12. Tagung der DFN-Nutzergruppe Hochschulverwaltung Bochum, 18. Mai 2015

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1 IT-Sicherheit in der Hochschule: Ein Lagebild Prof. Dr. Rainer W. Gerling IT-Sicherheitsbeauftragter Max-Planck-Gesellschaft M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE 1 Allianz der Wissenschaftsorganisationen Wissenschaftspolitik Forschungsförderung strukturelle Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE Rainer W. Gerling/MPG. Alle Rechte vorbehalten. 1

2 AKIF Die Allianz gründet in 2008 auf Initiative des DLR, der FhG und der MPG den Arbeitskreis Informationssicherheit der (außeruniversitären) deutschen Forschungseinrichtungen (AKIF) Mitglieder sind um die 80 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen Über die HRK seit 2014 auch die Hochschulen Derzeit etwa 40 Hochschulen Ziel des Arbeitskreises ist die Erhöhung der IT-Sicherheit in den Forschungseinrichtungen Hintergrund: M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE 3 Arbeit des AKIF Grundlegende Dokumente zur IT-Sicherheit Austausch über IT-Sicherheit(svorfälle) Aufbau der vertrauensvollen Zusammenarbeit Austausch von Lageeinschätzungen mit dem nationalen CyberAZ Basiert auf dem Traffic Light Protocol Konkretisierung für Forschungseinrichtungen/Hochschulen Aufbau einer sicheren Kommunikationsinfrastruktur Verschlüsselte Mailinglisten Verschlüsselter Fileserver M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE Rainer W. Gerling/MPG. Alle Rechte vorbehalten. 2

3 AKIF für die Hochschulen Es gab zwei Rundschreiben der HRK RS 25/2014 vom IT-Sicherheit an Hochschulen und Forschungseinrichtungen RS 26/2014 vom IT-Sicherheit an Hochschulen/Mit Bitte um Weiterleitung an den IT-Sicherheitsbeauftragten oder den den IT-Verantwortlichen (Chief Information Officer und/oder Leiterin bzw. Leiter des Hochschulrechenzentrums) Ihrer Hochschule Mitglied werden kann die/der IT-Sicherheitsbeauftragte der Hochschule Zugang auf ein Informationsportal Verteilung sensibler Information über Angriffe gegen Hochschulen S/Mime Zertifikat erforderlich M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE 5 Schutz vor Schadsoftware Signatur-basierte Mechanismen Virenscanner Intrusion-Detection-Systeme Lange Reaktionszeiten (mehrere Stunden) Volumenprobleme ( neue Malware-Proben am Tag) Webbasierte Prüfung Intelligence-basierte Mechanismen Listen mit IP-Adressen Listen mit Domain-Namen Listen mit Dateien (in Form von Hash-Werten) Lange Reaktionszeiten (mehrere Tage bis Monate) Verhaltens-basierte Mechanismen Beobachtung der Rechner Anomalie-basierte Intrusion-Detection-Systeme Kurze Reaktionszeiten M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE Rainer W. Gerling/MPG. Alle Rechte vorbehalten. 3

4 Angriffsarten Phishing Richtet sich an alle Gier-Schalter oder Angst/Panik-Schalter Spearphishing Richtet sich an Einzelne oder Gruppen Passt gut in den individuellen Kontext (Social Engineering) Watering Hole Angriff Tiere sind beim Trinken am Wasserloch arglos und angreifbar Welche Web-Seiten besuchen die Beschäftigten meines Opfers? Die Webseite des Pizza-Dienstes ist u.u. leichter anzugreifen, als die IT- Infrastruktur des High-Tech-Unternehmen Verlorene USB-Sticks Auf dem Parkplatz des Unternehmens M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE 7 Beispiel: Spam-Mail Ein Kollege in einer Uni klickt auf den Link und gibt seine Daten ein. Im Laufe der Nacht gab es dann 7 Anmeldungen aus Ägypten und Nigeria beim Webmail-Server Dabei wurden 379 Mails verfasst, einige davon mit vielen Adressen im BCC. Das führte zu versendeten Mails und abgelehnten Mails M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE Rainer W. Gerling/MPG. Alle Rechte vorbehalten. 4

5 Angriffsdateien Spearphishing Der Kontext ist richtig Gefälschte Absender Adresse Man kennt den Absender Typisch ein Dateianhang pdf oder Office Seit 2010 mehr Office Nach der Infektion ruhig verhalten, um nicht aufzufallen Quelle: le Blonde et al. Dann im Unternehmen auf die wirklichen Ziele ausbreiten Microsoft Mechanismen (smb) Passworte sniffen/knacken M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE 9 Aktuelles Beispiel: Anfang 2015 Quelle: https://phishing.vcu.edu/2015/01/07/good-article-targeted-phishing-scam-1715/ M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE Rainer W. Gerling/MPG. Alle Rechte vorbehalten. 5

6 Primärere Angriffsziele Organisierte Kriminalität signal intelligence human intelligence M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE 11 Anatomie eines Angriffs Angreifer Command & Control C2 Opfer Dropzone M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE Rainer W. Gerling/MPG. Alle Rechte vorbehalten. 6

7 Regierungsbotnets? Clevere Domain Namen: Fallen bei einer Durchsicht nicht auf! Wer sind die aktuellen Angreifer? Dokumente lesen!! Ghostnet, Mandian APT1, Norton Crowdstrike: Putter Panda, Bear, Kitten, Tiger, Chollima Angegriffen werden dienstliche/berufliche -Adressen M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE 13 Der Prozess Zugriffe auf IP-Adressen und Domain-Namen werden protokolliert Die Log-Dateien werden ausgewertet Verdächtige Rechner forensisch untersucht Dabei ergeben sich u.u. neue IP-Adressen und Domain-Namen Die Schadsoftware wird von aktuellen Virenscannern nicht erkannt! Die Erkennungsmechanismen werden ständig optimiert M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE Rainer W. Gerling/MPG. Alle Rechte vorbehalten. 7

8 Kronjuwelen Kennen Sie Ihre Kronjuwelen (=besonderes kritische und wichtige Daten)? Welche Daten verursachen bei Verlust/Kopie den größten Schaden? Klassifizierung der Daten, Netze und Anwendungen ist eine Grundvoraussetzung für ein Risikomanagement Die Klassifizierung macht die Fachabteilung und nicht die IT! Bild: Wikipedia M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE 15 Firewall Internet Hochschulnetz???-Server DMZ VPN-Gateway M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE Rainer W. Gerling/MPG. Alle Rechte vorbehalten. 8

9 Kronjuwelen der Hochschule Hochschulnetz M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE 17 Kronjuwelen der Hochschule Internet Internet Hochschulnetz M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE Rainer W. Gerling/MPG. Alle Rechte vorbehalten. 9

10 Administration Internet Administratorarbeitsplatz Administrationsnetz Hochschulnetz M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE 19 Maßnahmen Alle IP-Adressen, die aus den diversen Spionage-Reports kommen, sollten geloggt/geblockt werden In der Hochschule kein Problem; mobil nicht trivial Log-Dateien geben Hinweise auf potentiell infizierte Rechner Alle Domain-Namen, die aus den diversen Spionage-Reports kommen, sollten geloggt/geblockt werden Können die Hochschulen das technisch? Moderne Firewalls und Proxies erforderlich. Mailserver sollten ausführbare Anhänge blockieren. Monitoren Sie (ungewöhnliche) Datenflüsse im Unternehmen M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE Rainer W. Gerling/MPG. Alle Rechte vorbehalten. 10

11 Was muss getan werden Sichere Kommunikationsstrukturen aufbauen Innerhalb der Hochschule Zwischen den Hochschulen Technische Möglichkeiten zum Loggen schaffen Technische Möglichkeiten zum Sperren schaffen Sicherheitsmaßnahmen erhöhen, z.b. Separates Management-Netz Firewalls restriktiver einrichten Netze optimaler strukturieren IT-Sicherheit als eine Grundlage qualitativ hochwertiger Forschung Grundawareness M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE 21 IT-Sicherheitsüberlegungen Muss jeder Server ins Internet kommen können? Der AD-Server kann per http in die Welt kommunizieren? Müssen die Namen der Server die Funktion verraten? Die Hochschulfirewall lässt nur erforderlichen Datenverkehr durch. Muss jeder Beschäftigte im Internet surfen können? Kann man den Browser einsperren? (http://www.sirrix.de/content/pages/bitbox.htm) Zwei Browser Strategie Verschlüsseln, verschlüsseln, verschlüsseln M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE Rainer W. Gerling/MPG. Alle Rechte vorbehalten. 11

12 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! M A X - P L A N C K - G E S E L LS C H A F T Rainer W. Gerling, Sicherheit trotz(t) IT, Bochum, 2015 SEITE Rainer W. Gerling/MPG. Alle Rechte vorbehalten. 12

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