Ausbildungsgruppe Prüfungsgruppe 04.10

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1 BBS Rinteln - Standort Dauestraße Rinteln Tel.: Mobil: Abgabedatum Studienreferendarin Bettina Kallmeyer Ausbildungsgruppe Prüfungsgruppe Unterrichtsentwurf Prüfungsunterricht Nr. 1 Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung Themenbereich gem. PVO-Lehr II Verschuldung im Lernfeld 12 des Rahmenlehrplans für die Ausbildung zum Medizinischen Fachangestellten/zur Medizinischen Fachangestellten Thema der Stunde Wie soll Daniela auf die veränderte finanzielle Situation reagieren? Schulform (Stufe) Fachstufe II des Ausbildungsberufes Medizinischer Fachangestellter/Medizinische Fachangestellte Klasse bzw. Lerngruppe XXX Fachlehrkraft XXX Unterricht Tag XX Ort XXX Zeit XXX Raum XXX Besprechung Zeit im Anschluss Raum Bücherei Prüfungsausschuss Vorsitz Fachleitung Fachrichtung Fachleitung Unterrichtsfach Leitung Pädagogisches Seminar Schulleitung Ausbildungslehrerin XXX Herr Marx XXX Herr Krüger XXX XXX

2 1 Analyse des Bedingungsfeldes 1.1 Strukturdaten der Klasse Die Schülerinnen der Klasse XXX besuchen die Fachstufe II des Ausbildungsberufes Medizinischer Fachangestellter/Medizinische Fachangestellte. Sie haben im dritten Ausbildungsjahr einen Berufsschultag. Die Klasse besteht aus insgesamt 15 Schülerinnen im Alter von 18 bis 23 Jahren, sowie der Gastschülerin, Homa, die als Externe, d. h. ohne betriebliche Berufsausbildung, die Abschlussprüfung ablegen möchte und somit die Berufsschule freiwillig besucht. Hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Vorbildung ist die XXX eine heterogene Lerngruppe. Neun Schülerinnen verfügen über einen Sekundarabschluss I Realschulabschluss und sechs Schülerinnen über einen erweiterten Sekundarabschluss I Realschulabschluss. Die zuletzt besuchten Schulformen sind sehr unterschiedlich, wie die Angaben im Sitzplan (Anlage 1) ausführen. Außer Ann-Kathrin, die zuvor die Einjährige Berufsfachschule Wirtschaft für Realschulabsolventen/Realschulabsolventinnen besuchte, weist keine der Schülerinnen Vorkenntnisse im Bereich Wirtschaft und Verwaltung auf. 1.2 Analyse der Schüler- und Klassensituation Die XXX ist eine sehr disziplinierte Klasse und zeigt Interesse an betriebswirtschaftlichen Inhalten. Hinsichtlich der Fachkompetenz im Lernfeld 12 Berufliche Perspektiven entwickeln 1 ist zu sagen, dass die Schülerinnen viele eigene Erfahrungen wie z. B. die Eröffnung und Führung eines Girokontos oder die Aufnahme von Krediten in den Unterricht einbringen können. Des Weiteren kann an das Vorwissen aus dem Lernfeld 1 Im Beruf und Gesundheitswesen orientieren 2 des ersten Ausbildungsjahres angeknüpft werden, in dem bereits die Eröffnung eines Girokontos inklusive des Vergleichs der Konditionen der ortsansässigen Banken thematisiert wurde. Das geplante vertiefende Aufgreifen dieser Inhalte ist der anstehenden Abschlussprüfung dienlich. Die mündliche Beteiligung der Lerngruppe ist gut. Aus qualitativer und quantitativer Sicht beteiligen sich Judith, Aileen und Sarah B. gut am Unterricht, während Jenny M. und Marie zum Unterricht quantitativ stark, jedoch inhaltlich häufig nur schwach beitragen. Einige der Schülerinnen sind sehr ruhig und zurückhaltend und leisten nur selten freiwillig mündliche Beiträge, so dass ich sie durch aktive Ansprache in den Unterricht einbeziehe und durch ein geeignetes Bestätigungsverhalten fördere. Insgesamt erlebe ich die GMF03A als äußerst disziplinierte Lerngruppe, die zumeist konzentriert und ruhig dem Unterricht folgt. 1 Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium (2005): Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Medizinischer Fachangestellter/Medizinische Fachangestellte; S.20 ; Stand: November Vgl. ebenda, S. 9. 1

3 Die Methodenkompetenz der Lerngruppe ist gut. Generell sind die Schülerinnen neuen Methoden gegenüber aufgeschlossen. Der Einsatz unterschiedlicher Methoden erhöht die Lebendigkeit der Lerngruppe. Die Schülerinnen sind u. a. mit der Erstellung von Plakaten, der Strukturierung von Inhalten mittels Mindmaps und Flow-Charts sowie der Kartenabfrage vertraut. Die Methoden Stationenlernen und Blitzlicht werden von mir erstmalig in dieser Lerngruppe eingesetzt. Eine Erweiterung des Methodenrepertoires der Lerngruppe ist hinsichtlich der Bereicherung des Unterrichts zu befürworten und wird von mir aktiv verfolgt. Die Lerngruppe kennt die Sozialformen Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit und arbeitet in diesen zumeist sehr selbstständig und äußerst diszipliniert. Der Umgang der Schüler untereinander ist als kooperativ und freundlich einzuschätzen, so dass bei allen von einer angemessenen sozialen Kompetenz auszugehen ist. 1.3 Situation der Referendarin in der Klasse und Kompetenzen der Lehrkraft Seit Beginn des neuen Schuljahres begleite ich im Rahmen meines Ausbildungsunterrichts die Fachlehrkraft XXX zwei Stunden pro Woche im Wirtschaftsunterricht. Seitdem erteilte ich insgesamt 23 Stunden selbst in dieser Lerngruppe und fühle mich von den Schülerinnen sowohl fachlich als auch persönlich akzeptiert. Im Rahmen meiner Hausarbeit für die Zweite Staatsprüfung habe ich mich im Unterrichtsfach Spanisch mit der Methode Stationenlernen differenziert auseinandergesetzt und sie bereits angewendet. 2 Didaktisch- methodische Konzeption 2.1 Legitimation und Beschreibung der Makrosequenz Die curricularen Grundlagen für die vorliegende Makrosequenz bilden der Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Medizinischer Fachangestellter/Medizinische Fachangestellte 3 vom November 2005 sowie der schulinterne Lehrplan der BBS Rinteln 4. Das Thema der geplanten Unterrichtsstunde ist dem Lernfeld 12 Berufliche Perspektiven entwickeln zuzuordnen. Die Zielformulierung im Rahmenlehrplan lautet: [Die Schülerinnen und Schüler] vergleichen unterschiedliche Konditionen zur Kontoführung und Kreditaufnahme. 5 Die im schulinternen Lehrplan der BBS Rinteln angegebenen Lerninhalte entsprechen inhaltlich der Zielformulierung des Rahmenlehrplans, allerdings erfolgen einige Umlagerungen verschiedener Inhalte aus und in dieses Lernfeld, welche jedoch die Makrosequenz Möglichkeiten und Gefahren einer Kreditaufnahme nicht betreffen. Beide curricularen Vorgaben sehen für das Lernfeld 12 einen zeitlichen Umfang von 80 Unterrichtsstunden vor. 3 Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium (2005): Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Medizinischer Fachangestellter/Medizinische Fachangestellte; Stand: November Vgl. Berufsbildende Schulen Rinteln (2008): Schulinterner Lehrplan für die Ausbildung zum Medizinischen Fachangestellten/zur Medizinischen Fachangestellten; Stand: Juli Vgl. Niedersächsisches Kultusministerium (2005): Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Medizinischer Fachangestellter/Medizinische Fachangestellte; S. 20; Stand: November

4 Tabelle 1: Makrosequenz-Übersicht 6 Möglichkeiten und Gefahren einer Kreditaufnahme Angestrebte Kompetenzen: Die Schülerinnen vergleichen unterschiedliche Konditionen zur Kreditaufnahme und erweitern diesbezüglich ihre finanziellen Kompetenzen. Sie kennen die Gefahren einer Verschuldung, mögliche Gründe, bzw. Auslöser für eine Überschuldung und Maßnahmen, um eine solche zu vermeiden. Sie werden sich der wirtschaftlichen, sozialen und persönlichen Folgen einer Überschuldung bewusst und informieren sich über mögliche Wege aus einer Überschuldung. Datum/ Stunden Thematische Einheit Ziel/Inhalt Ausgangssituation Handlungsprodukt Problemdefinition, Zielformulierung, Analyse XX 1./2. Std. Können sich Daniela und Michael die Wohnung samt Einrichtung leisten? Persönliche Betroffenheit und Einstieg in die Situation Umzug Girokonto Einnahmen-/Ausgabenrechnung Konditionen, Rückzahlung, Absicherung, Vorteile und Gefahren von Dispositionskredit und Ratenkredit Daniela hat eine Wohnungsannonce im Internet gefunden. Michael möchte das Auto von seinen Eltern übernehmen. Tafelbild AB Einnahmen-/ Ausgabenrechnung AB Kreditarten für Privatpersonen Entscheidung: Finanzierung über Ratenkredit Analyse, Suche nach Lösungsalternativen, Bewertung von Lösungsalternativen, Entscheidung, Planung XX 3./4. Std. PU I Wie soll Daniela auf die veränderte finanzielle Situation reagieren? Differenzierung Verschuldung Überschuldung Gründe für finanzielle Engpässe situatiosangepasste Einnahmen-/Ausgabenrechnung Möglichkeiten zur Vermeidung einer Überschuldung mögliche Folgen einer Überschuldung Daniela und Michael trennen sich. Daniela möchte die Wohnung, Michael das Auto behalten. ABs aus Stationenlernen Tafelbild mit konkreten Lösungsvorschlägen zur Stundenfrage Analyse, Suche nach Lösungsalternativen, Bewertung von Lösungsalternativen, Entscheidung, Planung XX 5./6. Std. Was soll Daniela angesichts ihrer bevorstehenden Überschuldung unternehmen? Wege aus der Überschuldung: - durch Überschuldeten selbst - Inanspruchnahme einer Schuldnerberatung, hier: Entwicklung Fragenkatalog für Expertengespräch - Wiederholung: außergerichtliches und gerichtliches Mahnverfahren - Verbraucherinsolvenzverfahren Daniela verschuldet sich immer tiefer, ihr Dispo von 2 T ist bereits ausgeschöpft. Die ersten Mahnungen kommen ins Haus. Ergänzung der Übersicht Maßnahmen bei Überschuldung Fragenkatalog Schaubild Verbraucherinsolvenzverfahren Durchführung, Kontrolle und Reflexion XX 7./8. Std. Daniela im Gespräch mit dem Schuldnerberater. Expertengespräch mit Schuldnerberater Rainer Bölke von Arbeit und Leben in Rinteln Klärung offener Fragen, Darbietung echter Fälle Reflexion der Unterrichtseinheit Daniela geht zum Beratungstermin beim Schuldnerberater. Expertengespräch Fragenkatalog Gesprächsprotokoll Zielscheibe Kontrolle XX Lernzielkontrolle Klassenarbeit 9./10. Std. 6 Die zugehörige tragende Lernsituation befindet sich im Anhang in der Anlage 2. 3

5 2.2 Sachanalyse Verschuldung bezeichnet das Eingehen von Verbindlichkeiten zur Finanzierung von Investitionen, d. h. es werden die fehlenden finanziellen Mittel über Kredite aufgenommen. Der Begriff des Kredites stammt von dem lateinischen Wort credere (= glauben, vertrauen) und spiegelt das Vertrauen des Kreditgebers (Gläubigers) in die Fähigkeit und Bereitschaft des Kreditnehmers (Schuldners), die Schuldverpflichtung ordnungsgemäß zu erfüllen, wider 7. Kreditinstitute vergeben Kredite an Privatpersonen, Unternehmen und öffentliche Haushalte. Nach ihrer Laufzeit unterscheidet man kurz-, mittel- und langfristige Kredite, bzw. Festzinsund variabel verzinsliche Kredite in Bezug auf die zugrundeliegende Zinsvereinbarung 8. Die Kreditsumme, der Zinssatz und die Besicherung eines Kredites sind abhängig von der Bonität des Kreditnehmers, der Kreditwürdigkeit. Grundlage dieser Beurteilung bilden die finanzielle Situation des Kreditnehmers (Einnahmen-/Ausgabenrechnung) und Auskünfte von auf die Sammlung und Weitergabe relevanter Daten spezialisierten Einrichtungen, wie der SCHUFA 9. Hinsichtlich der Besicherung von Krediten ist festzuhalten, dass insbesondere Kontokorrent- oder Dispositionskredite, aber auch Ratenkredite (mit Einschränkungen hinsichtlich der Kreditsumme) privaten Haushalten ohne Sicherheiten, d. h. blanko gewährt werden. Je nach Bonität erfolgt eine Absicherung über eine Bürgschaft, Lohn- oder Gehaltsabtretung, Restschuldversicherung oder bei der Anschaffung größerer Konsumgüter, wie z. B. Auto, über eine Sicherungsübereignung 10. Im Normalfall kommt der Schuldner über die gesamte Kreditlaufzeit seinen Zahlungsverpflichtungen nach und ist am Ende von der Schuld befreit. Jedoch kann dieser während der Kreditlaufzeit auch in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Während bei juristischen Personen im Falle einer negativen Bilanz, d. h. das Fremdkapital übersteigt die Aktiva, von Überschuldung gesprochen wird 11, sind Privatpersonen überschuldet, wenn sie nicht (mehr) in der Lage sind, ausstehende Geldforderungen zu begleichen, ohne dabei die eigene Grundversorgung zu gefährden 12. Gründe für die private Überschuldung sind u. a. Arbeitslosigkeit, Trennung, Scheidung oder Erkrankung. Die Auswirkungen von Überschuldung sind gravierend und vielfältig, da sie für die Betroffenen und ihre Familien neben den wirtschaftlichen auch soziale und gesundheitliche, bzw. psychische Beeinträchtigungen birgt. Eine Überschuldung lässt sich mit frühzeitiger Unterstützung oftmals vermeiden, indem bspw. die Ausgaben auf ein Minimum reduziert und dann kontrolliert werden. Unterstützung bieten Schuldnerbera- 7 Vgl. Bundesverband deutscher Banken Schul/Bank (2006). Kapitel 4.1, S Vgl. Bundesverband deutscher Banken Schul/Bank (2006). Kapitel 4.1, S. 6 f., Bundesverband Deutscher Banken e.v. (2009). S. 101 f., Voss (2007). S124 ff. 9 Vgl. Fritsch & Knappe (2009). S. 28, Perridon & Steiner (2004). S. 392 f. 10 Vgl. Bundesverband deutscher Banken Schul/Bank (2006). Kapitel 4.1, S. 6, Perridon & Steiner (2004). S. 393 f., 11 Vgl. Perridon & Steiner (2004). S. 400 f. 12 Vgl. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (2009). S. 5, Fritsch & Knappe (2009). S. 87, Bundesverband deutscher Banken (2009). S. 69, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2006). S. 163 f. 4

6 tungsstellen bei den Verbraucherzentralen, den Wohlfahrtsverbänden oder den Kommunen 13. Eine Vernetzung findet auch in Bezug auf das außergerichtliche und gerichtliche Mahnverfahren statt, das den Schuldner im Falle von offenen Zahlungsverpflichtungen droht und bis zu Zwangsvollstreckungsmaßnahmen führen kann. Für viele Überschuldete bietet das Verbraucherinsolvenzverfahren, ein geregeltes Verfahren zur Begleichung der Forderungen und Befreiung von den Restschulden nach einer Wohlverhaltensperiode, die einzige Chance auf einen schuldenfreien Neuanfang Entscheidungen zur Auswahl und Reduktion der Lerninhalte Das Thema Verschuldung kann für die Schülerinnen bereits heute oder auch in der nahen Zukunft von Bedeutung sein, da sie selbst oder über ihre Familien und Freunde bereits mit Krediten in Berührung gekommen sind oder zukunftsnah nach Beendigung ihrer Ausbildung bspw. zur Finanzierung der ersten eigenen Wohnung die Aufnahme von Krediten in Erwägung ziehen werden. Dieser Zukunftsbezug begründet gleichzeitig die Einbettung der Unterrichtsinhalte in die in der Anlage 2 beschriebene Lernsituation, die die Situation einer noch in der Ausbildung befindlichen Medizinischen Fachangestellten widerspiegelt. Dies ermöglicht eine Identifikation der Schülerinnen mit der Ausgangssituation und schafft Motivation für die Erarbeitung der Unterrichtsinhalte. Eine didaktische Reduktion erfolgt in Bezug auf die möglichen Schuldnergruppen. In dieser Unterrichtseinheit wird lediglich die Verschuldungs- und Überschuldungssituation aus Sicht der privaten Haushalte berücksichtigt, so dass die Verschuldung der öffentlichen Haushalte, der Unternehmen und auch die Betrachtung aus Bankensicht vernachlässigt werden. Dies lässt sich mit der dem Lernfeld 12 Berufliche Perspektiven entwickeln zugrundeliegenden Intention begründen, die eine Offenlegung der Perspektiven der Schülerinnen für die Zeit nach Beendigung ihrer Ausbildung hier: Arbeitsvertrag und die damit verbundenen Neuerungen, wie bspw. Umzug und damit einen Ausbau der Fähigkeiten im Umgang mit Geld bezweckt. Schwerpunkt bildet der von einer Verschuldung ausgehende Prozess, der zur Überschuldung führen kann und Möglichkeiten dies zu vermeiden. Dieser Prozess wird in der Unterrichtseinheit mit der Aufnahme eines Kredites unter Berücksichtigung der aktuellen finanziellen Situation initiiert und im nächsten Schritt durch einen Auslöser hier Trennung in Richtung Zahlungsschwierigkeiten weiterentwickelt. Kerngedanke des Unterrichts ist das Aufzeigen von Möglichkeiten zur Vermeidung einer Überschuldung, um den Schülerinnen Hand- 13 Vgl. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (2009). S. 5 ff., Bundesverband deutscher Banken (2009). S. 70 f., Ebli (2009). S Vgl. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (2009). S. 16 ff., Bundesverband deutscher Banken (2009). S. 71 f., Ebli (2009). S. 6, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2006). 5

7 lungsfähigkeit und finanzielle Kompetenzen zu vermitteln. In diesem Zusammenhang ist auch die Erarbeitung der weitreichenden Folgen einer Überschuldung für den Überschuldeten und deren Familien erforderlich, um die Schülerinnen diesbezüglich zu sensibilisieren und ihre sozialen Kompetenzen auszubauen. Diese Schwerpunkte wurden unter Berücksichtigung der möglichen zukünftigen Bezüge der Lerngruppe zu den Unterrichtsinhalten und mit dem Ziel der Anbahnung einer möglichst umfassenden Handlungskompetenz gesetzt. 2.4 Entscheidungen zur Methodik und zum Medieneinsatz Eingeleitet wird der geplante Unterricht durch die Darbietung des Ausgangsproblems als szenisches Spiel in Form eines Telefonates. Im Sinne des handlungsorientierten Ansatzes erfolgen die Problemdefinition und die daraus abgeleitete Formulierung der Stundenfrage selbstständig durch die Schülerinnen. Eine anschließende Fixierung dieser visualisiert über die gesamte Unterrichtsstunde hinweg das Unterrichtsziel. Für die Erarbeitung der verschiedenen Aspekte, die sich aus der Ausgangssituation ergeben, habe ich mich für das Stationenlernen entschieden, da die Schülerinnen gerne in Gruppen und selbstständig arbeiten und sie somit die Bearbeitungsreihenfolge der Stationen frei planen können und aufgrund der freien Zeiteinteilung stärker Verantwortung für ihren eigenen Lernerfolg übernehmen müssen. Außerdem erwarte ich durch die Bewegung im Raum eine Öffnung der sehr disziplinierten Schülerinnen und damit größere Motivation und stärkeres Engagement, welches sich auch in den Ergebnissen widerspiegeln soll. Die Stationen berücksichtigen die unterschiedlichen Lerntypen, indem verschiedene Fertigkeiten, wie das Hörverstehen, Schreiben usw. gefördert werden. Zur Erhöhung der effektiven Lernzeit werden die Schülerinnen bereits zu Beginn des Unterrichts mittels Papieraufstellern ihren Gruppen zugewiesen (siehe Sitzplan, Anlage 1), in denen sie auch das Stationenlernen durchlaufen. Die Zusammensetzung erfolgte entsprechend der zu erwartenden Leistungen der Schülerinnen mit dem Ziel möglichst homogener Gruppen. Die einzelnen Stationen sind zur Orientierung im Raum durch farblich unterschiedliche Aufsteller gekennzeichnet. Die Arbeitsmaterialien, ebenfalls in der Farbe der Station gehalten, liegen an den Stationen aus. Zum Zwecke der Planung ihres Lernfortschritts und der Eigenkontrolle erhalten die Schülerinnen einen Laufzettel, der Informationen über die Art der Station und der zugrundeliegenden Inhalte enthält. Das Stationenlernen besteht aus vier Pflicht- und einer Zusatzstation, die als Puffer von den Schülerinnen freiwillig bearbeitet werden kann, bspw. bei Engpässen, d. h. wenn keine noch zu bearbeitende Station frei ist. Die Kontrolle des Lernerfolges erfolgt zum Einen im Schüler-Lehrergespräch über den Vergleich der Schülerlösungen zu den Gründen und den Folgen von Überschuldung über Folien am Overheadprojektor. Zum Anderen wird durch die Nebeneinanderstellung des Plakates mit dem Ergebnis der Einnahmen- und Ausgabenrechnung und den Schülerergebnissen zu den Handlungsmöglichkeiten zur Vermeidung einer Überschuldung aus der Kartenabfrage 6

8 der inhaltliche Zusammenhang der beiden Stationen visualisiert. Dieses Vorgehen ermöglicht abschließend eine selbstständige Lösung der Stundenfrage durch die Schülerinnen. Der Lernprozess über die Methode des Stationenlernens, sowie das Lernergebnis werden anschließend mittels Blitzlicht durch die Schülerinnen reflektiert. Je nach Sprechbereitschaft kann ein Sprech-Ball eingesetzt werden, der die Schülerinnen zum offenen Gedankenaustausch animieren soll. Den situativen Erfordernissen entsprechend ist sowohl eine Verlagerung der Kontrolle der Ergebnisse zu den Folgen einer Überschuldung (Station 4) in die Folgestunde als auch der Austausch der Ergebnisse aus der Zusatzstation (didaktische Reserve) möglich. 2.5 Ziele des Unterrichts a) Schwerpunktziel Mit dieser Stunde möchte ich vor allem erreichen, dass die Schülerinnen in der Lage sind, die finanzielle Situation zu beurteilen, mögliche Ursachen und Folgen zu erörtern und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung einer Überschuldung zu finden und auszuwählen. b) Lernziele zur Entwicklung der Fachkompetenz (F ) Die Schülerinnen F 1 F 2 F 3 F 4 F 5 F 6 F 7 F 8 identifizieren das aktuelle Problem, indem sie dieses aus der Ausgangssituation ableiten und die Stundenfrage formulieren. finden mögliche Gründe für den Eintritt einer Überschuldung, indem sie diese in der Gruppe sammeln und erörtern. analysieren und beurteilen die finanzielle Situation, indem sie die Einnahmen den Ausgaben gegenüberstellen. fassen die Möglichkeiten zur Vermeidung einer Überschuldung zusammen, indem sie die im Hörtext dargebotenen Möglichkeiten herausarbeiten, schriftlich fixieren und um eigene Ideen ergänzen. zeigen die wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und psychischen Folgen einer Überschuldung auf, indem sie diese identifizieren und der Mindmap-Struktur folgend zuordnen. lösen die Problemstellung der Ausgangssituation, indem sie die für Daniela passenden Ansätze zur Vermeidung einer Überschuldung zusammenfassen und erläutern. bewerten die Methode Stationenlernen und ihren Lernfortschritt, indem sie ihre Empfindungen und Eindrücke zum Unterricht äußern (MK). leiten die Gefahrenpotentiale zur Verschuldung von jungen Erwachsenen ab, indem sie die speziell für diese Gruppe relevanten Gründe identifizieren. c) Lernziele zur Entwicklung der Human- und Sozialkompetenz (H, S ) Die Schülerinnen S 1 übernehmen Verantwortung für ihren eigenen Lernfortschritt und den ihrer Mitschülerinnen, indem sie die Pflichtstationen unter Einhaltung der Zeitvorgabe gemeinschaftlich erarbeiten und sich gegenseitig im Lernprozess unterstützen (MK). 7

9 3 Geplanter Unterrichtsverlauf Tabelle 2: Geplanter Unterrichtsverlauf 15 Phase/Zeit/ Inhalte/Ziel Problemdefinition, Zielformulierung Lehr- und Lernaktivitäten Aktionsund Sozialform Medien Zeit: 5 Minuten Konfrontation mit der Ausgangssituation Formulierung der Stundenfrage F 1 L begrüßt Klasse und bittet zwei S Telefonat vorzuspielen. S präsentieren Ausgangssituation. S fassen Inhalt zusammen und formulieren Ausgangsfrage: Wie soll Daniela auf die veränderte finanzielle Situation reagieren? L fixiert Stundenfrage an Tafel. szenisches Spiel S- L-Gespräch Plenum Einstiegstelefonat: Trennung und nun? (Anlage 3) Tafel Analyse, Durchführung Beginn des Unterrichtsbesuches zum Ende der folgenden Phase Zeit : 45 Minuten Erarbeitung der einzelnen Stationen F 2, F 3, F 4, F 5, S 1 L erläutert kurz Stationenlernen, teilt Laufzettel an S aus und geht in gemeinsamen Rundgang kurz auf Schwerpunkte der Stationen ein. S arbeiten in Gruppen an den Stationen. L beobachtet und unterstützt ggfs. Stationenlernen Gruppenarbeit Laufzettel zum Stationenlernen (Anlage 4) Arbeitsblätter und Aufgabenblätter zu den Stationen 1 bis 4 und der Zusatzstation (Anlage 5 bis Anlage 13) Durchführung, Kontrolle Zeit: 30 Minuten Präsentation der Arbeitsergebnisse F 2, F 3, F 4, F 6 F 5 Didaktische Reserve F 8 Reflexion S nennen ihre Lösungen zur Station 1. L deckt genannte Lösungen mittels Folie auf. S erläutern und ergänzen Berechnung der Einnahmen- /Ausgaben-situation von Daniela (Station 2). S präsentieren Karten aus Station 3. S beantworten Ausgangsfrage: Wie soll Daniela auf die veränderte finanzielle Situation reagieren? indem die Karten geclustert werden. S fassen Ergebnis zusammen und übernehmen Tafelbild in ihre Unterlagen, bzw. ergänzen ABs aus Stationen. S-L-Gespräch S-Präsentation Clustern Plenum Folie Gründe für Überschuldung (Anlage 14), Klebestreifen, OHP Plakat Einnahmen- Ausgabenrechnung von Daniela (Anlage 15), Tafel, Magnete DIN A4-Karten, Tafel, Magnete (Anlage 16) Die Kontrolle der Ergebnisse aus Station 4 kann, je nach zeitlichem Fortschritt, in die folgende Doppelstunde verlegt werden. S nennen ihre Lösungen zur Station 4; L ergänzt diese in Mindmap auf Folie. Austausch der Antworten zu den Aufgaben aus der Zusatzstation S-L-Gespräch Plenum S-L-Gespräch Plenum Folie: Mindmap zu Folgen der Überschuldung (Anlage 17) AB Jung, ledig, verschuldet (Anlage 18) Zeit: 10 Minuten Reflexion des Unterrichtes F 7 S geben Rückmeldung zur Methode Stationenlernen und den Unterrichtsinhalten. L gibt Ausblick auf die folgende Stunde und beendet den Unterricht. Blitzlicht Plenum Sprech-Ball 15 L = Lehrerin, S = Schülerinnen, S-Präsentation = Schülerinnenpräsentation, S-L-Gespräch = Schülerinnen- Lehrer-Gespräch, OHP = Overheadprojektor, AB = Arbeitsblatt. 8

10 4 Literaturverzeichnis Berufsbildende Schulen 11 Hannover (2002). Mit Methoden lernen Ein Angebot für Interessierte. Stand: Auch abrufbar unter: Seminare/Trier/Braemer/Methodik/Methoden_Unterricht.pdf. Berufsbildende Schulen Rinteln (2008). Schulinterner Lehrplan für die Ausbildung zum Medizinischen Fachangestellten/zur Medizinischen Fachangestellten; Stand: Juli Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (2010). Was mache ich mit meinen Schulden?. Abrufbar unter: Stand: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2008). Materialien zur Familienpolitik Lebenslagen von Familien und Kindern Überschuldung privater Haushalte Expertisen zur Erarbeitung des dritten Armuts- und Reichtumsberichtes der Bunderegierung. Nr. 22/2008. Abrufbar unter: RedaktionBMFSFJ/Internetredaktion/Pdf-Anlagen/armutsbericht-materialien, property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf. Stand: Bundesverband deutscher Banken Schul/Bank (Hrsg.) (2006). Wirtschaft Materialien für den Unterricht. Berlin: Schul-Bank. Bundesverband deutscher Banken (Hrsg.) (2009). Kredite wie geht das? Vernünftiger Umgang mit dem Ratenkauf. 2. Ausgabe, Stand: März Köln: Schul-Bank. Bundeszentrale für politische Bildung (2007). Überschuldung privater Haushalte. in: Die soziale Situation in Deutschland Armut. Abrufbar unter: Stand: Ebli, H. (2009). Von der Kreditaufnahme zur Überschuldung. in: Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP). Auch abrufbar unter: Stand: Finanztest (2006). Jung, ledig, verschuldet. Heft 3/2006. Abrufbar unter: D611E63DE51D Stand: Fritsch, U. & Knappe, K. (2009). Wirtschaft auf einen Blick. Bundesverband deutscher Banken e.v. (Hrsg.), 12. Aufl.; Berlin: Schul-Bank. 9

11 Groger, U., Gönner, H.-R., Mergelsberg, A., Zimmermann, E., Fronius, M. & Fox, M. (2008). Medizinische Fachangestellte 3. Ausbildungsjahr. Berlin: Cornelsen. Grote, H. (2001). Schulden machen und nicht bezahlen? Unrecht oder soziale Gerechtigkeit. Vortrag zur Jubiläumsveranstaltung des INFODIENST SCHULDNERBERATUNG am 9.November Abrufbar unter: /aktuelles/grote/grote.html. Stand: Grabitz, I. (2009). Handys, Klamotten, Fitnesscenter: Schuldenfallen für Jugendliche lauern überall. Abrufbar unter: Klamotten-Fitnesscenter-Schuldenfallen-fuer-Jugendliche-lauern-ueberall.html. Stand: Hegele, I. (2008). Stationenarbeit Ein Einstieg in den offenen Unterricht. in: Wiechmann, J. (Hrsg.). Zwölf Unterrichtsmethoden Vielfalt für die Praxis. 4. Aufl.; Weinheim und Basel: Beltz. Kostka, M. & Köster, P. (2005). Kompetent Unterrichten Ein Praxishandbuch für das Referendariat, Leipzig: Klett. Kührt, P. (2006). Wege aus der Schuldenfalle? Zur Verschuldung von Jugendlichen. in: Kaier, Prof. A. (Hrsg.). Erziehungswissenschaft und Beruf (EWuB) Vierteljahresschrift für Unterrichtspraxis und Lehrerbildung. Heft: 4/06, 54. Jahrgang; Rinteln: Merkur. Mattes, W. (2002). Methoden für den Unterricht 75 kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende. Paderborn: Schöningh. Niedersächsisches Kultusministerium (2005). Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Medizinischer Fachangestellter/Medizinische Fachangestellte. Stand: November Nuding, H., Nuding, G., Haller, J. Stollmaier, Dr. W. & Runckel, S. (2008). Praxisorganisation, Praxisverwaltung und Wirtschaftskunde für Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte; 4. Aufl.; Stuttgart: Holland + Josenhans. Perridon, L. & Steiner, M. (2004) Finanzwirtschaft der Unternehmung. 13. Aufl.; München: Vahlen. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hrsg.) (2009). Schulden abbauen Schulden vermeiden Ein Ratgeber; 4. Aufl.; Berlin. 10

12 Schneider, P. J., Zindel, M. & Lötzerich, R. (2007). Puls 64 Wirtschaftslehre für Medizinische Fachangestellte; 2. Aufl.; Braunschweig: Westermann. Voss, R. (2007). BWL kompakt Grundwissen Betriebswirtschaftslehre. Jaschinski, Ch. (Hrsg.). Das Kompendium. 4. Aufl.; Rinteln: Merkur. Weinert, K. P. (2010). Überschuldung vermeiden Der Umgang mit Geld will gelernt sein. Verbrauchertipp Nr des Deutschlandradios. Gesendet am Abrufbar unter: Stand:

13 5 Anlagen Anlage 1 Sitzplan der XXX 12

14 Anlage 2 Lernsituation für LF 12 Lernsituation für LF 12 im Ausbildungsberuf Medizinischer Fachangestellter/Medizinische Fachangestellte Lernsituation Ausbildungsjahr Lernfeld Zeitrahmen Endlich Ausziehen! - Der Weg in die Eigenständigkeit und mögliche Stolpersteine 3. Ausbildungsjahr LF 12 Berufliche Perspektiven entwickeln 8 von 68 Stunden des Lernfeldes (netto) (RLP: 80 Std.) Ausgangssituation Datenrahmen Daniela wird dieses Jahr bei einem Allgemeinmediziner in Rinteln ihre Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten beenden. Gleich im Anschluss wird sie in der Praxis von Herrn Dr. med. Jürgen Hornig, Podbielskiweg 75, Hannover, eine Vollzeitstelle antreten. Aus diesem Grund wird Daniela, die noch bei ihren Eltern wohnt, nach Hannover ziehen müssen, da der zukünftige Arbeitgeber aufgrund des Notdienstes einen Arbeitsweg von maximal 20 Minuten akzeptiert. Ihr Freund Michael, ausgelernter Kfz-Mechaniker, ist von der Aussicht auf eine Wochenendbeziehung wenig begeistert, und hat sich daher bei den umliegenden Autowerkstätten in Hannover beworben und nun ein Stellenangebot erhalten. Daniela Fischer befindet sich in der Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten und wohnt daher noch bei ihren Eltern in Rinteln. Zurzeit erhält Sie eine monatliche Ausbildungsvergütung von 616 brutto, bzw. 489,87 netto. Ab dem wird sie gemäß dem Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen in der Tätigkeitsgruppe I im ersten Berufsjahr monatlich brutto, d. h ,03 netto verdienen. Ihr Freund Michael Brauer hat als Kfz-Mechaniker mit 2 Jahren Berufserfahrung bei seinem neuen Arbeitgeber einen Bruttoverdienst von monatlich (ca netto) in Aussicht. Michael hat für sich selbst bereits eine Haftpflichtversicherung, die vierteljährlich 13,43 kostet. Des Weiteren zahlt er monatlich 35 für eine private Rentenversicherung inkl. Berufsunfähigkeitsversicherung. 13

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