Usability ein Plädoyer für die neue Anwendung eines alten Ansatzes

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1 Usability ein Plädoyer für die neue Anwendung eines alten Ansatzes Dr. Wolfgang Schweiger Institut für Kommunikationswissenschaft Universität München Tel Web:

2 Agenda 1. Zwei Thesen zur Nutzerfreundlichkeit von TV & Zeitungen 2. Was ist Nutzerfreundlichkeit (Usability)? 3. Anwendung des Usability-Ansatzes auf Fernsehen & Print 4. Fazit

3 1. These Zeitungen sind nicht nutzerfreundlich. Wir haben nur gelernt, mit ihren Schwächen umzugehen. Beispiele Wie recherchiert man Suchbegriffe (z.b. für Presse-Clippings)? Wie findet man thematisch zusammenhängende Artikel (über Ressort- Grenzen)? Wie findet man bestimmte Service-Angebote (z.b. Theater- & Kinoprogramm in der SZ) Umständliches Handling großer Zeitungsformate ohne Heftung ( U-Bahn-Effekt ) Archivierung einzelner Artikel (ausschneiden & daneben schreiben bibliografischer Daten) Direkter Leserbrief an Autor eines Artikels unmöglich

4 2. These Fernsehen ist ein Präsentations-/Rezeptionsmedium; Orientierung & das Auswählen von Angeboten schwierig. Beispiele Wie erfährt man, wann und auf welchem Kanal ein bestimmter Schauspieler zu sehen ist? (ohne TV-Zeitschrift o.ä.) Auf welchem Kanal kommen die nächsten ausführlichen Nachrichten? Wie kann man zwei zeitgleich laufende Sendungen ansehen? Wie bekommt man heraus, ob sich das Ansehen einer aktuell laufenden Sendung lohnt? Welche Beiträge folgen in einer Magazinsendung noch? Welcher Sender läuft gerade?

5 Erstes Fazit Herkömmliche Medien sind nicht nutzerfreundlich. Was ist Nutzerfreundlichkeit?

6 Was ist Nutzerfreundlichkeit? Ravden & Jonson (1989) definieren Nutzerfreundlichkeit als the extent to which an end-user is able to carry out required tasks successfully, and without difficulty, using the computer application system. Bisherige Usability-Evaluation und -Optimierung Software Webangebote

7 Wie funktioniert Usability-Forschung? Ziel: Identifikation & Kategorisierung von Usability-Problemen Beta-Tests Freiwillige testen Beta-Produkte im täglichen Einsatz Fehlerberichte Fragebogen für Selbstauskunft & Bewertung Laborstudien Evaluation konkreter Produkte Vorgabe konkreter Aufgaben an Versuchspersonen Protokoll Lösungsprozess / Nutzungsphase Beobachtungen Lautes Denken Logfiles Fragebogen für Selbstauskunft & Bewertung

8 Bisherige Medien-Evaluation TV Quoten (GfK-Daten), Publikumsbefragungen, Testvorführungen im Labor mit kontinuierlicher Gefallensbewertung u.ä. (z.b. RTR bei SevenOneMedia) Zeitung verkaufte Auflage; Leserbefragungen; Copy-Tests kaum Usability-Evaluationen Gründe langjährige Produktionserfahrung technische Einschränkungen

9 Usability-Tests für TV & Print Einschränkung: selten konkrete Aufgaben meist unspezifische Bedürfnisse Unterhaltung aktuelle Nachrichten Hintergrundinformationen usw. Lösung: Laborstudien mit Bedürfnis-Szenarien Evaluation konkreter Produkte Protokoll Nutzungsphase Beobachtungen Lautes Denken Fragebogen für Selbstauskunft & Bewertung TV: Videoaufzeichnung der gesehenen Sendungen

10 Bedürfnis-Szenarien Beispiele TV Sie haben gerade erfahren, dass der US-amerikanische Präsident zurückgetreten ist. Versuchen Sie Näheres im Fernsehen heraus zu bekommen. Wie heißt die Website zur Sendung X? Besonders interessant: Zusammenspiel TV & Teletext Zeitung Sie möchten heute Abend ins Kino gehen. Wann und wo läuft Ihr Lieblingsfilm? Was hat der Bundeskanzler gestern zum Thema X gesagt? Was meint X in seinem Leitartikel eigentlich genau?

11 Fazit: Was bringt Usability-Forschung für TV & Print? Identifikation von konkreten Nutzungsproblemen, die man mittlerweile technisch lösen kann Erkenntnisse über Usability-Schwächen, die Nutzer (hoffentlich) heute nicht mehr akzeptieren neue Optimierungsideen Marktvorteile & ein zufriedenes Publikum

12 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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