Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit - Thema 6: IS - LM Ein (mächtiges) Werkzeug.

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1 Einkommen, Inflation und Arbeitslosigkeit - Thema 6: IS - LM Ein (mächtiges) Werkzeug. Mario Lackner JKU Linz, Abteilung für Finazwissenschaften. 28. Mai 2009

2 Was ist das IS-LM-Modell? Im IS LM Modell werden Gütermarkt und Finanzmarkt in einem Modell zusammen geführt. Was ist neu im IS-LM-Modell? Bislang waren die Investitionen I exogen gegeben, es war I = I. Jetzt wird I zu einer endogenen Variable. I = I (Y, i) Die Investitionen I werden bestimmt durch: Das Niveau von Y (+) Das Niveau von i( ) Das Preisniveau spielt in diesem Modell keine Rolle.

3 Die Rolle des Zinssatzes Wie beeinflusst der Zinssatz i den Gütermarkt? Je höher der Zinssatz i, umso teurer ist die Ware Geld, und umso niedriger werden die Investitionen sein. Bei einem hohen Zinssatz i wird es lukrativ sein, Geld zu veranlagen und die Nachfrage (Investitionen und Konsum) in die Zukunft zu verschieben. Bei einem hohen Zinssatz i wird es teuer sein, einen Kredit zu nehmen, und die Investitionen werden sinken. Wie beeinflusst der Zinssatz den Output Y? 1. Zinssatz i bestimmt die Höhe der Investitionen I mit. 2. Investitionen I bestimmen die Höhe des Output Y mit. Note: Die Nachfrage nach langlebigen Konsumgütern, z.b. Möbel, Autos etc. ist ebenfalls vom Zinssatz i abhängig.

4 Warum heisst das Modell IS-LM? Woher leitet sich die Bezeichnung IS - LM ab? IS-Kurve Gleichgewicht am Gutermarkt: IS-Kurve stellt alle Kombinationen von Einkommen Y und Zinssatz i dar, für die gilt, dass sich der Gutermarkt im Gleichgewicht befindet. LM-Kurve Gleichgewicht am Geldmarkt: LM-Kurve stellt alle Kombinationen von Einkommen Y und Zinssatz i dar, für die gilt, dass sich der Geldmarkt im Gleichgewicht befindet.

5 Ableitung der IS-Kurve Gleichgewichtsbedingung am Gütermarkt ist: Y = Z Da I nun I (Y, i), folgt: Gleichgewichtsbedingung für den Gütermarkt im IS-LM-Modell: Y = C(Y T ) + I (Y, i) + G

6 Ableitung der IS-Kurve

7 Ableitung der IS-Kurve

8 Charakteristika: Ableitung der IS-Kurve

9 Ableitung der LM-Kurve Gleichgewicht am Geldmarkt herrscht wenn: M = nominal money stock YL(i) = demand for money Y = nominal income i = nominal interest rate P = price level

10 Ableitung der LM-Kurve

11 Ableitung der LM-Kurve

12 Ableitung der LM-Kurve Charakteristika: Die LM-Kurve hat einen steigenden Verlauf. Warum? Zwei Erklärungsansätze: 1. Ein höheres Einkommen bewirkt eine höhere Geldnachfrage. Bei gleich bleibendem Geldangebot muss der Zinssatz steigen, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. 2. Ein höherer Zinssatz reduziert die Geldnachfrage. Soll die Geldnachfrage gleich dem festen Geldangebot bleiben, muss das Einkommensniveau steigen. Das steigende Einkommensniveau erhöht die Geldnachfrage, bis wieder Gleichgewicht am Geldmarkt herrscht.

13 Charakteristika: Ableitung der LM-Kurve

14 Get connected: IS-LM Z = C + I + G C = c 0 + c 1 (Y T ) I = b 1 Y b 2 i Y = Z M d P = k 1Y k 2 i IS - Relation: Y = 1 1 (c 1 +b 1 ) (c 0 c 1 T b 2 i + G) LM - Relation: Y = ( M P +k 2i) k 1 b 1... Einkommensempfindlichkeit der Investitionen b 2... Zinsempfindlichkeit der Investitionen k 1... Einkommensempfindlichkeit der Geldnachfrage k 2... Zinsempfindlichkeit der Geldnachfrage

15 IS-LM Verlauf: IS Ist die Zinsempfindlichkeit der Investitionen b 2 hoch und die Grenzneigung zum Konsum c 1 groß und Einkommensempfindlichkeit der Investitionen b 1 groß, so wird die IS-Kurve flach sein. Das bedeutet, dass bei einem steigendem Zinssatz die Konsumund Investitionsnachfrage stark sinkt. Dies hat eine große Reduktion des Einkommens Y zur Folge.

16 IS-LM Verlauf: LM Ist die Einkommensempfindlichkeit der Geldnachfrage k 1 klein und die Zinsempfindlichkeit der Geldnachfrage k 2 groß, so wird die LM-Kurve flach sein. Das bedeutet, dass bei steigendem Zinssatz die Geldnachfrage stark sinkt. Dies ist bedingt durch die hohe Zinsempfindlichkeit der Geldnachfrage. Um das Gleichgewicht am Geldmarkt aufrecht zu erhalten, muss das Einkommen stark ansteigen, um die Geldnachfrage ansteigen zu lassen und damit wieder den Geldmarkt in Gleichgewicht zu bringen.

17 IS-LM und simultanes Gleichgewicht

18 IS-LM: Fiskalpolitik

19 IS-LM: Fiskalpolitik

20 IS-LM: Geldpolitik

21 IS-LM:Spezialfälle Liquiditatsfalle: Die Zinsempfindlichkeit der Geldnachfrage ist sehr gros (k 2 = inf). Das impliziert einen horizontalen Verlauf der LM-Kurve. In diesem Fall ist die Geldpolitik vollig unwirksam. Die Geldmengenerhohung bewirkt keine Zinssatzsenkung. Im Gegensatz dazu hat die Fiskalpolitik die volle Wirkung. Da durch den horizontalen Verlauf der LM - Kurve der Zinssatz nicht erhoht wird und damit der Multiplikator seine volle Wirkung entfalten kann. Beispiel: Japan

22 IS-LM:Spezialfälle Zinsunelastische Investitionen: Die Zinsempfindlichkeit der Investitionen ist Null (b 2 = 0). Das impliziert einen vertikalen Verlauf der IS - Kurve. In diesem Fall ist die Geldpolitik vollig wirkungslos. Im Gegensatz dazu hat eine expansive Fiskalpolitik die volle Wirkung. Die damit einhergehende Erhohung des Zinssatzes hat keine reduzierende Auswirkung auf den Multiplikatorprozess, weil die Investitionen zinsunempfindlich sind. Beispiel: Volkswirtschaft in einer Depression

23 IS-LM: Fiskal- und Geldpolitik

24 IS-LM: Was passiert wirklich? Policy-Mix Policy-Mix beschreibt die Kombination von geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen. Diese Form der Politik fand beispielsweise in der Regierungszeit Clinton und unter der Ära des US-Notenbankchefs Greenspan Anwendung. Ziel war, das Budgetdefizit zu beseitigen. Es wurden in diesem Fall expansive geldpolitische Maßnahmen gesetzt, um die negativen Auswirkungen einer kontraktiven Fiskalpolitik auf die Güternachfrage auszugleichen. Es wurde ein nachhaltiger Abbau des Budgetdefizites, wie auch ein positives Einkommenswachstum erreicht. Vergleichbar mit ähnlicher Zielsetzung ist die derzeitige Situation in vielen europäischen Staaten. Um das Maastrichtkriterien nämlich Eine auf Dauer tragbare Finanzlage der öffentlichen Hand, ersichtlich aus einer öffentlichen Haushaltslage ohne übermäßiges Defizit zu erreichen, wird derzeit in vielen Ländern eine restriktive Fiskalpolitik verordnet. Gleichzeitig versucht die EZB durch eine markante Zinssatzsenkung die Nachfrage anzukurbeln, um damit das Wirtschaftswachstum zu stärken.

25 IS-LM: Was passiert wirklich?

26 IS-LM: Was passiert wirklich?

27 IS-LM: Offene Volkswirtschaft

28 IS-LM: Offene Volkswirtschaft Flexible Wechselkurse und Geldpolitik

29 IS-LM: Offene Volkswirtschaft Flexible Wechselkurse und Geldpolitik

30 IS-LM: Offene Volkswirtschaft Fixe Wechselkurse und Geldpolitik

31 IS-LM: Offene Volkswirtschaft Fixe Wechselkurse und Geldpolitik

32 Probleme Hat das Modell Schwächen? IS - LM ist nicht allmächtig! Staatsverschuldung nimmt tendenziell zu Zeitliche Komponente: Ist sie ausreichend erfasst? Once Again: Konflikt Konjunktur vs. Wachstum...

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