Stille Nacht. Dieter Rehm Stubenberg am See 191 Austria Tel.: (+43) 3176 / 8700

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1 106 Stille Nacht Dieter Rehm 8223 Stubenberg am See 191 Austria Tel.: (+43) 3176 / 8700

2 Inhalt Das Stück handelt von der Entstehung des berühmten Weihnachtsliedes Stille Nacht : Pfarrer Mohr bringt dem Organisten Gruber die Hiobsbotschaft, dass die Orgel der kleinen Kirche unbespielbar sei. Eine Maus hat den Blasbalg angeknabbert. Selbst der Orgelbaumeister kann nicht weiterhelfen. Da sich Pfarrer Mohr und sein Organist Gruber nicht mit dem Gedanken abfinden können, die Christmette ohne Musik zu feiern, tun sie sich zusammen Pfarrer Mohr schreibt einen Text, Organist Gruber komponiert eine Melodie dazu. Das so entstandene Lied Stille Nacht wurde am mit Gitarrenbegleitung in Oberndorf bei Salzburg uraufgeführt und ist heute in der ganzen Welt verbreitet. Personen Erzähler... 2 Einsätze Herr Gruber Einsätze Frau Gruber Einsätze Pfarrer Mohr Einsätze Orgelbaumeister Mauracher... 5 Einsätze Chor... 1 Einsatz Ort Wohnung des Schullehrers Gruber 3

3 Der Erzähler tritt vor den Vorhang. Erzähler: Nichts auf der Welt ist vor Pannen gefeit. Auch das Weihnachtsfest nicht. Aber oft ergibt sich aus der Not ein wundersames Glück. Hier am Tisch sehen Sie Franz Gruber. Er ist Kirchenorganist und bereitet sich auf die letzte Probe des Weihnachtskonzertes vor (ab). Der Vorhang öffnet sich. Man sieht Franz Gruber an einem Tisch sitzen. Er summt den Anfang einer kleinen Melodie, schüttelt zwischendurch den Kopf, starrt an die Decke, beginnt von vorne. Frau Gruber kommt herein und bringt ihm eine Tasse Tee. Hier Franz, deine Tasse Tee. Danke! Frau Gruber (legt kurz die Hand auf die Schulter ihres Mannes): Na komm schon, mach nicht so ein mürrisches Gesicht! Bis jetzt ist doch noch keine deiner Aufführungen schief gegangen. Hmm Sag mal, müsstest du nicht schon längst in der Kirche sein? Um vier Uhr war doch eine Probe angesetzt. Klappts denn jetzt? So langsam wird es wohl. Die Orgelstücke sitzen und mit dem Chor (kleine Pause, blickt verzweifelt zur Decke), na ja, mit dem Chor wird es schon schief gehen. 4

4 Aber sicher! Nur beeilen solltest du dich, wir haben schon kurz vor vier. Du hast Recht. Er trinkt hastig den Tee aus, will seinen Mantel nehmen, als es an der Tür klopft. Herein! Joseph Mohr betritt ganz aufgeregt die Stube. Ach Sie, Herr Pfarrer Mohr. Grüß Gott zusammen... Frau Gruber (etwas spöttisch): Sie wollen sicher meinen Mann abholen! Immer dasselbe mit ihm, immer alles auf den letzten Drücker! Herr Gruber (genervt): Ich gehe ja schon. Joseph Mohr (abwehrend): Nein, nein, warten Sie nur! Mein Kommen hat einen ganz anderen Grund. Frau und Herr Gruber (überrascht): Einen anderen Grund? 5

5 Dann setzen Sie sich erst mal. (zu ihrem Mann) Und du solltest gehen! Eine Tasse Tee, Herr Pfarrer Mohr? Nein danke! Und Herr Gruber, Sie können sich Zeit lassen. Den Chorleuten habe ich übrigens schon gesagt, dass heute die Probe ausfällt. Was um Himmels willen ist denn passiert? Stellen Sie sich vor, Herr Gruber, die Orgel ist außer Betrieb. Ihr Schüler Thomas wollte noch einige Stücke durchspielen, da setzte sie plötzlich aus. Rien ne va plus! Herr Gruber (schlägt die Hände über dem Kopf zusammen): Das kann doch nicht wahr sein, gestern war doch noch alles in Ordnung. Was sollen wir nur machen, in drei Tagen ist Weihnachten! Eben war ich bei Herrn Mauracher, der damals die Orgel gebaut hat. Er schaut sie sich gerade an und kommt nachher vorbei. Und wenn er den Schaden nicht beheben kann? Was machen wir dann nur? Singen ohne Orgelbegleitung! Herr Gruber (ärgerlich): Du hast keine Ahnung. Eine Messe ohne Orgel ist so unvorstellbar wie Weihnachten ohne Kekse oder Christbaum. 6

6 Dann muss man eben auf einfache Kekse ausweichen (zum Pfarrer) Ich hole Ihnen lieber doch noch eine Tasse Tee. Wir müssen alles in Ruhe überlegen. (setzt sich) Herr Gruber (nervös): Ruhe?! Ha! Viel Zeit zum Nachdenken bleibt uns aber nicht mehr! Schlimmstenfalls müssen wir Weihnachten in der Kirche eben ausfallen lassen. Joseph Mohr (empört): Aber Herr Gruber, ich muss doch schon sehr bitten! Jetzt malen Sie doch nicht gleich den Teufel an die Wand! Warten wir einmal auf Herrn Mauracher. Frau Gruber kommt mit dem Tee, gleichzeitig kommt Herr Mauracher herein. Herr Mauracher(resigniert): Grüß Gott zusammen! Es tut mir Leid, aber der Schaden an der Orgel ist nicht so schnell zu beheben. Die Reparatur wird mehrere Tage in Anspruch nehmen. Das ganze Stück hat 10 Seiten 7

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