RWGV-Verbandstag. Genossenschaftsblatt für Rheinland und Westfalen. Genossenschaftliche Familie traf sich in Duisburg

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1 GB Genossenschaftsblatt für Rheinland und Westfalen Europa: Genossenschaften als Exportartikel. Seite 8 KundenFokus: Interview mit Andreas Banger. Seite 10 Energie: Düsseldorfer Erklärung. Seite 23 RWGV-Verbandstag Genossenschaftliche Familie traf sich in Duisburg

2 Netzwerke gestalten. Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt. Wir machen den Weg frei. Visionen. Impulse. Strategien. RuhrCongress Bochum, 12. November 2014 Worüber alle reden die Informationsgesellschaft. Spannende und zukunftsweisende Impulse liefern Ihnen in Talkrunden und Interviews unter anderem: Marie-Christine Ostermann, geschäftsführende Gesellschafterin der Rullko Großeinkauf GmbH & Co. KG und ehem. Bundesvorsitzende des Verbands DIE JUNGEN UNTERNEHMER Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts Deutschland /Österreich und Workdesigner Philipp Riederle, Vorstandsflüsterer, Unternehmensberater und Digital Native Peter Schaar, Vorsitzender der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz und ehem. Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Stephan Schubert, geschäftsführender Gesellschafter der Schubert & Co. Unternehmensgruppe Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung Borussia Dortmund GmbH & KGaA Durch die Veranstaltung begleiten Sie die beiden Moderatoren Judith Rakers und Peter Großmann. Sie haben Fragen? Wir helfen Ihnen gerne weiter: Thomas von Hammel, RWGV-Mitgliederservice, Marketing/Vertrieb, Telefon: , Vera Viehöfer, EREIGNISHAUS Live-Marketing, Veranstaltungsmanagement, Telefon: , Mit freundlicher Unterstützung der

3 Editorial Kleine Banken für Europa! Liebe Leserin, lieber Leser, wie schafft man es, Wirtschaftsthemen mitten in die Wohnzimmer der Bürgerinnen und Bürger zu bringen? Die Träger des 10. Journalistenpreises der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Rheinland und Westfalen zeigen es uns: Anschaulich verfasst können auch scheinbar sperrige Sachverhalte zum Gesprächsstoff in der Familie, im Sportverein oder bei der Arbeit werden. Genau dies versucht in diesem Heft Bankexperte Prof. Richard Werner von der britischen Universität Southampton. Im Interview legt er dar, warum Wirtschaft und Steuerzahler leiden, wenn Großbanken den Markt dominieren. Seine These: Überall in Europa werden kleine, lokale Banken gebraucht, und zwar am besten nach deutschem Vorbild. Das harte Ringen der deutschen Genossenschaftsbanken mit der europäischen Ordnungspolitik sollte dabei nicht darüber hinwegtäuschen, dass Genossenschaften zu denjenigen gehören, die nach wie vor das Projekt der europäischen Einigung unterstützen. Im Europa-Schwerpunkt dieses Genossenschaftsblatts zeichnen wir das Meinungsbild anhand von Beispielen nach. Nicht nur in die Nachbarländer blicken wir in diesem Genossenschaftsblatt, sondern auch in entfernte Regionen wie Afrika. Dort setzen Genossenschaften bei der Energieversorgung auf das Modell Eigenverbrauch. Was dort und anderswo gut funktioniert, soll Energiegenossenschaften in Deutschland künftig nicht mehr unter wirtschaftlichen Bedingungen erlaubt sein. So sieht es die EEG-Novellierung vor, gegen die sich in den vergangenen Wochen weiter Widerstand formiert hat. Ein Ergebnis ist die Düsseldorfer Erklärung, die wir in diesem Heft abdrucken. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre! Asmus Schütt Inhalt 6 Profes fessor sor Richa rd Wer ner : Gen ossens chafte ften nf ür Eur opa 4 Das Thema: Europa Was wünschen Sie sich von Europa? 4 Nachgefragt bei Geschäftsführern und Bankvorständen Prof. Richard Werner: 6 Europa braucht kleine, lokale Banken Gemeinschaftsveranstaltung 8 Impulse für Europa Das Thema: KundenFokus Interview mit Bankvorstand 10 Andreas Banger: Wer will mit einer Bank befreundet sein? Marketing- und Vertriebsforum: 14 Herausforderungen der digitalen Welt RWGV intern RWGV-Verbandstag 16 Bankwirtschaftliche Tagung: 20 Berliner Abend Netzwerktreffen Personal Kun denfo Fok us: Inter ervie view mit Bankvors tan and Andr dreas Bange nger Aus dem Verbund Bundesfinanzminister 23 Wolfgang Schäuble zu Gast Düsseldorfer Erklärung 23 zur EEG-Umlage Banken Genossenschaftsbanken 27 zeichnen Journalisten aus Internationale Organisation 32 INAISE bei der GLS Bank Genossenschaftsbanken 34 auf Ausbildungsmesse Landwirtschaft Umbau bei der Raiffeisen 38 Südwestfalen Allianz im Futtermittelmarkt 38 Gewerbe Sonnenland Illerich eg gegründet Wechsel im RWGV -Verw rwa ltung ngs rat: Klaus Geurde den an nd er Spi tze Genossenschaftliches Leben 40 im Kloster Bredelar Sommerferien mit 41 der Familiengenossenschaft Namen und Nachrichten 43 Impressum 45 Zu guter Letzt 46 Zu gut er Let etzt: t Bunde ssi si ege rb beim Int ern ati ona len Jugen dwe ttbew tb ewe werb GENOSSENSCHAFTSBLATT

4 Das Thema: Europa Was wünschen Sie sich von Europa? Nachgefragt bei genossenschaftlichen Geschäftsführern und Bankvorständen Christian Willeke, Vorstand der Flora Blumenimport Die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten in Frankreich, Spanien, Portugal, Italien und den Niederlanden ist partnerschaftlich. Euro und SEPA haben vieles einfacher gemacht. Hier und da etwa bei der Mehrwertsteuer bestehen noch bürokratische Barrieren. Für die Zukunft wünschen wir uns Stichwort Energiekosten für alle Produzenten zumindest annähernd gleiche Bedingungen. Die Vielfalt Europas fördert die Gemeinschaft, sichert den Frieden und stärkt die Wirtschaft. Wer sich hier ausschließt, ist ganz klar auf dem falschen Weg. Deshalb erfüllt es mich mit Sorge, dass bei der Europawahl in einigen Ländern die Europagegner so viel Zulauf bekommen haben. Ich wünsche mir ein großes, buntes Europa, in dem die Menschen trotz ganz unterschiedlicher Kulturen miteinander die Zukunft gestalten. Marius Scholten, Vorstand der Raiffeisen Südwestfalen Ich wünsche mir die Vereinbarung nationaler und EU-weit bindender Ziele in den Bereichen CO 2 -Reduktion, Ausbau der erneuerbaren Energien und Erhöhung der Energieeffizienz. Die Ausgestaltung attraktiver Rahmenbedingungen für die Eigenversorgung mit Energie wird dabei zentraler Punkt sein, um Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit in sinnvollen Einklang zu bringen. Die Basis eines einheitlichen europäischen Ziels zum Atomausstieg wäre doch erstrebenswert, oder? Volker Pressel, Vorstand der eegon Eifel Energiegenossenschaft Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den ökologischen Landbau werden seit über 20 Jahren auf EU-Ebene festgelegt. Ich wünsche mir, dass die Kommission bei der aktuellen Revision der EU-Öko-Verordnung mit Augenmaß und Sachverstand vorgeht, um die Entwicklung des ökologischen Landbaus zu unterstützen und nicht durch unangemessene Regelungen zu behindern. Franz Westhues, Geschäftsführer und Vorstand der Marktgenossenschaft der Naturland-Bauern Der Physiker Moshé Feldenkrais ( ) sagte einmal: Leben ist Bewegung und ohne Bewegung findet Leben nicht statt. Daran soll sich Europa orientieren. Unsere Vertreter in Brüssel müssen Europa leben mit und in allen Facetten. Dazu gehören die Bankenunion und die Sicherungseinrichtung der Volks- und Raiffeisenbanken. Eine Einlagensicherung auf europäischer Ebene ist sinnvoll. Die der deutschen Kreditwirtschaft Vertrauen gebende Sicherungseinrichtung des BVR für Anleger und Sparer muss in dieser Form erhalten bleiben und darf keine Spardose für europäische Ausgleichszahlungen werden. Werner Dellwing, Vorstandsmitglied der Volksbank Hochwald-Saarburg Europa ist für uns als Kreditgenossenschaft jeden Tag spürbar: Die Niedrigzinspolitik ist dabei genauso eine echte Herausforderung wie die Anforderungen bei den Stresstests, die kaum Rücksichten auf Stärken und Besonderheiten von uns Regionalbanken nehmen. Aber Europa bringt uns auch Chancen: weil der freie Markt insgesamt gesehen gut ist für unsere mittelständischen Mitglieder und Kunden. Ingo Hinzmann, Vorstandsmitglied der Volksbank Dorsten 4 GENOSSENSCHAFTSBLATT

5 Das Thema: Europa Genossenschaften in Europa wachsen Ob Spanien, Großbritannien oder Finnland: Auch bei unseren europäischen Nachbarn lebt die genossenschaftliche Idee Genossenschaften sind auch in anderen europäischen Ländern keine Randgröße. Wenn die Unternehmen nach Zweck und Aufbau auch stark verschieden sind, gibt es doch eine wichtige Gemeinsamkeit: Fast überall verzeichnet die Gruppe Wachstum. Die folgenden Zahlen wurden vom europäischen Verband Cooperatives Europe zusammengestellt. Frankreich: Starkes Jahrzehnt Umsatzentwicklung bei der genossenschaftlichen Gruppe in Frankreich (in Milliarden Euro) Großbritannien: Zahlreiche Neugründungen Gesamtzahl der britischen Genossenschaften Spanien: Dienstleistungsgenossenschaften in der Mehrheit Die Genossenschaften Spaniens nach Wirtschaftsbereichen (Stand: 2013) Landwirtschaft Produzierendes Gewerbe ,0% ,9% + 9,2% Dienstleistungen Baugewerbe ,6% ,8% Finnland: Fast jeder macht mit! Mitgliederentwicklung in Großbritannien ,4 Mio ,5 Mio ,8 Mio. 5,4 Millionen Einwohner Finnlands 4 Millionen Mitglieder von Genossenschaften Italien: Starker Arbeitgeber ,9 Mio ,3 Mio. Fakten zu italienischen Genossenschaften: Italiens Genossenschaften erwirtschaften 8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, haben 12 Millionen Mitglieder, beschäftigen 1,2 Millionen Menschen, machen 140 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Stimme der europäischen Genossenschaften in Brüssel 83 genossenschaftliche Organisationen aus 33 Ländern sind Mitglied beim Dachverband Cooperatives Europe mit Sitz in Brüssel. Der Verband arbeitet spartenübergreifend und hat es sich zur Aufgabe gemacht, für die genossenschaftliche Unternehmensform zu werben. Der Verband repräsentiert 123 Millionen Mitglieder von Primärgenossenschaften, Unternehmen, die als Arbeitgeber 5,4 Millionen Menschen beschäftigen. GENOSSENSCHAFTSBLATT

6 Das Thema: Europa Europa braucht kleine, lokale Banken Richard Werner, Professor of International Banking an der britischen Universität Southampton, ist überzeugt, dass deutsche Kreditgenossenschaften in anderen Ländern als Vorbild dienen können Foto: Martin Meissner Herr Professor Werner, in Großbritannien gibt es Bestrebungen, kleine Banken neu zu gründen. Dabei ist gerade Großbritannien für eine starke Konzentration seines Bankenmarktes bekannt. Werner: Fünf Großbanken, die sich in Struktur und Geschäftsmodell sehr ähnlich sind, kontrollieren etwa 95 Prozent Bankexperte Prof. Richard Werner von der Universität Southampton des britischen Marktes. Institute nach Art der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken oder Sparkassen fehlen völlig. Welche Nachteile hat dies? Werner: Großbanken finanzieren große Unternehmen. Kleine Banken finanzieren kleine Unternehmen. Der Mittelstand hat es deswegen in Großbritannien schwer. Eine Großbank, die im Jahr um 50 Milliarden Pfund wachsen will, müsste bei einer Kreditsumme von Pfund pro Kunde Kredite an 2,5 Millionen Kleinunternehmen vergeben. Viel bequemer ist es da, 50-mal jeweils eine Milliarde an Finanzinvestoren oder an Hedgefonds zu verleihen. Welche Folge hat das für die Gesamtwirtschaft? Werner: Es führt zu Finanzblasen. Sobald die Kreditvergabe für spekulative Geschäfte aufhört, fallen die Vermögenswerte, es gibt notleidende Kredite und schließlich eine Bankenkrise. Wenn ein Institut eine Eigenkapitalquote von zehn Prozent hat was bei Großbanken noch hochgegriffen ist müssten die Forderungen an Spekulanten um lediglich zehn Prozent an Wert verlieren, damit das Kapital aufgezehrt ist. Das kann innerhalb einer Woche passieren. Oft müssen für solche Verluste die Steuerzahler einspringen. Gleichzeitig werden zu wenig Mittelstandskredite vergeben. Wie wirkt sich das aus? Werner: Der Mittelstand hat wenig Spielraum. In Großbritannien sind deswegen nur rund 60 Prozent der Angestellten im Mittelstand beschäftigt, während es in anderen Industrieländern wie Deutschland, Japan oder Amerika zwischen 70 und 85 Prozent sind. Aber er ist trotzdem noch der Hauptarbeitgeber, und daher leiden die Wirtschaft und die Steuerzahler sehr, wenn Großbanken dominieren und auch noch Steuergelder in Anspruch nehmen. Wie kann man die Bedingungen in Großbritannien verbessern? Werner: Wir brauchen kleine, lokale Banken, und zwar am besten nach deutschem Vorbild. Das deutsche Bankensystem kann im internationalen Vergleich die größte Erfolgsgeschichte vorweisen. Es hat 200 Jahre lang Kriege und Krisen gut überstanden. Interessanterweise sah das britische Bankensystem vor 150 Jahren gar nicht so anders aus. Inzwischen sind die kleinen Banken aber fast alle von Großbanken aufgekauft worden. Das deutsche System der Genossenschaftsbanken und Sparkassen ist zum Glück so konstruiert, dass dies nicht möglich ist. Sollte man also in Großbritannien ähnliche gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen wie in Deutschland? Werner: Das wäre optimal, aber auf Politik und Gesetzgeber wollen wir nicht warten. Deswegen bauen wir die Strukturen in Eigeninitiative auf. Gemeinnützige Stiftungen auf lokaler Ebene sollen Eigentümer der neuen Banken werden. Ihre Statuten sehen vor, dass die Banken nicht veräußert werden dürfen und dass ihre Gewinne zum Wohl der Allgemeinheit in der Region verwendet werden. Die Banken selbst haben eine Banklizenz und werden von Bankern gemanagt. Welche Vorteile hat dies? Werner: Solche Banken haben andere Anreize als die Großbanken. Ihre Aktivitäten bleiben auf die Region beschränkt. Da sie keine kurzfristige Gewinnmaximierung anstreben, können sie den Kunden zudem gute Konditionen bieten. Ihr Modell ähnelt dem der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Warum gründet man nicht einfach Kreditgenossenschaften? Werner: Es gibt in Großbritannien zwar sogenannte Credit Unions, die sind aber nicht mit deutschen Genossenschaftsbanken vergleichbar. Sie machen weniger als ein Prozent des Finanzsektors aus und besitzen keine volle Banklizenz. Zudem sind sie mit einem gewissen sozialen Stigma behaftet, weil sie anzgeblich nur dazu da sind, armen Leuten in Not zu helfen. Das ist bei den deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken anders. Sind die neuen Banken auf Stiftungsbasis denn schon lizenziert? Werner: Die ersten Banklizenzen stehen noch aus, aber wir bereiten mehrere Gründungen vor. Es ist wichtig, von vornherein einen kleinen Verbund zu schaffen, um bei Backoffice, IT-Systemen und dergleichen die Kosten niedrig zu halten. > 6 GENOSSENSCHAFTSBLATT

7 Das Thema: Europa > Mit welchen Hindernissen kämpfen Sie noch? Werner: Ein großes Problem ist das Zahlungssystem, das sich derzeit im Besitz der Großbanken befindet. Die Bank of England könnte uns helfen, indem sie jungen Banken erlaubt, bei ihr direkt Konten zu eröffnen. Aber die Zentralbank, die bis 1946 ja selbst komplett in Privatbesitz, also eine der Großbanken war, tut sich hiermit noch schwer. Deutsche Volksbanken und Raiffeisenbanken haben es leichter. Sie können auf ihre Zentralbanken WGZ Bank und DZ Bank, ihre Institutssicherung und ihre Prüfungsverbände zurückgreifen. Bräuchte man so etwas in Großbritannien auch? Werner: Das wäre optimal, aber das deutsche System ist über lange Zeit gewachsen. Wir dagegen fangen bei null an. Ohne Unterstützung von Regierung und Zentralbank ist es schwierig, zentrale Strukturen aufzubauen. Daher beginnen wir mit kleinen Schritten. Was können Sie realistischerweise erreichen, ohne dass Gesetzgeber und Zentralbank die Rahmenbedingungen verändern? Werner: Ich halte bis zu 50 Bankgründungen in fünf Jahren für möglich, nachdem unsere erste Bank erfolgreich gestartet hat. Jede Bank könnte etwa zwölf bis 20 Millionen Pfund Eigenkapital haben und nach ein paar Jahren über eine Bilanzsumme von 200 bis 300 Millionen Pfund verfügen. Wir versuchen eine Art Blaupause für Bankgründungen zu entwickeln. Ganz ähnlich haben es ja in Deutschland sehr erfolgreich vor über 150 Jahren Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze- Delitzsch gemacht. Ein ambitioniertes Projekt. Werner: Deswegen sind wir sehr an Unterstützung aus dem deutschen Genossenschafts- und Sparkassensektor interessiert. Helfen würde uns das auch bei unserem Kampf um bessere regulatorische Bedingungen in Brüssel. Wie überzeugen Sie die britische Öffentlichkeit? Werner: Ich zeige, wie gut deutsche Genossenschaftsbanken und Sparkassen funktionieren. Vergangenen Sommer habe ich mit Reportern der BBC eine Volksbank und Sparkasse in meiner kleinen bayerischen Geburtsstadt Landau besucht. Die Journalisten waren sehr beeindruckt. Ferner organisiere ich Konferenzen und halte Reden in England. Das Resultat ist klar: Man erkennt hier sofort die Vorzüge. Die Öffentlichkeit steht also hinter uns. Auch bei Entscheidungsträgern ist Aufklärungsarbeit vonnöten. So argumentiert Yves Mersch, Direktoriumsmitglied der EZB, dass nur große Banken den Mittelstand finanzieren könnten, weil kleinere die Risiken nicht streuen könnten. Werner: Spätestens seit 2007 wissen wir, dass es mit der Risikostreuung der Großbanken nicht weit her ist. Die Subprime- Hypotheken in den USA waren zwar geografisch breit gestreut, doch die Häuserpreise sind überall gefallen. Risiken sind selten regional konzentriert. Viel häufiger besteht das Problem darin, dass Banken spekulative Transaktionen finanzieren, bei denen es sich um Nullsummenspiele handelt. Es gewinnen nur diejenigen, die früh einsteigen und rechtzeitig abspringen. Die anderen verlieren. Bei Großbanken können solche Finanzkredite 90 Prozent des Geschäfts ausmachen. Wenn Unternehmer dagegen bei einer Genossenschaftsbank Kredit aufnehmen, um in Anlagen zu investieren oder Beratung anzubieten, dann erzielen sie regelmäßige Einnahmen und im Idealfall profitieren alle davon. Stefanie Schulte EU-Pläne benachteiligen kleine Banken Systemrelevante Kreditinstitute sollen sicherer werden, und für Krisen sollen nicht mehr die Steuerzahler haften. Das ist das erklärte Ziel, das die Politik mit dem europäischen Bankenabwicklungsfonds und der europäischen Bankenaufsicht verfolgt. Nun aber sollen die Kosten auch von Instituten getragen werden, die gar nicht systemrelevant sind zum Beispiel den Volksbanken und Raiffeisenbanken. So diskutiert die EU-Kommission laut Medienberichten darüber, den europäischen Bankenfonds überwiegend über eine Flatrate zu finanzieren, also einen fixen Prozentsatz der Bilanzsumme des jeweiligen Instituts. Das Risiko, welches die Bank an den Märkten eingeht, würde nur sehr begrenzt berücksichtigt. Auch kleine, nicht systemrelevante Banken müssten in den Fonds einzahlen, und zwar gemessen am Risikogehalt ihrer Geschäftsmodelle sogar überproportional. Um Wettbewerbsnachteile für kleine Banken zu verhindern, fordert der RWGV, die Einzahlungen in den europäischen Bankenfonds so zu berechnen, dass sie den Risikogehalt des Geschäftsmodells einer Bank sowie ihre Systemrelevanz widerspiegeln. Als Vorbild könnte die Finanzierung der deutschen Bankenabgabe dienen. Eine Benachteiligung kleiner Banken bedeuten auch die Pläne zur Finanzierung der neuen Bankenaufsicht bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Laut einem Ende Mai veröffentlichten EZB-Konsultationspapier sollen 15 Prozent der Aufsichtskosten von europaweit rund 260 Millionen Euro pro Jahr auf kleinere Banken umgelegt werden, die von der EZB gar nicht direkt beaufsichtigt werden. Die EZB begründet dies unter anderem damit, dass die europäische Aufsicht das Vertrauen in den Bankensektor allgemein stärken würde. Ausgeklammert wird hierbei, dass die Volksbanken und Raiffeisenbanken schon jetzt ein sehr hohes Vertrauen genießen, ablesbar an der deutlichen Zunahme der Mitgliederzahl in den vergangenen Jahren. Gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) fordert der RWGV, insbesondere kleine Institute von der Aufsichtsgebühr auszunehmen. Stefanie Schulte GENOSSENSCHAFTSBLATT

8 Das Thema: Europa Genossenschaftsbanken als Exportartikel Kreditverbände, Wissenschaft und Landespolitik sind sich einig in ihrem Urteil Foto: Martin Meissner Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren sich über die Wichtigkeit des Drei-Säulen-Modells einig (v. links n. rechts): Sparkassen-Präsident Michael Breuer (Rheinland), RWGV-Chef Ralf W. Barkey, Sparkassen-Präsident Rolf Gerlach (Westfalen), Moderator Ulrich Ueckerseifer, NRW-Finanzminister Dr. Norbert Walter Borjans, Wirtschaftswissenschaftler Prof. Richard Werner, Jan Ceyssens, Mitglied des EU-Kabinetts von EU-Kommissar Michael Barnier. Düsseldorf. Das hat es bis dahin noch nicht gegeben: Eine Gemeinschaftsveranstaltung von Sparkassenverband Westfalen-Lippe, Rheinischem Sparkassen- und Giroverband, Rheinisch-Westfälischem Genossenschaftsverband und Finanzministerium Nordrhein-Westfalen zur Bankenpolitik der Europäischen Kommission. Das Thema, das sich die nicht alltägliche Koalition für das Treffen im Düsseldorfer Kunstpalast gegeben hatte, war gleichzeitig Programm: Impulse für Europa: Sparkassen und Genossenschaftsbanken als Erfolgsmodell. NRW- Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans zeigte sich vor dem Forum als Freund des dreigliedrigen Systems. Unser Gefüge aus kleinen, mittleren und großen Banken hat sich in der Krise bewährt. Im Interesse Europas dürfen wir diese Stärke nicht schwächen. Deswegen setzen wir uns als Landesregierung für die Erhaltung ein, meinte der Minister gleich zu Beginn seiner Begrüßungsansprache. Die Vielfalt in Europa zu stärken, sei das Gebot der Stunde. Walter-Borjans: Was wir nicht wollen, ist ein europäischer Einheitsbrei. Auf dem Ziel dahin sei die erste säulenübergreifende Veranstaltung ein gutes Zeichen. Basel III setzt Regionalbanken unter Fusionsdruck Den erwarteten Rückenwind für das gemeinsame Anliegen von Sparkassen und Genossenschaftsbanken gab es auf der Veranstaltung in Düsseldorf vom Hauptreferenten Professor Richard Werner. Der in England (University of Southampton) lehrende Wirtschaftswissenschaftler hatte bereits 2003 die Politik der EZB kritisiert und dabei die späteren Finanzkrisen vorausgesagt. In seinen Studien hat er sich später mit den Ursachen der europäischen Bankenkrise auseinandergesetzt. Dass Deutschland die Krise deutlich besser überwunden hat als andere europäische Länder, führt Werner (siehe auch das Interview Seite 6f.) auf die nationalen Besonderheiten zurück. Werner: Die Volksbanken und die Sparkassen sind der Hauptgrund für das Wirtschaftswunder hierzulande und die Stärke des deutschen Mittelstands. Diese Struktur in der Bankenlandschaft (Motto: Je kleiner, desto besser ) müsse unbedingt erhalten bleiben. Stattdessen setze Basel III die deutschen Regionalbanken unnötig unter Fusionsdruck, erhalte die EZB die Macht, deutsche Regionalbanken zu schließen. Besser sei, so Werner, der umgekehrte Weg. Auch andere Länder sollten Lokalbanken einführen. Dies könne etwas vom derzeitigen Druck auf die deutschen Volksbanken und Sparkassen nehmen. Aktuell arbeitet Professor Werner an einem Projekt, mithilfe des englischen Wirtschaftsministeriums in der Region Hampshire gemeinnützig orientierte Lokalbanken nach dem Vorbild deutscher Sparkassen und Genossenschaftsbanken einzuführen. EU-Politiker Ceyssens fordert Banken zu Kooperationen auf Jan Ceyssens, Mitglied des Kabinetts von EU-Kommissar Michael Barnier und Teilnehmer der vom WDR-Fernsehjournalisten Ulrich Ueckerseifer moderierten Diskussionsrunde, wollte da nicht widersprechen. Lokalbanken in Deutschland, auf Förderung der Realwirtschaft aus, seien ein wichtiger Teil der europäischen Bankenlandschaft. Mit Kleinbanken allein, so Ceyssens weiter, kommen wir aber nicht weiter. Der EU-Politiker empfahl als ein Modell den Zusammenschluss von Banken in Form von Kooperationen. Letztlich, so Ceyssens, kommt es auf die Vielfalt der Institute an. Um in Krisenzeiten Stabilität zu erreichen, brauchen wir große grenzüberschreitende ebenso wie kleinere Banken. Gegen einen Sonderweg für deutsche Regionalbanken sprachen sich in der Diskussion die drei Verbandsrepräsentanten aus. Michael Breuer: Wir wollen das dezentrale System starkmachen. Dann wird es sich auch durchsetzen. Die kommunale Selbstversorgung und Daseinsvorsorge in Deutschland ist einzigartig. Sie hat die Sparkassen hervorgebracht. Dieses System kann man auch nach Europa exportieren, meinte Rolf Gerlach. Und auch RWGV-Chef Ralf W. Barkey sah gute Chancen für einen Exportartikel Genossenschaftsbank. Die mittelständischen Unternehmen im Süden Europas brauchen Stabilität und Vorbilder. Unsere Kreditgenossenschaften sind dafür ein Best-Practice-Zukunftsmodell, das überall funktioniert. 8 GENOSSENSCHAFTSBLATT

9 Das Thema: Europa Europa braucht mehr Genossenschaften Barkey: Brüssel muss das Genossenschaftswesen endlich als Chance begreifen Der europäische Gesetzgeber schafft derzeit viele Strukturen, die Genossenschaften die Arbeit schwermachen. Warum vor allem der Mittelstand in Europa Genossenschaften mehr denn je braucht, erläutert RWGV-Vorstandsvorsitzender Ralf W. Barkey in seinem Beitrag für das Genossenschaftsblatt. Genossenschaften können Europa helfen, seine Aufgaben zu erfüllen. Sie können dazu beitragen, die Interessen der Menschen mit dem Binnenmarktprinzip in Einklang zu bringen. Und gerade hier in Deutschland gilt, dass Genossenschaften zur globalen Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen beitragen. Dabei bieten wir der europäischen Politik jede Hilfe an, denn eine starke und leistungsfähige EU ist für uns alle unersetzlich. Ich bin überzeugt, dass Europa nur gelingen wird, wenn mündige Bürger Eigenverantwortung tragen und Gelegenheit haben, ihre Lebenswirklichkeit zu gestalten. Aber statt unsere Unterstützung anzunehmen, schafft Europa Strukturen, die dem genossenschaftlichen Prinzip zuwiderlaufen. Vielerorts wird Selbstverantwortung durch regulatorischen Dirigismus ersetzt. Was das bedeutet, erfahren derzeit insbesondere die deutschen Genossenschaftsbanken. Obwohl sich ihr Modell sowohl während als auch in der Finanzkrise im Wettbewerb bewährt hat, lehnen es die europäischen Regulatoren offenbar ab, daraus differenzierte Lehren zu ziehen. Stattdessen werden Volks- und Raiffeisenbanken als deutscher Sonderweg bezeichnet, für den in einem zusammenwachsenden Europa kein Raum mehr sei. In der Folge werden unsere Genossenschaftsbanken von den europäischen Zentralisierungsbestrebungen erdrückt. Rahmenbedingungen schwächen leistungsfähige Mittelstandsfinanzierung Den Unternehmen kann es nicht recht sein, wenn die EU jetzt Rahmenbedingungen schafft, die eine leistungsfähige Mittelstandsfinanzierung schwächen. Angesichts der Situation in weiten Teilen Südeuropas, wo die Kreditvergabe nahezu zum Erliegen gekommen ist, sollte sich die EU die Frage stellen, wer in Zukunft den Mittelstand in Europa finanzieren soll. Unsere Antwort darauf lautet: Europa braucht mehr Genossenschaften. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die regionalen Banken nicht der Regulierungswut der europäischen Behörden zum Opfer fallen. Vielmehr sollten verstärkt Anreize geschaffen werden, die Eigenverantwortung und Bürgerengagement fördern. Das liegt nicht nur im Interesse der Mitglieder des RWGV, sondern käme allen Bürgern Europas zugute gerade auch in den Ländern, die heute unter den Folgen der überbordenden Staatsverschuldung leiden. Ralf W. Barkey Gut gemeint ist nicht gut gemacht Die meisten neuen Vorgaben entstehen in der guten Absicht, eine Wiederholung der Fehler zu vermeiden, die zur Banken- und Finanzkrise geführt haben. Doch gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht. So treffen die zusätzlichen Belastungen vor allem die kleinen regionalen Banken, die sich in der Krise als stabilisierender Faktor erwiesen haben. Die Großbanken als Hauptverursacher können den Aufwand viel besser wegstecken. Zum Glück nehmen die Bürger in Europa diese Entwicklung wahr und gerade im deutschen Mittelstand wächst das Verständnis für unsere Position. Aus gutem Grund, denn die funktionierende Versorgung mit Bankkrediten ist eine wichtige Ursache dafür, dass auch kleine und mittlere Unternehmen aus Deutschland sich so erfolgreich auf dem Weltmarkt behaupten können. Gerade die regional verankerten Genossenschaftsbanken haben einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass dies auch während der Finanzmarktkrise der Fall war. Vorstandsvorsitzender Ralf W. Barkey GENOSSENSCHAFTSBLATT

10 Das Thema: KundenFokus Wer will mit einer Bank befreundet sein? Ein Gespräch mit Andreas Banger, Vorstandsmitglied der Volksbank Gronau-Ahaus, über Fairness und Freundschaft Heute haben wir uns übrigens dem gemeinsamen Web-Style angeglichen, der ja erheblich weiterentwickelt wurde. Zum Thema Beratungsqualität führen wir ebenfalls seit Jahren umfangreiche Schulungsmaßnahmen mit dem Schwerpunkt ganzheitliche Beratung durch. Ziel in unserem Hause ist es nun, unser Konzept dem Projekt Beratungsqualität anzupassen wollen wir so weit sein. Sie nutzen Ihr Volksbank-TV auch zur Kundenbindung. Wie genau? Foto: Marco Stepniak Andreas Banger ist Vorstandsmitglied der Volksbank Gronau-Ahaus. Banger: Zuerst gingen wir unbewusst absenderorientiert vor und wollten unser Fernsehprogramm mit interessanten Filmen von Firmen und sozialen Einrichtungen aus der Region füllen. Wir stellten die Firmen und Organisationen vor. Dabei erkannten wir, dass sich durch das gemeinsame Projekt, Erstellung eines TV-Beitrages, das Verhältnis zum Kunden stark intensivierte. Firmenkunden erleben einen echten Mehrwert. Geschäftsleitung und Mitarbeiter sind stolz auf den gemeinsam erarbeiteten TV-Beitrag. Unterstützend hierbei wirkt die Frage Was treibt Sie an?, die wir in Anlehnung an unsere Kommunikationsstrategie in unseren Filmbeiträgen stellen. Der Kunde fühlt sich geschätzt und nutzt den Beitrag bei seiner Internetpräsenz, zum Beispiel bei seinen Internetseiten und bei YouTube. Wir verbreiten den Film auch über unsere Internetkanäle (VBGA.de, muensterland.de). In Zeiten von Mobile First werden besonders häufig die Beiträge über unsere App geschaut und so machen unser TV-Beiträge ihre Runde in den Netzwerken. Unser Name erfreulicherweise auch. Herr Banger, weberfolg und Beratungsqualität gehören unter der Überschrift KundenFokus 2015 eng zusammen. Die Volksbank Gronau-Ahaus lebt dieses Miteinander heute schon sehr intensiv. Was ist Ihre Motivation? Banger: Wir sind vor vielen Jahren schon auf das Thema Internet gekommen, weil wir gemerkt haben, dass sich etwas verändert. Dabei geht es nicht nur um Preise und Informationen, sondern auch um Werte und Beziehungen. Ein Beispiel: Ich habe schon vor Jahren Vorträge in Schulen gehalten und habe zur Auflockerung begonnen mit dem Satz: Wer möchte mit einer Bank befreundet sein? Damals gab es stets brüllendes Gelächter und die Stimmung stieg und heute haben wir über Freunde bei Facebook und es ist normal, Freund, Fan oder Follower von angesagten Marken zu sein. Was haben Sie unternommen in der Zwischenzeit? Banger: Schon vor dem Projekt weberfolg hatten wir einen Internetauftritt, der anders war, als die Standard-Homepage. Wir brauchten das auch, zum Beispiel wegen unseres Volksbank-TVs. Stichwort App: Warum sollte eine Volksbank so eine App haben? Banger: Das Internet hätte ein echtes Problem werden können für uns Regionalbanken. Denn in der alten Netzwelt ging es nur um Daten, Zahlen, Fakten. Und davon gab es schnell eine ganze Menge. Und was macht man im Informationsüberfluss? Man fokussiert sich auf das vermeintlich Wesentliche und das sind zunächst Produkt und Preis. Wer sich auf das alte Internet konzentriert, ist meiner Meinung nach gezwungen, einen Preiswettbewerb zu führen. Für eine Genossenschaftsbank ist der Preiswettbewerb aber nicht der richtige Weg. In der Weiterentwicklung des Internets geht es jetzt mehr um Werte. Die Beziehung zum Kunden ist dabei ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Wert. Da haben wir als Genossenschaftsinstitut unsere große Stärke. Was zeichnet uns VR-Banken aus? Nähe, Fairness, Beratungsqualität. Wie will man das in Suchmaschinen und SEM-Aktivitäten herüberbringen (WEB 1.0)? Man braucht eine Social-Media- Strategie. Ein Baustein hierbei ist unsere App. Sie ist unser dauernder Kontakt zum Kunden, auch wenn er nicht mehr in unserem Geschäftsgebiet aktiv oder sogar umgezogen ist. Wer aus unserem Geschäftsgebiet kommt und in Hamburg studiert, hat trotzdem seine Bank dabei. Nicht nur das Banking! > 10 GENOSSENSCHAFTSBLATT

11 Das Thema: KundenFokus Diese Gastronomin will in ihrem Restaurant Kartenzahlung anbieten und sucht Rat bei ihrem Firmenkundenberater der Volksbanken Raiffeisenbanken. Und wie das? Kartenakzeptanz? Sind Sie sicher, dass sich das für uns lohnt? Bestimmt. Wenn Sie Kredit- und Debitkarten akzeptieren, machen Sie mehr Umsatz und sparen Kosten. Kunden, die mit Karte zahlen können, ent scheiden beim Einkauf sponta ner mehr zu kaufen oder geben, wie in Ihrem Beispiel, spontan im Restaurant mehr aus. Ich verstehe. Und wie spare ich Kosten? Zunächst sinken die Kosten beim Bargeldhandling. Sie sichern sich gleichzeitig gegen Wechselgeldfehler und Falschgeld ab. Mit der Akzeptanz von Kredit karten bieten Sie außerdem einen zusätzlichen Service und haben ein sicheres Zahlverfahren. Aber gibt es dabei nicht auch Betrüger? Bei Kreditkarten sind Sie über uns gut versichert. Und das Diebstahlrisiko von Bargeld wird bei höherer Akzeptanz von Debit- und Kreditkarten deutlich weniger zum Schutz Ihrer Mitarbeiter. Klingt logisch. Wie geht es jetzt weiter? Wir schließen einen Akzeptanz vertrag ab und wählen ein passendes Terminal von VR pay für Sie aus. Und Sie können beruhigt sein: Sie haben eine dreimonatige Probezeit. VR pay bietet Ihnen natürlich einen Rund-umdie-Uhr-Service an. Überzeugt! Vielen Dank für die Beratung. Ich freue mich schon auf den ersten Gast, der mit Karte bezahlt. Da die Gastronomin nun Kartenzahlung akzeptiert, kann Sie in Zukunft noch mehr Gäste begrüßen. Kartenakzeptanz bietet viele Vorteile. Am Anfang steht immer eine gute Kundenberatung. Dabei unterstützt CardProcess die Volksbanken Raiffeisenbanken und ihre Firmenkunden für den gemeinsamen Erfolg. GENOSSENSCHAFTSBLATT

12 Das Thema: KundenFokus > Und das funktioniert? Banger: Das zeigt ja schon die Nutzungszahl. Über User haben unsere App heruntergeladen. Dabei wirkt sie nicht wie eine Banking-App im klassischen Sinne, sondern eher wie ein Nachrichten- und Dienstleistungsportal. Ist das Absicht? Banger: Ich sehe Social Media nicht als neuen Vertriebskanal, sondern als eine Möglichkeit, die Beziehungen zu Kunden zu verbessern, Kontakte zu pflegen und damit die Bereitschaft zu erhöhen, mit uns Genossenschaftsbanken zusammenzuarbeiten. Und die Kontoführung? Banger: Sie findet gar nicht in der App statt, sondern bei der GAD. Aus Sicherheitsgründen möchten wir auch gar nichts anderes. Technisch gesehen ist diese kleine Software nur eine Linkliste. näher am Kunden, wir müssen das nur mehr bekannt machen in der heutigen Zeit und auf den heutigen Informationskanälen. Individuelle Beratung statt Produktverkauf. Was ist daraus geworden? Banger: Wir benötigen weberfolg und zusätzlich Social-Media-Aktivitäten mit dem Schwerpunkt Beziehungsförderung. Wir fördern die Bereitschaft, mit uns Verträge abzuschließen. Unser Ziel heißt: Es macht Spaß, Kunde bei unserer Volksbank zu sein und dann bin ich auch bereit, zweimal im Jahr zu meinem Berater zu gehen und dort Gespräche zu führen. Hierbei ist die Beratungsqualität von großer Bedeutung. Die Idee, im Internet oder auch per Social-Media-Plattformen Beratungen durchzuführen, steht bei Ihnen nicht mehr auf der Tagesordnung? Banger: Ich glaube, das wird im Moment noch nicht akzeptiert. Aber Unterstützung für echte Beratung kann ich mir sehr bald vorstellen. Sie stellen den Vereinen in Ihrer Region ebenfalls Apps zur Verfügung. Sogar kostenlos Banger: Vereine kommunizieren mit ihren Mitgliedern, und eine App ermöglicht die schnelle, einfache Weitergabe von Informationen. Ein einfacher Facebook-Auftritt dient als Redaktionssystem, die App-Nutzer brauchen keinen Facebook-Account. Ich war dieser Tage bei Tobit, unserem Dienstleister für dieses Angebot: Seit unserem Auftritt beim Marketing- und Vertriebsforum in Oberhausen gibt es dort etliche Anfragen. Außerdem wird diese Vereins-App inzwischen auch über VR-NetWorld angeboten. Kontakte, Kontakte, Kontakte Banger: sind das Wichtigste für uns. Fachkollegen ins Gespräch einbeziehen per Skype, zum Beispiel? Banger: Wenn wir unsere Filialen auf Dauer auch interessant halten wollen, dann brauchen wir Beratungsräume, in denen der Berater den Experten dazuschalten kann. Ob das jetzt Skype ist oder eine andere Videokonferenz-Lösung: Wichtig bleibt, dass wir als Volksbank den Kontakt zum Mitglied und zum Kunden halten. Auch hierbei gilt: Mobile First. Ohne Social-Media-Aktivitäten wird es schwer, den Kontakt zu vielen Zielgruppen zu halten. Sie nutzen das Netz intensiv für die Gewinnung von Auszubildenden. Werben Sie? Banger: Welcher junge Mensch unter 30 hat denn noch ein Zeitungsabo? Wir machen das anders. Wir wollen, dass in den sozialen Netzwerken positiv über uns gesprochen wird. Also gehören Sie nicht zu den Bankern, die sozialen Medien kritisch gegenüberstehen? Banger: Was nützt Beratungsqualität, wenn ich keine Beziehungen habe zu den Kunden? Wir sind fair. Wir sind auch nach Vertragsabschluss für den Kunden da. Aber weiß das jeder? Wir haben ein Projekt gemacht mit der Universität Münster, mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik. Wir haben eine Art Facebook-Bank gebaut und haben dort Beratungen gemacht. Zwar rein virtuell, aber realistisch. Da sagten die Studenten, die unsere Testkunden waren zu mir: Sie sind ja vielleicht eine komische Bank. Ich wollte wissen, warum. Die Antwort: Wir sind alle Kunden bei Direktbanken. Wenn wir dort fragen, was kostet eine Baufinanzierung, dann kriegen wir einen Zinssatz oder eine Liste mit Zinssätzen geschickt. Ihre Berater aber stellen immer eine Gegenfrage. Im Laufe des Projektes haben die Studenten erkannt, dass es viele Vorteile bietet, wenn der Berater mit seiner Kompetenz sich in die Situation des Kunden hineinversetzt. Ein Beispiel: Wenn ich in zwei Jahren bauen will, macht eine langfristige Geldanlage keinen Sinn. Wir Genossenschaftsbanken sind Wie kann man das erreichen? Banger: Ein Firmenkunde sagte mir, er bekomme keine Bewerbung mehr. Und warum? Er hatte einen schlechten Ruf, nicht in der wirklichen Welt, sondern im Netz! Er lädt jährlich sechs oder sieben junge Leute zu Bewerbungsgesprächen ein. Die Gespräche verlaufen sehr unprofessionell. Die Leute fühlen sich nicht wohl, gehen nach Hause und teilen ihre gewonnenen Eindrücke per Facebook ihren 400 oder 500 Freunden mit. So geht eine Informationswelle durch das Netz. Wenn dann der ein oder andere Freund ergänzt Ich kenne das, ich war letztes Jahr da. Der macht das immer so, hat die Firma zielgruppengerecht darüber informiert, dass sie ein schlechter Arbeitgeber ist. In Zeiten, in denen es immer schwieriger wird, gute Leute zu bekommen, müssen wir anders arbeiten. Am besten sind wir im Bewerbungsverfahren so attraktiv, dass sogar abgelehnte Bewerber uns weiterempfehlen. Für die Besetzung unser Ausbildungsplätze haben wir eine Bewerbermesse entwickelt. Der Bewerber fühlt sich nicht wie in einem Assessment-Center, sondern er hat den Eindruck, > 12 GENOSSENSCHAFTSBLATT

13 Das Thema: KundenFokus > Foto: Marco Stepnaik Andreas Banger sprach beim Marketing- und Vertriebsforum 2014 über die Herausforderungen der digitalen Gesellschaft. dass wir uns ihm vorstellen. Die RWGA begleitet unsere Bewerber messen, die Ergebnisse sind sehr gut, die Teilnehmer fühlen sich wohl und posten Positives über unsere Veranstaltung. Was muss eine Bank aus Ihrer Sicht heute unbedingt im Web und in der Beratung machen? Banger: Jede Genossenschaftsbank sollte drei Dinge tun. Erstens: Umsetzung des Projektes weberfolg. Damit werden wir zum Beispiel im Netz gefunden, können informieren und einfache Produkte verkaufen. Zweitens: Weiterhin sollte auch das Projekt Beratungsqualität umgesetzt werden. Qualität sollte eine unsere wesentlichen Stärken bleiben. Drittens: Wir müssen die Verbindung zwischen Web und Beratung zu stärken. Was macht eine Genossenschaftsbank aus? Nähe, Fairness, Freundschaft. Wie wollen wir das herüberbringen? Heute ist es wichtiger, was über eine Marke im Netz gesagt wird als das, was die Marke sagt. Hierbei benötigen wir Social-Media-Aktivitäten. Was sind die nächsten Schritte bei Ihnen? Banger: Bis wir die Projekte weberfolg und Beratungsqualität richtig umgesetzt haben, haben wir noch viel organisatorische Arbeit zu bewältigen. Es geht ja allein bei uns um Hunderte von Mitarbeitern. Parallel fände ich es toll, wenn wir als Bank und als Gruppe mehr berichten würden über unsere genossenschaftlichen Aktivitäten. Technisch ist das überhaupt kein Thema: iphone rausholen, fotografieren oder filmen, kurzer Text, online stellen. Für solche Aktivitäten sollte aber eine Strategie des Hauses vorliegen. Als ich in Oberhausen beim Marketing- und Vertriebsforum einen Vortrag gehalten habe, hat mein Kollege ein Bild gemacht und zwei Minuten später ist das über unsere App an unsere Kunden gegangen. Um Fragen zuvorzukommen: Das Vier-Augen-Prinzip wurde eingehalten. Der Check durch das Redaktionsteam hat die Zeit benötigt. Der Genossenschaftler als Online-Reporter? Banger: Ich bin ein Freund des Mitarbeitermarketings. Wir haben Kolleginnen und Kollegen im genossenschaftlichen Bereich. Sie sind zum einen Kunden, zum anderen sind sie Repräsentanten und Werteträger unserer Häuser. Unsere Mitarbeiter könnten also viel dazu beitragen, dass wir richtig verstanden werden, in der reellen Welt, aber auch bei Facebook und Co. Dazu passt ein letztes Stichwort: Bewertungsportale. Wie hat sich Ihre Volksbank aufgestellt? Banger: Das ist ein ganz wichtiges Thema. Der Verbraucher will Bewertungen und Empfehlungen. Wir sollten uns an Gesprächen beteiligen, die sonst ohne uns geführt werden. Wir fordern unsere Kunden auf, uns zu bewerten. Hierbei ist es wichtig, die Portale, die man empfiehlt, zu kennen. Es gibt Portale, die leben von der Werbung. Wenn man uns darin sucht, steht daneben das kostenlose Konto der Commerzbank. Es gibt Portale, die gehören Mitbewerbern, deren Strategien kann man sich vorstellen. Wir empfehlen deshalb unseren Mitgliedern und Kunden aktiv Meine Bank vor Ort. Das ist ein werbefreies Portal, das mit Verbraucherschutzverbänden zusammenarbeitet. Ziel ist es, aufzuklären und für mehr Qualität zu sorgen. Andreas Banger (60) ist seit 22 Jahren Vorstandsmitglied der Volksbank Gronau-Ahaus. Das Mitglied des Fachausschusses Marketing im RWGV nutzt unter anderem seine familiären Beziehungen für sein digitales Ideenlabor: Zwei Geschwister sind Psychiater, zwei weitere sind IT-Experten. GENOSSENSCHAFTSBLATT

14 Das Thema: KundenFokus Den Wissensvorsprung digital an den Kunden bringen Oberhausen. Herausforderungen der digitalen Welt lautete die Überschrift des Marketing- und Vertriebsforum Der RWGV hatte ins Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg nach Oberhausen eingeladen. Hunderte Fachleute aus fast allen Mitgliedsbanken des Genossenschaftsverbandes verfolgten interessiert die vielfältigen Vorträge und diskutierten die mitunter auch provozierenden Thesen. Vor allem Praxistauglichkeit und Nutzwert hatten sich die Veranstalter auf die Fahnen geschrieben und trafen damit den Nerv der Zuhörer. RWGV-Vorstandschef Ralf W. Barkey sagte im Gespräch mit Moderatorin Dr. Barbara Aigner zum Zielbild der Projekte weberfolg und Beratungsqualität: Was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Banken an hervorragendem Wissensvorsprung haben, müssen wir über den digitalen Kanal an den Kunden bringen. Dazu müsse das genossenschaftliche Geschäftsmodell nicht verändert, sondern angepasst werden. Schließlich bestimme der Kunde den Weg, wie er zu genossenschaftlichen Dienstleistungen komme. Umfangreiche Details zu Programm und Vorträgen gibt es im VR-Marketing-Service. Das Marketing- und Vertriebsforum 2014 fand in der Oberhausener Zinkfabrik Altenberg statt. Foto: Marco Stepniak weberfolg: Informationsveranstaltung und Sparringstag Sparringstag bei der Raiffeisenbank in Heinsberg Rheinland/Westfalen. Mit den Informationsveranstaltungen zum Thema weberfolg in Forsbach, Münster und Koblenz hat der RWGV mit insgesamt 83 Banken und über 150 Teilnehmern fast die Hälfte aller Institute im Geschäftsgebiet erreicht und informiert. Zählt man noch die Banken hinzu, die das Marketing- und Vertriebsforum in Oberhausen besucht haben, dann spiegelt dies das hohe Interesse der Gruppe wider, auch im Internet die Nr. 1 bei Mitglieder- und Kundenzufriedenheit zu sein, sagt Frank Schleicher vom RWGV. Neben Informationen zur neuen Internetstrategie waren die Veranstaltungen durch operative Themen und der Vorstellung der Unterstützungsleistungen des RWGV, der Geno Bank Consult (GBC) und der VR-NetWorld geprägt. Mit einem umfassenden Praxisbericht aus der Pilotierung gab Karsten Hermes von der Volksbank Rhein-Ruhr viele Tipps und Anregungen für die Umsetzung von weberfolg an die Bankenvertreter weiter. Außerdem Thema: die Verbindung der Bankenhomepage mit und die dazu notwendige und von den Banken zu pflegende direkte Verlinkung (DiVe). Bei den Informationsveranstaltungen wurde auch der Sparringstag vorgestellt. Dieser wird aus dem Marketingfonds finanziert und ist daher für die Bank honorarfrei. Schleicher: Bei diesem Sparringstag werden die Inhalte und Handlungsfelder des lokalen Umsetzungskonzeptes und die operativen Themen auf die Bank transformiert. Ziel ist es, beim Sparringstag die für die Bank wichtigen Erfolgsfaktoren herauszufiltern und konkret mit Leben zu füllen. Dabei werden die Bereiche Projektinitialisierung und -management, Strategie und Organisation, Online-Marketing und -Filiale sowie das Veränderungsmanagement in den Fokus gerückt. In Vorbereitung auf den Sparringstag wird der aktuelle FitnessCheck analysiert. Darüber hinaus werden mithilfe eines Fragebogens weitere strategische, organisatorische und kommunikative Aspekte untersucht. Für den Sparringstag bedeutet dies beispielsweise, dass anhand des Muster-Umsetzungsplans aus dem weblotsen des BVR die Einführung und die damit verknüpften Themen konkret besprochen werden, erklärt Schleicher. Die Bank erhält durch den Sparringstag individuelle Hinweise und Impulse für einen Projektstart sowie Antworten auf die Umsetzung der Projektinhalte im eigenen Haus. RWGV-Ansprechpartner Thomas von Hammel Tel Frank Schleicher Tel GENOSSENSCHAFTSBLATT

15 RWGV intern Engagement gefragt Pädagogen informierten sich über Schülergenossenschaften Siegen. Sie heißen Bio-Schaf, Der Etui, Naschwerk oder Smartfactory. In den Schülergenossenschaften unter dem Dach des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes (RWGV) gewinnen Jugendliche erste Einblicke in wesentliche wirtschaftliche Zusammenhänge. Mit der Stiftung Partner für Schule NRW und Startpunkt 57, einer Gründerinitiative aus dem Raum Siegen/Wittgenstein, informierte der RWGV jetzt interessierte Pädagoginnen und Pädagogen im Technologiezentrum Siegen über die Gründung von Schülergenossenschaften. Kalliopi Emmanouilidou von der RWGV- Gründungsberatung, Savas Beltir als Stiftungsvertreter und Klaus Irle von der Wirtschaftsförderung Siegen-Wittgenstein erläuterten die Vorteile von Schülergenossenschaften. Das Projekt, so erfuhren die Gäste, richtet sich an Schülergruppen der Jahrgangsstufen 7 bis 13 aller Schulformen im RWGV-Verbandsgebiet. Schülergenossenschaften, so Kalliopi Emmanouilidou, vermitteln den Jugendlichen unabdingbare Schlüsselqualifikationen für die Berufswelt. Dazu zählen Selbstständigkeit, Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Konfliktfähigkeit. Die jungen Unternehmerinnen und Unternehmer erfahren, wie solidarisches und nachhaltiges Wirtschaften in einer Genossenschaft funktioniert. Im anschließenden Gespräch wurde deutlich, dass eine Schülergenossenschaft gut vorbereitet und umfassend betreut werden muss. Am Anfang steht die gute Geschäftsidee. Erfolg stellt sich aber nur dann ein, wenn Schüler und Lehrer das Projekt engagiert angehen. Und es gilt, eine gestandene Partnergenossenschaft wie die Volksbank Wittgenstein zu gewinnen. Wie die Aufbau- und spätere Zusammenarbeit funktioniert, erläuterte Bankmitarbeiterin Carolin Pöppel. Ihr zur Seite standen Julia Kolagina, Anastasia Kunz, Katja Fuchs und Natalie Boshof vom xxani-realschulservice aus Bad Berleburg. Mit weiteren Genossenschaftsmitgliedern und ihrem Betreuungslehrer Philipp Schneider kümmern sie sich um die Verpflegung der Mitschüler. Mit dem Verkauf von Unterrichtsmaterial wird in Kürze ein weiteres Geschäftsfeld erschlossen. Den bislang erwirtschafteten Gewinn investierten die Jugendlichen in ein Genossenschaftsbüro. Außerdem gönnten sie sich einen Wochenendausflug. Anzeige IHR PLUS AN ÜBERBLICK Jörg Huster und weitere R+V-Versicherungs-Check- Experten bringen Ordnung ins Versicherungschaos. Langsam blicke ich hier nicht mehr durch. Fast jeder hat diesen Moment schon mal am Schreibtisch erlebt. Gerade, wenn es um die eigenen Versicherungen geht, kann man schon mal den Überblick verlieren. Mit dem R+V-VersicherungsCheck helfen wir Ihnen, Ihren Versicherungsschutz zu optimieren, Lücken zu schließen und für Klarheit zu sorgen. GENOSSENSCHAFTSBLATT

16 RWGV intern Tiefgreifende Veränderungen sind nötig Nachgefragt bei RWGV-Vorstand Ralf W. Barkey und Siegfried Mehring auf dem Verbandstag 2014 Barkey: Um auf die erwähnten Veränderungen reagieren zu können, brauchen unsere Mitglieder immer speziellere Beratungs- und Prüfungsleistungen. Gleichzeitig können und wollen sie nicht auf die gewohnte regionale Nähe ihres Verbandes verzichten. Hier drohen wir an personelle Grenzen zu stoßen, denn natürlich möchten wir unseren Mitgliedern auch keine steigenden Gebühren zumuten. Mehring: Heftigen Gegenwind bereitet uns zudem der bereits erwähnte Niedrigzins. Er führt dazu, dass der Zinsertrag des RWGV sinkt, während wir gleichzeitig unsere Pensionsrückstellungen erhöhen müssen. Dass wir 2013 trotzdem ein positives Betriebsergebnis verbucht haben, hängt ganz entscheidend mit einem Sonderertrag zusammen, den wir mit dem Verkauf unserer Immobilie in Münster erzielt haben. Der RWGV verhandelt derzeit mit dem Genossenschaftsverband Frankfurt über eine Fusion. Warum glauben Sie, dass dies die Antwort auf die veränderten Wetterverhältnisse sein könnte? Foto: Joachim Busch RWGV-Vorstandsvorsitzender Ralf W. Barkey: Ein großes Thema ist der steigende regulatorische Druck. Herr Barkey, Herr Mehring, auf dem RWGV-Verbandstag haben Sie vom Wind der Veränderung gesprochen. Welche Veränderungen erleben die Genossenschaften in Rheinland und Westfalen derzeit? Barkey: Eine Fusion würde uns Größenvorteile bieten, unter anderem durch eine größere Basis an Prüfungs- und Beratungskräften. Diese könnten wir dazu nutzen, uns stärker zu spezialisieren, neue notwendige Kompetenzen zu schaffen und mehr Einfluss in Verbund und Gesellschaft zu nehmen. Wir könnten auf Anforderungen einzelner Mitgliedergruppen, die ja immer heterogener werden, schneller reagieren und inhaltlich besser eingehen, ohne die bewährte regionale Betreuung aufzugeben. All dies wollen wir ohne zusätzliche Kosten erreichen. Barkey: Ein großes Thema ist der steigende regulatorische Druck. So wird die geplante Novelle des Erneuerbare-Energien- Gesetzes neue Projekte, mit denen Bürger in genossenschaftlicher Eigenverantwortung rentabel Strom produzieren können, fast unmöglich machen. Ein weiteres Beispiel ist die Bankenregulierung, die ganz klar die Groß- und Geschäftsbanken begünstigt zum Nachteil der kleineren Volksbanken und Raiffeisenbanken. Mehring: Auch das aktuelle Niedrigzinsniveau stellt unsere Mitgliedsbanken vor große geschäftspolitische Herausforderungen. Ein anspruchsvolles Thema für unsere landwirtschaftlichen Mitgliedsgenossenschaften sind die steigenden Preisschwankungen bei Agrarprodukten, die ein intelligentes Risikomanagement und gegebenenfalls eine Absicherung über Warentermingeschäfte erfordern. Der Wind des Wandels bläst auch für den RWGV, wie Sie betont haben. Was meinen Sie damit? Welche Ziele streben Sie für einen fusionierten Verband an? Mehring: Wir wollen, dass sich unsere Prüfer auf die Prüfung von Banken unterschiedlicher Größe spezialisieren können. Wir wollen ad hoc Teams bilden können, die zum Beispiel schnell und fundiert herausarbeiten, welche Öffnungsklauseln bei den MaRisk (Mindestanforderungen an das Risikomanagement) für Banken einer bestimmten Größenordnung konsequenter genutzt werden können. Wir wollen mithilfe von Gründercoaches für unsere jungen Genossenschaften Existenzsicherung, Wachstum und Professionalisierung fördern. Wir wollen Lösungen zum effizienten Risikomanagement von Warenterminkontrakten gemeinsam mit unseren landwirtschaftlichen Genossenschaften entwickeln und umsetzen können. An welchen Stärken, die den RWGV heute prägen, wollen Sie auf jeden Fall festhalten? Mehring: Der Erhalt der regionalen Nähe hat für uns höchste Priorität. Festhalten wollen wir zudem an der bewährten Arbeitsteilung zwischen Bundes- und Regionalverbänden. Diese wollen wir stärken und weiterentwickeln. Schließlich wollen wir unsere risikoorientierte und sehr effiziente Prüfung in diesem Sinne weiterentwickeln. > 16 GENOSSENSCHAFTSBLATT

17 RWGV intern > Die Fusionspläne des RWGV stoßen auch auf Kritik. Barkey: Manche Mitglieder sind überzeugt, dass die heutige Struktur ihres Verbandes genau richtig ist. Wir haben uns mit ihnen in den vergangenen Wochen intensiv ausgetauscht, und wir haben gute Gründe dafür präsentiert bekommen, den Status quo zu bewahren. Dennoch sind wir überzeugt, dass tiefgreifende Veränderungen notwendig sind. Wir sind uns aber auch sicher, dass wir diese Veränderungen erreichen können, ohne Mitgliedernähe zu verlieren und ohne gewachsene Betreuungsstrukturen zu kappen. Diese Diskussion wollen wir intensiv fortführen. Was sind nun die nächsten Schritte? Barkey: Wir werden ein Konzept entwickeln, in denen wir die erwähnten Aspekte genauer ausarbeiten. Darin werden wir wie von den Mitgliedern gefordert Alternativen gegenüberstellen und ihnen ein Gesamtbild zur Bewertung vorlegen. Wir haben erkannt, dass es unverzichtbar ist, in solchen Prozessen alle Betroffenen zu Beteiligten zu machen, mit ihnen zu sprechen und ihnen vor allem zuzuhören. Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern und die anderen Windräder. So lautet leicht abgewandelt ein chinesisches Sprichwort. Käme eine Fusion des RWGV mit dem Genossenschaftsverband Frankfurt eher dem Bau von Windrädern oder von Schutzmauern gleich? Mehring: Beides wäre zutreffend. Eine Fusion würde uns helfen, Schutzmauern überall dort zu errichten, wo wir auf strukturelle Veränderungen reagieren müssen, ohne bewährte Stärken aufzugeben. Mit Windrädern vergleichbar wären all die bedarfsgerechteren und ausdifferenzierteren Unterstützungsleistungen, die wir unseren Mitgliedern in einem größeren Verband bieten könnten, damit sie die Chancen die die gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen ja auch bieten optimal nutzen können. Auch wenn der Wind heftig bläst, sollte man nicht übereilt handeln. Welches ist die wichtigste Voraussetzung, damit eine Fusion ein Erfolg wird? Foto: Joachim Busch Barkey: Wir wollen ganz gleich, welchen Weg der RWGV in Zukunft gehen wird in erster Linie einen Genossenschaftsverband, der sich zu einem regionalen Aufbau, zu einer regionalen Leistungsträgerschaft und zu einer regionalen Betreuung bekennt und zwar nachhaltig. Wir wollen klar und deutlich einen Verband der Regionen. Genau dies ist das Ziel unserer Gespräche mit dem Genossenschaftsverband in Frankfurt. An diesem Ziel wollen wir uns messen lassen. Spezialisierung auf die Prüfung von Banken unterschiedlicher Größe: Das ist das Ziel von RWGV-Vorstandsmitglied Siegfried Mehring. Stefanie Schulte Genossenschaften stehen zu Europa Früherer Finanzminister Waigel und belgischer Politiker Lambertz diskutierten beim RWGV-Verbandstag Duisburg. Europa braucht mehr Genossenschaften. Hinter dieser Formel versammelten sich beim RWGV-Verbandstag sowohl der ehemalige Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel als auch der Parlamentspräsident der deutschsprachigen Belgier, Karl- Heinz Lambertz, und RWGV-Vorstandsvorsitzender Ralf W. Barkey. In einer von Fernsehmoderatorin Claudia Kleinert geleiteten Diskussionsrunde stellten alle Teilnehmer eine aktuell kritische Entwicklung der Europäischen Union fest, bei der das starke Abschneiden der Europagegner bei Wahlen sowie das Auseinanderdriften der Volkswirtschaften nur zwei Aspekte unter vielen seien. RWGV-Chef Barkey machte eingangs deutlich, dass Genossenschaften eine eindeutig proeuropäische Haltung einnehmen. Allerdings forderten sie seit Langem in Brüssel Subsidiarität ein, müssten aber dennoch feststellen, dass der europäische Gesetzgeber immer noch zu viel auf der regionalen Ebene zu regeln versuche. Meist seien solche Regelungen Kompromisse, mit denen vor allem nationalstaatlichen Interessen nachgegeben werde. Auf diese Weise seien in jüngster Zeit Rahmenbedingungen ent- > GENOSSENSCHAFTSBLATT

18 RWGV intern > Foto: Joachim Busch Gut gelaunt nach der Podiumsdiskussion (v. links): ehemaliger Verwaltungsratsvorsitzender Dr. Klaus Kalefeld, Bundesfinanzminister a.d. Dr. Theo Waigel, RWGV-Vorstände Siegfried Mehring und Ralf W. Barkey sowie Karl-Heinz Lambertz, Parlamentspräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. standen, in denen sich das Modell der Genossenschaft nur eingeschränkt entfalten könne. Das genossenschaftliche Modell stehe aber über nationalstaatlichen Eigenheiten, denn es biete Menschen überall in Europa Entfaltungsmöglichkeiten. Verständnis für die Verärgerung vieler Genossenschaften zeigte der frühere CSU-Chef Dr. Theo Waigel und ging dabei besonders auf die Kreditgenossenschaften ein. Es sei kaum zu erklären, warum einer staatlich geretteten Bank gestattet werde, mit Begrüßungsgeldern Kunden abzuwerben. Europaweit spiele heute Ordnungs- und Wettbewerbspolitik eine zu geringe Rolle. Waigel betonte, bei aller Notwendigkeit regulatorischer Eingriffe auf dem Finanzmarkt sei es wichtig, regional tätige Genossenschaftsbanken nicht über Gebühr mit neuen Auflagen zu belasten. Der Druck auf diese Institute müsse zügig wieder verringert werden. Der belgische Regionalpolitiker Karl- Heinz Lambertz betonte, dass man Genossenschaften keineswegs auf einen deutschen Sonderweg reduzieren könne, der im vereinigten Europa keine Zukunft habe. Innerhalb der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien gebe es ein großes Interesse an der Gründung neuer Genossenschaften. Für die Bürger in seiner Region sei entscheidend, dass diese Unternehmensform Leistungsstärke mit gesellschaftlicher Verantwortung vereine. Um gute Rahmenbedingungen für Genossenschaften in Europa zu erreichen, müsse sich die Gruppe noch stärker mit einer Vielzahl zivilgesellschaftlicher Strömungen vernetzen. Diesen Weg sei mit Erfolg auch die Deutschsprachige Gemeinschaft in Belgien gegangen. Mit vielen verschiedenen Koalitionen zu Einzelfragen sei es ihr heute möglich, auch als kleine Gemeinschaft in der Hauptstadt Brüssel Gehör zu finden. Asmus Schütt Kulturprogramm beim Verbandstag: Zwischen Taucheranzügen und Industrieruinen Duisburg. Wenn im Duisburger Landschaftspark Nord Besucher in schwarzen Anzügen die Kieswege kreuzen, kann dies unterschiedliche Gründe haben. Am wahrscheinlichsten aber ist, dass eine Tauchergruppe in Neoprenanzügen auf dem Weg in Europas größtes Indoor-Tauchbecken ist dem ehemaligen Gasometer des August-Thyssen-Werkes Duisburg. Aber auch direkt neben den faustdicken Stahlwänden, die gefüllt sind mit rund 21 Millionen Litern Wasser, sind Menschen in schwarzen Anzügen keine Seltenheit. Hier bietet sich im ehemaligen Pumpenhaus eine einmalige Eventlocation, die auch die Besucher des RWGV-Verbandstages in ihren Bann zog. Grau ist der Himmel über den drei Hochöfen der früheren Rheinischen Stahlwerke zu Meiderich bei Ruhrort schon längst nicht mehr wurde das Stahlwerk nach gerade mal zwölf Jahren Betriebszeit aufgrund von Überkapazitäten auf dem europäischen Stahlmarkt geschlossen. Dass die stillgelegten Hochöfen und Fördertürme heute Publikumsmagneten sind, bestätigen aber auch die Besucher des RWGV-Verbandstages. Denn die Teilnehmer der neun voll besetzten Rundgänge entlang der stählernen Hochöfen waren hellauf begeistert vom Charme der Industrieruinen. Eine Reaktion, die Gästeführer Karl Heinz Silfang nur zu gut kennt: Der Landschaftspark zählt jedes Jahr mehr als eine halbe Million Besucher, die den Blick aus der Nähe suchen. Fast alle kommen mindestens ein zweites Mal hierher. Marco Lorenz Der Verbandstag fand in der eindrucksvollen Kulisse des Landschaftsparks Duisburg Nord statt. Foto: Joachim Busch 18 GENOSSENSCHAFTSBLATT

19 RWGV intern Eine Ära geht zu Ende Verwaltungsratsvorsitzender Dr. Klaus Kalefeld ausgeschieden / Klaus Geurden neu an die Spitze des Aufsichtsgremiums gewählt Foto: Joachim Busch Einstimmige Beschlüsse auf dem RWGV-Verbandstag in der Gebläsehalle des Landschaftsparks Duisburg Nord. Verabschiedeten Andreas Rottke (3. v. rechts) aus dem Verwaltungsrat (v. links): Johann Prümers, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates, RWGV-Vorstandsvorsitzender Ralf W. Barkey, DGRV-Präsident Uwe Fröhlich, der ausgeschiedene Verwaltungsratvorsitzende Dr. Klaus Kalefeld und RWGV-Vorstand Siegfried Mehring. Duisburg. Wachwechsel im Vorsitz des Verwaltungsrates des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes. Mit Ablauf des diesjährigen Verbandstages in Duisburg ist Dr. Klaus Kalefeld aus Satzungsgründen nach sechs Jahren im Amt ausgeschieden. Zu seinem Nachfolger gewählt wurde Klaus Geurden. Den Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Krefeld hatten die Mitglieder der Fachvereinigung der Kreditgenossenschaften zuvor auch zum Vorsitzenden der Fachvereinigung im RWGV gewählt. Dem RWGV-Verwaltungsrat gehört Geurden bereits seit dem Jahr 2010 an. RWGV-Vorstandsvorsitzender Ralf W. Barkey dankte dem hauptamtlichen Vorstandsmitglied der Dortmunder Volksbank für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement für die Genossenschaften in Rheinland und Westfalen. Mit Dr. Kalefelds Ausscheiden geht für den Verband eine Ära zu Ende, in der der RWGV deutlich an Format und an politischer sowie innerer Stärke gewonnen hat, betonte Barkey. Ehre, wem Ehre gebührt. Für seine großen Verdienste zeichnete ihn DGRV- und BVR-Präsident Uwe Fröhlich mit der Ehrennadel in Gold des DGRV aus. In seiner Laudatio hob Fröhlich insbesondere Kalefelds Mitarbeit im Verbandsrat des DGRV ( ) und im Fachrat Markt des BVR ( ) hervor. Er sprach seinen ganz persönlichen Dank aus für die wertvollen Beiträge, die Sie zu unserer gemeinsamen Arbeit geleistet haben. Die Genossenschaftsbanken hätten in der jüngsten Finanzkrise gestanden wie ein Leuchtturm in der Nacht. Dass wir das schaffen konnten, verdanken sie den klugen, verantwortungsbewussten, auf ihre Mitglieder hin orientierten Machern in unseren Kreditgenossenschaften. Einen davon zeichnen wir heute aus, so Fröhlich. Abschied aus dem RWGV-Verwaltungsrat und zudem vom Amt als Vorsitzender der Fachvereinigung der gewerblichen Genossenschaften nahm auch Andreas Rottke. Zum Nachfolger gewählt wurde sein bisheriger Stellvertreter Rudolf H. Saken, Vorstandssprecher der Hildener Gemeinschaft Fernmelde-Technik. Wie Dr. Kalefeld wurde auch Rottke vom Präsident Fröhlich mit der Ehrennadel in Gold des DGRV ausgezeichnet. Es gibt heute junge Leute, die engagieren sich für den Schutz unserer Umwelt und für saubere Energie die waren noch gar nicht auf der Welt, als Sie sich schon im genossenschaftlichen Kontext für diese Themen eingesetzt haben, verdeutlichte Fröhlich die Verdienste von Rottke. Zuvor hatte RWGV-Vorstandsvorsitzender Ralf W. Barkey seinen Dank dafür ausgesprochen, dass sich Rottke in seiner 18-jährigen Tätigkeit im Fachrat der gewerblichen Genossenschaften und seit 1997 auch im Verwaltungsrat besonders für die Neugründung von Genossenschaften eingesetzt habe. Beispiele hierfür seien die Genossenschaften für Heilberufe, Familiengenossenschaften oder Energiegenossenschaften. Zu neuen Mitgliedern des Verwaltungsrats bestimmt wurden Dr. Peter Bottermann, Vorstandssprecher der Volksbank Ruhr Mitte, sowie Karin Schulz, Vorstandsvorsitzende der DENTAGEN Wirtschaftsverbund eg. Verwaltungsratsmitglied Hans-Bernd Wolberg, Vorstandsvorsitzender der WGZ BANK, sowie Verwaltungsratsmitglied Hans-Josef Hilgers, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main, wurden in ihren Ämtern bestätigt. Foto: Joachim Busch GENOSSENSCHAFTSBLATT

20 RWGV intern Prüfungs.TV und auf einmal ist alles ganz einfach! Foto: RWGA Der Kooperationsvertrag ist unter Dach und Fach: Johannes Schulte (links) und Stephan Hause (2. v. rechts) von Prüfungs.TV zusammen mit Monika Lohmann (2. v. links), Abteilungsleiterin Ausbildung und berufsbegleitende Studiengänge, und Akademieleiter Udo Urner. Düsseldorf. Lernen mit zeitgemäßen Methoden macht Bankauszubildenden einfach mehr Spaß. Vor diesem Hintergrund sei man sich bei der Rheinisch-Westfäischen Genossenschaftsakademie (RWGA) sicher, so Akademieleiter Udo Urner, mit Prüfungs.TV einen Kooperationspartner ins Boot geholt zu haben, der die Bankauszubildenden begeistern werde. Prüfungs.TV verknüpfe ein einzigartiges didaktisches Gesamtkonzept mit der derzeit innovativsten Lernmethodik, dem Videolernen. Die übersichtliche Mediathek enthält Videos zu allen prüfungsrelevanten Themen gemäß IHK-Prüfungskatalog. Jedes Video behandelt eine abgeschlossene Lerneinheit, gleichzeitig bauen alle Videos sinnvoll aufeinander auf und verdeutlichen Gesamtzusammenhänge. Durch die Komplexitätsreduzierung und die optimale Strukturierung eignen sich die Videos sowohl zur Vor- und Nachbereitung des Berufsschulunterrichtes, als auch zur Klärung von Praxisfragen und natürlich auch zur Prüfungsvorbereitung. Alle Videos sind immer und überall auf allen Endgeräten, vom Smartphone bis zum Desktop-PC, verfügbar. So lernen die Azubis, wann und wo sie möchten, in ihrem eigenen Lerntempo und ohne störende Werbung. Wie Urner betonte, können durch die Kooperation mit Prüfungs.TV die Mitgliedsbanken ihren Auszubildenden dieses einzigartige Konzept als erste Bankengruppe zu einem besonders günstigen Preis zur Verfügung stellen. Urner: Mit Prüfungs.TV wird die genossenschaftliche Bankausbildung noch attraktiver und innovativer! Ein Abend an der Spree Berlin. In der Capital Yard Golf Lounge begrüßte der Vorstand des RWGV am 14. Mai rund 250 Gäste zu seinem Berliner Abend im Rahmen der Bankwirtschaftlichen Tagung des BVR. Diesmal wurde direkt an der Spree mit Blick auf die historische Oberbaumbrücke gefeiert. Und wie es der Name des Veranstaltungsortes schon vermuten lässt, stand der Abend ganz im Zeichen des Golfsports. Dabei konnte man nicht nur drinnen im Golfsimulator Abschläge proben, sondern auch draußen von einem Podest geradewegs in die Spree schlagen. Natürlich wurden hierfür spezielle Fischfutter-Golfbälle verwendet, die sich anschließend im Wasser auflösten. Neben Bankern der RWGV- Kreditgenossenschaften waren auch Geschäftsführer der RWGV-Tochterunternehmen sowie Vertreter anderer Verbände, Multiplikatoren und Politiker geladen. RWGV-Vorstandsvorsitzender Ralf W. Barkey eröffnete den Abend mit einer kurzen Rede. Direkt an der Spree und mit Blick auf die historische Oberbaumbrücke feierten Mitte Mai rund 250 Gäste beim Berliner Abend des RWGV. Gedankenaustausch mit Handwerkskammern Foto: Marco Lorenz Handwerkskammer und RWGV im Dialog Düsseldorf. Unter dem Titel Handwerk und Genossenschaftsbanken: Eine erfolgreiche Partnerschaft auf dem Prüfstand loteten die Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland Pfalz gemeinsam mit dem RWGV-Vorstandsvorsitzenden Ralf W. Barkey Möglichkeiten der zukünftigen Zusammenarbeit aus. Im Mittelpunkt standen dabei Fragen rund um die Kreditversorgung des Handwerks. Diskutiert wurden Folgen der zunehmenden regulatorischen Auflagen sowie zukünftige Anforderungen des Handwerks an Volksbanken und Raiffeisenbanken. 20 GENOSSENSCHAFTSBLATT

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