GeschÄftsbericht Ver antwort ung

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1 GeschÄftsbericht 2015 Ver antwort ung

2 Die wichtigsten Kennziffern Steiermärkische Sparkasse-Konzern per 31. Dezember 2015 im Überblick Bilanz in Mio. Euro Bilanzsumme Forderungen an Kunden Finanzielle Vermögenswerte Verbindlichkeiten gegenüber Kunden hievon Spareinlagen hievon sonstige Verbindlichkeiten Verbriefte Verbindlichkeiten Eigenkapital Erfolgsrechnung in Mio. Euro Betriebsergebnis Konzernjahresüberschuss nach Steuern Unternehmenskennzahlen Return on Equity vor Steuern 5,5 % 9,8 % Return on Equity nach Steuern 2,6 % 7,6 % Cost-Income-Ratio 65,5 % 56,6 % Zinsspanne in % der Ø zinstragenden Aktiva 1,53 % 1,96 % Kernkapitalquote bezogen auf das Gesamtrisiko 13,7 % 12,4 % Eigenmittelquote bezogen auf das Gesamtrisiko 15,6 % 14,2 % Loan-Deposit-Ratio 96,5 % 99,8 % Ressourcen * Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt Filialen und regionale Beratungszentren Jahresfinanzbericht online: * Steiermärkische Bank und Sparkassen AG mit ihren vollkonsolidierten und at equity-beteiligungen in Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien und Slowenien zu 100 % gerechnet.

3 Entwicklung der wich Bilanzsumme in Mio. EUR % % 6 % % % % 2 % % KonzernEigenkapital in Mio. EUR % 60 % 50 % % %

4 tigsten Kennziffern Non Performing Exposure (NPE) in % Betriebsergebnis in Mio. EUR ,5 4,0 3,9 3,7 3, * Cost-Income-Ratio (CIR) in % jahresüberschuss nach Steuern in Mio. EUR ,1 56,5 58,8 56,6 65,5* * * Sondereffekt Kroatien durch Zwangskonvertierung auf Basis eines Gesetzes. Details dazu siehe Seite 15, 18 und 19.

5 Wie werden wir uns wohnen leisten? 26 Land und Leute geniessen Biomasse ist Energie Wege zum 46 Erfolg Etwas zurück geben Technologie ist kein Selbstzweck 70 Den menschen die stadt zurückgeben Inhalt 6 Vorstand im Interview 14 Geschäftsentwicklung 24 Kommerzkunden 34 Privatkunden 44 Südosteuropa 50 Corporate Social Responsibility 60 Umweltstrategie 72 Impressum

6 Verantwortung ist Die Basis jeder Beziehung Der Vorstand der Steiermärkischen Sparkasse im Gespräch über das abgelaufene Berichtsjahr Die Bilder und Zitate erlauben einen Blick auf die persönlichen Leidenschaften der Vorstände. Mit dem Thema Verantwortung wurde für den Geschäftsbericht 2015 ein deutliches Signal hinsichtlich der umfassenden Bedeutung dieses Begriffes in der Bankenlandschaft gesetzt. Welche Aspekte ergeben sich daraus für die Steiermärkische Sparkasse? FABISCH: Verantwortung an sich hat mehrere Facetten und Dimensionen. Einerseits leben wir Verantwortung gegenüber unseren Kunden und Mitarbeitern, was das Bankgeschäft betrifft, andererseits nehmen wir im Einklang mit dem Sparkassengedanken auch die Verantwortung für die Gesellschaft wahr. Gegenüber den Kunden haben wir unser Bankgeschäft seit jeher so gestaltet, dass wir das langfristige Vertrauen unserer Kunden gewinnen und erhalten. Eine Sparkasse muss angemessene Gewinne erzielen, um laufend Sicherheit und Stabilität bieten zu können. Börsennotierte Finanzinstitute hingegen werden sich überwiegend an den Shareholdern zu orientieren haben. Diese erwarten natürlich entsprechende Quartalszahlen und Gewinnanteile je Aktie, was wiederum dazu verleitet, in möglichst gewinnträchtige und damit verbunden meist auch risikoreichere Veranlagungen zu investieren. Gleichzeitig werden in vielen Fällen weniger einträgliche Engagements wie zum Beispiel das Filialgeschäft zurückgenommen. Das ist nicht unser Zugang! Wir wollen und werden in guten wie in schwierigen Zeiten unsere Kunden begleiten und ihnen für ihr Geldleben lösungsorientierte Beratung anbieten. Das bedeutet, hinsichtlich der regionalen, der persönlichen und der digitalen Services zu jedem Zeitpunkt eine umfassende Verfügbarkeit zu garantieren, sodass wir auch in herausfordernden Zeiten ein stabiler Partner sind. Die politischen Entscheidungen in Kroatien hinsichtlich der Zwangskonvertierungen der Schweizer Franken Privatkredite hatten großen Einfluss auf das Ergebnis der Steiermärkischen Sparkasse. Wie geht man mit solchen Markteingriffen durch Regierungen um? FABISCH: Wir waren als Bank gelinde gesagt überrascht, dass in einem EU-Mitgliedsland solche rechtlich wohl mehr als bedenklichen Entscheidungen getroffen werden. Alle Juristen sehen darin eine eindeutige Verletzung des existierenden Investitionsschutzabkommens. Die damalige Regierung hat durch die Zwangskonvertierung die wirtschaftspolitische Integrität des Staates Kroatien auf das Spiel gesetzt. Das 6

7 Land muss nun mit diesem massiven Vertrauensverlust bei Bankinstituten und westeuropäischen Investoren leben und sich überlegen, wie es in Zukunft wieder Vertrauen und einschätzbare Rahmenbedingungen aufbauen kann. Das wird ein steiniger Weg, denn die Skepsis ist groß. Auch wir mussten unter dem Eindruck dieser Ereignisse anteilige Verluste übernehmen, den Firmenwert der Beteiligung korrigieren und damit verbunden auch die Investitionsbereitschaft für die nächsten Jahre reduzieren. Die Steiermärkische Sparkasse kann trotz der Ereignisse in Kroatien auf ein sehr erfreuliches Geschäftsjahr zurückblicken. Was waren die Erfolgsfaktoren? FABISCH: Tatsächlich haben wir den negativen Effekt, der aus dieser kroatischen Regierungsentscheidung entstanden ist, inklusive des Anteils der Firmenwertberichtigung zur Gänze im Jahresergebnis 2015 realisiert und trotzdem noch einen Gewinn von rund 30 Millionen Euro verzeichnet. Im Heimmarkt können wir dabei auf ein Rekordjahr seit Bestehen der Bank zurückblicken. Alle Beteiligungen außer Kroatien haben ihre Ziele ebenso überschritten und sogar in Kroatien konnten wir operativ ein Plus erwirtschaften. Die Gründe für diesen Erfolg sind vielschichtig. Erstens trägt die hohe Zahlungsmoral bei Firmen- und Privatkunden in Österreich zu einem guten Ergebnis bei. Dadurch sind die notwendigen Risikovorsorgen gering. Zweitens motiviert die angesprochene Zinssituation viele Sparer, auch in Wertpapiere zu investieren. Lebensversicherungen, Anleihen, Aktien oder Bausparverträge verzeichnen erfreuliche Zuwächse. Drittens sind wir bei den Kostenbudgets sehr verantwortungsvoll und haben im Jahr 2015 dahingehend alle Planungsziele eingehalten, ohne unseren umfassenden Kundenservice einzuschränken. Und schließlich haben wir auch im Inland neue Marktchancen vorgefunden und zahlreiche Neukunden gewinnen können. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir auch in Zukunft unsere Stabilität und unsere Verlässlichkeit in Erfolge umsetzen werden. Der Architekturinteressierte» In der Architektur verbinden sich Ästhetik und Funktionalität. «DR. GERHARD FABISCH VORSTANDSVORSITZENDER Geschäftsbericht

8 Der leidenschaftliche Bergsteiger» Die Berge geben ein Gefühl von Kraft und Freiheit. «MAG. FRANZ KERBER VORSTANDSVORSITZENDER- STELLVERTRETER Die Steiermärkische Sparkasse trägt als Bank nicht nur eine Verantwortung gegenüber ihren Kunden, sondern im Hinblick auf das Kommerzkundengeschäft auch für den gesamten Wirtschaftsstandort. Wie entwickelte sich das Kommerzgeschäft? KERBER: Das Geschäft mit den Firmenkunden hat sich im Jahr 2015 sehr positiv entwickelt. Der Anteil am Konzernüberschuss betrug über 50 %. Damit ist das Kommerzkundengeschäft eine starke und tragende Säule in der Steiermärkischen Sparkasse. Der Bruttoertrag konnte um 8,3 % gesteigert werden, wobei die Risikokosten weit unter dem langjährigen Durchschnitt lagen. Laut OeNB-Statistik stagnierte die Gesamtkreditnachfrage der Unternehmen im Jahr 2015 (im Vergleich zum Vorjahr um -0,1 %). Die Steiermärkische Sparkasse konnte im Neugeschäft 746 Millionen Euro Investitionskredite zuzählen, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 5,5 % bedeutet. Davon haben die KMUs 346 Millionen Euro in Anspruch genommen, das bedeutet ein Plus von 30 % gegenüber 2014, und 339 Millionen Euro wurden privaten Bauträgern für Immobilienprojektfinanzierungen zur Verfügung gestellt. Der Bestand an Schweizer Franken-Krediten konnte weiter abgebaut werden und betrug nunmehr 140 Millionen Euro bzw. weniger als 3 % des Portfolios. Im Kerngeschäft der Finanzierung von KMUs und Immobilienprojekten ist der Bestand an Investitionskrediten um 1,5 % gewachsen neue Firmenkunden, davon ca. ein Drittel Gründer, bestätigen, dass die Steiermärkische Sparkasse ihrem Image als erster Ansprechpartner für KMUs und Gründer gerecht wird. Der Marktanteil bei KMUs beträgt ca. 40 %, zwei Drittel davon (das sind 25 % der Kunden) sehen uns als ihre Hauptbankverbindung. Ziel ist es, dass jeder dritte Firmenkunde seine Hauptbankverbindung mit der Steiermärkischen Sparkasse hat. Unser Fokus auf das Geschäft mit KMUs zeigt sich auch im Bereich der Förderungen, hier wurden im Jahr 2015 um 18,4 % mehr Förderungen eingereicht, wobei sich das Projektvolumen auf 134 Millionen Euro nahezu verdoppelt hat. Wir begleiten unsere Firmenkunden auf ihrem Weg in neue Märkte, unser Marktanteil bei Exportfinanzierungen in der Steiermark betrug 23 %. 8

9 Um nachhaltig erfolgreich zu sein, bedarf es Kommerzkundenbetreuer, die sich besonders gut in die Unternehmerposition hineinversetzen können. Wie können Sie diesen Qualitätsanspruch sicherstellen? KERBER: Wir legen besonderen Wert auf die Ausund Weiterbildung unserer Kundenbetreuer und deren Praxisbezug. Trotz des erhöhten regulatorischen und damit verbundenen administrativen Aufwands darf die Kundenbezogenheit darunter nicht leiden. Das Geschäft unserer Kunden zu verstehen, stellt dabei sicher unsere Schlüsselkompetenz dar. Wir gehen aktiv auf unsere Kunden zu und sind uns bewusst, dass der Erfolg auch das Eingehen kalkulierter und tragfähiger Risiken mit sich bringt. Unsere Chancen liegen in der Erfüllung und Übertreffung der Erwartungen unserer Kunden in einem exzellenten Kundenerlebnis. Damit wollen wir einen Mehrwert schaffen, damit der Kunde gerne zu uns kommt und für unsere Leistungen einen fairen Preis zahlt. Dabei gilt für uns in unserem Verhalten das Credo: Glaubwürdigkeit in der Kundenbeziehung, Verlässlichkeit in der Leistungserbringung und Leidenschaft im Einsatz für unsere Kunden. Das Ergebnis der letzten Kundenbefragung zeigt, dass wir eine sehr positive Entwicklung bei den Kundenzufriedenheitswerten haben. 89 % der Kunden sind mit ihrem Betreuer überdurchschnittlich oder sehr zufrieden und 71 % sind bereit ihren Betreuer weiter zu empfehlen. Im Mitbewerbervergleich wird die Steiermärkische Sparkasse von ihren Kunden als wirtschaftlich stark, verlässlich, schnell bei Kreditentscheidungen und stark in der Beratungskompetenz gesehen. Die IT-Struktur in der Bankenlandschaft ist stark im Umbruch. Mit welchen Anforderungen wird die Steiermärkische Sparkasse in der Zukunft konfrontiert sein und wie rüstet sie sich dafür? BUCHER: Für die IT-Landschaft der österrei-» Die Kunst verbindet die Phantasie des Künstlers und die des Betrachters. «DR. GEORG BUCHER VORSTANDSMITGLIED Der Kunstliebhaber Geschäftsbericht

10 chischen Sparkassen sehe ich in den nächsten Jahren Chancen und Herausforderungen. Erfreulicherweise ermöglicht die Digitalisierung eine unkomplizierte und serviceorientierte Kommunikation mit den Kunden bei der Abwicklung des Standardgeschäftes. Die Optimierung des Filialnetzes durch digitale Angebote stellt die Kunden in den Mittelpunkt. Er ist es, der entscheidet, wann und wie er mit uns in Kontakt tritt. Die Plattform George hat sich bereits zu einer wertvollen Ergänzung des Filialnetzes entwickelt und stellt zeit- und ortsunabhängig jede Menge Informations- und Transaktionsmöglichkeiten bereit. Für das gehobene Beratungsgeschäft in den Filialen braucht es aber auch in Zukunft das Einfühlungsvermögen der Mitarbeiter und das persönliche Gespräch mit den Kunden als Vertrauensbasis. Außerdem sind die Investitionen und Aufwendungen zur Erfüllung der regulatorischen Anforderungen und Berichtspflichten gegenüber den verschiedenen Aufsichtsstellen der Banken enorm. Die Problematik der hohen Investitionskosten wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass sich der Umfang der Ausgestaltung laufend ändert. Daher wünschen wir uns für die Zukunft Stabilität, um diese bestehenden Pflichten abarbeiten zu können, statt laufender Veränderungen und Erweiterungen durch die Regulatoren. Im Jahr 2015 gab es in der Steiermärkischen Sparkasse außergewöhnlich geringe Kreditrisikokosten. Woran lag das? BUCHER: Die anhaltend niedrigen Zinsen haben einerseits dazu beigetragen, dass die Risikokosten im Kreditgeschäft insgesamt gesunken sind. Andererseits konnten wir durch unsere konservativen Kreditvergabestandards weiterhin die gute Qualität unseres Kreditportefeuilles halten. Ich sehe es als eine wesentliche Aufgabe des Risikomanagements der Steiermärkischen Sparkasse, Geschäfte nicht zu verhindern, sondern möglich zu machen. Zusätzlich haben wir seit langem ein Risiko-Frühwarnsystem installiert, bei dem die Instrumente und Prozesse den höchstmöglichen Standards im Risikomanagement entsprechen. Die Verantwortung der Bank ist es dabei, beginnende wirtschaftliche Schwierigkeiten bei Kunden frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit ihnen Maßnahmen zu erarbeiten, um gegensteuern zu können. All diese Maßnahmen dienen aber nicht nur der Bank, sondern in höchstem Ausmaß auch unseren Kunden, für die finanzielle Sicherheit gleichzeitig auch Lebensgrundlage bedeutet. Kommen wir vom Heimmarkt zu den Beteiligungen. Wie entwickelten sich die Tochterbanken am Westbalkan? DALBOKOV: Der Geschäftsverlauf im Jahr 2015 war mit Ausnahme von Kroatien sehr zufriedenstellend, der kombinierte Nettogewinn der Bankbeteiligungen ohne Kroatien belief sich auf knappe 32 Millionen Euro. Dabei haben die Banken in Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Serbien und Slowenien die höchsten Jahresgewinne in ihrer Geschichte erzielt. Ausschlaggebend dafür waren einerseits die stabilen bzw. steigenden Betriebsergebnisse, andererseits die geringeren Risikokosten, die auch von einem Rückgang der notleidenden Kundenkredite begleitet wurden. Diese sehr respektablen Ergebnisse wurden leider von den Entwicklungen in Kroatien überschattet: Dort verzeichnete die kroatische Tochterbank aufgrund der gesetzlichen Zwangskonvertierung von Schweizer Franken-Privatkrediten zum ersten Mal in der Geschichte der Bank einen Verlust in der Höhe von 107 Millionen Euro. Dieser einseitige politische Eingriff in bestehende Kundenverträge hatte auch negative Auswirkungen auf die Investorenstimmung und das Stabilitätsrating des Landes. Mich stimmt es aber vorsichtig zuversichtlich, dass die neue kroatische Regierung eine wesentlich konstruktivere und kooperativere Haltung zu Auslandsinvestoren im Sinne der Entwicklung des Landes zeigt. Daher rechne ich mit einer stabilen Geschäftsentwicklung für das Jahr 2016, vor allem aber mit einer Normalisierung in Kroatien. Ich hoffe auch, dass wir mehr politische Kontinuität, Fokussierung auf wichtige Strukturreformen und konsequente Fortschritte beim EU-Annäherungsprozess sehen werden dies ist für die wirtschaftliche Entwicklung des Westbalkans von zentraler Bedeutung. Einer der Schwerpunkte im Geschäftsbericht 2015 ist Mazedonien. Wie sehen Sie die jüngsten Entwicklungen in diesem Land? DALBOKOV: Durch die relativ niedrigen Lohnkosten, das attraktive Steuerregime, den stabilen monetären Rahmen und die nicht zu hohe Staatsverschuldung hat Mazedonien durchaus gute Voraussetzungen, ein Industrietiger in der Region zu werden. Das erkannten einige internationale Investoren, vor allem aus der Autozulieferer- und Metallindustrie, und verlegten in 10

11 den letzten Jahren Produktionskapazitäten nach Mazedonien. Leider war das vergangene Jahr durch eine negative Entwicklung punkto politische Stabilität und Rechtstaatlichkeitsstandards geprägt, auch die EU-Beitrittsverhandlungen sind seit einigen Jahren eingefroren. Spürbare Verbesserungen in diesen Segmenten sind erforderlich, um die Attraktivität des Landes als Investitionsziel zu erhöhen. Als langfristiger strategischer Investor wollen wir die wirtschaftliche Integration Mazedoniens mit dem EU-Raum proaktiv unterstützen und auch einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensstandards, zumindest für unsere Kunden, leisten. Erfreulich ist, dass wir immer mehr Kunden und gleichgesinnte Partner im Land für diese Strategie gewinnen können. Welche Entwicklungen Ihrer Bank erwarten Sie für die Zukunft? FABISCH: Die Branche befindet sich im großen Umbruch und in den kommenden Jahren werden für viele Banken die Weichen neu gestellt. Wir stehen vor einer neuen Ära in der Kundenkommunikation, im Datenmanagement und im Informationsfluss. Weltweit gibt es dazu viele Überlegungen, insbesondere zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf das Bankgeschäft, mit noch nicht wirklich klaren Ergebnissen. Aus meiner Sicht hat die Steiermärkische Sparkasse von allen Banken die besten Chancen, die Vorteile neuer Technologien mit der sehr persönlichen Kenntnis ihrer Kunden zu verbinden. Wir beobachten dagegen bei einigen Mitbewerbern eine zunehmende Orientierung zum reinen Online-Banking verbunden mit Filialschließungen. Die Steiermärkische Sparkasse hingegen hat sich zum Ziel gesetzt, beide Welten optimal und effizient miteinander zu vernetzen und die Leistungen für ihre Kunden weiterhin individuell, einfach und transparent zugänglich zu machen. Wir werden in dieser neuen Ära etwas schaffen, das noch attraktiver und zukunftssicherer ist als das, was die Menschen und insbesondere unsere Kunden heute schon kennen. Unser Online- Banking-System George ist erst der Beginn dieser Entwicklung. Der Musikbegeisterte» Die E-Gitarre kann oftmals mehr positive Energie, emotionale Bindung und Kraft erzeugen, als Motivationsreden. «SAVA DALBOKOV, MBA VORSTANDSMITGLIED Geschäftsbericht

12 Corporate Governance Ein lebendiges Instrument zur Wahrnehmung von Verantwortung auf allen Ebenen. MAG. EVELYN BAUER LEITER-STELLVERTRETERIN GENERALSEKRETARIAT» Eine klare Verteilung der Verantwortlichkeiten und transparente Regeln schaffen Verlässlichkeit für unsere Kunden und Mitarbeiter. «Die Steiermärkische Sparkasse bekennt sich zu einem klaren Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung des Unternehmens, der sich aus gesetzlichen Vorgaben, aber auch aus dem Regelwerk, das wir uns selbst auferlegt haben, ergibt. Diese Regeln betreffen die Führung und Steuerung des Unternehmens, die Organisationsstruktur, die Wahrnehmung von Verantwortung und das gesetzeskonforme Verhalten aller Organe. Klare Regeln zu haben bedeutet auch, Interessenskonflikte zu vermeiden bzw. offenzulegen, beispielsweise wenn das Unternehmen Geschäfte wie Finanzierungen mit eigenen Mitarbeitern oder auch Mitgliedern des Aufsichtsrates vornimmt. Komplexe Aufgaben lösen Ein wichtiger Punkt im Bereich Corporate Governance ist, dass die zur Anwendung kommenden Regeln transparent und leicht zugänglich sind. Dies möchten wir mit dem neuen Verhaltenskodex für Mitarbeiter der Steiermärkischen Sparkasse unterstützen. Vor dem Hintergrund einer Flut von Regelungen und Gesetzen dient dieser als Quelle für vertiefte Informationen und regelt die Ansprechpartner bei Rückfragen. Dadurch erhalten die Mitarbeiter ein Gespür für das richtige Verhalten in komplexen Situationen und Unterstützung beim Treffen von Entscheidungen. Denn Klarheit zu schaffen bedeutet auch, Informationen zu filtern und den Blick auf die wesentlichen Punkte zu fokussieren. Das schafft Sicherheit für die handelnden Personen innerhalb der Bank, aber auch für unsere Kunden. Tätigkeit des Aufsichtsrates Einen zentralen Bereich der Corporate Governance bildet die Verteilung der Verantwor- tung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat der Steiermärkischen Sparkasse. Der Aufsichtsrat ist für die langfristige Strategie der Unternehmensentwicklung zuständig und gleichzeitig die Kontrollinstanz und Rückspracheebene für den Vorstand. Der Aufsichtsrat kommt seinen Aufgaben in der Regel im Plenum nach, hat aber bestimmte Agenden an Ausschüsse des Aufsichtsrates delegiert. Aufsichtsrat 12

13 Der Risikoausschuss berät den Vorstand hinsichtlich Risikobereitschaft und Risikostrategie und überwacht deren Umsetzung. Er entscheidet auch über die Genehmigung von Krediten, die über das Pouvoir des Vorstandes hinausgehen. Der Nominierungsausschuss regelt die vertraglichen Beziehungen zwischen Vorstand und Gesellschaft und unterbreitet dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Besetzung frei werdender Stellen in Vorstand und Aufsichtsrat. Er ist auch für die laufende Eignungsbeurteilung von Aufsichtsräten und Vorständen zuständig. Der Vergütungsausschuss erarbeitet die Grundlagen der Vergütungspolitik der Bank. Das betrifft Gehaltsstrukturen, Prämien oder auch Bonifikationen. Dem Prüfungsausschuss obliegt die Prüfung des Jahresabschlusses und er überwacht den Rechnungslegungsprozess sowie die Wirksamkeit der Internen Revision, des Internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems der Bank. Schließlich wurde auch über die gesetzlichen Erfordernisse hinaus ein Strategieausschuss eingerichtet. Diesem obliegt die Vorbereitung der Beschlussfassung des Aufsichtsrates in allen Fragen und Themenbereichen der Strategie und Risikoausschuss Nominierungsausschuss Vergütungsausschuss Prüfungsausschuss Strategieausschuss der systemhaften Planung des Unternehmens sowie der damit verbundenen Zielsetzung für die mittel- und langfristige Unternehmensentwicklung. Wahrnehmung der Verantwortung Insgesamt kommt der Aufsichtsrat mit seinen Ausschüssen durch diese Aufgaben auf etwa 20 bis 25 Sitzungen im Jahr, die allerdings auch weiterreichende Vor- und Nachbereitungsarbeiten mit sich bringen. Was die Wenigsten wissen: Die Aufsichtsratsmitglieder durchlaufen auch kontinuierliche Schulungsprozesse hinsichtlich gesetzlicher Vorgaben und neuer Richtlinien im Finanzwesen auf nationaler und europäischer Ebene. Die Erfüllung dieser umfangreichen Aufgaben und die Wahrnehmung der damit verbundenen Verantwortung jedes einzelnen Aufsichtsratsmitglieds sind wesentliche Grundlagen für die Sicherheit der Kunden und die Stabilität der Bank auch unter wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen. Organe der Steiermärkische Bank und Sparkassen AG Vorstand Dr. Gerhard FABISCH Vorsitzender Mag. Franz KERBER Stellvertreter des Vorsitzenden Dr. Georg BUCHER Sava DALBOKOV, MBA Aufsichtsrat Dr. Gunter GRISS Vorsitzender Dr. Oswin KOIS, 1. Stellvertreter des Vorsitzenden (ab , bis Mitglied) Univ.-Prof. DDr. Peter SCHACHNER-BLAZIZEK 1.Stellvertreter des Vorsitzenden (bis ) Dr. Ilse BARTENSTEIN 2. Stellvertreterin des Vorsitzenden Mag. Michaela CHRISTINER Mag. Andrea HIRSCHENBERGER (ab ) Claudia HÖLLER, MBA (ab ) Mag. Claus REPNIK Dr. Thomas UHER vom Betriebsrat entsandt Mag. Frederick ROBERTSON Betriebsratsvorsitzender Rudolf WALLIS 1. Stellvertreter des Betriebsratsvorsitzenden Gerald JAKUM 2. Stellvertreter des Betriebsratsvorsitzenden Michaela KOCH, BA MSc Staatskommissäre Dr. Ingrid KOINER (bis ) Dr. Ludwig SIK (bis ) Mag. Christine KLUG (ab ) Mag. Heinz DROBESCH (ab ) Geschäftsbericht

14 Geschäftsentwicklung 2015 Rentabilität Österreichisches Marktumfeld 2015 und Ausblick 2016 Die österreichische Wirtschaft hat im Jahr 2015 nach der Stagnation im Vorjahr wieder etwas an Fahrt gewonnen. Nach vorläufigen Berechnungen der österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitute betrug das Wachstum des österreichischen BIP im Jahr ,8 %. Der österreichischen Konjunktur fehlten im Jahr 2015 abermals deutliche expansive Impulse. Die Schwäche der Weltwirtschaft dämpfte den Außenhandel, die Investitionen zogen erst im Jahresverlauf moderat an und der private Konsum expandierte aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit und der schwachen Einkommensentwicklung nur geringfügig. jahresüberschuss nach Steuern in Mio. EUR ROE in % * Sondereffekt Kroatien Die österreichische Arbeitslosenrate stieg 2015 von 5,6 % auf 5,7 % an und blieb deutlich unter dem Vergleichswert der Europäischen Union (10,5 %). Die EZB ließ die Leitzinsen im Jahr 2015 unverändert bei 0,05 % und reduzierte die Einlagenfazilität von -0,2 % auf -0,3 %. Die Konjunkturindikatoren für Österreich befanden sich gegen Jahresende hin leicht nach oben gerichtet und begründen einen etwas optimistischeren Ausblick für Die aktuellen Prognosen stellen 2016 und 2017 für die österreichische Wirtschaft ein Wachstum des BIP von jeweils 1,6 % bis 1,7 % in Aussicht % % 80 6 % % * 2 % 7,5 % 8,1 % 5,8 % 7,6 % 2,6 %*

15 30 Milionen Euro Nettogewinn Gewinn 30 Millionen Euro Die Konzernbilanz schließt mit einem Nettogewinn von 30 Millionen Euro ab. Die erfreuliche Ergebnisentwicklung im Heimmarkt ist insbesondere durch steigende Provisionsergebnisse, konsequentes Kostenmanagement und besonders niedrige Risikokosten bedingt. Auch die Bankenbeteiligungen am Westbalkan haben mit Ausnahme von Kroatien die Planung übertroffen. Entscheidend für das deutlich unter Plan liegende Jahresergebnis ist der Verlust in Höhe von 107,1 Millionen Euro im Teilkonzern der kroatischen Bank, wovon 41 % Ergebnisanteil den Steiermärkische Sparkasse-Konzern treffen. Die Gesamtbelastung aus dem negativen Ergebnisanteil aus Kroatien (- 44 Millionen Euro) sowie der Abwertung des Beteiligungswertes (- 40 Millionen Euro) betrug 84 Millionen Euro. Alle anderen Banktöchter verzeichneten positive über der Planung liegende Jahresergebnisse. Der Konzernjahresüberschuss 2015 lag bei 30,1 Millionen Euro. Die Bilanzsumme des Konzerns blieb mit 14,4 Milliarden Euro stabil. Die Steiermärkische Sparkasse als Konzernmutter stellt mit einer Bilanzsumme von 12,8 Milliarden Euro (-0,9 %) wie in den Vorjahren den überwiegenden Anteil, gefolgt von der Bankhaus Krentschker & Co. AG mit einem um 0,7 % gestiegenen Bilanzvolumen von 1,1 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis des Steiermärkische Sparkasse-Konzerns ging, bedingt durch die Ergebnisbelastung aus Kroatien, im Vergleich zu 2014 um 30,4 % auf 118,4 Millionen Euro zurück. Die Kernkapitalquote des Konzerns konnte 2015 weiter auf 13,7 % und die Eigenmittelquote auf 15,6 % verbessert werden. Damit liegt die Steiermärkische Sparkasse deutlich über dem vom Gesetzgeber geforderten Limit. Das Konzerneigenkapital betrug mit Ende ,2 Milliarden Euro und konnte gegenüber 2014 weiter gesteigert werden. Hohe Wirksamkeit des konzernweiten Risikomanagements Die Risikokosten betrugen im Geschäftsjahr 2015 rund 0,13 % des gesamten Kreditrisikovolumens, womit die Steiermärkische Sparkasse im Vergleich zu ihren Mitbewerbern sehr gut liegt. Die NPE-Quote (Non Performing Exposure: prozentueller Anteil des notleidenden Exposure am gesamten Kreditexposure) konnte auf nunmehr 3,3 % des Portfolios gesenkt werden. Die Risikovorsorgen und die vorhandenen Sicherheiten decken über 105 % des Non Performing Exposure (Total Coverage Ratio), wodurch eine neuerliche Verbesserung des Risikodeckungsgrades erreicht werden konnte. Diese Ergebnisse unterstreichen abermals die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems im Steiermärkische Sparkasse-Konzern. Die Risikotragfähigkeit des Konzerns war auch insgesamt im Jahr 2015 in mehr als ausreichendem Maße gegeben. Sämtliche als materiell eingestuften Risiken, inklusive Konzentrationsrisiken, unter zusätzlicher Berücksichtigung von Stresstestergebnissen belasten die vorhandenen Risikodeckungspotenziale nur mit 53,23 %. Ausgezeichneter Neukundenzuwachs Die Steiermärkische Sparkasse betreute im Jahr 2015 über 2,4 Millionen Kunden im In- und Ausland als vertrauensvoller und stabiler Partner. Mit einem überdurchschnittlichen Neukundenzuwachs von rund Neukunden in der Steiermark wurde die Steiermärkische Sparkasse als solide und starke Bank wahrgenommen. Entscheidend für dieses erfreuliche Ergebnis war, dass die Steiermärkische Sparkasse nach wie vor ihrer Kernkompetenz und ihrer stabilen Geschäftspolitik treu geblieben ist. Der Fokus auf das Privat- und Firmenkundengeschäft (KMU) hat sich als richtig erwiesen, sowohl in der Steiermark als auch in Südosteuropa. 2,4 Millionen Kunden im In- und Ausland Geschäftsbericht

16 Neukunden in der Steiermark Erfolgreiches Firmenkundengeschäft + 5,5 % Zuwachs im Neugeschäft Im Firmenkundengeschäft blickt die Steiermärkische Sparkasse auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück. Trotz der allgemein nach wie vor sehr zurückhaltenden Kreditnachfrage in Österreich konnten die Neuzuzählungen an Investitionskrediten gegenüber dem Vorjahr um 5,5 % auf 746 Millionen Euro gesteigert werden. Hiervon entfielen 346 Millionen Euro auf KMUs, weitere 339 Millionen Euro wurden dem Immobilienprojektgeschäft zur Verfügung gestellt, in dem Veranlagungstrend folgend die Nachfrage nach Vorsorgewohnungen, Bauherrenmodellen und Mietzinshäusern nach wie vor ungebrochen ist. Bei der Beratung unserer KMUs haben die geförderten Finanzierungen einen besonderen Stellenwert. Hier wurden im abgelaufenen Jahr um 18 % mehr Förderanträge eingereicht, wobei sich das Projektvolumen auf 134 Millionen Euro nahezu verdoppelt hat. Insgesamt konnten die Gesamtausleihungen an Firmenkunden um 0,6 % gesteigert werden. Die gute Liquiditätsausstattung unserer Firmenkunden wird durch den Zuwachs bei den Giro-, Spar- und Termineinlagen um 2,5 % dokumentiert. Bei den Fremdwährungskrediten sind die Risikominimierung und die Konvertierung in den Euro nach wie vor ungebrochen, der Bestand an Krediten in Schweizer Franken beträgt mit 140 Millionen Euro mittlerweile nur noch weniger als 3 % der Kommerzausleihungen. Auch das kommerzielle Leasinggeschäft entwickelte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr zufriedenstellend. Für Ausrüstungsinvestitionen (KFZ, Maschinen, Anlagen) Zuzählung Investitionskredite wurden Verträge mit einem Neugeschäftsvolumen von 70 Millionen Euro abgeschlossen, womit unsere Tochtergesellschaft s Leasing Süd in diesem Segment nach wie vor die Nr. 1 in der Steiermark ist. Die Steiermärkische Sparkasse konnte im Jahr 2015 erfreulicherweise neue Firmenkunden begrüßen, wobei der Anteil der Unternehmensgründer bei einem Drittel lag. Unser Marktanteil im Firmenkundengeschäft beträgt rund 40 %, zwei Drittel (das sind 25 % der Unternehmer) sehen uns als ihre Hauptbankverbindung. Damit sind wir unserem Ziel näher gekommen, ein Drittel der steirischen KMUs zu unseren Hauptkunden zählen zu wollen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist uns die Kundenzufriedenheit ein ganz besonderes Anliegen. Erfreulicherweise wird der Erfolg unserer Bemühungen 18 % mehr Förderanträge durch steigende Werte bei einer repräsentativen Umfrage unter unseren Firmenkunden bestätigt. Das äußerst erfolgreiche Geschäftsjahr für das Firmenkundengeschäft wird durch den Blick auf das Gesamtergebnis 2015 der Steiermärkischen Sparkasse eindrucksvoll dokumentiert. Der Anteil am Konzernüberschuss betrug mehr als 50 %, was einerseits auf die Steigerung des Bruttoertrags um 8,3 %, andererseits auf die im Vergleich zum Vorjahr äußerst niedrigen Risikokosten zurückgeführt werden kann. 5,5 % 16

17 1.344 Leasingverträge Privatkundengeschäft Die Steiermärkische Sparkasse konnte bei privaten Finanzierungen ein Neufinanzierungsvolumen von 430 Millionen Euro und damit eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Millionen Euro verzeichnen. Das gesamte Privatausleihungsvolumen betrug 3,2 Milliarden Euro, rund 75 % fielen auf Wohnbaufinanzierungen. Durch unsere sehr gut ausgebildeten Bau- und Wohnberater, durch enge Kontakte zu s Real, s Wohnfinanz und der s Bausparkasse können wir beste Beratung und Betreuung anbieten. 5,3 Milliarden Euro Spareinlagen Bausparabschlüsse erzielen, einen Bestand von knapp Ansparverträgen aufweisen und erreichte damit den ersten Platz in der Sparkassengruppe. Mit über neuen Versicherungsverträgen und einem Produktionswert von mehr als 360 Millionen Euro konnte die Absicherung der Steirerinnen und Steirer wieder deutlich gestärkt werden und brachte uns darüber hinaus auch in diesem Bereich den ersten Rang in der Sparkassengruppe. Über Privatpensions- und mehr als Unfallversicherungsverträge sind ein überzeugender Beweis für Beratungsqualität und Eingehen auf Kundenbedürfnisse. Über s Kreditkarten-Verkäufe zeigen den kontinuierlichen Weg im Kreditkartengeschäft und die gute Ausnützung des Markt- und Kundenpotenzials. Mit mehr als George-Usern beweisen wir einmal mehr, dass wir mit George ein klares Zeichen in Richtung Innovationsführerschaft gesetzt haben. Laufende Kundenveranstaltungen vom Architekturtreff bis zu Messeauftritten unterstreichen die Serviceleistungen im Wohnbau verbunden mit engen Kontakten zu den verschiedensten Förderstellen. Die Spareinlagen sind als sichere und jederzeit verfügbare Veranlagung nach wie vor besonders geschätzt. Die Spareinlagen haben sich positiv entwickelt und betrugen Ende 2015 rund 5,3 Milliarden Euro. Zusätzlich verfügen unsere Kunden über Bauspareinlagen von fast 600 Millionen Euro. Die Beliebtheit des Bausparens ist ungebrochen und die Steiermärkische Sparkasse konnte im Jahr 2015 über neue Milliarden Euro Privatausleihungsvolumen 3,2 Geschäftsbericht

18 -20,8 % Finanzierungen im Schweizer Franken George-User Schweizer Franken-Kredite Anfang 2015 gab die Schweizer Notenbank die Interventionsmarke bei 1,20 Franken für einen Euro auf. Der Franken erstarkte und bewegte sich in einer Bandbreite von 1,00 bis 1,10 für einen Euro. Wir gingen aktiv auf unsere Kunden zu und boten weiterhin individuelle Beratung und attraktive Umstiegsmöglichkeiten an. Das Risiko bei Fremdwährungsfinanzierungen weitere Kursverluste durch einen Anstieg des Schweizer Franken zu erleiden, wurde durch Konvertierungen und Tilgungen in der Höhe von 168 Millionen Schweizer Franken in den Euro deutlich reduziert. Die Finanzierungen im Schweizer Franken gingen um 20,8 % zurück und der Anteil der Fremdwährungsfinanzierungen beträgt nur mehr rund 6,8 % vom Gesamtportfolio. Ein starkes Jahr für Wertpapiere Die von der Steiermärkischen Sparkasse gemanagten TOP-Fonds konnten auch im Jahr 2015 ein gutes Ergebnis aufweisen und erzielten eine Performance zwischen 1,08 % und 10,2 %. Das insgesamt durch die Steiermärkische Sparkasse verwaltete Wertpapierdepotvolumen erhöhte sich auf knapp 3,2 Milliarden Euro (2008: 2,1 Milliarden Euro), verteilt auf rund Depots. Der im Wertpapiergeschäft erzielte Dienstleistungsertrag wurde um über 9 % auf 23,2 Millionen Euro gesteigert (2014: EUR 21,3 Millionen Euro). Im Fondsbereich wurde bei unseren TOP- Fonds im Jahr 2015 ein positiver Nettoabsatz von rund 42 Millionen Euro generiert. Südosteuropa: Politisches Risiko in Kroatien beeinflusst Ergebnis des Auslandsengagements Das durch die kroatische Regierung beeinflusste negative Ergebnis in Kroatien konnte von unseren anderen Banken trotz zum Teil erzielter Rekordergebnisse nicht kompensiert werden. Mit Aktiva von rund 12,3 Milliarden Euro (+4 %) betreute die Steiermärkische Sparkasse über die Bankentöchter 1,5 Millionen Kunden. Aufgrund der konservativeren Kreditvergabekriterien sowie der flachen Kreditnachfrage ergab sich ein geringes Kreditwachstum von 0,7 % im Vergleich zum Jahr Sehr erfreulich ist die Einlagenentwicklung, welche um beachtliche 10,5 % gesteigert werden konnte, was das hohe Vertrauen in die Sparkassengruppe widerspiegelt. Die Erste & Steiermärkische Bank in Kroatien hat aufgrund der Schweizer Franken Zwangskonvertierung der Regierung einen Verlust von 107 Millionen Euro ausgewiesen. Die Bank hätte ihre Budgetziele ohne diesen Sondereffekt erreicht und bewies weiterhin operative 35 % Gewinnsteigerung bei Sparkasse Bank Bosnien und Herzegowina 18

19 Ertragsstärke, unter anderem mit einer hervorragenden Kosten-Ertragsrelation (Cost-Income Ratio) von 42 %. Nettozinsertrag und Depositen lagen über Plan. Die Sparkasse Bank Bosnien und Herzegowina konnte im Jahr 2015 zum wiederholten Mal ihren Gewinn um 35 % auf 7,4 Millionen Euro steigern und erzielte mit einem Return on Equity von 11 % die höchste Rendite unter den Bankenbeteiligungen im Steiermärkische Sparkasse- Konzern. Die Erste Bank in Serbien hat ihr Budgetziel übererreicht und erwirtschaftete trotz schwieriger Marktbedingungen einen Rekord-Konzernüberschuss von 10,1 Millionen Euro. Das Kreditwachstum betrug 24 % und die Depositen verzeichneten einen Anstieg um rund 10 %. 10,1 Millionen Euro Rekordgewinn Erste Bank Serbien Die Erste Bank in Montenegro erzielte trotz der immer stärkeren Konkurrenz mit 6,7 Millionen Euro ein Jahresergebnis, das um 17 % über dem Planziel lag. Die Kundenkredite und -einlagen lagen ebenso über Plan. Die Sparkasse Bank in Mazedonien konnte ihren Wachstumskurs im Geschäftsjahr 2015 weiter verfolgen. Trotz des wirtschaftlich schwierigen Umfeldes stiegen sowohl das Kreditportfolio (+8 %) als auch die Einlagen (+26 %) im Vergleich 6,5 Millionen Euro Jahresüberschuss in Slowenien zu 2014 an. Die Bank erreichte einen Gewinn in Höhe von 1 Million Euro. Die Banka Sparkasse in Slowenien konnte im Jahr 2015 aufgrund sehr niedriger Risikokosten mit 6,5 Millionen Euro den höchsten Jahresüberschuss seit Bestehen der Bank erzielen. Auch die Kundeneinlagen sind stark angestiegen (+22 %). Die slowenische Wirtschaft hat ihren Wachstumspfad 2015 fortgesetzt. Die s Leasing-Gruppe in Südosteuropa gestioniert derzeit ein Gesamtobligo von rund 349 Millionen Euro und erwirtschaftete einen Gewinn nach Steuern von beachtlichen 8,7 Millionen Euro. Die Ergebnisse der strategischen Beteiligungen im erweiterten Heimmarkt bestätigen die stabile und langfristig orientierte Geschäftsstrategie der Steiermärkischen Sparkasse. Im Jahr 2016 sollten die Ergebnisse der Auslandstöchter wieder einen hohen Beitrag zum Konzernergebnis leisten. Mitarbeiter und Standorte Per Jahresende 2015 arbeiteten Mitarbeiter in der Steiermärkische Sparkasse-Gruppe an 479 Standorten in der Steiermark und in Südosteuropa. Mitarbeiter in der Steiermärkische 6.411Sparkasse-Gruppe Geschäftsbericht

20 Ausblick Die Risiken für die weitere Wirtschaftsentwicklung sind als sehr hoch einzustufen. Dazu zählen der unsichere geldpolitische Kurs in den USA, der Strukturwandel der chinesischen Wirtschaft verbunden mit einem schwächeren Wachstum sowie der rasche Ölpreisverfall. Auch die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Flüchtlingsmigration mit erheblichem Einfluss +1,1 % Prognose Kreditvolumen 2016 auf den Arbeitsmarkt, den Finanzierungssaldo der öffentlichen Haushalte, den Konsum und damit auf das BIP zählen zu den Risiken, die noch weit über den Bilanzstichtag hinaus wirken. Die Inflationsrate wird 2016 und 2017 jeweils unter der 2 %-Marke prognostiziert. Im Bankenmarkt bleiben die Wachstumsaussichten gemäß den aktuellen Prognosen moderat. Das Kreditvolumen dürfte 2016 (+1,1 %) und 2017 (+1,4 %) aber wieder etwas stärker ansteigen als im Vorjahr. Beim Einlagenvolumen sollte in beiden Jahren ein vergleichsweise höheres Wachstum von 3,8 % bzw. 3,7 % möglich sein. Der Ausbau der Marktposition der Steiermärkischen Sparkasse als Universalbank in der Region, sowohl in der Steiermark als auch in der Westbalkan-Region, hat auch in den künftigen Jahren oberste Priorität. Die auf Kundenakquisition abzielenden Aktivitäten werden Segmentbericht: Vergleich 2014/2015 Das Privatkundengeschäft erzielte mit 45 Millionen Euro das beste Ergebnis der letzten neun Jahre. Ausschlaggebend dafür waren ein hervorragendes Zinsergebnis, ein aufgrund der Zinssituation sehr starkes Provisionsgeschäft und geringe Risikokosten. Darüber hinaus konnten die erstmalig anteilig zugerechneten Kosten für die Einlagensicherung und den Recovery & Resolution Fund in Höhe von 3 Millionen Euro durch straffes Kostenmanagement überkompensiert werden. Das Kommerzkundengeschäft erzielte mit 54 Millionen Euro ebenso ein historisches Ergebnis. Entscheidend dafür waren die sehr niedrigen Risikokosten, kombiniert mit gestiegenen Zins- und Provisionserträgen. Das negative Ergebnis des internationalen Geschäftes in der Höhe von 62 Millionen Euro war allein durch die politische Entscheidung in Kroatien verursacht. Alle anderen Beteiligungen am Westbalkan verzeichneten im Jahr 2015 positive Ergebnisse und Entwicklungen. In den Restaktivitäten kam das für die Bilanzstruktur schwierige und niedrige Zinsumfeld mit einem negativen Beitrag von 7 Millionen Euro zum Konzernüberschuss zum Ausdruck. Für das Geschäftsjahr 2016 ist wieder mit einem deutlich positiven Ergebnis in allen Segmenten zu rechnen. 20

21 im Geschäftsjahr 2016 mit besonderer Intensität verfolgt werden, aber auch Kostenmanagement und Prozessoptimierungen werden weiterhin eine zentrale Aufgabe bei der Verbesserung der Wettbewerbsposition einnehmen. Die fundierte Kapitalausstattung und die gute Liquiditätssituation ermöglichen es dem Steiermärkische Sparkasse-Konzern, auch künftig verlässlicher Partner für seine Kunden und die Menschen in seiner Region zu sein. Als Mitglied der Sparkassengruppe profitieren seine Kunden zusätzlich von einem internationalen Netzwerk und der Sicherheit dieses Verbundes. +3,8 % Prognose Einlagenvolumen 2016 Anteil am Konzernüberschuss in Mio. EUR GesamtErgebnis Privatkundengeschäft/Regionen Kommerzkunden- Geschäft InternationaleS Geschäft RESTAKTIVITÄTEN 39* *2014 restated ** ** davon Kroatien Sondereffekt -84 Mio. EUR Geschäftsbericht

22 Der Aufschwung kommt nicht von alleine Dr. Georg Wailand ist Mitglied der Chefredaktion der Kronen Zeitung und analysiert die Wirtschaftslage in Österreich. DR. GEORG WAILAND CHEFREDAKTION KRONEN ZEITUNG UND HERAUSGEBER DER WIRTSCHAFTSZEITSCHRIFT GEWINN.» Wenn der Aufschwung greifen soll, brauchen wir einen Turbo.«Rund zehn Jahre ist es her, dass der Stern auf der Titelseite verkündete Österreich ist das bessere Deutschland. Und das war damals auch so: Das kleine Österreich senkte die Steuern, lockte Stiftungen an, bot den Konzernen eine Gruppenbesteuerung, privatisierte Staatsbetriebe, eroberte die Märkte in Osteuropa und zog einige Reformen im Blitztempo durch. Heute, zehn Jahre danach, müssen wir realistisch feststellen, dass unser Land in fast allen Rankings Schritt für Schritt abrutscht. Nicht dramatisch, aber unverkennbar: Sind wir davor auf der Überholspur davongebraust, zuckeln wir nun auf der Kriechspur dahin waren wir in einer Gruppe der Nachzügler mit Zypern, Italien und Finnland. Das sei ein willkürlicher Vergleich? Dann legen wir es systematisch an und vergleichen die einzelnen Zeitabschnitte: 1996 bis 2000 wuchs Österreichs Wirtschaft jährlich um 3 %, 2001 bis 2005 um 1,7 % und 2006 bis 2010 um 1,3 %. In den letzten fünf Jahren ist dieser Wert neuerlich auf 1 % weiter abgesunken. Wir sind von einer Spitzenposition in die Mittelmäßigkeit abgerutscht. Starre Strukturen Heute zählt Österreich zu den Ländern mit den höchsten Steuern und Abgaben, die Staatsquote ist nur in Frankreich noch höher und punkto Bürokratie sind wir leider rekordverdächtig. So weit, so bekannt. Nunmehr aber lauten alle Prognosen der Wirtschaftsforscher: 2016 wird es etwa eine Verdoppelung des Wirtschaftswachstums auf 1,6 % real geben. Ach ja, natürlich klingt das beruhigend. Jeder Experte weiß, dass das bei weitem nicht ausreicht, um die Rekordarbeitslosigkeit von fast Menschen entscheidend zu beseitigen, aber immerhin. Nun, genau vor dieser selbstzufriedenen Inaktivität möchte ich warnen. Wir leben heute in einer Zeit des globalen Wettbewerbs, die Phasen, in denen es komfortable Nischen und bequeme Monopole gab, sind vorbei. Für meinen Geschmack ist Österreich in seiner Wirtschaftsstruktur in den letzten zehn Jahren viel zu starr geblieben. Der Schwung des EU-Beitritts ging verloren, man hat aber immer wieder neue Steuern und Abgaben erfunden, um die wachsende Budgetprobleme abzudecken, aber das war ein falscher Weg: Wir finanzieren mit unserer steigenden Staatsverschuldung überwiegend die Sünden der Vergangenheit und vernachlässigen Investitionen in die Zukunft! Es macht eben einen Unterschied, ob ich mich für laufende Sozialausgaben verschulde oder ob damit eine neue Universität finanziert wird. Um nur ein Beispiel zu nennen. Die Wirtschaft wurde meiner Meinung nach von der Politik zu wenig wertgeschätzt, sondern vielmehr als Goldesel benutzt. Dass man damit vor allem die Arbeits- und Lohnnebenkosten in ungesunde Höhen getrieben hat, fiel unter den Tisch. 22

23 Nach der Lehman-Pleite war mit den Banken rasch ein politischer Sündenbock gefunden. Eine Bankensteuer sollte dazu geeignet sein, diese Verfehlungen der Finanzwelt zu bestrafen. War das anfänglich populistisch noch nachvollziehbar, so wurde dieses Banken-Bashing im Laufe der Jahre zu einer speziellen österreichischen Krankheit: Die besondere Höhe dieser Bankensteuer bedeutet bis heute einen Wettbewerbsnachteil gegenüber ausländischen Instituten und sie führte auch dazu, dass andere osteuropäische Nachbarn ähnliche Maßnahmen einführten. Besser ist dadurch aber nichts geworden. Für mich ergibt das ein widersprüchliches Bild: Wenn man will, dass Banken besser finanziert sind (wofür es immer wieder gute Gründe gibt), dann kann man sie nicht zugleich auspressen und mit neuen Reglementierungen zusätzlich lähmen. Eine eierlegende Wollmilchsau werden unsere Banken nie sein können, diese Erkenntnis wäre überfällig. Sie brauchen auch keine Geschenke, sondern einfach verlässliche und international vergleichbare Rahmenbedingungen. Ohne funktionierende Banken gibt es keinen gesunden Wirtschaftskreislauf! Wenn heuer der Aufschwung wirklich greifen soll, dann müssten wir zusätzlich einen Turbo zünden, um das Wachstum zu beschleunigen. Statt die Klein- und Mittelbetriebe mit Registrierkassen, Allergenverordnung, Rauchverbot, Arbeitszeitaufzeichnungen, Anti-Lohndumpinggesetzen, einer komplizierten Lohnverrechnung, überfallsartigen Steuerkontrollen und einer Fülle steigender Abgaben und neuen Vorschriften zu irritieren, sollte es einen Optimismus-Schub geben. Impulse setzen Neben einem Streichkonzert bei bürokratischen Hürden wäre zum Beispiel ein Impuls wie eine vorzeitige Abschreibung oder zumindest eine Investitionsprämie ein Mittel, um den Aufschwung zu stimulieren. Das kostet Geld? Wenn es greift, dann spült das mehr Geld in die Kasse des Finanzministers! Wir werden diese Mittel brauchen: Denn zusätzlich zu den Strukturproblemen gilt es auch, den Flüchtlingsansturm zu verkraften. Nicht nur bei der ersten Unterbringung, sondern dann vor allem bei der Wohnungsbeschaffung, bei der Schulthematik, bei der Arbeitsplatzsuche. Das ist kein kurzfristiges Phänomen, das wird uns noch lange begleiten und Milliarden Euro kosten. Darum wär es so wichtig, dass Österreich nicht auf den erhofften Aufschwung wartet, sondern durch gezielte Maßnahmen das Wirtschaftswachstum ankurbelt. Die Voraussetzungen sind günstig: Wir haben erstklassig ausgebildete Facharbeiter, wir haben tüchtige Unternehmer, in Kleinbetrieben ebenso wie im mittleren Bereich oder in der Industrie. Packen wir s an! Geschäftsbericht

24 Antworten mit Verantwortung Jede Bank trägt im Kommerzkundenbereich eine doppelte Verantwortung: zum einen das Ermöglichen von Wachstum und Innovation beim jeweiligen Unternehmenskunden und zum anderen die Absicherung des Wirtschaftsstandortes durch die Bereitstellung von Fremdkapital und damit von zusätzlicher Liquidität. In volatilen Zeiten oft ein Spagat, der den Banken einiges an Augenmaß und Verantwortung abverlangt. Ernst Rath, Leiter Geschäftsfeld Kommerz der Steiermärkischen Sparkasse im Interview. DR. ERNST RATH LEITER GESCHÄFTSFELD KOMMERZ» Unternehmen dürfen in ihrer Entwicklung nicht stehenbleiben. «Unternehmerische Verantwortung bedeutet auch, unternehmerisches Risiko zu tragen. Wie unterstützt die Steiermärkische Sparkasse ihre Kommerzkunden auf dem Weg ins Unternehmertum? ERNST RATH: Die Wirtschaft lebt von neuen Ideen und neuen Betrieben. Und Unternehmensgründungen sind immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Die Kunst für den Unternehmer und die Bank ist es, dieses Risiko kalkulierbar zu machen. Aber dabei stehen beide immer auf derselben Seite. Daher hat die Steiermärkische Sparkasse schon vor 15 Jahren und als einzige Bank in der Steiermark das GründerCenter ins Leben gerufen. Über dieses spezielle Kompetenzzentrum beraten und begleiten wir Start-ups bei Unternehmensplanung, Förderungen und Finanzierungen. Auch Informations- und Netzwerkveranstaltungen werden von uns in allen Regionen der Steiermark angeboten. Mit welchem Erfolg? ERNST RATH: Wir haben mit dem GründerCenter seit der Gründung vor 15 Jahren rund Unternehmungsgründungen begleitet. Außerdem hat sich in dieser Zeit sehr viel getan. Die zukünftigen Unternehmer sind wesentlich besser vorbereitet und beschäftigen sich auch intensiv mit Themen abseits des fachspezifischen Knowhows. Unsere Aufgabe als Bank ist es dann, Planungen aufzuzeigen, die nicht valide sind, oder auch zugrunde gelegte Marktmechanismen zu hinterfragen, die wenig plausibel erscheinen. Daher ist es wichtig, dass sich unsere Betreuer aber intensiv in die Branche und das Kerngeschäft der Kunden hineindenken können. Verantwortung und Risiko sind auch bei Investitionen und Expansionen wesentliche Kriterien. Welche Maßstäbe legt die Bank hier an? Welche Formen von Sicherheiten werden erwartet? ERNST RATH: Natürlich sind bestehende Kunden leichter einzuschätzen. Wir wissen einfach mehr über die Unternehmensentwicklung und auch der Erfolg im Kerngeschäft hat sich bei diesen Unternehmen bereits bestätigt, sonst könnten sie ja nicht in die Zukunft investieren. Bei den Entscheidungskriterien über eine Finanzierung betrachten wir einerseits die Hard-Facts wie Bilanzen oder die Eigenkapitalausstattung. Andererseits hängt es aber auch davon ab, welche Art der Investition geplant wird: Ist eine reine Erweiterung der Kapazität geplant? Sind dazu eine entsprechende Marktentwicklung und die entsprechenden Absatzzahlen zu erwarten? Oder geht es um Innovation, um neue Ideen und neue Produkte? In jedem Fall sehen wir es positiv, wenn Unternehmen in ihrer Entwicklung nicht stehenbleiben, sondern sich laufend selbst hinterfragen, an ihrer Zukunft arbeiten und sich auch allenfalls neu erfinden. Nun schränkt Basel-III die Handlungsfähigkeit der Banken bei Finanzierungen ein, gleichzeitig wird den Banken aber vorgeworfen, zu wenig ins Risiko mitzugehen. Wie geht man mit dieser Schere um? 24

25 ERNST RATH: Es ist tatsächlich die Quadratur des Kreises. Wir müssen es einfach schaffen, uns innerhalb der Regularien und der damit verbundenen Leitplanken zu bewegen und trotzdem kreative Finanzierungsmodelle zu entwickeln. Die Steiermärkische Sparkasse ist jedoch so ertragsund kapitalstark, dass wir unseren Kunden einen entschlossenen Weg in die Zukunft anbieten können. Denn die Regularien zielen ja nicht auf den einzelnen Geschäftsfall, sondern auf gewisse Portfolios wie Branchen oder Finanzierungsformen. Im Endeffekt müssen wir ausloten, was passieren kann, wenn die Investitionen nicht den gewünschten Effekt erzielen. Was passiert denn tatsächlich, wenn es schief geht? Mit welcher Verantwortung muss ich Investitionen planen, um ausreichend Rückzugsgebiete zu haben, wenn es schief geht? Wie kann ich Entwicklungen rückbauen? Und wie vermeide ich den Totalverlust? Die Steiermärkische Sparkasse denkt laufend nach, wie sie das Vertrauen der Kunden gewinnen kann. Was können eigentlich Kunden tun, um das Vertrauen der Banken zu gewinnen und zu erhalten? ERNST RATH: In Wahrheit sind es vier Faktoren, die einen erfolgreichen Unternehmer ausmachen und für die auch wir uns als Bank begeistern. Erstens: Dynamik im Sinne von Innovationskraft, den Blick vorwärts gerichtet und einen gewissen Zug zum Ziel. Zweitens: Eine Mischung aus Vorsicht und Risikobereitschaft, um bei Rückschlägen auch einen Schritt zurück gehen zu können, ohne das Erreichte zu gefährden. Drittens: Die Banken haben einen Heißhunger auf Information. Valide Forecasts zu machen und auch proaktiv aktuelle Daten und Informationen an die Bank zu übermitteln, schafft Vertrauen. Und schließlich empfehlen wir dringend, einen Teil der Gewinne im Unternehmen zu belassen, um das Eigenkapital zu stärken. Schauen wir in die Zukunft: Im GB 2013 hat Format-Chefredakteur Mag. Andreas Lampl über die allgemeine Wirtschaftslage geschrieben: Die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Wie sehen Sie denn die Geschäftsentwicklung im Kommerzkundenbereich? ERNST RATH: Die Bäume wachsen zwar nicht in den Himmel, aber es sind auch keine Bonsais mehr. Das Wirtschaftswachstum ist zwar noch nicht dort, wo man es hingerechnet hat, aber wir erwarten doch 1,6 % bis 1,7 %. Wir dürfen also vorsichtig optimistisch sein. Im klassischen Unternehmensbereich erwarten wir Impulse aus Ersatz-, aber auch aus Erweiterungsinvestitionen. Denn in den letzten Jahren konnten wir doch einen gewissen Investitionsstau beobachten. Und dass die Zinsen als Steuerungselemente nicht taugen, ist auch hinreichend bewiesen. Denn bei den Unternehmen ist sehr viel Liquidität vorhanden. Investitionen werden daher sehr oft über Eigenmittel oder Cashflow finanziert bzw. werden Liquiditätspolster abgebaut, bevor man sich für eine Fremdfinanzierung entscheidet. Wie kommt es eigentlich, dass sich die Steiermärkische Sparkasse sehr stark auf Klein- und Mittelbetriebe fokussiert? Wäre es nicht erstrebenswert, auch große, international tätige Leitbetriebe aus der Steiermark zu finanzieren? ERNST RATH: Auf den ersten Blick ist das schon reizvoll, aber auch eine Frage der Verantwortung. Wir müssen bei uns das gleiche Augenmaß gelten lassen, wie wir es von unseren Kunden erwarten. Unsere Bank ist bei der Kapital- und Risikobegrenzung sehr restriktiv, was uns auch gut und erfolgreich durch schwierige Zeiten bringt. Dazu muss es unsere Unternehmensstrategie sein, keine unkalkulierbaren Risiken einzugehen. Dieser Weg ist für die Verlässlichkeit und Flexibilität unserer Bank gegenüber allen anderen Kommerzkunden von zentraler Bedeutung. Wesentlich ist, dass sich die Kundenbetreuer in die Branche und das Kerngeschäft der Kunden hineindenken können. Geschäftsbericht

26 Wie werden wir uns Wohnen leisten? Es ist eines der großen Themen unserer Zeit. Doch was bedeutet das Schlagwort Leistbares Wohnen eigentlich? Welche Faktoren spielen hier zusammen? Am Immobilienmarkt ist eine Entwicklung zu beobachten, die nicht nur die Errichtungskosten eines Gebäudes oder den Kaufpreis einer Immobilie in den Mittelpunkt stellt, sondern die so genannten Life-Cycle-Costs. Betriebskosten, Energiekosten und Investitionen für den Erhalt der Bausubstanz rücken immer stärker ins Blickfeld, da sie doch während der gesamten Nutzungsdauer anfallen. Und auch die Zukunftssicherheit einer Immobilie spielt eine entscheidende Rolle. Wie intelligent ist eine Immobilie geplant? Ermöglicht sie eine veränderte Nutzung der Räumlichkeiten? Ist sie für zukünftige Technologien ausreichend vorbereitet? Smart-Home, Breitbandtechnologien und innovative Energiesysteme sind längst keine leeren Schlagworte mehr. 15% soll das Bevölkerungswachstum im Großraum Graz bis 2030 betragen. Vorschriften mit Augenmaß Zusätzlich sind es steigende Baukosten und die Entwicklung der Grundstückspreise, die als Ursachen für steigende Wohnkosten gelten. Richtlinien und Verordnungen auf nationaler und internationaler Ebene bedeuten einen höheren Aufwand für barrierefreies Bauen, bei der Einhaltung von Brandschutzrichtlinien oder im Hinblick auf die vorgeschriebenen Dämmwerte. Dadurch entstehen natürlich hochwertigere Gebäude, gleichzeitig sollte mit Augenmaß und Vernunft eine Überregulierung und die damit einhergehende Kostenexplosion vermieden werden. Die Lockerung einiger OIB-Richtlinien im abgelaufenen Geschäftsjahr ist ein erster Schritt dazu. Die Bank als Netz Die Steiermärkische Sparkasse ist der führende Baufinanzierer in der Steiermark und bietet ein ganzes Netzwerk von Einrichtungen, Beratungsleistungen und Finanzierungsformen rund um Bauen und Wohnen. Angefangen von der Bausparfinanzierung über die Durchführung von Gutachten bis hin zum Immobilientreuhandunternehmen s Realservice begleitet die Bank den Markt in der Steiermark intensiv. Schließlich befinden sich alleine in Graz hunderttausende Quadratmeter Gebäudefläche in Entwicklung. Und obgleich die Bevölkerung im Großraum Graz bis 2030 um bis zu 15 % wachsen soll, ist es an- 26

27 gezeigt, bei der Berechnung von Renditen genau hinzusehen. Ist die Immobilie für den Eigenbedarf oder als Anlageobjekt gedacht? Reichen die zu erwartenden Mieteinnahmen aus, um eine entsprechende Rendite darzustellen? Und welche Wertentwicklung in Bezug auf die Lage und die Qualität des Bauwerks ist zu erwarten? Sozialer Wohnbau Eine wichtige Rolle für die Leistbarkeit des Wohnens spielt der soziale Wohnbau. Nicht nur die großen Genossenschaften, sondern auch zahlreiche kleine soziale Wohnbauträger in den Bezirken sind für eine Entspannung bei Kauf- preisen und damit verbunden auch bei Mieten entscheidend. Für die Steiermärkische Sparkasse ist die Finanzierungspartnerschaft bei sozialem Wohnbau eines der Kerngeschäfte. Und gerade hier zeigt sich, dass nicht nur der Quadratmeterpreis bei der Errichtung, sondern auch die soziale Ausgewogenheit bei der Vergabe, eine hohe architektonische Qualität und ein langfristiges Entwicklungskonzept der Immobilie von entscheidender Bedeutung für die Wohnqualität und damit die gesamte Gemeinde- bzw. Stadtentwicklung sind. MAG. CHRISTIAN KRAINER VORSTANDSDIREKTOR ÖWGES OBMANN GBV STEIERMARK Welchen Beitrag leistet sozialer Wohnbau für die Menschen in der Steiermark? KRAINER: Der soziale Wohnbau ist nach wie vor ein ausschlaggebender Faktor für leistbares Wohnen. Allerdings haben baurechtliche Vorschriften und Normen hinsichtlich Ökologie und Energieeffizienz seit der Jahrtausendwende für die Wohnbauförderung massiv an Bedeutung gewonnen, sodass der Standard unserer Wohnbauten heute so hoch ist wie nie. Damit sind jedoch auch die Errichtungskosten gestiegen. Ein Umstand, der nur durch das Absinken der Zinsen einigermaßen ausgeglichen wurde. Wir müssen daher daran arbeiten, die entstandene Regulierungswut einzudämmen, um auch künftig bezahlbares Wohnen möglich zu machen. Wie steigen die Anforderungen an Gebäudeinfrastruktur und Planungsintelligenz für Wohnraumnutzung? KRAINER: Besonders im urbanen Raum gewinnen eine flexible Nutzung durch veränderbare Raumkonzepte die Möglichkeit, den Wohnraum barrierefrei zu adaptieren und die notwendige Infrastruktur für Kommunikation und Digitalisierung an Bedeutung. Zukunftssicheres Bauen bedeutet auch, die Nähe zu Kindergärten, Schulen, Ärzten sowie die Anbindung an die Verkehrsinfrastruktur mitzudenken. Ein niedriges Zinsniveau macht Finanzierungen heute einfacher als noch vor 10 oder 15 Jahren. Welche Entwicklungen erwarten Sie? KRAINER: Das Zinsniveau wird langfristig gesehen nicht immer so niedrig bleiben. Bei Finanzierungen zur Wohnraumschaffung müssen wir einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren betrachten. Wohnraum muss daher wieder einen höheren Stellenwert erlangen, vor allem im Hinblick auf die Nutzungsdauer. Schließlich verbringen wir unser halbes Leben in den eigenen vier Wänden. Wir setzen uns auch weiter für sozialen Wohnbau ein, um den Menschen ein adäquates Wohnerlebnis zu fairen und nachhaltig leistbaren Konditionen ermöglichen zu können. Geschäftsbericht

28 Mit Leasing einen Schritt voraus Die Sparkassen s Leasing Süd ist eine Tochtergesellschaft der Steiermärkische Bank und Sparkassen AG und kümmert sich um die Leasingfinanzierungen von so genannten Mobilien und KFZ, also beweglichen Sachen und Gütern, die eine wirtschaftliche Einheit bilden. 90 Mio. Euro pro Jahr beträgt das Finanzierungsvolumen der s Leasing Süd. Doch was bedeutet Leasing eigentlich genau? In den meisten Fällen ist es eine Mischform von Miete und anschließender Kaufmöglichkeit. Von einer Kreditfinanzierung unterscheidet sich Leasing in erster Linie dadurch, dass man sich bei einem Kredit von der Bank Geld leiht, um dann gewisse Dinge anzuschaffen. Bei der Leasingfinanzierung werden die betreffenden Leasing- Güter von der Leasinggesellschaft angekauft, zunächst an den Leasingnehmer also den Kunden vermietet und gehen üblicherweise erst zum Schluss in dessen Eigentum über. Was auf den ersten Blick sehr trocken und finanzmathematisch klingt, hat in der Praxis gerade für Unternehmen oft entscheidende Bedeutung. Wenn ein Auto, Maschinen, EDV-Systeme oder andere Güter für eine Firma angekauft werden, so erhöht der Ankaufswert zunächst das Firmenvermögen. Bei einer Kreditfinanzierung erhöht sich daher gleichzeitig auch der Fremdkapitalanteil, was wiederum Auswirkungen auf die Eigenkapitalquote, die Bilanzzahlen und indirekt auch oft auf die Bonität hat. Kapital- und Steuervorteil Bei unseren Leasingfinanzierungen ist die s Leasing Süd zunächst Eigentümer des betreffenden Gegenstandes und die Anmietung durch den Leasingnehmer bildet sich direkt in der Gewinnund Verlustrechnung ab. Die Eigenkapitalquote des Unternehmens bleibt unangetastet, erklärt Robert Prettenthaler, Geschäftsführer der s Leasing Süd in der Steiermark. Dabei kann die Finanzierungsdauer beim Leasing zwischen 40 % und 90 % der Abschreibungsdauer von Maschi- nen, Geräten oder LKW liegen, so Prettenthaler. Bei einem kontinuierlichen Kapitalfluss zur Zahlung der Leasingraten und entsprechender Ertragslage kann das einen entscheidenden steuerlichen Vorteil für das Unternehmen gegenüber einer Kreditfinanzierung darstellen. Einziger Wermutstropfen: PKW bleiben von dieser vorteilhaften Regelung ausgenommen. Wie alles begann Leasing war nicht immer so beliebt wie heute. In den 70er-Jahren kam diese Finanzierungsform erstmals nach Österreich. Erfunden haben das Leasing eigentlich die Telefongesellschaften am Anfang des 20. Jahrhunderts. Es wurde ins Leben gerufen, damit sich die mit Telefonanschlüssen versorgten Unternehmen ihre Telefonanlage überhaupt leisten konnten. Als das Leasing zu uns kam, wurde diese Finanzierung zunächst nicht von Banken und Sparkassen, sondern von privaten Kreditunternehmen angeboten. Die Konditionen waren oft hart an der Grenze zur Legalität und das Image dieser Finanzierungs- 28

29 » Leasing bietet steuerliche Vorteile und schont die Eigenkapitalquote.«form dementsprechend schlecht, plaudert Prettenthaler aus der Schule. Seit Mitte der 80er-Jahre liegt das Leasing allerdings fest in der Hand der Banken und hat sich als vorteilhafte und risikoarme Finanzierungsform bei Privaten, wie auch bei den Unternehmen durchgesetzt. Typisch und skurril Die s Leasing Süd finanziert in der Steiermark jährlich ein Volumen von rund 90 Millionen Euro. Davon sind etwa 80 % bis 85 % Finanzierungen für Kommerzkunden. Ein hoher Anteil entfällt auf Anschaffungen von PKW, ein weiterer bedeutender Teil sind Produktionsanlagen, Maschinen, technische Geräte, sowie LKW und Baugeräte sowie Spezialfahrzeuge. Es gibt aber auch sehr untypische und unkonventionelle Leasing- Gegenstände. So haben wir beispielsweise vom Klavier über einen Heißluftballon bis hin zu einer Anlage zum automatischen Schneiden von Rinderklauen schon mancherlei skurril anmutende Finanzierungen abgewickelt, schmunzelt Robert Prettenthaler. Vernetzte Verantwortung Um die optimale Form der Finanzierung für die Kunden der Steiermärkischen Sparkasse zu ermitteln, stehen die Spezialisten der s Leasing Süd für Kundenberatungen zur Verfügung. Auch die Kommunikation mit den Kommerzkundenbetreuern ist engmaschig, um die optimale individuelle Lösung für jeden Kunden zu erarbeiten. Damit diese Lösungen aber auch Sicherheit für den Kunden bieten, wird bei größeren Investitionen von Unternehmen auch die Rentabilität der Investition gemeinsam mit dem Kunden besprochen. Die wirtschaftliche Planung sollte plausibel und gut nachvollziehbar sein, rät Prettenthaler. Nur manchmal, da scheitern auch die Spezialisten der s Leasing Süd im Beratungsgespräch. Nämlich dann, wenn für die Kunden der Eigentumsgedanke im Mittelpunkt der Entscheidung steht. Danke, aber was mir gehört, gehört mir, ist auch heute noch ein gar nicht so selten gehörtes Argument. ROBERT PRETTENTHALER GESCHÄFTSFÜHRER SPARKASSEN S LEASING SÜD, GESCHÄFTSSTELLE STEIERMARK Geschäftsbericht

30 Innovation bedeutet, sich für Neues zu öffnen Das Unternehmen TCM besticht mit Innovationskraft und Transparenz. Mit knapp 600 Mitarbeitern ist der Spezialist für Dienstleistungen in der zerspanenden Fertigung an 37 Standorten weltweit tätig. Ein Gespräch mit Manfred Kainz, CEO TCM-Gruppe, über klare Prinzipien und einige Wünsche an die Wirtschaftspolitik in Österreich. Beginnen wir mit einem Blick auf das Industrieland Steiermark. Wie sehen Sie die derzeitige wirtschaftliche Situation und welche Entwicklungen erwarten Sie? KAINZ: Die Industrie in der Steiermark ist so gut aufgestellt wie nie zuvor. Die mehr als 150-jährige Tradition bei Forschung und Entwicklung hat die Industriebetriebe und die Wissenschaftseinrichtungen in unserem Land vorbildlich zusammenwachsen lassen. Diese enge Kooperation und die Zielstrebigkeit, aber auch die konstruktiven Prozesse in der Sozialpartnerschaft und die Unterstützung der öffentlichen Hand haben die Steiermark zu den Top-3-Forschungs- und Innovationsstandorten in Europa gemacht. Dennoch hemmen die von der Bundesseite kommenden Rahmenbedingungen den möglichen Erfolg der Unternehmen. Pioniergeist und der positive Hype in unseren Regionen werden durch die überbordende Administration gebremst. Die Folgen sind mangelndes Investment bei den Betrieben und damit auch eine gebremste Entwicklung bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Wir haben auch kein Problem, mit einer auf Zeit erhöhten Körperschaftssteuer von derzeit 27,5 % in einer wirtschaftlichen Notlage Verantwortung zu tragen. Aber die Gesamtbelastung der Arbeitnehmer im Hochsteuerland Österreich ist abenteuerlich. So kostet eine Fachkraft ein Unternehmen monatlich rund Euro, damit beim Mitarbeiter letztlich knapp Euro netto am Gehaltskonto ankommen. Trotzdem: Wenn ich hier am Fenster stehe und auf unsere Steiermark blicke, so sehe ich ein wunderschönes Land und Menschen, die das Land am Leben erhalten. Bei den Unternehmern zählt der persönliche Bezug zur Heimat und zu den Menschen mehr als die Liebe zum Geld. Noch...! 30

31 In Technologieunternehmen wie TCM ist Innovation und Mut zu neuen Lösungen ein zentraler Punkt des Erfolges. Wie sichern Sie Innovationsprozesse und wie holen Sie dabei die Mitarbeiter ins Boot? KAINZ: Innovativ zu sein bedeutet, sich für Neues zu öffnen. Dabei muss man nicht alles selbst erfinden, man muss auch Ideen anderer Menschen annehmen können. So gesehen sind die Offenheit und die Kommunikation eigentlich unser Kerngeschäft. Wissen und Information weiterzugeben, ist der Schlüssel für die Motivation und das Verständnis der Menschen. Daher sind alle Prozesse in unserem Unternehmen hochtransparent und wir binden alle Mitarbeiter in unsere Strategieprozesse mit ein. Dadurch gelingt es uns, das Potential der Menschen, die mit uns arbeiten, optimal zu nutzen und innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die uns am Markt ein klares und einzigartiges Profil verleihen. Wir als TCM müssen unseren Kunden etwas bieten können, das andere nicht haben, sonst sind wir ganz schnell über den Preis erpressbar. Forschung und Entwicklung im technischen Bereich sind zeit- und investitionsintensiv. Mit welcher Verantwortung führen Sie Ihr Unternehmen im Spannungsfeld zwischen investitionsintensiven Neuprojekten und deckungsbeitragsstarken Produktionen bestehender und erfolgreicher Produktlösungen? KAINZ: Wir verfügen über ein einzigartiges Informationssystem, das uns auf Knopfdruck jedes Zahlenmaterial zur Verfügung stellt, das für unsere Entscheidungen notwendig ist und das weltweit. Dazu kommt, dass wir uns im Forschungs- und Entwicklungsbereich mit wissenschaftlichen Einrichtungen wie der Fraunhofer Gesellschaft, Instituten, Universitäten oder Forschungszentren für Materialien und Werkstoffe hochgradig vernetzt haben. Und während Gott und die Welt über Industrie 4.0 spricht, haben wir in Zürich ein Unternehmen für Software- Entwicklungen gekauft, um das Zusammenspiel der verschiedenen Technologien mit der IT und die Schnittstellen zwischen Mensch und System optimieren können. Wir haben das Internet von Start weg für TCM optimal genutzt und sind damit erfolgreich geworden. Ihr Portfolio besteht aus Produkten und Services. Welche Bedeutung und Vernetzung haben diese beiden großen Geschäftsfelder für TCM International? KAINZ: Im Bereich der Produkte sind wir Impulsgeber. Entweder entdecken wir am Markt intelligente und für uns nutzbare Lösungen, dann kaufen wir diese zu, andernfalls entwickeln wir die Hardware selbst und lassen diese dann für uns fertigen. Die Services sind das Um und Auf von TCM, denn in diesem Bereich haben wir frühzeitig erkannt, dass uns intelligente Services und die Vernetzung mit innovativen Menschen unverwechselbar machen. Wir pflegen Kontakte in die ganze Welt, engagieren uns in vielen Netzwerken und sprechen mit Leuten, die ihre Sensoren am Puls der Zeit haben. Müssten wir diese Kontakte und diese Netzwerke bezahlen, dann wäre das wohl nicht leistbar. Ganz Europa wird durch Ereignisse wie Eurokrise, Schuldenkrise, Flüchtlingssituation in Schach gehalten. Wie ist das Klima für Investitionen? Was sind Kriterien für die Beurteilung einer Partnerschaft mit Finanzinstituten besonders in wirtschaftlich sensiblen Phasen? KAINZ: Wir haben immer sehr eng, sehr transparent und sehr gut mit den Banken zusammengearbeitet. Sehr wohl habe ich aber Wünsche an die Finanzpolitik. Es kann nicht angehen, dass wir uns in Europa und auch in Österreich vom amerikanischen Finanzsystem antreiben lassen. Wir müssen endlich ein europäisches Wirtschafts- und Finanzsystem entwickeln, das uns Unabhängigkeit garantiert und uns unseren Wirtschaftsraum Europa eigenständig führen lässt. Begreifen wir das gemeinsame Europa als Nährboden, um eigene Vorstellungen, Visionen und Trends zu etablieren, und gleichzeitig als Chance, damit den Weltmarkt zu beeindrucken und aktiv mitzugestalten. MANFRED KAINZ CEO TCM INTERNATIONAL Geschäftsbericht

32 Biomasse ist Energie Aus Hingabe zum urzeitlichen Werkstoff Holz ist eines der innovativsten Energieunternehmen in Ostösterreich entstanden.» Gesamte Systeme anzubieten, macht auch die Innovationsprozesse effizienter. «Köflach, Alte Hauptstraße 9. Gar nicht so leicht zu finden, wenn man nicht aus der Gegend ist. Rechts fährt man durch die Einfahrt auf ein modernes, aber doch archaisches Gebäude aus Holz zu. Kein Firmenschild, keine Gestaltung in den Unternehmensfarben, kein großes Eingangsportal. Betritt man die Räumlichkeiten der Bioenergie Wärmeservice in Köflach, so dominiert ebenfalls der Werkstoff Holz. Kein Wunder, denn die Familie Edler betreibt ihren Sägebetrieb bereits in der sechsten Generation. Und aus dieser Jahrhunderte alten Tradition ist eine Innovationskraft gewachsen, die Respekt abverlangt. Schon vor 20 Jahren hat das Unternehmen begonnen, erneuerbare Energie-Projekte zu entwickeln, und hat seitdem ein eindrucksvolles und umfassendes Know-how in der Projektierung, Errichtung und im Betrieb von Biomasse-Heizwerken entwickelt. Insgesamt werden mittlerweile 22 Projekte für Biomasse-Kraftwerke in Verbindung mit Fernwärmeversorgung und einem besonderen Schwerpunkt im Bereich der Nutzung industrieller Abwärme betrieben. Jakob Edler im Interview über die Philosophie und die Technologie einer außergewöhnlichen Unternehmensgruppe. Wie hat sich Ihr Unternehmen eigentlich vom Betrieb eines Sägewerks hin zur Erzeugung und Bereitstellung nachhaltiger Energieformen entwickelt? EDLER: Schon in den 80-er Jahren haben wir unsere Heizungsanlage für die Trocknung der Hölzer unseres Sägewerks von Öl auf einen Holzkessel umgestellt. Das sorgte damals für einiges Aufsehen, denn der Trend war eigentlich umgekehrt. Die Energieerzeugung aus Holz, Hackgut und Rinde stand schwer im Abseits und die Ölheizung war im Begriff, zahlreiche Erzeuger von Feststoffkesseln aus dem Markt zu drängen. Trotzdem war dieser Schritt goldrichtig. Denn mit diesem ersten Biomasseprojekt unseres Unternehmens konnten wir mit der Firma Koflach in der Nachbarschaft auch gleich den ersten Industriebetrieb versorgen. Nach und nach haben wir dann die Umgebung mit Fernwärme erschlossen. Dabei ist uns sehr entgegengekommen, dass aufgrund der damals betriebenen Kohlekraftwerke in der Weststeiermark schon zahlreiche Fern- bzw. Nahwärmenetze bestanden haben, in die wir die Wärmeenergie einspeisen konnten. Wir haben dann beschlossen, jedes Jahr ein neues Projekt aufzubauen. Diese Phase war für uns auch ein wichtiger Lernprozess. Was waren die Kernpunkte dieser Lernphase, auf die Sie heute Ihren Unternehmenserfolg aufbauen? EDLER: Der zentrale Punkt ist, dass wir die Projektierung, die Errichtung und den Betrieb der Anlagen aus einer Hand anbieten. Das macht die Innovationsprozesse der Systeme wesentlich 32

33 die Wirtschaftlichkeit unserer Anlagen, sondern auch die ökologische Bilanz. Gegenüber anderen Anbietern bemühen wir uns, den Abnehmern einen Mehrwert zu geben und investieren mehr Zeit in Beratung und Service. Als vergleichsweise kleiner und privater Anbieter sind wir außerdem besonders flexibel und durch die angesprochene Standardisierung und geringe Overhead-Kosten können wir auch entsprechende Preisvorteile an die Kunden weitergeben. Ein schöner Beweis für die Akzeptanz unseres Unternehmens bei Kunden und Projektpartnern sind die Weiterempfehlungen, die es uns ermöglichen, auch weiterhin jedes Jahr neue Projekte in Angriff zu nehmen. effizienter, denn die Feedbacks der Abnehmer landen durch eine enge Kommunikation zwischen den Bereichen unmittelbar in der Entwicklung. Daher können wir Verbesserungen und Serviceleistungen schneller umsetzen und für die Kunden zur Verfügung stellen. Ein weiterer Schwerpunkt ist unsere ausgeprägte Gleichteilestrategie, die im Bereich der Biomasseanlagen wohl einzigartig ist. Wir haben bei den Heizwerken drei Grundtypen mit verschiedenem Leistungspotential von 4 bis 20 Megawattstunden entwickelt. Auf Basis dieser Layouts errichten wir heute alle unsere Kraftwerke. Nachhaltige Energie liegt im Trend, trotzdem verlangt unsere Gesellschaft bei Kraftwerken eine besondere Verantwortung und tritt den Projekten oft auch mit Skepsis gegenüber... EDLER: Da haben Sie Recht, wir sind aber in allen Regionen, die wir versorgen, bestens mit der Bevölkerung und den Entscheidungsträgern auf den politischen Ebenen vernetzt. Eines unserer Prinzipien lautet Abwärmenutzung vor Energie-Erzeugung. Das sichert nicht nur Nun ist gerade der Energiesektor ja nicht ganz unanfällig für gewisse Risiken. Wie erfolgt die Finanzierung Ihrer Anlagen? EDLER: Mit der Steiermärkischen Sparkasse haben wir einen Partner an unserer Seite, der schnelle Entscheidungswege und flexible Lösungen anbietet. Das ist für uns in der Projektentwicklung entscheidend und lässt uns auch schnell und flexibel am Markt agieren. Ein besonderer Vorteil der Bank ist aber sicherlich auch die Expertise unseres Betreuers Franz- Ferdinand Wagner bei Energieanlagen. In der Branche wird ja gewitzelt, dass er so viel über die Erzeugung erneuerbarer Energien weiß, dass er selbst schon ein Kraftwerk errichten könnte. Die Steiermärkische Sparkasse ist aber nicht nur schnell und wendig, sondern bietet auch die notwendige Perspektive. Schließlich dauert es zwischen 12 und 13 Jahren, bis sich die Errichtung eines Biomasse-Kraftwerks über dessen Betrieb amortisiert. Machen wir zum Abschluss noch einen Blick in die Zukunft. Welche Entwicklungen erwarten Sie für die Energiewirtschaft? EDLER: Es wird zu einer starken Dezentralisierung und damit zu einer Regionalisierung kommen. Nicht nur Blockheizkraftwerke, wie wir sie bauen, auch der massive Trend zu Photovoltaik-Anlagen treiben diese Entwicklung voran. Dazu bietet der Einsatz regionaler Energieanlagen mehr Sicherheit für die Versorgungsnetze und führt zu regionaler Wertschöpfung, zum Beispiel bei Landwirten als Rohstofflieferanten für Biomasse oder bei Installationsbetrieben. Und schließlich ist die regionale Erzeugung erneuerbarer Energien auch ein Garant für den Klima- und Umweltschutz. MAG. JAKOB EDLER GESCHÄFTSFÜHRER BIOENERGIE WÄRMESERVICE GMBH Geschäftsbericht

34 Was zählt, ist Verantwortung PETER STROHMAIER LEITER RETAILVERTRIEB STEIERMARK» Das Interesse der Kundenbetreuer für die persönliche Situation der Kunden ist essentiell. «Verantwortung ist eines der ganz großen Themen, das die Finanzwirtschaft im In- und Ausland bewegt. Die Ausformung des Themas ist vielschichtig. Einerseits gilt es, Verantwortung für die Finanzplätze und auch für die Wirtschaftsregionen zu übernehmen und die Absicherung von Finanzierungen und Investitionen auch vor dem Hintergrund der Regularien wie Basel III sicherzustellen. Andererseits geht es auch um Verantwortung gegenüber dem Privatkunden. Und das sowohl hinsichtlich der Übernahme von Finanzierungen als auch im Bereich der Veranlagung. Peter Strohmaier, Leiter Retailvertrieb Steiermark, im Interview. Verantwortung für Retailkunden bedeutet in erster Linie Vertrauensbildung und Qualität in der Beratung. Wie sensibel sind diese Themen, wie bereiten sich Mitarbeiter auf Kundengespräche vor? STROHMAIER: Gerade wenn man sich die Verunsicherung im Bereich der Bankenlandschaft in Österreich vor Augen führt, wird das Thema Verantwortung für die Kunden wichtiger und größer denn je. Ein historischer Gedanke als Basis dazu: Seit der Gründung im Jahr 1825 hat die Steiermärkische Sparkasse immer jeden Euro an Kundengeldern zurückgezahlt. Was wir heute und in Zukunft sicherstellen, ist jedoch nicht nur eine emotionale Nähe zu den Kunden, sondern durch unser effizientes Filialsystem in der ganzen Steiermark auch eine räumliche Nähe. Wir sind vor Ort, spüren die Entwicklung in den Regionen und damit die Bedürfnisse unserer Kunden. Dabei analysieren wir ganz genau, was der Kunde in seiner jeweiligen persönlichen Situation braucht. individuelle Situation des Kunden. Einkommensverhältnisse, Wohnungssituation, Wünsche und Sorgen, die berufliche Entwicklung und die Bedürfnisse der ganzen Familie müssen in eine perfekte Beratung mit einfließen. Zusätzlich haben wir bei der Steiermärkischen Sparkasse mit unserem Finanz-Check auch noch ein hervorragendes Tool entwickelt, mit dem unsere Betreuer und unsere Kunden gemeinsam perfekte Analysen und damit optimale Lösungen im Finanzbereich erarbeiten können. Vergleiche für Kauf oder Miete von Wohnraum, Pensionsvorsorge mit unserem Pensionsrechner, Definition frei verfügbarer Einkommensanteile: All das sind Themen, die zumindest einmal im Jahr gemein- Worauf baut diese Analyse auf? STROHMAIER: Eine wichtige Basis ist sicher das Interesse unserer Kundenbetreuer für die 34

35 sam mit den Kunden besprochen werden sollten. Dazu erhalten unsere Mitarbeiter permanente Ausbildungen und Zertifizierungen im Anlage- und Finanzierungsbereich. Denn Verantwortung und Vertrauen hängen davon ab, dass Anliegen nicht nur abgearbeitet werden, sondern dass unsere Betreuer auch ganz genau wissen, was sie tun. Je mehr Wissen unsere Betreuer in den mehr als 120 Filialen in der ganzen Steiermark vermitteln, desto höher ist die Gesprächsqualität und desto besser ist das Sicherheitsnetz für unsere Kunden. Die Betreuung von Kunden betrifft die Finanzierungsseite ebenso wie die Veranlagungsseite und den Vermögensaufbau. Was sind momentan die großen Themen bei den Kunden? STROHMAIER: Durch die aktuelle und wohl noch weiter andauernde Niedrigzinsphase wird die Beratung für unsere Kunden besonders wichtig. Klarerweise sind die niedrigen Kreditzinsen ein verlockendes Instrument zur Realisierung von Wohn-, aber auch von Konsumwünschen. Wir kalkulieren mit dem Kunden aber jede Finanzierung auf verschiedenen Zinsniveaus, sodass beispielsweise eine Wohnraumschaffung auch bei einem Zinsanstieg in Richtung des Höchstzinssatzes von 6 % bei Bausparkrediten immer noch leistbar bleibt. Dazu kommen noch Sicherheitsoptionen wie Zinscaps im Prinzip eine Versicherung gegen steigende Zinsen. Gold und Edelmetalle waren als Anlageprodukte in den letzten Jahren richtige Magnete. Heute werden sie von vielen Anlegern und auch Anlageberatern gemieden. Was ist denn nun der richtige Weg? STROHMAIER: Gold und Silber dürfen nicht primär als spekulationsfähige Investitionen gesehen werden, sondern eher als Schmelztiegel von Herz und Sicherheit. Die Steiermärkische Sparkasse hat mit dem Münzshop in ihrer Filiale im Grazer Rathaus eine der erfolgreichsten Serviceeinrichtungen der Numismatik in Österreich mit einem klingenden Namen weit über die Grenzen des Landes hinaus. Gold und Silber gelten einerseits seit Jahrhunderten als eiserne Reserve in jedem Anlageportfolio. Auch hat der Wert dieser Edelmetalle jeden Krieg, jede Katastrophe, jede Geldentwertung überdauert. Andererseits sind Silber und Gold in Form von Sammlermünzen nicht nur ein wertsicheres, sondern vor allem auch ein schönes Hobby. Und schließlich gibt es Gelegenheiten wie Taufen oder Hochzeiten, zu denen man gerne bleibende Werte schenkt und bei denen Gold- oder Silbermünzen passende Alternativen zu Bargeld darstellen. Für viele Anlässe sind Goldoder Silbermünzen das ideale Geschenk. Geschäftsbericht

36 Es ist angerichtet Niedrige Zinsen, hohe Investitionen von staatlicher Seite und rückläufige Insolvenzzahlen sind eigentlich ein Signal für ein kommendes Wirtschaftswachstum. Und wo bleibt das? SIEGLINDE KLAPSCH LEITERIN PRIVATE BANKING» Das Ziel ist eine langfristige Begleitung der Kunden. «Das Zinsniveau in der Eurozone ist anhaltend niedrig. Neigen die Menschen trotzdem eher zu konservativen Veranlagungen? KLAPSCH: Man kann das schwer generell beantworten. Sicher ist aber, dass das Sparbuch für kurzfristig verfügbare Vermögensanteile nach wie vor seinen Stellenwert hat. Um eine effiziente Veranlagungsstrategie zu erarbeiten, bedarf es einer umfassenden, mit dem Kunden gemeinsam zu erarbeitenden Bestandsaufnahme seiner Lebenssituation. Danach erfolgt die eingehende Beratung. Wir unterscheiden grundsätzlich drei Zielebenen in der Veranlagung. Die erste Ebene ist, das Kapital zu erhalten. Die zweite ist die Inflationsabgeltung durch eine höherwertige Veranlagung. Und die dritte Ebene zielt auf einen attraktiven Zusatzertrag. Für viele Menschen ist die Tatsache überraschend, dass allein der Kapitalerhalt verbunden mit einer Inflationsabgeltung ein höheres Risiko in der Veranlagung bedingt. Wie erarbeiten Sie sich das Vertrauen der Kunden? KLAPSCH: Private Banking nimmt innerhalb der Sparkasse eine Sonderstellung ein. Wir arbeiten nicht anstatt, sondern mit dem regionalen Betreuer des Kunden. Es ist eine Aufgabe meines Teams, Verantwortung zu übernehmen und durch Verlässlichkeit und Kompetenz Vertrauen zu schaffen. Wir erreichen das durch eine langfristige Begleitung unserer Kunden, kontinuierliche, zeitnahe Informationen und durch regelmäßige Gespräche. Veranlagung bedeutet, mit dem Kunden gemeinsam eine kurz-, mittel- und langfristige Zeitlinie aufzubauen und sich in verschiedenen Assetklassen zu positionieren. Damit ist es möglich, die Veranlagung den sich ändernden Lebensphasen des Kunden anzupassen. Die allgemeine Wirtschaftslage wird von zahlreichen Unsicherheiten wie der Schuldenkrise in Griechenland, den Spannungen zwischen Europa und Russland sowie dem eher hilflosen Umgang mit den Flüchtlingsströmen geprägt. Wie sehr beeinflusst das die Menschen in ihren finanziellen Entscheidungen? KLAPSCH: Die Menschen sind vorsichtig bei langfristigen Entscheidungen und auch die Finanzmärkte sind nervös. Die Unternehmen sind bei Investitionen sehr zurückhaltend und die Volatilität an den Börsen nimmt zu. Eine Entwicklung, die es in den Jahren 2009 bis März 2015 so nicht gegeben hat. Dies hat jedoch in Europa und in den USA ganz unterschiedliche Ursachen. Während in Europa durch die von Ihnen genannten Einflüsse die Unternehmen an den Börsen eher unterbewertet sind, erscheinen US-Aktien zum Teil eher überbewertet. Und auch in den Emerging Markets müssen wir vorsichtig sein. Die Goldgräberstimmung ist erst einmal vorbei. Ein sicherer Hafen für Investitionen scheinen seit der Finanzkrise im Jahr 2008 die Immobilien zu sein. Was empfehlen Sie Ihren Kunden? KLAPSCH: Die Immobilien haben in den letzten Jahren eine beeindruckende Wertsteigerung erzielt. Doch viele so genannte erste Lagen sind bereits sehr hoch bewertet und eine weitere Steigerung ist unsicher. Derzeit sind es eher die zweiten Lagen mit interessanter Infrastruktur und hohem Entwicklungspotential, die Gewinne und Renditen versprechen. Viele Menschen wollen sich aber die Mühen von Vermietung und Verwaltung ersparen. Daher empfehlen wir oft nicht die Direktinvestition in Immobilien, sondern eine Beimischung unseres Immobilienfonds im Ausmaß von 10 bis 20 % des Gesamtveranlagungsvolumens. 36

37 Das Wertpapiergeschäft erfordert eine besondere Verantwortung. Worauf ist in der derzeitigen Situation der Finanzmärkte zu achten? BRUGGER: Auf den Aktienmärkten verzeichnen wir seit mittlerweile sieben Jahren eine Hausse, wobei zahlreiche Kunden aufgrund der Schockwirkung der Finanzkrise nicht von Anfang an aufgesprungen sind. Mittlerweile sprechen wir seit dem Jahr 2010 von einer negativen Realverzinsung. Das bedeutet, dass die Inflation über den Zinsen liegt, was eine gewisse Form der Enteignung des Finanzkapitals darstellt. Aufgrund dieser Situation sind Wertpapiere sehr gefragt und es ist zu erwarten, dass diese Phase zumindest noch die nächsten zwei Jahre anhält. Nicht zuletzt durch das Wertpapier-Aufkaufprogramm der EZB, das noch bis März 2017 läuft. Ich halte es jedoch durchaus für realistisch, dass die niedrigen Zinsen uns noch sieben bis acht Jahre begleiten werden, auch wenn in den USA die Zinswende bereits eingeleitet wurde. Die Aktienmärkte boomen. Sehen Sie auch in der Zukunft verstärkte Chancen? BRUGGER: Die Aktienkurse liegen derzeit relativ hoch, insbesondere an der US-Börse orten wir Werte, deren KGV und auch andere Bewertungskennzahlen schon leicht überzogen erscheinen. Hier ist Vorsicht geboten, denn die Finanzmärkte sind sensibel und nervös. Wir beobachten daher die Notenbanken und ihre Geldpolitik sehr genau. Die Zinsen werden irgendwann ansteigen in diesem Szenario wären bei langlaufenden Staatsanleihen Kursrückgänge zu erwarten. Nachhaltiges Wirtschaften gehört zur Gesamtverantwortung der Steiermärkischen Sparkasse. Wie bildet sich dieser Gedanke im Wertpapiergeschäft ab? BRUGGER: Gerade die nachhaltigen Fondslinien der Erste Bank und Sparkassen verzeichnen ein gutes Wachstum, wohl auch weil sie stark promotet werden. In der Rendite gibt es prinzipiell kaum Unterschiede, aber sie bieten einen emotionalen Mehrwert. Unternehmen, die verantwortlich und nachhaltig wirtschaften, werden dadurch auch für Investoren attraktiv. Green Economy, Green Branding und Green Jobs sind derzeit ja sehr en vogue. Spürt man diesen Trend auch in Ihrem Bereich? BRUGGER: Wurde Green Branding vor Jahren noch hauptsächlich als Marketingstrategie eingesetzt, so ist CSR mittlerweile auch substantiell im Kerngeschäft der Unternehmen verankert. Mittlerweile beeinflussen diese Strategien auch die Investoren an den Börsen bis hin zu den Staatsfonds. Man darf jedoch nicht vergessen, dass diese emotionalen Komponenten noch auf wackeligen Füßen stehen. Der Einbruch der Finanzwerte in den Jahren 2008 und 2009 hat deutlich gezeigt, dass nur die eisernen Fakten zählen, wenn es hart auf hart geht. Trotzdem sehe ich gerade auch in Österreich einen fruchtbaren Boden für nachhaltige Werte. Für die nächsten Jahre wird mit einem vorsichtigen Anstieg des Wirtschaftswachstums gerechnet. Welche Entwicklungen erwarten Sie? BRUGGER: Wir erzielen in Europa heute durchschnittlich gleich hohe Unternehmensgewinne wie im Jahr Ursache dafür sind jedoch vielfach nicht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sondern die emotionale Blockade und Unsicherheit, die in den Köpfen der Menschen sitzt. Sowohl den Unternehmen als auch den Konsumenten fehlt das Vertrauen in eine wirtschaftliche Zukunft. Das lässt Jobs unsicher erscheinen und hemmt das Konsumverhalten der Bevölkerung. Hier ist klar die Politik gefordert, Vertrauen aufzubauen und Handlungsbereitschaft zu signalisieren. Denn die derzeitige wirtschaftliche Situation ist obskur: Es ist angerichtet, aber niemand fängt zu essen an. DDR. KLAUS BRUGGER LEITER WERTPAPIERGESCHÄFT» Die niedrigen Zinsen werden uns noch länger begleiten. «Geschäftsbericht

38 Ein Tag in der Sparkasse mir den dicken Stapel an Kontoauszügen liegen. Und beim Kontoauszugsdrucker sind Sie sicher auch 5 Minuten gestanden. Zehn! sage ich und verdrehe die Augen. Puchberger dreht mit einer schwungvollen Handbewegung seinen Computerbildschirm zu mir. Haben Sie eigentlich jemals daran gedacht, Ihr Konto online zu managen und über George sogar von unterwegs Überweisungen zu tätigen, Daueraufträge zu ändern und immer alle Ein- und Ausgaben im Blick zu haben? Das wäre ja schon was. Aber ich bin leider echt kein Technik-Freak und daher ist mir das zu kompliziert, höre ich mich sagen. KOMPLIZIERT??? Es gibt Menschen, die sind richtige Ordnungsliebhaber. Haben alle Unterlagen und Rechnungen sauber in Ordnern abgelegt, kleben Kassabons in Haushaltsbücher, führen Einnahmen und Ausgaben sauber in eigenen Listen und sind überhaupt so ganz anders als ich. Mir ist schon klar: Ordnung in sein Finanzleben zu bringen, ist notwendig und im Prinzip weiß ich ja auch ganz genau, was zu tun wäre. Und trotzdem werde ich von den Dingen des täglichen Lebens immer wieder eingeholt und schiebe die Organisation meiner Finanzen auf die lange Bank. Doch da waren sie: Der gute Vorsatz zum neuen Jahr und der feucht kalte Tag in der ersten Jännerhälfte. Ich gebe mir einen Ruck und rufe meinen Kundenbetreuer in der Steiermärkischen Sparkasse an: Grüß Gott...könnte ich bitte Herrn Puchberger* sprechen? Ja gerne...hallo, Herr Puchberger? Eine Frage: Hätten Sie in den nächsten Tagen Zeit für mich? Ich hätte da ein paar Dinge in der Sparkasse zu erledigen und dazu noch einige Fragen. Und wir haben ja auch schon mal über diese Pläne für die Zukunft gesprochen... Gut! Super,...dann bis Donnerstag um 10 Uhr. Franz Puchberger wirkt wie immer ziemlich aufgeräumt und blickt auf seinen Computerbildschirm. Sie kommen jedes Jahr, um Ihre Daueraufträge zu ändern, meint er mit einem Augenzwinkern Möchten Sie nicht doch lieber einen Abbuchungsauftrag daraus machen...? Ich möchte nicht. Die Ballettschule meiner Tochter in allen Ehren, aber dass die dann Zugriff auf mein Konto haben, ist mir doch eher suspekt. Franz Puchberger schaut mich an und sieht vor Franz Puchberger zeigt mir auf seinem Laptop und mit seinem Handy, wie einfach ein Online- Zugang zu meinem Konto aktiviert werden kann und wie schnell das kostenlose George-App für mein Smartphone herunterzuladen ist. Tatsächlich: Ein paar Klicks und schon ist eine Überweisung durchgeführt. Zugegeben, das ist echt keine Raketenwissenschaft. Sobald man das Ziel einer Überweisung einmal ausgewählt hat, geht das beim nächsten Mal ruck-zuck. George merkt sich einfach alles. Findet automatisch den richtigen IBAN, fragt nach dem Verwendungszweck und lässt mich nochmals alle Daten prüfen, bevor ich bestätige. Einfacher geht s nicht. Und schon überkommt mich der Eifer... Also wir hatten ja mal über eine 2-Zimmer-Wohnung für meine Tochter gesprochen. Sie studiert bald und wenn meine Frau und ich einmal alt sind, könnten wir auch... Herr Puchberger: Ich glaub, ich weiß, was jetzt kommt und daher würde ich mit Ihnen gerne einen Finanz-Check machen. In Ordnung? Warum nicht. Zu den Themen Wohnung und Alter hatten wir uns schon mehrfach unterhalten. Der Finanz-Check ist eine gute Sache, braucht aber auch seine Zeit. Wir erheben gemeinsam die monatlichen Zahlungsverpflichtungen, die Kreditrückzahlung für das Eigenheim, die laufenden Ausgaben für das Familienleben und die Einzahlungen für den Bausparvertrag. Auch die jährlichen Aufwendungen für unsere Urlaube und die in nächster Zeit nötigen Anschaffungen und Renovierungsarbeiten kommen zur Sprache. Das alles stellen wir dann dem Familieneinkommen und dem Bezug der Kinderbeihilfe gegenüber. Außerdem machen wir eine Aufstellung über alle Sparguthaben... 38

39 Sie haben monatlich ein frei verfügbares Einkommen von 482 Euro, sagt mein Kundenbetreuer schließlich. 482 Euro? Ich dachte immer, es wäre mehr. Doch der Finanz-Check macht keine Fehler. 482 Euro! Und davon sollen sich eine 2-Zimmer-Wohnung und eine Altersvorsorge ausgehen? Jetzt hole ich uns erst einmal einen Kaffee und dann können wir in aller Ruhe über die Entscheidungen sprechen, schlägt Puchberger vor und klappt seinen Laptop zu. Brauchen wir dazu gar keinen Computer?, frage ich ungläubig. Nein, brauchen wir nicht. Mein Computer für diese Gespräche ist da drin, lacht er und tippt sich an die Stirn. Ich beginne zu erzählen. Über die Matura der Tochter in hoffentlich zwei Jahren, über meine Liebe zu Wohnungseigentum, über das Pensionsloch, das sich düster auf den Wolken der Zukunft abzeichnet, und darüber, dass beruflich und privat eigentlich alles nach Wunsch läuft. Franz Puchberger schaut mich an: Haben Sie schon mal überlegt, eine Wohnung zu kaufen und den Kaufpreis von anderen Leuten bezahlen zu lassen? Eine Wohnung, die meinen Vorstellungen entspricht, kostet rund Euro. Sinnlos, nachzudenken, wie viel das in Schillingen ist und ob ich nicht besser schon vor 15 Jahren... Sie haben auf Ihrem Sparbuch etwa Euro, dazu läuft der Bausparvertrag nächstes Jahr aus macht nochmals acht Tausender und monatlich stehen Ihnen 482 Euro zur Verfügung., rechnet mir Franz Puchberger vor. Jetzt ein Vorschlag: Mit einer Anzahlung von bis Euro kaufen Sie eine 2-Zimmer-Wohnung und vermieten diese weiter. Die Mieteinkünfte können steuerlich mit den Aufwendungen gegengerechnet werden, zumindest in den ersten zehn Jahren wird das für Sie ein gutes Geschäft. Außerdem zahlen Sie einen Teil von Ihrem frei verfügbaren Einkommen dazu und dann bleiben immer noch 300 Euro monatlich für die Pensionsvorsorge. Aber dann hab ich ja kaum noch Luft, entgegne ich. Wir sind mitten in einer heißen Diskussion. Bitte denken Sie daran, dass Sie dabei zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, erinnert mich Puchberger an meine Zukunftspläne. Schon richtig. Eigentlich sogar drei. Ich gebe mit dem Wohnungskauf meinem Kind einen ordentlichen Schubser mit ins Leben. Zusätzlich kann die Wohnung auch als Alterswohnsitz für meine Frau und mich dienen, schließlich soll sie ja barrierefrei und mit einem Lift erreichbar sein. Und zu guter Letzt sorge ich für meine private Pension vor. Und das mit der Luft für zusätzliche Konsumwünsche kann ich allemal verkraften. Einerseits haben wir im Finanz-Check ja auch die Aufwendungen für die Urlaube und unseren ganzen Lebensbedarf eingerechnet und eines muss man zugeben: Wenn ich mich nicht für eine Pensionsversorge entscheide, deren Prämie monatlich vom Konto abgebucht wird, so ist es fast unmöglich, wirklich konsequent für das Alter etwas anzusparen. Ich kenne mich: Die Verlockungen der Konsumwelt oder der Urlaubswelt sind meist einfach zu groß. Und für den Fall der Fälle haben Sie ja noch drei Sicherheitsebenen, die Ihre Existenz in jedem Fall absichern, meint Puchberger beruhigend. Einerseits kann man die Prämienzahlungen für die Altersvorsorge im Notfall jederzeit anpassen oder aussetzen. Außerdem ist Ihr Einfamilienhaus in gut zehn Jahren abbezahlt und da fällt schon auch eine ordentliche monatliche Summe für die Rückzahlung weg. Und drittens haben Sie in jedem Fall noch die Wohnung, die man notfalls auch wieder verkaufen kann. Keiner ist gezwungen, seinen Kindern einmal ein Haus UND eine Wohnung zu hinterlassen, lächelt Franz Puchberger. Mir wird das auch nicht gelingen. Wir sind wieder zurück in Puchbergers Büro. Ich habe ein gutes Gefühl und spüre wieder mal Ungeduld und Tatendrang in mir. Wir rechnen den Wohnungskauf zur Sicherheit nochmals mit verschiedenen Zinsvarianten durch. Doch das klingt gut. Zum Abschluss gibt mir Franz Puchberger noch einen Prospekt der s Versicherung für die private Pensionsvorsorge mit. Natürlich auch mit einem Angebot über ein Volumen mit einer Prämienzahlung von 300 Euro im Monat. Der Versicherungsschutz erstreckt sich dabei auch auf meine Frau und meine Tochter, falls mir etwas passieren sollte. Das vermittelt schon ein gutes Gefühl. Ich denke an meine Zettelwirtschaft zu Hause und meine geringe Ordnungsliebe. Der Besuch hat sich ausgezahlt. *Name von der Redaktion geändert. Geschäftsbericht

40 Land und Leute genießen Die Steiermärkische Sparkasse ist in den Regionen der Steiermark stark verwurzelt. Walter Zach ist seit 39 Jahren im Bankensektor tätig und kennt die Region Südoststeiermark wie seine Westentasche. Insgesamt ist er für 14 Filialen, davon je eine SB-Filiale in Riegersburg und Halbenrain, verantwortlich. Zu seinem Gebiet zählen die ehemaligen Bezirke Fürstenfeld, Feldbach und Radkersburg. Die Fürstenfelder und die Feldbacher haben immer schon gut zusammengepasst, bedauert Zach die neue Aufteilung der politischen Bezirke ein wenig. Schließlich hat er in Feldbach die Handelsakademie absolviert und hat in Fürstenfeld seinen Wohnsitz gegründet. Der Liebe wegen, ergänzt er augenzwinkernd. Herz für die Region Die Leidenschaft von Walter Zach gehört zweifelsohne der Region. Egal, wo ich gerade bin, ich muss einfach einen Blick auf die Riegersburg haben, umreißt er gleichzeitig die Philosophie der Regionalität. Starke Präsenz vor Ort, persönlicher Einsatz des gesamten Teams mit 92 Mitarbeitern und ein starkes Netzwerk zu Institutionen, Wirtschaft und Politik sind das, was die Steiermärkische Sparkasse in dieser Region auszeichnet. So entwickelt sich das Retailgeschäft in allen Bereichen hervorragend und auch im Kommerzkundengeschäft kann man auf schöne Erfolge blicken. So ist man stolz, dass auch viele Leitbetriebe der Region eine Geschäftsbeziehung zur Steiermärkischen Sparkasse unterhalten. Die Genusswelt Dabei ist die Region eher von Klein- und Mittelbetrieben sowie der Landwirtschaft geprägt. Wobei sich der Genussbereich wie ein roter Faden durch die Region zieht. Der Trend, dass größere Landwirtschaften an Bedeutung gewinnen, dass Top-Winzer aus der gesamten Südoststeiermark dank ihrer Erfolge in die Zukunft investieren und dass die Qualitätsbetriebe des Vulkanlandes nicht nur in der Genuss-, sondern auch in der 40

41 Freizeitwirtschaft reüssieren, erzeugt eine beeindruckende Aufbruchsstimmung. Für uns ist Genuss nicht auf Essen und Trinken beschränkt, sondern wir genießen auch die Region an sich, die Menschen, die hier leben, und die Vorzüge, hier unsere Geschäftsbeziehungen zu unterhalten, ist Walter Zach überzeugt, dass es sinnvoll ist, auf den regionalen Wurzeln aufzubauen. Verantwortung und Augenmaß Die Menschen in diesem Teil der Steiermark sind umgänglich, freundlich und herzlich. Aber sie sind auch bodenständig, vernünftig und verantwortungsbewusst, erklärt Walter Zach. Dieses Gespür für Verantwortung bewirkt ein besonders genaues Augenmaß, was die finanziellen Dinge und die Beziehungen zur Bank betrifft. So musste in den letzten Jahren trotz Finanzkrise kaum eine Liegenschaft zwangsversteigert werden. Doch bei aller Verbundenheit mit der Region stellt sich natürlich auch die Frage nach der Zusammenarbeit mit dem SparkassenCenter. Klare Regeln und eine intelligente Systemik in einer Bank sind ein großer Vorteil, solange sie den Menschen in den Mittelpunkt stellen, meint Zach dazu und streicht die gute Zusammenarbeit mit Graz, aber auch mit anderen Regionen hervor. Die Absicherung bei Finanzierungen ab einem gewissen Volumen und das Backup durch die vielen kompetenten Fachabteilungen bringen den Regionen entscheidende Vorteile. Denn so kann die Betreuung ganz persönlich und regional erfolgen, während die Kompetenz der gesamten Steiermärkischen Sparkasse hinter den erarbeiteten Vorschlägen und Lösungen steht. Blick in die Zukunft Die Zukunft der Region sieht man vor Ort sehr optimistisch. Der Zusammenhalt innerhalb der Bevölkerung, die gute Infrastruktur mit beispielsweise dem Schulzentrum und dem Landeskrankenhaus in Feldbach, die Kreativität der Unternehmer und die Qualität bei Landwirtschaft und Tourismus bilden eine tragfähige Basis für die weitere Entwicklung der Region. Und damit ist auch der Blick in die Zukunft spannend und mehr als positiv. WALTER ZACH REGIONALLEITER REGION SÜDOSTSTEIERMARK» Egal, wo ich gerade bin, ich muß einfach einen Blick auf die Riegersburg haben. «Geschäftsbericht

42 Unabhängigkeit, Kraft und Stärke Im Oberen Murtal treffen einander Tradition und Innovation. Und das mit großem Erfolg. Die biblische Riesenfigur des Samson steht für die Stärke der Region. Die Region Oberes Murtal besteht aus zwei Bezirken, die recht unterschiedlich sind und einen vielfältigen Spannungsbogen zwischen Tradition und Innovation aufbauen. Auf der einen Seite die waldreiche und bergige Region rund um Murau, auf der anderen Seite das breite Murtal zwischen Judenburg und Knittelfeld mit dem Red Bull Ring als sichtbares Zeichen von Aufbruch und Technologie. Mehrmals pro Woche ist Regionalleiter Hans Amberger unterwegs, um seine 13 Filialen zu besuchen und sich um seine rund Kunden zu kümmern. Tradition und Brauchtum Murau ist sehr traditionsverbunden und auch stark von Brauchtum geprägt, erzählt Amberger. So wird jedes Jahr im August der Samson, eine ursprünglich biblische Riesenfigur, von der Bürgergarde tanzend durch den Ort getragen. Dieser Brauch hat seine Wurzeln im 17. Jahrhundert und symbolisiert eine Schutzfunktion gegen negative Einflüsse von Außen. Steht für Kraft und Unbesiegbarkeit. Dort, wo Tradition und Brauchtum herrschen, gibt es auch ein reges Vereinsleben und großes ehrenamtliches Engagement. Daher unterstützt und fördert die Steiermärkische Sparkasse diesen Zusammenhalt und die soziale Verantwortung der Bevölkerung nicht nur durch Spenden, sondern auch durch tatkräftiges Mitwirken der Mitarbeiter. Damit erfüllt die Steiermärkische Sparkasse auch eine gesellschaftliche Netzwerkfunktion. Großes Vertrauen Bei den Menschen kommt dieses Engagement sehr gut an. Das Vertrauen bei der Finanzierung von Eigenheimen ist durch die Vernetzung der Steiermärkischen Sparkasse mit den Menschen und das Know-how der Wohnbauberater in der Förderungsberatung besonders hoch. Durch die dünne Besiedelung, die leistbaren Grundstückspreise und die ausgeprägte Nachbarschaftshilfe ist das Eigenheim auch für kleinere und mittlere Einkommen die dominante Form des Wohnens. Das Informationsbedürfnis der Bevölkerung bei Finanzierungen ist groß. Maßgenaue und individuell abgestimmte Finanzierungsangebote unter Einbeziehung von Förderungen, Zinsobergrenzen oder Zinscaps sind daher das Geheimnis für den Erfolg der Bank im Privatkundengeschäft. Wirtschaft und Innovation In der Standortentwicklung bilden die Holzwirtschaft, der Holzbau, das Brauereiwesen, der Tourismus und die Energiewirtschaft die herausragenden Wirtschaftszweige im Bezirk Murau. Insbesondere im Holzbau haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Innovationsbetriebe entwickelt, die sich von der Computersimulation über die Planung bis hin zur Produktionssteuerung und Fertigung von Holzkonstruktionen mit CNC- Maschinen weit über die Regionen hinaus einen Namen gemacht haben. Im Bereich der Energiewirtschaft und damit insbesondere der Wasserkraft hat sich die Steiermärkische Sparkasse zu einem Finanzierungsspezialisten entwickelt. Wir entwickeln und begleiten Contracting-Modelle und erarbeiten gemeinsam mit den Kunden kreative Finanzierungen für deren Investitionsvorha- 42

43 ben. Dazu braucht es jedoch echtes Verständnis für das Kerngeschäft der Unternehmen, ist Hans Amberger stolz auf die Leistung seiner Kommerzkundenbetreuer. In naher Zukunft soll sich der Bezirk Murau zu einer energieautarken Region entwickeln. Wieder ein Stück Unabhängigkeit, Kraft und Stärke, wie sie schon seit Jahrhunderten durch den Samson-Brauch symbolisiert wird. Im industriell stärker ausgeprägten Bezirk Murtal befindet sich eine große Anzahl hochtechnisierter Innovationsbetriebe, die sich weit über die Region hinaus einen Namen gemacht haben und teilweise sogar Weltmarktführerschaft für sich in Anspruch nehmen. Industrie und produzierende Wirtschaft übernehmen somit regionale Verantwortung, tragen zum Aufbau eines zukunftsfähigen Images bei und schaffen eine Vielzahl hochqualifizierter Arbeitsplätze mit exzellenten Entwicklungsmöglichkeiten. Unternehmerisches Denken Auffällig sind auch die Erfolge und der Fortschritt auf landwirtschaftlichem Gebiet. Junge Landwirte kommen mit einer Top-Ausbildung zurück in die Region und führen die Betriebe mit professionellem Know-how und mit unternehmerischem Denken zu neuen Erfolgen, ist Amberger begeistert. So wurde in den letzten Jahren massiv in die Viehzucht- und Milchwirtschaft investiert. Neue Stallbauten und technologische Innovationen prägen heute das Bild der einst mühseligen bergbäuerlichen Tätigkeiten. Ein Erfolgsrezept, das auch der drohenden Abwanderung von Bevölkerungsteilen wirkungsvoll entgegentritt. Einer der fünf Kommerzkundenbetreuer in der Region ist ausgebildeter Agraringenieur und Nebenerwerbslandwirt. Dadurch sprechen wir mit unseren Kunden aus der Landwirtschaft auf Augenhöhe und spüren ganz genau, welche Chancen und Herausforderungen die wirtschaftlichen Entscheidungen der Betriebe prägen, so Amberger. Technologie und Zukunft Einen regelrechten Boom an Innovationen hat die Errichtung des Red Bull Rings im Murtal ausgelöst. So wurde kräftig in Tourismus und Freizeitwirtschaft investiert, Hotels und Gaststätten wurden modernisiert und die Rennstrecke selbst ist ein Magnet für hunderttausende Besucher im Jahr. Die Steiermärkische Sparkasse ist mit diesen Entwicklungen und auch mit dem Ring selbst geschäftlich eng verbunden. So wurde zum Beispiel der Bankomat am Red Bull Ring von der Steiermärkischen Sparkasse errichtet. Um diese Entwicklungen optimal zu unterstützen, müssen die Betreuerteams allerdings immer kreativ und flexibel agieren. Das Know-how der Sparkasse gründet auf dem Wissen um das Geschäft der Kunden, bringt Amberger die Philosophie der Steiermärkischen Sparkasse im Oberen Murtal auf den Punkt. MAG. HANS AMBERGER REGIONALLEITER REGION OBERES MURTAL» Die Steiermärkische Sparkasse erfüllt in unserer Region auch eine gesellschaftliche Netzwerkfunktion. «Der Red Bull Ring ist ein wesentlicher Impulsgeber für das Obere Murtal. Philip Platzer, Projekt Spielberg Geschäftsbericht

44 Dort, wo die Sonne scheint MAG. GERHARD MAIER LEITER STEUERUNG AUSLANDSBETEILIGUNGEN» Die Menschen bringen uns ihr Geld, weil sie uns vertrauen.«mazedonien. Ein Land, das auf eine Jahrtausend währende Geschichte zurückblicken kann und doch in der Gegenwart gewissermaßen auf Identitätssuche ist. Dort, wo Alexander der Große im Jahr 356 v. Chr. geboren wurde, dort, wo durch seine Gründung eines Weltreiches die Wiege des Hellenismus liegt genau dort sucht man heute nach Identität und neuer Größe. Mazedonien im Süden des ehemaligen Jugoslawiens hat heute rund 2,1 Millionen Einwohner und ist noch auf dem Weg, sich nach Europa zu orientieren und ein zeitgemäßes Staatsgebilde zu bauen. Auch die Versuche, der Hauptstadt Skopje zwischen historischer Tradition und monumentaler Symbolik ein neues Gesicht zu geben, rufen eher gemischte Reaktionen hervor. Mazedonien ist geprägt von zwei Bevölkerungsgruppen: den mazedonischen Slawen mit über 60 % Anteil und den Albanern, die rund ein Viertel der Bevölkerung ausmachen. Beide Volksgruppen wohnen friedlich nebeneinander, auch isolierte Spannungsepisoden der jüngsten Vergangenheit haben diesen Zustand nicht negativ beeinflussen können. Verglichen mit anderen Ländern in der Region ist das eine beachtliche Leistung, nichtsdestotrotz besteht noch ausreichend Integrationspotential im Land. Wirtschaftliche Konvergenz: Anschluss oder Warteschleife? Wirtschaftlich gesehen hat Mazedonien beachtliches Wachstumspotential, wenn das Land einen wirtschaftlichen Aufholprozess mit Mitteleuropa konsequent verfolgen kann, beschreibt Gerhard Maier, Leiter Steuerung Auslandsbeteiligungen bei der Steiermärkischen Sparkasse, die Situation in Mazedonien. Bedingt durch das niedrige Ausgangsniveau der Wirtschaftsleistung seien die Zuwachsraten hier durchaus interessant, wenn auch die absoluten Zahlen noch nicht mit den Nationen im westlichen Europa verglichen werden können. Es gibt aber signifikantes Verbesserungspotential, z. B. bei der Erhöhung der Transparenz und Professionalität von Entschei- 44

45 dungen im öffentlichen Sektor, sowie bei der effizienten Realisierung von strategisch wichtigen Projekten. Motivation und Erfolg Die Sparkasse Bank in Mazedonien selbst ist jedoch stolz auf hochmotivierte Mitarbeiter, die etwas bewegen wollen. Zwar wird einerseits eine Qualitäts- und Ergebnisdisziplin erwartet, andererseits Eigenverantwortung und unternehmerisches Denken gefördert. Wir gehen in Mazedonien einen Weg der notwendigen Entwicklungen, den man verantwortungsvoll beschreiten, jedoch nicht wirklich abkürzen kann, umreißt Maier die Situation. Bereits vor einigen Jahren wurde die Bank in Mazedonien umstrukturiert und die Risiken wurden konsequent abgebaut. Heute ist es zwar eine kleine Tochtergesellschaft der Steiermärkischen Sparkasse, die jedoch bei der Bevölkerung hohe Akzeptanz und ein hohes Vertrauen genießt. Das merkt man eigentlich weniger an den Ausleihungen, sondern viel mehr an den Einlagen. Die Menschen bringen uns ihr Geld, weil sie uns vertrauen, so Maier nicht ohne Stolz. Vertrauen und Sicherheit Das ist besonders deshalb bemerkenswert, weil die Steiermärkische Sparkasse im Marktvergleich eher konservative Konditionen anbietet, sich daher aber auch in einem sicheren Fahrwasser bewegt. Schließlich bewegt sich die Bank im Gegensatz zu dort ansässigen Finanzinstituten auch in Mazedonien auf Basis der europäischen Regularien wie Basel III. Für die Zukunft ist ein Ausbau der Kundenberatung verbunden mit einer weiteren Steigerung der Servicequalität geplant. Und auch an der Entwicklung neuer Produkte wird gearbeitet. Das Klima dazu ist nicht ungünstig und man darf vorsichtig optimistisch sein. Denn wie heißt es so schön in einem alten und dort sehr bekannten Lied: Dort, wo die Sonne ewig scheint, ist Mazedonien. Mazedonien ist die Wiege des Hellenismus und macht sich bereit für einen neuen Weg nach Europa. 356 v. Chr. wurde Alexander der Große im heutigen Mazedonien geboren. Geschäftsbericht

46 Wege zum Erfolg Der Weg vom Ein-Personen-Unternehmen, das Anfang der Neunziger im kommunistischen Jugoslawien gegründet wurde, zur heutigen Holding mit über 500 Mitarbeitern war für TRANSMET oft steinig. TRANSMET ist am Ausbau mehrerer strategisch wichtiger Autobahnen und Korridore beteiligt. Der mazedonische Baumeister Wenn Sead Kočan von den derzeitigen Großprojekten seines Unternehmens erzählt, ist er sehr bescheiden, bedacht und achtungsvoll zugleich. Nicht nur erinnert ihn das Portrait seines Vaters und Unternehmensgründers an der Wand an seine große Verantwortung, auch die über 150 Millionen Euro im Wert seiner aktuell geschlossenen Verträge sind für ihn mehr Pflicht, als Grund zum vorzeitigen Jubeln. Gefeiert wird erst wenn erfolgreich realisiert wurde, sagt Kočan, der seit über 10 Jahren die Geschicke des drittgrößten mazedonischen Bauunternehmens leitet. Der Erfolg von TRANSMET ist auch der Tatsache geschuldet, dass sich der Bausektor in Mazedonien seit ein paar Jahren in Expansion befindet und zum Treiber der lokalen Wirtschaft avancierte. Die EU-Integrationen sowie der Wunsch, ausländische Investoren anzuziehen, sind Grund dafür, dass der Staat immer stärker in Infrastrukturprojekte investiert. TRANSMET ist am Ausbau mehrerer Regionalstraßen und Autobahnen beteiligt, unter anderem auch am strategisch wichtigen Korridor 8, der Bulgarien mit Albanien 46

47 verbinden soll. Daneben ist das Unternehmen auch in anderen Geschäftsfeldern aktiv, wie der Firmenname TRANSMET für Transport, Mining, Engineerig, Trading erahnen lässt. Frauen an der Macht Eine große Herausforderung ist es, trotz guter Auftragslage und hoher Arbeitslosigkeit im Land qualifizierte Arbeitskräfte zu finden, erklärt Kočan. Nach 20 Jahren Stagnation in der Infrastruktur, in denen so gut wie keine Facharbeiter ausgebildet wurden, tut man sich nun schwer, kurzfristig fachkundiges Personal in der Baubranche auszubilden. In der eigenen Führungsebene hat sich der Manager die besten Köpfe längst gesichert und diese sind zu 70 % Frauen. Für das Unternehmen ist das auch ein Schlüssel zum Erfolg. Bei aller Gleichberechtigung habe ich doch festgestellt, dass Frauen oft loyaler und verständnisvoller agieren und zudem leichter mit eigenen Fehlern umgehen können, so Kočan. Partnerschaft auf Augenhöhe Die Sparkasse Bank Makedonija begleitet ihren größten Kunden bei den bedeutendsten Projekten und auf täglicher Basis. Beide pflegen ein partnerschaftliches Verhältnis auf Augenhöhe und gehen nur unter der Bedingung gemeinsam in Projekte, dass beide Seiten am Ende auch Gewinner sind. Das Wichtigste für mich sind Vertrauen und die Gewissheit, dass je mehr Information ich der Bank über das Unternehmen gebe, desto besser sie mich unterstützen und spezifischer auf meine Bedürfnisse eingehen kann. Ein so fortgeschrittenes Vertrauensverhältnis ist nicht selbstverständlich, denn auch meine Konkurrenten sind Kunden der Bank und man muss sicher sein können, dass die Diskretion gewahrt bleibt. Auch die Tatsachen, dass die Sparkasse Bank Makedonija Teil einer größeren Bankgruppe ist und bei großen Kreditvolumina an TRANSMET auch in Graz über die beste Lösung diskutiert wird, weiß Kočan sehr zu schätzen. Für Generationen bauen Dass man es trotz politischer Instabilität, Volatilität der Branche und anderer Hürden geschafft hat, schreibt Kočan seinen Prinzipen zu: Beharrlichkeit, Ehrlichkeit und ständige Erreichbarkeit 24/7 für alle. Von seinen engsten Mitarbeitern verlangt er in erster Linie Verantwortungsbewusstsein gegenüber jenen Mitarbeitern und deren Familien, die bei Kälte und Hitze draußen anpacken müssen. Alle diese Prinzipien wollen auf den ersten Blick so gar nicht zum Balkan passen und doch macht es Sinn, sobald man Sead Kočan, den Vorwärtsdenker, kennengelernt hat. Besonders am Herzen liegt ihm das Projekt der Neugestaltung des Platzes der Republik Mazedonien im Zentrum von Skopje. Wichtig ist mir, dass meine Projekte noch vielen Generationen nach mir eine Geschichte erzählen können und dass Leute auch für sich einen Nutzen in meinem Erfolg erkennen. Aus diesem Grund setzt TRANSMET verstärkt auch auf Nachhaltigkeit im Bauen und ist regionaler Vorreiter im Bereich Green Building. Regionaler Leader In den nächsten zehn Jahren sieht sich TRANS- MET als regionaler Leader und Vorläufer über die mazedonischen Grenzen hinaus. Das Geschäftsportfolio soll mit weiteren Business Units aus den Bereichen Sprit und Tankstellen, Real Estate und sogar Medien ausgebaut werden. Dadurch sollen noch mehr Möglichkeiten für Wachstum geschaffen werden, sodass die Entwicklung von TRANSMET zu einer noch größeren Erfolgsgeschichte wird. Vielleicht für den Balkan vergleichbar mit jener seines großen Idols Steve Jobs, dessen Biographie demonstrativ neben dem Büroeingang von Sead Kočan steht. SEAD KOČAN GENERALDIREKTOR TRANSMET» Meine Projekte sollen noch vielen Generationen nach mir Geschichten erzählen können. «Geschäftsbericht

48 Kroatien Der kroatische Bankenmarkt war im Jahr 2015 vom Schweizer Franken-Zwangskonvertierungsgesetz geprägt, was dazu führte, dass fast alle kroatischen Banken einen Bilanzverlust ausgewiesen haben. Von diesem Gesetz ist auch unsere kroatische Tochterbank Erste und Steiermärkische Bank (ESB) mit einem Verlust von 107 Millionen Euro stark betroffen. Mit Ausnahme der einmaligen finanziellen Auswirkungen der Schweizer Franken-Kreditkonvertierungen, konnte aber die ESB eine stabile Geschäftsentwicklung aufweisen und ihre starke Position am kroatischen Bankenmarkt beibehalten. Mit einer Cost-Income-Ratio von 42 % ist die ESB weiterhin sehr ressourceneffizient aufgestellt. Innovation und Kreativität im Kundenzugang und der Fokus auf die Digitalisierung sowie kontinuierliche Investitionen in die technologische Weiterentwicklung werden Schwerpunkte der ESB im nächsten Jahr sein. Zusätzlich zu den finanziellen Bedürfnissen der Menschen vor Ort wird die ESB ihren Fokus auf Entrepreneurial Banking richten. Ebenso werden weiterhin qualitativ gute Projekte unterstützt werden, die die Entwicklung des realen Sektors und das Beschäftigungswachstum fördern. Serbien Für die Erste Bank in Serbien (EBS), die im Jahr 2015 genau zehn Jahre am serbischen Markt existiert, war das vergangene Jahr ein Rekordjahr in den meisten Schlüsselparametern. Trotz des schwachen wirtschaftlichen Umfelds konnte die Bank einen Konzernüberschuss von 10,1 Millionen Euro erwirtschaften. Alle systemrelevanten serbischen Banken mussten sich im vergangenen Jahr einer speziellen Diagnostic Prüfung im Auftrag der serbischen Nationalbank unterziehen wobei der EBS ein gutes Ergebnis ausgestellt wurde. Im Jahr 2015 gab die EBS ihre dritte CSR- Strategie bekannt und ist damit eines der ersten Unternehmen in Serbien, das sich diesem Thema strategisch annimmt. In diesem Sinne wurde Anfang des Jahres die neue und einzigartige interaktive Online-Spendenplattform Superste. net ins Leben gerufen. Über diese Plattform erhielten insgesamt 22 Projekte aus Bereichen wie z.b. Kunst, Kultur, Bildung und Umwelt Euro an EBS-Fördermitteln. Aufgrund der starken CSR-Ausrichtung, die auch im Kerngeschäft gelebt wird, wurde die EBS zur führenden Bank bei Finanzierungen von erneuerbaren Energien. Unter anderem finanzierte sie die erste Windkraftanlage in Serbien, die im November 2015 in Betrieb genommen wurde. Bosnien und Herzegowina Die Sparkasse Bank Bosnien und Herzegowina konnte im Jahr 2015 zum wiederholten Male ihren Gewinn auf rund 7,4 Millionen Euro steigern. Dies ist ein Plus von 35 % im Vergleich zu Der Return on Equity liegt mit 11 % deutlich über dem geplanten Wert von 9,5 %, was der höchsten Rendite unter den Bankenbeteiligungen im Steiermärkische Sparkasse-Konzern entspricht. Besonderer Höhepunkt im letzten Jahr war die Eröffnung des neuen Regionalzentrums in Tuzla, in das mehr als 1,5 Millionen Euro investiert wurden. Die Region Tuzla ist eines der ertragsstärksten Zentren für die Sparkasse Bank. In den acht Filialen der Region wurde in den letzten 5 Jahren ein Kreditwachstum von 44 % und ein Einlagenwachstum von 103 % erzielt. Montenegro Das Wirtschaftswachstum aus dem Jahr 2014 setzte sich auch 2015 fort und betrug laut 48

49 Österreich Steiermark SLOWENIEN KROATIEN SERBIEN Bosnien und Herzegowina MONTENEGRO Mazedonien offiziellen Prognosen 4 %. Diese Tatsache lockte auch neue Finanzinvestoren ins Land, sodass nun 15 Banken auf dem kleinen Markt um die Gunst der Kunden wetteifern. Durch die stabile Ertragsund Kostensituation sowie die sehr gute Risikosituation konnte die Erste Bank in Montenegro (EBM) ein Jahresergebnis von 6,7 Millionen Euro erzielen. Das erklärte Ziel der Bank ist es, ihre Dienstleistungen stetig zu verbessern und neue Standards für den montenegrinischen Markt zu setzen. Aus diesem Grund hat die EBM im Jahr 2015 ihr Netbanking technisch weiter ausgebaut und auch die erste Displaykarte, erstmalig am montenegrinischen Markt, für das sichere Anmelden im Netbanking vorgestellt. In Zusammenarbeit mit dem Fonds für die Entwicklung von Gemeindeinfrastruktur-MIDF hat die EBM im vorigen Jahr eine Kreditlinie über 10 Millionen Euro beschlossen, um Infrastrukturprojekte für die Hauptstadt Podgorica und kleinere Gemeinden zu unterstützen. Slowenien Die slowenische Wirtschaft hat sich im Jahr 2015 besser als erwartet entwickelt und konnte ein Wachstum von 2,9 % verzeichnen. Das Geschäftsumfeld für Banken ist aufgrund der weiterhin äußerst niedrigen Margen nach wie vor schwierig. Die Banka Sparkasse verzeichnete mit 6,5 Millionen Euro Jahresüberschuss nach Steuern den bisher größten Jahresgewinn in ihrer Geschichte. Infolge einer stärkeren Fokussierung auf KMU und durch den Abbau von Großfinan- zierungen ist das Kreditobligo leicht gesunken. Ein starkes Wachstum wurde hingegen bei den Einlagen erreicht, die um 22 % gewachsen sind. Im vergangenen Jahr wurde das E-Banking Net.Stik einem Redesign unterzogen, sodass es nun durch noch mehr Nutzerfreundlichkeit und höhere Sicherheit punkten kann. In Zusammenarbeit mit der NGO SKUP widmet sich die Banka Sparkasse auch dem Social Banking. Die Bank ermöglicht hierbei günstige Finanzierungsbedingungen für Institutionen, die sich auf diesem Gebiet engagieren. Bis Ende 2015 wurden seit 2011 Projekte im Wert von über Euro finanziert. Mazedonien Das Kreditwachstum der Sparkasse Bank Makedonija betrug im Jahr 2015 erfreuliche 8 % trotz des wirtschaftlich schwierigen Umfelds und der politischen Unsicherheit. Das Einlagenwachstum betrug 26 % und zeugt von hohem Vertrauen der Einleger in die Bank. Im vergangenen Geschäftsjahr erreichte die Bank einen Gewinn in Höhe von 1 Million Euro, was ein Wachstum von 184 % im Vergleich zu 2014 darstellt. Strategisch war die Bank auf das Retailgeschäft fokusiert. Im Dezember 2015 wurde eine neue Filiale in Skopje eröffnet, die mit modernster Hardware ausgestattet ist. Zudem wurden neue attraktive Produkte geschaffen, die die Bedürfnisse einer mazedonischen Familie ansprechen sollen und mit dem neuen Slogan Ihre Familienbank verstärkt werden. Geschäftsbericht

50 50CSR

51 Verantwortung für unsere Zukunft CSR: Corporate Social Responsibility ist ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den relevanten Interessensgruppen zu integrieren. CSR-Definition laut Grünbuch der Europäischen Kommission 51 Geschäftsbericht

52 » Wir machen es den Menschen einfach, ihr Leben und ihre Zukunft besser zu gestalten. «Aus der Business-Mission der Steiermärkischen Sparkasse 52CSR 52

53 Die Steiermärkische Sparkasse wurde 1825 als Vereinssparkasse (Steyermärkische Spar-Casse) gegründet und ist damit das älteste Geldinstitut der Steiermark. Bereits im Gründungsgedanken der Sparkasse spiegeln sich die Bausteine der heutigen Corporate Social Responsibility (CSR) wider. Ziel war es, den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen tiefgreifenden Veränderungen im 18. und 19. Jahrhundert gerecht zu werden und auch Bevölkerungsgruppen, die im Kampf gegen die weit verbreitete Armut bislang davon ausgeschlossen waren, einen Zugang zu Finanzdienstleistungen zu ermöglichen. CSR als Gründungsgedanke Diese Gründungsidee ist bis heute ein Hauptbestandteil der Identität der Steiermärkischen Sparkasse und eines ihrer wesentlichen Unterscheidungsmerkmale im Vergleich zu anderen Banken. Heute wie damals geht es um das Verbessern der Lebensbedingungen der Menschen und der Entwicklung der regionalen Wirtschaft. Das Engagement des Unternehmens ist dabei so vielfältig wie die Interessen der Menschen selbst. Alle von der Bank unterstützten CSR-Projekte und auch das Kerngeschäft haben aber ein Ziel gemeinsam: Die Lebensqualität in der Region zu erhalten und sie nachhaltig und zukunftssicher zu machen. Die Region prägen Die Verantwortung für die Gesellschaft beweist sich in der gesamten Historie der Steiermärkischen Sparkasse. Seit der Gründung wurden zahlreiche Bauwerke und maßgebliche Einrichtungen des Landes und der Landeshauptstadt Graz errichtet und unterstützt. So wurde der Stephaniensaal im Grazer Congress in der Tradition der großen Konzertsäle von der Steiermärkischen Sparkasse errichtet und 1885 mit der 9. Symphonie Ludwig van Beethovens eröffnet. Weitblick durch Zufall: Heute ist der Chorsatz Freude schöner Götterfunken dieser Symphonie die Europahymne. CSR Auch andere Projekte der Steiermärkischen Sparkasse hatten das Ziel, das Leben und die Zukunft der Menschen in den Regionen besser zu gestalten. Die Errichtung der Grazer Oper zählt ebenso dazu wie die Gestaltung und der Erhalt des Stadtparks oder der Erwerb des Musikvereins als Grundsteinlegung für die heutige Kunstuniversität. Vielfältige Blickwinkel Der Bogen aus der Geschichte in die Gegenwart und in die Zukunft zieht sich konsequent durch die fast 20 Jahrzehnte der Unternehmensgeschichte. Heute sind österreichweite Initiativen wie die Zweite Sparkasse für Menschen, die nach schicksalhaften Jahren wieder einen Weg in die finanzielle Eigenständigkeit suchen, ebenso Teil des Engagements der Sparkasse wie die Unterstützung von Projekten aus den Bereichen Forschung, Jugend, Kultur oder Soziales. Auf den folgenden Seiten des Geschäftsberichtes lässt die Bank hinter die Kulissen ihrer Konzepte und Initiativen aus dem CSR-Bereich blicken und bittet Menschen vor den Vorhang, die in diesen Bereichen Außergewöhnliches leisten. Die Blickwinkel richten sich dabei sowohl nach Innen zu den Mitarbeitern als auch nach Außen. Verantwortung im Kerngeschäft Der Grundsatz der Nachhaltigkeit gilt aber nicht nur für die von der Bank initiierten und unterstützten Projekte, sondern auch für das Kerngeschäft. Das Selbstverständnis, eine Bank für Kunden zu sein und nicht die Finanzspekulation zum Geschäftszweck zu machen, hat das Haus auch ruhig durch schwierige Zeiten wie die Finanzund Eurokrise steuern lassen. Nun gilt es, diese Werte auch in das digitale Zeitalter zu portieren. So wird auch bei der Entwicklung der neuen Online- und Mobile-Technologien die Zugänglichkeit für alle Kunden in den Mittelpunkt gestellt, egal, welches Alter, welcher Bildungsgrad oder welche Lebensphase die Kunden prägen. Gerade die Kombination und die Verschmelzung der digitalen und analogen Angebote sollen das Vertrauen der Kunden in die Bank weiter stärken und die individuellen Bedürfnisse der Menschen noch stärker in den Mittelpunkt stellen. Digital-Banking stellt somit nicht einen Ersatz des klassischen Bankgeschäftes dar, sondern ergänzt den persönlichen Dialog zwischen den Kunden und der Sparkasse. DR. GERHARD FABISCH VORSTANDSVORSITZENDER» Der Gründungsgedanke der Sparkasse die Verantwortung für die Gesellschaft ist noch heute die Basis unseres Wertegerüstes. «Geschäftsbericht

54 Der Sparkassengedanke schafft OrientierunG 54CSR 54 DR. FRIEDRICH SANTNER VORSTANDSVORSITZENDER STEIERMÄRKISCHE VERWALTUNGSSPARKASSE» Verantwortung setzt die Fähigkeit voraus, gute und gültige Antworten zu geben. «Die CSR-Strategien haben sich in den letzten 10 Jahren weltweit von einem anfänglich eher marketinggetriebenen Green Branding zu inhärenten Bestandteilen der Unternehmensstrategien entwickelt. Die Steiermärkische Sparkasse hat in diesem Bereich eine besonders lange und auch glaubwürdige Tradition. Friedrich Santner, Vorstandsvorsitzender Steiermärkische Verwaltungssparkasse, im Gespräch: Nachhaltigkeit ist einer der Megatrends weltweit. Wie ist CSR in der Steiermärkischen Sparkasse verwurzelt? SANTNER: Schon die Gründung der Steiermärkischen Sparkasse vor mehr als 190 Jahren war eigentlich ein CSR-Projekt. Ziel war es, den Bürgern und der Kaufmannschaft zu helfen und den Zugang zu Spar- und Kreditgeschäften zu ermöglichen. Heute fließen 73 % der Dividende der Bank an die Steiermärkische Verwaltungssparkasse als Haupteigentümerin. Von dort wiederum investieren wir in CSR-Projekte und konzentrieren uns dabei auf die Bereiche Soziales, Jugend und Kultur sowie Wissenschaft und Forschung. Der Vorstand der Verwaltungssparkasse entscheidet über den Einsatz der Mittel für einzelne Projekte. Wie gewichten Sie Ihre Investitionen? SANTNER: Zunächst ist abzuklären, ob das Projekt grundsätzlich zu unseren Bereichen passt, für die wir uns engagieren. Danach achten wir auch darauf, dass die beantragten bzw. vorgeschlagenen Projekte auch die Chance auf eine weitere Eigenentwicklung haben. Im Grunde sehen wir es als unsere Aufgabe, eine Starthilfe für die weitere selbstständige Entwicklung eines Projektes zu leisten. Damit soll auch sichergestellt werden, dass wir nicht redundant immer dieselben Dinge unterstützen, sondern auch die Mittel haben, neuen Ideen zum Durchbruch zu verhelfen, die den Menschen in unseren Regionen zugute kommen. Und hier sind wir bei einem weiteren Kriterium für die Selektion. Wir sind bemüht, unsere Engagements auf dem Heimmarkt in der Steiermark und in den Auslandsmärkten unserer Beteiligungen aufeinander abzustimmen. Und trotzdem sieht man immer wieder das Logo der Bank auf Eishockey-Dressen oder bei Sportveranstaltungen... SANTNER: Hier müssen wir zwischen unseren CSR-Aktivitäten und den Werbemaßnahmen der Bank unterscheiden. Unser Engagement als Verwaltungssparkasse konzentriert sich ausschließlich auf die genannten Themenbereiche. Für die Steiermärkische Sparkasse als operatives Unternehmen und deren werbliche Aktivitäten kann aber durchaus ein Sponsoring in anderen Bereichen Sinn machen. In diesem Fall sind das aber werbliche Investitionen der Bank und kein Engagement im CSR-Gedanken der Steiermärkische Verwaltungssparkasse. Der Sparkassengedanke, der die Bank prägt, beinhaltet bereits einen starken CSR-Ansatz. Wie schafft man es, diese Perspektive über knapp 200 Jahre aufrecht zu erhalten? SANTNER: Gerade unter diesem Aspekt zeigt sich der Unterschied zwischen einer stabilen Eigentümerstruktur wie im Fall der Verwaltungssparkasse und dividendengetriebenen Eigentümern vieler anderer Banken. Ich glaube kaum, dass die Shareholder eines börsennotierten Finanzkonzerns viel Verständnis dafür aufbringen, wenn ein großer Teil der Erträge einer Bank in nachhaltige Projekte statt in die Dividenden fließen. Doch Geld ist nicht das einzige, das wir in unsere CSR- Projekte investieren. Auch das ehrenamtliche Engagement der Mitarbeiter ist uns wichtig. Dadurch spürt man nicht nur den Zahlungsfluss, sondern auch das Herz, das für diese Projekte schlägt. Ein schönes Beispiel dafür ist die Zweite

55 Sparkasse, die wir nicht nur finanzieren, sondern auch mit ehrenamtlichen und ehemaligen Mitarbeitern führen. Alle diese Ansätze vermitteln wir unseren neuen Mitarbeitern gleich zu Beginn ihrer Laufbahn in der Bank. Dadurch geben wir mit dem Sparkassengedanken die strategische Ausrichtung vor und schaffen damit auch Orientierung für die Mitarbeiter. CSR seit 1825 lag dieser lange außerhalb des CSR- Fokus, hier waren die Vorreiter eher im Produktionsbereich. Sie sind einerseits ehrenamtlich Vorsitzender des Vorstandes der Verwaltungssparkasse, andererseits mit Ihrem Unternehmen Anton Paar am Weltmarkt tätig. Wie leben Sie als Unternehmer den CSR-Ansatz? SANTNER: Hier gibt es eine sehr klare Position, denn soziale Verantwortung und wirtschaftliches Handeln widersprechen einander nicht. Alles Tun und alle Beziehungen eines Unternehmens nach außen betreffen soziale Netzwerke, die uns mit Kunden, Lieferanten oder anderen Partnern verknüpfen. Und an dieser Stelle möchte ich auch die Frage nach dem Ziel stellen: Würden wir nur den Gewinn vor Augen haben, dann wäre es damit vergleichbar, dass wir als Ziel unseres Lebens das Atmen definieren. Klarerweise brauchen wir Erträge, um Löhne zu bezahlen, neue Produkte zu erforschen und unser Unternehmen weiterzuentwickeln. Aber wer sich nur auf die Ertragszahlen konzentriert, riskiert den Erfolg, weil er die persönliche Beziehung zu Mitarbeitern und Kunden verliert. Der Geschäftsbericht 2015 trägt das Motto Verantwortung. Welchen Zugang zu diesem Begriff haben Sie persönlich? Was macht für Sie Verantwortung in den Entscheidungswegen eines Menschen aus? SANTNER: Wenn wir das Wort Responsibility analysieren, so besteht es aus zwei Begriffen: Einerseits aus dem Wort response, also Antwort, und andererseits aus dem Wort ability, was so viel wie Fähigkeit bedeutet. Verantwortung zu tragen, setzt also die Fähigkeit voraus, gute und gültige Antworten zu geben. Besonders deutlich zeigt sich das auf Basis der regionalen Eigenständigkeit der Steiermärkischen Sparkasse. Diese Eigenständigkeit ist uns ganz besonders wichtig. Denn Unabhängigkeit ist das höchste Gut und bei genauerem Hinsehen auch die Voraussetzung dafür, dass wir eben diese guten und gültigen Antworten geben und für die Menschen nutzbar machen können. Somit ist diese regionale Unabhängigkeit für uns auch der Kristallisationspunkt, um als Steiermärkische Sparkasse Verantwortung tragen zu können. DR. OLIVER KRÖPFL LEITER GENERALSEKRETARIAT Oliver Kröpfl ist Leiter des Generalsekretariates der Steiermärkischen Sparkasse und unter anderem für die CSR-Aktivitäten der Bank verantwortlich. Der diesjährige Geschäftsbericht enthält einen umfassenderen CSR-Teil. Die plötzliche Liebe zu einem Thema, das derzeit en vogue ist? KRÖPFL: Nein, dazu genügt ein Blick auf die Historie. Bereits der Gründungsgedanke unserer Sparkasse war von gelebter sozialer Verantwortung getragen also CSR seit Durch die stabile Eigentümerstruktur, die regionale Eigenständigkeit und die Weitergabe dieses Gedankens über die Generationen ist CSR heute ein ganz selbstverständlicher Teil unserer Unternehmensphilosophie. Was in den 70er-Jahren vielerorts mit Umweltinitiativen begonnen hat, zeigt heute einen wesentlich breiteren Ansatz... KRÖPFL: Echte CSR ist deutlich breiter als Umweltschutz. Es ist eine gesamtheitliche Form der Nachhaltigkeit, die sich ganz besonders im Umgang mit den Menschen und in der Geschäftsstrategie insgesamt zeigt. Man muss sogar zugeben, dass die Finanzinstitute relativ spät den Umweltgedanken in ihre Konzepte inkludiert haben. Für viele Dienstleistungsunternehmen Woran erkannt man bei der Steiermärkischen Sparkasse die Nachhaltigkeit in der Geschäftsstrategie? KRÖPFL: Die risikobewussten Entscheidungen z.b. bei Eigenveranlagungen der Bank waren für den Mitbewerb in den goldenen Jahren der Branche hin und wieder unverständlich, manchmal wurden sie sogar als zu konservativ belächelt. Die Verlockung mit erhöhtem Risiko in den Zeiten des sprunghaften Wirtschafts- und Börsenwachstums, schnelle Gewinne zu erzielen, war einfach für viele zu groß. Heute sind diese damaligen Entscheidungen die Grundlage dafür, dass wir als Steiermärkische Sparkasse ein stabiler Fels in der Brandung sind und unsere Kunden auch durch schwierige Zeiten ohne Hektik begleiten können. Die in diesem Geschäftsbericht vorgestellten CSR-Strategien und Projekte sind vielfältig. Welche davon sind für Sie persönlich die interessantesten? KRÖPFL: Für mich persönlich ist es besonders wichtig, neben den großen, öffentlich bekannten Projekten zunehmend auch regionale Initiativen in den verschiedenen Teilen der Steiermark zu unterstützen. Außerdem halte ich es für entscheidend, den CSR- Gedanken noch stärker in unseren Bankenbeteiligungen am Westbalkan zu verankern. Generell gefallen mir am besten jene Projekte, die von einem starken ehrenamtlichen Anteil leben und somit durch persönliches Engagement der Menschen getragen werden. 55 Geschäftsbericht

56 Offenheit leben. Chancen erkennen. Was zählt, sind die Menschen. lautet der Slogan der Steiermärkischen Sparkasse. Und das gilt insbesondere für die Führung und Entwicklung der eigenen Mitarbeiter. DIPL. OEC. MARION PERISSUTTI LEITERIN HUMAN RESOURCES» Wir fördern und wir fordern und arbeiten mit viel Leidenschaft an der Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens. «Der Bereich Human Resources ist ein entscheidender Faktor in der Gesamtsicht von Corporate Social Responsibility (CSR). Marion Perissutti, Leiterin Human Resources (HR), sprüht vor Initiative. Als Personalabteilung spielen wir gewissermaßen eine Doppelrolle. Wir sind auf der einen Seite Treiber und Initiator und auf der anderen Seite Stabilisator zugleich, meint sie und bezeichnet den sensiblen Bereich des Personalwesens auch als einen Teil der DNA des Unternehmens: die Menschen und hier konkret die Mitarbeiter stets im Mittelpunkt. Personalpolitik ist langfristig wirksam und braucht daher auch eine langfristige Perspektive. Dazu gehören eine klare, an den Unternehmenszielen ausgerichtete HR-Strategie, verbindliche Regeln und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen. Wir verstehen uns als Business-Partner der verschiedenen Unternehmensbereiche, um sie erfolgreich zu unterstützen, so Perissutti. Das erfordert einerseits, sich als Dienstleister aufzustellen und entsprechende Services zu bieten, andererseits aber auch zu intervenieren und nicht wegzuschauen, wenn vereinbarte Spielregeln der Zusammenarbeit nicht eingehalten werden. rungen gestellt. Neben der fachlichen Qualifikation sind Kompetenzen wie Teamfähigkeit, unternehmerisches Denken, aber auch der Wille, für das Unternehmen etwas zu erreichen, maßgebend. Willingness to achieve, wie es Perissutti gerne formuliert. Ist der Hang zum Business- Englisch ein persönlicher Spleen? Nein, sondern ein Ausdruck des Willens, über den Tellerrand hinauszublicken, sich auch als regional starkes Unternehmen an internationalen Standards zu orientieren und das Bewusstsein zu schaffen, dass die Steiermärkische Sparkasse mit ihren Beteiligungen auch in Auslandsmärkten agiert. Führung als zentrale Managementaufgabe Ein klares und einheitliches Führungsverständnis ist heute wichtiger denn je. In Zeiten volatiler Märkte und starker Veränderung haben Unternehmen mit einer starken Unternehmens- und Führungskultur einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil. Auch hier sei wieder auf den (Mannschafts-) Sport verwiesen: Die Fußball-WM 2014 wurde nicht von den besten Einzelspielern, wohl aber von einem starken Team gewonnen, so Perissutti schmunzelnd. 56CSR 56 Das beste Team Im Rahmen eines gezielten Arbeitgeber-Marketing (Employer Branding) muss das Unternehmen schon vor dem Bewerbungsgespräch ein klares Bild von sich erzeugen. Ein starkes und nachhaltiges Unternehmen ist dabei eine notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung. Im Wettbewerb um die besten Talente am Markt müssen wir kommunizieren, wofür wir glaubwürdig als starker Arbeitgeber stehen. Daher werden im Recruiting auch klare Anforde- Innovationskraft durch Vielfalt Die Sparkasse ist Teil der Gesellschaft und nimmt schon aufgrund des Sparkassengedankens ihre sozialen Verpflichtungen mit viel Verantwortung wahr. Auch als Wirtschaftsunternehmen möchten wir die Vielfalt der Gesellschaft in unseren Teams abbilden, um so den unterschiedlichen Kundenbedürfnissen bestmöglich Rechnung zu tragen. Dass jüngere und ältere Mitarbeiter, Frauen und Männer, Menschen mit ganz unterschiedlichen Nationalitäten, Kultur-

57 und Erfahrungshintergründen mit Offenheit und gegenseitigem Respekt gemeinsam an den Unternehmenszielen arbeiten, schafft Innovation und ist einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren für die Zukunft, so Perissutti abschließend. Ausgleich der Interessen Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern zu zeigen bedeutet, immer wieder den Ausgleich der Interessen zu suchen. Mehr als 50 % unserer Mitarbeiter sind Frauen. Das bedingt, einerseits flexible Karenzmodelle für Männer und Frauen gleichermaßen im Unternehmen abzubilden, aber auch die berufliche Förderung und Weiterentwicklung von Frauen in Führungspositionen voranzutreiben. Die Bank fördert den Wiedereinstieg in den Beruf mit zahlreichen Maßnahmen wie z.b. fit4job&family und setzt auf eine verantwortungsvolle Nachfolgeplanung. Entwickeln statt unterbringen ist ein wichtiger Leitgedanke. Es gilt, die Eigenverantwortung zu fördern und zu zeigen, dass in der heutigen Zeit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Karriere mit dem Commitment aller Beteiligten möglich ist. Gegenseitiger Respekt Der Ausgleich zwischen Mitarbeitern unterschiedlichen Alters und Seniorität wird durch Patenschaften und die Barrierefreiheit im Umgang miteinander erreicht. Junge Mitarbeiter haben oft besondere Innovationsfreude bei digitalen Aufgaben und können diese auf ihre älteren Kollegen übertragen. Gleichzeitig profitieren jüngere Mitarbeiter im Kundengespräch oder im Aufbau eines Beziehungsmanagements von den Erfahrungen der älteren Kollegen. Wir müssen das Miteinander so leben, dass junge Kräfte nicht blockiert werden, sondern Raum für ihre Entfaltung schaffen. Auf der anderen Seite dürfen langjährige Kollegen sich nicht ausgegrenzt fühlen, sondern sollen ihre erworbenen Fähigkeiten so einsetzen können, dass sie mit Freude leistungsfähig bleiben. Geschäftsbericht

58 58CSR 58 Etwas zurück geben Die Volkshilfe betreut neben Projekten für alleinerziehende Mütter auch Kleinkinder und ist in der Pflege älterer Menschen besonders aktiv. Von all diesen Aufgaben ist die Altenpflege wohl einer der sensibelsten Bereiche und eine Herausforderung für unsere Gesellschaft. Ein Gespräch mit Barbara Gross, ehrenamtliche Präsidentin der Volkshilfe Österreich. BARBARA GROSS PRÄSIDENTIN VOLKSHILFE ÖSTERREICH» Engagement und Zivilcourage sind für uns unendlich wichtig. «Die Volkshilfe ist unter anderem im Bereich der Altenpflege tätig. Wie begegnen Sie und Ihre MitarbeiterInnen den Menschen, die Ihre Hilfe benötigen? GROSS: Wir stehen den betreuten Menschen und deren Angehörigen in schwierigen Zeiten zur Seite. Viele alte Menschen wünschen sich, solange wie möglich im eigenen Zuhause zu leben, auch wenn Unterstützung und Pflege notwendig werden. Um genau das möglich zu machen, fahren die MitarbeiterInnen der mobilen Pflegeund Betreuungsdienste zu den Menschen nach Hause. Wir beraten und unterstützen bei vielen Themen: von Inkontinenz bis zur Demenz, von Palliativpflege bis zur Wundversorgung und vieles mehr. Wir bieten Hauskrankenpflege, Pflegehilfe, Heimhilfe, Pflegestammtische, Essen zu Hause, Notruftelefone, betreutes Wohnen und mobile Palliativteams. Dort, wo es zu Hause nicht mehr geht, kommen unsere Pflegeheime die wir Seniorenzentren nennen für die älteren Menschen und ihre Angehörigen als Angebot in Diskussion. In diesen unterstützen wir die Bewohner und Bewohnerinnen und bieten die Möglichkeit, auch im Pflegeheim in Würde alt zu werden. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen begegnen auch hier den Menschen mit Freundlichkeit und Respekt. Angehörige sehen wir als Partner mit der Möglichkeit, sich in die Gestaltung der Pflege und Betreuung mit einzubringen. Wir sorgen dafür, dass unsere Seniorenzentren offene Häuser sind und die Bewohner am gesellschaftlichen Leben in den Gemeinden und Städten teilnehmen können. Ehrenamtliche Besuchsdienste unterstützen uns dabei. Die Pflege zu Hause ist für ältere Menschen oft ein Segen, für die Familie oft eine Herausforderung. Wie gestaltet sich das Zusammenspiel zwischen Volkshilfe und der Betreuung durch die Familienmitglieder? GROSS: Pflegende Angehörige müssen unterstützt werden, damit sie durch ihre Arbeit keinen körperlichen oder seelischen Schaden nehmen. Vor allem im Bereich der mobilen Pflege- und Betreuungsdienste sind Angehörige als Pflegepartner und Partnerinnen ernst zu nehmen, ihre Kompetenzen als auch Erfahrungen sind zu akzeptieren und unser Bestreben geht dahin, sie aktiv in den Pflege- und Betreuungsprozess einzubinden. Dabei muss ihnen durch eine kontinuierliche Vorbereitung, Begleitung und Unterstützung ein langsames Hineinwachsen in ihre Pflegetätigkeit ermöglicht werden. Wir bieten dazu auch Pflegestammtische an, bei denen sich Angehörige austauschen können, aber sie auch Unterstützung von einer Psychologin der Volkshilfe erhalten können. Die Alterspyramide in der Bevölkerung verändert sich laufend. Welche Aufgaben und Herausforderungen sehen Sie auf den Bereich der Altenpflege zukommen? GROSS: Die Herausforderung des Alt-Werdens besteht für viele Menschen darin, trotz des natürlichen Abbaus geistiger und körperlicher Fähigkeiten und Möglichkeiten ein weitgehend glückliches und selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Verantwortung der Politik besteht darin, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen sicherzustellen und vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung neue Betreuungs- und Finanzierungsformen zu erarbeiten. Ein kleines Beispiel dafür ist auch die Einführung des Sozialjahres, das bereits eingeführt wurde, aber in der Bevölkerung noch viel zu wenig bekannt ist. Pflege zu Hause kostet viel Geld. Wie wird das in Zukunft finanzierbar bleiben? Und welche Bedeutung kommt dabei Partnerschaften zwischen Privaten, Unternehmen und den öffentlichen Aufgaben wie sie zum Beispiel die Volkshilfe erfüllt zu? GROSS: Die Volkshilfe fordert, dass in Österreich einem der reichsten Länder der Welt Pflegeund Betreuungsbedürftigkeit von Menschen kein individuelles Risiko sein darf. Allen Menschen muss ausreichend Hilfe und Betreuung durch

59 staatliche und solidarisch finanzierte Leistungen durch eine bundesweite Pflegesicherung garantiert werden. Partnerschaften mit Privaten und Unternehmen sehe ich bei Schwerpunktthemen wie zum Beispiel der Demenzfrage. Hier gibt es bereits Stiftungen, die die Volkshilfe und damit auch die von uns betreuten Menschen finanziell unterstützen, das Engagement der Steiermärkischen Sparkasse im Hospizbereich und in der Armutsbekämpfung ist hier beispielgebend. Auch Partnerschaften mit Privatpersonen, die ehrenamtlich Zeit für unsere Projekte spenden, sind von großer Bedeutung für die Volkshilfe. Der Weg in die Zukunft der Versorgung älterer Menschen ist hochsensibel. Welche Wünsche haben Sie an die Gesellschaft, welche an die Politik? GROSS: Die Unterstützung unserer Partner und hier ganz besonders der Steiermärkischen Sparkasse ist beispielgebend. Ohne das Engagement dieser Partner wären viele Projekte und Leistungen nicht möglich. Dazu wünschen wir uns eine solidarisch finanzierte Pflegesicherung. Wir leben in einer Gesellschaft, die nicht gerecht ist. Hier arm, da reich, hier ungebildet, da elitär gefördert. Hier ausgegrenzt, da mittendrin. Hier Existenzkampf, dort Lifestyle, hier jung, da alt! Dieser Spalt geht durch alle Länder Europas. Und er wird größer. Ich will gemeinsam mit unseren tausenden ehren- und hauptamtlichen MitarbeiterInnen die Welt, in der wir leben, ein Stück gerechter machen. Die Politik muss dieses Gemeinwohl orientierte Engagement stärker wertschätzen und unterstützen.» Pflege- und Betreuungsbedürftigkeit darf kein Individuelles Risiko sein. «Kraft Tanken Die Steiermärkische Sparkasse unterstützt seit dem Jahr 2008 ein Urlaubsprojekt für Alleinerziehende. Sieben Tage den Alltagssorgen entfliehen. Sieben Tage neuen Boden unter den Füßen zu gewinnen und sieben Tage, an denen von Armut betroffene Alleinerziehende von der Volkshilfe eingeladen werden, eine Ferienwoche mit ihren Kindern zu verbringen. Ab und an Zeit für sich selbst zu haben und dabei die Kinder im Rahmen des Urlaubs bei zahlreichen spannenden Tagesaktivitäten in guten und behüteten Händen zu wissen, ist für sie etwas Besonderes. Und auch die Kinder profitieren dabei von neuen Eindrücken, die sie gewinnen und von denen sie am Abend mit Begeisterung erzählen. Die Alleinerziehenden werden in diesem Programm Kraft tanken und von psychosozialen Fachkräften und erfahrenen Kinderbetreuern begleitet. Sie erhalten Erziehungstipps von Profis sowie Informationen über Rechtsansprüche. Besonders wertvoll ist jedoch der Erfahrungsaustausch zwischen Alleinerziehenden in ähnlichen Lebenssituationen. Durch die Unterstützung der Steiermärkischen Sparkasse kann dieses Projekt erst realisiert werden, dafür bedanke ich mich sehr herzlich so Barbara Gross, ehrenamtliche Präsidentin der Volkshilfe Österreich. Geschäftsbericht

60 Was zählt, ist die Umwelt 60CSR 60 Die Steiermärkische Sparkasse ist sich ihrer ökologischen und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und sieht dies auch als bedeutenden Bestandteil ihrer Unternehmenspolitik. Dieses Bewusstsein für Verantwortung führte zum Entschluss, das 2015 in Kraft getretene Energieeffizienzgesetz über das gesetzliche Mindestmaß hinaus zu erfüllen. Statt externe Energieaudits durchführen zu lassen, wurde die ökologisch und ökonomisch nachhaltige Einführung eines Umweltmanagementsystems beschlossen. Das Umweltmanagementsystem bildet den organisatorischen Rahmen, mit dem die Verantwortungen und Abläufe zur Umsetzung der Umweltpolitik und zur Erreichung der Umweltziele festgelegt werden. In der vom Vorstand beschlossenen Umweltpolitik der Steiermärkische Bank und Sparkassen AG sowie deren Tochterunternehmen bekennt sich das Unternehmen klar zu seiner Verantwortung in der Region. Wichtige Grundsätze und Handlungsschwerpunkte im Bereich Umweltschutz werden in der Umweltpolitik festgelegt und extern kommuniziert. Im Zentrum der ständigen Verbesserung des Umweltschutzes stehen dabei die Bewusstseinsbildung und Einbindung der Mitarbeiter. Die vollständige Umweltpolitik der Steiermärkischen Sparkasse findet sich unter folgendem Link: https://www.sparkasse.at/steiermaerkische/wirueber-uns/gemeinnuetzigkeit-und-sponsoring/ Umweltmanagement

61 Zahlen Daten Fakten Energieverbrauch pro Energieträger in Kilowattstunde Steiermärkische Sparkasse Fernwärme Heizöl Diesel Benzin Gas Strom Energieverbrauch Gesamt Die Grundlage für ein Umweltmanagementsystem nach ISO bilden die Umweltdaten und die daraus abgleitenden bedeutenden Umweltaspekte des Unternehmens. Diese dienen wiederum als Grundlage für die Festlegung der Umweltziele und Maßnahmenpläne. Energie Global betrachtet wächst der Energieverbrauch stetig. Gründe dafür sind ein anhaltendes Bevölkerungswachstum, steigender Konsum sowie vermehrte Mobilität. Energieverbrauch gehört auch zu den wichtigsten Themen in Hinblick auf Umweltschutz in der Steiermärkischen Sparkasse. Neben ökologischen Vorteilen können durch effiziente Energienutzung auch Kosten eingespart werden. Energie in Form von Wärme, Strom oder Treibstoff wird vor allem durch Bürotätigkeit, Filialbetrieb und Fuhrpark verbraucht. Das Ziel, weniger Energie zu verbrauchen, verfolgt die Steiermärkische Sparkasse mit konkreten Maßnahmen. Durch das konsequente Umrüsten auf moderne Beleuchtungstechnik, Heizkesseltausch und Optimierung der Heiz- und Kühlsystemregelung strebt das Unternehmen eine Senkungen des Energieverbrauchs im Bereich Strom und Wärme um 10 % bis 2020 an. Geschäftsbericht

62 Mobilitätsmix in kilometer Steiermärkische Sparkasse Dienstfahrten mit privatem PKW Fahrten mit Dienstauto Bahnkilometer Flugkilometer Im Bereich Mitarbeiter-Mobilität setzt die Sparkasse vermehrt auf E-Mobilität und stellt ihren Mitarbeitern neben E-Bikes auch E-Autos zur Verfügung. Die Umsetzung weiterer Maßnahmen wie Sensibilisierung der Mitarbeiter, Erarbeitung eines neuen Mobilitätskonzeptes und Einrichtung einer Mitfahrbörse wird zukünftig dazu beitragen, den Treibstoffverbrauch zu senken und somit Energie und CO 2 -Emissionen einzusparen. Abfall Das klare Ziel im Bereich Abfallwirtschaft ist die Vermeidung von Abfällen. Ein gewisser Anteil lässt sich jedoch nur schwer vermeiden. In diesem Fall ist die Strategie, diesen sachgemäß zu trennen, um ein bestmögliches Recycling beziehungsweise eine zielgerichtete Verwertung zu ermöglichen. Durch die Erhebung der Abfallmengen wird ersichtlich, dass Papier die deutlich stärkste Fraktion im Abfallaufkommen darstellt. 62CSR Aufgrund der Tatsache, dass Papier die größte Abfallfraktion darstellt, ist es hier besonders wichtig, durch zielgerichtete Maßnahmen den Papierverbrauch zu reduzieren und Ressourcen zu schonen. Die Steiermärkische Sparkasse setzt sich das Ziel, bis 2020 den Papierverbrauch pro Mitarbeiter und Jahr um 500 Blatt zu senken. Abfallzusammensetzung und -aufkommen 2015 in Tonnen 156 Verbrauch Kopierpapier Steiermärkische Sparkasse 2015 Blatt A4 pro Mitarbeiter und Jahr Leichtfraktion Restmüll Papier Ziel

63 Ideen sind wie Leuchttürme Bernhard Lassl und Karl-Heinz Jöbstl koordinieren das Umweltmanagement-System der Steiermärkischen Sparkasse. Umweltstrategien von Unternehmen sind am augenscheinlichsten in der Industrie und im Gewerbe. Wie engagiert sich die Steiermärkische Sparkasse als Finanzinstitut in diesem Bereich? LASSL: Eine große Herausforderung in einem Filialbetrieb wie der Steiermärkischen Sparkasse ist sicherlich die inhomogene Struktur der Gebäude. Sowohl das Alter als auch damit verbunden die Bauweise haben eine hohen Einfluss auf den Energieverbrauch. Daher haben wir einheitliche Umbaustandards für Sanierungsarbeiten oder Erneuerungen in diesen Gebäuden festgelegt. Dazu kommt, dass die Dienstkilometer der Mitarbeiter in einem Unternehmen mit mehr als 140 Standorte natürlich mit den Wegstrecken eines produzierenden Betriebes, der seine Mitarbeiter an einem Standort beschäftigt, nicht vergleichbar sind. JÖBSTL: Trotz der inhomogenen Voraussetzungen gibt es jedoch Bereiche, wie etwa das Abfallkonzept, die wir für alle Standorte sofort umsetzen können. Auch bei Neuanschaffungen von Dienstwagen haben wir sofort reagiert und eine Obergrenze für den Emissionswert von 130 g CO 2 pro gefahrenem Kilometer definiert. Im Jahr 2015 wurde auch das erste Elektroauto für unseren Fahrzeug-Pool angeschafft, das nun im Großraum Graz für Dienstwege unserer Mitarbeiter zum Einsatz kommt und bereits CO 2 -neutral unterwegs ist. Insgesamt ist unsere Umweltstrategie 2020 auf einem guten Weg. Wie holen Sie die Regionen an Bord und wie funktioniert die Kommunikation bis in die einzelnen Filialen? KARL-HEINZ JÖBSTL & BERNHARD LASSL IMMOBILIEN- UND GEBÄUDEMANAGEMENT JÖBSTL: Wir haben innerhalb der Steiermärkischen Sparkasse zahlreiche Abteilungen, die unsere Arbeit gut unterstützen. Dazu gibt es verschiedene Kommunikationskanäle im Haus wie das Intranet-System Open Network, um die Mitarbeiter für die Ziele der Umweltstrategie zu sensibilisieren. Denn der Kontakt zu allen Mitarbeitern der Bank ist für den Erfolg unseres Projektes besonders wichtig. Bleiben wir bei den Mitarbeitern. Die in einer Unternehmensstrategie festgelegten Maßnahmen sind meist nicht durch Verordnung und Befehle, sondern durch Überzeugung und Begeisterungsfähigkeit der Mitarbeiter erfolgreich. Wie holen Sie die Mitarbeiter für Ihr Projekt ins Boot? LASSL: Die größten Chancen ergeben sich durch aktive Beteiligung und durch Anregungen, die aus den Reihen der Mitarbeiter kommen. Niemand kennt die Abläufe in den Filialen und Abteilungen so gut wie die Mitarbeiter vor Ort. Ideen, die von diesen Kollegen kommen, sind wie Leuchttürme. Wenn diese plausibel umsetzbar sind, haben wir die Gelegenheit, diese Inputs über mehr als 140 Standorte auszurollen. Jedes Konzept lässt sich bottom-up wesentlich besser und effizienter umsetzen als topdown. Jede Umweltstrategie ist ab der Implementation ein nachhaltiger und langfristiger Prozess. In welcher Zeitachse sehen Sie die einzelnen Phasen und wie evaluieren Sie die Ergebnisse? JÖBSTL: Wir haben ein klares Ziel vor Augen und möchten bis 2020 rund 10 % in den einzelnen Bereichen einsparen: beim Energieverbrauch, bei den Dienstkilometern, im Papierverbrauch wie auch im gesamten Abfallaufkommen. Dieser Zeithorizont entspricht auch der EU-Richtlinie und deckt sich mit vielen anderen mittelfristigen Unternehmenszielen. Danach werden wir Bilanz ziehen und unser Umweltmanagement für die weitere Zukunft ausrichten. Als Verantwortliche für diesen Bereich sind Sie ja besonders stark im Umweltmanagement engagiert. Wie weit überträgt sich dieses Denken auch auf die private Verantwortung? LASSL: Das Denken und Handeln unseres Verantwortungsbereiches geht natürlich mit den Jahren in Fleisch und Blut über. Man meint immer, dass Ökologie heute eine Selbstverständlichkeit ist. Aber aus unserer Erfahrung wissen wir, dass man sein Tun permanent einer Prüfung unterziehen muss und mit Aufmerksamkeit und Verantwortung jeden Tag neue Ansätze für ökologisch sinnstiftende Maßnahmen findet... JÖBSTL:... und dieses Denken und Tun macht natürlich auch vor dem privaten Bereich nicht Halt. Ich selbst habe zum Beispiel mein privates Fahrzeug im letzten Jahr gegen ein Elektroauto getauscht. Und ich bin sicher, wir finden noch jede Menge persönlicher Gewohnheiten im Beruf, im Privatleben und in der Familie, die wir mit Blick auf eine lebenswerte Zukunft verändern und verbessern können. Geschäftsbericht

64 Technologie ist kein Selbstzweck Das akademische Gründerzentrum ZAT in Leoben begleitet innovative Produktideen bis zum Marktstart.» Im Jahr 2015 wurden am ZAT insgesamt acht Gründerprojekte betreut. «Die Region um den steirischen Erzberg hat eine lange Tradition im Montanwesen. Was vor 1300 Jahren mit einfachsten Abbaumethoden für Eisenerz begonnen hat, ist heute die Grundlage unserer Industrie. Leitbetriebe wie voestalpine, Böhler Edelstahl oder AT&S schaffen Zukunftsperspektiven für die Steiermark und sind bedeutende Player am Weltmarkt. Kristallisationspunkt all dieser Erfolge sind aber Wissenschaft und Forschung, um neue Technologien zu entwickeln und damit neue Impulse für die Wirtschaft zu liefern. Die Montanuniversität Leoben genießt Weltruf, ist Träger zahlreicher Forschungskooperationen und mit anderen Forschungseinrichtungen im In- und Ausland sowie der Industrie bestens vernetzt. Der Schritt in die Selbstständigkeit Das Zentrum für angewandte Technologie ZAT wurde 1999 im Schnittpunkt zwischen Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft gegründet und ist heute ein erfolgreicher Teil des AplusB Förderprogrammes der FFG. Junge Forscher und Entwickler haben in diesem akademischen Gründungszentrum die Möglichkeit, ihre Produktideen während und nach einem Hochschulstudium weiterzuentwickeln und marktreif zu machen. Im Jahr 2015 haben wir insgesamt acht Gründerprojekte betreut, die aber nicht ausschließlich von Absolventen der Montanuniversität stammen, so Mag. Bernd Buchberger, Geschäftsführer des ZAT. Dabei sei der Weg in die Selbstständigkeit im Technologiebereich gar nicht selbstverständlich und oft eine schwierige Entscheidung. Gerade die Studierenden der Montanuniversität können sich meist schon nach dem ersten Studienabschnitt aussuchen, wo sie 64CSR arbeiten werden. Und dank der hochkarätigen Ausbildung sind schon die Einstiegsgehälter bei größeren Firmen mehr als nur attraktiv. Da fällt die Entscheidung oft schwer, auf das alles zunächst zu verzichten und die Risiken der Gründung eines eigenen Unternehmens auf sich zu nehmen, weiß Buchberger. Wo liegt der Nutzen? Eine wesentliche Voraussetzung für die Aufnahme am ZAT ist die gute Vorbereitung des jeweiligen Projektes. Um den späteren Erfolg bestmöglich abzusichern, werden hohe Anforderungen an die Projektwerber gestellt. Eine Kommission aus Wirtschaftsexperten, Technikern, Wissenschaftlern und einem Vertreter der Steiermärkischen Sparkasse beurteilt die Einreichungen und damit die Voraussetzungen für einen Startplatz am ZAT. Da die Entwicklung neuer Technologien meist sehr zeit- und investitionsintensiv ist, muss die Marktfähigkeit der Innovation gegeben sein, bringt Bernd Buchberger die Sache auf den Punkt. Während im technologischen Bereich kaum Handlungsbedarf herrscht, liegen die Schwerpunkte der Hilfestellungen durch das ZAT im Bereich des Firmenaufbaus, des Vertriebes, der Darstellung des Produktnutzens und vor allem der Anschlussfinanzierung, wenn das Projekt nach 18 bis 24 Monaten in die Marktreife übergeht und das Unternehmen vollkommen auf eigenen Füßen stehen muss. Technologie an sich ist zwar faszinierend, aber schließlich kein Selbstzweck. Die Unternehmensgründer müssen sich einige Fragen stellen: Wie groß ist der Nutzen meines Produktes für die Anwender? Ist der Markt dafür vorhanden? Und: Wie bzw. mit wem kann ich diesen Markt erschließen? Erst

65 Der Nutzen für den Markt und die Gesellschaft ist der entscheidende Faktor für den Erfolg einer Produktidee. dann wird es möglich sein, Investoren für eine Anschlussfinanzierung zu finden. Mehr als 90 % haben Erfolg Dass dieser selektive und oft auch harte Weg zum Erfolg führt, beweisen die Zahlen. Mehr als 90 % der im ZAT entwickelten Projekte sind auch nach 5 Jahren noch am Markt aktiv und erfolgreich. Eine Zahl, die wesentlich höher liegt als jene bei Unternehmensgründungen ohne Betreuung durch das ZAT. Die Steiermärkische Sparkasse als Partner des ZAT berät die Forscher und Entwickler mit ihrem Gründerzentrum auf diesem Weg in die Selbstständigkeit. Die Anschlussfinanzierungen als Bank alleine zu stemmen, ist jedoch ein Ding der Unmöglichkeit. Wir haben beispielsweise ein Projekt namens Urban Gold, dessen Entwicklung es möglich macht, Elektro- und Elektronikschrott zu 100 % im Recyclingverfahren aufzuarbeiten und dabei die betreffenden Altstoffe in Form von sekundären Rohstoffen und Energie erneut in den Wirtschaftskreislauf einzubringen, erzählt Buchberger. Die Technologie in dieser Form ist revolutionär. Das Problem: Der Bau einer Demo- Anlage kostet rund 50 Millionen Euro. Venture Capital gefragt Was an dieser Stelle gefragt wäre, ist Venture- Capital, also Kapital von Investoren, die sich an der Entwicklung und schließlich am Markterfolg eines Produktes beteiligen. Die Bereitstellung von Venture-Kapital ist in Österreich jedoch massiv unterentwickelt. Zwar werden Fördermittel oft aus nationalen Stellen und von der EU bereitgestellt, die Investition von Risikokapital seitens bestehender Unternehmen oder privater Investoren ist in Österreich jedoch die große Ausnahme. Ein Blick in die USA und ganz besonders nach Kalifornien bringt Orientierung: Unternehmen wie Google, Apple, Facebook oder Amazon würden ohne privates Risikokapital gar nicht existieren. Hier gibt es in Österreich sicher Aufholbedarf, meint Bernd Buchberger. Wenn jedoch so ein Technologieprojekt den Markt einmal erobert hat, hat es ein riesiges Potential auf Jahrzehnte hinaus. Noch heute gilt beispielsweise das von der damaligen voest entwickelte LD-Verfahren für die Stahlproduktion weltweit als maßgeblich und sichert Österreich eine Weltmarktposition im Bereich der Stahlerzeugung. Die Chance für Know-how aus der Steiermark ist also da. Innovative und schnelle Start-ups können auch in Zukunft im internationalen Wettbewerb bestehen. Das ZAT sowie die Steiermäkische Sparkasse und seine anderen Partner helfen und unterstützen in der Startphase. Der Weg an die Weltspitze ist aber geprägt von Unternehmergeist, Innovationskraft und dem Mut der Investoren. Materialwissenschaften und Mobilität sind zwei interessante Technologiebereiche für Start-up- Projekte. Mehr als 80 Projekte wurden seit der Gründung des ZAT im Jahr 1999 betreut. Die meisten davon mit nachhaltigem Erfolg. Geschäftsbericht

66 Wissenschaft ist Zukunft 66CSR 66 UNIV.-PROF. DR. CHRISTA NEUPER REKTORIN KARL-FRANZENS- UNIVERSITÄT GRAZ Im Rahmen ihrer Initiativen unterstützt die Steiermärkische Sparkasse die Bereiche Wissenschaft und Forschung. In der Begeisterung der Menschen Neues zu entdecken und die Zukunft aktiv zu gestalten, Grenzen zu verschieben und dabei neue Perspektiven für unsere Gesellschaft, aber auch für unseren Wirtschaftsstandort aufzuzeigen, liegt jene Kraft, die Lebensqualität und Wohlstand auch für die kommenden Generationen in unserer Region sichert. Ein Interview mit Univ.-Prof. Dr. Christa Neuper, Rektorin der Karl-Franzens Universität Graz. Welchen Zugang haben Sie und die Universität Graz zur Unterstützung von Wissenschaft und Forschung durch Unternehmen bzw. insbesondere den Bankensektor? NEUPER: Universitäten sind aufgrund ihrer Innovationskraft für Unternehmen ein entscheidendes Motiv für die Standortwahl. So stellt die Karl-Franzens-Universität mit ihren Studierenden und MitarbeiterInnen einen wesentlichen Faktor sowohl in der Steiermark als auch in Österreich dar. Allein durch die Vielfalt der wissenschaftlichen Disziplinen, von

67 den Wirtschaftswissenschaften über juristische Fächer und Sprachen bis hin zu Nano- sowie Biowissenschaften, bieten sich ideale Andockstellen für heimische Wirtschaftsbetriebe. Diese Rolle wollen wir an der Uni Graz weiter stärken. Mit Unterstützung des Landes Steiermark ist ein Zentrum für Wissenstransfer und Innovation geplant, das ein Begegnungszentrum für Universität und Unternehmen werden soll. Entsprechende Aktivitäten zu Innovation und Gründung in Abstimmung mit Industrie bzw. Wirtschaft wird die Styrian Entrepreneurship Plattform koordinieren. Welche Bedeutung haben Drittmittel für Forschung und Lehre im Hochschulraum Steiermark? NEUPER: Die Einnahmen aus Forschung und Entwicklung sind an der Uni Graz in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen wurde mit 25,7 Millionen Euro ein Rekordergebnis erzielt. In der Schwerpunktsetzung der kommenden Jahre wird bei Drittmitteleinnahmen der innovative Aspekt der Forschungsprojekte entscheidend sein. Für anwendungsorientierte Projekte sind dies insbesondere Erfindungen und daraus resultierende Lizenzeinnahmen. Dürfen wir Sie um ein persönliches Statement zum Projekt Best of South-East ersuchen, das die Steiermärkische Sparkasse und die Uni Graz im Jahr 2008 ins Leben gerufen haben? NEUPER: Das gemeinsam von der Universität Graz und der Steiermärkischen Sparkasse gegründete Best of South-East Programm ist ein ausgezeichnetes Beispiel für eine gelungene Kooperation zwischen Wirtschaft und Hochschulbereich, in der praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse Hand in Hand gehen. Der Erfolg des Programms spiegelt sich vor allem auch in den AbsolventInnenzahlen wider. Seit dem ersten Stipendienjahr 2008/09 haben 60 talentierte Studierende aus Südosteuropa die Chance auf universitäre Aus- und Weiterbildung in Kombination mit ersten Berufserfahrungen genutzt und das Programm absolviert. Das Praktikum bei der Steiermärkische Bank und Sparkassen AG erlaubt es den Studierenden, ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse aus den an der Universität absolvierten Kursen im Arbeitsumfeld umzusetzen und gleichzeitig ihre Erfahrungen aus der Praxis im Kontext der universitären Kurse und Seminare einzubringen. Auch der JungforscherInnenpreis wird in Kooperation zwischen der Uni Graz und der Steiermärkischen Sparkasse vergeben. Welche Bedeutung hat diese Initiative? NEUPER: Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist eines der vorrangigen Anliegen der Karl-Franzens-Universität Graz. Exzellente NachwuchswissenschafterInnen sind eine unabdingbare Voraussetzung, um auch in Zukunft Spitzenforschung zu gewährleisten. Der JungforscherInnen-Fonds, den die Steiermärkische Sparkasse und der Universitätsrat seit Jahren großzügig unterstützen, ist eine tragende Säule in der Nachwuchsförderung der Universität Graz. Dem wollen wir auch Rechnung tragen, indem wir unter anderem die Anzahl der bezahlten Dissertationen weiter erhöhen wollen. Neben einer verstärkten internationalen Vernetzung sollen zusätzliche Stellen für DoktorandInnen und Post-Docs geschaffen werden, um jungen ForscherInnen mehr Chancen zu bieten. Drehund Angelpunkt soll die Doctoral Academy Graz sein, die einen organisatorischen und formalen Rahmen für teils drittmittelfinanzierte, strukturierte und mit internationaler Qualitätskontrolle ausgestattete Spitzenforschungsgruppen bilden soll. Best of South-East Das Projekt Best of South-East ist ein gemeinsames Förder- und Weiterentwicklungsprogramm der Steiermärkischen Sparkasse gemeinsam mit der Karl-Franzens-Universität Graz, der Kunstuniversität Graz, der Technischen Universität Graz, dem Musikverein für Steiermark und der Oper Graz. Im Rahmen dieses Programmes soll Universitätsabsolventen bzw. Studierenden aus den Ländnern Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro und Mazedonien der Einstieg in das Berufsleben erleichtert werden. Die Kandidaten aus diesem erweiterten Heimmarkt der Bank können im Rahmen des Projektes internationale Erfahrung sammeln und verschiedenste Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten nutzen. Zusätzlich zum Trainee- oder Praktikumsprogramm in der Bank und den fachlichen Weiterbildungsmöglichkeiten an den Universitäten stehen Diskussions- und Informationsveranstaltungen sowie die Teilnahme an speziellen Events am Programm, um die Teilnehmer in das wirtschaftliche, kulturelle und akademische Leben in der Steiermark einzubinden. UNA KADIRIĆ, TEILNEHMERIN BEST OF SOUTH-EAST Was ist aus Ihrer Zeit in Graz besonders in Erinnerung geblieben? KADIRIĆ: Wenn ich an Graz denke, verbinde ich damit in erster Linie schöne Gefühle. Ich habe tolle Momente in Graz erlebt und komme immer wieder gerne zurück. Man sagt, dass die Menschen eine Stadt ausmachen und das trifft auf Graz ganz besonders zu. Welchen Einfluss hat das Programm auf Ihren Werdegang gehabt? KADIRIĆ: Die Teilnahme hat mir ermöglicht, interessante Menschen sowie Experten aus den verschiedensten Bereichen kennenzulernen. Erst später habe ich auch verstanden, wie sehr mich das Programm dem Finanzsektor näher gebracht hat. Es war mein erster Kontakt mit dem Geschäftsleben einer großen und erfolgreichen Bank. Das hat mich auch motiviert, meine Karriere bei KPMG im Prüfungsbereich zu beginnen. Best of South-East ist auch dazu gedacht, die Teilnehmer noch näher an das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben in der Steiermark heranzuführen... KADIRIĆ: Meiner Meinung nach sind gerade die Treffen unter den Stipendiaten und das Rahmenprogramm sehr wichtige Aspekte. Wir hatten Gelegenheit, uns zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen sowie das Land kennen zu lernen. Das Programm reichte von Schitagen über Opernbesuche bis zu gemeinsamen Wanderungen. Wenn Sie künftigen Teilnehmern eine Empfehlung mitgeben könnten: Wie würde diese lauten? KADIRIĆ: Allein die Teilnahme ist schon ein Erfolg für junge Menschen. Nachkommenden Stipendiaten würde ich empfehlen, jeden Moment im Unternehmen zu nützen, um von den Mitarbeitern der Steiermärkischen Sparkasse, die ihr Wissen und ihre Zeit selbstlos zur Verfügung stellen, zu lernen. Denn Wissen und Zeit sind ohnehin die zwei kostbarsten Dinge auf der Welt. Geschäftsbericht

68 Forschung ist die beste Investition Der JungforscherInnenfonds der Steiermärkischen Sparkasse wurde an der Karl- Franzens-Universität Graz ins Leben gerufen, um junge Forscher gezielt in ihren wissenschaftlichen Arbeiten zu fördern und andererseits auch den Instituten der Universität die Mitarbeit hochqualifizierter junger Menschen im Forschungsbereich zu ermöglichen. Gefördert werden dabei junge Menschen, die in Zusammenarbeit mit einer Forschungseinrichtung der Universität Graz ein wissenschaftliches Projekt wie eine Dissertation oder eine postgraduelle Forschungsarbeit planen. Über die Vergabe der Fördermittel entscheidet der Förderbeirat, der aus einem Mitglied des Universitätenrats, dem Vizerektor für Forschung und einer Unternehmensvertretung der Steiermärkischen Sparkasse besteht. Aus Anlass des 10-jährigen Bestehens seien an dieser Stelle drei Träger dieser aus dem Fond resultierenden Forschungsstipendien vor den Vorhang gebeten. Wissenschaft leben 68CSR 68 ASS.-PROF. MAG. DR. RAFAEL SCHÖGLER INSTITUT FÜR THEORETISCHE UND ANGEWANDTE TRANSLATIONSWISSENSCHAFT KARL-FRANZENS-UNIVERSITÄT GRAZ Der JungforscherInnefonds hat mir die einmalige Möglichkeit gegeben, während der Laufzeit des Stipendiums neben meinen studentischen Verpflichtungen auch jene eines Jungvaters wahrzunehmen. Einer modernen Rollenverteilung folgend ermöglichte das Stipendium, die Arbeits- und Kinderbetreuungszeiten flexibel einzuteilen, so dass beide Elternteile ihre wissenschaftlichen Karrieren weiterverfolgen konnten. Außerdem und dieser Grund erscheint ein besonders bedeutender für die Existenz eines so großzügigen Stipendiums zu sein konnte ich mich während der Laufzeit des Stipendiums in das wissenschaftliche Leben der Karl-Franzens- Universität Graz integrieren. Publikationen, Mitarbeit an Forschungsanträgen am Institut für Soziologie und an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät sowie Lehraufträge am Institut für Soziologie, später auch am Institut für Translationswissenschaft konnten angenommen werden, ohne die Arbeitsbelastung so hoch werden zu lassen, dass die Dissertation unnötig darunter leiden würde. Weiters konnten Auslandsaufenthalte mitfinanziert und ein weiteres Studium der Translationswissenschaft abgeschlossen werden. Nicht zuletzt konnte ein weiterhin bestehendes Forschungs- und Entwicklungsprojekt am Zentrum für Sozialforschung der Karl-Franzens-Universität in Kooperation mit der evolaris nextlevel GmbH gestartet werden, das sich der Methodenentwicklung auf Tablet-PCs widmet. Das Stipendium hat es mir ermöglicht, einen Einstieg in das wissenschaftliche Leben zu finden und mich für weitere Projekte im Bereich der Forschung zu empfehlen.

69 Intensive Auseinandersetzung Durch den Preis hatte ich die Möglichkeit, mich 2 Jahre ausschließlich meiner Forschung zu widmen. Dadurch konnte ich mich intensiv mit der Forschungsthematik auseinandersetzen und nutzte die Gelegenheit, meine Forschungsergebnisse aktiv an Konferenzen und Tagungen zu präsentieren. Vor allem das dadurch entstandene Netzwerk ist für meine weitere berufliche Laufbahn und die Entwicklung von nachfolgenden Forschungsprojekten von großer Bedeutung. Ich konnte mein Forschungsthema auf zahlreichen nationalen und internationalen Konferenzen präsentieren und auch einige Artikel veröffentlichen. Aus meinem Dissertationsprojekt entwickelte ich auch ein Nachfolgeprojekt, welches ich für die Dauer von einem Jahr als wissenschaftliche Angestellte bei Spectro gemeinnützige Gesellschaft für wissenschaftliche Forschung durchführte. Daneben besteht Interesse an der Publikation meiner Dissertation. Diese erscheint 2016 in der Reihe Transkulturelle Perspektiven. Außerdem werde ich als Referentin zum Thema Gastarbeit und Arbeitsmigration zu diversen Veranstaltungen eingeladen. Aktuell versuche ich, weiterführende Forschungsprojekte vor allem im Museums- und Ausstellungsbereich umzusetzen. Beruflich kuratiere ich unter anderem eine Ausstellung über Lebenswege. Gastarbeiterinnen aus Slowenien in der Steiermark in Kooperation mit dem Artikel-VII-Kulturverein für Steiermark. Außerdem werde ich ab Sommer als wissenschaftliche Mitarbeiterin für ein weiteres Ausstellungsprojekt zu meinem Forschungsthema GastarbeiterInnen aus Jugoslawien in der Steiermark verantwortlich sein, da sich 2016 das Anwerbeabkommen mit dem damaligen Jugoslawien zum 50. Mal jährt. DR. VERENA LORBER HISTORIKERIN AN DER KARL-FRANZENS UNIVERSITÄT GRAZ TRÄGERIN DES THEODOR- KÖRNER-PREISES Interdisziplinäres Forschungsprojekt Ich konnte mit dem JungforscherInnenfonds mein interdisziplinäres Forschungsprojekt beginnen, das ich ohne Finanzierung sicher nie beginnen hätte können. Dadurch hat sich auch mein weiterer Arbeitsschwerpunkt sehr verändert. Ich war vorher wissenschaftliche Angestellte der TU-Graz und konnte durch meine Dissertation am Institut für Sportwissenschaft einen Einblick in die spannende Sparte Public Health gewinnen, wo ich mich gleich sehr wohl gefühlt habe. Im Rahmen von Kongressen mit großen Industrieausstellungen wurde mir dann bald klar, dass es mir Spaß machen würde, bei einer Medizintechnik-Firma zu arbeiten. Kurz vor Ende meiner Dissertation habe ich dann eine Stelle bei der Grazer Medizintechnikfirma CNSystems angenommen und habe dort anfangs vor allem klinische Studien koordiniert hier ist mir das Erlernte während der Zeit des Jungforscherinnenfonds sehr zugute gekommen! In meiner jetzigen Tätigkeit kann ich kaum Inhalte meines Forschungsprojektes verwenden, aber ich bin nach wie vor in wissenschaftlichen Publikationen auf dem Gebiet involviert. Weiters wurden die Ergebnisse wissenschaftlich gut verwertet und meine Publikationen zahlreich referenziert. Derzeit bin ich in der Medizintechnik-Branche tätig, wo mir sowohl das Studium der Sportwissenschaften inklusive Dissertation im Bereich Public Health hilft. Ohne mein Studium an der TU Graz als technischen Hintergrund hätte ich aber diese Stelle nicht bekommen. DI MAG. DR. PATRICIA KRENN CNSYSTEMS MEDIZINTECHNIK AG PRODUCT APPLICATION SPECIALIST BUSINESS DEVELOPMENT Geschäftsbericht

70 Den Menschen die Stadt zurückgeben Dem Sparkassengedanken zu folgen bedeutet, einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten, Zugänge zu ermöglichen und die Menschen aus verschiedenen Perspektiven durch das Leben zu begleiten. Dazu zählt auch unter anderem die Kunst: Die Steiermärkische Sparkasse unterstützt La Strada das internationale Festival für Straßen- und Figurentheater, neuen Zirkus und Community Art seit mehr als zehn Jahren als Hauptsponsor. Ein Interview mit dem Intendanten Werner Schrempf lässt uns hinter die Kulissen blicken. Das Straßenkunst-Festival La Strada ist in Graz mittlerweile eine Legende. Wie ist die Idee dazu entstanden? SCHREMPF: Bereits 1997 wurde das Konzept erstellt, internationale Straßenkunst im Rahmen eines Festivals nach Graz zu bringen. Unser Ziel war es, einerseits das kulturelle Sommerloch in Graz zu füllen und andererseits den Menschen diese Kunstform näher zu bringen, die Sicht auf die Stadt Graz für eine gewisse Zeit zu verändern und die Bewohner dabei einzubinden. Diese Zeit war bereits von der Bewerbung für die Kulturhauptstadt Europas geprägt und es gab eine richtige Aufbruchsstimmung, Graz als Kulturmarke zu positionieren. Mit der Zeit ist La Strada gewachsen, erwachsen geworden hat das Festival seinen 18. Geburtstag und somit die Volljährigkeit gefeiert. La Strada beschäftigt sich zunehmend auch mit neuem Zirkus und Community Art. Dabei war es immer ein Ziel und eine persönliche Triebfeder, das Zusammenspiel zwischen den Künstlern, der Bevölkerung sowie der Kulturpolitik in Stadt und Land zu forcieren. La Strada hat sich von Anfang an an die breite Bevölkerung gerichtet. Das ist für ein Kultur- 70 CSR projekt nicht selbstverständlich. Wie sehen Sie das Spannungsfeld zwischen hochkarätigem Kulturerlebnis und breiter Wahrnehmung? SCHREMPF: Wir sahen damals die Notwendigkeit, die Dinge auf den Boden zu holen. Im Straßentheater geht die Kraft von den Künstlern aus, die selbst aus der Blackbox ausgebrochen sind, um mit den Menschen auf der Straße zu arbeiten. Dabei ist die so genannte Hochkultur ebenfalls sehr zu schätzen, denn sie ist auch Inspiration für die Straßenkunst, wie zum Beispiel Entwicklungen im Bereich der Neuen Musik. Und manchmal ist es auch umgekehrt. La Strada ist ein Beweis dafür, dass die Menschen ein großes Sensorium für Kunst im öffentlichen Raum besitzen. Es geht um die Darstellung und Aktivierung von Leidenschaft. Den sympathischen, clownesken Anarchismus hat es schon immer gegeben er verleiht den Menschen Selbstbewusstsein und regt zu mehr Eigenverantwortung gegenüber dem öffentlichen Raum an. Blickwinkel zu ändern, ausgetretene Pfade zu verlassen, dazu fordern uns die Künstler bei La Strada auf. Die Reaktionen des Publikums beeinflussen dann wiederum das Festival und die Stadt selbst. 70

71 Die Auftrittsorte des Festivals umfassen ausgehend von Graz auch weitere Spielstätten und Orte in der Steiermark. Wie weit kann La Strada noch wachsen? Welches Potential sehen Sie noch? SCHREMPF: Wachstum hat ja viele Richtungen. Dazu gehört nicht nur das regionale Wachstum in der Spielfläche vor Ort, sondern auch inhaltliches Wachstum. Wir setzen einen Fokus auf Eigen- und Koproduktionen mit lokalen und internationalen Künstlern. Diese machen ein Drittel der Gesamtproduktion aus und dienen im europaweiten Netzwerk IN SITU als Botschaft und Botschafter. Ein Punkt, der für uns unglaublich wichtig ist. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung der Community Art, die noch stärkere Einbindung der Menschen vor Ort. Dadurch soll eine qualitative Stadtentwicklung sichergestellt werden auf lange Sicht, denn es ändert sich nichts von einem Tag auf den anderen. Die Stadt gehört der Bevölkerung und ihren Bedürfnissen. Wir entwickeln bei unseren Produktionen ganze Stadtteile zu Erlebnisorten. Durch die Vielzahl der Spielstätten in unterschiedlichsten Regionen erreichen wir jedoch nicht nur mehr Menschen, sondern zeigen auch die Sinnlosigkeit von Stadtgrenzen auf, die doch nur zu begrenztem Denken führen. Etwas zu verorten bedeutet, eine Emotionalisierung für das Gemeinsame zu erreichen und nicht sich abzugrenzen. La Strada begeistert seine Zuseher über weite Strecken sozusagen barrierefrei, ohne Eintritte zu verlangen. Die Finanzierung läuft über öffentliche Förderungen und Sponsoren. Wie groß ist die Bereitschaft, sich als Partner von La Strada zu engagieren? SCHREMPF: Für uns ist es schön zu sehen, wie weit sich unsere Partner und insbesondere die Steiermärkische Sparkasse auf diese Beziehungen einlassen und bereit sind, sich zu identifizieren und zu involvieren. Diese emotionale Vernetzung ist für uns auch ein Gradmesser unserer Breite und Ausstrahlung. Denn für uns ist bei aller Notwendigkeit nicht nur der Geldfluss wertvoll, sondern auch die emotionale Verbundenheit mit unseren Partnern. WERNER SCHREMPF INTENDANT LA STRADA Geschäftsbericht

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