Phraseologismen in exklusiven Frauenzeitschriften

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1 Masarykova univerzita Filozofická fakulta Ústav germanistiky, nordistiky a nederlandistiky Německý jazyk a literatura Michaela Korčáková Phraseologismen in exklusiven Frauenzeitschriften (am Beispiel des deutschen Cosmopolitan) Bakalářská diplomová práce Vedoucí práce: PhDr. Jiřina Malá, CSc. 2009

2 Hiermit erkläre ich, dass ich die Arbeit selbständig und anhand der angeführten Quellen ausgearbeitet habe... Michaela Korčáková 2

3 An dieser Stelle möchte ich mich bei Frau PhDr. Jiřina Malá, CSc. für ihre wertvollen Ratschläge, Geduld und Zeit, die sie mir bei der Ausarbeitung meiner Arbeit gewidmet hat, herzlich bedanken. 3

4 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis... 4 Einleitung... 6 I. THEORETISCHER TEIL ERLÄUTERUNG DER GRUNDBEGRIFFE CHARAKTERISTISCHE MERKMALE DER PHRASEOLOGISMEN Polylexikalität Festigkeit/Stabilität Idiomatizität Lexikalisierung und Reproduzierbarkeit KLASSIFIKATION DER PHRASEOLOGISMEN Morphologisch-syntaktische Klassifikation Semantische Klassifikation Struktursemantische Mischklassifikationen Phraseologische Ganzheiten Phraseologische Verbindungen und bevorzugte Analysen Modellbindungen Phraseologische Vergleiche Streckformen des Verbs Zwillingsformeln Phraseologische Termini Feste Phrasen Sprichwörter und Gemeinplätze Zwei Sonderfälle Geflügelte Worte Kinegramme VARIANTEN UND MODIFIKATIONEN Varianten Modifikationen PHRASEOLOGISMEN IM TEXT Phraseologismen in der Presse Phraseologismen und Textsorten JOURNALISTISCHE TEXTSORTEN Kontaktorientierte Texte Informationsbetonte Texte Meinungsbetonte Texte

5 II. PRAKTISCHER TEIL CHARAKTERISTIK DES COSMOPOLITAN DIE EIGENE ANALYSE DER ARTIKEL Sonne im Herzen Galopp ins Glück Gelée Royale Smile! Energie-Bündel Dschungelbuch Zusammenfassung Literaturverzeichnis Abkürzungsverzeichnis Anhang

6 Einleitung Die Phraseologismen bilden einen wichtigen Bestandteil jeder Sprache. Es geht um Wendungen, die in der sprachlichen Kommunikation nicht beliebig gebildet werden, sondern die in jeder Sprache als feste Komponenten verankert sind. Ohne, dass es uns Bewusst ist, begegnen wir diesen Wendungen auf Schritt und Tritt. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Phraseologismen, die in Pressetexten vorkommen. Ihr Ziel besteht in der Erfassung und der Analyse der phraseologischen Wendungen, die sich im ausgewählten Medium befinden. Wert wird hauptsächlich auf ihre Funktion gelegt, weiter wird untersucht, welche Klassen und Typen der Phraseologismen hier vorkommen. Die Arbeit gliedert sich in zwei Teile: Der erste Teil widmet sich vor allem den theoretischen Fragen der Phraseologie. Zuerst werden die grundlegenden Begriffe erklärt und charakterisiert. Dann werden die unterschiedlichen Klassifikationen der Phraseologismen dargestellt. Im nächsten Kapitel werden die üblichen Varianten und Modifikationen angeführt, weil sie einen wichtigen Teil der in Massenmedien gebrauchten festen Verbindungen bilden. Im Hinblick darauf, dass sich diese Arbeit mit den Phraseologismen in Pressetexten beschäftigt, widmet sich das nächste Kapitel der Platzierung und seinen Funktionen im Text und in der Presse. Im Anschluss daran werden die elementaren journalistischen Textsorten dargestellt. Der praktische Teil ist eng mit dem Theoretischen verbunden. Dort werden die Erkenntnisse aus der Theorie in die Praxis übertragen. In dem zweiten, praktischen, Teil kommt zuerst eine kurze Charakteristik der Zeitschrift Cosmopolitan. Dann folgt die eigene Analyse der Artikel. Dazu wurden fünf Exemplare benutzt, die ich gründlich untersucht und aus denen ich sechs Artikel (unterschiedlicher Themen und verschiedener journalistischer Textsorten) ausgesucht habe, um darin die vorkommenden Phraseologismen zu analysieren. Die Analyse besteht in der Auswertung der gefundenen Wendungen aufgrund der Aspekte, die im theoretischen Teil beschrieben werden. Zum Schluss werden die Ergebnisse dieser Untersuchung zusammengefasst und ausgewertet. Der Anhang enthält alle Kopien der untersuchten Artikel in der chronologischen Reihenfolge. 6

7 I. THEORETISCHER TEIL 1 ERLÄUTERUNG DER GRUNDBEGRIFFE Die Phraseologie ist eine relativ junge Teildisziplin der Linguistik, die sich mit festen Wortverbindungen im Sprachsystem beschäftigt. Für die Bezeichnung dieser Verbindungen verwendet man in der Forschung verschiedene Ausdrücke. Man kann sogar sagen, dass eine chaotische Vielfalt in der Terminologie existiert, die von vielen Autoren auch beklagt wird. Nach Fleischer (1997, S. 2) sind heute international verbreitet Termini, die entweder auf das griechisch-lateinische Wort phrasis (rednerischer Ausdruck) oder auf das griechische Wort idióma (Eigentümlichkeit, Besonderheit) zurückgehen. Zum ersten gehören Bildungen wie Phraseologie und Phraseologismus, zum zweiten Idiom, Idiomatik und Idiomatismus. In der wissenschaftlichen Literatur können wir uns aber auch anderen Benennungen begegnen, wie z. B. (feste) Wendung, feste, fixierte oder phraseologische Wortverbindung, feste Wortgruppe, phraseologische Erscheinung, feste oder stehende Verbindung, Redewendung oder Redensart. Alle diese sprachlichen Erscheinungen sind bis zu einem gewissen Grad Synonyme für den Begriff Phraseologismus. Es gibt keine eindeutige Definition dieses Terminus. Vorhanden ist aber eine Reihe von Kriterien, die bei der Abgrenzung des Phraseologismus von anderen sprachlichen Erscheinungen festgelegt sind. Zu den wichtigsten Bedingungen, die bei einem Phraseologismus eingehalten werden müssen, gehören die charakteristischen Merkmale Polylexikalität, Festigkeit, Idiomatizität, Lexikalisierung und Reproduzierbarkeit (siehe Kapitel 2). Nach Burger (1998, S. 11) rechnen sich unter Phraseologismen alle Ausdrücke, die erstens aus mehr als einem Wort bestehen, zweitens bei denen sich um Kombinationen von Wörtern handelt, die nicht für dieses eine Mal zusammengestellt, sondern genau in dieser Kombination bekannt sind. Diese vorgegebenen Verbindungen von Wörtern sind stabil, werden also nicht im Sprechakt neu produziert, sondern reproduziert dem Lexikon entnommen und als eine Phrase benutzt. Die lexikalischen Bestandteile der Phraseologismen werden Komponenten genannt. Die linguistische Disziplin, die sich mit Phraseologismen befasst, heißt Phraseologie. 7

8 2 CHARAKTERISTISCHE MERKMALE DER PHRASEOLOGISMEN Die Phraseologismen sind feste Wendungen, die bestimmte Merkmale aufweisen. Zu den zwei grundlegenden Eigenschaften gehören die Polylexikalität und die Festigkeit oder Stabilität. Wenn die Phraseologismen diese zwei Eigenschaften haben, spricht man über die Phraseologie im weiteren Sinne. Falls dazu noch die dritte Eigenschaft die Idiomatizität hinzukommt, sprechen wir von der Phraseologie im engeren Sinne. Zu weiteren Merkmalen der Phraseologismen gehören die Lexikalisierung und die Reproduzierbarkeit. 2.1 Polylexikalität Der Phraseologismus muss aus mehr als einem Wort bestehen, d. h. er wird mindestens von zwei Komponenten gebildet. Nach Burger (1998, S. 16) wird also jede feste Kombination von zwei Wörtern zur Phraseologie gerechnet, auch Wendungen wie z. B. an sich, bei weitem usw. Eine obere Grenze der Wortmenge wird nicht definiert, da die maximale Ausdehnung eines Phraseologismus üblicherweise nicht lexikalisch, sondern syntaktisch festgelegt ist: der Satz gilt als die obere Grenze phraseologischer Wortverbindungen (Burger 1998, S. 15) Festigkeit/Stabilität Dieses Merkmal bedeutet, dass der Phraseologismus genau in einer bestimmten Kombination von Wörtern bekannt ist und ähnlich wie ein Wort gebraucht wird. Der Austausch der phraseologischen Komponenten ist in der Regel nicht möglich es gibt eine lexikalisch-semantische Stabilität. Die Gesamtbedeutung des Phraseologismus ist an die Kombination einzelner konkreter lexikalischer Elemente gebunden und hat in dieser Hinsicht keinen Modellcharakter (Fleischer 1997, S. 36). Man muss aber regionale Differenzen, sowie auch verschiedene Varianten und Modifikationen in Betracht ziehen. Eine Ersetzung der phraseologischen Komponente ist nur in einigen Fällen möglich, aber nicht immer. Z. B. in der Wendung den Rahm 1 Eine Ausnahme bilden sog. Sagwörter oder Wellerismen. 8

9 abschöpfen. Das Wort Rahm wird in bestimmten Sprachgebieten oft durch den Ausdruck Sahne ersetzt. Das gilt aber nicht für den Phraseologismus. Der bleibt auch in diesen Gebieten unverändert die Variante die Sahne abschöpfen ist nicht üblich. 2.3 Idiomatizität In der Forschung gibt es unterschiedliche Interpretationen vom Begriff Idiomatizität. In einer Konzeption umfasst sie die strukturellen Abweichungen, in einer anderen die spezifisch semantischen Besonderheiten. Oft entspricht die Gesamtbedeutung eines Phraseologismus der Summe der Bedeutungen einzelnen Komponenten nicht (oder nur teilweise). Deshalb unterscheidet man die phraseologische und wörtliche Bedeutung. Zwischen dieser zwei Bedeutungen der einzelnen Komponenten bzw. der ganzen Wortverbindung gibt es unterschiedliche Relationen. Aufgrund dessen teilt man die Phraseologismen in voll-idiomatische, teilidiomatische und nicht-idiomatische. Diese Termini entsprechen dann den Begriffen unmotiviert, teilmotiviert und motiviert (siehe die Kapitel 3.2). Je stärker die Diskrepanz zwischen diesen beiden Bedeutungsebenen ist, umso stärker idiomatisch ist der Phraseologismus (Burger 1998, S. 31). Die Idiomatizität ist dann besonders deutlich bei Ausdrücken mit unikalen Komponenten wie z. B. gang und gäbe sein. 2.4 Lexikalisierung und Reproduzierbarkeit Das Merkmal der Lexikalisierung heißt, dass die Phraseologismen im Lexikon gespeichert sind. Die Lexikalisierung der syntaktischen Konstruktion bedeutet, dass sie nicht mehr nach einem syntaktischen Strukturmodell in der Äußerung produziert, sondern dass sie als fertige lexikalische Einheit reproduziert wird (vgl. Fleischer 1997, S. 63). Phraseologismen werden also nicht neu und originell gebildet, sondern als komplexe lexikalische Einheiten übernommen. 9

10 3 KLASSIFIKATION DER PHRASEOLOGISMEN In der Forschung gibt es keine eindeutig anerkannte Klassifikation der Phraseologismen. Aus diesem Grund kann man in der fachlichen Literatur unterschiedliche Klassifizierungen finden. Gänzlich durchgesetzt hat sich der Terminus Phraseologie für den gesamten Objektbereich, wobei die Eingrenzung des Bereichs allerdings unterschiedlich vorgenommen wird. Weitgehend akzeptiert ist auch der Begriff Phraseologismus für die sprachliche Einheit, die als phraseologische Wortverbindung gelten kann (vgl. Burger 1998, S. 36). Die meisten Phraseologen benutzen eine Kombination von syntaktischen, semantischen und pragmatischen Kriterien. In dieser Arbeit wird die größte Aufmerksamkeit der struktursemantischen Mischklassifikation (in Anlehnung an Burger/Buhofer/Sialm 1982, S ) gewidmet, die das Gebiet der Phraseologie als Ganzes zu erfassen versucht und die praktisch orientiert ist. 3.1 Morphologisch-syntaktische Klassifikation Was die Rolle der Phraseologismen im Satz betrifft, führen Burger/Buhofer/Sialm (1982, S. 23) folgende syntaktische Klassifikation an: Phraseologismen, die kleiner als ein Satzglied sind (in der Rolle von Konjunktionen, Präpositionen usw.), z. B. ohne zu Satzgliedwertige Phraseologismen sie treten in der Rolle eines Satzgliedes (Subjekts, Objekts, Prädikats oder Adverbiale) auf, z. B. Hinz und Kunz Phraseologismen in der Rolle zweier oder mehrerer Satzglieder (z. B. Prädikat + Objekt ins Gras beißen) Phraseologismen in der Rolle eines ganzen Satzes feste Phrasen (Da liegt der Hase im Pfeffer.) und Sprichwörter (Morgenstund hat Gold im Mund.) Wenn man die Wortart der Komponenten berücksichtigt, werden folgende Klassen von Phraseologismen abgegrenzt: Nominale Phraseologismen die schwarze Kunst Adjektivische Phraseologismen kurz angebunden 10

11 Pronominale Phraseologismen dies und das Verbale Phraseologismen jmdm. einen Bären aufbinden Adverbiale Phraseologismen auf jeden Fall Präpositionale Phraseologismen im Laufe (der Zeit) Konjunktionale Phraseologismen Wenn und Aber Interjektionale Phraseologismen außen hui, innen pfui 3.2 Semantische Klassifikation Die semantische Klassifikation ist günstig, wenn man die Phraseologismen in realen Sprechsituationen untersucht. Problematisch bei dieser Klassifikation ist das Kriterium der Motiviertheit, d. h. ob und wie die phraseologische Bedeutung jedes Phraseologismus von der wörtlichen Bedeutung verstehbar ist. Der Gegenbegriff zum Ausdruck Motiviertheit ist die semantische Idiomatizität. Je stärker ein Phraseologismus motiviert ist, um so schwächer ist seine Idiomatizität und umgekehrt (vgl. Burger 1998, S. 66). Man unterscheidet drei Grade der Motiviertheit: Als unmotivierte Phraseologismen können wir Ausdrücke bezeichnen, wenn ein Unterschied zwischen phraseologischer und wörtlicher Bedeutung im ganzen Ausdruck besteht, z. B. jmdm. einen Korb geben. Teilmotivierte Phraseologismen haben eine besondere semantische Struktur, wie einen Streit vom Zaun brechen. In dieser Verbindung hat die Komponente vom Zaun brechen eine phraseologische Bedeutung, während die Komponente einen Streit seine freie Bedeutung beibehält. Motivierte Phraseologismen werden weiter in zwei Untergruppen geteilt werden: Direkt motivierte Ausdrücke haben dann keine (oder nur minimale) semantische Differenzen zwischen der phraseologischen und wörtlichen Bedeutung, z. B. sich die Zähne putzen. Metaphorisch motivierte Phraseologismen sind nur unter der Bedingung verstehbar, dass ihre phraseologische Bedeutung von den Elementen ihrer wörtlichen Bedeutung im bildlichen oder übertragenen Sinn verstanden wird. Beispiel dafür ist das fünfte Rad am Wagen. 11

12 3.3 Struktursemantische Mischklassifikationen Burger/Buhofer/Sialm (1982, S ) geben in ihrer Klassifikation der Phraseologismen die struktursemantische Mischklassifikationen an, wobei sie an die sowjetische Forschung anknüpfen und sie erweitern. Diese Klassifikation wurde im Hinblick sowohl auf die morphosyntaktischen, als auch die semantischen Kriterien erstellt. Aufgrund dieser Umstände werden neun phraseologischen Klassen unterschieden: Phraseologische Ganzheiten Diese Gruppe wurde gründlich erforscht und bearbeitet, weil sie im Mittelpunkt der Phraseologieforschung steht. Für die phraseologischen Ganzheiten ist charakteristisch, dass die Gesamtbedeutung dieser Wortverbindungen nicht aus der Amalgamierung der (freien oder phraseologischen) Bedeutungen der einzelnen Komponenten resultiert (Burger/Buhofer/Sialm 1982, S. 31). Beispiel dafür ist jmdm. einen Bären aufbinden Phraseologische Verbindungen und bevorzugte Analysen Die Bedeutung der phraseologischen Verbindungen ist (im Unterschied zu den phraseologischen Ganzheiten) aus den phraseologischen bzw. wörtlichen Bedeutungen der Komponenten zusammengesetzt. Als Beispiele kann man die Wendungen blinder Passagier oder der kalte Krieg anführen. Die bevorzugten Analysen nennt Burger (1998, S. 50) Kollokationen und sie werden als feste Wortverbindungen, die nicht oder nur schwach idiomatisch sind, definiert. Z. B. die Verbindung sich die Zähne putzen Modellbindungen Als Modellbildungen bezeichnet man Wendungen, bei denen ein bestimmtes syntaktisches Schema mit einer typisierten Semantik ausgestattet ist, wobei die lexikalische Besetzung der syntaktischen Positionen (mehr oder weniger) frei ist (Burger/Buhofer/Sialm 1982, S. 35). Dabei können verschiedene Modelle vorliegen: Ein einfaches Modell: X hin, X her ist beliebig lexikalisch ausfüllbar, z. B. Modell X um X Tag für Tag Andere Modelle, wie z. B. von X zu X/Y von Tag zu Tag 12

13 3.3.4 Phraseologische Vergleiche Phraseologische Vergleiche werden auch als komparative Phraseologismen bezeichnet. Bei diesen Wendungen, die einen festen Vergleich umfassen, kommt es zur Verstärkung eines bestimmten Vorgangs oder einer Eigenschaft, die durch ein Verb oder ein Adjektiv in ihrer freien Bedeutung ausgedrückt wird. Das Phraseologische liegt darin, dass aus der Vielzahl möglicher Vergleiche gerade dieser und kein anderer in der Sprachgemeinschaft üblich ist (Burger/Buhofer/Sialm 1982, S. 35), z. B. dumm wie Bohnenstroh, saufen wie ein Loch, usw Streckformen des Verbs Es handelt sich um sog. Funktionsverbgefüge, die im heutigen Deutschen eine wichtige Rolle spielen. Eine klare Positionsbestimmung der Funktionsverbgefüge in ihrem Verhältnis zu den Phraseologismen können wir bei Ulla Fix finden: Es sind Konstruktionen mit beziehungsweiten Verben oder sein mit einem Verbalsubstantiv (nomen actions), dessen konstruktionsexterne Bedeutung innerhalb der Konstruktion bewahrt wird (also keine Idiomatisierung) (Fleischer 1997, S. 135). Ihre Bedeutung entspricht üblicherweise (mehr oder weniger der Bedeutung des Verbs, von dem das Substantiv abgeleitet ist: Streckform eine Entscheidung treffen zur Verteilung gelangen Verb entscheiden verteilt werden Zwillingsformeln Zwillingsformeln oder auch Paarformeln bilden im Deutschen seit der Frühgeschichte eine wichtige phraseologische Gruppe. Sie sind nach einem Muster gebildet: zwei Wörter der gleichen Wortart oder auch zweimal dasselbe Wort werden mit und, einer anderen Konjunktion oder einer Präposition zu einer paarigen Formel verbunden, z. B. klipp und klar. Zwillingsformeln werden oft durch spezifische rhetorische Merkmale gekennzeichnet, wie z. B. durch den Stabreim oder durch den Reim. Neben Zwillingsformeln gibt es auch Drillingsformeln und Vierlingsformeln. 13

14 3.3.7 Phraseologische Termini Über diese besondere Gruppe von Phraseologismen kann man sagen, dass sie genauso wie jeder (Wort-)Terminus funktionieren. Was die Zuordnung dieser Verbindungen zur Phraseologie betrifft, werden sie in der Geschichte von manchen Forschern als Phraseologismen nicht anerkannt. Für die Einbeziehung dieser Ausdrücke in die Phraseologie spricht die Tatsache, dass viele fachliche Termini in der Alltagsprache benutzt und in den Medien popularisiert werden, weil einige Begriffe aus diesen fachsprachlichen Bereichen auch für unser Alltagsleben sehr wichtig sind. Z. B. aus der Mathematik (spitzer Winkel) oder der Wirtschaft (die Börse schließt schwächer), usw Feste Phrasen Als feste Phrasen werden Sätze bezeichnet, wobei die textlinguistische Verbindung mit dem Kontext durch Pronomina oder andere verweisende Elemente realisiert wird, z. B. Da liegt der Hase im Pfeffer Sprichwörter und Gemeinplätze Die Sprichwörter werden als in sich geschlossene Sätze, die durch kein lexikalisches Element an den Kontext angeschlossen werden müssen, charakterisiert (vgl. Burger 1998, S. 100). Aus der funktionalen Perspektive können sie als allgemein gültige Aussagen oder Urteile betrachtet werden, mit denen eine gegebene Situation erklärt, eingeordnet und beurteilt wird. Sie enthalten eine Volksweisheit, die sie weiter vermitteln. Das Spezifikum dieser Aussagen ist, dass sie eine allgemeine Erfahrung, die man auch mit seinen eigenen Worten sagen kann, durch stilistische Elemente ausdrücken. Als Beispiel kann dienen: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Der Wissenschaftszweig, der sich mit den Sprichwörtern beschäftigt, heißt Parömiologie. Was die Gemeinplätze betrifft, sind sie den Sprichwörtern ähnlich. Elisabeth Güllich (1978) nennt im Bereich der satzwertigen Phraseologismen (ohne die festen Phrasen eigens zu berücksichtigen) alle die in der Sprache üblichen ( vorgeformten ) Sätze Gemeinplätze die keine Sprichwörter sind (Burger/Buhofer/Sialm 1982, S. 39). 14

15 Im Unterschied zu Sprichwörtern sind sie nicht-metaphorische phraseologische Sätze, die nicht in der verkürzten Form zitiert werden. Die meisten haben die Form von Aussagesätzen. Ein Beispiel dafür ist: Man lebt nur einmal. 3.4 Zwei Sonderfälle Hierher gehören zwei Gruppen, die sich nach Burger/Buhofer/Sialm (1982, S. 42) unter struktursemantische Mischklassifikationen nicht einordnen lassen. Es geht um geflügelte Worte und Kinnegrame Geflügelte Worte Die geflügelten Worte oder auch Autorphraseologismen sind nach Georg Büchmann literarisch belegbare, allgemein geläufige Redensarten (Burger 1998, S. 45). In der gegenwärtigen Auffassung sind das nicht nur literarische Ausdrücke, sondern auch Äußerungen aus Filmen, Werbung und anderen nicht-literarischen Bereichen der Sprache. Ein typisches Beispiel stammt von William Shakespeare: Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage Kinegramme Die Kinegramme haben besondere semantische und stilistische Eigenschaften. Sie können als sprachliche Repräsentation des außensprachlichen kommunikativen Verhaltens charakterisiert werden. Als Beispiel kann man die Wendung die Achseln zucken anführen. 15

16 4 VARIANTEN UND MODIFIKATIONEN Varianten und Modifikationen von Phraseologismen sind in der heutigen Phraseologieforschung von großer Bedeutung, weil gerade sie in gegenwärtigen Pressetexten häufig benutzt werden. Sie hängen mit der phraseologischen Festigkeit zusammen. Es gibt nur wenige Phraseologismen, die absolut fest sind. Die meisten treten demgegenüber mehr oder weniger variabel auf. Im Allgemeinen wird die Variabilität verstanden als Spielraum, innerhalb dessen formale Veränderungen des Phraseologismus möglich sind, ohne dass die phraseologische Bedeutung verloren geht (vgl. Burger/Buhofer/Sialm 1982, S. 67). Dabei muss man zwischen Varianten und Modifikationen unterscheiden. 4.1 Varianten Als Varianten werden Veränderungen bezeichnet, die lexikographisch erfassbar sind. Nach Fleischer (1997, S ) sind die Variationen in dreierlei Hinsicht möglich: 1) Phraseologische (Struktur-) Variante morphologische und teilweise auch syntaktische Veränderungen einzelner Komponenten. Es geht vor allem um die Veränderungen: im Numerus, in der Rektion, im Gebrauch des Artikels oder determinierender Elemente, im Dimiutivum, in der Art der Negation, in der Lautstruktur und im fakultativen Charakter der zum Komponentenbestand des Phraseologismus gehörenden Expandierungselemente. Bei diesen Varianten wird weder die Bedeutung noch die stilistische Ebene der Konstruktion verändert. Sie beschränken sich immer auf einzelne, ganz bestimmte Phraseologismen und sind auf keine andere übertragbar. Als Beispiel kann man anführen: mit den Achseln/die Achseln zucken oder jmdm. kein Haar/niemandem ein Haar krümmen [können]. 2) Variierte Phraseologismen (phraseologische Variationen) dabei geht es um Austausch einzelner lexikalischer Komponenten des Phraseologismus. In der Regel entstehen so entweder phraseologische Synonyme jmdn., etw. auf die Schippe/Schaufel nehmen oder Antonyme mit dem/gegen den Strom 16

17 schwimmen. Mit der Veränderung ist sehr oft eine Differenz in der Bedeutung, der Konnotation oder anderer Hinsicht verbunden. 3) Erweiterung oder Reduktion des Komponentenbestandes es handelt sich um sog. phraseologische und dephraseologische Derivation (vgl. Fleischer 1997, S. 207) Modifikationen Unter dem Begriff Modifikation versteht man phraseologische Abwandlungen, die nicht mehr in den Rahmen von Varianten fallen, d. h. Veränderungen, die nicht mehr lexikographisch erfasst werden können. Burger/Buhofer/Sialm (1982, S ) beschreiben die folgenden Modifikationen: Lexikalische Substitution, Hinzufügung eines Adjektivs, Determinativkomposition, Hinzufügung eines Genitivattributs, Abtrennung, Verkürzung, Koordinierung, Wechsel Affirmation Negation (von der positiven Aussageweise zur negativen Aussageweise oder umgekehrt), Verweise im Kontext, Verletzung der semantischen Selektionsbedingungen oder der textlinguistischen Bedingungen, Häufung, Kontamination, Katachrese und Metasprachliche Kommentierung. Als Beispiele können dienen: grünes Licht geben Grünes Licht für Auslandsmissionen (Verkürzung) oder hinter schwedischen Gardinen hinter schwäbischen Gardinen (lexikalische Substitution). (Vgl. dazu Burger/Buhofer/Sialm 1982, S ) 2 Manche von Fleischer angeführte Beispiele würde man nach Burger/ Buhofer/ Sialm (1982, S ) eher phraseologischen Modifikationen als Varianten zugeordnen. 17

18 5 PHRASEOLOGISMEN IM TEXT Die Phraseologismen haben nichts Lehrhaftes, sie treten nicht mit dem Anspruch der Autorität auf, sondern dienen nur dazu, die Rede zu würzen (Seiler, Deutsche Sprichwörterkunde, 1922, S. 37, zit. nach Fleischer 1997, S. 215). Sie bewirken, dass die ganze Rede einen neuen Glanz bekommt (Gottsched, Ausführliche Redekunst, 1743, S. 240, zit. nach Fleischer 1997, S. 215). Weil Wert auf eine eindrucksvolle Rede (mündliche oder schriftliche) gelegt wird, werden sie im Sprechakt benutzt. Das hängt mit einer der Hauptfunktionen der Phraseologismen im Text der Expressivitätssteigerung zusammen. Die Expressivität liegt vor allem an folgenden Merkmalen der Phraseologismen: Bildlicher Charakter (metaphorische oder metonymische Umdeutung) Lautlich-rhytmische Eigenschaften der Wortverbindungen Wortpaare mit semantischem Doppelungseffekt (Doppelung von Synonymen, Antonymen, Wörtern mit semantisch komplementären Charakter) Isollierungserscheinungen einzelner Komponenten (Formativanomalie, nichtintegriertes Fremdwort, unikale heimmische Komponente) Sonstige Verwendungsbeschränkungen des Phraseologismus im Ganzen, ohne dass dabei unbedingt die unter Punkt 1-4 genannten Erscheinungen eine Rolle spielen müssen (vgl. Fleischer 1997, S ) 5.1 Phraseologismen in der Presse Die Frage, warum die Phraseologismen in der Presse benutzt werden, ist leicht zu beantworten. Sie sollen, wie andere z. B. umgangssprachlich markierte lexikalische Einheiten, den Leser ansprechen, sein Interesse wecken, den Leseanreiz erhöhen und zum Lesen motivieren. Es soll ein emotional betontes Kontaktverhältnis geschaffen werden und selbstverständlich spielt die emotional betonte Wertung, besonders die Abwertung des Gegners, eine große Rolle, dazu auch besonders in der Publizistik die Ironie (vgl. Fleischer 1997, S. 224). Die Phraseologismen werden in Publizistik und 18

19 populärwissenschaftlichen Texten auch zur Erleichterung der Verständlichkeit durch Anschaulichkeit genutzt. 5.2 Phraseologismen und Textsorten In manchen Textsorten kommen Phraseologismen häufig vor, in anderen nur selten. In der Regel treten sie öfter in Kommentaren oder in der Werbung auf, in naturwissenschaftlichen Fachtexten sind sie demgegenüber kaum zu finden. Das deutet darauf hin, dass gewisse Phraseologismentypen und gewisse Textsorten korrelieren und damit sie wichtige textunterscheidende Merkmale für die Identifikation von gewissen Textsorten haben (vgl. Burger/Buhofer/Sialm 1982, S. 109). Auch das unterschiedliche Vorkommen von Phraseologismen in verschiedenen Teilen des Textes ist zu beobachten und zwar die Bevorzugung eines bestimmten Ortes. Ein Beispiel dafür sind Schlagzeilen, wo sich die Phraseologismen am häufigsten vorfinden. Ihre Aufgabe ist hier die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich (und damit auf den entsprechenden Artikel) zu ziehen. Dafür sind vor allem metaphorische Idiome und Sprichwörter geeignet. Burger (1998, S. 146) führt an, dass Idiome (insbesondere des metaphorischen Typs) häufig am Anfang oder Ende eines Textes oder Abschnittes auftreten. Damit wird eine bildliche Gesamtschau der Situation erzielt, die die Rezeption einer Mittelung erleichtern oder perspektivisch in eine bestimmte Richtung lenken kann. 19

20 6 JOURNALISTISCHE TEXTSORTEN Weil die Textsorte ein wichtiger Gesichtspunkt für das Vorkommen von Phraseologismen in Pressetexten ist, möchte ich in Anlehnung an Lüger (1995, S ) an dieser Stelle die einzelnen journalistischen Textsorten vorstellen. Die Textsorten können wir als Sprachhandlungsschemata verstehen, die mit bestimmten Textmustern und -strategien jeweils spezifische Vermittlungsaufgaben erfüllen. Lüger (1995, S ) unterscheidet die folgenden journalistischen Textsorten: Kontaktorientierte Texte Informationsbetonte Texte Meldung, harte Nachricht, weiche Nachricht, Bericht, Reportage Meinungsbetonte Texte Kommentar, Glosse, Kritik, Meinungsinterview Auffordernde Texte Instruieren-anweisende Texte Handlungsanleitungen, Ratgebungen In dieser Arbeit werden ausführlicher die ersten drei Gruppen vorgestellt, weil gerade in diesen Textsorten die Phraseologismen am öftesten vorkommen. 6.1 Kontaktorientierte Texte In diese Kategorie gehören hauptsächlich Texte, die man in der Boulevardpresse finden kann. Ihre Hauptfunktion besteht darin, die Aufmerksamkeit und das Interesse der Leser zu gewinnen. Dazu werden in der Presse spezifische Mittel ausgenutzt. Das Auffälligmachen des Informationsträgers (und dazu des betreffenden Informationsangebots) erfolgt durch den Einsatz visueller Mittel, durch die sprachliche Präsentation und durch die Auswahl bestimmter Inhalte. Die Themen betreffen vor allem die sog. human interest Themen Kriminalität, Sex, Sport, Politik, Prominenz u. ä. Von großer Bedeutung ist hier das typographische Verfahren Farbdruck, extreme Variation von Schriftgröße und -typ, Negativzeilen (weiße Lettern auf schwarzem Grund) und Typozeichen (Pfeile, Punkte). Charakteristisch ist auch der hohe Anteil von Bildinformationen Anzeigen, Illustrationen, Fotos, Bilder. Aufgrund der starken 20

21 visuellen Akzentsetzung wird der Grundtextanteil weitgehend zurückgedrängt, oft auf weiniger als 20 % des Satzspiegels (Lüger 1995, S. 80). Was die Syntax betrifft, überwiegen hier einfache kurze Sätze, während komplizierte Strukturen gemieden werden. In den Schlagzeilen benutzt man oft Nominalsyntagmen, einfache, meist verblose Kurzsätze und schnell überschaubare Satzformen. In der Morphologie gibt es die Tendenz zur Nominalisierung häufig werden Funktionsverbgefüge und Attributivkonstruktionen oder Nominalgruppen statt Nebensätzen benutzt. Die gesamte Darstellung wird vereinfacht, damit die Verständlichkeit erhöht, was den Leseanreiz positiv beeinflussen kann. In dieser Art der Texte können wir verschiedenen interessanten Sprach- und Stilmittel begegnen, wie z. B. Wortspiele, Phraseologismen und Anspielungen. Vor allem überwiegen einfachere Formen, deren Verständnis kein spezielles Wissen erfordert. Die Art der verwendeten Mittel variiert dabei von Zeitung zu Zeitung. Entscheidend ist in dieser Hinsicht der Name des Mediums. Diese Sprachmittel erscheinen nicht in allen Pressenmedien, nur dort, wo mit einer entsprechenden Sensibilität der Adressaten gerechnet und wo Vergnügen an originellen Wortkompositionen und am spielerischen Umgang mit der Sprache vorausgesetzt wird (vgl. Lüger 1995, S ). 6.2 Informationsbetonte Texte Es geht um Texte, die der Leserschaft Informationen von Sachverhalte vermitteln, und zwar ohne eigene Einstellung, Meinung oder Bewertung des Journalisten. Zu dieser Kategorie werden gerechnet: Meldung Im Kern besteht die Meldung aus einer einfachen Sachverhaltsdarstellung. Der Leser erfährt im Wesentlichen nur, dass ein Ereignis stattgefunden hat, dass ein bestimmter Zustand eingetreten ist oder eintreten wird; weitere Aspekte bleiben ausgespart (vgl. Lüger 1995, S. 89, 90). Sie beschränken sich also nur auf Fakten, nicht auf Zusammenhänge oder Hintergründe. Auch explizite Wertungen werden gemieden. Die charakteristische 21

22 sprachliche Handlung ist die Mittelung. Die Themen richten sich auf den Bereich der Politik und human interest-motive (vgl. Lüger 1995, S ). Nachricht Bei Nachrichten unterscheidet man zwei Typen: Harte Nachricht wird für die Urzelle der Zeitung gehalten. Nachrichten sollen so die Auskunft in publizistischen Handbüchern den Leser aktuell, sachlich, d. h. ohne Beigabe von Kommentierungen, und prägnant informieren; angestrebt wird die Vermittlung von Informationen in möglichst knapper, unparteilicher Weise (Weischenberg, Nachrichtenschreiben, 1988, S. 16, zit. nach Lüger 1995, S. 94). Der Unterschied zwischen Meldungen und Nachrichten besteht darin, dass die wichtigste Information das Neue bei Nachrichten im Titel steht und im Haupttext dann Zusatzinformationen und Einzelheiten folgen. Die zentrale Aussage vermittelt also der Titel und Untertitel. Aus diesem Grund bestehen die Überschriften meistens aus vollständigen Sätzen. In Nachrichten strebt man nach komplexer Wortbildung, lexikalischer Varianz, d. h. man verwendet verschiedene Ausdrücke für gleiche Sachverhalte. Sehr oft ist in den Nachrichten komplizierte Satzstruktur und hohe durchschnittliche Satzlänge zu sehen. Harte Nachrichten geben Informationen über bedeutende politische, wirtschaftliche und kulturelle Angelegenheiten. Weiche Nachrichten konzentrieren sich im Unterschied dazu auf sog. human interest-bereich Skandale, Unglücksfälle, Naturkatastrophen, Verbrechen u. ä. Deshalb ist auch die Gestaltung anders als bei harten Nachrichten. Im Vordergrund steht eine lesewerbende Darstellungsweise, das Informieren ist hier von sekundärer Bedeutung. Die Mittel, die dazu beitragen sind z. B. lockere, scherzhafte Kommunikationsmodalität, Darstellung von originellen Begebenheiten, phraseologische und umgangssprachliche Ausdrücke, usw. (vgl. Lüger 1995, S ). Bericht Der Bericht wird manchmal als eine Modifikation der harten Nachricht betrachtet. Im Allgemeinen ist er hingegen komplexer und vielfältiger. Im Mittelpunkt steht ein bestimmter Sachverhalt (meist ein Ereignis oder ein Geschehen), über das chronologisch informiert wird. Dazu kommen noch weitere Komponenten wie Zitate, kommentierende Stellungnahmen oder eingefügte Hintergrundinformationen. Bei Berichten wird mehr als bei Nachrichten darauf Wert gelegt, den Text für den Leser attraktiv zu machen, ihn 22

23 emotional anzusprechen und ihn für die Lektüre zu motivieren (vgl. Lüger 1995, S ). Reportage Die Reportage wird ganz allgemein als eine konkrete, stark persönlich gefärbte Geschehens- oder Situationsdarstellung aufgefasst. Ein Berichterstatter schildert den Sachverhalt subjektiv aus seiner Sicht. Das spiegelt sich auch in der Sprachgestaltung wider. Häufig erscheinen hier Zitate, konkrete Wiedergaben von Eindrücken, Gefühlen, Einstellungen und Wertungen und Passagen in der Ich- oder Wir-Form. Die Reportagen sind in der Regel umgangssprachlich geprägt, syntaktisch einfach und überschaubar (vgl. Lüger 1995, S ). 6.3 Meinungsbetonte Texte Es geht um Texte, die für explizite Äußerung von Meinung, Urteil oder Kritik spezielle Übermittlungsformen herausbilden. Zu den bedeutendsten meinungsbetonten Texten gehören: Kommentar Eine wichtige Funktion journalistischer Kommentare besteht nach Koszyk/Pruys (Wörterbuch zur Publizistik, 1969, S. 184) darin, eine unabhängige Interpretation, Erklärung und Erläuterung von Tagesereignissen, Zeitströmungen und politischen Entwicklungen zu geben (Lüger 1995, S. 126). Dazu dient eine argumentative Textstruktur, die noch mit Rechtfertigungen und Begründungen gestärkt wird. Die Attraktivität des Textes wird durch den Einsatz von zahlreichen sprachlichen Mitteln, wie Metaphern, Hyperbeln, rhetorische Figuren, idiomatische Ausdrücke usw., erhöht (vgl. Lüger 1995, S ). Glosse Im Vergleich zu dem Kommentar kennzeichnet sich die Glosse durch einen zugespitzten, polemischen Stil (Reumann, Journalistische Darstellungsformen, in: Noelle-Neumann u. a., 1998, S. 81, zit. nach Lüger 1995, S. 137). Die Absicht ist nicht im Rahmen entgegengesetzter Ansichten eine bestimmte Position konsensfähig zu begründen, 23

24 sondern man strebt nach der Verstärkung einer als gegeben angenommenen Einstellung. Dem Leser soll die Lektüre Vergnügen bringen, deshalb wirkt die Argumentation eher unterhaltend als überzeugend. Aus diesem Grund treten hier häufig verschiedene sprachliche Elemente Wortspiele, Phraseologismen, spöttische Anredeformen, Ironie, u. a. auf. Da sich die Glosse nur auf einen Themenaspekt konzentriert, ist die Vorkenntnis der Thematik wichtig (vgl. Lüger 1995, S ). Kritik In der Presse geht es vor allem um Artikel, die sich auf Kunstkritik, also auf Theater-, Musik-, Film-, Buch-, Rundfunk-, und Fernsehbesprechung, konzentrieren. Die Kritik orientiert die Leser über ein bestimmtes kulturelles Angebot und dessen Autor gibt Informationen über die Rezeption seines Werkes. Der Kritiker soll nicht nur subjektive, sondern auch sachliche und künstlerisch begründete Beurteilung eines Kunstwerkes bieten (vgl. Lüger 1995, S ). Meinungsinterview Das Interview dient in dialogischer Form zur Wiedergabe des Gesprächs zwischen einem Journalisten und seinem Gesprächspartners. Wie andere Textsorten dieser Gruppe enthält es oft Argumente, Erklärungen und Hintergründe zu einem gegebenen Sachverhalt um die Meinung oder Haltung des Rezipienten beeinflussen zu können. Der Vorteil ist, dass die Informationen unmittelbar im Eindruck von Wirklichkeitsnähe und Authentizität gesehen werden. Man muss aber berücksichtigen, dass es beim Presseinterview zu redaktionellen Überarbeitungen kommt, wie z. B. Tilgung von Wiederholungen, Korrekturen, Versprechungen usw., und dadurch der authentische Charakter zum Teil verloren geht (vgl. Lüger 1995, S ). 24

25 II. PRAKTISCHER TEIL 1 CHARAKTERISTIK DES COSMOPOLITAN Cosmopolitan ist ein Lifestyle-Magazin, das zu den luxuriösen und exklusiven Frauenzeitschriften gehört. Heutzutage erscheint es in über 100 Ländern und ist mit ca. 60 Millionen LeserInnen das größte internationale Frauenmagazin der Welt (vgl. Die registrierte Marke COSMOPOLITAN besitzt die amerikanische Gesellschaft Hearst Corporation, genauso wie andere weltbekannte Titel (Harper's BAZAAR, Marie Claire oder Esquire). Die Geschichte des Magazins geht über 100 Jahre zurück. Zum ersten Mal kam es ans Licht in den USA. Die deutsche Ausgabe wird von der Marquard Media AG seit 1980 herausgegeben. Die Chefredakteurin ist Petra Gessulat. Der Verlag selbst präsentiert das Cosmopolitan als ein Magazin für eine hochkarätige Leserschaft, die leidenschaftlich gerne konsumiert und es sich auch leisten kann mit dem Motto stark. smart. sexy. ( Es erscheint monatlich mit einer verkauften Auflage von Exemplaren (Quelle: IVW, ø 1-11/2007; zit. nach: Für die Artikel ist charakteristisch, dass sie größeren Umfangs sind. Man kann hier die typischen Merkmale von der Boulevardpresse sehen: viele Fotos und Bilder, große Varianz der Schrifttypen (große Buchstaben und Schrift, Fett- und Farbdruck o. ä.). Den wesentlichen Teil bildet die Werbung. Was die Sprache betrifft, werden hier (um das Magazin von anderen zu unterscheiden und um den Eindruck der Exklusivität hervorzurufen) häufig verschiedene rhetorische und sprachliche Mittel gebraucht, wie Wortspiele, Anspielungen, Metapher, Synonymie, Alliteration, usw. Häufig werden auch Anglizismen und Phraseologismen vertreten. Die Ausdrucksmittel sind witzig, treffend, humorvoll, expressiv und originell. Die Themen, mit denen sich Cosmopolitan beschäftigt, sind vor allem Mode und Schönheitspflege, Partnerbeziehungen, Karriere, Kultur und neue Trends. In jeder Ausgabe kommen regelmäßig folgende Rubriken vor: Cosmotalk, Covergirl, Männer, Sex, Liebe, Psycho, Mode, Job, Beauty, Reise. Von Textsorten überwiegen vor allem weiche Nachrichten, Kommentare, Abhandlungen, Essays, Glossen, Reportagen und verschiedene Mischformen. 25

26 2 DIE EIGENE ANALYSE DER ARTIKEL Zu der Analyse der Artikel werden insgesamt fünf Exemplaren vom deutschen Cosmopolitan aus den Jahren 2008, 2009 benutzt. Daraus werden sechs Artikel ausgewählt, die dann gründlich untersucht werden. Die gefundenen Phraseologismen werden nach oben genannten Klassifikationen eingeordnet. Untersucht werden auch ihre Funktion, stilistische Markierung und ihre Platzierung im Text. Zur Erläuterung der Bedeutungen der einzelnen Phraseologismen werden die im Literaturverzeichnis angeführten Wörterbücher verwendet. 2.1 Sonne im Herzen (Cosmopolitan, Mai 2008, S ) In diesem Meinungsinterview aus der Rubrik Covergirl wird die bekannte Schauspielerin Cameron Diaz vor allem über ihren derzeit neuen Film Love Vegas, aber auch über Liebe, Älterwerden und Kinder befragt. Das Interview führte Henry Armaud. Der erste Phraseologismus befindet sich gleich in der Schlagzeile: 1. Sonne im Herzen Sonne im Herzen haben (veraltend) ein fröhlicher Mensch sein Die Verbindung gehört zu den phraseologischen Ganzheiten. Es handelt sich um eine Ellipse. In diesem Artikel kommen viele andere phraseologische Wendungen, die sich in die Klasse der phraseologischen Ganzheiten einordnen lassen: 2. Joy haut in Las Vegas so richtig auf den Putz und ist plötzlich mit einem Fremden verheiratet. auf den Putz hauen 1. ausgelassen sein, feiern; 2. energisch vorgehen, laut schimpfend protestieren; 3. angeben, großsprecherisch reden Diese voll-idiomatische Wendung kann als umgangssprachlich oder salopp bezeichnet werden. In diesem Satz ist die erste Bedeutung richtig feiern. 26

27 3. Da einer der beiden mit dem Geld des Anderen den Casino-Jackpot geknackt hat, ist nicht klar, wem der Gewinn nun zusteht. den Jackpot knacken den Jackpot gewinnen Bei dieser umgangssprachlichen Wendung ist die Modifikation durch die Determinativkomposition zu beobachten. 4. Aber ich achte heute mehr auf mich, fühle mich deshalb wohl in meiner Haut. sich in seiner Haut [nicht] wohlfühlen sich in seiner Lage [unbehaglich] fühlen Hier geht es auch um einen umgangssprachlichen Phraseologismus in der affirmativen Variante. 5. Ich hatte auf alle Fälle schon dieses Was zur Hölle, was ist passiert? -Gefühl nach einer wilden Partynacht. zur Hölle mit jmdm., etw.! Verwünschungsformel Diese Verbindung lässt sich in die kommunikativen Phraseologismen einordnen. Sie ist modifiziert. Im Text ist nur ein Teil des Phraseologismus angedeutet, es geht also um eine Verkürzung. auf alle Fälle 1. unbedingt, unter allen Umständen; 2. zur Sicherheit, vorsichtshalber Diese Wendung kann man als einen präpositionalen Phraseologismus verstehen. In diesem Fall heißt es unbedingt. Auch Phraseologismen aus der Klasse der Funktionsverbgefüge kommen hier vor: 6. Machen Sie etwa Witze? Witze machen witzeln 7. Die Filmfigur Joy holt sich Rat von ihrer besten Freundin. sich bei jmdm. Rat holen sich von jmdm. beraten lassen Diese Wendung ist durch die lexikalische Substitution modifiziert (bei von). 27

28 8. Vor allem bin ich immer sehr gespannt, wie die Bilder am Ende aussehen, da mir die Fotoschootings einen Riesenspaß machen. vor allem hauptsächlich, besonders am Ende 1. schließlich, im Grunde; 2. (norddeutsch) womöglich, vielleicht Hier sind es präpositionale Phraseologismen. Spaß machen spaßen In diesem Fall ist die Modifikation durch Determinativkomposition zu sehen. Die Wendung wurde dadurch verstärkt. Es handelt sich um ein Funktionsverbgefüge. Von anderen phraseologischen Gruppen sind in diesem Artikel vertreten: 9. Gut, man sollte niemals nie sagen, aber ich kann es mir nicht vorstellen. man soll nie nie sagen man soll nichts kategorisch für alle Zukunft ausschließen Es geht um ein Sprichwort mit der Variante in der Art der Negation (nie niemals) und Änderung des Modus Verbi (soll sollte). So kommt es zur Verfeinerung des Ausdrucks. 10. Und für den Fall, dass sie keine Zeit hat, habe ich noch jede Menge tolle Freunde. für den Fall/im Fall[e], dass falls, wenn Hier handelt es sich um eine Variante des präpositionalen Phraseologismus. jede Menge (ugs.) sehr viel Diesen Phraseologismus kann man als eine phraseologische Verbindung bezeichnen. 11. Als ich das Drehbuch gelesen habe, musste ich die ganze Zeit lachen. die ganze Zeit ständig, ununterbrochen Diese Wendung ist auch eine phraseologische Verbindung. 12. Ein Kampf um die Dollars beginnt, bei dem sich die beiden so nach und nach ineinander verlieben. nach und nach allmählich Hier geht es um einen präpositionalen Phraseologismus. 28

29 13. Aber im Geist können wir immer jung bleiben in dieser Hinsicht fühle ich mich alterslos. Im Geist[e] in Gedanken, in der Vorstellung Das ist ein Beispiel eines präpositionalen Phraseologismus. In diesem Artikel kommen die Phraseologismen in dem ganzen Text vor, zu sehen ist aber die abnehmende Tendenz die meisten erscheinen am Anfang und bis zum Schluss wird ihr Zahl geringer. Man kann die Wendungen aller Grade der Idiomatizität finden: Voll-idiomatisch ist z. B. auf den Putz hauen, als teil-idiomatisch kann man den Jackpot knacken nennen und nicht-idiomatisch sind Witze machen oder die ganze Zeit. Viele im Text vorkommende Phraseologismen sind expressiv und bildlich, wie Sonne im Herzen haben, sich in seiner Haut wohlfühlen, jmdm. das Leben zur Hölle machen, usw. Damit werden bei LeserInnen Emotionen hervorrufen und der Eindruck der Vertraulichkeit wird erweckt. Das führt dazu, Interesse der Leserschaft zu fesseln, zu behalten und vor allem Vergnügen zu bringen. Manche phraseologische Verbindungen beziehen sich auf die Filmfiguren, z. B. Joy haut in Las Vegas so richtig auf den Putz oder Joy holt sich Rat von ihrer besten Freundin. Sie charakterisieren auch die Schauspielerin selbst, wie Sonne im Herzen oder fühle mich wohl in meiner Haut. 2.2 Galopp ins Glück (Cosmopolitan, September 2008, S ) Wie schon die Schlagzeile andeutet, geht es in diesem Artikel um Reiten. Es handelt sich um eine Reportage, in der drei Autorinnen über ihren Reiturlaub erzählen, den sie in verschiedenen Teilen der Welt (Arizona, Österreich und Ungarn) verbracht haben. Dieser Artikel gehört zu der Rubrik Reise. Er wurde von Alexandra Berger, Sabine Fellmann und Tanja Pöpperl verfasst. Der Artikel wird in drei Teile geteilt, in dem jede von den Autorinnen ihre eigenen Ereignisse schildert. 29

30 1. Wenige Augenblicke später hüpft mein Po mit der Anmut eines Mehlsacks auf dem Sattel auf und ab. sich auf und ab bewegen sich nach oben und wieder nach unten bewegen Bei diesem Phraseologismus aus der Klasse der phraseologischen Ganzheiten, geht es um eine Modifikation der lexikalischen Substitution das Verb sich bewegen wird durch das Verb hüpfen ersetzt. Das verursacht eine Verstärkung dieser Wendung. 2. Das sagt sich so leicht. leicht gesagt sein schwerer durchzuführen sein, als der, der davon spricht, annimmt In diesem Fall handelt es sich um eine Verkürzung der festen Phrase Das ist leichter gesagt als getan., die rückbezüglich variiert wurde. Diese Wendung ist umgangssprachlich. 3. Im Schritt, versteht sich. sich [von selbst] verstehen - keiner ausdrücklichen Erwähnung bedürfen; selbstverständlich sein Hier geht es um eine Verkürzung der festen Phrase Das versteht sich von selbst! 4. Kojoten gesehen, beim team penning (Viehtreiben) eine neue Bestzeit aufgestellt, den aufregenden mountain ride gewagt einen Rekord aufstellen Höchstleistung erreichen Diese feste Verbindung, die aus dem Sportbereich kommt, kann man zu Kollokationen einordnen. Im Text wurde das Wort Rekord durch den Ausdruck eine neue Bestzeit ersetzt, damit es sich besser in den Kontext eignet. 5. Jeder redet mit jedem, man kennt sich aus einer gemeinsamen Reitstunde, von einem Gruppenaustritt oder knüpft jetzt, bei Wein und Barbecue-Chicken neue Kontakte. Kontakte knüpfen Dieser Phraseologismus kann man als eine Kollokation klassifizieren. Die übertragene Bedeutung des Verbs knüpfen heißt knoten. 30

31 6. Dafür sorgen unter anderem die 130 Pferde, von denen jedes einen Namen hat, und über 100 Stück Longhornvieh. unter anderem/anderen auch noch Dieser präpositionale Phraseologismus wird oft als eine Abkürzung u. a. benutzt. 7. Da trifft es sich gut, dass der Tag früh beginnt: Wie es sich so trifft! wie es so kommt, geschieht; wie es der Zufall will Diese Redewendung wird in diesem Fall durch die lexikalische Substitution (wie da) und durch die Hinzufügung des Wortes gut modifiziert, damit sie besser in den Text passt. Man kann sie in den festen Phrasen einreihen. 8. Das kommt dem Traum entspannungsreifer Eltern vom perfektem Urlaub schon sehr nahe: einer Sache nahe sein fast von etw. überwältigt, erfasst werden In diesem Fall handelt es sich um eine Modifikation der lexikalischen Substitution (sein kommen). Dazu wird noch das Wort sehr hinzufügt, um die Wendung noch zu verstärken. Es ist eine Kollokation. 9. Die Kinder glücklich und sinnvoll beschäftigt zu wissen, während man sich selbst nach Noten verwöhnen lässt. [wie] nach Noten mit einer gewissen Perfektion, Gründlichkeit Diesen Vergleich kann man als umgangssprachlich und scherzhaft bezeichnen. 10. Hoteldirektor Kurt Ropers fingiert am Ende der knapp dreistündigen Fahrt vom Budapester Flughafen sogar eine Autopanne, um mich aus der Limousine zu locken und mir die letzten Kilometer zum Schloss von einer Pferdekutsche aus zu präsentieren. am Ende siehe oben 11. Doch die Belohnung lässt nicht lange auf sich warten: auf sich warten lassen [lange Zeit] nicht eintreffen Diese phraseologische Ganzheit wird hier durch die Wechsel Affirmation Negation modifiziert. Dadurch kommt zur besseren Anpassung des Phraseologismus an den Kontext. 31

32 Es ist deutlich zu sehen, dass die meisten Phraseologismen im ersten Teil des Artikels erscheinen, dann sinkt ihr Vorkommen sehr stark. Damit soll gleich am Anfang die Atmosphäre der Vertraulichkeit und einen engeren Kontakt zu der Leserschaft geschaffen werden, um die Kommunikation zu erleichtern und zum Lesen weiter zu motivieren. Von den phraseologischen Klassen sind am meisten die Kollokationen und die festen Phrasen vertreten, wichtig sind auch die phraseologischen Ganzheiten und die präpositionalen Phraseologismen. In der Regel geht es um Ausdrücke, die nicht- oder nur schwach-idiomatisch sind, wie Kontakte knüpfen, sich [von selbst] verstehen oder am Ende. Sehr viele Wendungen werden modifiziert, was vor allem die bessere Anpassung an den Kontext und in den ganzen Text ermöglicht. Einige Ausdrücke hängen mit dem Thema Reiten zusammen, wie auf und ab hüpfen, eine neue Bestzeit aufstellen usw. oder dienen zur besseren Anschaulichkeit (nach Noten, Kontakte knüpfen). 2.3 Gelée Royale (Cosmopolitan, September 2008, S. 166) Diese weiche Nachricht aus der Rubrik Beauty gibt Informationen über Gelée Royale. Die LeserInnen erfahren, wozu dieser Bienenfuttersaft in der Kosmetik benutzt wird, welche Stoffe er beinhaltet, etwas aus seiner Geschichte und auch wie ihn die Bienen produzieren und wie man ihn dann gewinnt. Zum Artikel gehören noch ein paar Abbildungen von Produkten, die Gelée Royale enthalten. Der Artikel stammt von Emma Blum. Im Text ist eine Reihe von verschiedenen Klassen der Phraseologismen zu sehen: 1. Von hormonähnlichen Substanzen war die Rede, die auf magische Weise den Alterungsprozess aufhalten sollen. von jmdm., etw. ist die Rede über jmdn., etw. wird gesprochen Hier geht es um eine nicht-idiomatische Wendung, die in die Klasse der Funktionsverbgefüge eingeordnet werden kann. 32

33 2. Und dass sie im Gagensatz zu ihnen vier bis fünf Jahre leben, statt nur etwa 45 Tage. im Gegensatz zu im Unterschied zu Diese Verbindung kann man als einen präpositionalen Phraseologismus bezeichnen. 3. Kein Wunder, dass Gelée Royale seit seiner Entdeckung im 19. Jahrhundert vielen als Power- und Potenzmittel galt. ein/kein Wunder [sein] verwunderlich/nicht verwunderlich [sein] Dieser Phraseologismus gehört zu den Funktionsverbgefügen. Hier geht es um eine affirmative Variante, bei der das Verb ausgelassen ist. Man kann ihn als umgangssprachlich bezeichnen. 4. Der wissenschaftliche Nachweis für die versprochene Wirkung von innen fehlt jedoch nach wie vor und lange konnte man auch eine kosmetische, hautregenerierende Wirkung nicht beweisen. nach wie vor noch immer von innen vom Inneren her, von der Innenseite aus Beide diese Wendungen kann man in präpositionalen Phraseologismen einreihen. 5. Aber durch verfeinerte Messmethoden erscheint das Bienenelixier heute in neuem Licht. in einem anderen Licht erscheinen sich anders darstellen Diese Wendung kann man der Gruppe der phraseologischen Ganzheiten zuordnen. Sie ist durch die lexikalische Substitution (ander neu) modifiziert. 6. Fragt sich nur, wo das knappe wertvolle Schönheitselixier für so viele Pflegeprodukte herkommt? es fragt sich nur es ist fraglich, es ist nicht sicher Dieser Ausdruck lässt sich in die Klasse der festen Phrasen einordnen. Hier geht es um eine Kürzung (das Pronomen es wird ausgelassen). 33

34 7. Im großen Stil gewonnen wird es heute meist in speziell dafür eingerichteten, kommerziellen Bienenzuchten in China. großen Stil; im großen Stil im großen Umfang Dieser Phraseologismus gehört zu den phraseologischen Verbindungen und bezeichnet Art und Weise des Sichverhaltens oder des Vorgehens. Der überwiegende Teil von Phraseologismen befindet sich am Anfang des Textes. Die meist vertretene Gruppe bilden präpositionale Phraseologismen, die nicht bildlich und nicht-idiomatisch sind. Ihre Funktion besteht in der Herstellung der grammatischen Relationen. Nur selten geht es um modifizierte Wendungen, manchmal kommen phraseologische Varianten vor. Im Text ist die Bemühung um einen sprachpflegerischen Stil zu sehen, den die Wendungen wie von etw. ist die Rede, nach wie vor, im großen Stil usw. unterstützen. Die Phraseologismen sind auch behilflich beim Ausdrücken von Fazitformeln oder bei der Übermittlung von Informationen kein Wunder, im Gegensatz zu u. ä., die sie noch betonen. Sie haben eine verstärkende Funktion, wie im großen Stil. 2.4 Smile! (Cosmopolitan, November 2008, S. 158, 159) Den folgenden Artikel, der sich als eine weiche Nachricht bezeichnen lässt, findet man in der Rubrik Gesundheit. Den LeserInnen gibt er Informationen über eine richtige Mundhygiene. Zum Artikel gehört noch eine kleine Werbung für einige Produkte. Der Autor dieses Textes ist Gerti Sammel. In diesem Artikel sind am häufigsten Phraseologismen aus der Klasse der phraseologischen Ganzheiten vertreten: 1. Doch leider lässt unser Engagement diesbezüglich einiges zu wünschen übrig. [viel/einiges] zu wünschen übrig lassen nicht hinreichen, verbesserungsbedürftig sein 34

35 2. Und während die Amerikaner nach dem Motto floss or die fast zwanghaft zur Zahnseide greifen, um schädigen Bakterien den Garaus zu machen, benutzt der Deutsche davon ganze 1,4 cm im Jahr. jmdn. den Garaus machen jmdn. umbringen Es geht um eine umgangssprachliche Wendung. Das Wort Garaus geht auf gar aus zurück, was vollständig aus bedeutet. Mit diesem Ruf wurde seit dem 15. Jh. in Süddeutschland die Polizeistunde geboten. Der Ausdruck wurde dann auf das Tagesende übertragen. 3. Ob in Sachen Mundhygiene alles zum Besten steht, kann man übrigens ganz leicht nachprüfen: in Sachen 1. was betrifft, in Bezug auf ; 2. (Rechtssprache) in dem Rechtsstreit Diese Verbindung gehört zu präpositionalen Phraseologismen. In diesem Fall ist die erste Bedeutung richtig. mit jmdm., etw. steht es nicht zum Besten jmds. [finanzielle, gesundheitliche o. ä.] Situation ist nicht gut; mit etw. sieht es recht ungünstig aus In dem Satz ist der Phraseologismus durch die Wechsel Negation Affirmation modifiziert. 4. Nicht die Fältchen um die Augen lassen uns frühzeitig alt aussehen Zähne und Zahnfleisch sind es. alt aussehen einen schwachen schlechten Eindruck machen; im Nachteil sein Diese Wendung gehört der Stilschicht umgangssprachlich bis salopp an. 5. Den Faden spannen und waagerecht unter dem Zahnfleischsaum hin und her bewegen, dann an den Seitenflächen der Zähne senkrecht auf und ab fädeln. hin und her auf und ab, ständig die Richtung wechselnd Dieser Phraseologismus gehört zu Zwillingsformen. sich auf und ab bewegen sich nach oben und wieder nach unten bewegen Hier ist die Modifikation durch lexikalischen Substitution zu sehen (sich bewegen fädeln). Durch die wird der Phraseologismus an den Kontext angepasst. 35

36 6. In den Furchen der Zunge tummeln sich Millionen von Bakterien, die mit der Zeit eine müffelige Schicht bilden und die muss weg, denn sie ist nicht nur Hauptverursacher von schlechtem Atem, sondern auch beliebte Heimat von Karies- und Paradontose- Bakterien. mit der Zeit allmählich Diese Wendung kann man als einen präpositionalen Phraseologismus bezeichnen. nicht nur, sondern [auch] Hier geht es um einen konjunktionalen Phraseologismus. 7. Zur Not machen Sie es wie die Inder, die ihre Zunge traditionell mit einem Löffel abschaben. zur Not wenn es gar nicht anders geht, notfalls Es handelt sich um einen präpositionalen Phraseologismus. Im Text findet man vor allem Phraseologismen aus der neutralen Stilschicht. Es handelt sich überwiegend um nicht-idiomatische Wendungen, wie mit der Zeit, hin und her, zur Not, in ihrer Grundform. Varianten und Modifikationen treten nur selten auf. Man kann sagen, dass die phraseologischen Wendungen im ganzen Text verteilt sind, damit die Aufmerksamkeit der LeserInnen behalten wird. Diesen Artikel kann man als populärwissenschaftlich klassifizieren. Durch eine unterhaltsame Form bekommt man Informationen und Neuigkeiten aus der Forschung. Das wird mittels der expressiven Phraseologismen, wie z. B. jmdn. den Garaus machen erzielt. Die primäre Funktion der festen Wendungen ist also die Lesemotivation durch humorvolle und witzige Ausdrücke zu erhöhen und das Interesse zu wecken. 2.5 Energie-Bündel (Cosmopolitan, Januar 2009, S. 20) Dieser Artikel gehört in die journalistische Textsorte Meinungsinterview und man findet ihn in der Rubrik Covergirl. Die bekannte Schauspielerin Angelina Jolie antwortet auf die Fragen von Andreas Renner, die die Themen Filme, Familie und Lebensstil betreffen. 36

37 Im Text sind idiomatische Wendungen aus verschiedenen phraseologischen Klassen vertreten, am öftesten kommen phraseologische Ganzheiten und Funktionsverbgefüge vor: 1. Kaum zu bändigen: sexy Supermama Angelina Jolie, 33 nicht zu bändigen sein außer Rand und Band [geraten/sein] Diese phraseologische Ganzheit ist ein Synonym zum Phraseologismus außer Rand und Band [geraten/sein], was entweder übermütig und ausgelassen [werden/sein] oder außer Kontrolle geraten bedeutet. Es handelt sich um umgangssprachliche Wendungen. Der Phraseologismus wird hier durch die Verkürzung (Auslassung des Verbs) und durch die lexikalische Substitution (nicht kaum) modifiziert. Diese Wendung finden wir nicht im Text, sie dient als eine Legende zum Hauptfoto. Sie soll die Leserschaft ansprechen, ihre Aufmerksamkeit anziehen und zum Lesen des Artikels motivieren. 2. Allein die Vorstellung einer solchen Möglichkeit machte mich ganz verrückt. jmdn. verrückt machen jmdn. völlig durcheinander bringen Hier geht es wieder um eine phraseologische Ganzheit, die zu der umgangssprachlichen Stilschicht gehört. Der Ausdruck wird noch durch das Adverb ganz verstärkt. 3. Wie ganz genau bringen sie Familie, Schauspielerei und Ihr Engagement als UN- Sonderbotschafterin unter einen Hut? jmdn., etw. unter einen Hut bringen in Übereinstimmung, in Einklang bringen Diese Wendung kann man als eine phraseologische Ganzheit bezeichnen, die der umgangssprachlichen Stilschicht angehört. 4. Wie schafft sie das nur alles? ist die häufigste Frage, die wir uns stellen, wenn es um Angelina Jolie geht. eine Frage stellen etw. fragen Dieser Phraseologismus ist ein Funktionsverbgefüge, der noch durch die Hinzufügung des Adjektivs häufig modifiziert wird. 37

38 5. Außerdem bekomme ich sehr viel Unterstützung von Brad. (eine) Unterstützung bekommen unterstützt werden In diesem Fall geht es um ein Funktionsverbgefüge, das noch durch das Adverb viel verstärkt wird. 6. größte Sexsymbol aller Zeiten im offiziellen und unoffiziellen Rangings; zu aller Zeit/allen Zeiten allezeit Hier handelt es sich um eine Variante des adverbialen Phraseologismus. 7. Nein, ich nehme mir meine Auszeiten. eine Auszeit nehmen Pause machen Diese feste Verbindung, die zu den Kollokationen gehört, ist vor allem im Bereich des Sports gebräuchlich. 8. Im Februar drehe ich noch einen Film, danach nehme ich mir ein Jahr Auszeit. eine Auszeit nehmen siehe oben 9. Können Sie sich vorstellen, um den Alltag zu entzerren, eines Tages nur noch Hausfrau und Mutter zu sein? eines [schönen] Tages an einem nicht näher bestimmten Tag, irgendwann einmal Diese Wendung wird vor allem in Märchen und ähnlichen Geschichten gebräuchlich. Hier ist es auf die Zukunft bezogen. Es gehört zur Klasse der phraseologischen Verbindungen. 10. Mein Engagement für die Vereinten Nationen möchte ich nicht aufgeben. Vereinte Nationen Dieser Terminus bezeichnet eine Vereinigung von Staaten zur Sicherung des Weltfriedens und zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit. Oft wird nur die Abkürzung UN (aus dem Englischen United Nations) benutzt. Nach Burger (1998, S.46) gehört er zu den onymischen Phraseologismen, die die Funktion von Eigennamen haben. 38

39 Zum Vorkommen der phraseologischen Wendungen in diesem Artikel kann man sagen, dass sie im ganzen Text fast gleichmäßig erscheinen und dass kein Teil des Textes vorgezogen wird. Die festen Verbindungen, die man im Text findet, sind eher nicht oder nur wenig idiomatisch und nicht bildlich, wie z. B. eine Frage stellen, eine Auszeit nehmen, (eine) Unterstützung bekommen, eines Tages u. a. Die bildlichen Phraseologismen sollen der Leserschaft die Sachverhalte veranschaulichen, z. B. jmdn. verrückt machen oder jmdn., etw. unter einen Hut bringen. Sie dienen auch zur Charakteristik von Angelina Jolie, wie nicht zu bändigen sein. Die meisten gehören der neutralen Stilschicht zu. Oft geht es um modifizierte Wendungen. Die Hauptfunktion der Phraseologismen in diesem Text ist die LeserInnen zu unterhalten, ihr Interesse zu wecken und zur Lektüre zu motivieren. 2.6 Dschungelbuch (Cosmopolitan, Februar 2009, S ) Diese Reportage kommt aus der Rubrik Reise. Die LeserInnen werden über einen exotischen Urlaub in Malaysia informiert und sie erfahren, was alles die Autorin selbst in Malaysia erlebt hat. Den Artikel stammt von Malanie Jassner. Im Artikel befinden sich viele unterschiedliche phraseologische Klassen, von denen die phraseologischen Ganzheiten am meisten vertreten sind: 1. Davon kann man in Malaysia eine Menge erleben. eine Menge viel Diese Verbindung gehört zu nominalen Phraseologismen. 2. New York, ich bin in New York!, schießt mir durch den Kopf. jmdm. [plötzlich] durch den Kopf schießen jmdm. plötzlich einfallen, in den Sinn kommen In diesem Fall geht es um eine phraseologische Ganzheit. 39

40 3. Aufgeregt hüpfe ich zwischen Packliste und Schrank hin und her. hin und her siehe oben 4. Willst du die große, mit der du einen Tiger k.o. schlagen kannst, fragt mein Freund, oder die Stirnlampe? den Gegner k.o. schlagen den Gegner (nach einem Niederschlag) kampfunfähig machen, besiegen In diesem Fall handelt sich um eine phraseologische Ganzheit. Die Abkürzung k.o. wurde vom Englischen knock-out übernommen, sie kommt aus dem Sportbereich, vor allem aus dem Boxen. 5. Abendteurer sind verrückt nach diesem Fleckchen Erde südlich von Thailand, weil sie in Höhlen und auf Berge (oder Mount Kinabalu misst 4095 Meter) klettern können, nach Schiffswracks und Haien tauchen, oder sich im Dschungel auf die Suche nach Langnasenaffen, Tigern und Elefanten begeben können. sich auf die Suche begeben zu suchen anfangen Es geht um ein Funktionsverbgefüge. 6. Der gefürchtete Ach hallo, Sie auch hier! Ja, ja, die Welt ist klein -Urlaubs- Smalltalk wird auf dieser Reise nicht stattfinden. die Welt ist ein Dorf/ist klein ein Kommentar bei einem überraschenden, unwahrscheinlichen Zusammentreffen Diese Verbindung kann man als einen Gemeinplatz bezeichnen. 7. Ich wache auf, weil meine Zähe klappern. Zähne klappern 1. vor Kälte; 2. vor Angst Dieser Phraseologismus lässt sich in die Klasse der Kinegramme einordnen. In diesem Fall klappern Zähne der Autorin vor Kälte, was sie dann noch weiter beschreibt. Diese Wendung dient, mithilfe von ihrer Bildlichkeit, zu der besseren Beschreibung der Situation. Es ist onomatopoetisch. 40

41 8. In dem Moment läuft Markus an mir vorbei Oberkörper frei, darauf drei Blutegel, ein Souvenir aus dem Wasser. im Moment zum gegenwärtigen Zeitpunkt, momentan Hier ist es ein Beispiel eines präpositionalen Phraseologismus. 9. Da unser Nachtlager noch zwei Kilometer entfernt ist, müssen wir das letzte Stück zu Fuß gehen. zu Fuß gehen einen Weg im Gehen zurücklegen und nicht fahren Dieser Ausdruck kann zu Kollokationen gehören. 10. Vielen Dank für die Stirnlampe. Vielen Dank! Diese Dankesformel gehört zu den kommunikativen Phraseologismen und lässt sich als eine Routineformel bezeichnen. Manche Phraseologismen kann man auch in Legenden zu Fotos finden: 11. Kein Mensch in Sicht: in Sicht sein, kommen sichtbar sein, werden Es ist eine Verkürzung von einer Kollokation. 12. Die ulkigen Nashornvögel pfeifen, brummen und brüllen im Dschungel um die Wette. um die Wette 1. um festzustellen, wer es am besten kann; 2. mit viel Eifer, intensiv In diesem Satz bedeutet die Wendung, die zu den präpositionalen Phraseologismen gehört, intensiv. 13. Endlich wissen wir, woher die Redensart den Karren aus dem Dreck ziehen kommt. die Karre/den Karren aus dem Dreck ziehen eine verfahrene Angelegenheit bereinigen, etw. wieder in Ordnung bringen Hier geht es um eine Variante der phraseologischen Ganzheit, die zur umgangssprachlichen Stilschicht gehört. Es ist voll-idiomatisch. 41

42 Der überwiegende Teil der im Artikel vorkommenden Phraseologismen haben einen expressiven und bildlichen Charakter. Sie werden zur Beschreibung von Gefühlen und Gedanken, wie Zähne klappern oder jmdm. [plötzlich] durch den Kopf schießen und zur anschaulichen Darstellung der Sachverhalte zu Fuß gehen, um die Wette, den Karren aus dem Dreck ziehen, o. ä. gebraucht. Ihre Funktion ist die Leserschaft zu emotionalisieren und die Atmosphäre der Vertraulichkeit zu schaffen. Damit werden die Ansichten und emotionale Wertungen der Autorin auf die RezipientInnen indirekt übertragen. Die Kommunikation wird erleichtert und die LeserInnen werden vergnügt sein. Die Wendungen erscheinen hauptsächlich in ihrer Grundform, fast keine Wendungen werden variiert oder modifiziert. Zum Vorkommen der Phraseologismen im Artikel kann man sagen, dass sie im Text fast gleichmäßig verteilt sind. Die Aufmerksamkeit des Lesepublikums wird damit aufrecht erhalten und die Lektüre wird nicht langweilig, sondern humorvoll, originell und interessant. 42

43 Zusammenfassung Die vorliegende Arbeit widmet sich den phraseologischen Wendungen in exklusiven Frauenzeitschriften. Als Vertreter dieser Kategorie wurde die deutsche Version des Cosmopolitan ausgewählt, weil es um ein berühmtes Magazin von hohem Prestige geht, das zu den meist verkauften Frauenmagazinen weltweit gehört. Deshalb kann man voraussetzen, dass die Frequenz der Phraseologismen da hoch sein wird. Das Ziel dieser Arbeit war die Erfassung und die Analyse der Phraseologismen, die in den ausgesuchten Texten vorkommen, in Hinsicht auf die phraseologischen Klassen bzw. Typen und ihre Funktion im Text. Für die vorliegende Arbeit wurden sechs Artikel aus fünf Exemplaren aus den Jahren 2008 und 2009 ausgewählt, die dann untersucht wurden. Die Artikel sind unterschiedlich lang (von eine bis vier Seiten), gehören zu verschiedenen journalistischen Textsorten (zwei Reportagen, zwei Meinungsinterviews und zwei weiche Nachrichten) und kommen aus diversen Rubriken (Reise, Covergirl, Beauty und Gesundheit). Interessant ist, dass die Zahl der vorkommenden Phraseologismen in Artikeln ähnlich ist (von 10 bis 17 je Text). In den untersuchten Texten wurden insgesamt 74 Phraseologismen gefunden. Die meist vertretene Klasse bilden sog. strukturelle Phraseologismen 31% (daraus 24,3% präpositionale und 6,8% konjunktionale Phraseologismen). Es geht um Wendungen, die üblicherweise nicht bildlich und nicht-idiomatisch sind. Ihre Funktion ist syntaktisch (sie stellen die grammatischen Relationen her). Sehr oft kommen die phraseologischen Ganzheiten vor, man kann 18 Belege finden, was 24,3% der Gesamtzahl bildet. Sie weisen verschiedene Grade der Motiviertheit auf, oft sind sie metaphorisch motiviert. Häufig sind auch Kollokationen und Funktionsverbgefüge zu sehen. Sie stellen 21,6% der Gesamtzahl dar, daraus 10,8 % Kollokationen und 10,8% Funktionsverbgefüge. Was die Klasse der phraseologischen Verbindungen betrifft, findet man fünf Belege. Die anderen Klassen der Phraseologismen treten zwar selten auf, dürfen aber nicht vergessen werden. Es geht um feste Phrasen (4 Belege), Zwillingsformen (2 Belege), kommunikative Phraseologismen (2 Belege), Sprichwörter und Gemeinplätze (2 Belege). Nur vereinzelt sind Vergleiche und onymische Phraseologismen (von jedem nur ein Beleg) vertreten. Es wurde bestätigt, dass die Varianten und Modifikationen häufig in Pressetexten vorkommen. Sie stellen eine Hälfte dar (51,4%), daraus sind es meisten die Modifikationen 43

44 (24 Belege), den Rest bilden die Varianten (14 Belege). Es überwiegen Modifikationen durch die lexikalische Substitution, durch Verkürzung und durch die Hinzufügung eines Wortes. Manchmal sind die Wendungen durch Determinativkomposition und Wechsel Affimation Negation modifiziert. Dadurch werden die Phraseologismen mehr an den Kontext angepasst. Als Beispiele können angeführt werden: einen Rekord aufstellen eine neue Bestzeit aufstellen, jmdn. verrückt machen jmdn. ganz verrückt machen, den Jackpot knacken den Casino-Jackpot knacken oder auf sich warten lassen auf sich nicht warten lassen usw. Was die stilistische Markierung angeht, die üblicherweise in Wörterbüchern zusammen mit dem Ausdruck gespeichert ist, kann man sagen, dass die meisten Ausdrücke unmarkiert (79,7%) sind. Den größten Teil der stilistisch markierten Wendungen bilden umgangssprachliche Wendungen (18,9%), sporadisch erscheinen auch andere (veraltend, scherzhaft und salopp). Durch die Benutzung der umgangssprachlichen Ausdrücke erzielt man die gewünschte Expressivität im Text. Zur Platzierung der phraseologischen Verbindungen in den Artikeln kann man sagen, dass sie üblicherweise im ganzen Textverlauf auftreten und dass kein bestimmter Teil vorgezogen wird. Zu finden sind sie auch in Schlagzeilen und Überschriften. Was ihre Funktionen betrifft, wurden schon einige erwähnt. Die bildlichen Phraseologismen mit hohem Grad der Idiomatizität sollen der Leserschaft den Text zugänglich und anziehend zu machen. Die Anschaulichkeitsfunktion ermöglicht die LeserInnen zu emotionalisieren und die Atmosphäre der Vertraulichkeit zu schaffen. Das bewirken auch umgangssprachliche Wendungen. Wichtig ist ebenso die Wertungs- und Bewertungsfunktion, Sachverhalts- oder Situationsdarstellungsfunktion. Vor allem sollen die Phraseologismen das Lesepublikum vergnügen und sein Interesse wecken. In den Texten kommen außer festen Wendungen sehr oft auch andere sprachliche und rhetorische Mittel vor. Es geht vor allem um Anspielungen, Wortspiele, Synonymie und Antonymie, Metapher, Ellipse, Hyperbel, Eupheminismen und Alliteration. Auf den ersten Blick ist der große Anteil der Anglizismen und Modewörter zu sehen. Alle diese Erscheinungen bewirken, dass die Sprache dieses Magazins auffallend, wirksam und originell ist. Die Untersuchung dieser Phänomene könnte auch sehr interessant sein, wegen des begrenzten Umfangs dieser Arbeit konnte ihnen leider nicht so große Aufmerksamkeit geschenkt werden. 44

45 Literaturverzeichnis Primärliteratur: Cosmopolitan, Mai 2008 Cosmopolitan, September 2008 Cosmopolitan, November 2008 Cosmopolitan, Januar 2009 Cosmopolitan, Februar 2009 Sekundärliteratur: Bohrmann, H./Ubbens, W.: Zeitungswörterbuch: Sachwörterbuch für den bibliothekarischen Umgang mit Zeitungen. Berlin: Deutsches Bibliotheksinstitut, Burger, H./Buhofer, A./Sialm, A.: Handbuch der Phraseologie. Berlin, New York: de Gruyter, Burger, H.: Idiomatik des Deutschen. Tübingen: Max Niemeyer Verlag, Burger, H.: Phraseologie: Eine Einführung am Beispiel des Deutschen. Berlin: Erich Schmidt, Burger, H.: Sprache der Massenmedien. 2., durchges. u. erw. Aufl., Berlin; New York: de Gruyter, Fleischer, W.: Phraseologie der deutschen Gegenwartssprache. 2., durchges. u. erg. Aufl., Tübingen: Niemeyer, Lüger, H.-H.: Pressesprache. 2., neu bearbeitete Aufl., Tübingen: Niemeyer, Straßner, E.: Journalistische Texte. Tübingen: Niemeyer, Wörterbücher und Lexika: Duden. Deutsches Universalwörterbuch. 5., überarbeitete Aufl., Mannheim: Dudenverlag, Duden: Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik. 3., überarbeitete und aktualisierte Aufl., Mannheim: Dudenverlag, Wörterbuch für Redensarten, Redewendungen, idiomatische Ausdrücke, feste Wortverbindungen [ ] < 45

46 Internetquellen: Cosmopolitan redaktionelles Konzept [ ] < Cosmopolitan Produktportrait [ ] < 46

47 Abkürzungsverzeichnis Aufl. Auflage bzw. beziehungsweise d. h. das heißt durchges. durchgesehen erg. ergänzt erw. erweitert etw. etwas Jh. Jahrhundert jmdm. jemandem jmdn. jemanden jmds. jemandes o. ä. oder ähnliche S. Seite sog. so genannt u. und u. ä. und ähnliche u. a. und andere usw. und so weiter vgl. vergleiche z. B. zum Beispiel zit. zitiert 47

48 Anhang Zeitschriftenartikel: 1. Sonne im Herzen (Cosmopolitan, Mai 2008) 2. Galopp ins Glück (Cosmopolitan, September 2008) 3. Gelée Royale (Cosmopolitan, September 2008) 4. Smile! (Cosmopolitan, November 2008) 5. Energie-Bündel (Cosmopolitan, Januar 2009) 6. Dschungelbuch (Cosmopolitan, Februar 2009) 48

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