Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen

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1 Attributname Beschreibung Name des Lernobjekts Autor/en Zielgruppe Vorwissen Lernziel Beschreibung Dauer der Bearbeitung Keywords Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen FH Vorarlberg: Gasser Wirtschaftsinformatik Beginner Nach dem Studium dieses Lernobjekts können Sie die Unterschiede zwischen dem plangesteuerten und verbrauchsgesteuerten Dispositionsverfahren nennen. Zudem sind Sie in der Lage den Planungslauf, die Losgrößenberechung und die Prognose genauer zu beschreiben. Das Lernobjekt gibt einen Überblick über das plangesteuerte und verbrauchsgesteuerte Dispositionsverfahren. Weiters wird auf den Planungslauf, die Losgrößenberechnung und die Prognose näher eingegangen. ca. 20 min Plangesteuertes und verbrauchsgesteuertes Dispositionsverfahren, Banf, Planauftrag, Planungslauf, Losgrößenberechung, Prognose Erstellungsdatum April/Mai 2004 Benötigte Plugins -- Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 1

2 1 Einführung Will sich ein Produktionsunternehmen auf dem Markt behaupten so ist eine der Prioritäten Engpässe bei der Produktion zu vermeiden, die durch nicht vorhandenes Material entstehen könnten. Auf Grund dessen ist die Materialbedarfsplanung, oder auch Materialdisposition, von großer Bedeutung in einem Unternehmen. Die Materialdisposition hat die Aufgabe den Bedarf eines Materials festzustellen und dieses zum festgelegten Termin in der erforderlichen Menge bereitzustellen. Dabei werden die Materialstammdaten, Informationen vom Materialbestand und die Plandaten der Produktion bzw. des Einkaufs benötigt. Die Funktion der Stammdaten besteht darin, dass sie das Dispositionsverfahren, das Losgrößenverfahren und das Prognosemodell eines Materials bestimmen. Wird nun die Materialdisposition durchgeführt, kommt das jeweilige Verfahren oder Modell zur Anwendung. [1] Nach Durchführung der Materialdisposition erhält die Produktion oder der Einkauf die notwendigen Informationen. Gemäß diesen Daten erfolgt nun die Produktion der Ware oder eine Bestellung der benötigten Materialien falls diese nicht vorhanden sind. Diese Zusammenhänge der Materialdisposition mit der Produktion, dem Einkauf und auch der Bestandsführung werden in der nachfolgenden Abbildung ersichtlich. Abb. 1: Verbindung Bestandsführung und Materialdisposition [2] [1] Vgl. Wenzel, 1999, S. 343 [2] Vgl. Wenzel 1999, S. 343 Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 2

3 2 Unterscheidung des Materials Bei der Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen wird zwischen externem und internem Material unterschieden: [3] Externes Material Besteht ein Bedarf an externem Material muss ein Planauftrag oder eine Bestellanforderung (Banf) erstellt werden. Banf Eine Banf ist vergleichbar mit einer Aufforderung, die an den Einkauf gerichtet wird. Dieser hat dann die Aufgabe das gewünschte Material in der vorgegebenen Menge und festgelegtem Termin zu beschaffen. Um eine Banf zu erstellen sind Stammsätze, wie z.b. Materialstammsätze, notwendig. Planauftrag Ein Planauftrag kann mit einem geplanten Wareneingang an einem festgelegten Termin verglichen werden. Zudem ist der Planauftrag ein unternehmensinternes Instrument zur Planung. Soll das Material usw. aus dem Planauftrag beschafft werden, muss frühzeitig eine Umwandlung des Planauftrages in eine Bestellanforderung erfolgen. Internes Material Unter internem Material versteht man eigengefertigtes Material. Besteht Bedarf an internem Material, muss ein Fertigungsauftrag, das Gegenstück zur Bestellanforderung, erstellt werden. Auch hier ist es möglich Planaufträge zu erstellen. Die Fertigung beginnt jedoch erst durch die Umwandlung in einen Fertigungsauftrag. [3] Vgl. Maassen/Schoenen/Werr 2003, S. 175 Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 3

4 3 Arten von Dispositionsverfahren Bei der Materialbedarfsplanung wird zwischen zwei Arten von Dispositionsverfahren unterschieden: die plangesteuerte und die verbrauchsgesteuerte Disposition. Plangesteuerte Disposition Die plangesteuerte Disposition verwendet zukünftige Kundenaufträge und Materialreservierungen als Grundlage für die Berechnung des Materialbedarfs. Sie ist also zukunftsorientiert. Hauptsächliche Verwendung findet die plangesteuerte Disposition bei der Planung von Enderzeugnissen und Baugruppen und kommt daher bei der Produktionsplanung zum Einsatz. Da in Kundenaufträgen bzw. Planaufträgen die Stücklisten aufgelöst werden, muss dies bei der plangesteuerten Disposition nicht nochmals gemacht werden. [4] Verbrauchsgesteuerte Disposition Die verbrauchsgesteuerte Disposition orientiert sich an der Vergangenheit, da die Bedarfe aus den letzten Perioden als Grundlage herangezogen werden. Durch eine Prognose oder statistische Verfahren wird es möglich den Bedarf für die zukünftigen Perioden zu ermitteln. Zu einem Produktionsplan besteht kein Bezug. Dies bedeutet, dass die Bedarfsrechnung erst beginnt wenn ein angegebener Bestellpunkt (Meldebestand) unterschritten wurde. Die zweite Möglichkeit für eine Bedarfsrechnung entsteht durch einen Prognosebedarf, der aus den vergangenen Verbrauchen ermittelt wird. [5] Bei der verbrauchsgesteuerten Disposition gibt es drei verschiedene Verfahren: Bestellpunktdisposition Stochastische Disposition Rhythmische Disposition Die folgende Abbildung zeigt den Unterschied zwischen der plan- und verbrauchsgesteuerten Disposition. Dabei ist zu erkennen, dass die plangesteuerte Disposition direkt auf den Absatz reagiert, hingegen orientiert sich die verbrauchgesteuerte Disposition an den Verbrauchswerten der Vergangenheit. Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 4

5 Abb. 2: Grafische Darstellung von plangesteuerter und verbrauchsgesteuerter Disposition [6] Auf den nachfolgenden Seiten wird nur das verbrauchsgesteuerte Dispositionsverfahren erläutert, da die plangesteuerte Disposition nicht bei der Materialwirtschaft sondern bei der Produktionsplanung zum Einsatz kommt. [4] Vgl. Maassen/Schoenen/Werr 2003, S. 175 f [5] Vgl. o.a. 2000, S. 2-8 [6] Vgl. o.a. 2000, S. 2-8 Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 5

6 4 Verbrauchsgesteuerte Dispositionsarten Die verbrauchsgesteuerte Disposition kann in drei Dispositionsarten unterteilt werden: [7] Bestellpunktdisposition Der verfügbare Bestand eines Materials wird mit dem angegebenen Meldebestand verglichen um festzustellen, ob der Meldebestand bereits unterschritten wurde. Ist dies der Fall, wird ein Planauftrag oder eine Bestellanforderung erstellt. Dafür muss der Meldebestand im Materialstammsatz gepflegt werden. Eine positive Auswirkung hat auch ein Sicherheitsbestand, damit auch während der Wiederbeschaffungszeit oder einer Lieferverzögerung Material vorhanden ist. Die interaktive Grafik zeigt den Lagerbestand (=blaue Linie) eines Teiles, der durch zufällige Lagerentnahmen aus der Fertigung verringert wird. Unterschreitet der Lagerbestand den Meldebestand (=waagrechte rote Linie), so wird eine Bestellung ausgelöst (Bestellpunkt). Der zur Bestellung gehörende Wareneingang (=senkrechte rote Linie) erfolgt zeitlich verzögert. Im Beispiel wird immer auf den gewählten Lagerbestand aufgefüllt. Wenn zwischen Bestellpunkt und Wareneingang eine weitere Lagerentnhame erfolgt, so wird der gewählte Lagerbestand nicht erreicht. Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 6

7 Stochastische Disposition Bei der stochastischen Disposition bilden die Bedarfe der Vergangenheit die Grundlage. Darauf aufbauend werden die Bedarfe der Zukunft mit einem integrierten Prognoseprogramm bestimmt. Danach erfolgt ein Vergleich zwischen dem zukünftig vorhergesagtem Bedarf und dem zur Verfügung stehendem Lagerbestand. Wird eine Unterdeckung diagnostiziert, muss ein Vorschlag für die Bestellung gemacht werden. Die interaktive Grafik zeigt für jede Periode einen zufälligen (stochastischen) Verbrauch eines Teiles. Bei der stochastischen Disposition wird der durchschnittliche Verbrauch (=waagrechte blaue Striche) des Teils über die gewählte Anzahl von Perioden ermittelt. Der berechnete Wert (=waagrechte rote Striche) stellt einen Prognosewert für den Verbrauch in der nächsten Periode dar. Rhythmische Disposition Bei der rhythmischen Disposition wird wieder der vorhergesagte Bedarf mit dem zur Verfügung stehendem Lagerbestand verglichen. Jedoch geschieht der Vorgang der Disposition nur zu festgelegten Zeitpunkten, was einem zeitlichen Rhythmus gleicht. Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 7

8 Die interaktive Grafik veranschaulicht die Rhythmische Disposition. Die Blaue Linie zeigt den Lagerbestand eines Teiles, der durch zufällige Lagerentnahmen aus der Fertigung verringert wird. Bei der rhythmischen Disposition erfolgen Bestellungen immer nach Ablauf eines bestimmten Zeitraumes. Zu diesen Zeitpunkten erfolgt eine Bestellung (=senkrechte rote Linien), die das Lager auf den gewählten Bestand auffüllt. Zwischen Bestellzeitpunkt (=blaue senkrechte Linien) und Lieferung (=rote senkrechte Linien) liegt ein zeitlicher Abstand der durch die Liefer- und Überprüfungszeit verursacht wird. [7] Vgl. Maassen/Schoenen/Werr 2003, S. 176 Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 8

9 5 Planungslauf Der Planungslauf ist die Beschreibung der betriebswirtschaftlichen und systemtechnischen Abläufe bei der verbrauchsgesteuerten Disposition. Der Ablauf erfolgt in Teilprozessen. Dabei wird u.a. eine Nettobedarfsrechnung und das Losgrößenverfahren durchgeführt sowie eine Terminierung.. Zusätzlich werden Planaufträge, Bestellanforderungen oder Lieferplaneinteilungen erstellt. [8] Bei der Durchführung eines Planungslaufs kann zwischen Gesamtplanung und Einzelplanung unterschieden werden. Dabei ist es möglich, den Ablauf durch Steuerungsparameter festzulegen. Gesamtplanung Diese Planung wird für ein oder mehrere Werke, für ein oder mehrere Dispositionsbereiche oder für eine Kombination daraus durchgeführt. Einzelplanung Diese Planung wird für ein Material bzw. eine Produktgruppe durchgeführt. Ist die Durchführung des Planungslaufes abgeschlossen, muss das Ergebnis noch ausgewertet und nachbearbeitet werden. [8] Vgl. SAP Help Portal 2004 Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 9

10 6 Losgrößenberechnung Die Losgröße ist die ideale Herstellungsmenge in Bezug auf die Produktion. Dabei wird auf die Kosten, die Zeit und die Qualität geachtet. Weiters sollten die Kapazitäten ausgelastet, die Durchlaufzeiten optimiert und die Produktionskosten minimiert sein. [9] Bevor mit der Losgrößenberechnung begonnen werden kann, muss die Nettobedarfsrechnung abgeschlossen sein. Diese findet auf der Werksebene statt. Es erfolgt eine Überprüfung des Bedarfes durch das ERP-System. Dabei wird festgestellt ob der Bedarf durch den vorhandenen Bestand und die geplanten Zugänge gedeckt werden kann. Wird nun eine Unterdeckung festgestellt, muss zusätzliches Material bestellt werden um den Bestand wieder zu erhöhen. [10] Für die Ermittlung der Losgröße wird die Unterdeckung mit dem bereits vorher festgelegten Losgrößeverfahren verglichen. Daraufhin erfolgt die Berechnung der Beschaffungsmenge. Als Ergebnis erhält man die zu fertigende oder zu beschaffende Menge. Es ist möglich, sich die Beschaffungsmenge im Beschaffungsvorgang anzeigen zu lassen. Dabei kann die zu beschaffende Menge aber auch noch verändert werden. Die nachfolgende Abbildung zeigt zur Übersicht über das Losgrößeverfahren die Unterteilung in das statische, periodische und optimierende Verfahren. Unterhalb der Abbildung befindet sich eine Beschreibung zu den drei verschiedenen Methoden. Auf der nächsten Seite wird dann das statische und periodische Verfahren genauer erläutert, da diese am häufigsten zur Anwendung kommen. Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 10

11 Abb. 3: Überblick über die Losgrößenverfahren [11] Statische Losgrößeverfahren Hier wird die Losgröße durch die Angaben der Menge aus dem Materialstammsatz ermittelt, jedoch ohne eine mögliche Unterdeckung in der Zukunft in Betracht zu ziehen. Periodische Losgrößeverfahren Hier wird die Losgröße durch die Zusammenfassung der Bedarfsmenge aus einer oder mehrerer Perioden ermittelt. Optimierende Losgrößeverfahren Hier wird die Losgröße durch die Zusammenfassung der Bedarfsmenge aus mehreren Perioden berechnet. Zusätzlich wird ein Kostenoptimum zwischen den losgrößenfixen Kosten und den Lagerhaltungskosten ermittelt. [9] Vgl. Schneck 1998, S. 473 [10] Vgl. SAP Help Portal 2004 Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich alle auf das SAP Help Portal. [11] Vgl. o.a. 2000, S Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 11

12 7 Losgrößeverfahren Nachfolgend wird das statische und periodische Losgrößenverfahren detaillierter dargestellt. [12] Statische Losgrößeverfahren Bei den statischen Losgrößeverfahren können drei Verfahren unterschieden werden: Statische Losgrößenverfahren Exakte Losgröße Zugänge Abgänge Zeit Feste Losgröße Auffüllen bis zum Höchstbestand Abb. 4: Statische Losgrößeverfahren [13] Exakte Losgröße Es wird ein Vorschlag für die Bestellung erstellt, der gleich hoch ist wie die Unterdeckung Entsteht an einem einzigen Tag eine Unterdeckung durch mehrere Abgänge, wird nur ein Bestellvorschlag erzeugt. Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 12

13 Feste Losgröße Entsteht eine Unterdeckung, dann wird ein Bestellvorschlag erstellt, der gleich hoch ist wie die fixe Losgröße. Genügt die bestellte Menge noch nicht um den Bedarf zu decken, werden vom System weitere Bestellvorschläge erzeugt. Auffüllen bis zum Höchstbestand Wird eine Unterdeckung festgestellt, wird ein Bestellvorschlag erstellt, durch den der Bestand wieder auf den im Materialstamm festgelegten Höchststand erhöht wird. Periodische Losgrößenverfahren Bei den periodischen Losgrößeverfahren können vier Verfahren unterschieden werden: Abb. 5: Periodische Losgrößeverfahren [14] Tageslosgröße Die Bedarfsmenge, die während eines Tages oder einer frei wählbaren Anzahl von Tagen auftritt, wird zu einer Losgröße zusammengefasst. Wochenlosgröße Die Bedarfsmenge, die während einer Woche oder einer frei wählbaren Anzahl von Wochen auftritt, wird zu einer Losgröße zusammengefasst. Monatslosgröße Die Bedarfsmenge, die während eines Monats oder einer frei wählbaren Anzahl von Monaten auftritt, wird zu einer Losgröße zusammengefasst. Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 13

14 Periode laut Planungskalender Die Bedarfsmenge, die während einer oder mehreren vorher definierten Perioden auftritt, wird zu einer Losgröße zusammengefasst. Diese Losgröße wird auch als Periodenlosgröße bezeichnet. [12] Vgl. SAP Help Portal 2004 [13] Vgl. o.a. 2000, S [14] Vgl. o.a. 2000, S Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 14

15 8 Prognose Wird über einen längeren Zeitraum hinweg eine Analyse über den Verbrauch eines Materials durchgeführt, können Gesetzmäßigkeiten abgeleitet werden. Dadurch wird es möglich, Vorhersagen in Bezug auf den Bedarf zu treffen um somit die Bedarfsplanung zu unterstützen. [15] Aus diesen Gesetzmäßigkeiten können verschiedene Prognosemodelle abgeleitet werden: Abb. 6: Bedarfsverläufe [16] Bevor die erste Prognose durchgeführt wird, muss ein Modell zur Ermittlung der Prognosewerte ausgewählt sein. Es gibt drei Möglichkeiten: Manuelle Modellauswahl Maschinelle Modellauswahl Manuelle Modellauswahl mit zusätzlichem maschinellem Test Weiters müssen vor der Durchführung der Prognose die Parameter im Materialstamm festgelegt werden und zudem müssen Verbrauchswerte eines Materials aus der Vergangenheit vorhanden sein. Beim Ablauf der Prognose gibt es wiederum zwei Möglichkeiten: [17] Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 15

16 Einzelprognose Die Einzelprognose beginnt bei der Materialstammpflege. Es ist möglich die Einstellung für die Prognose ständig zu ändern, bevor sie abgespeichert werden. Zusätzlich ist eine interaktive Grafik vorhanden um die Einstellung zu überprüfen. Gesamtprognose Die Durchführung der Gesamtprognose erfolgt pro Werk und Periodenkennzeichen. Es ist möglich die Gesamtprognose im Hintergrund durchführen zu lassen. Ist die Prognose abgeschlossen, kann eine Liste mit allen Materialien, für die die Prognose erstellt wurde, erzeugt werden. Nach Abschluss der Prognose werden die Ergebnisse noch auf Fehler kontrolliert. [15] Vgl. SAP Help Portal 2004 [16] Vgl. SAP Help Portal 2004 [17] Vgl. o.a. 2000, S Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 16

17 9 SAP Tutor Beispiele Während den Videos werden Sie von der nebenstehenden Figur begleitet, die die einzelnen erforderlichen Teilschritte erklärt. Diese Figur referiert über das jeweilige Thema während mitverfolgt werden kann welche Schritte durch Klicken mit der Maus getätigt werden müssen um z.b. neues Material anzulegen. Die Erläuterungen sind zusätzlich in Textform als Sprechblasen dargestellt. Dispositionsprofil Hier erfahren Sie welche Voreinstellungen für den Materialstamm im Dispositionsprofil getroffen werden können. Dispositionsprofil SAP Tutor Prognoseprofil Hier erfahren Sie welche Voreinstellungen für den Materialstamm im Prognoseprofil getroffen werden können. Prognoseprofil SAP Tutor Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 17

18 10 Glossar Baugruppe: (auch Baukasten genannt), Eigenfertigungsteil, das aus einer oder mehreren Komponenten (Artikeln) einstufig erzeugt wird. Sowohl Halbfertigerzeugnisse als auch Fertigerzeugnisse sind in diesem Sinne Baugruppen. [18] Bestellpunkt(=Meldebestand): Der Bestellpunkt ist die Bestandshöhe, bei deren Erreichen eine Nachbestellung ausgelöst wird. [19] Dispositionsverfahren: Verfahren, das den prinzipiellen Ablauf der Planung für ein Material festlegt. [20] Losgrößenverfahren: Verfahren im Rahmen der Disposition, das dazu dient, die Bestell- und Fertigungsmengen (Losgrößen) zu berechnen. [21] Periodenkennzeichen: Festlegung, in welchem zeitlichen Intervall Verbrauchs- oder Prognosewerte im System hinterlegt werden. [22] Planauftrag: Anforderung der Materialbedarfsplanung an ein Werk, die Beschaffung eines Werksmaterials in einer bestimmten Menge zu einem festgelegten Termin zu veranlassen. [23] Produktionsplanung: Die Produktionsplanung ist zusammen mit der Produktionssteuerung ein Teilgebiet der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre und beschäftigt sich mit der Organisation der Produktionsprozesse und der Frage zu welchen Zeitpunkt, in welcher Zeitspanne, die Produktionsfaktoren kombiniert werden sollten. [24] Sicherheitsbestand: Menge, die immer am Lager sein soll, um unerwartet hohen Bedarf im Eindeckungszeitraum befriedigen zu können. Die Aufgabe des Sicherheitsbestands besteht darin, die Gefahr der Entstehung von Fehlmengen zu vermindern. [25] Unterdeckung: Situation, in der die Bedarfsmenge größer ist als die Zugangs- und Bestandsmenge. Die Unterdeckungsmenge wid im Rahmen der Materialbedarfsplanung durch die Nettobedarfsrechnung berechnet. [26] Terminierung: In der Terminierung werden die Start- und Endtermine von Aufträgen oder Vorgängen im Auftrag berechnet. In der Materialwirtschaft bedeutet dies, dass die Eigenfertigungszeiten und die Lieferzeiten aus dem Materialstammsatz eingehen. [27] [18] Pepels 2002, S. 31 [19] Pepels, S. 248 [20] SAP Help Portal 2004 Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 18

19 [21] SAP Help Portal 2004 [22] SAP Help Portal 2004 [23] SAP Help Portal 2004 [24] Net-Lexikon 2004 [25] SAP Help Portal 2004 [26] SAP Help Portal 2004 [27] SAP Help Portal 2004 Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 19

20 11 Literaturverzeichnis Maassen, André; Schoenen, Markus; Werr, Ina (2003): Grundkurs SAP R/3. 2. Aufl. Wiesbaden: Vieweg. Net-Lexikon (2004): Lexikon. Das Net-Lexikon. Definition. Erklärung. Bedeutung. Online im Internet: (Download: ) o.a. (2000): SAP-Schulungsdokumentation, Verbrauchsgesteuerte Disposition. Pepels, Werner (Hrsg.) (2002): Das neue LEXIKON der BWL. Betriebswirtschaft. Wirtschaftsinformatik. Wirtschaftsrecht. Berlin: Cornelsen. SAP Help Portal (2004): SAP Help Portal. (Download: ) Schneck, Ottmar (1998): Lexikon der Betriebswirtschaft grundlegende und aktuelle Begriffe für Studium und Beruf. 3. Aufl. München: C.H: Beck. Wenzel, Paul (Hrsg.) (1999): Betriebswirtschaftliche Anwendungen mit SAP R/3. 3. Aufl. Braunschweig/Wiesbaden: Vieweg. Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 20

21 12 Selbstkontrolle Multiple Choice Aufgabe 1: Unterscheidung des Materials Bei der Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen erfolgt eine Unterscheidung des Materials. Zwischen welchem Material kann unterschieden werden? Antwortmöglichkeiten: Neues Material (falsch) Externes Material (richtig) Altes Material (falsch) Lagerndes Material (falsch) Internes Material (richtig) Aufgabe 2: Verbrauchsgesteuerte Disposition Die verbrauchsgesteuerte Disposition kann in verschiedene Verfahren unterteilt werden. Wie werden diese Verfahren genannt? Antwortmöglichkeit: Bestellpunktdisposition (richtig) Plangesteuerte Disposition (falsch) Stochastische Disposition (richtig) Rhythmische Disposition (richtig) Bestellanforderungsdisposition (falsch) Aufgabe 3: Planungslauf Beim Planungslauf kann zwischen verschiedenen Planungsmöglichkeiten unterschieden werden. Wie werden diese verschiedenen Planungen genannt? Antwortmöglichkeit: Gesamtplanung (richtig) Teilplanung (falsch) Allgemeinplanung (falsch) Einzelplanung (richtig) Lückentext Aufgabe 4: Plangesteuerte und verbrauchsgesteuerte Disposition Die plangesteuerte Disposition verwendet -Antwort: zukünftige Kundenaufträge und Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 21

22 - Antwort: Materialreservierungen als Grundlage für die Berechnung des Materialbedarfs. Sie ist also eher - Antwort: zukunftsorientiert. Hauptsächliche Verwendung findet die plangesteuerte Disposition bei der Planung von Enderzeugnissen und Baugruppen und findet daher Verwendung bei der - Antwort: Produktionsplanung. Die verbrauchsgesteuerte Disposition orientiert sich an der - Antwort: Vergangenheit, da die Bedarfe aus den letzten Perioden als Grundlage herangezogen werden. Durch eine - Antwort: Prognose oder statistische Verfahren wird es möglich den - Antwort: Bedarf für die zukünftigen Perioden zu ermitteln. Natascha Gasser M6_LO007 Materialbedarfsplanung in ERP-Systemen Seite 22

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