Unternehmensformen: Personengesellschaft

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1 Personengesellschaft Zu den Personengesellschaften zählen die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR), die Offene Handelsgesellschaft (OHG), die Partnerschaftsgesellschaft (PartG, s. Freie Berufe) und die Kommanditgesellschaft (KG). Charakteristisch für diese Unternehmensformen sind, dass die Gesellschafter für die Schulden des Unternehmens mit ihrem persönlichen Vermögen haften aufbringen müssen und nicht nur Inhaber, sondern auch Leiter ihres Unternehmens sind Die GbR, auch BGB-Gesellschaft genannt, ist die einfachste Verbundsform von Partnern, die jeweils auch unterschiedlichen Tätigkeiten nachgehen können. Jeder beteiligte Gesellschafter hat ein hohes Maß an Mitbestimmungsmöglichkeiten. Zwar sind keine Formalitäten nach außen notwendig, ein schriftlicher Vertrag über das Innenverhältnis sollte aber unbedingt abgeschlossen werden. Ansonsten können Auseinandersetzungen schnell existenzgefährdend für die Gesellschaft werden. Eine GbR kann nicht als "GbR" ins Handelsregister eingetragen werden und ist keine eigene Rechtspersönlichkeit. Deswegen darf auch hier nicht von einer "Firma" gesprochen werden. Durch einen Eintrag ins Handelsregister wird aus einer GbR eine OHG. Ab einem Jahresumsatz über Euro (Zahl gilt für 2004) besteht die Pflicht zum Handelsregistereintrag zur OHG. Allgemein genießt die Offene Handelsgesellschaft (OHG), die im Handelsregister eingetragen ist, ein höheres Ansehen. Sie genießt auch bei Banken eine höheres Ansehen als eine GmbH, weil die Gesellschafter neben ihrem Gesellschaftsvermögen auch mit ihrem Privatvermögen haften, wenn es im Gesellschaftsvertrag nicht anders vereinbart wurde. Eine OHG ist buchführungspflichtig und kann als Firma tituliert werden. Bei der Kommanditgesellschaft (KG) schließen sich ein Unternehmer (Komplementär) und ein Teilhaber (Kommanditist) zusammen. Letzerer beteiligt sich nur finanziell an der Gesellschaft, während der Komplementär die Geschäfte allein führt und persönlich uneingeschränkt, wie bei der OHG, haftet. Der Kommanditist ist nur mit seiner Einlage haftbar. Die Rechtsform ist besonders bei Familienunternehmen beliebt. Eigenschaften GbR OHG KG Unabhängigkeit hoch hoch hoch Formalitäten keine ja ja jeder Gesellschafter jeder Gesellschafter einzeln jeder Gesellschafter mit Gesellschaftsvermögen und Privatvermögen ESt, UST, GewSt Unternehmer: gesamt; Kommanditist: Einlage ESt. USt, GewSt Buchführungspflicht ja/nein ja nein Publikationspflicht nein ja ja Kapitaleinsatz kein Mindestkapital Image mittel hoch hoch

2 Kapitalgesellschaft Im Gegensatz zu den Personengesellschaften haften bei Kapitalgesellschaften die Gesellschafter bzw. Aktionäre nur in Höhe ihrer Einlage, von Ausnahmen abgesehen. Zu den Kapitalgesellschaften gehören die Gesellschaft mit beschränkter (GmbH) und die Aktiengesellschaft (AG), auf deren Betracht für eine Existenzgründung nicht in Betracht zu ziehen ist und deshalb an dieser Stelle nicht beschrieben. Die GmbH ist die am häufigsten gewählte Gesellschaftsform. Sie ist mit einer eigenen Rechtspersönlichkeit ausgestattet. D.h., sie ist eine juristische Person. Die GmbH handelt durch Organe, d.h., durch ihren Geschäftsführer. Als eigene Rechtspersönlichkeit entsteht die GmbH mit der Eintragung im Handelsregister. Das Gesetz schreibt ein Mindestkapital von vor, wovon schon bei der Gründung von allen Gesellschaftern zusammen mindestens die Hälfte einzuzahlen ist. Die Gesellschafter sind durch Geschäftsanteile, so genannte Stammeinlagen, an dem Vermögen der Gesellschaft beteiligt. Gegenüber Geschäftspartnern haftet die Gesellschaft nur bis zur Höhe des Stammkapitals, deshalb der Zusatz "beschränkt". Die einzelnen Gesellschafter haften dabei mit ihrem jeweiligen Anteil an diesem Stammkapital. Aber: Keine beschränkte gegenüber der Hausbank. Die Kreditwürdigkeit ist deutliche geringer als bei einer GbR oder OHG. In der Praxis bestehen Kreditgeber, insbesondere die Geldinstitute, i.d.r. darauf, dass ihnen bei der Aufnahme von Krediten private Sicherheiten der Gesellschafter angeboten werden. Für die Rückzahlung von Darlehen müssen sich die Gesellschafter regelmäßig verbürgen, so dass sich die Vorteile der sbegrenzung auf das Gesellschaftsvermögen, jedenfalls in Bezug auf den Geschäftsverkehr mit dem Kreditinstituten, letztendlich nicht auswirken. Eine interessante Möglichkeit bietet sich für Einzelunternehmer. Sie können aus Prestige- Gründen oder Steuersparmöglichkeiten nach den ersten Geschäftsjahren ihre Unternehmung in eine Ein-Personen-GmbH umwandeln. Der Unternehmer wird dann quasi zu seinem eigenen Angestellten. Eine GmbH bietet sich vor allem dann an, wenn das mit dem zu gründenden Unternehmen verbundene finanzielle Risiko so hoch ist, dass keiner von mehreren an der Gründung beteiligten Partnern es auf eine persönliche ankommen lassen will oder kann, und die aufwendigen Gründungsformalitäten ebensowenig einen Hinderungsgrund darstellen wie die Aufbringung des vom Gesetz geforderten Mindestkapitals. Eine Kombination aus Personengesellschaft und Kapitalgesellschaft bietet die GmbH & Co. KG. Sie bietet die Vorteile einer Kapitalgesellschaft (sbegrenzung) und einer Personengesellschaft (Flexibilität). Die GmbH übernimmt die Rolle des Komplementärs als persönlich haftende Gesellschafterin, während die Gesellschafter der GmbH als Kommanditist (Teilhaber) fungieren. Die Entscheidungsbefugnis liegt beim Komplementär. Steuerlich und rechtlich wird die Gmbh & Co. KG wie eine normale Kommanditgesellschaft behandelt. Eigenschaften: GmbH Gmbh & Co KG Unabhängigkeit gering hoch Formalitäten hoch hoch auf Einlagen beschränkt, voll gegenüber Banken wie bei Gmbh GeSt, KSt. ESt,Gew.St, KSt Buchführungspflicht ja ja Publikationspflicht ja ja Kapitaleinsatz EUR EUR Image mittel mittel

3 Einzelunternehmen-Gewerbe Die Einzelunternehmung ist die am häufigst auftretende Rechtsform. Sie eignet sich besonders gut für den Start in die Selbstständigkeit, z.b. für Handwerker, Kleingewerbetreibende und Dienstleister. Der Inhaber haftet allein und uneingeschränkt mit seinem Privatvermögen, hat dafür aber die volle Kontrolle über alle Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Die Gründung erfolgt formlos beim Gewerbeamt. Das Einzelunternehmen bietet sich an, wenn das Unternehmen allein betrieben werden soll und es auf einen uneingeschränkten Entscheidungsspielraum ankommt. Liegt hier der Schwerpunkt, kommt als Alternative zum Einzelunternehmen auch die Ein-Personen-GmbH in Betracht. Die Vorzüge des Einzelunternehmens gegenüber der Ein-Personen-GmbH liegen darin, dass die Aufbringung eines bestimmten Mindestkapitals nicht erforderlich ist und bei der Gründung weit weniger Formalitäten zu beachten sind. Der wesentliche Nachteil des Einzelunternehmens gegenüber der Ein-Personen-GmbH liegt in der en persönlichen der Einzelunternehmerin sowohl mit dem Betriebsals auch mit dem Privatvermögen. Das Einzelunternehmen ist demnach die einfachste, schnellste und auch billigste Form ein Unternehmen zu gründen und zu führen Handelsrechtlich kann der Einzelunternehmer als Kleingewerbetreibende "klein" anfangen. Das bedeutet: Die Umsätze und der Geschäftsverkehr erfordern keine vollkaufmännische Einrichtung wie z. B. eine bestimmte aufwändige Buchhaltung. Achtung: Sobald der Umsatz mehr als EUR beträgt oder der Gewinn höher als EUR ausfällt, wird der "Kleinunternehmer" automatisch buchführungspflichtig. Dem Kleingewerbetreibende steht es dennoch frei, sich ins Handelsregister einzutragen zu lassen, wenn dadurch einen soliderer Firmenauftritt erwirkt werden soll. Mit dem Eintrag ins Handelsregister müssen allerdings auch alle Rechte und Pflichten der Kaufleute übernommen werden: Handelsbücher führen, Inventuren und Bilanzen aufstellen, Namen (die Firma), Sitz und Registernummer des Unternehmens auf Geschäftsbriefe aufzunehmen. Eigenschaften: Einzelunternehmer Kleinunternehmer Unabhängigkeit hoch hoch Formalitäten keine keine ESt/USt, GewSt ESt, UST(z. T.) Buchführungspflicht ja nein Publikationspflicht nein nein Kapitaleinsatz Image hoch mittel-hoch Wichtig: Firmenrecht beachten! Ein Gewerbeschein berechtigt noch nicht dazu, sein Unternehmen als "Firma" zu bezeichnen. Dieses Recht erwirbt man sich erst durch einen Handelsregistereintrag! Ein Einzelunternehmer könnte sich z.b. als e.k. (eingetragener Kaufmann) im Handelsregister führen lassen. das verpflichtet aber zur Bilanzbuchführung. Wer sein Unternehmen unberechtigter Weise als "Firma" bezeichnet, kann zum Handelsregistereintrag verpflichtet werden und sich ausser dem noch eine Ordnungsstrafe einhandeln.

4 Freie Berufe Nach Angaben des Insituts für freie Berufe (IfB) gab es zum insgesamt Selbstständige in den Freien Berufen. Freiberufliche Tätigkeiten sind nicht gleichzusetzen - wie vielfach angenommen - mit nebenberuflichen Tätigkeiten. Definition Freier Beruf ( 18 Abs. 1 EStG): Angehörige Freier Berufe erbringen aufgrund besonderer beruflicher Qualifikation persönlich, eigenverantwortlich und fachlich geistig-ideelle Leistungen, unabhängig im Interesse ihrer Auftraggeber und der Allgemeinheit. Ihre Berufsausübung unterliegt in der Regel spezifischen berufsrechtlichen Bindungen nach Maßgabe der staatlichen Gesetzgebung oder des von der jeweiligen Berufsvertretung autonom gesetzten Rechts, welches die Professionalität, Qualität und das zum Auftraggeber bestehende Vertrauensverhältnis gewährleistet und fortentwickelt. Das Spektrum der Freien Berufe umfasst: Technische und naturwissenschaftliche Berufe (z.b. Architekt, Chemiker, Geologe, Hafenlotse) Rechts-, steuer- und wirtschaftsberatende Berufe (z.b. Rechtsanwalt, Notar, Unternehmensberater) Sozialberufe (Erzieher, ambulanter Krankenpfleger) Umweltberufe (Umweltberater, -gutachter, -ingenieur) Kulturberufe (Medienpädagoge, Museumspädagoge) Heilberufe (Arzt, Logopäde, Krankenpfleger) Informations- und Kommunikationsberufe (Drehbuchautor, Rundfunksprecher) Der Bundesverband der Freien Berufe (BfB) definiert die Tätigkeiten folgendermaßen: Angehörige Freier Berufe erbringen auf Grund besonderer beruflicher Qualifikation persönlich, eigenverantwortlich und fachlich unabhängig geistig-ideelle Leistungen im Interesse ihrer Auftraggeber und der Allgemeinheit. Ihre Berufsausübung unterliegt in der Regel spezifischen berufsrechtlichen Bindungen nach Maßgabe der staatlichen Gesetzgebung oder des von der jeweiligen Berufsvertretung autonom gesetzten Rechts, welches die Professionalität, Qualität und das zum Auftraggeber bestehende Vertrauensverhältnis gewährleistet und fortentwickelt. Freie Berufe sind geprägt durch: Hohe Professionalität Der einzelne Bürger ist in der heutigen Massengesellschaft mehr denn je auf die kompetente Unterstützung durch die Freien Berufe angewiesen. Sie helfen, beraten und vertreten mit hoher Qualifikation und in neutraler Weise und fachlicher Unabhängigkeit. Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl Auf den Schultern der Freiberufler liegen wesentliche Teile der Verantwortung für die Sicherung der Gesundheitsvorsorge, Rechtsordnung und Kultur ihrer Mitbürger. Über den bloßen Eigennutzen hinaus sind die Angehörigen der Freien Berufe den Interessen der Allgemeinheit besonders verpflichtet. Strenge Selbstkontrolle Der hohe ethische Anspruch an sich selbst verpflichtet die Freien Berufe zu einer strengen Selbstkontrolle und Qualitätssicherung. Eigenverantwortlichkeit Die freiberufliche Tätigkeit zeichnet sich durch die individuelle und eigenverantwortliche Berufsausübung aus, bei der die persönliche Verantwortung maßgeblich und die wirtschaftliche Risikoübernahme durch Selbständigkeit die Regel ist. Freuberufler fungieren i.d.r. als Einzelunternehmer. Sie haben den Vorteil, dass sie keine Gewerbeanmeldung benötigen und deshalb steuerliche

5 Vorteile genießen, weil sie von der Gewerbesteuer befreit sind. Schließen sich Freiberufler mit Berufskollegen zusammen, haben sie folgende Möglichkeiten: Büro- oder Praxisgemeinschaft, Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR, bei rechts- und steuerberatenden Berufen Sozietät genannt) Partnergesellschaften Freier Berufe (PartG) Freiberufler GmbH Freiberufler Bürogemeinschaft GbR PartG Freiberufler- GmbH Unabhängigkeit hoch hoch mittel mittel mittel Formalitäten Buchführungspflicht Publikationspflicht Kapitaleinsatz keine keine gering voll ESt/UST jeder für sich ESt/USt gesamtschuldnerisch steuerlich keine Rechtsperson, jeder einzelne gering, Eintrag beim Amtsgericht gesamtschuldnerisch ESt, USt aufwendig beschränkt auf EUR EST,USt, Gewerbesteuer nein nein nein nein ja nein nein nein nein kein Mindestkapital Bilanzaufstellung mind EUR Image hoch hoch mittel hoch hoch

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