Lernen gestalten Lernseits denken Lehrerbildung im Kontext einer Lernenden Organisation

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1 Lernen gestalten Lernseits denken Lehrerbildung im Kontext einer Lernenden Organisation Vortrag am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Nürtingen am 28. Juni 2012 Margret Ruep Ministerialdirektorin

2 Darauf gehe ich ein: 1.Ausgangspunkt: Das Lernende Subjekt (Lernseits denken) 2.Anforderungen an Lehrerinnen und Lehrer 3.Anforderungen an Lehrerbildner 4.Lernen gestalten Lernende Organisation

3 Jeder ist ein Mittelpunkt der Welt aber eben jeder, und nur weil die Welt von solchen Mittelpunkten voll ist, ist sie kostbar. Das ist der Sinn des Wortes Mensch: Jeder ein Mittelpunkt neben unzähligen anderen, die es ebenso sehr sind wie er. Elias Canetti

4 Bedürfnisse des Menschen (Maslow) physiologische Bedürfnisse (Hunger, Durst, Schlafen, Sexualität), Sicherheitsbedürfnisse, soziale Bindungsbedürfnisse, Selbstachtungsbedürfnisse, Selbstverwirklichungsbedürfnisse (auch Bedürfnis nach Verstehen und Einsicht), Bedürfnis nach Transzendenz (Bedürfnis, dem eigenen Handeln Sinn zu verleihen)

5 Eckpfeiler der Motivation als Grundlage selbstbestimmten Handelns Deci, E. & Ryan, R. (1993). Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation und ihre Bedeutung für die Pädagogik. Zeitschrift für Pädagogik, 39, Autonomie In Anlehnung an das menschliche Grundbedürfnis der Selbstverwirklichung; Menschen wollen etwas tun und leisten. Kompetenzerleben Leistungsfähigkeit und freude entstehen aus Erfolgserlebnissen. Soziale Einbettung Bindungen sind außerordentlich wichtig; in positiven Umgebungen wird anders gelernt als unter Druck. (vgl. dazu auch Gerald Hüther, Manfred Spitzer, Felix v. Cube)

6 Grundlage für Lernen (Lernerkonstrukt nach Jean-Pol Martin, Lernen durch Lehren / Norm Green, Kanada Cooperative Learning / Diethelm Wahl, WELL: Wechselseitiges Lehren und Lernen) Bedürfnisforschung Neurowissenschaften Kognitionspsychologie Problemlösepsychologie Zentrales Ziel: Streben nach Kontrolle des eigenen Lebens Handeln erfolgt im Spannungsfeld antinomischer Tendenzen (Grundlage der Arbeit von Jean-Pol Martin)

7 Antinomische Tendenzen Ordnung-Chaos Klarheit-Unbestimmtheit Einfachheit-Komplexität Integration-Differenzierung Individuum-Gesellschaft Egoismus-Altruismus Konkretion-Abstraktion Kognition-Emotion Zwang-Freiheit

8 Erwartungen Aufgaben der LehrerInnen (Gemeinsame Erklärung 2000: KMK / Lehrerverbände / DGB, DBB, Tarifunion) Schulorganisation Fachleute für Lernen Qualitätssicherung durch Schulentwicklung u. Evaluation Erziehen Stetige Weiterentwicklung der eigenen Kompetenzen Beurteilen

9 KOMPETENZ - BILDUNG Kompetenzbegriff von John Erpenbeck bietet eine Annäherung an den Bildungsbegriff Impliziert: Wissen, Qualifikationen, Fertigkeiten und immer auch WERTEKERNE d. h.: bei vergleichbarem Wissen, vergleichbaren Qualifikationen und Fertigkeiten bestimmen die Wertekerne das Handeln

10 Lehrerhandeln Lernen Gestalten Exzellenz in Instruktionsphasen (Lehrerinputs / Faszinationsphasen ) Begleitung von Kooperativem Lernen (analog Kanada) Selbstorganisiertem Lernen (SOL)

11 Lernsituationen für die Lernenden ausbalancieren Instruktionsphasen Kooperatives Lernen SOL: Selbstorganisiertes Lernen

12 Rahmen von Seiten des KM zur Lernbegleitung: die vier B s Beobachten ohne zu bewerten Beschreiben ohne zu bewerten Bewerten ohne zu verletzen Begleiten ohne als Besserwissender aufzutreten

13 Lehrerbildnerhandeln Lehrerbildung gestalten Mittelpunkt: Das Lernende Subjekt Gestaltung von Lernsituationen, die angehende LehrerInnen das erfahren lässt, was sie an Kompetenzen benötigen, um Schülerinnen und Schüler als Lernende erfolgreich zu machen und ihrerseits umfassend kompetent zu werden Reflexionserfahrungen ermöglichen hinsichtlich der eigenen Person, der Kompetenz und ihrer Wertekerne, die letztlich das Handeln in seiner Ausprägung bestimmen.

14 Max Weber zur Bürokratie: legal, rational, effizient Gefahr: Bürokratie als stahlhartes Gehäuse der Hörigkeit?

15 f Qualitätsmanagement & Lernende Organisation Grundprinzipien: Partizipation und DIALOG

16 Das Dreieck der Nachhaltigkeit Soziale Gerechtigkeit Ökonomische Leistungsfähigkeit Ökologische Verträglichkeit

17 Internationaler Kontext Perspektive: Global Teacher Bildung: Aufgabe mit globaler Perspektive 1987: Nachhaltigkeit (Brundtlandreport). 1996: Verpflichtung zu den Zielen der UNESCO Task Force on Education for the Twenty-first Century und zu den hier festgelegten vier Pfeilern für lebenslanges Lernen (Jacques Delors): Learning to know. Learning to do. Learning to live together. Learning to be DAKAR-Erklärung der Bildungspolitiker der UN für eine Bildung für alle bis 2014: UN-Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung.

18 Die Dinge von INNEN bewegen. Luise Kött-Gärtner

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