Chancen und Herausforderungen bei der Umsetzung neuer Technologien - Das Beispiel Optischer Technologien -

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1 Chancen und Herausforderungen bei der Umsetzung neuer Technologien - Das Beispiel Optischer Technologien - Georg Licht Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim Kongress Optische Technologien 2008 : Rohstoff Licht Chancen für Made in Germany Berlin, 5. Februar 2008

2 Ausgangspunkte Optische Technologien: Hohes Ausmaß der Ausrichtung sowohl in der wissenschaftlichen Forschung ( Publikationen ) als auch in der Technologieentwicklung ( Patente ) Optische Technologien gehören damit zu den Vorzeigefeldern Hohe, z.t. weit überdurchschnittliche Wachstumspotentiale in den einzelnen Teilsegmenten; Geringe Wachstumspotentiale in etablierten Felder ( Klassische Optik ) Gleichwohl: Heterogene Familie von Basisprinzipien, die quasi idealtypisch die Stärken und Schwächen des Innovationsstandorts Deutschland widerspiegelt

3 Ein kurzer Überblick Anwendungsfelder Informations- und Kommunikationstechnik Life Sciences und Medizintechnik Mess-, Regel-, Prüftechnik Beleuchtung Energieumwandlung / -erzeugung Optische Komponenten und Systeme Klassische Felder, Moderne Optik, Displays Optische Technologien als Schlüssel- und Querschnittstechnologien mit breiter Anwendung

4 Positionierung der Unternehmen Große Unterschiede zwischen den Teilbereichen Typisierung der Unternehmen Große, etablierte Unternehmen KMUs und junge Unternehmen: FuE-Intensive, junge Unternehmen Etablierte, FuE-intensive Unternehmen Innovationsorientierte KMU mit gelegentlicher FuE-tätigkeit Wenig- und nicht-innovative KMU in etablierten Technologielinien

5 Typisierung der KMU High-tech FuE-Dienst- forschende innovierende nicht-inno- Startups leister KMU KMU o. FuE vier. KMU Innovationsrisiko Markterfahrung typische Finanzierungsform interne Wissensbasis Bedarf an externem Wissen sehr niedrig hoch mittel keines hoch bis hoch gering hoch mittel gering gering bis hoch bis hoch bis hoch Eigen- Aufträge, Cashflow, Kredite, Kredite kapital, Eigen- Eigenkap., Cashflow VC, BA kapital Kredite sehr sehr hoch mittel gering hoch hoch sehr mittel hoch gering mittel hoch

6 Innovationsbarrieren Verfügbarkeit von Hochqualifizierten (mittelfristige Perspektive) Verschlechterungen der Finanzierungsmöglichkeiten für Fremdkapital (Kosten- und Verfügbarkeit) Unzureichende Finanzierungsbasis im Bereich risikotragendes Eigenkapital (spezifisch für junge, hochinnovative Unternehmen) Spezifische Innovationshemmnisse Enger technologischer Fokus Stark wachsende Felder dominiert von ausländischen Großunternehmen Nischenstrategien : Geringer Anteil an Wertschöpfungsketten; Geschäftsmodelle häufig nicht skalierbar (weder vertikal noch horizontal) Die Potentiale aus FuE bzw. Innovationstätigkeit können von innovierenden Unternehmen nur unvollständig realisiert werden

7 Öffentliche Innovationsföderung Dominiert: Direkte FuE-Projektförderung Kooperationsorientierte Projekte Hohe Beteiligung der einschlägigen wissenschaftlichen Einrichtungen Vorteile bei der Beteiligung für etablierte, mittel- und große Unternehmen Z.B: Anteile von KMU im Vergleich (Referenzjahr 2004) Optische Technologien: 50% Nanomaterialen/Werkstoffe: 30% Produktionstechnik: 60% Biotechnologie: 75%

8 Öffentliche Forschung Ansatzpunkte für die Innovationspolitik Ausbildung Grundlagenforschung Angewandte Forschung Direkte FuE-Projektförderung Strategische Forschung Angewandte Forschung Experimentelle Entwicklung Produktentwicklung FuE in Unternehmen

9 Öffentliche Innovationsföderung Dominiert: Direkte FuE-Projektförderung Kooperationsorientierte Projekte Hohe Beteiligung der einschlägigen wissenschaftlichen Einrichtungen Vorteile bei der Beteiligung für etablierte, mittel- und große Unternehmen Z.B: Anteile von KMU im Vergleich (Referenzjahr 2004) Optische Technologien: 50% Nanomaterialen/Werkstoffe: 30% Produktionstechnik: 60% Biotechnologie: 75%

10 Förderung Strukturierung der FuE- Spitzentechnologieförderung Technologieunspezifische Förderung orientiert an spezifischen Hemmnissen FuE-Breitenförderung

11 Herausforderungen Stärkung der Potentiale für die Aneignung von Innovationserträgen Vertikale Netzwerke Wissenschaft-Wirtschaft Innovative KMUs und Technologieanwender Grenzüberschreitende Innovationspartnerschaften (zwischen Technologieproduzenten nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette) Stärkung der Absorptionsfähigkeit der hochinnovativen KMUs Realisierung von Lead-Market-Potentialen in Deutschland Beispiel: Solartechnik

12 Öffentliche Forschung Ansatzpunkte für die Innovationspolitik Ausbildung Grundlagenforschung Angewandte Forschung Steuerliche FuE-Förderung Strategische Forschung Angewandte Forschung Experimentelle Entwicklung Produktentwicklung FuE in Unternehmen

13 Vor- und Nachteile einer steuerlicher FuE-Förderung Vorteile Hohe und schnelle Breitenwirkung (KMU!) Neutral bzw. Sektor, Technologie und Unternehmensgröße (siehe Graphik) Ausrichtung an den FuE-Präferenzen der Unternehmen Geringe Allokationsverzerrungen Einfache Implementierung von Präferenzen für KMU Geeignet zur Erhöhung der FuE-Anstrengung der Unternehmen Nachteile Unsicherheit der fiskalischen Belastung (begrenzbar!) Tendenziell: Geringere Stimulierungswirkung als eine direkte, projektbasierende FuE-Förderung Gefahr von Mitnahmeeffekten?

14 Ausgestaltungsoptionen Definition förderfähiger FuE-Ausgaben / FuE-Aufwendungen Frascati FuE Personalkosten, Vorleistungskosten, FuE-Aufträge, Investitionen Ausschluss bereits anderweitig geförderter FuE (einschl. Kofinanzierung) Definition des Kreis der Antragsberechtigten Bestimmte Sektoren oder Technologien? KMU oder aller Unternehmen? Unter- und/oder Obergrenzen für förderfähige Aufwendungen Volumen vs. Zuwachsförderung Planbarkeit vs. intertemporalen Stabilität des Kostenreduktionseffekts Kombination aus beiden Möglichkeiten Steuerbemessungsgrundlage vs. Steuergutschrift Verrechnungsmöglichkeiten mit Körperschaftssteuer / Gewerbesteuer Behandlung von Verlustperioden Vor-/Rücktragsmöglichtkeiten Umwandlungsmöglichkeiten in Zulage

15 Förderung Strukturierung der FuE- Spitzentechnologieförderung Technologieunspezifische Förderung orientiert an spezifischen Hemmnissen FuE-Breitenförderung Steuerliche Förderung der FuE-Tätigkeit (eventuell mit Präferenzen für KMUs)

16 Zusammenfassende These Gute Positionierung in wachsenden Feldern mit Hindernisse bei der Realisierung der Innovationspotentiale in Deutschland Stärkung der Absorptionsfähigkeit für neue technologische Entwicklungen sowohl innerhalb der Optik als auch bei Anwender Lead-Market-Potentiale in Deutschland in ausgewählten Feldern

17 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Georg Licht ZEW

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