Global oder lokal? Alternativen anpacken! Ulrich Brand

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1 Global oder lokal? Alternativen anpacken! Ulrich Brand Science Event 2014 Transformation! Energie für den Wandel Umweltbundesamt / Radio ORF Leitfragen Welche Energie braucht Transformation? Wie kann Transformation aussehen? Radikaler Richtungswechsel? Wo bereits sichtbar und im Gange?

2 stimme Überlegungen von Prof. Rammler zu, möchte sie weitertreiben 1) Transformation findet statt! Mega-Trends wie Demographie/Urbanisierung, Digitalisierung, Klimawandel kapitalistische Wachstumsökonomie welche Art der Transformation ist wünschenswert, welche nicht? welche Logiken der Transformation dominant? 2) Global oder lokal glokal! Alternativen anpacken auf vielen Ebenen, plurale Akteure, diverse Maßnahmen wichtige Rolle von Nischen, Laboren und Lernräumen kein Masterplan! internationale Ebene aktuell wenig zu erwarten: Konkurrenz dominiert, wenn Kooperation - neoliberal ( Klimakonferenz in Lima)

3 zwei Probleme der aktuellen Transformations-Debatte dominante Problembeschreibung: Übernutzung des Planeten (Ressourcen, Senken, Ökosysteme) durch Menschheit; Anthropozän Ziele / Mittel Energiebasis verändern, weg von fossilen Energieträgern Ressourcenbasis umbauen; effizienter, weniger greening von Politik, Märkten / Investitionen, KonsumentInnen 1. Gefahr: Engführung auf ökologische Fragen 2. Gefahr: radikale Diagnose, weitreichende Ziele, aber kleine Schritte z.b. Primat der Politik phantasielos, weil die ist Teil des Problems

4 Anpacken! Ausweitung der Transformations-Perspektive (1) sozial-ökologische Transformation Gerechtigkeit, andere wirtschaftliche Logiken, solidarische Lebensformen Umweltfragen sind Machtfragen: Energie- und Ressourcenpolitik, TTIP Transformations-Debatte eine von progressiven Eliten gleichzeitig: verbreitetes Unbehagen in Gesellschaft (soziale Spaltung, Zynismus der Eliten, Entdemokratisierung) rechts-populistisch bedient

5 Anpacken! Ausweitung der Transformations-Perspektive (2) Transformation im Lichte des Projekts der Aufklärung - Ausweg aus selbstverschuldeter Unmündigkeit, Emanzipation - Gleichheit, Freiheit und Selbstbestimmung - Selbstregierung und Demokratie - auch: sorgfältiger Umgang mit natürlichen Lebensgrundlagen - Einhegung von Macht und Herrschaft - bestimmte Modernequalitäten erhalten, ausbauen - Leitbild einer solidarischen Moderne

6 Anpacken! - was wir benötigen Transformation! - keine Engführung auf ökologische Fragen Debatte um gutes Leben / breiteres Verständnis von Wohlstand gegen und jenseits kapitalistischer Wachstumszwänge Was und Wie von Produktion und Konsum Gute Arbeit und das Ganze der Arbeit ressourcen-leichte und solidarische Formen der Mobilität sozial-ökologische Landwirtschaft und Ernährung umsichtige und partizipatorische Stadtentwicklung

7 Anpacken! - was wir benötigen Frage der Demokratie wer bestimmt über Entwicklungsrichtig der Gesellschaft? zentral heute: Wirtschaft / langfristige Investitionen, Profit-Logik, verstärkt durch Interessen der Finanzmarktakteure Transformation zu solidarischer Moderne: unter anderem Wirtschaftsdemokratie, Eingriffe in Verfügung über Eigentum

8 Politisch: Mut und Vision, die an Interessen gebunden werden, überzeugende Projekte und Konflikte für Transformation, Alternativen stützen, selbst entwickeln Der Standard gestern: Sinkender Ölpreis. Konsumentenschützer fordern niedrigere Flugticket-Preise geht das? Wirtschaftlich: bewusste Zurücknahme, Stärkung alternativer Ökonomien, Primat sozial-ökologischer Dimensionen wirtschaftspolitisch z.b.: Regulierung der Finanzmärkte Kulturell: Nachhaltigkeit ist Verantwortlichkeit / Sorge neben sozialen Bewegungen, Debatten: dissidente progressive Eliten aktuell Position sichern und an sich denken - notwendig: bereits zu Zukunftsfähigkeit und Kompromiss radikal = glaubwürdig

9 Wichtige Ansätze zum Glück sehr viele, unüberschaubar Konferenz zu Degrowth / Postwachstum, September in Leipzig; Teilnehmende, v.a. junge Menschen wollen konkrete Alternativen radikal, kritisch und pragmatisch Februar 2015: Gemeinsam für ein gutes Leben, Konferenz an der Wirtschaftsuniversität Wien Science Event: transformative und Transformationsforschung entwickeln und fördern in Österreich kaum angekommen

10 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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