Alles Wichtige zum Praktikum

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1 Alles Wichtige zum Praktikum 1. Vorgeschriebenes Praktikum 2. Freiwilliges Praktikum 3. Sonderfälle Praktikanten sind Personen, die sich im Zusammenhang mit einer schulischen Ausbildung praktische Kenntnisse in einem Unternehmen aneignen, die der Vorbereitung, Unterstützung oder Vervollständigung der Ausbildung für den künftigen Beruf dienen. Solche Praktika werden in der Sozialversicherung unterschiedlich behandelt, je nachdem, ob es sich um vorgeschriebene oder freiwillige Praktika handelt. 1. Vorgeschriebenes Praktikum Vorgeschriebene Praktika liegen dann vor, wenn sie in einer Ausbildungs-, Studien- oder Prüfungsordnung normiert sind. Die Verpflichtung zur Ableistung des Praktikums ist nachzuweisen. In diesem Fall werden die Praktika im Rahmen einer Beschäftigung zur Berufsausbildung absolviert. Wegen der Zuordnung des Praktikums zur Berufsausbildung gelten nicht die Regelungen zur geringfügigen Beschäftigung bei einer Vergütung unter 400 Euro im Monat, kurzfristigen Beschäftigung bei einer Tätigkeit bis zu 2 Monaten, niedrig entlohnten Beschäftigung mit Gleitzone bei einer Vergütung zwischen 400 und 800 Euro im Monat. a) Zwischenpraktikum Leisten Studenten während ihres Studiums ein Praktikum, das in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben ist, besteht Versicherungsfreiheit in der Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung. Es wird hier unterstellt, dass es sich um einen in den Betrieb verlagerten Bestandteil der Hochschul- bzw. Fachhochschulausbildung handelt. Die Dauer des Praktikums, die wöchentliche Arbeitszeit sowie die Höhe des während des Praktikums erzielten Arbeitsentgelts spielen dabei keine Rolle ( 5 Abs. 3 SGB VI; 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V). Tipp: Die Praktikanten bleiben, solange sie an einer Hochschule bzw. Fachhochschule immatrikuliert sind, ihrem Erscheinungsbild nach Studenten. Daher besteht, soweit das Praktikum im Rahmen eines abhängigen Beschäftigungsverhältnisses ausgeübt wird, Versicherungsfreiheit in der Sozialversicherung (BSG-Urteile vom , 12 RK 45/78 und vom , 12 RK 10/79). Die Versicherungsfreiheit als Arbeitnehmer schließt aber nicht die Versicherungspflicht in der studentischen Kranken- und Pflegeversicherung aus. Solange allerdings für die Studenten eine Familienversicherung besteht, ist diese vorrangig vor der studentischen Kranken- und Pflegeversicherung ( 5 Abs. 7 SGB V).

2 Tipp: Sofern das Arbeitsentgelt weniger als 400 EUR beträgt, braucht der Arbeitgeber keine Pauschalbeiträge zur Renten- und Krankenversicherung zu zahlen, denn es handelt sich nicht um eine geringfügige Beschäftigung ( 172 Abs. 3 Satz 2 SGB VI). b) Vor- oder Nachpraktikum Praktikanten, die ein in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschriebenes Praktikum vor Beginn oder nach Abschluss des Studiums oder Fachschulbesuchs ableisten, sind wie Auszubildende versicherungspflichtig in der Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung. Dies gilt auch dann, wenn das Praktikum nicht länger als zwei Monate dauert oder die Vergütung nicht mehr als 400 EUR beträgt ( 5 Abs. 1 Nr. 1 oder 5 Abs. 1 Nr. 10 SGB V; 1 Nr. 1 SGB VI, 25 Abs. 1 SGB III). > Praktikum gegen Arbeitsentgelt Beträgt das monatliche Arbeitsentgelt nicht mehr als 325 EUR (1.4. bis : 400 EUR), hat der Arbeitgeber die Versicherungsbeiträge für die Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung in voller Höhe allein zu tragen. Ist das monatliche Arbeitsentgelt höher als 325 EUR (1.4. bis : 400 EUR), besteht normale Versicherungspflicht in allen vier Zweigen der Sozialversicherung. Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben die Beiträge jeweils zur Hälfte zu tragen. Das gilt übrigens auch dann, wenn das Praktikum nicht länger als zwei Monate dauert, denn es handelt sich hier nicht um eine kurzfristige Beschäftigung. Beträgt das Arbeitsentgelt zwischen 400 und 800 EUR, sind ebenfalls die regulären Beitragssätze anzuwenden. Die Sonderregeln zur Gleitzone gelten nicht bei Beschäftigung von Praktikanten. > Praktikum ohne Arbeitsentgelt Erhält der Praktikant kein Arbeitsentgelt, unterliegt er dennoch der Versicherungspflicht in der Renten- und Arbeitslosenversicherung. Doch mit welchem Betrag? Für die Beitragsberechnung wird in diesem Fall ein Betrag in Höhe von einem Prozent der monatlichen Bezugsgröße angesetzt. Das sind im Jahr ,80 EUR (West) und 19,95 EUR (Ost), im Jahr ,15 EUR (West) und 20,30 EUR (Ost). HINWEIS: Im Jahre 2004 beträgt der Rentenversicherungsbeitrag also monatlich 4,71 EUR (19,5 % von 24,15 EUR) bzw. 3,96 EUR (Ost). Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung beträgt 1,57 EUR (6,5 % von 24,15 EUR) bzw. 1,32 EUR (Ost). Die Beiträge hat der Arbeitgeber allein zu übernehmen. In der Kranken- und Pflegeversicherung besteht seit dem ebenfalls Versicherungspflicht. Diese entfällt allerdings, wenn der Vorpraktikant in der Familienversicherung der Eltern mitversichert oder selbst in der studentischen Krankenversicherung versichert ist ( 5 Abs. 7 SGB V). Nachpraktikanten sind allerdings grundsätzlich versicherungspflichtig. Weitere Hinweise Hinsichtlich der Rentenversicherungszugehörigkeit der Vor- und Nachpraktikanten kann davon ausgegangen werden, dass sie eine Berufstätigkeit anstreben, die - wenn sie in abhängiger Stellung ausgeübt wird - das Gepräge einer Angestelltentätigkeit haben wird; die Praktikanten sind deshalb der Angestelltenversicherung zuzuordnen ( 133 Abs. 1 SGB VI). Zu den Nachpraktikanten gehören auch Referendare im juristischen Vorbereitungsdienst. Die Juristenausbildung ist zweistufig und gliedert sich in das mit dem ersten Staatsexamen abgeschlossenen Jurastudium und den juristischen Vorbereitungsdienst (Referendariat). Der Vorbereitungsdienst wird nicht mehr während des Studiums ausgeübt, sodass Versicherungsfreiheit als ordentlicher Studierender nicht in Betracht kommt. Abhängig von den landesrechtlichen Bestimmungen, nach denen das Referendariat entweder innerhalb oder außerhalb eines Beamtenverhältnisses absolviert wird, besteht ggf. Versicherungsfreiheit in der Kranken- und Pflegeversicherung ( 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Bei Absolvierung innerhalb eines Beamtenverhältnisses besteht auch Versicherungsfreiheit in der Renten- und Arbeitslosenversicherung ( 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI, 27 Abs. 1 Nr. SGB III).

3 Personen, die durch die Beschäftigung als Arzt im Praktikum krankenversicherungspflichtig werden, haben die Möglichkeit, sich von der Kranken- und Pflegeversicherungspflicht befreien zu lassen ( 8 Abs. 1 Nr. 6 SGB V). 2. Freiwilliges Praktikum Nicht vorgeschriebene Praktika, die im Zusammenhang mit dem Studium abgeleistet werden, unterscheiden sich in der Ausgestaltung nicht von den Praktika, die in Studien- oder Prüfungsordnungen vorgeschrieben sind. Allerdings besteht keine Verpflichtung, im Rahmen der Gesamtausbildung die Ableistung des Praktikums nachzuweisen. Diese Praktika werden nicht im Rahmen einer Beschäftigung zur Berufsausbildung absolviert. Wegen der Nichtzugehörigkeit zur Berufsausbildung gelten hier die Regelungen zur geringfügigen Beschäftigung bei einer Vergütung unter 400 Euro im Monat, kurzfristigen Beschäftigung bei einer Tätigkeit bis zu 2 Monaten, niedrig entlohnten Beschäftigung mit Gleitzone bei einer Vergütung zwischen 400 und 800 Euro im Monat. a) Zwischenpraktikum Wird ein Praktikum, das nicht in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben ist, während des Studiums geleistet, gilt Folgendes: Erhält der Student kein Entgelt oder nur ein Entgelt von weniger als 400 EUR im Monat, bleibt das Praktikum wegen geringfügiger Beschäftigung sozialversicherungsfrei in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Diese Regelung ist neu ab Tipp: Bei einem Verdienst unter 400 EUR handelt es sich also um eine geringfügige Beschäftigung, für die der Arbeitgeber Pauschalbeiträge zur Rentenversicherung (12 %) und zur Krankenversicherung (11 %) zahlen muss. Doch es gilt hier eine erfreuliche Ausnahme: Gesetzlich ist geregelt, dass der Arbeitgeber bei geringfügiger Beschäftigung von Praktikanten während des Studiums ausnahmsweise von den Pauschalbeiträgen zur Rentenversicherung befreit ist ( 172 Abs. 3 Satz 2 SGB VI). Falls der Student jedoch auf die Versicherungsfreiheit verzichtet und den Rentenbeitrag aus eigenen Mitteln aufstocken möchte, muss der Arbeitgeber seinen Anteil von 12 % leisten ( 168 Abs. 1 Nr. 1b SGB VI). Beträgt das monatliche Arbeitsentgelt mehr als 400 EUR, besteht Versicherungspflicht in der Rentenversicherung und - sofern die Arbeitszeit mehr als 20 Stunden wöchentlich beträgt - auch in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Liegt das Arbeitsentgelt unter 800 EUR, gilt die Gleitzonenregelung mit einem geringeren Arbeitnehmeranteil zur Rentenversicherung. Tipp: Falls Zeit und Arbeitskraft des Studenten überwiegend durch das Studium in Anspruch genommen werden, gilt das sog. Werkstudentenprivileg: Bei einer Arbeitszeit unter 20 Stunden wöchentlich besteht Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ( 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V, 27 Abs. 4 Nr. 2 SGB III). b) Vor- oder Nachpraktikum Für nicht vorgeschriebene Vor- oder Nachpraktika besteht nach allgemeinen Regelungen Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Tipp: Falls das Arbeitsentgelt weniger als 400 EUR im Monat beträgt, gelten die Regelungen zur geringfügigen Beschäftigung. Bei einer Vergütung zwischen 400 und 800 Euro kommt die Gleitzonenregelung in Betracht.

4 3. Sonderfälle a) Praktikum von Fachschülern Der Begriff des ordentlichen Studierenden erstreckt sich nicht allein auf Studenten von Hochschulen bzw. Fachhochschulen, sondern als solche sind ebenfalls die Schüler von Fachschulen anzusehen. b) Fachpraktikum von Fachoberschülern Schüler mit dem Abschlusszeugnis einer Realschule oder einem als gleichwertig anerkannten Zeugnis werden in den Fachoberschulen innerhalb von zwei Jahren auf den Erwerb der Fachhochschulreife vorbereitet. Während des ersten Ausbildungsjahres wird eine fachpraktische Ausbildung durchgeführt. Die fachpraktische Ausbildung ist nicht für sich allein, sondern nur als Bestandteil der Gesamtausbildung an der Fachoberschule zu beurteilen, die die Klassen 11 und 12 umfasst. Im Rahmen dieser Gesamtausbildung überwiegt der fachtheoretische Unterricht. Die Schüler der Fachoberschulen unterliegen daher auch während der fachpraktischen Ausbildung nicht der Versicherungspflicht in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. c) Praktikum nach Abschluss der zwölften Klasse des Gymnasiums In einzelnen Bundesländern besteht die Möglichkeit, nach Abschluss der zwölften Klasse des Gymnasiums oder der zweijährigen Höheren Handelsschule durch Absolvierung eines einjährigen Praktikums die Fachhochschulreife zu erlangen. Da bei Aufnahme des erforderlichen Praktikums die Schulausbildung bereits abgeschlossen ist, kommt eine Gleichstellung mit den Fachoberschülern, die während der Dauer des Schulbesuchs ein Fachpraktikum ableisten (siehe oben) nicht in Betracht. Nach erfolgreicher Ableistung des einjährigen Praktikums erhalten sie auch nicht das Abschlusszeugnis der Fachoberschule (Fachhochschulreife), sondern erlangen durch das Praktikum lediglich die Gleichstellung ihres Schulzeugnisses mit dem der Fachoberschule. Sofern das Praktikum im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses ausgeübt wird, sind die Praktikanten - unabhängig davon, ob Arbeitsentgelt gezahlt wird oder nicht - versicherungspflichtig in der Renten- und Arbeitslosenversicherung ( 1 Nr. 1 SGB VI, 25 Abs. 1 SGB III). In der Kranken- und Pflegeversicherung besteht Versicherungspflicht allerdings nur, wenn Arbeitsentgelt bezogen wird. Trotz sorgfältiger Prüfung kann eine Gewähr für die Richtigkeit nicht übernommen werden. Diese Informationen sollen eine erste Orientierung sein, sie ersetzen keine fachliche Beratung durch den Steuerberater oder dafür zuständige staatliche Behörden.

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