlungsfelder, Zielsetzungen und Maßnahmen des Aktionsplans intern und extern, also auch regional, ausgerichtet. Der regionale Aktionsplan orientiert sich am Aufgabenbereich der/des Gleichstellungsbeauftragten innerhalb der Verwaltung sowie der externen Aufgabenwahrnehmung. Mit dem Gesprächsangebot "Chancengleichheit im Arbeitsalltag - Wir möchten mit Ihnen ins Gespräch kommen!" bieten wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Forum zum Austausch mit der Möglichkeit, Anregungen und Ideen in die Handlungsfelder innerhalb der Verwaltung einzubringen.

4 Der Begriff Gleichstellung bedeutet in der Praxis die Gleichwertigkeit und Chancengleichheit des sozialen Geschlechts (gender). Leitziel der Gleichstellungsarbeit sind gleichwertige Chancen für Frauen und Männer, Mädchen und Jungen. Neben der Kategorie Geschlecht muss in der Gleichstellungsarbeit auch immer auf weitere Aspekte wie beispielsweise das Alter, die Herkunft (Migration) oder eine Behinderung geachtet werden. Der Aktionsplan ist nicht statisch, sondern wird stetig ergänzt und neuen Entwicklungen und Bedürfnissen angepasst. Dr. Christoph Schnaudigel Landrat des Landkreises Karlsruhe Karlsruhe, den

5 A. Handlungsfelder: Verwaltungsintern Handlungsfeld: Personal und Organisation Priorität: hoch Sensibilisierung für das Thema Gender Mainstreaming Informationsveranstaltung für Führungskräfte Genderansatz in Entscheidungsprozessen als Qualitätsmerkmal aufnehmen Seminar Gendergerechte Sprache (im Rahmen der Gendertrainings) sowie Festlegung in der Schreibordnung Gender im Arbeitsalltag Gesprächsangebot "Chancengleichheit im Arbeitsalltag - Wir möchten mit Ihnen ins Gespräch kommen!" für Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Frauen und Männerseminare entsprechend dem Bedarf im Rahmen von Gender Gendergerechte Potentialentwicklung berücksichtigen Angemessene Beteiligung und Besetzung von Frauen und Männern im Planungs- und Entscheidungsbereich bei bestehenden und bei künftigen Arbeits-/Projektgruppen

6 Gendergerechte Nachwuchsförderung und Nachwuchskräftegewinnung entsprechend dem Personalentwicklungskonzept Anstreben eines ausgewogenen Verhältnisses der Geschlechter bei der Nachwuchskräftegewinnung Stärkung/Ermutigung der Nachwuchskräfte sich neue Aufgaben zuzutrauen Im Bereich der Sozialarbeit in Auswahlverfahren verstärkt auf die Besetzung mit männlichen Bewerbern achten Förderung von Frauen in technischen Berufen Teilnahme an Ausbildungsbörsen Sensibilisierung für das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf Männer ermuntern die Elternzeit/ Pflegezeit in Anspruch zu nehmen sowie Arbeitszeitreduzierung zur Wahrnehmung von Familienpflichten Sensibilisierung der Führungskräfte für ein familienbewusstes Führungsverhalten (Rahmenbedingungen schaffen, die es Frauen und Männern ermöglichen, Beruf und Privatleben besser in Einklang zu bringen) Seminarangebote wie Work-Life- Balance und Zeitmanagement zur Unterstützung Die betriebliche Kinderbetreuung für einen früheren Wiedereinstieg nach der Elternzeit nutzen

7 Angebot der Kinderferienbetreuung in den Sommerferien für die Kinder der Beschäftigten ab dem 4. Lebensjahr bis zum 12. Lebensjahr Kinderbetreuung bei sonstigen Veranstaltungen wie Hausfest, Informationsveranstaltungen für Beurlaubte und Personalversammlung) Chancengleichheit im Alter Gesundheitsmanagement für ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Spezielle Seminarangebote wie Lernen mit 50 + oder Älter werden im Beruf - jetzt erst recht! und Work-Life-Balance Berücksichtigung von älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei Teambildungen, Projekt- und Arbeitsgruppen (Diversity/gemischte Teams sind erfolgreicher) Mentoring, Tandems mit älteren und jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bilden Älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Chance für Veränderungen geben (anderer Aufgabenbereich, Höhergruppierung/ Beförderung)

8 Sensibilisierung der Führungsebene für den Umgang mit älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (die Erfahrung der älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Aufgabenerfüllung nutzen und gleichzeitig den besonderen Bedürfnissen des Personenkreises aufgrund des Alters gerecht werden) Präsenz von Frauen in Führungspositionen ; dies auch in Teilzeit und im Rahmen von Jobsharing Eine Führungskultur, die sowohl typisch weibliche als auch typisch männliche Kompetenzen beinhaltet, ist erfolgreicher. Bildung und Qualifizierung von Beschäftigten, insbesondere Frauen für den Führungskräftenachwuchs Sensibilisierung der Führungsebene und der politischen Gremien für eine gendergerechte Führungskultur. Seminar Mut für neue Aufgaben (Abbau von Hemmnissen bei Bewerbung auf Führungspositionen und bei Übernahme höherwertiger Tätigkeiten); Führung funktioniert auch in Teilzeit und auch im Rahmen von Jobsharing Förderung von Frauen für die Übernahme herausgehobener Verantwortungspositionen sowie höherwertiger Tätigkeiten

9 B. Handlungsfelder: Verwaltungsextern Handlungsfeld: Partizipation Priorität: hoch Stärkung der aktiven und passiven Wahlbeteiligung, besonders von Frauen Fortsetzung der kommunalpolitischen Seminarreihe Unser Landkreis braucht Frauen - Wir machen mit! Ausbau des Netzwerks Kommunalpolitik für Frauen im Landkreis Karlsruhe durch regelmäßige Veranstaltungen Kooperation mit Frauengruppen Sensibilisierung der Beteiligten durch Öffentlichkeitsarbeit Handlungsfeld: Bildung und Erziehung Priorität: hoch Steigerung der Sensibilisierung im Hinblick auf das sich ändernde Frauen- und Männerbild und der Auswirkung auf die Gesellschaft Öffentlichkeitsarbeit bei allen Projekten

10 Erweiterung des Berufswahlspektrums von Jungen und Mädchen Regelmäßige Beteiligung am Girls Day und Boys Day Sensibilisierung der Beteiligten durch Öffentlichkeitsarbeit Handlungsfeld: Erwerbsarbeit Priorität: mittel - hoch Eigenständige und qualifizierte Existenzsicherung von Frauen Regelmäßige Veranstaltungen wie der Existenzgründerinnentag mit der Kontaktstelle Frau und Beruf und weiteren Kooperationspartnern sowie Veranstaltungen zum Thema Wiedereinstieg, Vereinbarkeit Beruf und Familie Beteiligung bei den Frauenwirtschaftstagen Sensibilisierung durch Öffentlichkeitsarbeit

11 Entgeltgleichheit von Frauen und Männern Diskussion über Ursachen und Folgen der Entgeltsunterschiede intensivieren Beteiligung am Equal Pay Day Handlungsfeld: Sicherheit und Gewaltfreiheit Priorität: hoch Abbau von Häuslicher Gewalt Weitere Aktivitäten des Arbeitskreises Frauen gegen Gewalt im Landkreis Karlsruhe Initiative für eine Fortbildung zum Thema Häusliche Gewalt in den Landkreiskliniken Weitere Vernetzung mit dem Projekt Häusliche Gewalt Überwinden (Stadt Karlsruhe) unter Einbeziehung der Kliniken im Landkreis Projekte wie z. B. Frauen in prekären Arbeits- und Gewaltverhältnissen Regelmäßige Beteiligung am Tag gegen Gewalt an Frauen (25.11.) Sensibilisierung durch Öffentlichkeitsarbeit

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