Theorie => Modell => falsifizierbare Prognose => empirische Prüfung. Bestandteile eines positiven Modells in der Ökonomie:

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1 Theorie => Modell => falsifizierbare Prognose => empirische Prüfung 1 - wipo doc Bestandteile eines positiven Modells in der Ökonomie: => Akteure (Handelnde, Betroffene) => deren Ziele (Nutzen, Motive) => Situation (knappe Mittel, Institutionen) => Lösungskonzept (Gleichgewicht, Prognose)

2 Theoretische Basis der wirtschaftspolitischen Analyse: neoklassische Allokationstheorie 2 - wipo doc 1. Homo Oeconomicus Präferenzen (Ziele) Optionen / Restriktionen (Preise, Einkommen, Gesetze) Entscheidung ( Wahl ) Nutzenmaximierung => Neue Politische Ökonomik, Ökonomischer Imperialismus Kritik: mangelnde Realitätsnähe, konsequentialistisch; wenn Empfehlungen aus HO gefolgert werden, Menschen aber gar nicht rational sind, können Empfehlungen zu weit gehen => HO-Test (Homann).

3 3 - wipo doc 2. Methodologischer Individualismus Das Handeln von Kollektiven (Firma, Staat, Gruppe) ist durch die Interaktion von Individuen bestimmt. Maßstab für staatliches Handeln ist der Nettonutzen einzelner Individuen (nicht ein Gemeinwohl ). Kritik: anthropozentrisch 3. Pareto-Kriterium Pareto-Verbesserungen sind einstimmigkeitsfähig. Technische Effizienz ist notwendige Voraussetzung. Kritik: Befund Pareto-effizient ist blind für Verteilung. => Kaldor-Hicks-Kompensationskriterium => benevolenter Diktator

4 Normative Theorie des Staatshandelns 4 - wipo doc Externe Effekte entstehen, wenn Konsum-/Produktionspläne eines Individuums den Nutzen anderer Individuen steigern (positiv EE) oder senken (negativ EE). Klassische Lösung: Internalisierung durch Pigou-Steuer/-Subvention. Erster Einwand gegen Staatseingriff: Externe Effekte werden durch Verhandlungen internalisiert (Coase-Theorem)

5 Beispiel zum Coase-Theorem: Schmutzemission aus Firma auf 10 Nachbarhaushalte => Filter, Wäschetrockner, Erdulden? 5 - wipo doc Schaden durch Dreck: 1000 x 10 = Schaden durch Produktionsausfall = Wert der Produktion: Produktionskosten: Wäschetrockner: 10 x 700 = Filtereinbau: erstes Szenario 6.000, alternatives Szenario Konventionelle Ökonomie: Verursacherprinzip a) Pigou-Steuer ( Internalisierung externer Effekte ) Hier: Firma darf nur dann produzieren, wenn sie Pigou-Steuer von zahlt. => negativer Gewinn möglich. => vermeidbar durch Einsatz billigerer Vermeidungstechnologie. b) Verbot bzw. Auflage (Filtereinbau) zu Lasten des technischen Emittenten.

6 Coase (1960): Verursacherprinzip ist eine Leerformel Problem ist reziproker Natur Gesetzgeber teilt Verfügungsrechte zu (Verschmutzungs-/Abwehrrecht) Effizienz-, Neutralitäts- und Verteilungs-Resultat (Coase-Theorem) 6 - wipo doc => Staatseingriffe also überflüssig? => was bewirken Gesetzgeber eigentlich? Verfügungsrechte: usus (Gebrauch) fructus (Fruchtgenuß) abusus (Verkauf, Zerstörung)

7 Effizienzresultat des Coase-Theorems 7 - wipo doc Vorfrage: Was ist effizient? => billigste Lösung ist Filtereinbau (im Alternativszenario: Trockner) => Wird die effiziente Lösung durch das Recht implementiert? => hängt von TAK ab 1. Fall: Null-Transaktionskosten a) Verursacherprinzip (Abwehrrecht) Firma darf nur emittieren, wenn Anwohner zustimmen; Firma kann wählen zwischen Produktionsausfall ( bzw ), Filter einbauen (-6000/-8000) oder den Nachbarn anbieten, ihnen Trockner zu kaufen (-7000). Ergebnis: Filtereinbau => das Abwehrrecht erzeugt also ein effizientes Ergebnis (Alternativszenario: Trockner => effizient)

8 b) Verschmutzungsrecht 8 - wipo doc Firma darf emittieren, Haushalte können erdulden ( ), Trockner kaufen (-7.000) oder der Firma anbieten, die Kosten eines Filtereinbaus zu tragen (-6000). Ergebnis: Filtereinbau => effizient (Alternativ: Trockner => effizient) Effizienzresultat: In der Null-TAK-Welt wird unter beiden Regeln die jeweils effiziente Lösung realisiert. => Die Erstallokation von Verfügungsrechten durch den Gesetzgeber ist also effizienzneutral. => Ineffiziente Erstallokation wird durch dezentrale Vereinbarung über Realloaktion von Verfügungsrechten korrigiert.

9 2. Fall: Positive TAK => 100 Haushalte brauchen Organisation => Durchsetzung von Verträgen 9 - wipo doc Ist die Erstallokation der Verfügungsrechte ineffizient, müssen zu ihrer Reallokation TAK aufgewandt werden. Zwei Fälle: a) prohibitiv hohe TAK => Reallokation unterbleibt => Ergebnis ineffizient. b) niedrige TAK (genauer: TAK<Einigungsrente, also 1000) => zwar einigen die Parteien sich auf effiziente Allokation der Verfügungsrechte, aber sie müssen dafür TAK aufwenden => ineffizient. => Bei positiven TAK gilt das Effizienzresultat also nicht (a) oder nur eingeschränkt (b). => Ein Verfügungsrecht sollte an den Nutzer mit der höchsten Bewertung gehen, => bzw. die Vermeidungspflicht dem least-cost avoider aufgebürdet werden (das muß nicht der technische Emittent sein).

10 Verteilungsergebnis 10 - wipo doc Erstallokation von Verfügungsrechten hat i.a. eine Verteilungswirkung: Entweder kommt es zur Re-Allokation, dann muß der Nicht-Inhaber etwas an den Inhaber zahlen, oder die Re-Allokation unterbleibt, dann hat der Inhaber das Verfügungsrecht zum Nullpreis erhalten. Politische Ökonomie kann also leicht erklären, warum selbst in der Null-TAK-Welt ein Kampf um Erstallokationen entbrennen wird. Bedeutung des Coase-Theorems Bei Null-TAK ist Verursacherprinzip (d.h. Internalisierung, Verbote, Ökosteuer ) eine Leerformel, bei positiven TAK kann es gerade die falsche Allokation von Verfügungsrechten beinhalten. Verschmutzungszertifikate sind nicht (nur) deswegen sinnvoll, weil sie externe Effekte internalisieren, sondern weil sie die TAK für den Handel von Verfügungsrechten senken.

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