Informationstechnik-Schulungserlass für den Strafvollzug und den Vollzug freiheitsentziehender Maßnahmen 2015 BMJ-Pr6128/0009-Pr 5/2015

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1 BUNDESMINISTERIUM FÜR JUSTIZ Museumstraße Wien Tel.: Sachbearbeiter/in: Mag. Sabine Steiner An die Leiter/innen Vorsitzenden der Justizanstalten, der Strafvollzugsakademie, der Wiener Jugendgerichtshilfe des Zentralausschusses beim Bundesministerium für Justiz für die nicht dem Exekutivdienst zugeordneten Beamten des Planstellenbereiches Justizanstalten und die Beamten der Bewährungshilfe des Zentralausschusses beim Bundesministerium für Justiz für die Bediensteten des Exekutivdienstes des Planstellenbereiches Justizanstalten Betrifft: Informationstechnik-Schulungserlass für den Strafvollzug und den Vollzug freiheitsentziehender Maßnahmen 2015 BMJ-Pr6128/0009-Pr 5/ Allgemeines Mit diesem Erlass werden Regelungen für die IT-Schulung in der Strafvollzugsakademie im Hinblick auf ihre vorrangige Aufgabe der Aus- und Fortbildung von Justizmitarbeitern und Justizmitarbeiterinnen im Strafvollzug und Vollzug freiheitsentziehender Maßnahmen (idf kurz Strafvollzug) in Angelegenheiten der Informationstechnologie (IT) getroffen. Hauptaugenmerk wird dabei auf die Qualitätssicherung gelegt. 2. Aufgaben im Überblick 2.1. Mitwirkung an IT-Schulungen im Rahmen der Grund- und Fachausbildung aller Mitarbeiter/innen des Strafvollzuges unter Berücksichtigung der Ausbildungsvorschriften; 1 von 7

2 2.2. Durchführung von IT-Fortbildungsworkshops aufgrund von Neuerungen oder Änderungen der IT-Anwendungen des Strafvollzuges, soweit eigene Workshops erforderlich sind; 2.3. Durchführung von IT-Auffrischungsworkshops in regelmäßigen Intervallen, nach längeren Dienstabwesenheiten oder wenn sich Schwierigkeiten im praktischen Umgang mit den IT- Anwendungen des Strafvollzuges zeigen; 2.4. Durchführung von IT-Spezialworkshops, deren Schwerpunkte an den Tätigkeitsbereich der Teilnehmer/innen angepasst sind; 2.5. Betreuung des Helpdesk Strafvollzug; 2.6. Serviceleistung für Benutzer/innen der IT-Anwendungen des Strafvollzuges; 2.7. Mitwirkung bei der Weiterentwicklung der IT-Anwendungen des Strafvollzuges. 3. Schulungsaufgaben 3.1. Gegenstand der Schulungen Die zu 2.1. bis 2.4. genannten Schulungsmaßnahmen sollen jedem/jeder Mitarbeiter/in des Strafvollzuges jene Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln, die ihn/sie in die Lage versetzen, mit dem jeweils aktuellen Stand der IT-Anwendungen in seinem/ihrem Aufgabenbereich zu arbeiten. Es sollen eine Unterstützung bei der Ausbildung neu aufgenommener und eine ergänzende praktische Aus- und Fortbildung von bestehenden Justizmitarbeiter/innen des Strafvollzuges in Form von IT-Workshops geboten werden Organisation der Workshops Die Workshops sollen möglichst jenen Bereich zum Schwerpunkt haben, in dem die Teilnehmer/innen in der Praxis hauptsächlich tätig sind oder sein werden. Alle Workshops können auch in Form von Teamworkshops (zb als Indoor-Module) organisiert werden, wenn dadurch ein höherer Ausbildungsstandard und eine bessere praktische Anwendung erzielt werden kann Bericht über die Workshops Soweit sich besondere Fähigkeiten und Schwächen einzelner Teilnehmer/innen erkennen lassen, ist nach Abschluss des Workshops von dem/der Vortragenden ein schriftlicher Bericht an den/die Leiter/in der Strafvollzugsakademie zu erstatten. Dieser Bericht ist bei 2 von 7

3 Entscheidungen über Verwendungsänderungen oder Verlängerungen von Dienstverträgen zu berücksichtigen Mitwirkung an der Grund- und Fachausbildung Für alle Mitarbeiter/innen des Strafvollzuges sind die im Rahmen der Grund- und Fachausbildung (Vermittlung der für den jeweiligen Tätigkeitsbereich spezifischen Kenntnisse) erforderlichen IT-Schulungen abzuhalten Fortbildungsworkshops Ergibt sich aufgrund von Neuerungen oder Änderungen der IT-Anwendungen des Strafvollzuges ein erweiterter Schulungsbedarf der Mitarbeiter/innen, so sind Fortbildungsworkshops zu veranstalten. Diese sind vor, wenn nicht anders möglich alsbald nach Einführung der Neuerungen bzw. Änderungen in der jeweils erforderlichen oder festgelegten Dauer abzuhalten Auffrischungsworkshops Jeder/Jede Mitarbeiter/in hat nach Maßgabe der Möglichkeiten alle drei Jahre einen auf seinen/ihren Tätigkeitsbereich abgestimmten Auffrischungsworkshop zu besuchen; davon ausgenommen sind die als Vortragende in der IT-Aus- und Fortbildung eingesetzten Personen sowie Mitarbeiter/innen, bei denen eine gleichwertige und aktuelle Kenntnis der IT- Anwendungen des Strafvollzuges gegeben ist. Haben Mitarbeiter/innen aufgrund von Neuerungen oder Änderungen einen Fortbildungsworkshop innerhalb dieser Frist absolviert und ist dieser einem Auffrischungsworkshop gleichzuhalten, beginnt die Frist von diesem Zeitpunkt an neu zu laufen. Mitarbeiter/innen, die im praktischen Umgang mit den IT-Anwendungen des Strafvollzuges Schwierigkeiten haben, können auch vor Ablauf von drei Jahren auf ihr Verlangen oder auf Veranlassung des Leiters/der Leiterin der Justizanstalt an einem solchen Auffrischungs- oder einem Auffrischungsworkshop gleichzuhaltenden Fortbildungsworkshop teilnehmen. Mitarbeiter/innen, die von einer Karenz oder einer sonstigen längeren Dienstabwesenheit (ein Jahr oder länger) zurückkehren, haben vor, wenn nicht anders möglich alsbald nach Aufnahme der Tätigkeit bzw. der tatsächlichen Arbeit am Bildschirm einen Auffrischungs- oder einem Auffrischungsworkshop gleichzuhaltenden Fortbildungsworkshop zu besuchen. Der Besuch eines Auffrischungs- oder einem Auffrischungsworkshop gleichzuhaltenden Fortbildungsworkshops ist auch dann verpflichtend, wenn ein/eine Mitarbeiter/in seinen/ihren Tätigkeitsbereich verändert und dafür erweiterte Kenntnisse im IT-Bereich erforderlich sind. 3 von 7

4 3.7. IT-Spezialworkshops Für Mitarbeitergruppen mit besonderen IT-Ausbildungsbedürfnissen sind Spezialworkshops abzuhalten. Bei Bedarf sind insbesondere folgende Workshops anzubieten: IT-Leitbediener/innen-Workshops Für die IT-Leitbediener/innen sind eigene Workshops anzubieten, in denen grundlegende Kenntnisse der IT-Anwendungen des Strafvollzuges und des Netzwerkes Justiz sowie Administrativfunktionen (zb Hardwareverwaltung) vermittelt werden sollen Workshops für die als Verwaltungsassistenten/Verwaltungsassistentinnen aufgenommenen Lehrlinge und Verwaltungspraktikanten/Verwaltungspraktikantinnen Die im Justizdienst als Verwaltungsassistenten/Verwaltungsassistentinnen aufgenommenen Lehrlinge und die zu einem Verwaltungspraktikum zugelassenen Praktikanten/Praktikantinnen haben zu Beginn ihrer Tätigkeit einen IT-Workshop zu absolvieren, der inhaltlich weitestgehend der IT-Grundausbildung für Bedienstete der Entlohnungsgruppe v4 entspricht. 4. Serviceleistung für Benutzer/innen der IT-Anwendungen des Strafvollzuges 4.1. Serviceleistung bei IT-Neuerungen im Strafvollzug Die IT-Schulung in der Strafvollzugsakademie hat die Mitarbeiter/innen bei allen Änderungen und Neuerungen der IT-Anwendungen sowie deren Integration in den Dienstbetrieb durch Hilfestellungen aller Art zu unterstützen. Bei Vorliegen außergewöhnlicher Umstände kann auch eine Unterstützung vor Ort erfolgen Service im laufenden Dienstbetrieb und Bericht über Strukturmängel im IT- Anwendungsbereich Die in der IT-Schulung des Strafvollzuges tätigen Mitarbeiter/innen, insbesondere jene des Helpdesk, haben den IT-Benutzern/Benutzerinnen bei Schwierigkeiten im Echtbetrieb Hilfestellung zu leisten sowie wahrgenommene Probleme mit den IT-Anwendungen des Strafvollzuges bzw. mit der technischen Ausstattung, die entweder nicht im eigenen Bereich (etwa gemeinsam mit der IT-Administration) gelöst werden können oder von allgemeinem Interesse sind, dem Bundesministerium für Justiz mitzuteilen Verwaltung der Berechtigungen Der/Die Leiter/in der IT-Schulung in der Strafvollzugsakademie hat auf Antrag der jeweiligen Dienststellenleitung die erforderlichen Berechtigungen für die IT-Anwendungen des Strafvollzuges zu vergeben. 4 von 7

5 Bei Bedarf kann die Befugnis zur Verwaltung von Berechtigungen an Mitarbeiter/innen der IT- Schulung in der Strafvollzugsakademie übertragen werden, wenn diese über die dafür nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen. Beendet einer der befugten Mitarbeiter/innen diese Funktion, so hat der/die Leiter/in der IT-Schulung in der Strafvollzugsakademie die Berechtigung zu sistieren. 5. Leitung der IT-Schulung in der Strafvollzugsakademie Die Leitung der IT-Schulung in der Strafvollzugsakademie richtet sich nach Maßgabe folgender Besonderheiten nach den Bestimmungen des Statutes der Strafvollzugsakademie: 5.1. Fachkompetenz Der/Die Leiter/in soll über praktische Erfahrungen als Vortragende/r im Bereich der Aus- und Fortbildung sowie über hervorragende Kenntnisse auf dem Gebiet der Informationstechnik verfügen Besondere Aufgaben des Leiters/der Leiterin der IT-Schulung in der Strafvollzugsakademie Erhebung des Bedarfs an IT-Aus- und Fortbildungsmaßnahmen im eigenen Wirkungsbereich; Führung einer Evidenz über die Teilnahme an IT-Workshops; Anberaumung und organisatorische Betreuung von IT-Aus- und Fortbildungsmaßnahmen in Abstimmung mit der für den Strafvollzug zuständigen Personalabteilung des Bundesministeriums für Justiz; Verwaltung der Berechtigungen Jahresbericht Die Leistungen der IT-Schulung in der Strafvollzugsakademie im Rahmen der Aus- und Fortbildung sowie der übrigen Aufgaben sind im Jahresbericht der Strafvollzugsakademie darzulegen. 6. Vortragende 6.1. Zur Abhaltung und Leitung der einzelnen IT-Workshops sind Personen, die über die nötigen spezifischen Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen, einzusetzen. Bevorzugt eingesetzt werden sollen nach Möglichkeit Vortragende, die den Gegenstand, den sie unterrichten, in der 5 von 7

6 Praxis ausüben Die Auswahl und Zulassung der Vortragenden erfolgt gemäß den Bestimmungen des Statutes der Strafvollzugsakademie Die Vortragenden üben ihre Aufgaben im Rahmen der IT-Aus- und Fortbildung entweder als Nebentätigkeit oder, wenn dies erforderlich ist, im Rahmen ihrer dienstlichen Aufgaben aus. Die Erlässe vom , BMJ-Pr551.00/0006-Pr6/2011 und vom , BMJ- Pr55100/0005-Pr6/2012 bleiben unberührt Ist die Wahrnehmung der Aufgaben im Rahmen der Nebentätigkeit von Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen nicht möglich, ist durch entsprechende Personalmaßnahmen sicherzustellen, dass die Aufgaben der IT-Schulung im Strafvollzug von Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen im Rahmen ihrer dienstlichen Aufgaben wahrgenommen werden können Bei Workshops, an denen mehr als sieben Personen an je einem eigenen IT-Arbeitsplatz teilnehmen und die zu einem wesentlichen Anteil praktische Übungen an den IT- Arbeitsplätzen zum Gegenstand haben, sind, wenn es der Ausbildungsstand der Teilnehmer/innen und der Gegenstand des Workshops erfordern, zwei Vortragende einzusetzen. 7. Unterbringung und Ausstattung Die Generaldirektion für den Strafvollzug und den Vollzug freiheitsentziehender Maßnahmen hat für die zur Abhaltung der IT-Aus- und Fortbildungsmaßnahmen erforderlichen und geeignete Räumlichkeiten sowie infrastrukturellen Einrichtungen zu sorgen. 8. IT-Schulungsräumlichkeiten IT-Schulungsräumlichkeiten für den Bereich Strafvollzug sind insbesondere an folgenden Dienststellen eingerichtet: Strafvollzugsakademie JA Wien-Josefstadt JA Graz-Karlau JA Stein JA Linz 6 von 7

7 9. Inkrafttreten des Erlasses Dieser Erlass tritt mit 01. Januar 2016 in Kraft. Wien, 11. Dezember 2015 Für den Bundesminister: Dr. Martin Schneider Elektronisch gefertigt 7 von 7

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