Information zur Einführung der Kursgewinnbesteuerung auf Wertpapiere

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1 Information zur Einführung der Kursgewinnbesteuerung auf Wertpapiere Nachstehend eine Übersicht über die wichtigsten Eckdaten des Budgetbegleitgesetzes/Abgabenänderungsgesetzes 2011, mit welchem u.a. die neue Kursgewinnbesteuerung auf Wertpapiere eingeführt wurde: Mit dem Inkrafttreten des Budgetbegleitgesetzes 2011 werden von Kapitalvermögen, unabhängig von der Behaltedauer, mit 25% KESt besteuert. Der Termin für den Beginn der Einhebung der Steuer durch die Banken ist der Von der Kursgewinnsteuer sind grundsätzlich sämtliche Wertpapiere (Aktien, Anleihen, Fonds, Zertifikate) und auf einem Depot befindliche Derivate betroffen. Ein KESt Abzug auf realisierte aus Aktien und Fonds erfolgt für alle ab gekauften und ab verkauften Wertpapiere. KESt- Abzug auf realisierte für Forderungswertpapiere (Anleihen) und Derivate erfolgt für alle ab gekauften Wertpapiere. Aufgrund der Verschiebung der KESt- neu auf den sind zur Vermeidung von Besteuerungslücken folgende Übergangsvorschriften vorgesehen: - der noch vor dem gekauften Aktien und Fondsanteile unterliegen wie bisher weiterhin dem alten Besteuerungssystem und somit der Spekulationsfrist, d.h. diese Aktien können nach Ablauf eines Jahres steuerfrei veräußert werden. Für Aktien und Fondsanteile, die nach dem gekauft wurden und vor dem verkauft werden wurde die Spekulationsfrist bis zum verlängert, d. h. Veranlagung durch den Kunden und Steuer lt. Einkommensteuertarif. - Für Forderungswertpapiere und Derivate gilt folgende Übergangsregelung: Erwerbe und Verkäufe zwischen und unterliegen der bisherigen Spekulationsbesteuerung, dh. Veranlagung durch den Kunden und Steuer lt. Einkommensteuertarif. Erwerbe ab und Verkäufe ab unterliegen immer - unabhängig von der Behaltedauer - einer Spekulationsbesteuerung mit dem Sondersteuersatz von 25%; aber ebenfalls Veranlagung durch den Kunden! 1 von 6

2 Besteuerung der bei Aktien Kauf vor Kauf ab Verkauf vor Kauf ab Verkauf ab % KESt auf Dividenden 25% KESt auf Dividenden 25% KESt auf Dividenden Verlängerte Spekulationsfrist bis mit Einkommenssteuertarif über die Steuererklärung realisierte Besteuerung der bei Anleihen Kauf vor bzw. Kauf ab Verkauf vor Kauf zwischen bis Verkauf ab % KESt auf Kupons KESt-Belastung gemäß Stückzinsen 25% KESt auf Kupons 25% KESt auf Kupons Keine Stückzinsen KESt mehr Bei Emissionen unter pari 2% steuerfreier Tilgungsgewinn bei 5jährigen Anleihen Immer steuerpflichtig Sondersteuersatz 25% über die Steuererklärung* Sonderfall Wohnbau- Anleihen Kupons bis 4% KESt-frei Anrechnung als Sonderausgabe endete mit Kupons bis 4% KESt-frei Sonderausgabenabzug entfällt immer steuerpflichtig Sondersteuersatz 25% über die Steuererklärung* Kupons bis 4% KESt-frei Sonderausgabenabzug entfällt Stückzinsen Teil der Anschaffungskosten im Rahmen der 4% steuerfrei KESt-Befreiung bleiben auch steuerfrei *Bei einem Kauf nach dem und Verkauf ab dem sind die unabhängig von der Behaltedauer spekulationssteuerpflichtig zum Sondersteuersatz von 25%. Details hinsichtlich Stückzinsen-KESt: Bei allen Anleihenkäufen, die vor dem getätigt wurden, erfolgt eine KESt-Gutschrift und beim Verkauf eine entsprechende KESt-Belastung (auch bei Verkäufen nach dem Bei allen Anleihen, die ab erworben werden, gibt es für Stückzinsen weder KESt-Gutschriften noch KESt-Belastungen. 2 von 6

3 Besteuerung der bei Zertifikaten Kauf vor Kauf zwischen bis % KESt auf Kupons 25% KESt auf Kupons 25% KESt auf Kupons Ausnahme: keine KESt bei n unter dem Emissionspreis sowie bei (Turbo-) Zertifikaten mit Hebel >5 bei Emission Achtung: 1 Jahr Spekulationsfrist bei beiden Varianten Keine Ausnahmen unter dem Emissionspreis sind immer steuerpflichtig Verkauf vor : Einkommenssteuer-Tarif Verkauf ab : Sondersteuersatz von 25% * Keine Ausnahmen mehr *Bei einem Kauf nach dem und Verkauf ab dem sind die unter dem Emissionspreis unabhängig von der Behaltedauer spekulationssteuerpflichtig zum Sondersteuersatz von 25%. Besteuerung der bei Investmentfonds Kauf vor Kauf zwischen bis % KESt 25% KESt 25% KESt Die Steuerbehandlung (25% auf 20% der realisierten Aktien- und Options-) gilt bis für Fonds, deren Geschäftsjahr bis zum endet. Realisierte auf Fondsebene Für Fonds mit Geschäftsjahresbeginn nach dem erhöht sich der Satz der Bemessungsgrundlage auf 30 %. Für Fonds mit Geschäftsjahresbeginn im Kalenderjahr 2012 soll die Bemessungsgrundlage auf alle realisierten erweitert und die Bemessungsgrundlage auf 40 % erhöht werden. Für Fonds mit Geschäftsjahresbeginn im Kalenderjahr 2013 erhöht sich dieser Satz auf 50 % und für Fonds mit Geschäftsjahresbeginn ab 2014 auf 60 % der, die mit 25 % besteuert werden. Auf Fondsebene sind ein Verlustausgleich innerhalb des Fonds-Geschäftsjahres und ein Verlustvortrag auf Folgejahre möglich. 3 von 6

4 Realisierte auf Anteilsebene Verlängerte Spekulationsfrist bis mit Einkommensteuer-Tarif über die Steuererklärung 25% KESt auf Differenzbetrag zwischen Veräußerungserlös und Anschaffungskosten, bereits besteuerte Beträge im Fonds werden berücksichtigt. Ab werden nur mehr transparente und intransparente Fonds unterschieden: Ausländische Fonds Bei den transparenten Fonds wird die Berechnung wie oben dargestellt; der Abzug der Steuer erfolgt vom Kundenkonto durch die depotführende Bank. Bei den intransparenten Fonds bleibt die Besteuerung mit 25 % auf 90 % des Unterschiedsbetrages zwischen dem 1. und letzten Rücknahmewert im vorangegangenen Kalenderjahr, aber mind. 10 % des letzten Rücknahmewertes im vorangegangenen Kalenderjahr bestehen. Besteuerung der bei Optionsscheinen und Derivaten Kauf vor und ab Verkauf vor Kauf zwischen und Verkauf ab Steuerfrei Ausnahme: Spekulationsfrist (1 Jahr) 25% Sondersteuersatz auf, über die Steuererklärung zu begleichen und 25% Steuer auf etwaige Ausgleichszahlungen 4 von 6

5 Verlustausgleich: Im Rahmen des automatisierten Verlustausgleiches, erfolgt die Gegenrechnung aller realisierten und (z.b. Kupons, Dividenden) mit realisierten Verlusten innerhalb eines Kalenderjahres durch die depotführende Bank. Welche /Verluste betreffen die Verlustgegenrechnung: - Realisierte /-verluste von Aktien und Investmentfonds, die nach dem erworben wurden - Alle Dividenden von Aktien und Ausschüttungen von Investmentfonds unabhängig vom Erwerbsdatum - Realisierte /-verluste von Forderungswertpapieren, die nach dem erworben wurden - Kupons/Zinsen von Forderungswertpapieren, die nach dem erworben wurden Welche Wertpapierdepots werden berücksichtigt: - Alle Einzelinhaber-Depots werden gemeinschaftlich betrachtet - Mehrfachinhaber-Depots werden auf Depotebene ausgeglichen - Bankübergreifender Verlustausgleich bzw. Ausgleich von Gemeinschafts-Depots mit Einzelinhaber-Depots ist nur beim Finanzamt möglich Wie funktioniert der Verlustausgleich: - Bei Realisierung eines Kursverlustes und wenn im Kalenderjahr bereits eine KESt (aus n oder Zinsen/Dividenden) berechnet wurde, erfolgt eine KESt- Gutschrift (25% des realisierten Verlustes max. die bereits bezahlte KESt.) - Übersteigt ein realisierter Verlust die bereits versteuerten Gewinne bzw. Zinsen/Dividenden, dann verbleibt der verbleibende Verlust in Evidenz - Bei Realisierung eines s bzw. Erhalt eines Erträgnisses wird keine KESt einbehalten, wenn noch ein realisierter Verlust in Evidenz ist. - Der Verlustausgleich ist auf das Kalenderjahr beschränkt. Gewinne/Verluste werden nicht ins nächste Kalenderjahr mitgenommen. Die depotführende Bank führt den Verlustausgleich ab auf täglicher Basis durch. Für das Jahr 2012 (d.h. von bis ) erfolgt der Verlustausgleich nachträglich bis Ende April Ausnahmen von der Kursgewinnsteuer: - Lebensversicherung gegen Einmalerlag: Hier wurde mit die Mindestanlagedauer auf 15 Jahr (bisher 10 Jahre) angehoben. - Physisches Gold; Beteiligungen (Kommanditgesellschaft, stiller Gesellschafter) - Ausgleichszahlungen an Zinscap-Optionsscheinen, wenn Zinscap zur Absicherung des Zinsrisikos eines Kredites dient. 5 von 6

6 Übersicht der wichtigsten Meldepflichten bei Depotübertragungen von Neuvermögen auf Vorgänge nach dem Mit dem Budgetbegleitgesetz 2011 und der darin enthaltenen Änderungen zur Kapitalertragssteuer, wurden auch die Meldepflichten bei Depotübertragungen geändert. Folgende Übersicht soll zeigen, wer melden muss, und bis wann die Meldung erfolgen muss. Bei Depotübertragungen auf ein Depot desselben Steuerpflichtigen lassen sich folgende Sachverhalte darstellen: - Depotübertragungen bei derselben Bank/depotführende Stelle im Inland keine Melde- und keine Steuerpflicht - Depotübertragung auf eine andere inländische Bank/depotführende Stelle Bank teilt neuer Bank Anschaffungskosten mit - Depotübertragung ins Ausland (von inländischer zu ausländischer Bank/depotführende Stelle) Bank meldet Steuerpflichtigen und Übertragungsvorgang an Finanzamt - Übertragungen im Ausland (von ausländischer zu ausländischer Bank/depotführenden Stelle Steuerpflichtiger muss innerhalb eines Monats dem Finanzamt Meldung erstatten. Kommt der Steuerpflichtige dieser Aufgabe nicht (zeitgerecht) nach, wird darin ein steuerpflichtiger Vorgang gesehen! Depotübertragungen an einen anderen Steuerpflichtigen gelten prinzipiell als Veräußerung und damit als besteuerungspflichtig. Eine Ausnahme stellt die unentgeltliche Übertragung dar. Die unentgeltliche Übertragung muss Anhand geeigneter Unterlagen z.b. - Notariatsakt, - Einantwortungsurkunde oder - Schenkungsvertrag nachgewiesen werden. Hierbei handelt es sich um eine allgemeine Steuerinformation nach der derzeitigen Gesetzeslage. Die steuerliche Behandlung ist von den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Kunden abhängig und ersetzt eine individuelle Beratung durch den Steuerberater nicht. Sie kann durch eine andere steuerliche Beurteilung der Finanzverwaltung und Rechtsprechung auch rückwirkend Änderungen unterworfen sein. Jegliche Haftung für die Inhalte ist ausgeschlossen. 6 von 6

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