Diebstahl muss nicht durchgeprüft werden, da Diebstahl nicht Prüfungsstoff ist.

Save this PDF as:
 WORD  PNG  TXT  JPG

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Diebstahl muss nicht durchgeprüft werden, da Diebstahl nicht Prüfungsstoff ist."

Transkript

1 Prüfung Strafrecht I, 8. Juni 0 LÖSUNGEN Total: 66 Fall (3 ) Nichts würde sich ändern. Der Zusatz "unrechtmässig" in Art. 83 Ziff. Abs. StGB ist nicht notwendig und dient wohl vor allem Polizisten oder anderen Rechtsunkundigen zur Verdeutlichung. Art. 4 StGB erklärt ohnehin alle rechtmässigen Handlungen für straflos. Er bringt die Selbstverständlichkeit zum Ausdruck, dass eine Tat gerechtfertigt ist, die das Gesetz erlaubt, und natürlich erst recht eine solche, die das Gesetz gebietet. Auch Art. 4 StGB ist rein deklaratorisch und damit genau genommen überflüssig. Beispiele für gesetzlich erlaubte Beschränkung der Bewegungsfreiheit sind etwa die elterliche Sorge, fürsorgerischer Freiheitsentzug, polizeiliche Vorführungen, Untersuchungshaft, Vollstreckung einer Freiheitsstrafe usw. Fall ( ) Diebstahl muss nicht durchgeprüft werden, da Diebstahl nicht Prüfungsstoff ist. Strafbarkeit Ruth In Frage kommen hier Mittäterschaft, Anstiftung und Gehilfenschaft. Zur Beurteilung der Täterschafts- bzw. Teilnahmeform von Ruth ist der Zeitpunkt relevant, in welchem der Diebstahl vollendet ist. Das ist dann der Fall, wenn die Sache im Gewahrsam von Fritz (i.c. in seinem Hosensack) ist, also sobald die Herrschaftsmöglichkeit des ursprünglichen Inhabers aufgehoben ist. Die Beendigung findet hingegen erst dann statt, sobald die Bereicherung eintrifft, i.c. beim Verlassen des Coop (Alternative siehe unten). Art. 7 ter StGB ist in casu anwendbar, da der Schaden Fr nicht übersteigt. Prüfungen Strafrecht I, 8. Juni 0 / LÖSUNGSVORSCHLAG Seite /

2 . Mittäterschaft Die Mittäterschaft ist im StGB nicht geregelt. Mittäter ist nach BGer, "wer bei der Entschliessung, Planung und Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht" (BGE 5 IV 6). Verlangt wird also Tatherrschaft. Ruth ist nicht Mittäterin, da sie nicht über Tatherrschaft verfügte.. Anstiftung Eine Anstiftung nach Art. 4 StGB verlangt, dass der Anstifter beim Täter den Tatentschluss hervorruft. Ruth kann nicht Anstifterin sein, da Fritz bereits gehandelt hatte als Ruth ihn in seinem Tun bestärkte. Sie hat bei ihm den Tatentschluss nicht hervorgerufen. 3. Gehilfenschaft Gehilfenschaft ist jeder kausale Beitrag, der eine ihm in den groben Umrissen bekannte strafbare Tat fördert, so dass sie sich ohne Mitwirkung des Gehilfen anders abgespielt hätte (nicht aber, dass sie dann überhaupt unterblieben wäre). Die Unterstützung ist vor und während der Tat, bis zu deren Vollendung, möglich. Bei Delikten mit überschiessender Innentendenz ist Gehilfenschaft sogar bis zur Beendigung möglich. Unter Art. 5 StGB fällt auch die psychische Gehilfenschaft, d.h. die seelische Einwirkung auf den Täter zur Stützung oder Förderung seiner Tatbereitschaft. Variante : Einerseits kann die Meinung vertreten werden, dass mit Bezahlung der Lebensmittel (nicht aber des Haargels) der Diebstahl nur vollendet wird. Die Beendigung und somit die Bereicherung treten jedoch erst mit Verlassen des Coop ein. Da es sich beim Diebstahl um ein Delikt mit überschiessender Innentendenz handelt, kann die Hilfeleistung bis zur Beendigung erfolgen. Folglich bestärkt Ruth Fritz in seinem Vorhaben. Fazit: Ruth hat sich wegen Gehilfenschaft nach Art. 39 Ziff. i.v.m. Art. 5 StGB strafbar gemacht. Variante : Andererseits kann die Meinung vertreten werden, dass die Bereicherung bei Fritz in dem Moment eintritt, dass der Zahlungsvorgang an der Kasse den Diebstahl vollendet und zugleich auch beendet. Die Bereicherung tritt folglich im Zeitpunkt der Bezahlung der Lebensmittel ein. Da der Diebstahl bereits vollendet ist, als Ruth sich Fritz gegenüber äussert, leistet sie keine Hilfe mehr zum Diebstahl. Fazit: Ruth hat sich nicht wegen Gehilfenschaft nach Art. 39 Ziff. i.v.m. Art. 5 StGB strafbar gemacht..5.5 Prüfungen Strafrecht I, 8. Juni 0 / LÖSUNGSVORSCHLAG Seite /

3 Zusatzpunkte: Gemäss Art. 7 ter Abs. StGB wird der Täter lediglich mit Haft oder mit Busse bestraft, wenn sich die Tat nur auf einen geringen Vermögenswert oder auf einen geringen Schaden richtet. Wie gesehen, ist Art. 7 ter Abs. StGB anwendbar. Der Diebstahl wird zur blossen Übertretung (Art. 03 StGB) und die Gehilfenschaft wäre dann ohnehin nicht strafbar (Art. 05 Abs. StGB). Zusatzpunkte: Fritz könnte sich auch der üblen Nachrede i.s.d. Art. 73 StGB zu Lasten der BeautyHair schuldig gemacht haben. Sofern die Easy Hair überhaupt eine juristische Person und damit Träger des Rechtsguts der Ehre ist, wäre der Tatbestand zu verneinen, da die Äusserung nicht geeignet ist, eine Grossunternehmung in ihrer Ehre zu verletzen. Fall 3 (5 ) a. I. Einfache Körperverletzung, Art. 3 Ziff. Abs. StGB Mittäterschaft Da nicht zu ermitteln ist, wer X verletzt hat, kommt nur eine mittäterschaftliche Begehung in Frage. Mittäter nach BGer ist, "wer bei der Entschliessung, Planung und Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht" [BGE 5 IV 6]. Vorausgesetzt werden Vorsatz, ein gemeinschaftlicher Tatentschluss über das ob und wie der Tat sowie einen hinreichenden Tatbeitrag jedes einzelnen Mittäters, aufgrund dessen sich die Umsetzung des Tatentschlusses als gemeinsame Verwirklichung des Delikts darstellt. I.c. handelte das Trio gemeinschaftlich von Tatentschluss bis zur Ausführung. Auch subjektiv haben sie sich konkludent über die gemeinsame Vorgehensweise geeinigt, welche sie auch wollten. Objektiver Tatbestand Der Täter schädigt jemanden an Körper und Gesundheit, wobei weder die Voraussetzungen der schweren Körperverletzung (Art. StGB) noch die Geringfügigkeit der Tätlichkeit (Art. 6 StGB) gegeben sind. Faustschläge sind mehr als eine Beeinträchtigung des üblichen Wohlbefindens, aber bringen keine lebensgefährliche Verletzung, Verstümmelung etc. mit sich. Subjektiver TB Es wird Vorsatz verlangt. Vorsatz heisst Wissen und Willen Prüfungen Strafrecht I, 8. Juni 0 / LÖSUNGSVORSCHLAG Seite 3 /

4 bezüglich aller objektiven Tatbestandsmerkmale (Art. Abs. StGB). A, B und C handeln wissentlich und willentlich. Fazit: A, B und C haben sich der einfachen Körperverletzung i.s.v. Art. 3 Ziff. Abs. StGB (konkludent) strafbar gemacht. II. Angriff, Art. 34 StGB Objektiver TB Angriff ist die feindselige gewaltsame tätliche Einwirkung mindestens zweier Personen auf einen oder mehrere Menschen. I.c. handelt es sich bei A, B und C um drei Personen, die gewaltsam und tätlich auf X einwirken. Objektive Strafbarkeitsbedingung Der Angegriffene oder ein Dritter wird infolge der Attacke verletzt oder getötet. X wurde im Sinne von Art. 3 Ziff. Abs. StGB leicht verletzt, somit ist die objektive Strafbarkeitsbedingung erfüllt. Subjektiver TB Es wird Vorsatz verlangt. Vorsatz heisst Wissen und Willen bezüglich aller objektiven Tatbestandsmerkmale (Art. Abs. StGB). Bezüglich der objektiven Strafbarkeitsbedingung wird kein Vorsatz verlangt. I.c. haben A, B und C wissentlich und willentlich auf X eingeschlagen. Fazit: A, B und C haben sich wegen Angriff i.s.v. Art. 34 StGB strafbar gemacht. Variante: Art. 33 StGB A, B und C könnten sich wegen Raufhandel, Art. 33 StGB strafbar gemacht haben, indem sie auf X einschlagen. Objektiver Tatbestand Strafbar ist, wer sich an einem Raufhandel beteiligt, ausser wenn er nur abwehrt oder nur schlichtet. Raufhandel = tätliche Auseinandersetzung i.d.r. in Form einer Schlägerei, an der mind. 3 Personen beteiligt sind. Jede Seite muss aktiv am Streit beteiligt sein, ansonsten läge kein Raufhandel, sondern Angriff vor. Auch Abwehrhandlungen stellen eine Beteiligung dar (BGE 06 IV 46). In casu schlagen 3 Personen (A, B und C) auf X ein. Dieser Prüfungen Strafrecht I, 8. Juni 0 / LÖSUNGSVORSCHLAG Seite 4 /

5 wehrt sich mit gezielten Schlägen, die Wechselseitigkeit ist folglich zu bejahen. Subjektiver Tatbestand Es braucht Vorsatz (Art. Abs. StGB), wobei Eventualvorsatz ausreicht. In casu haben A, B und C mit Wissen und Willen auf X eingeschlagen und mussten zumindest in Kauf nehmen, dass X zurückschlägt. Rechtswidrigkeit / Schuld Es sind keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe ersichtlich. Fazit: A, B und C haben sich wegen Raufhandel gem. Art. 33 StGB strafbar gemacht. IV. Beschimpfung, Art. 77 StGB A, B und C könnten sich wegen Beschimpfung gem. Art. 77 Abs. StGB, begangen in Mittäterschaft strafbar gemacht haben, indem sie gegenüber X Beleidigungen aussprechen. Mittäterschaft Mittäter nach BGer ist, "wer bei der Entschliessung, Planung und Ausführung eines Deliktes vorsätzlich und in massgebender Weise mit anderen Tätern zusammenwirkt, so dass er als Hauptbeteiligter dasteht" [BGE 5 IV 6]. Vorausgesetzt werden Vorsatz, ein gemeinschaftlicher Tatentschluss über das ob und wie der Tat sowie einen hinreichenden Tatbeitrag jedes einzelnen Mittäters, aufgrund dessen sich die Umsetzung des Tatentschlusses als gemeinsame Verwirklichung des Delikts darstellt. I.c. handelte das Trio gemeinschaftlich von Tatentschluss bis zur Ausführung. Auch subjektiv haben sie sich konkludent über die gemeinsame Vorgehensweise geeinigt, welche sie auch wollten. Objektiver Tatbestand Art. 77 StGB wird begangen, wenn der Täter in anderer Weise (als in Art. 73/74) in seiner Ehre angegriffen wird. Der Täter muss gegenüber dem Opfer seine Verachtung des Betroffenen preisgeben und damit dem sittlich-menschlichen Wert des Angegriffenen betreffen. Die Beschimpfung kann auf beliebige Weise erfolgen, worunter auch Wort und Schrift sowie Tätlichkeiten zu zählen sind. () Nur einmal bewerten! Entweder bei KV oder hier. / Prüfungen Strafrecht I, 8. Juni 0 / LÖSUNGSVORSCHLAG Seite 5 /

6 In casu beleidigen A, B und C den X. Aus dem Sachverhalt ist nicht ersichtlich, welche Äusserungen sie ihm gegenüber tätigen. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Beleidigungen den sittlich-menschlichen Wert von X betroffen haben aufgrund der Angabe, dass die drei explizit ein wenig Action gesucht haben. Subjektiver Tatbestand Gefordert ist Vorsatz gem. Art. Abs. StGB. A, B und C wissen, dass sie X in seinem sittlich-menschlichen Bereich angreifen und wollen dies auch. Rechtswidrigkeit und Schuld Es sind keine Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe ersichtlich. Fazit: A, B und C haben sich wegen Beschimpfung gem. Art. 77 Abs. StGB strafbar gemacht. V. Konkurrenz Bei der echten Konkurrenz (Idealkonkurrenz) erfüllt der Täter durch sein Handeln mehrere Straftatbestände, die nicht im Ausschlussverhältnis stehen. Wenn verschiedene Tatbestände unterschiedliche Rechtsgüter schützen, liegt stets echte Konkurrenz vor. I.c. schützen Art. 3 und Art 34 StGB gleichartige Rechtsgüter (körperliche Integrität): Es besteht somit grundsätzlich echte Idealkonkurrenz zwischen dem Angriff und der Körperverletzung. Richtet sich der Angriff jedoch nur gegen die verletzte Person, wird er vom Verletzungsdelikt konsumiert. Es liegt dann folglich unechte Idealkonkurrenz vor. In casu war der Angriff nur gegen X gerichtet, so dass unechte Idealkonkurrenz vorliegt und der Angriff von der einfachen Körperverletzung konsumiert wird. Da die Körperverletzung und die Beschimpfung verschiedene Rechtsgüter betreffen (einerseits Leib und Leben, andererseits Ehre), besteht zwischen diesen Delikten echte Realkonkurrenz. Fazit: A, B und C haben sich wegen einfacher Körperverletzung i.s.v. Art. 3 Ziff. Abs. StGB und wegen Beschimpfung i.s.v. Art. 77 Abs. StGB strafbar gemacht. b. Raufhandel, Art. 33 StGB Prüfungen Strafrecht I, 8. Juni 0 / LÖSUNGSVORSCHLAG Seite 6 /

7 Es könnte vorgebracht werden, dass ein Rechtfertigungsgrund i.s.v. Notwehr gegeben ist. Rechtfertigungsgrund Notwehr i.s.v. Art. 5 StGB Notwehr ist gegeben, wenn ein rechtswidriger Angriff auf Individualrechtsgüter unmittelbar bevorsteht oder bereits im Gang ist. Die Abwehrhandlung muss gegen den Angreifer selber gerichtet sein und sie muss proportional und subsidiär sein. I.c. befand X sich in einer akuten Notwehrlage, indem er von A, B und C angegriffen wurde. Leib und Leben waren in Gefahr. Seine Abwehrhandlungen gingen nicht über das erlaubte Mass hinaus, da er sich auf die gleiche Art wehrt, wie er auch angegriffen wird: mit Faustschlägen. Die zurückgeschlagenen Fausthiebe sind subsidiär, Grundsätze der Subsidiarität und Proportionalität wurden gewahrt. Subjektiv wird verlangt, dass der Notwehrtäter bewusst und gewollt zum Ziel der Abwehr des Angriffs vornimmt, was i.c. erfüllt ist. Auch nach Art. 33 Abs. entfällt seine Strafbarkeit. Fazit: X kann folglich vorbringen, dass seine Handlung wegen Notwehr gerechtfertigt ist. Fall 4 ( ) a. I. Fahrlässige Körperverletzung, Art. 5 StGB Tatbestandsmässigkeit Der Täter bewirkt ungewollt eine Schädigung von Körper oder Gesundheit eines Menschen im Sinne von Art. 5 Abs. oder Art. 5 Abs. StGB, indem er eine Sorgfaltspflicht missachtet. Die Schädigung war für den Täter als Folge seines sorgfaltswidrigen Handelns voraussehbar und wäre bei Anwendung pflichtgemässer Sorgfalt vermeidbar gewesen. Indem Ferdinand seinen Hund von der Leine lässt, schafft er eine Gefahr für andere, die sich in der Folge verwirklicht. Eine Sorgfaltspflichtverletzung liegt vor, indem er den Hund nicht an der Leine behielt. Der Kausalzusammenhang (adäquat bzw. vorhersehbar) liegt vor. Erfolg liegt i.c. vor. Je nach Argumentation ist sowohl eine einfache wie auch eine schwere Körperverletzung vertretbar: Eine einfache Körperverletzung i.s.v. Art. 5 Abs. StGB liegt vor, wenn der Täter alternativ eine Schädigung an Körper oder Gesundheit eines Menschen bewirkt, welche nicht schwer sein darf. Eine schwere Körperverletzung i.s.v. Art. 5 Abs. StGB liegt vor, wenn eine lebensgefährliche Verletzung besteht oder bei irreversiblen Schädigungen gem. Art. Abs. StGB. Prüfungen Strafrecht I, 8. Juni 0 / LÖSUNGSVORSCHLAG Seite 7 /

8 Fazit: F. hat sich nach Art. 5 Abs. od. StGB strafbar gemacht. II. Unterlassen der Nothilfe, Art. 8 Abs. StGB Objektiver TB Der Täter hat auf beliebige Weise die Verletzung (es genügt eine einfache Körperverletzung i.s.v. Art. 3 StGB) eines Menschen verursacht. Der Verletzte bedarf der Hilfe des Täters. I.c. entstand die Verletzung des Geschädigten aufgrund der Sorgfaltspflichtverletzung von Ferdinand. Louis kann nicht mehr weiter gehen und bleibt liegen, somit Bedarf er der Hilfe. Der Täter unterlässt die Hilfeleistung, obwohl er dazu in der Lage wäre und sie ihm nach den Umständen zugemutet werden könnte. Ferdinand hätte zumindest z.b. den Arzt rufen können, dies wäre ihm zumutbar und möglich gewesen. Subjektiver TB Es wird Vorsatz verlangt. Vorsatz heisst Wissen und Willen bezüglich aller objektiven Tatbestandsmerkmale (Art. Abs. StGB). Ferdinand handelt vorsätzlich, da er weiss, dass Louis verletzt wurde und seiner Hilfe bedarf. Trotzdem hilft er ihm nicht. Fazit: F. hat sich nach Art. 8 Abs. StGB strafbar gemacht. Konkurrenzen: Zwischen Art. 5 StGB und Art. 8 StGB besteht echte Realkonkurrenz. b. I. Vorsätzliche Körperverletzung, Art. /3 StGB Objektiver Tatbestand Bezüglich der Unterscheidung einfache und schwere Körperverletzung kann auf a. verwiesen werden. Es sind wiederum beide Varianten (einfache/schwere Körperverletzung) vertretbar. Der Hund wird zum Tatwerkzeug. Es handelt sich vorliegend nicht um mittelbare Täterschaft, da diese nur vorliegt, wenn ein anderer Mensch als willenloses Werkzeug benutzt wird, um dadurch eine strafbare Handlung ausführen zu lassen. In casu handelt es sich aber nicht um einen Menschen, sondern um ein Tier. Subjektiver Tatbestand Es wird Vorsatz verlangt. Vorsatz heisst Wissen und Willen bezüglich aller objektiven Tatbestandsmerkmale (Art. Abs. StGB). I.c. handelt Ferdinand vorsätzlich. II. Unterlassen der Nothilfe, Art. 8 Abs. StGB Prüfungen Strafrecht I, 8. Juni 0 / LÖSUNGSVORSCHLAG Seite 8 /

9 Es liegt wiederum Unterlassen der Nothilfe vor, Begründung s. oben. (Das BGer sowie u.a. auch DONATSCH bejahen die Konkurrenz zwischen vorsätzlicher Körperverletzung und Unterlassen der Nothilfe (BGE IV 5), die andere Meinung, der u.a. STRATENWERTH/JENNY folgen, nehmen Konkurrenz nur an, wenn die Körperverletzung schwerer als beabsichtigt ausfiel, also teilweise fahrlässig ausfiel.) Fazit: Je nachdem, welcher Meinung gefolgt wird, hat sich F. nach Art. 8 StGB strafbar gemacht bzw. nicht strafbar gemacht. Schlussfazit: F. hat sich nach Art. od. Art. 3 Ziff. Abs. StGB und Art. 8 StGB (bzw. nur nach Art. /3 Ziff. StGB) strafbar gemacht. Fall 5 (7 ) a. II. Beschimpfung, Art. 77 Abs. StGB Objektiver TB Der Tatbestand umfasst ehrenrührige Tatsachenbehauptungen gegenüber dem Verletzten sowie ehrverletzende Werturteile (Formalinjurie) dem Verletzten oder Dritten gegenüber in Wort, Schrift, Bild Gebärde usw. Das verletzte Rechtsgut ist das Ehrgefühl. I.c. stellt "Schwein" ein ehrverletzendes Werturteil (Kraftwort) gegenüber einem Dritten dar in schriftlicher Form. Eine Formal- oder Verbalinjurie ist ein blosser Ausdruck der Missachtung, ohne dass sich die Aussage erkennbar auf bestimmte dem Beweis zugängliche Tatsachen stützt. Subjektiver TB Es wird Vorsatz verlangt. Vorsatz heisst Wissen und Willen bezüglich aller objektiven Tatbestandsmerkmale (Art. Abs. StGB). I.c. will Tell die Ehre Gesslers verletzen und weiss, dass "Schwein" ein Schimpfwort ist und dazu geeignet. Es handelt sich um ein Antragsdelikt. Fazit: Tell hat sich nach Art. 77 Abs. StGB strafbar gemacht. b. Vorsätzliche Körperverletzung, Art. /3 StGB Objektiver TB Die einfache Körperverletzung gem. Art. 3 StGB ist dann gegeben, wenn weder eine Tätlichkeit i.s.v. Art. 6 StGB noch eine schwere Körperverletzung i.s.v. Art. StGB vorliegt. Prüfungen Strafrecht I, 8. Juni 0 / LÖSUNGSVORSCHLAG Seite 9 /

10 Eine einfache Körperverletzung i.s.v. Art. 3 Ziff.. Abs. StGB liegt vor, wenn der Täter alternativ eine Schädigung an Körper oder Gesundheit eines Menschen bewirkt, welche nicht schwer sein darf. Eine Tätlichkeit ist dann anzunehmen, wenn wenn die physische Einwirkung auf einen Menschen ohne eine Schädigung des Körpers oder der Gesundheit zur Folge zu haben- das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass überschreitet. Eine schwere Körperverletzung i.s.v. Art. StGB liegt vor, wenn eine lebensgefährliche Verletzung besteht oder bei irreversiblen Schädigungen gem. Abs.. Durch das Sprühen des Pfeffersprays bewirkt Tell, dass die Polizisten und Gessler Augenverletzungen und Schmerzen erleiden. Aus dem Sachverhalt ist zu entnehmen, dass Gessler ärztlich behandelt werden muss, dass aber bei korrekter Behandlung keine bleibenden Schäden zurückbleiben werden. Damit handelt es sich um eine einfache Körperverletzung. Subjektiver TB Es wird Vorsatz verlangt. Vorsatz heisst Wissen und Willen bezüglich aller objektiven Tatbestandsmerkmale (Art. Abs. StGB). Tell handelte wissentlich und willentlich, die drei zu verletzen. Es handelt sich um ein Antragsdelikt. Fazit: Tell hat sich mehrfach wegen Art. 3 Ziff. Abs. StGB strafbar gemacht. c. Versuchte einfache Körperverletzung, Art. 3 i.v.m. Art. Abs. StGB Ein unvollendeter Versuch liegt vor, wenn der Täter mit der Ausführung des Delikts begonnen hat, jedoch noch keine oder nicht alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht hat. Nach der Schwellentheorie des Bundesgerichts beginnt der Täter mit der Ausführung des Delikts, wenn er nach seinem Plan den letzten entscheidenden Schritt ins Verbrechen getan hat, von dem es in der Regel kein Zurück mehr gibt, es sei denn wegen äusserer Umstände, die eine Weiterverfolgung der Absicht erschweren oder verunmöglichen. Tell, im Vorraum auf sein Verhör wartend, steckte in dieser Zeit den Pfefferspray in seine Brusttasche. Es kann angenommen werden, dass er dies tat, um den Spray bei Bedarf auch einzusetzen, wobei er wissen musste, dass dieser geeignet war, Körperverletzungen herbeizuführen. Zu einem Erfolg (Verletzung) kam es nicht, da der Spray vorher entdeckt wurde, indem Tell den Verhörraum betritt, hat er jedoch den letzten Schritt ins Verbrechen getan. Prüfungen Strafrecht I, 8. Juni 0 / LÖSUNGSVORSCHLAG 0 / Seite

11 Nur bei Verbrechen oder Vergehen; nicht aber bei Übertretungen. Bei der einfachen Körperverletzung handelt es sich um ein Vergehen (Art. 3 Ziff. Abs. i.v.m. Art 0 Abs. 3 StGB) Es handelt sich um ein Antragsdelikt. Fazit: Tell hat sich nach Art. 3 i.v.m. Art. Abs. StGB strafbar gemacht. Variante: Vorbereitungshandlungen Mit schlüssiger Argumentation kann der Beginn des Versuchs anhand der Schwellentheorie auch verneint und somit die Strafbarkeit von Tell ausgeschlossen werden. d. Vorbereitungshandlung [Zur Definition der Schwellentheorie siehe c. hievor.] Vorbereitungshandlungen sind grundsätzlich nicht strafbar, ausser sie sind im Katalog von Art. 60bis StGB enthalten. Die Schwelle zur Tat ist durch das blosse mit sich Führen nicht überschritten. Da die einfache Körperverletzung i.s.v. Art. 3 in Art. 60bis StGB nicht aufgeführt ist, bleibt die Vorbereitungshandlung i.c. straflos. [Die allenfalls massgebliche Waffengesetzgebung ist nicht Prüfungsstoff und soll hier unbeachtet bleiben.] Fazit: Tell hat sich nicht strafbar gemacht. Fall 6 (6 ) Gäbe es Art. 4 StGB nicht, müsste auch in Fällen von Töten aus Mitleid Art. StGB angewandt werden, da Art. der Grundtatbestand für Tötungsdelikte ist. Art. 4 StGB wird bestraft mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, Art. StGB hingegen mit Freiheitsstrafe von 5 bis zu 0 Jahren (Art. i.v.m. Art. 40 StGB). Die Maximalstrafe wäre folglich Freiheitsstrafe von 0 Jahren. Strafmildernd könnte man in diesen Fällen aber beachten, dass der Täter aus achtenswerten Beweggründen gehandelt hat (Art. 48 lit. a Ziff. StGB). In diesem Fall entfällt das Minimum von 5 Jahren gemäss Art. StGB (Art. 48a Abs. StGB) und der Richter wäre auch nicht an die Strafart (Freiheitsstrafe) gebunden (Art. 48a Abs. StGB). Die Mindeststrafe wäre dann Busse von CHF. Die Mindeststrafe wäre folglich geringer als die Strafandrohung von Prüfungen Strafrecht I, 8. Juni 0 / LÖSUNGSVORSCHLAG / Seite

12 Art. 4 StGB. Das Problem dieser Gesetzesrevision wäre, dass jemand, der nur aus Mitleid tötet, im Strafregister wegen Art. StGB eine Eintragung erfolgen würde. Ausserdem würde der Richter über sehr viel Ermessen verfügen. Fall 7 (5 ) a. Es handelt sich um retrospektive Konkurrenz. Das Gericht muss eine Zusatzstrafe zum Urteil des BG Laufenburg vom Juli 009 nach Art. 49 Abs. StGB aussprechen. Das Gericht muss sich heute fragen, wie damals das BG Laufenburg geurteilt (d.h. was für eine Strafe es ausgesprochen) hätte, wenn es damals auch über diesen Überfall hätte befinden müssen. Es muss heute eine Strafe für die "Differenz" verhängen, die damals eben nicht verhängt werden konnte (Art. 49 Abs. StGB). b. Das Gericht kann die heute zu verhängende Freiheitsstrafe von 8 Monaten nicht mehr bedingt verhängen, da diese 8 Monate zusammen mit den früher verhängten 8 Monaten 36 Monate betragen und damit mehr als 4 Monate gemäss Art. 4 Abs. StGB. Möglich wäre somit aber eine teilbedingte Strafe nach Art. 43 Abs. StGB, da die Grenze von 36 Monaten nicht überschritten wird. c. Der bedingte Strafvollzug für die ersten 8 Monate (im Juli 009 verhängt) ist rechtskräftig und kann durch die heutige Zusatzstrafe nicht mehr modifiziert werden (Praxis zu Art. 49 Abs. StGB). Prüfungen Strafrecht I, 8. Juni 0 / LÖSUNGSVORSCHLAG / Seite

Lösungsvorschlag Fall 1

Lösungsvorschlag Fall 1 Lösungsvorschlag Fall 1 Bierzeltrauferei und die Folgen I. Strafbarkeit des A wegen des Kinnhakens 1) Schwere Körperverletzung, 83 Abs 1, 84 Abs 1 OTB: KV/An sich schwere KV: Der Verlust aller 4 Schneidezähne

Mehr

Lösungsskizze zur 3. Klausur

Lösungsskizze zur 3. Klausur Lösungsskizze zur 3. Klausur 1. Wie hat sich M am Unfalltag strafbar gemacht? Erster Tatkomplex: Fahrt bis zum Unfall (1) Vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs, 315c I Nr. 1a, III Nr. 1 StGB Objektiver

Mehr

Strassenverkehrsrecht

Strassenverkehrsrecht Strassenverkehrsrecht Referat für den Verein RePrAG vom 20.10.2010 RA lic. iur. Reto Leiser, Aarau 1 s Inhalt 1. Einleitung 2. Abgrenzung Art. 90 Ziff. 1 SVG / Art. 90 Ziff. 2 SVG 3. Fahrlässige Tötung

Mehr

Wintersemester 2010 / Klausurenkurs zur Examensvorbereitung im Strafrecht. 2. Klausur / Tritte auf die Unrechtsseite

Wintersemester 2010 / Klausurenkurs zur Examensvorbereitung im Strafrecht. 2. Klausur / Tritte auf die Unrechtsseite Prof. Dr. Wolfgang Mitsch Universität Potsdam Wintersemester 2010 / 2011 Klausurenkurs zur Examensvorbereitung im Strafrecht 2. Klausur / 5. 11. 2010 Tritte auf die Unrechtsseite Lösung des Falles A. Strafbarkeit

Mehr

C könnte sich durch das Töten der O des Totschlags gemäß 212 I StGB strafbar gemacht haben.

C könnte sich durch das Töten der O des Totschlags gemäß 212 I StGB strafbar gemacht haben. Fall 5 I. Strafbarkeit des C C könnte sich durch das Töten der O des Totschlags gemäß 212 I StGB strafbar gemacht haben. 1. Tatbestand a) objektiver Tatbestand C müsste den Tod einer anderen Person kausal

Mehr

Jura Online - Fall: Latino Liebe - Lösung

Jura Online - Fall: Latino Liebe - Lösung Jura Online - Fall: Latino Liebe - Lösung 1. Teil: Strafbarkeit des R A. Strafbarkeit gem. 223 I StGB durch die Hiebe R könnte sich gem. 223 I StGB wegen Körperverletzung strafbar gemacht haben, indem

Mehr

Thema: 246 StGB; Subsidiaritätsklausel. Materialien: BGH, Urteil vom 6. Februar 2002, BGHSt 47, 243 Subsidiarität

Thema: 246 StGB; Subsidiaritätsklausel. Materialien: BGH, Urteil vom 6. Februar 2002, BGHSt 47, 243 Subsidiarität BGH, Urteil vom 6. Februar 2002, BGHSt 47, 243 Subsidiarität Sachverhalt: Otto ersticht seinen Bekannten Gustav im Laufe eines Streites, um diesen schnellstmöglich zu beenden. Nachdem Gustav tot zusammengebrochen

Mehr

Fall 4 I. Strafbarkeit des K 1. Tatbestand

Fall 4 I. Strafbarkeit des K 1. Tatbestand Fall 4 I. Strafbarkeit des K K könnte sich durch das Ohrfeigen wegen gefährlicher Körperverletzung gemäß 223, 224 I Nr. 2 Alt. 2 StGB strafbar gemacht haben. 1. Tatbestand a) objektiver Tatbestand aa)

Mehr

Fall 6. A. Strafbarkeit der J wegen Körperverletzung gem. 223 Abs. 1 StGB durch Werfen der Coladose

Fall 6. A. Strafbarkeit der J wegen Körperverletzung gem. 223 Abs. 1 StGB durch Werfen der Coladose Lösungshinweise A. Strafbarkeit der J wegen Körperverletzung gem. 223 Abs. 1 StGB durch Werfen der Coladose I. Tatbestand 1. Objektiver Tatbestand - Handlung: Das Werfen der Coladose (+) - Tatbestandlicher

Mehr

22: Die Verwirklichungsstufen der vorsätzlichen Tat und Strafbarkeit des Versuch

22: Die Verwirklichungsstufen der vorsätzlichen Tat und Strafbarkeit des Versuch 22: Die Verwirklichungsstufen der vorsätzlichen Tat und Strafbarkeit des Versuch Jede Vorsatztat durchläuft mehrere Stadien der Verwirklichung des Täterwillens, die sich unterscheiden lassen. In der chronologischen

Mehr

BGH, Urteil vom 18. Mai 1993, BGH NStZ 1993, 489 Falscher Zeuge

BGH, Urteil vom 18. Mai 1993, BGH NStZ 1993, 489 Falscher Zeuge BGH, Urteil vom 18. Mai 1993, BGH NStZ 1993, 489 Falscher Zeuge Sachverhalt: Bruno verursacht auf dem Heimweg fahrlässig einen Unfall mit einem anderen PKW. Um den straf- und zivilrechtlichen Folgen zu

Mehr

3. In einem minder schweren Fall wird der Täter mit Geldstrafe, mit Freiheitsbeschränkungsstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft.

3. In einem minder schweren Fall wird der Täter mit Geldstrafe, mit Freiheitsbeschränkungsstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft. Art. 278 1. Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderem in der Absicht wegnimmt, dieselbe sich zuzueignen, wird mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. 2. Ebenso wird

Mehr

LÖSUNGSVORSCHLÄGE EINSTIEGSFÄLLE

LÖSUNGSVORSCHLÄGE EINSTIEGSFÄLLE UE Straf- und Strafverfahrensrecht WS 2008/09 Hinterhofer 1 LÖSUNGSVORSCHLÄGE EINSTIEGSFÄLLE 1. A will X loswerden. Zu diesem Zweck schüttet er Gift in dessen Vitaminsaft. a) Die vom Vorhaben des A nichts

Mehr

Sicherheitsdepartement. Kantonspolizei. Rechtliches. Straftatbestände Vorgehen Anzeigeerstattung

Sicherheitsdepartement. Kantonspolizei. Rechtliches. Straftatbestände Vorgehen Anzeigeerstattung Rechtliches Straftatbestände Vorgehen Anzeigeerstattung Drohung - Art. 180 StGB Wer jemanden durch schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt, wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren

Mehr

226, 227 StGB. schwere Tatfolgen. 223 StGB - Grundtatbestand

226, 227 StGB. schwere Tatfolgen. 223 StGB - Grundtatbestand StrafR BT 1: Straftaten gg die Person 4 Straftaten gg d. körperl. Unversehrtheit: 224 ff., 231 StGB 1 Gründe für die Qualifizierung der 224 StGB 225 StGB 226, 227 StGB 340 StGB gefährliche Begehungsweise

Mehr

Übungen Strafrecht allgemeiner Teil

Übungen Strafrecht allgemeiner Teil Übungen Strafrecht allgemeiner Teil Fall 1 Von den Tatnäheren Personen zu den Tatferneren: Mit Frau Müller beginnen. Art. 139 StGB: objektiver Tatbestand: bewegliche Sache (Armband) fremde Sache (die Sache

Mehr

Gewahrsamsbruch erst mit Verlassen der Räumlichkeit, vgl. BGH NStZ 2008, 624= JuS 2008, 1119 (betreffend die Wegnahme eines Laptops).

Gewahrsamsbruch erst mit Verlassen der Räumlichkeit, vgl. BGH NStZ 2008, 624= JuS 2008, 1119 (betreffend die Wegnahme eines Laptops). Lösung Fall 3 A. Strafbarkeit des A gem. 242 I StGB A könnte sich wegen Diebstahls nach 242 I StGB strafbar gemacht haben, indem er den Bildschirm aus dem Großlager entwendete. 1. Tatbestand a) objektiver

Mehr

Volker Geball Lüneburg ( v.geball@gmx.de ) Rechtliche Informationen für Karateka

Volker Geball Lüneburg ( v.geball@gmx.de ) Rechtliche Informationen für Karateka Volker Geball Lüneburg ( v.geball@gmx.de ) Im nachfolgenden Text finden sich die Informationen zu meinem Vortrag anlässlich der Fachübungsleiterausbildung des Karateverbandes Niedersachsen (KVN) im Juli

Mehr

Universität Heidelberg Lösung 1. Klausur Sommersemester 2014 Prof. Dr. Gerhard Dannecker Übung im Strafrecht für Fortgeschrittene

Universität Heidelberg Lösung 1. Klausur Sommersemester 2014 Prof. Dr. Gerhard Dannecker Übung im Strafrecht für Fortgeschrittene Lösung A. Strafbarkeit des A I. 212 I, 211 StGB 1. Objektiver Tatbestand (-) a) Tathandlung (+) Eingriff in den Verteilungsprozess durch Eurotransplant (mittelbare Täterschaft) Eingriff in rettenden Kausalverlauf

Mehr

Erreichte Punkte. Problemschwerpunkte. mögliche Punkte*

Erreichte Punkte. Problemschwerpunkte. mögliche Punkte* Problemschwerpunkte Fall A. Handlungsabschnitt: Betreten des Pubs I. Strafbarkeit von Max und Karla. Hausfriedensbruch, Art. 86 StGB Geschütztes Objekt Haus: + Gegen den Willen des Berechtigten: +, Bekundung

Mehr

Strassenverkehrsrecht Referat für den Verein RePrAG vom 9. November 2016

Strassenverkehrsrecht Referat für den Verein RePrAG vom 9. November 2016 GER IC H TE K ANTON A ARGA U Strassenverkehrsrecht Referat für den Verein RePrAG vom 9. November 2016 30. Januar 2014 30. Januar 2014 Vorstellung Reto Leiser Gerichtspräsident am Bezirksgericht Aarau Mitglied

Mehr

Tötungs- und Körperverletzungsdelikte

Tötungs- und Körperverletzungsdelikte Tötungs- und Körperverletzungsdelikte Die Tatbestände des 16. und 17. Abschnitts schützen höchstpersönliche Rechtsgüter. Der 16. Abschnitt dient dem Schutz von Leben: Geborenes Leben wird in den 211 ff.

Mehr

Strafrecht I. Prof. Dr. iur. Marc Thommen. 17. Mittäterschaft - Anstiftung

Strafrecht I. Prof. Dr. iur. Marc Thommen. 17. Mittäterschaft - Anstiftung Strafrecht I Prof. Dr. iur. Marc Thommen 17. Mittäterschaft - Anstiftung 1 Täterschaft und Teilnahme Beteiligung Täterschaft Teilnahme Allein-/ Nebentäterschaft Mittäterschaft Mittelbare Täterschaft Anstiftung

Mehr

Fahrlässigkeit: objektive Pflichtverletzung nach seinen subjektiven Kenntnissen und Fähigkeiten vermeiden konnte

Fahrlässigkeit: objektive Pflichtverletzung nach seinen subjektiven Kenntnissen und Fähigkeiten vermeiden konnte Strafrecht Fahrlässigkeit: Fahrlässig handelt ein Täter, der eine objektive Pflichtverletzung begeht, sofern er sie nach seinen subjektiven Kenntnissen und Fähigkeiten vermeiden konnte und wenn gerade

Mehr

A vergiftet B mit 1/2 Dosis Gift (Handlung 1). B stirbt am Gift (Erfolg).

A vergiftet B mit 1/2 Dosis Gift (Handlung 1). B stirbt am Gift (Erfolg). Fall 4: A mischt B vorsätzlich die Hälfte der Dosis Gift ins Essen, die für eine Tötung notwendig wäre. Er glaubt, diese Dosis reiche zur Tötung. Unabhängig von A mischt C dem B ebenfalls vorsätzlich die

Mehr

Vorlesungsbegleitende Arbeitsgemeinschaft im Strafrecht für das 1. Semester (WS 11/12) Wiss. Mit. Jürgen Telke

Vorlesungsbegleitende Arbeitsgemeinschaft im Strafrecht für das 1. Semester (WS 11/12) Wiss. Mit. Jürgen Telke I. Das Strafrecht 1. Einordnung des Strafrechts Die bestehende Rechtslandschaft gliedert sich einerseits in das Privatrecht, das die Rechtverhältnisse von Privatpersonen untereinander regelt (u.u. kann

Mehr

Lösungsvorschlag Fall 1

Lösungsvorschlag Fall 1 Lösungsvorschlag Fall 1 I. 1. Bierzeltrauferei und die Folgen I. Strafbarkeit des A wegen des Kinnhakens 1) Schwere Körperverletzung, 83 Abs 1, 84 Abs 1 OTB: KV/An sich schwere KV: Der Verlust aller 4

Mehr

BGH, Beschluss vom 18. November 1969, BGHSt 23, 156 Schläfrigkeit

BGH, Beschluss vom 18. November 1969, BGHSt 23, 156 Schläfrigkeit Examinatorium im Strafrecht I: AT Prof. Dr. Heinrich BGH, Beschluss vom 18. November 1969, BGHSt 23, 156 Schläfrigkeit Sachverhalt: Anton befährt nachts gegen drei Uhr eine kaum befahrene, im Wesentlichen

Mehr

Musterlösung Strafrecht 1 (FS 2016, 29. Juni 2016)

Musterlösung Strafrecht 1 (FS 2016, 29. Juni 2016) Musterlösung Strafrecht 1 (FS 2016, 29. Juni 2016) Punkte Es konnten maximal 60 Punkte zuzüglich 5 Zusatzpunkte erreicht werden. Im Teil 1 konnten insgesamt 40 Punkte erreicht werden: 32 Punkte für die

Mehr

Musterlösung Strafrecht I HS 10 (Textaufgaben) Aufgabe 1

Musterlösung Strafrecht I HS 10 (Textaufgaben) Aufgabe 1 Musterlösung Strafrecht I HS 10 (Textaufgaben) Aufgabe 1 Nach einem anstrengenden Arbeitstag genehmigt Xaver (X) sich ein Feierabendbier in seiner Stammkneipe. Noch bevor er sein Bier ausgetrunken hat,

Mehr

Wiederholungs- und Vertiefungskurs Strafrecht II (BT)

Wiederholungs- und Vertiefungskurs Strafrecht II (BT) Wiederholungs- und Vertiefungskurs Strafrecht II (BT) Jens Puschke 1 Die Diebstahlsqualifikationen ( 244 f. StGB) Aufbauschema 242, 244 StGB I. Tatbestand 1. 242 StGB (obj. und subj.) 2. 244 StGB (Qualifikation)

Mehr

Lösungshinweise Fall 11

Lösungshinweise Fall 11 Lösungshinweise Fall 11 A. Strafbarkeit des V wegen Hausfriedensbruchs gem. 123 Abs. 1 StGB durch Betreten und Verweilen in der Wohnung des M 1. Objektiver Tatbestand - Tatobjekt Wohnung eines anderen

Mehr

I. Versuchter schwerer Raub, 249 I, 250 II Nr. 1, 22, 23 I StGB

I. Versuchter schwerer Raub, 249 I, 250 II Nr. 1, 22, 23 I StGB Lösung Klausur Nr. 1497 Strafrecht Teil I: Strafbarkeit der Beteiligten A. Strafbarkeit des P I. Versuchter schwerer Raub, 249 I, 250 II Nr. 1, 22, 23 I StGB 1. Vorprüfung a. Nichtvollendung der Tat b.

Mehr

Lösungsvorschlag Fall 3

Lösungsvorschlag Fall 3 Lösungsvorschlag Fall 3 I. Strafbarkeit der A wegen Niederstoßen des Z Fahrlässige schwere Körperverletzung ( 88 Abs 4 2. Fall) Verkürzte Prüfung: A ist aufgrund ihrer Alkoholisierung nicht in der Lage,

Mehr

Überblick über das materielle Strafrecht

Überblick über das materielle Strafrecht Überblick über das materielle Strafrecht Ausbildung der Justizwachtmeister Silvia Eger Stand: Januar 2016 Unterscheidung materielles - formelles Recht Materielles Strafrecht Formelles Strafrecht Wann liegt

Mehr

Lösungsvorschläge und Materialien für die Fälle 1 und 2

Lösungsvorschläge und Materialien für die Fälle 1 und 2 Lösungsvorschläge und Materialien für die Fälle 1 und 2 Ein Vorschlag zur Bildung von Tatkomplexen: 1. Tatkomplex: Bis zum Unfall Zu Fall 1 Beleidigung/ üble Nachrede = 185 ff. StGB? Verkehrsdelikte =

Mehr

Verhältnis Mord und Totschlag. Lösungshinweise Fall 1a

Verhältnis Mord und Totschlag. Lösungshinweise Fall 1a Verhältnis Mord und Totschlag Lösungshinweise Fall 1a Strafbarkeit des T gem. 212 I; 211 II Gr. 1 Var. 4; Gr. 3 Alt. 2 I. Tötung eines Menschen (+) II. Habgier (+) III. Verdeckungsabsicht (-) T kam es

Mehr

Lösungsvorschlag Fall 1

Lösungsvorschlag Fall 1 Pflichtübung Straf- und Strafverfahrensrecht/Hinterhofer WS 2008/2009 1 Lösungsvorschlag Fall 1 I. I. Strafbarkeit des A wegen Erhebens des Aschenbechers in Richtung des W 1) Versuchte Körperverletzung,

Mehr

Lösungsvorschläge und Materialien für die Fälle 14 bis 16

Lösungsvorschläge und Materialien für die Fälle 14 bis 16 Lösungsvorschläge und Materialien für die Fälle 14 bis 16 Zu Fall 14 A. Die Körperverletzungsdelikte ( 223 ff.) 1. Aufbau Tatbestand Objektiver Tatbestand Erfolg: körperliche Misshandlung/ Gesundheitsschädigung

Mehr

Script zur Vorlesung Strafrecht - Strafverfahrensrecht Katharina Batz Fachanwältin für Strafrecht SS 11

Script zur Vorlesung Strafrecht - Strafverfahrensrecht Katharina Batz Fachanwältin für Strafrecht SS 11 Das StGB ist in zwei Teile aufgeteilt, dem allgemeinen Teil und dem besonderen Teil Im allgemeinen Teil sind die Vorschriften geregelt, die für alle Straftaten und Straftäter gelten. Dieser Teil findet

Mehr

BGH v StR 529/74 BGHSt 26, 35 ( Gastwirt- Fall )

BGH v StR 529/74 BGHSt 26, 35 ( Gastwirt- Fall ) BGH v. 05.12.1974-4 StR 529/74 BGHSt 26, 35 ( Gastwirt- Fall ) Sachverhalt: Willi ist Wirt seiner kleinen Kneipe, in der er auch selbst allabendlich hinter dem Tresen steht und den Getränkeausschank macht.

Mehr

Die zivil- und strafrechtliche Haftung des Registrars in der Schweiz (bei rechtsverletzenden Domain-Namen)

Die zivil- und strafrechtliche Haftung des Registrars in der Schweiz (bei rechtsverletzenden Domain-Namen) Die zivil- und strafrechtliche Haftung des Registrars in der Schweiz (bei rechtsverletzenden Domain-Namen) RA Clara-Ann Gordon LL.M. Partnerin Pestalozzi Rechtsanwälte, Zürich Domain pulse 1./2. Februar

Mehr

Repetitorium Strafrecht (AT II) 1 Täterschaft und Teilnahme

Repetitorium Strafrecht (AT II) 1 Täterschaft und Teilnahme Prof. Dr. Bernd Hecker SS 2010 FB V Straf- und Strafprozessrecht Repetitorium Strafrecht (AT II) 1 Täterschaft und Teilnahme Wichtiger Hinweis: Der in Ihrem Arbeitspapier dargelegte Sachverhalt in Fall

Mehr

Fall Tatkomplex: Der Bruch

Fall Tatkomplex: Der Bruch Lösungshinweise 1. Tatkomplex: Der Bruch A. Strafbarkeit der A wegen Einbruchsdiebstahls gem. 242 Abs. 1, 243 Abs. 1 S. 2 Nr. 1, Nr. 2 StGB durch Eindrücken des Fensters und Ansichnehmen der 1.000 Euro

Mehr

Anwendungskurs Strafrecht Allgemeiner Teil II und Eigentumsdelikte - Mittelbare Täterschaft -

Anwendungskurs Strafrecht Allgemeiner Teil II und Eigentumsdelikte - Mittelbare Täterschaft - Anwendungskurs Strafrecht Allgemeiner Teil II und Eigentumsdelikte - Mittelbare Täterschaft - Fall 3 Gammelfleisch Lösungsskizze Ausgangsfall Prüfungsaufbau: mit dem Tatnächsten beginnen. Hier hat M die

Mehr

Täterschaft und Teilnahme

Täterschaft und Teilnahme Täterschaft und Teilnahme Täterschaft Teilnahme unmittelbare Täterschaft ( 25 I) Anstiftung ( 26) mittelbare Täterschaft ( 25 I) Beihilfe ( 27) Mittäter ( 25 II) Abgrenzung erforderlich Nebentäter (gesetzlich

Mehr

Musterlösung der Assessement-Prüfung im Strafrecht I (9. Juni 2010 bei Prof. A. Donatsch und Prof. B. Tag)

Musterlösung der Assessement-Prüfung im Strafrecht I (9. Juni 2010 bei Prof. A. Donatsch und Prof. B. Tag) Musterlösung der Assessement-Prüfung im Strafrecht I (9. Juni 2010 bei Prof. A. Donatsch und Prof. B. Tag) Musterlösung der Assessement-Prüfung im Strafrecht I... 1 Aufgabe 1: Der lange Schatten des Fussballs

Mehr

Script zur Vorlesung Strafrecht - Strafverfahrensrecht Katharina Batz Fachanwältin für Strafrecht SS 11

Script zur Vorlesung Strafrecht - Strafverfahrensrecht Katharina Batz Fachanwältin für Strafrecht SS 11 Versuch, Rücktritt vom Versuch, tätige Reue Strafbarkeit des Versuchs: stets bei Verbrechen, bei Vergehen nur, wenn das Gesetz es ausdrücklich bestimmt, 23 Was ist Versuch? 22 sagt, den Versuch einer Straftat

Mehr

Konversatorium Strafrecht III Nichtvermögensdelikte

Konversatorium Strafrecht III Nichtvermögensdelikte Konversatorium Strafrecht III Nichtvermögensdelikte 1. Stunde: Wiederholung AT (I.) Viviana Thompson Lehrstuhl Prof. Dr. Schuster Wiederholung Strafrecht AT (I.) Versuch und Rücktritt Prüfungsaufbau eines

Mehr

Mittäterschaft ( 25 Abs. 2 StGB)

Mittäterschaft ( 25 Abs. 2 StGB) Mittäterschaft ( 25 Abs. 2 StGB) I. Voraussetzungen 1. Gemeinsamer Tatentschluss 2. Objektiver Tatbeitrag a) Zeitpunkt nach hm genügt Beitrag im Vorbereitungsstadium, nach aa ist der Beitrag im Stadium

Mehr

BGH, Urteil vom 12. Januar 1962, BGHSt 17, 87 Moos-raus. Thema: 242 StGB; Rechtswidrigkeit der Zueignung

BGH, Urteil vom 12. Januar 1962, BGHSt 17, 87 Moos-raus. Thema: 242 StGB; Rechtswidrigkeit der Zueignung BGH, Urteil vom 12. Januar 1962, BGHSt 17, 87 Moos-raus Sachverhalt: Harald betreibt eine Kneipe. Auf Grund diverser Zechgelagen schuldet ihm der Gast Gustav noch insgesamt 20 Euro. Als Harald eines Tages

Mehr

Strafrecht Allgemeiner Teil

Strafrecht Allgemeiner Teil Strafrecht Allgemeiner Teil Konkurrenzen Prof. Wohlers Vgl. DONATSCH/TAG, S. 392 ff.; WOHLERS, S. 151 ff. 31.08.2010 Seite 1 Schematische Darstellung der Strafbemessung bei mehrfacher Gesetzesverletzung

Mehr

AG Strafrecht - Modul S II Sommersemester 2016

AG Strafrecht - Modul S II Sommersemester 2016 AG Strafrecht - Modul S II Sommersemester 2016 Sajanee Arzner Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Europäisches Strafrecht und neuere Rechtsgeschichte von Prof.

Mehr

Vorlesung 8: Änderung und Beendigung der Sanktion

Vorlesung 8: Änderung und Beendigung der Sanktion Vorlesung 8: Änderung und Beendigung der Sanktion PD Dr. iur. Stefan Heimgartner 21.04.16 (Titel der Präsentation), Lehrstuhl Prof. Dr. iur. Christian Schwarzenegger, (Autor) Seite 1 Bedingte Entlassung

Mehr

BayObLG, Urteil vom , NJW 1990, 131 Aids-Fall

BayObLG, Urteil vom , NJW 1990, 131 Aids-Fall BayObLG, Urteil vom 15.9.1989, NJW 1990, 131 Aids-Fall Sachverhalt: Anton hat von seinem Hausarzt erfahren, dass er mit Aids infiziert sei. Der Arzt klärt ihn dabei vollständig über die Folgen der Infizierung,

Mehr

A: Strafbarkeit der N

A: Strafbarkeit der N ÜBUNG IM STRAFRECHT FÜR ANFÄNGER/INNEN II (SoS 2007) Juristische Fakultät der Universität Freiburg Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht Prof. Dr. Roland Hefendehl & Mitarbeiter Lösungshinweise

Mehr

Inhalt. Standardfälle Strafrecht Band 2

Inhalt. Standardfälle Strafrecht Band 2 Inhalt Standardfälle Strafrecht Band 2 Fall 1: Mord und Totschlag 7 Versuch Rücktritt vom Versuch Mordmerkmale Gefährliche Körperverletzung Unterlassene Hilfeleistung Fall 2: Mensch ärgere Dich nicht!

Mehr

Lösungshinweise zu den Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit (4)

Lösungshinweise zu den Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit (4) Arbeitsgemeinschaft im Strafrecht (BT) SoS 2014 Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht Larissa Koch http://www.strafecht-online.org

Mehr

2. Ergebnis A hat sich durch den Schuss auf X nicht wegen Totschlags nach 212 I StGB strafbar gemacht.

2. Ergebnis A hat sich durch den Schuss auf X nicht wegen Totschlags nach 212 I StGB strafbar gemacht. Lösung Fall 1 Strafbarkeit des A I. 212 I StGB (durch den Schuss) A könnte sich wegen Totschlags gem. 212 I StGB strafbar gemacht haben, indem er auf den X schoss. 1. Tatbestand a) objektiver Tatbestand

Mehr

Fall Woche 2 Sachverhalt

Fall Woche 2 Sachverhalt Fall Woche 2 Sachverhalt Aufgrund der guten Auftragslage muss Malermeister A weitere Mitarbeiter in seinem Betrieb einstellen. Unter anderem stellt er den Studenten S ein, dem er die Aufgabe gibt die Außenfassade

Mehr

Lösungsskizze zum Probeexamen vom 08.04.2015 Besprechung am 24.04.2015

Lösungsskizze zum Probeexamen vom 08.04.2015 Besprechung am 24.04.2015 PD Dr. Ulrike Schittenhelm Lösungsskizze zum Probeexamen vom 08.04.2015 Besprechung am 24.04.2015 A. Das Darlehen I. Strafbarkeit des C - 267 I 1. Alt., III Nr. 2 Obj. Tb: Herstellen einer unechten Urkunde

Mehr

19 Fälle im Straf- und Strafprozessrecht

19 Fälle im Straf- und Strafprozessrecht Angelika Murer Mikolásek Dr. iur., Lehrbeauftragte an der Universität Zürich, Gerichtsschreiberin am Obergericht des Kantons Zürich und Ersatzbezirksrichterin am Bezirksgericht Winterthur Thomas Vesely

Mehr

Räuberische Erpressung. Raub. 249 StGB. 253, 255 StGB

Räuberische Erpressung. Raub. 249 StGB. 253, 255 StGB Raub 249 StGB Räuberische Erpressung 253, 255 StGB BGH: Raub ist ein spezieller Fall der räuberischen Erpressung, weshalb zwangsläufig beim Raub eine räuberische Erpressung mitverwirklicht ist. Eine Wegnahme

Mehr

Juristischer Gutachtenstil

Juristischer Gutachtenstil Tina Hildebrand Juristischer Gutachtenstil Ein Lehr- und Arbeitsbuch 2. Auflage Wie baue ich aus den einzelnen Schritten ein Gutachten? 7 3. Wie baue ich aus den einzelnen Schritten ein Gutachten? Wichtig

Mehr

Oberstaatsanwaltschaft

Oberstaatsanwaltschaft Oberstaatsanwaltschaft Weisung Nr. 4.4 Strafbefehl (Art. 9, 324 f., 352 ff. StPO) 1. Grundsatz Sind die Voraussetzungen für den Erlass eines Strafbefehls gegeben, hat zwingend ein Strafbefehl zu ergehen.

Mehr

2. Hat die in 1 bezeichnete Sache einen bedeutenden Wert, wird der Täter mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

2. Hat die in 1 bezeichnete Sache einen bedeutenden Wert, wird der Täter mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft. Art. 291-293 Art. 291 1. Wer eine durch eine verbotene Tat erlangte Sache erwirbt, abzusetzen hilft, an sich nimmt oder zu verstecken hilft, wird mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf

Mehr

Wiederholungs- und Vertiefungskurs Strafrecht II (BT)

Wiederholungs- und Vertiefungskurs Strafrecht II (BT) Wiederholungs- und Vertiefungskurs Strafrecht II (BT) Jens Puschke Aufbauschema Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer ( 316a) I. Objektiver Tatbestand 1. Angriff auf Leib oder Leben oder die Entschlussfreiheit

Mehr

Fall 5. Strafbarkeit von T und F? Die Strafbarkeit wegen dem Überfall auf die Tankstelle ist nicht zu prüfen. Gutachten. A. Strafbarkeit der F

Fall 5. Strafbarkeit von T und F? Die Strafbarkeit wegen dem Überfall auf die Tankstelle ist nicht zu prüfen. Gutachten. A. Strafbarkeit der F Fall 5 T hat einen Raubüberfall auf eine Tankstelle begangen. Einige Zeit später kommt es zur Anklage vor dem Landgericht Saarbrücken. Da T nicht eindeutig identifiziert werden konnte, weil er während

Mehr

Anwendungskurs: Strafrecht Allgemeiner Teil II und Eigentumsdelikte

Anwendungskurs: Strafrecht Allgemeiner Teil II und Eigentumsdelikte Anwendungskurs: Strafrecht Allgemeiner Teil II und Eigentumsdelikte Wiss. Mit. Julia Volkmann-Benkert/ Johannes Koranyi, Bo. 3, Raum 3316 Tel.: 030/ 838 547 15; email: julia.volkmann-benkert@fu-berlin.de;

Mehr

Würzburger Woche an der April Dipl. Jur. Christopher Jones, Europajurist (Universität Würzburg)

Würzburger Woche an der April Dipl. Jur. Christopher Jones, Europajurist (Universität Würzburg) Würzburger Woche an der Bahçeşehir Üniversitesi 26. 30. April 2010 Strafrecht Dipl. Jur. Christopher Jones, Europajurist (Universität Würzburg) Gliederung: Teil 1 Allgemeiner Teil Allgemeines (Allg) Deliktsprüfung

Mehr

Fall 15. 1. Handlungskomplex: Die Alkoholfahrt des Al. Strafbarkeit des Al wegen fährlässiger Tötung gem. 222 StGB durch Erfassen des Mopeds

Fall 15. 1. Handlungskomplex: Die Alkoholfahrt des Al. Strafbarkeit des Al wegen fährlässiger Tötung gem. 222 StGB durch Erfassen des Mopeds Lösungshinweise 1. Handlungskomplex: Die Alkoholfahrt des Al Strafbarkeit des Al wegen fährlässiger Tötung gem. 222 StGB durch Erfassen des Mopeds 1. Erfolg (+), der Mopedfahrer ist tot. 2. Handlung (+),

Mehr

BGH, Urteil vom 18. Juni 1957, BGHSt 10, 291 Piepslaute

BGH, Urteil vom 18. Juni 1957, BGHSt 10, 291 Piepslaute BGH, Urteil vom 18. Juni 1957, BGHSt 10, 291 Piepslaute Sachverhalt: Berta wird im Oktober 2006 von ihrem Freund Anton schwanger. Jedoch wollen weder Berta noch Anton das Kind bekommen, sodass sich Berta

Mehr

Die korrigierte Klausur

Die korrigierte Klausur Die korrigierte Klausur Von Rechtsanwalt Manzur Esskandari und Rechtsanwältin Nicole Schmitt Klausuren mit mehr oder minder mustergültigen Lösungen lassen sich in vielen Fallsammlungen und z. B. auch in

Mehr

I. Strafbarkeit des A wegen des zu schnellen Fahrens

I. Strafbarkeit des A wegen des zu schnellen Fahrens UE SS 2007 1 Lösungsvorschlag Fall 3 I. I. Strafbarkeit des A wegen des zu schnellen Fahrens 1) Fahrlässige Tötung, 80 Tötungserfolg: Dieser ist eingetreten, weil M laut Sachverhalt den Tod gefunden hat.

Mehr

Jura Online - Fall: Liebesspiel - Lösung

Jura Online - Fall: Liebesspiel - Lösung Jura Online - Fall: Liebesspiel - Lösung Ausgangsfall 1. Teil: Strafbarkeit des Y A. Strafbarkeit gem. 212 I StGB durch Einstechen mit dem Jagdmesser auf G Y könnte sich gem. 212 I StGB wegen Totschlags

Mehr

I. 242 I StGB (Blue-Ray) D könnte sich wegen Diebstahls gem. 242 I StGB strafbar gemacht haben, indem er die Blue-Ray stahl.

I. 242 I StGB (Blue-Ray) D könnte sich wegen Diebstahls gem. 242 I StGB strafbar gemacht haben, indem er die Blue-Ray stahl. Fall 3 A. Strafbarkeit des D I. 242 I StGB (Blue-Ray) D könnte sich wegen Diebstahls gem. 242 I StGB strafbar gemacht haben, indem er die Blue-Ray stahl. a) Objektiver Tatbestand Die Blue-Ray-Disc steht

Mehr

Erfolgsqualifikationen. 226 StGB schwere. Körperverletzung. 227 StGB. Körperverletzung. mit Todesfolge

Erfolgsqualifikationen. 226 StGB schwere. Körperverletzung. 227 StGB. Körperverletzung. mit Todesfolge StrafR BT 1: Straftaten gg die Person 3u4 Straftaten gg die körperl. Unversehrtheit: 1 Systematik der sdelikte Qualifikationen Grundtatbestand Erfolgsqualifikationen selbständige Abwandlungen 223 StGB

Mehr

Thema: Abgrenzung Tötung in mittelbarer Täterschaft (straflose) Teilnahme an fremder Selbsttötung

Thema: Abgrenzung Tötung in mittelbarer Täterschaft (straflose) Teilnahme an fremder Selbsttötung BGH, Urteil vom 5. Juli 1983, BGHSt 32, 38 Sirius-Fall Sachverhalt: Anton unterhält eine Beziehung mit der ihm hörigen Berta. Im Mittelpunkt ihrer Beziehung stehen Gespräche über Psychologie und Philosophie.

Mehr

Bestrafung trotz Schuldunfähigkeit im Zeitpunkt der Tatbegehung?

Bestrafung trotz Schuldunfähigkeit im Zeitpunkt der Tatbegehung? Bestrafung trotz Schuldunfähigkeit im Zeitpunkt der Tatbegehung? Grundsätzlich muss Schuldfähigkeit im Zeitpunkt der Tatbegehung gegeben sein wenn Art. 19 Abs. 1 StGB eingreift, ist eine Bestrafung grundsätzlich

Mehr

Fall 5. Anspruch des G gegen S aus 823 Abs. 1 BGB, gerichtet auf Schadensersatz ( 249 Abs. 1 BGB) und Schmerzensgeld ( 253 Abs. 2 BGB).

Fall 5. Anspruch des G gegen S aus 823 Abs. 1 BGB, gerichtet auf Schadensersatz ( 249 Abs. 1 BGB) und Schmerzensgeld ( 253 Abs. 2 BGB). (BGHZ 67, 189): S soll einen Jugendarrest absitzen und wird polizeilich gesucht. Als Polizist G den S in seiner Wohnung überrascht, stürzt S aus dem Fenster, kleaert über die Feuerleiter nach unten und

Mehr

Straftaten gegen die Rechtspflege: Schutzrichtung der Tatbestände. Täter. 164 StGB. Rechtspflegeorgan

Straftaten gegen die Rechtspflege: Schutzrichtung der Tatbestände. Täter. 164 StGB. Rechtspflegeorgan StrafR BT 2: Straftaten gg Gemeinschaftswerte 13 Straftaten gg die Rechtspflege: 145d, 164, 258 StGB 1 Straftaten gegen die Rechtspflege: Schutzrichtung der Tatbestände Täter 145 d StGB 153 ff. StGB 164

Mehr

cand. iur. Marc Scherrer Zusammenfassung Tutoratsstunde 1 bis 5 Strafrecht Allgemeiner Teil

cand. iur. Marc Scherrer Zusammenfassung Tutoratsstunde 1 bis 5 Strafrecht Allgemeiner Teil cand. iur. Marc Scherrer Zusammenfassung Tutoratsstunde 1 bis 5 Universität Zürich Strafrecht Allgemeiner Teil Vorwort I Vorwort Das vorliegende Skriptum zum Allgemeinen Teil des Strafrechts soll als Lernhilfe

Mehr

Ass. Prof. Dr. A. Eicker Wiederholungsklausur im Strafrecht 2006

Ass. Prof. Dr. A. Eicker Wiederholungsklausur im Strafrecht 2006 Lösungsskizze (Schwerpunkte in den Fällen 1 und 2: Versuch und Rücktritt; error in objecto und aberratio ictus; Fahrlässigkeit) Teil 1 Aufgabe 1: Gewissensbisse 1. Ernst könnte sich der versuchten vorsätzlichen

Mehr

Grundkurs Strafrecht II PD Dr. Luís Greco Teil 3: Straftaten gegen das werdende Leben. Teil 3: Straftaten gegen das werdende Leben

Grundkurs Strafrecht II PD Dr. Luís Greco Teil 3: Straftaten gegen das werdende Leben. Teil 3: Straftaten gegen das werdende Leben Teil 3: Straftaten gegen das werdende Leben 218. Schwangerschaftsabbruch (1) Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handlungen, deren

Mehr

Verband Deutscher Sporttaucher e.v. Rechtssituation des Tauchausbilders Rechte und Pflichten

Verband Deutscher Sporttaucher e.v. Rechtssituation des Tauchausbilders Rechte und Pflichten Verband Deutscher Sporttaucher e.v. Fachbereich Ausbildung Rechtssituation des Tauchausbilders Rechte und Pflichten Weiterbildung Saarländischer Tauchsportbund e.v. 11.04.2015 Reiner Kuffemann VDST TL

Mehr

Az. 3 Ss 89/02. Leitsatz:

Az. 3 Ss 89/02. Leitsatz: 1 Az. 3 Ss 89/02 Leitsatz: Auch die Jugendstrafe wegen "Schwere der Schuld" kommt nur in Betracht, wenn sie zur erzieherischen Einwirkung auf den jugendlichen Täter notwendig ist. Der äußere Unrechtsgehalt

Mehr

Verfassungsrechtliche Grundlagen des Strafrechts Das Bestimmtheitsgebot

Verfassungsrechtliche Grundlagen des Strafrechts Das Bestimmtheitsgebot Verfassungsrechtliche Grundlagen des Strafrechts Das Bestimmtheitsgebot Beispielsfall: Folgende Regelung wird in das StGB aufgenommen: Vermögensstrafe: Verweist das Gesetz auf diese Vorschrift, so kann

Mehr

Lösungsvorschlag zu Fall 3

Lösungsvorschlag zu Fall 3 Lösungsvorschlag zu Fall 3 1. Tatkomplex: Fliegenlassen der Vögel 1 A. T könnte sich wegen Sachbeschädigung gemäß 303 Abs. 1 StGB strafbar gemacht haben, indem er den Vogelkäfig kaputt machte. Dafür müssten

Mehr

Lösungsskizze für die integrierte Hausarbeit im Strafrecht Sommersemester 2012

Lösungsskizze für die integrierte Hausarbeit im Strafrecht Sommersemester 2012 Lösungsskizze für die integrierte Hausarbeit im Strafrecht Sommersemester 2012 Strafbarkeit des H A. 212, 22, 23 I StGB I. Nichtvollendung der Haupttat (+) II. Strafbarkeit des Versuchs: 23 I, 12 I StGB

Mehr

BGH, Beschluss vom 21. Februar 2002, NStZ 2002, 481 Geldeintreibung. Thema: 253 StGB Rechtswidrigkeit der Bereicherung

BGH, Beschluss vom 21. Februar 2002, NStZ 2002, 481 Geldeintreibung. Thema: 253 StGB Rechtswidrigkeit der Bereicherung BGH, Beschluss vom 21. Februar 2002, NStZ 2002, 481 Geldeintreibung Sachverhalt: Die Prostituierte Amanda spiegelt ihrem Freund Bernhard wahrheitswidrig vor, ihr Freier Friedhelm schulde ihr noch einen

Mehr

Obersatz: Fraglich ist, ob T vorsätzlich geschlagen hat.

Obersatz: Fraglich ist, ob T vorsätzlich geschlagen hat. Wie baue ich aus den einzelnen Schritten ein Gutachten? 7 Beispiel: Wer eine fremde Sache zerstört oder beschädigt, begeht eine Sachbeschädigung. Daraus ergibt sich die Prüfungsreihenfolge: Sache (1),

Mehr

Strafrecht. Rechtsanwältin Annett Lindemann. Fachanwältin für Verkehrsrecht Fachanwältin für Strafrecht

Strafrecht. Rechtsanwältin Annett Lindemann. Fachanwältin für Verkehrsrecht Fachanwältin für Strafrecht Strafrecht Aufbau + Prüfung von Rechtsnormen Rechtsnormen bestehen aus Tatbestand (= Voraussetzungen) alle Studentinnen mit braunen Haaren die eine blaue Jeans anhaben und Rechtsfolge (= Ergebnis) dürfen

Mehr

Prof. Dr. Klaus Marxen 1. Februar 2008 PÜ Strafrecht Grundkurs I Wintersemester 2007/2008. Fall 10: Panik-Fall

Prof. Dr. Klaus Marxen 1. Februar 2008 PÜ Strafrecht Grundkurs I Wintersemester 2007/2008. Fall 10: Panik-Fall Fall 10: Panik-Fall Sachverhalt A befährt mit seinem Wagen eine abseits gelegene, schmale Landstraße. Ein quer auf dieser Straße stehender PKW versperrt ihm den Weg. Das Fahrzeug war zuvor gegen einen

Mehr

Fall: Die Baugrube. - An einer Gefahrenquelle spielendes Kind ist nicht generell in einer hilflosen Lage. (-)

Fall: Die Baugrube. - An einer Gefahrenquelle spielendes Kind ist nicht generell in einer hilflosen Lage. (-) Lösungshinweise Variante 1 A. Strafbarkeit der N gem. 221 Abs. 1 Nr. 2 - An einer Gefahrenquelle spielendes Kind ist nicht generell in einer hilflosen Lage. (-) B. Strafbarkeit der N gem. 171 - Scheitert

Mehr

Universität Heidelberg Lösung 1. Klausur Sommersemester Lösungsskizze

Universität Heidelberg Lösung 1. Klausur Sommersemester Lösungsskizze Lösungsskizze 1. Abschnitt: Strafbarkeit des D A. Körperverletzung durch Unterlassen, 223 I, 13 I StGB 1 1. körperliche Misshandlung oder Gesundheitsschädigung 2. Handlung: Unterlassen 3. physisch-reale

Mehr

Tötung auf Verlangen, 216 StGB

Tötung auf Verlangen, 216 StGB Arbeitsgemeinschaft im Strafrecht (BT) SoSe 2014 Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht Laura Diebold http://www.strafecht-online.org

Mehr

Klausur im Strafrecht für Fortgeschrittene

Klausur im Strafrecht für Fortgeschrittene Seite 1 von 5 Prof. Dr. Hellmann Universität Potsdam Klausur im Strafrecht für Fortgeschrittene Lösungsskizze Erster Handlungsabschnitt: Verhalten des T nach dem Bezahlen A. Niederschlagen des W I. 249,

Mehr

Eckpunktepapier zur Reform des Sexualstrafrechts mit dem Grundsatz Nein heißt Nein

Eckpunktepapier zur Reform des Sexualstrafrechts mit dem Grundsatz Nein heißt Nein Dr. Eva Högl, Elisabeth Winkelmeier-Becker, Elke Ferner, Annette Widmann-Mauz, Dr. Carola Reimann, Karin Maag, Dr. Johannes Fechner, Sönke Rix 1. Juni 2016 Eckpunktepapier zur Reform des Sexualstrafrechts

Mehr

VIII. Gefährliche Körperverletzung ( 224 I StGB)

VIII. Gefährliche Körperverletzung ( 224 I StGB) VIII. Gefährliche Körperverletzung ( 224 I StGB) (1) Wer die Körperverletzung 1. durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen, 2. mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen

Mehr

Rechtliche Grundlagen FeM - ambulant

Rechtliche Grundlagen FeM - ambulant Rechtliche Grundlagen FeM - ambulant Die Verantwortung der rechtlichen Betreuer und Betreuerinnen Seite 1 Inhaltsverzeichnis 1. Was ist zu bedenken? 2. Rechtliche Grundlagen a) Auszug aus dem Grundgesetz

Mehr