EKOSeedForum Europäische Tagung zu Öko- Saatgut, ökologischer Pflanzenzüchtung und Kulturpflanzenvielfalt

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1 EKOSeedForum Europäische Tagung zu Öko- Saatgut, ökologischer Pflanzenzüchtung und Kulturpflanzenvielfalt März, Posen, Polen 30 Jahre Ökologisches Saatgut und Entwicklung von bio-dynamischen Sorten für die ökologische Gemüseproduktion Status quo und Ausblick Gebhard Rossmanith, GF Bingenheimer Saatgut AG

2 Woher kommt das Saatgut für die Öko- Landwirtschaft in Zentraleuropa? Eigene Produktion der Landwirte: Gemüse: < 1% Getreide: etwa 50 % Andere Kulturen (z. B. Futterpflanzen): keine Bedeutung (Schätzwerte) Normalfall in der Gemüseproduktion: Saatgut wird von Saatgutfirmen bezogen Saatgut wird als Arbeitsmaterial angesehen und nicht als der wesentlichste Teil der Pflanze. Und: Die Verbindung zum Saatgut wird heute immer schwächer, dadurch dass die Jungpflanzenaufzucht spezialisierten Firmen überlassen wird. Saatgut verschwindet aus dem Bewusstsein!

3 Europäische Gesetzgebung: Saatgut ist wichtig laut EU-Verordnung für die Öko-Landwirtschaft: es muss ökologisches Saatgut verwendet werden! wenn verfügbar Aber: Mit Ausnahmegenehmigungen ist es möglich konventionelles Saatgut zu verwenden in den letzten Jahren ist das Angebot und die Verwendung von Öko- Saatgut durch die Unterstützung von Datenbanken und die weitere Verbreitung des Themas gestiegen (z. B. OrganicXseeds) Aber: der Hauptanteil des verwendeten Saatguts besteht aus Sorten, die von konventionellen Züchtungen abgeleitet wurden. Der Ökolandbau braucht dringend Alternativen, nicht nur Saatgut sondern auch Sorten!

4 Saatgut und Züchtungen: konventionell und ökologisch Wildpflanze /Kulturpflanze Die Konsequenz: Konventionelle Züchtung Ökologische Züchtung Konventionelle Sorte Ökologische Sorte Erhaltung unter konventionellen Bedingungen Erhaltung unter ökologischen Bedingungen Vervielfältigung unter konventionellen Bedingungen Konventionelles Saatgut EU-Verordnung für Öko-Saatgut Vervielfältigung unter ökologischen Bedingungen Öko-Saatgut

5 Die große Falle des konventionellen Saagutmarktes Konzentration des Saatgutmarktes

6 Der Initiativkreis Netzwerk bio-dynamischer und biologisch organischer Gemüsegärtner Um die Unabhängigkeit des Saatguts im Öko-Sektor zu bewahren

7 Der Initiativkreis : Gründe ein Netzwerk aufzubauen soll eine Antwort der Ökologischen Bewegung sein, zur/zum zunehmenden Abhängigkeit des Öko-Sektors von konventionellen Saatgutfirmen und ihren Sorten, entwickelt unter und für konventionelle Bedingungen zunehmenden Nutzung von Biotechnologie in der konventionellen Gemüsezüchtung zunehmenden Nutzung von Hybriden im Gartenbau und in der ökologischen Landwirtschaft zunehmenden Defizit der Nahrungsmittelqualität konventionell gezüchteter Sorten zunehmenden Verlust von Vielfalt in den Agrarsystemen geringen Angebot von Öko-Saatgut in konventionellen Saatgutfirmen

8 Der Initiativkreis : Netzwerk für Gemüsesaatgut aus bio-dynamischem und biologisch organischem Anbau gegründet in 1984 von bio-dynamischen Gemüsegärtnern und Landwirten Leitbild: 1) bio-dynamische/biologisch organische Landwirtschaft sollte auf ökologischem Saatgut und bio-dynamisch/biologisch organisch gezüchteten Sorten basieren 2) bio-dynamisches Saatgut und bio-dynamisch gezüchtete Sorten sollten Marktstandard erreichen 3) Sorten müssen unser gemeinsames kulturelles Erbe erhalten

9 Der Initiativkreis = Netzwerk für bio-dynamisches und biologisch organischessaatgut(gemüse, Kräuterund Blumen) und Pflanzenzüchtung 1) Saatgutproduzenten Die Partner bio-dynamisches und biologisches Saatgut 2) Züchterverband 3) Saatgutunternehmen Bio-dynamisch gezüchtete Sorten Internationale Kooperation mit anderen bio-dynamischen und biologischen Saatgutinitiativen z. B.: REINSAAT bio-dynamisches und biologisches Saatgut

10 Die Saatgutproduzenten etwa 80 Landwirte und Gemüsegärtner Niederlande Deutschland Schweiz Österreich Frankreich Spanien Italien Ägypten

11 Der Züchterverband Unterstützt bio-dynamische Züchtung seit : 20 Züchtungsprojekte auf ökologischen Betrieben in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz

12 Die Züchtung Organisiert und finanziert durch den Verband: Aufgaben: Züchtungsforschung Entwicklung neuer Sorten Registrierung neuer Sorten Verband ist verantwortlich für die registrierten Sorten Erhalt der Sorten Aus- und Weiterbildung zum Thema Pflanzenzüchtung Öffentlichkeitsarbeit Rodelika

13 Das Saatgutunternehmen Seit 1987: Vertrieb von Saatgut der Mitglieder des Initiativkreises Seit 2001: Bingenheimer Saatgut AG:

14 Das Saatgutunternehmen Koordination der Saatgutproduktion Wissens-Austausch Beratung für Produzenten Erhalt von Sorten

15 Das Saatgutunternehmen Saatgutbearbeitung Reinigung und Kalibrierung Visuelle und manuelle Kontrolle Heißwasser-Behandlung

16 Das Saatgutunternehmen Qualitätsmanagement Reinheitstests Gesundheitsuntersuchung Keimfähigkeitstests Triebkrafttests

17 Das Saatgutunternehmen Verpackung, Vertrieb, Marketing

18 Das Saatgutunternehmen Struktur unserer Kunden: mehr als 2000 ökologisch zertifizierte Gemüsegärtner und Landwirte mehr als Hausgärtner 40 Saatgutunternehmen (die ökologisches Saatgut anbieten) 15 ökologische Großhändler und etwa 400 ökologische Einzelhändler

19 Netzwerkkooperation in der Praxis Wichtige Grundlagen: Informationsaustausch bei den zweimal imjahrstattfindendentreffenüber: Saatgutproduktion, Kosten und Preise, Projekte, Sorten, Strategien Sommer: Treffen auf den Betrieben (praktische Schulung, Fokus auf bestimmten Kulturen) Herbst: Allgemeine Versammlungen von Kultursaat und Bingenheimer Saatgut AG (Strategien, theoretische Schulungen) Winter: Züchterkonferenz (Austausch, Schulung, Treffen der Kulturengruppen )

20 Ausblick Hauptthemen für die Zukunft: Messestand und transparenter Rechtsrahmen Verbesserung der Züchtung Schulungen zu Züchtungsmethoden und -techniken Ausbau der Partnerschaften neue Finanzierungsmodelle Auswahl neuer Sorten wichtiger Kulturen

21 Ausblick Hauptthemen für die Zukunft: Verbesserung der Saatgutproduktion Ausbau der Produktion auf Mitgliedsbetrieben Neue Partner in geeigneten Regionen Europas Schulungen zu Produktionsmethoden und -techniken Entwicklung sozialer Investitionsmodelle Verbesserung des Service Ausbau der Logistik und des Platzes für Verarbeitung, Lagerung und Vertrieb Integration neuer Mitarbeiter Entwicklung eines sozialen Unternehmensmodells Verbesserung des Netzwerkes Integration aller Teilhaber in Entwicklungsprozess Entwicklung eines sozialen Netzwerkmodells für Saatgut Gemeinsame Projekte mit Partnern aus anderen Ländern

22 Ausblick Hauptthemen für die Zukunft: Verbesserung unseres Netzwerks Integration aller Interessengruppen in Entwicklungsprozesse Soziale Netzwerkmodelle für Saatgut entwickeln Gemeinsame Projekte mit Partnern aus anderen Ländern

23 Unsere Verantwortung: Agrobiodiversität Der Erhalt alter Sorten ist eine wertvolle Aufgabe, aber sie reicht nicht aus. Es ist notwendig die Sorten ständig hinsichtlich ihres Anpassungsvermögens an sich ändernde Umweltbedingungen und der Bedürfnisse der Landwirte und der Verbraucher weiterzuentwickeln. Vorteile vom Anbau von Sorten, die aus bio-dynamischer/biologischer Züchtung hervorgegangen sind: Erhalt der Transparenz und des Vertrauens der Kunden Erhalt und Entwicklung der Vielfalt des Geschmacks, regionaler Spezialitäten, anpassungsfähiger Kulturen Erhalt und Sicherung bester Nahrungsmittelqualitäten für die Verbraucher. Stopp der Abhängigkeit der Landwirtschaft und der Lebensgrundlage von neuen globalen Unternehmen Unsere Verantwortung für die Zukunft: Eine konsequent nachhaltige, ganzheitlich ökologische Landwirtschaft, mit bio-dynamisch/biologisch gezüchteten Sorten, bio-dynamisch/biologisch erhalten, reproduzier- und fruchtbar.

24 Unsere Verantwortung: Agrobiodiversität Der Erhalt alter Sorten ist eine wertvolle Aufgabe, aber sie reicht nicht aus. Unsere Verantwortung für die Zukunft: Eine konsequente nachhaltige ganzheitliche ökologische Landwirtschaft mit biodynamisch/ökologisch gezüchteten Sorten, biodynamisch/ökologisch erhalten, reproduzierbar und fruchtbar.

25 Unsere globale Verantwortung: Europa beeinflusst die ganze Welt, besonders Schwellen-und Entwicklungsländer. Wer sollte Sorten besitzen? Konsequente ökologische Züchtung steht für: Schutz von Züchterrechten und der Chance Sorten für neue Züchtungen zu nutzen Schutz des Landwirtsrechts Sorten für den eigenen Nachbau zu nutzen Vorbedingungen: angemessener Rechtsrahmen geeignete Sorten, nicht steril, sondern frucht- und reproduzierbar. Der freie Zugang zu Saatgut geeigneter Sorten ist in manchen Teilen der Welt überlebenswichtig für die Landbevölkerung. Dies zu schützen ist auch unsere Aufgabe in Europa.

26 Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Gebhard Rossmanith

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