Mehrwertdienste PSTN und NGN. Robert Walser Ain-Consulting

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1 Mehrwertdienste PSTN und NGN Robert Walser Ain-Consulting

2 Allg. Veränderungen im TK-Markt (Technik) I Zunehmend FTTB + FTTH Architekturen im Bereich der TAL (Active / Passive optical Network, Point-to-Point) Auflösung von HVt Zunehmend DWDM auf der physikalischen Ebene des Kernnetzes Zunehmend ALL-IP/MPLS im Kernnetz Ersetzung der klass. PSTN Class 5 / Class 4 Switche durch Softswitch Technologien und die zugehörigen Media-Gateways (Access und Transit) -> gem. ITU-NGN Vorgabe 2

3 Allg. Veränderungen im TK-Markt (Technik) II Zunehmend Ethernet (Giga-E, Metro-E) als Layer 2 Transporttechnologie sowohl im Aggregationsnetz als auch im Backhaulnetz Zunehmend Sprachdienste über IP-basierende Technologien Starkes Interesse von Access-Anbietern an Kundenbindung durch eigene MWD-Applikationen (vertikale Integration) Bedeutungsverlust der Transportebene (klass. VNB-Funktionalität) gegenüber Access + Content Einsatz von NGN mit log. Trennung Call Control, Media Gateway Control, Service Control -> differenzierte Netzzugangsmöglichkeiten Fazit: Zunehmende Vereinheitlichung der eingesetzten Transport- Technologien Standards: ITU (NGN-GSI: Study Group 13); 3GPP; ETSI (TISPAN) 3

4 Veränderungen im TK-Markt (Konsumenten) Zunehmende Bandbreitennachfrage -> zunehmende Nachfrage nach breitbandigen Mehrwertdiensten (MWD) Kündigung von schmalbandigen Anschlüssen und Beauftragung eines Breitbandanschlusses als alleinigem Anschluss (oder Mobilfunkanschluss bzw. entsprechender Konvergenzprodukte) Zunahme von Flatrate-Preisangeboten der Access-Anbieter, die auch Mehrwertdienste umfassen werden -> zunehmende Akzeptanz von Flatrate-Preisangeboten Migration zu VoIP/Internettelefonie (auf Basis Breitbandanschluss) -> insbesondere bei Buddy-Kommunikation Rückgang der Nutzung des Festnetzes (Anzahl Verkehrsminuten) -> evtl. auch für Sprachmehrwertdienste 4

5 Zusätzliche Annahmen für Sprachmehrwertdienste- Markt Koexistenz von PSTN und NGN basierten Netzen wird es noch längere Zeit geben (Deutschland) Migrationsform(en) noch nicht absehbar 5

6 Zu erwartende Entwicklungen im Sprachmehrwertdienstemarkt I (Prognose VNB/SP) Entkopplung von Transport und Dienstebereitstellung (+ des wahrscheinlichen Wegfalls der bisherigen Klammer Online-Billing) führt zu Veränderungen der bisherigen Geschäftsmodelle bei VNB (Neueintritt, Neupositionierung (vertikal, horizontal) möglich) VNB: Reduzierung eigener Transportnetze und Ausbau intelligenter Netzressourcen (Audiotex, IP-PBX, Sprachmailbox, Call-Control für Konvergenzdienste, kundenspezifische Softphones, Contact-Center etc.) - > Kopplung dieser Ressourcen mit anderen Medien (Mail etc.). Inhalteanbieter nutzen diese intermediäre Intelligenz (sprachnahe Dienste) Zunehmende Integration dieser intelligenten Netzressourcen mit Enterprise-Ressourcen (insbesondere Enterprise-Datenbanken) auf Basis direkter IP-Anbindungen -> Ausbau zur Übernahme des vollständigen Enterprise-Sprachverkehrs (Vollanbieter inkl. Zuteilung geogr. Rufnummern an Enterprise) 6

7 Zu erwartende Entwicklungen im Sprachmehrwertdienstemarkt II (Prognose VNB/SP) Servicerufnummer als Zugang verliert an Bedeutung -> Integration unterschiedlicher Access-Infrastrukturen / Adressierungsformen (SIP-URI, Servicerufnummer, ENUM) durch den VNB und die unique Übergabe dieser Verkehre an den Diensteanbieter (zzgl. einheitlichem Reporting, Statistik, Abrechnung etc.) auf Basis IP gewinnt an Bedeutung Zentrale Datenbanken für alle VoIP-Adressierungsarten werden nicht entstehen (Analogie: Mail; ENUM: nicht) es bleibt bei klass. PSTN- Auskunftsdiensten (mit abnehmender Abdeckung des E.164-Raumes) Auf IP-Adressen wird keine netzübergreifende Abrechnung aufgesetzt werden die Identifizierung der Class-C Netze ist für Abrechnungszwecke nicht ausreichend. Zentrale Portierungsdatenbanken (Analogie PSTN) zur Ursprungsidentifizierung (+ Abrechnungsunterstützung) wird es im IP- Netz nicht geben Bisherige fast ausschließliche Ausrichtung von MWD (Sprache) wird in einigen Sparten ergänzt um bzw. kombiniert mit weiteren multimedialen Inhalte (z.b. Video) -> unique Übergabe durch VNB an Inhalteanbieter notwendig (Mediengateway) 7

8 Zu erwartende Entwicklungen im Sprachmehrwertdienstemarkt III (Prognose VNB/SP) IP-Zusammenschaltungen werden für VNB s notwendig (u.a. Kostenersparnis (Wegfall ICA, Transit T-COM, bessere Netzauslastung, Kombination mit multimedialen Diensten etc.) -> Wandlung durch VNB) Standard-IP-Zusammenschaltungen werden traditionelle MWD- Abrechnungsformen nicht berücksichtigen oder MWD-unabhängige Abrechnungsformen vorsehen (Wegfall der entsprechenden IC- Vorleistungsprodukte) -> Abschluss von MWD-spezifischen Zusammenschaltungsverträgen wird für VNB s notwendig werden (oder weiterhin Zuführung PSTN) Einzelne Access-Anbieter werden keine spez. MWD-Zusammenschaltung nachfragen - Gründe: Hohe Anpassungskosten Billing (s. Offline-Billing; verstärkt durch Flatrate-Tendenz bei Access-Anbietern), vertikale Integration bei Access-Anbietern angestrebt 8

9 Zu erwartende Entwicklungen im Sprachmehrwertdienstemarkt IV (Prognose VNB/SP) Netzübergreifende QoS für MWD läßt sich nur durch direkte Zusammenschaltungen mit Access-Anbietern realisieren. Kurzfristige, externe Beauftragung von Bandbreite durch Dritte ist in IP-Standard- Zusammenschaltungen nicht vorgesehen -> fördert vertikale Integration der Access-Anbieter (Direktanbindung von Inhalteanbietern im Access- Netz) Call Control Funktionalität durch VNB in fremden Netzen - auch ohne direkte Zusammenschaltung auf Transportebene wird seitens Access- Anbietern verweigert MWD-spezifische Zusammenschaltungsverträge werden eine geringe Anzahl von Zusammenschaltungspunkten beinhalten (1-5). Schwerpunkt der Verträge wird bei Zahlungsregelungen liegen (z.b. auf Basis Prepaid) 9

10 Zu erwartende Entwicklungen im Sprachmehrwertdienstemarkt V (Prognose VNB/SP) Kunden und Verbraucherschutzregelungen des TKG finden bei VoIP- Verkehr (ohne Verwendung von E.164-Rufnummern (Quelle, Senke)) keine Anwendung -> z.b. Chat. Markteintritt für internationale Inhalteanbieter wird durch IP gegenüber PSTN erleichert VNB s werden Sprach-/ Dienste-Firewall Funktionalitäten für Inhalteanbieter übernehmen (z.b. bei Denial of Service Angriffe) CPP (Calling Party pays) verliert an Bedeutung gegenüber RPP (Receiving Party pays). RPP ist für Inhalteanbieter zur Erzeugung eines Geldflusses ungeeignet Telekommunikationsunabhängige Abrechnungsformen (CC,ELV, Paypal etc.) werden traditionelle PSTN-Abrechnungsverfahren (Offline, Online) im Bereich VoIP bzw. bei VoIP-Inseln (z.b. Skype) zunehmend ersetzen. VNB s müssen unabhängige Abrechnungsformen für Inhalteanbieter integrieren und Payment-Gatewayfunktionalitäten übernehmen 10

11 Kontakt Ain-Consulting GbR Robert Walser Frankfurt / Main Internet 11

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