Arbeitspaket 2: Verifikation von Qualifikation in einem Leistungspunktesystem

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1 Arbeitspaket 2: Verifikation von Qualifikation in einem Leistungspunktesystem Zusammenfassung zum Meilenstein 3 1 Der Arbeitsauftrag des Arbeitspaketes 2 Die Universität Hannover bearbeitet das Arbeitspaket 2 (AP 2) mit dem Titel Verifikation von Qualifikation in einem Leistungspunktsystem. Der Begriff Qualifikation beschreibt den persönlichen Stand der (beruflichen) Ausbildung und den der allgemeinen Bildung; Qualifikation kann auch als Befähigungsnachweis verstanden werden. Als Verifikation von Qualifikation wird verstanden, in welcher Weise erworbene Qualifikationen in einem Leistungspunktsystem beschrieben und bestätigt werden können. Das AP 2 entwickelt und erprobt im Rahmen des Projektes Instrumente, mit deren Hilfe Qualifikationen beschrieben werden können. Dieses Instrument wird zunächst von der Universität Hannover erprobt, später den Partnern im Projektverbund zur Verfügung gestellt. 2 Ausgangslage und Arbeitsziele Das Hauptaugenmerk des Arbeitspaketes 2 liegt darauf, Hinweise zur Ausrichtung von Studieninhalten auf berufsrelevante Qualifikationen sowie auf die Anwendung geeigneter Lehrund Lernformen zu geben. Andererseits ist beabsichtigt, Instrumente zur Beschreibung von Lehrveranstaltungen weiter zu entwickeln und zu erproben. Dieses wird erprobt an den ingenieurwissenschaftlichen Teilstudiengängen Elektrotechnik und Metalltechnik des Studienganges Lehramt an berufsbildenden Schulen an der Universität Hannover. Für Überprüfung und ggf. Neugestaltung sowie für die Beschreibung von Studiengängen ist es notwendig, die folgenden Leitfragen zu beantworten: Wie lautet das Mandat der Professionals? Über welche Qualifikationen verfügen die Professionals? Welches Leitbild gilt für die Ausbildung (Profilbildung)? Welche Qualifikationen müssen die Studierenden innerhalb ihrer Ausbildung erwerben? Welche Anforderungen müssen die Module erfüllen? Welche Anforderungen müssen die Modulbeschreibungen erfüllen? BLK-Projekt Leistungspunktesystem

2 In welchem Umfang erhöhen das Leistungspunktsystem und die Modulbeschreibungen die Mobilität der Studierenden? Wird durch die höhere Transparenz der Lehrveranstaltungen eine höhere Teilnahme von Weiterbildnern erreicht? 3 Beschreibung berufsrelevanter Qualifikation Der Trend in der Hochschulentwicklung geht - knapp zusammengefasst dahin, größtmögliche Vielfalt der Hochschulausbildung mit gleichzeitig größtmöglicher Flexibilität bei der Studienwahl (orts-, inhalts- und abschlussbezogen) zu schaffen. Die hierzu erforderliche hohe Transparenz, die den Hochschulen gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen ermöglichen soll, wird über quantitative (Semesterzahl, Semesterwochenstunden, student workload) und qualitative (Inhalt, Ziele, Leitbild) Beschreibungen der Lehrveranstaltungen erreicht. Bisher beschränken sich die Beschreibungen der Lehrveranstaltung innerhalb von Hochschulen meist auf die Angabe der Inhalte. Dieses erscheint nicht ausreichend zu sein für die vereinfachte, wechselseitige Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen von Studierenden. Um eine verbesserte Anrechnungspraxis zu ermöglichen, sind weitere Angaben als die der Inhalte notwendig. Sie schließen Angaben zu den Zielen und ggf. Level ein. Hierzu erprobt das AP 2 ein Instrument zur Beschreibung von Lehrveranstaltungen (Modulbeschreibungsbogen), untersucht seine Akzeptanz und erhebt Hindernisse mit dem Ziel, diese zu minimieren. Um das Verständnis sowie die Einsetzbarkeit des Beschreibungsbogens zu verbessern, wurde gemeinsam mit dem Arbeitspaket 3 der Hochschule für Angewandte Wissenschaft Hamburg eine Handreichung für Lehrende entwickelt. Die Handreichung wird zur Zeit gemeinsam mit dem Erhebungsbogen eingesetzt, um die Lehrveranstaltungen innerhalb des ingenieurwissenschaftlichen Teilstudienganges Metalltechnik im Studiengang Lehramt an berufsbildenden Schulen an der Universität Hannover zu beschreiben. Die Ergebnisse sollen sowohl zur Verbesserung des Modulbeschreibungsbogens als auch zur Verbesserung der Handreichung dienen. 4 Konzeption des Studienganges Master Sc. Technical Education Berufsbezogene Inhalte eines Studienganges und entsprechend der Komplexität der beruflichen Anforderungen gestaltete Lehr-/Lernarrangements werden als ein wesentlicher Faktor für die Qualität eines Studienprogramms angesehen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind die Projektbeteiligten an der Universität Hannover davon überzeugt, dass mit der Bündelung herkömmlicher Lehrveranstaltungen zu Modulen und der Vergabe von Leistungspunkten allein das Ziel der Qualitätssicherung und steigerung nicht erreicht wird. Vielmehr ist es BLK-Projekt Leistungspunktesystem

3 notwendig, Inhalte und Methoden der Lehrveranstaltungen im Hinblick auf die Berufsziele der Absolventen zu überprüfen und ggf. neu zu gestalten. Vor diesem Hintergrund wird zur Zeit der Studiengang M.Sc. Technical Education entwickelt. Es ist beabsichtigt, diesen ab dem Wintersemester 2003/2004 zu erproben. Im Folgenden wird die Struktur des Studienganges M.Sc. Technical Education vorgestellt. 4.1 Zulassungsvoraussetzung Voraussetzung für die Zulassung ist der erfolgreiche Abschluss eines ingenieurwissenschaftlichen, universitären Bachelorstudiums oder der eines adäquaten Fachhochschulstudiums. 4.2 Das Ziel des Studiengangs Das Studium soll Studierende auf die Tätigkeit als Berufsbildner in berufsbildenden Schulen oder in außerschulischen Domänen vorbereiten, ohne Kenntnisse im Bereich der Berufspädagogik oder der Fachdidaktik vorauszusetzen. Der Abschluss M.Sc. Technical Education soll zum Eintritt in den Vorbereitungsdienst für das Lehramt an berufsbildenden Schulen im Land Niedersachsen berechtigen. 4.3 Struktur und Studienumfang Der Studiengang ist ein viersemestriger Studiengang, der mit dem akademischen Grad M.Sc. of Technical Education abschließt. Im Hinblick auf das Studienvolumen berücksichtigt der Vorschlag die Vorgaben der Rahmenvereinbarung über die Ausbildung und Prüfung für Lehrämter für die Sekundarstufe II (berufliche Fächer)... der Kultusministerkonferenz vom Diese sieht vor, dass die Ausbildung ein Studienvolumen von etwa 160 Semesterwochenstunden (SWS) umfassen soll. Diesen Anforderungen kommt die geplante Studienstruktur nach. Sie setzt auf einem Bachelor-Studiengang auf, der die berufliche Fachrichtung im Umfang von 120 SWS enthält. Der Umfang der beruflichen Fachrichtung ist damit deutlich höher als im Lehramtstudiengang, in dem der Umfang der beruflichen Fachrichtung ca. 80 SWS beträgt, in die 16 SWS Fachdidaktik eingeschlossen sind. Auf diese Weise bringen alle Absolventen ein höheres Maß an fachwissenschaftlichen Kenntnissen mit als dieses bisher der Fall war. 4.4 Modularisierung des Studienangebots Die Struktur des Studienganges ist in Mesomodule und Mikromodule gegliedert. Dazu werden, ausgehend von best-practice-empfehlungen des BLK-Modellversuchs Modularisierung, zunächst Mikromodule mit einer student workload im Umfang von 150 h gebildet. Ausgehend von der Empfehlung, von einer student workload von 1800 Stunden/pro Studien- BLK-Projekt Leistungspunktesystem

4 jahr auszugehen, werden sechs Module im Umfang von je 150 Stunden je Semester gebildet. Für jedes Modul werden entsprechend der Empfehlung der ECTS 5 Credits vergeben. Legt man die Lehrbelastung zugrunde, umfasst jedes Modul einen Lehrumfang von vier Semesterwochenstunden. Mit diesem Umfang folgt die Struktur den Rahmenvorgaben für die Einführung von Leistungspunkten und die Modularisierung von Studiengängen (Beschluss der KMK vom ). 4.5 Struktur des Studiengangs M.Sc. Technicl Education Das Studium der Fachdidaktik der beruflichen Fachrichtung, der Berufspädagogik sowie des Unterrichtsfaches erfolgt im Studiengang M.Sc Technical Education in zwei Mesomodulen. Die Abbildung verdeutlicht die Modulstruktur des Studiums M.Sc. Technical Education. Es besteht in diesem Beispiel aus jeweils 12 Mikromodulen des Mesomoduls Unterrichtsfach sowie aus 12 Mikromdulen des Mesomoduls Fachdidaktik der beruflichen Fachrichtung und Berufspädagogik. Für die Master-Arbeit ist ein Umfang von 3 Mikromodulen vorgesehen. In diesem Beispiel ist sie in den Mesomodul Fachdidaktik der beruflichen Fachrichtung und Berufspädagogik integriert. Die Lehrbelastung der Mikromodule beträgt SWS. Damit besteht ein Spielraum, der eine differenzierte Gestaltung der Mikromodule ermöglicht. So kann ein Mikromodul z.b. aus zwei herkömmlichen Seminaren á 2 SWS bestehen. Andererseits können solche Module aufgebaut werden, die eine höhere Eigenleistung der Studierenden z.b. in Form eines Literaturstudiums oder in Form von schul- oder betriebspraktischen Übungen berücksichtigt. Mo- BLK-Projekt Leistungspunktesystem

5 dule von Anbietern außerhalb der Universität Hannover, insbesondere elearning-angebote im Fernstudium, können integriert werden. 4.6 Gestaltung von Modulen Nach dem Niedersächsischen Hochschulgesetz sind neue Studiengänge oder wesentlich veränderte Studiengänge zu akkreditieren, bevor sie vom MWK genehmigt werden. Voraussetzung der Akkreditierung ist unter anderem ein modularisiertes Studienangebot. Zum Verfahren der Modularisierung liegen bisher nur wenige Veröffentlichungen und Erfahrungen vor. Roscher (2002) beschreibt Module als einen nach Sinnzusammenhängen aufgebaute(n) Lernblock, der (in Kredit-Systemen zwingend) mit einem Prüfungsverfahren abgeschlossen wird. Sie setzen sich aus unterschiedlichen Lehr- und Lernelementen zusammen: Kontaktzeiten mit Lehrenden (Vorlesungen, Seminare, Übungen usw.), Selbststudium, Prüfungsvorbereitung, Prüfung. Roscher unterscheidet komplexe und simple Module. Sie werden unterschieden im Hinblick auf die Anzahl ihrer unterschiedlichen Lehr- und Lernelemente und im Hinblick auf ihre Binnenstruktur. Studienreformerisch interessant, so Roscher, sind die komplexen Module. Kernpunkt der Gestaltung des Studienganges M.Sc. Technical Education soll ein komplexes Modul, ein Kernmodul sein, um das der gesamte Studiengang oder zumindest ein Mesomodul zu strukturieren ist. Die Inhalte dieses Moduls orientieren sich an den Berufsinhalten und methoden der Absolventen des Studienganges. Unter Berücksichtigung professionstheoretischer Überlegungen gestalten und erproben die Studierenden ein komplexes Lehr- /Lernarrangement für den Unterricht in berufsbildenden Schulen, erproben es und erheben die Ergebnisse der Lernenden. Sie vergleichen die Daten mit eigenen Erwartungen und Beobachtungen und entwickeln Handlungsalternativen, die im Rahmen der weiteren Ausbildung erprobt werden sollen. Die weiteren Mikromodule des Mesomoduls/der Mesomodule sollen so gestaltet sein, dass sie den Studierenden ermöglichen, für die erfolgreiche Bewältigung des Kernmoduls notwendige Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben und zu erweitern. 5 Ausblick Im weiteren Verlauf des Projektes werden die Tätigkeiten in den hier beschriebenen Arbeitsbereichen fortgeführt. Besonderes Augenmerk liegt neben der Beschreibung der Lehr- /Lernprozesse auf ihrer Gestaltung. Dabei wird davon ausgegangen, dass über die Vergabe von Leistungspunkten und die Gestaltung von Modulen die Qualität von Studienprogrammen nachhaltig gefördert werden kann. Die gewonnenen Erkenntnisse finden in der Entwicklung BLK-Projekt Leistungspunktesystem

6 des Studienganges M.Sc. Technical Education ihre Anwendung und Überprüfung. Die Ergebnisse werden den Partnerhochschulen im Projektverbund, der hochschulinternen sowie der externen Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Der besondere Schwerpunkt beim weiteren Vorgehen wird auf darauf liegen, Hinweise zur Gestaltung von Lehr-/Lernprozessen zu geben. Diese werden als Wesentlich für die Qualität eines Studienprogramms betrachtet. 6 Literaturhinweis Die Angaben sind dem ausführlichen Zwischenbericht 1 des AP 2 zu entnehmen. BLK-Projekt Leistungspunktesystem

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