Wortschatz in seiner Entstehung. II. Überblick über die interne Sprachgeschichte des Französischen

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1 HeinrichHeineUniversitätDüsseldorf Semester: 2 Semester Seminar: Wortschatz inhaltlich und formal (Französisch) Seminarleiterin: Nora Katharina Wirtz Referentin: Nadine Froelian Datum: Wortschatz in seiner Entstehung II. Überblick über die interne Sprachgeschichte des Französischen 1. Definition: Interne Sprachgeschichte befasst sich mit der Veränderung der Sprache, sowie mit der syntaktischen Veränderung sowie mit dem Lautwandel und dem Bedeutungswandel. 2. Merkmale: Veränderung im System der Sprache Formwandel 2 KasusSystem Bereicherung der Sprache Innersprachliche Änderung Seit Beginn des 100 Krieges neue Form der Sprache 3. Kasus Lateinische Sprache besitzt 6 Kasussysteme Reduktion im Französischen auf 2 Kasus Mask. Rectus Obliquus Fem. Rectus Obliquus 14 Jh. Wegfall des 2 Kasussystems mask. Rectus Obliquus Sg. li mur le mur Pl. li murs les murs fem. Rectus Obliquus Sg. la buche la buche Pl. les buches les buches

2 4. Kl. Lat. 3 Stufiges Demonstravisystem Objekpronomina: ille Demonstrativum: cil Demonstrativum hic verschwindet Neufranzösisch: Distanzunterschied heute durch ci und là ausgedrückt zweistufig differenziert: ce livre ci, ce livre là 5. Phonologie/Phonetik Flexionsmorphologie Informationsträger sind Artikel und Adjektive Unterschied zwischen Plural und Singular kaum hörbar z.b. boeuf:boeufs Vokalsystem Zurückführung auf Quantitätenkollaps im 3 Jh. Vokale wurden Diphthongiert Z.B. /ou/ aus /o/ (in louer) Nasalisierung /an/ und /on/ Konsonanten Palatalisierung Verschiebung zum Vordergaumen Z.B. VITA > vida> frz. vie Lautgesetze Die Wortformen in der französischen Sprache gehen auf das Latein zurück und sind in ihrer Entwicklung häufig rekonstruierbar über Lautgesetze. Diese regelhaften Lautentwicklungen wurden von den Junggrammatikern im 19. Jh. festgestellt. Beispiele dieser Entwicklung: Umwandlung der Diphtonge des klassischen Lateins zu Monophtongen im Altfranzösischen (AURU > or). Langes E des klassischen Latein wird zu geschlossenem e im Altfranzösischen (DEBITA, vlt. DEBTA > afr. dete) Nicht alle Entwicklungen können einwandfrei zugewiesen werden: SECRETU > afr. *secroit oder *secreit, aber es entwickelt sich zu secret (gelehrtes Wort).

3 Durch die Verschriftung des französischen wurden diese Entwicklungen langsamer. Vorrömische Substrateinflüsse in den romanischen Sprachen: Phonetik Frankreich Z.B. Sonorisierung (oder Verstummung) der intervokalischen Verschlusslaute des Lateinischen P; C; T; > b (> v), g( > ),d (> ) Lat. AMICU(M) > frz. ami Lat. RIPA(M) > frz. rive Lat. VITA(M) > frz. vie (vgl. Sp./pg. vida) Kriterien: Zwei Merkmale: Erhalt des auslautenden lat. s und der Stimmlosigkeit der lat. Verschlusslaute 6. Neues Futur Ausgangspunkt Erat von lat. Esse Angleichung der Infinitivformen aus ere bzw. are Typisch für Sprachwandel ESSERE geht auf neue Futurform zurück (sera) Neuen romanischen Futur (infinitiv + a) 7. Superstrat, Substrat (z.b. Toponyme) Spaltung von langue d oil und langue d oc Phonetische und Semantische Veränderung ab 49 Jh. Klassische lateinische Wörter durch Sprechlatein ersetzt Substrat: ist die Sprache eines politisch unterlegenden Volkes. Auf dem Gebiet des heuten Frankreichs sind dies z.b. Gallier, Iberer, Ligurer Aus dem Keltischen Substrat stammen etwa 100 Wörter des heutigen Französisch, die Römer entlehnten aus der Sprache der Gallier hauptsächlich Bezeichnungen für Pflanzen und Tiere sowie Objekte des täglichen Lebens Wörter haben sich nach der gleichen Lautung weiterentwickelt briser (brissim ), cloche (cloc ), galet (gallos ), mouton (multo), valet (vasso) deutlich sichtbar ist das keltische Substrat in Ortsnamen (TOPONYMEN) auf kelt. ac: Das Suffix ac wurde als acum in das Lateinische übernommen es hatte eine possessive Bedeutung ( zugehörig oder Gebiet von) durch die Spaltung in langue d oil und langue d oc hat sich die Situation verkompliziert: so wurde in Languedoc lat. acum zu ac im Norden zu y

4 Superstrat: Sprache der Eroberer das keltische Substrat in Ortsnamen (TOPONYMEN) auf kelt. ac: Das Suffix ac wurde als acum in das Lateinische übernommen Germanisches Superstrat: durch die Völkerwanderung der römischen Provinz Gallien gesprochene Latein im 5 Jh. vom Ursprung abgeschnitten Koexistenz verschiedenster Versionen des Sprechlateins Franken meisten Einfluss auf das Strat Viele tausend Wörter wurden in das Sprechlatein aufgenommen Spiegelung der Eroberer und den Eroberten Phonologische Merkmale sind die Anlaute h, das zum Neufranzösischen h aspiré geworden ist (heaume), und w, das sich zu nfrz. Gu entgwickelt hat (guêpe) 8. Sprachtypologie auf gemeinsame Ausgangssprache zurückzuführen Analytischer vs. Synthetischer Sprachbau Prädeterminiertheit vs. Postdeterminiertheit 1968 durch K. Baldinger wurde eine Standartauffassung des Bild des Französischen formuliert Prinzip der Prädeterminiertheit : dem Lexem geht die grammatische Markierung voran, im nominalen sowie verbalen Bereich Nominalketegorien lat. Frz. Kasus (Genitiv) MANSIO PATRIUS la maison du père Genus (feminin) ROSA la / une rose Numerus (Plural) ROSAE les / des roses (s neufrz. Nur in der liaison hörbar) alle Sprachen sind Mischtypen jedoch, wenn der Negationspartikel pas (je ne sais > j (s)ais pas) in der gesprochenen Sprache häufig alleine steht, nennt man dies postdeterminierend heutiges Sprachsystem Vorrömische Substrateinflüsse in den romanischen Sprachen: Wortschatz Frankreich Keltische Substratwörter im Französischen

5 Charrue, quai, marne, mouton, lieue etc. / moyen français ( ca. 1500) Fazit : Allgemein kann man sagen, dass sich die französische Sprache über Jahrhunderte hin verändert hat. Durch verschiedene Einflüsse wie z.b. Dialekte, neue Formen, Deklinationen, Diphthongierung, Lautwandel und Formenwandel besitzen wir die heutige Sprache, die immer Veränderungen erfährt. Literatur KOLBOOM, Ingo Handbuch Französisch. Sprache, Literatur, Kultur, Gesellschaft. Für Studium, Lehre, Praxis. Berlin: Erich Schmidt. MARTINEZ, Moreno Sprachwandel und Irregularität. Morphosyntaktische Veränderungen im Bereich französischer Nominalkategorien. Berlin: Schmidt. SOKOL, Monika Französische Sprachwissenschaft. Eine Einführung mit thematischem Reader. Tübingen: Narr. STEIN, Achim Einführung in die französische Sprachwissenschaft. Stuttgart/Weimar: Metzler.

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